Stadtradeln – Alibi-Event oder ein Anfang?

„Gemeinsam Radeln fürs Klima“ Mit diesem Spruch wirbt das Klima-Bündnis für die Aktion „Stadtradeln“. Für kleine Strecken das Auto stehen lassen und Radfahren. Bringt das was? Zunächst einmal 140g weniger CO2-Ausstoss pro gefahrenen Fahrradkilometer. Das ist schon was. Aber zum Vergleich: ein 700 MW Kohlekraftwerk erzeugt 3 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Wie viele km müssten die Stadtradler fahren, um das zu neutralisieren? Ist damit Stadtradeln sinnlos? Nein, Nein, Nein!
Die Stadtradler können natürlich die CO2-Emissionen der Industrie nicht ausgleichen. Aber sie können zu umweltbewusstem Verhalten anregen. Und damit mehr CO2 einsparen, als man denkt.
Haben Sie schon mal die morgendliche Autoanfahrt vor den Kindergärten und Schulen unserer Stadt gesehen? Müssen unsere Kinder wirklich „vorgefahren“ werden? Wie kleine Königskinder? Da könnten pro Tag und Kind mehrere Kilogramm CO2 gespart werden.
Und es gibt noch sehr viel mehr Möglichkeiten zur CO2-Einsparung: von der Energie-Sparbirne bis zur optimierten Heizung und der Wärmeisolation am Gebäude. Und viele kleine Dinge, wie der Stand-By-Schaltung am Fernseher.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ sagte Erich Kästner. Stadtradeln kann jeder. Damit können Sie ganz leicht und locker den ersten Schritt zu einem umweltbewussten Verhalten tun. Und ein zweiter Schritt fällt Ihnen bestimmt ein. Wie wäre es mit einem „autofreien Sonntag“. Fahren Sie doch einfach mal mit der Bahn nach Travemünde und dann den Rad-Wanderweg am Ufer der Ostsee nach Boltenhagen. Falls Sie es noch nicht wissen, man kann in fast allen Zügen der Bahn das Fahrrad mitnehmen.
Zu Recht wird immer gefordert, dass die Politiker mit gutem Beispiel vorangehen sollten. Die SPD-Fraktion beteiligt sich geschlossen am Stadtradeln.
Wir werden etliche km radeln. Doch gewinnen als Stadt können wir nur, wenn viele Oldesloer mitmachen. Der Preis – unser Klima – lohnt den Einsatz.
Jürgen Schneider




