Haben wir keine anderen Probleme?

Parkgebühren – ein heiß diskutiertes Thema der letzten Wochen. Dabei war einer der Kritikpunkte, dass es gleich Strafzettel hagelt wenn die Parkzeit geringfügig überschritten wird. Der Bau- und Planungsausschuss hat das Thema noch einmal aufgegriffen. Ein Service-Angebot könnte hier Abhilfe schaffen: das Handy-Parken.
Wie funktioniert das? Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze.
Erste Möglichkeit: die Stadt schließt einen Vertrag mit einem Betreiber. Sie als Parker rufen eine Nummer an oder schicken eine SMS. Die Parkgebühren werden per Handy-Rechnung bezahlt. Wenn Sie sich per SMS auf eine Zeit festgelegt haben, können Sie von unterwegs problemlos die Parkzeit verlängern. Es gibt unterschiedliche Anbieter. Je nach Anbieter und Ihrer Entscheidung, ob Sie sich registrieren lassen oder nicht, fallen zusätzlich Gebühren oder SMS-Kosten an. Die Stadt wiederum muss circa 13 Prozent der eingenommenen Parkgebühren an den Anbieter zahlen.
Zweite Möglichkeit: das sogenannte Plattform-Modell. Ihnen stehen mehrere Anbieter zur Auswahl. Sie entscheiden selbst, welcher Tarif am besten zu Ihnen passt. Hierzu müssen Sie sich beim Anbieter anmelden. Wenn Sie parken, rufen Sie die Nummer Ihres Betreibers an. Wenn Sie weiterfahren wollen, melden Sie Ihr Fahrzeug mit einem Anruf wieder ab. Der Parkvorgang wird registriert. Sie erhalten einmal monatlich die Sammelrechnung. Die Gebühren werden im Vergleich zur ersten Möglichkeit für Sie nicht teurer und die Stadt zahlt keine monatliche Pauschale an den Betreiber.
Ach, fast hätte ich es vergessen: Es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Sie parken weiterhin wie bisher, indem Sie ihre Münzen in den Parkautomaten werfen und ihr Parkzettelchen hinter die Windschutzscheibe legen.
Handy-Parken ist ein zusätzliches Angebot. Jeder soll für sich selbst entscheiden, ob er es nutzen möchte oder nicht.
Und um auf die Frage in der Überschrift zurückzukommen: Doch, wir haben auch andere, wesentlich wichtigere Probleme – Stadtumbau, Bebauungspläne, Kindergärten, Gebäudesanierung, Schulen, Behinderten-Toilette, ..... aber als Politiker beschäftigen wir uns eben auch mit so etwas. Wir nehmen den Wunsch nach entspanntem Einkaufen oder Arztbesuch ernst und bemühen uns, hier einen verbesserten Service anzubieten. Damit wir unsere Entscheidungen gut und fachkundig treffen, steht dann eben auch mal ein langer Sitzungsabend mit einem Thema wie Handy-Parken auf der Tagesordnung.
Maria Herrmann




