Ein Stolperstein in der Hindenburgstraße

Liebe Oldesloerinnen und Oldesloer,
am Montag hat der traurige Streit um die Verlegung eines Stolpersteins in der Innenstadt ein gutes Ende genommen: An den Oldesloer Hans Wöltje, der am 2. Juni 1942 seinen Tod im Konzentrationslager Dachau fand, erinnert ab jetzt ein kleiner messingfarbener Stein in der Fußgängerzone.
Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt getan in der Aufarbeitung der inzwischen schon 65 Jahre zurückliegenden Verbrechen während des Nationalsozialismus. Es sind aber noch viele weitere Schritte denkbar – auch hier bei uns vor Ort. So findet der Stolperstein für Hans Wöltje ausgerechnet in der Hindenburgstraße seinen Platz. Namensgeber der Straße ist Paul von Hindenburg – jener Mann, der als Reichspräsident Adolf Hitler zum Kanzler ernannte und dem Ermächtigungsgesetz zustimmte. Auf diesen Teil von Hindenburgs Biographie weist die Zusatztafel am Straßenschild allerdings nicht hin. Vielleicht ist es an der Zeit, eine neue Namensgeberin für diese prominente Oldesloer Straße zu finden.
Ein Zeichen gesetzt werden könnte auch auf dem Ehrenfriedhof: Mit einem Denkmal für die Deserteure des Zweiten Weltkriegs. Denjenigen Soldaten also, die sich geweigert haben weiter als Teil der Kriegsmaschinerie zu funktionieren und dafür wegen „Fahnenflucht“ hingerichtet wurden.
Das Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus ist aber keinesfalls als Selbstzweck zu betrachten. Vielmehr handelt es sich dabei immer um eine Mahnung für uns, die wir heute leben: So etwas darf nie wieder passieren – weder in Oldesloe noch irgendwo anders. Entsprechend gilt es wachsam zu sein gegenüber nationalsozialistischem Gedanken„gut“, dass in vielen Köpfen weiter existiert. Zudem gibt es leider auch in Stormarn organisierte Rechtsradikale.
Darüber, mit welchen Methoden Neonazis heutzutage ihre menschenfeindlichen Ideen zu verbreiten versuchen, informiert eine gut gemachte Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die „AG Demokratie“, in der der Deutsche Gewerkschaftsbund und viele andere Organisationen zusammen arbeiten, holt diese Ausstellung ab dem 15. November ins historische Rathaus. Nutzen Sie doch diese Chance, sich zu informieren.




