Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Um Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, brauchen sie für ihre Kinder bessere und verlässlichere Bildungsangebote vom 1. Lebensjahr an. Das ist allgemein anerkannt und die Regierungen in Berlin und Kiel haben zugesagt, hierfür zu sorgen!
Der Bund hat den Eltern zugesichert, dass sie ab 2013 ein Anrecht auf eine Betreuung ihres Kindes ab dem 1. Lebensjahr geltend machen können. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Bund den Ländern zusätzliche finanzielle Mittel für den Bau oder Umbau von Krippenplätzen zur Verfügung gestellt. In den Kommunen warten viele Träger auf eine Förderzusage aus Kiel bzw. vom Kreis, der die Fördermittel weiterleiten soll. Die Bauplanungen und die Investitionspläne liegen vor, die Kommunen haben ihre Zustimmungen gegeben, es könnte los gehen! Die Fördergelder jedoch lassen auf sich warten, die Wartelisten in den wenigen vorhandenen Krippen werden immer länger.
Im Kindergartenalter von 3 bis 6 Jahren gibt es in den Kommunen zwar eine ausreichende Anzahl von Plätzen, die Öffnungszeiten sind aber in vielen Fällen für berufstätige Eltern nicht ausreichend. Für das Ziel der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind weitere Verbesserungen auch im Sinne von Flexibilität notwendig!
Im Grundschulalter wird die verlässliche Bildung der Kinder dann schwieriger. Zwar gibt es die verlässliche Grundschule, die aber nur für 4 bis 5 Schulstunden ihren Bildungsauftrag versteht. Danach haben die Oldesloer Grundschulen als Offene Ganztagsschulen ein freiwilliges Kurs- und Betreuungsangebot organisiert, dass in Zusammenarbeit mit dem Verein Feste Grundschulzeiten bis 14 Uhr oder 15 Uhr von Montag bis Donnerstag eine Betreuung der Kinder gewährleistet.
Nur die Stadtschule in Bad Oldesloe gewährleistet als Gebundene Ganztagsschule einen verlässlichen Bildungsalltag von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr. In dieser Zeit werden alle Kinder in einem kindgerechten Tagesablauf unterrichtet, betreut und beaufsichtigt. Alle Kinder haben Zeit zum Lernen, Spielen und Entspannen. Diese Schulform sollte als Angebot unterstützt werden, auch und gerade von den Politikern vor Ort, deren Parteifreunde in Berlin und Kiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern wollen.
Stattdessen hat die CDU/FDP-Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung von oben herab die Verkleinerung der zu bauenden Mensa beschlossen, entgegen der einstimmigen Voten in den Fachausschüssen! Wenn an einer 4-zügigen Grundschule mit 4 Jahrgängen nicht mehr in zwei Schichten gegessen werden kann, sondern auf Grund der verordneten Raumenge drei Essenszeiten organisiert werden müssen, dann leidet darunter der Tagesablauf ganz erheblich.
Man sieht, es gibt noch viel zu tun, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Das Geld sollte dabei kein Problem sein, da es kein anderes Bundesland gibt, das weniger für die Bildung der bis zu 10 Jahre alten Kinder ausgibt als Schleswig-Holstein.
Peter Stoltenberg, Bürgerliches Mitglied im BSKA für die SPD




