Machen Sie das Beste draus

Jahreswechsel – Zeit der Wünsche, Reden, Rückblicke, Vorsätze .....
Ein spannendes Jahr geht zu Ende. Oldesloe verändert sich. Stadtumbau, Kultur- und Bildungszentrum, Parkgebühren, Leerstand im Café am Markt und die bevorstehende Schließung M&H im kommenden Jahr erhitzen die Gemüter. Schuldige werden gesucht und schnell gefunden: „Die Politik“ ist schuld.
Wussten Sie, dass zum Stadtumbau und den Bauarbeiten rund um die Bahnhofstraße sechs Veranstaltungen „Talk im Stadtteil“ durchgeführt wurden, alle Anwohner eingeladen waren und sich beteiligen konnten?
Wussten Sie, dass in Oldesloe 2400 öffentlich zugängliche Parkplätze zur Verfügung stehen und davon 1200 kostenfrei sind?
Was würden Sie sagen, wenn Ihnen die Stadt vorschreiben würde, an wen Sie vermieten dürfen? Nur wenige Häuser befinden sich im Besitz der Stadt. Auch wenn es uns allen weh tut: die Vermietung von Ladenflächen ist Sache der Eigentümer. Weder die Stadt noch die Politik haben Einfluss darauf. Der schnöde Mammon ist für viele Eigentümer wichtiger als die Stadtentwicklung.
Aber Gemeinschaft funktioniert nur, wenn jeder sich einbringt. Politik kann nur die Rahmenbedingungen schaffen – handeln müssen wir alle. Dabei hat jeder Einzelne viele Möglichkeiten, mitzuwirken.
Hand auf’s Herz: Wo haben Sie Ihre Weihnachtseinkäufe gemacht? Das Buch für Freunde – im Internet bestellt oder bei der örtlichen Buchhandlung gekauft? Sind die Parkgebühren wirklich so entscheidend? Wie viel Benzin verbraucht ihr Auto bei der Fahrt nach Lübeck oder Hamburg? Was kostet die Bahnfahrt? Schimpfen Sie gleich auf den Bauhof, wenn Unrat in der Fußgängerzone liegt oder bücken Sie sich auch schon mal und heben Müll auf oder sprechen Mitbürger an, wenn sie ihren Müll einfach in die Gegend werfen?
Kürzlich war ich in einem Geschäft in der Innenstadt. Eine Kundin kam herein, fragte nach einem Artikel. Der Verkäufer verwies auf das nahegelegene Kaufhaus und wies noch einmal extra darauf hin, dass er sein Sortiment umstellt und nach Schließung des Kaufhauses auch den gewünschten Artikel führen wird. Und die Visitenkarten des Kollegen, der sein Schreibwarenangebot erweitert, hatte er auch schon gleich zur Hand.
Ja, es ist ein wirklicher Verlust, dass unser Kaufhaus M&H schließt. Aber statt zu klagen sollten wir alle überlegen, wie wir diese Stadt lebens- und liebenswerter machen können. Dieser Ladenbesitzer hat es verstanden. Jede Veränderung birgt auch Chancen.
Unsere Stadt ist so liebenswert und attraktiv, wie Sie sich persönlich für sie verantwortlich fühlen. Warten Sie nicht länger darauf, dass etwas passiert oder sich verändert. Werden Sie einfach selbst aktiv.
Ich wünsche uns allen, dass wir 2012 fröhlich, konstruktiv und zufrieden unsere Stadt weiter entwickeln.
Maria Herrmann, 27. Dezember 2011




