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Lübecker Nachrichten vom 30. Juni 2007:

Dörfer für Gemeinschaftsschule

In der Stadt formieren sich die Parteien in Sachen Schulreform gerade, die Dorf-Bürgermeister sind sich für "ihre" Schule am Oldesloer Masurenweg einig: Sie soll Gemeinschaftsschule werden.

Bad Oldesloe - Zwei Hauptgründe gibt es für das einstimmige Votum aller Bürgermeister der am Schulverband beteiligten elf Dörfer: den in einer Umfrage klar geäußerten Elternwillen sowie das Ende der Benachteiligung der Dorfkinder, die wegen des Kriteriums Wohnortnähe keine Chance hatten, an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Bad Oldesloe einen der begrenzten Plätze zu ergattern. Was dort seit Jahren praktiziert wird, wollen die Politiker vom Dorf jetzt endlich auch ihren Kindern bieten können: die Wahl zwischen drei Schulabschlüssen.

Der große Zulauf zur IGS habe gezeigt, dass diese Schulform gut sein muss, ist Heinrich Blunck sicher. "Die Besseren helfen den Schwächeren und lernen dadurch selbst auch mehr", erklärt der Westerauer Bürgermeister. Deshalb und weil sich bei der Elternbefragung mehr als 70 Prozent für die Gemeinschaftsschule ausgesprochen haben, möchte Blunck die SaM (Schule am Masurenweg) als Gemeinschaftsschule sehen. Er schlägt sogar vor, Oldesloe sollte außer dem Gymnasium nur Gemeinschaftsschulen bekommen. "Dann wären alle Bedenken, eine Schulart werde zum Sammelbecken für die, die andernorts nicht genommen wurden, hinfällig".

Hinfällig ist auf jeden Fall der Wunsch vieler, an einer Gemeinschaftsschule am Masurenweg auch das Abitur zu ermöglichen. Das sieht selbst Werner Schwarz so. "Da setzt rationales Denken ein", räumt der stellvertretende Bürgermeister Rethwischs ein, der sich als erster im Amtsausschuss öffentlich für die Gemeinschaftsschule einsetzte. "Die Raumsituation gibt es nicht her", bestätigt "seine" Bürgermeisterin, Gisela Hoge. Schwarz findet diesen Makel akzeptabel, wenn die Kinder der SaM nahtlos in die gymnasiale Oberstufe der anderen Oldesloer Gemeinschaftsschule oder -schulen oder des Gymnasiums wechseln können. "Dann sind die Kinder alt genug, um weitere Wege auf sich zu nehmen", teilt Joachim von Rein diese Auffassung. Der Bürgermeister von Pölitz ist hundertprozentig für die Umwandlung der SaM zur Gemeinschaftsschule, weil er glaubt, dass die IGS und die bisherige Theodor-Storm-Realschule als Gemeinschaftsschulen auch wieder Kinder aus der Stadt bevorzugen würden.

Auch Amtsvorsteher Peter Lengfeld, der Dienstag im Amtsausschuss - 19.30 Uhr, Schulscheune Eichede - über den Stand der Änderung der Schularten berichtet, erbost es nicht, dass die SaM keine Oberstufe einrichten kann. "Drei Oberstufen in einem Schulort würde Kiel vermutlich ohnehin nicht genehmigen", sagt er. Er hofft, dass die Stadt-Parteien mit den Dörfern an einem Strang ziehen, um die Oldesloer Schullandschaft gemeinsam neu zu konzipieren.

Die Oldesloer SPD hat sich gerade für drei Gemeinschaftsschulen (dabei die SaM), eine Regionalschule und ein Gymnasium ausgesprochen. Die Mehrheitsfraktion der CDU geht an diesem Wochenende noch einmal in Klausur. Im gemeinsamen Schulverband für die SaM sitzen elf Land-Bürgermeister und elf Vertreter der Stadt aus drei Parteien. Das Innenministerium prüft derzeit, ob die Umwandlung der SaM in eine Gemeinschaftsschule von jeder Gemeindevertretung beschlossen werden muss.

Auf eine schnelle Entscheidung über die neue Schulart hofft SaM-Schulleiter Matthias Welz. Wegen der vorhandenen Lehrerstruktur hatte er sich für die Regionalschule ausgesprochen, außerdem hält er deren Umsetzung für kostengünstiger. Doch sieht er auch einer Gemeinschaftsschule positiv entgegen. Dann müsse vor allem in Fachräume für Naturwissenschaften investiert werden. Die Eltern müssten aber auch wissen, dass die Grundschule an der SaM wahrscheinlich vierzügig sein wird, während es aus Platzgründen für die Gemeinschaftsschule nur drei Jahrgangsklassen gibt.

Von Brigitte Judex-Wenzel , LN


Stormarner Tageblatt vom 30. Juni 2007:

Stormarner Wochenschau

Von Pech und anderen Wehwehchen

Polit-Theater in Stormarn

Rolf Blase, Andreas Olbertz

Mann, was waren die Oldesloer Stadtverordneten diesmal schnell. Fragen und Anregungen von Bürgern gab es nicht, weil der einzige Oldesloer, der etwas fragen wollte, zu spät kam. Da hatte Bürgerworthalter Dr. Wolfgang Böge den Punkt schon wieder geschlossen. Pech gehabt. Als die interessierte Öffentlichkeit schon wieder im Vorraum stand, weil die Abgeordneten noch nichtöffentliche Punkte zu klären hatten, flog die Türe auf und Heike Uhlenbrook kam herein gehetzt. „Ich war natürlich an der Festhalle und habe mich gewundert, dass da alles zu war“, entschuldigt sich die Grüne im Vorbeigehen und hatte damit natürlich die Lacher im Bürgerhaus auf ihrer Seite. Sekunden später war die Sitzung dann beendet. Ohne hier eine Neid-Debatte eröffnen zu wollen, wirft das natürlich beim unbedarften aber kritischen Beobachter die Frage auf, ob Stadtverordnete in solchen Fällen trotzdem noch Sitzungsgeld bekommen. Tja, Kommunal-Politik ist auch in dieser Frage nur wenig glamourös, um nicht zu sagen ernüchternd: Die Stadtparlamentarier erhalten eine Pauschale von mageren 75 Euro - mit der ist dann nicht nur die Teilnahme an Sitzungen, sondern sind auch die Fahrtkosten vom falschen zum richtigen Sitzungsort abgegolten. Auch Pech gehabt.

[] [] []Es war durchaus bühnenreif, was sich Landrat Klaus Plöger und Innenminister Ralf Stegner in dieser Woche lieferten. Letzterer befindet sich auf Kreis-Bereisung – Stormarn war die sechste Station – um „zu erfahren, wie sich die Kreise das vorstellen“ mit der Verwaltungsreform. Stegner komme doch nur, um Landräte und Kreispolitik zu „therapieren“ empfing der Landrat den Minister im Interview, und die Zahlen Stegners seien so „astronomisch falsch“, dass er sich die nicht mal gemerkt habe. Dass missfiel dem Minister so sehr, dass er an der Pressekonferenz nicht mehr teilnehmen wollte. Was Stegner als „Akt der Freundlichkeit“ gegenüber Plöger beschrieb. Kein Wunder, dass unser Karikaturist Götz Wiedenroth sich fragt, ob die beiden nicht im Therapie-Theater Reinfeld besser aufgehoben wären, um sich auf der Bühne auszutoben. Als „Blues-Brothers“ Jake und Elwood wären die beiden aber eine glatte Fehlbesetzung. Die waren zwar auch nicht zimperlich, haben aber gegen den Rest der Welt zusammengehalten.

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Dass Stegner kein Blatt vor den Mund nimmt, bewies er auch beim Gespräch mit dem Stormarner Tageblatt. „Lieber gar nichts als einen Schildbürgerstreich“, sagte er zu den von den Ämtern Oldesloe-Land und Bargteheide-Land geplanten Fusion. Solche „Brezelämter“ um die Städte herum können man „doch nicht allen Ernstes als bürgerorientiert betrachten“, so der Minister und mutmaßte, dass es nicht um vernünftige Strukturen, sondern um Posten und persönliche Eitelkeiten gehe. „Alles falsch“, kommentiert das Peter Lengfeld, Amtsvorsteher in Bad Oldesloe-Land. Man sei sachorientiert und unter Kostengesichtspunkten an die Sache herangegangen und spare Posten im haupt- und auch im ehrenamtlichen Bereich ein. Und um deutliche Worte Richtung Innenminister ist Lengfeld auch nicht verlegen: „Wer in Schilda sitzt, sollte nicht über andere urteilen.“

Stormarner Tageblatt vom 28. Juni 2007:

Schulreform – SPD bezieht Stellung

Die Oldesloer SPD macht Nägel mit Köpfen: Sie legte ein Konzept für die Schulen vor und beantragt eine Sondersitzung der Stadtverordneten, damit die Beschlüsse noch vor der Sommerpause gefasst werden können.

Bad Oldesloe / ol

 

– „Wir wollen nicht drängeln oder schubsen. Bis November müssen die pädagogischen Konzepte vorliegen. Da liegt einiges an Arbeit vor den Lehrern“, betont Fraktions-Chef Hagen von Massenbach. Deswegen hat die SPD jetzt für die Sozialausschuss am 4. Juli einen Antrag gestellt, wie welche Schulen umgewandelt werden sollen. Da die Schulleiter um frühzeitige Entscheidungen gebeten haben, fordert die SPD zusätzlich eine Sondersitzung der Stadtverordneten, damit noch vor der Sommerpause die Weichen gestellt werden.

Das Gymnasium bleibt Gymnasium und aus der IGS wird eine Gemeinschaftsschule – das ist unstrittig. Die SPD macht jetzt auch für die anderen Schulen Nägel mit Köpfen: Die Theodor-Storm-Schule soll vierzügige Gemeinschaftsschule werden, die Klaus-Groth-Schule eine zweizügige Regionalschule. Im Schulverband soll sich die Stadt für eine Umwandlung der Masurenwegschule in eine Gemeinschaftsschule aussprechen. Und um das Paket abzurunden und das Thema zu beenden, sollen die Stadtverordneten noch vor der Sommerpause entsprechende Beschlüsse fassen. Hagen von Massenbach: „Der 16. Juli wäre ein guter Termin für eine Sondersitzung.“ Zusätzlich sollen die betroffenen Familien mit einem Elternbrief informiert werden.

Hagen von Massenbach stellt klar: „Alle Schulformen haben ihr Recht. Auch die Regionalschule wird ihren Platz finden.“ In Oldesloe, das habe die Befragung der Eltern ergeben, werde das aber nicht der Fall sein.

Die Fragebogenaktion hat ein klares Votum für die Gemeinschaftsschule ergeben. Das ist es, was für die SPD zählt. „Es geht nicht um politische oder pädagogische Konzepte. Für uns ist der Elternwille maßgeblich.“

Mit einer frühzeitigen Entscheidung will die SPD nicht nur den Schulen Klarheit geben, sie versteht das auch als Angebot an die CDU, dieses Thema aus dem Wahlkampf heraus zu halten.

Doch die Christdemokraten wollen davon nichts wissen. „Mit Sicherheit wird es am 4. Juli keine Entscheidung geben“, stellt Fraktions-Vorsitzender Horst Möller klar. Bislang lägen noch nicht alle Fakten auf dem Tisch. Deshalb werde sich seine Fraktion an den neuen Fahrplan der Verwaltung halten – und der sieht Beschlussfassungen für September vor.

Möller verspricht aber: „Wir werden zusätzlich zur IGS eine weitere Gemeinschaftsschule in Oldesloe bekommen.“

Andreas Olbertz

Der GSKA tagt am Mittwoch, 4. Juli, ab 19 Uhr in der Verwaltung.

 

Stormarner Tageblatt vom 27. Juni 2007:

Zur Person

Rosen für den Fraktionschef

HAGEN VON MASSENBACH, Chef der Oldesloer SPD-Stadtfraktion nahm trotz seines 38. Geburtstags an der Sitzung der Stadtverordneten Teil. Die Fraktions-Kollegen schmetterten ihm ein kräftiges „Happy Birthday“ und übereichten rote Rosen. Partei-Chef CHRISTOPH ASMUSSEN schenkte ihm ein Schild, auf dem er den Fraktions-Vorsitzenden mit Ex-Bundeskanzler Willy Brand verglich: Beide hatten „Mehr Demokratie wagen“ gefordert. Hagen von Massenbach hatte damit im Januar seinen Antrag begründet, die Sitzung der Stadtverordneten aus der Festhalle ins Bürgerhaus zu holen. Der Versuch kann als geglückt bezeichnet werden. Das befürchtete Chaos blieb aus, alle Redebeiträge waren zu verstehen, auch der nichtöffentliche Teil konnte problemlos abgehalten werden.

 

 

Lübecker Nachrichten vom 28. Juni 2007:

SPD will drei Gemeinschaftsschulen für Bad Oldesloe

Bad Oldesloe - Die Oldesloer Sozialdemokraten legen sich in der Schulreform fest: Sie wollen neben dem Gymnasium drei Gemeinschaftsschulen und eine Regionalschule. "Wir wollen kein weiteres Vertagen oder Verschieben", erklärte gestern Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der SPD in Bad Oldesloe.

Die Eltern hatten sich in einer von der Verwaltung initiierten Befragung in der überwiegenden Mehrheit für den Typ der Gemeinschaftsschule ausgesprochen. Zudem hatten sämtliche Schulleiter der Stadt die Politik (und damit die Schulträger) um eine zügige Entscheidung - möglichst noch vor den Sommerferien - gebeten, damit die jeweiligen Konzepte bis November ausgearbeitet und beim Land eingereicht werden können. Nur so ist der Start der Reform ab dem Schuljahr 2008/2009 gewährleistet.

"Wir wollen aus dieser Frage kein Wahlkampfthema machen, sondern wir orientieren uns rein an den Wünschen der Eltern", machte von Massenbach die Position der SPD deutlich. Daher beantragt seine Fraktion bei der nächsten Sitzung des Gleichstellungs-, Schul- und Kulturausschuss am Mitwoch, 4. Juli, im Verwaltungsgebäude:

Umwandlung der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) zum Gymnasium (mit acht statt bisher neun Schuljahren in Mittel- und Oberstufe, also Abi nach der 12. Klasse),

Umwandlung der Integrierten Gesamtschule (IGS) zur vierzügigen Gemeinschaftsschule,

Umwandlung der Theodor-Storm-Schule (TSS) von der Real- zur vierzügigen Gemeinschaftsschule sowie

Umwandlung der Klaus-Groth- Schule (KGS) zur zweizügigen Regionalschule.

Außerdem soll die Schule am Masurenweg (SaM), deren Träger sowohl die Stadt Bad Oldesloe als auch die Nachbargemeinden sind, zur dreizügigen Gemeinschaftsschule umgewandelt werden.

"Mit der zusätzlichen Umwandlung der TSS und der SaM endet dann das Glücksspiel der Eltern, die bislang, sofern sie außerhalb der Stadtgrenzen wohnten, kaum eine Chance für ihr Kind auf einen Platz an der Integrierten Gesamtschule oder am Gymnasium hatten", sagten Jens-Pieter Friese, als bürgerliches Mitglied für die SPD im GSKA, sowie Birgit Weißmann als seine Vertreterin. "Wenn Haupt- und Realschüler und Gymnasiasten in dieselbe Schule gehen, kann das ihre Leistungen doch nur gegenseitig befruchten."

Man wolle nicht die pädagogischen Konzepte der einzelnen Schulformen bewerten, sondern sich lediglich am Elternwillen orientieren, wiederholte auch Ortsvereinsvorsitzender Christoph Asmussen. "Die SPD hofft auf eine breite Mehrheit aller Beteiligten bei der Umsetzung der Schulreform, so dass jedes Kind den Schulplatz bekommt, der für seine Entwicklung die größtmögliche Förderung bietet."

Zur weiteren Information über die Unterschiede der Regional- und Gemeinschaftsschule wird die SPD in den nächsten Tagen ein Informationsschreiben an die Eltern mit dem Antrag im GSKA verschicken.

Von Joachim Strunk, LN

Stormarner Tageblatt vom 25. Juni 2007:

Land unter am Steinfelder Redder nach Gewitterschauer

Mittwoch erwischte es Ahrensburg, Bargteheide und Großhansdorf. Am Sonnabendnachmittag kam der „Starkregen“ in Reinbek und Bad Oldesloe herunter. Fast 50 Einsätze in einer Stunden zählte die Regionalleitstelle in Bad Oldesloe.


Bad Oldesloe /akr, hgf, ol

– Als am Sonnabendnachmittag der Himmel über Bad Oldesloe seine Schleusen öffnete, brauchte die Feuerwehr nicht lange auf Notrufe zu warten. In Häuser eindringendes Wasser wurde aus dem Pölitzer Weg und der Schützenstraße gemeldet. Während sich in der Lorentzenstraße die Sieldeckel durch den Wasserdruck anhoben, lief am Sülzberg die Bahnunterführung mal wieder voll. Doch den aufwändigste Einsatz hatten die Feuerwehrleute aus Oldesloe, Rethwisch und Seefeld am Steinfelder Redder.

Im Bereich der Baustelle für die Regenwassereinleitung und die Sohlgleite ergoss sich der Regen sturzbachmäßig in die dortigen Gärten, nachdem zuvor bereits die Bundesstraße 75 erheblich mit Schlamm überspült worden war.

Dagmar Bibo-Inhülsen ist eine der Betroffenen. „Eigentlich wollte mein Mann am Carport arbeiten. Als dann der Gewitterguss kam, haben wir beschlossen, arbeiten können wir jetzt eh nicht, also gehen wir rein und trinken Kaffee. Kurz darauf kam unser Kater verstört rein und meine Tochter sagte: ‚Im Gartenhaus ist Überschwemmung.‘ Dann sind wir raus und mussten zusehen, wie alles voll lief.“ Die Anliegerin beobachtete, wie die Wassermassen von den höher liegenden Gebieten nicht vernünftig abfließen konnten und sich in ihren Garten und die der Nachbarschaft ergossen.

„Dieser plötzliche und sehr starke Regen war einfach zu viel“, erklärte Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl. Die neuen, ein-Meter-Regenwasserrohre sind erst auf halber Strecke fertig. Da natürlich trotzdem für eine Ableitung gesorgt sein muss, hatten die Bauarbeiter das neue Rohrstück mit den alten Rohren provisorisch verbunden. Schwachstelle sei dabei die Verbindung zwischen Alt und Neu. Denn dort kann es bei sehr starkem Regen zu einem Rückstau kommen. Und genau das passierte dann auch. Das Wasser stieg an den offenen Stellen des Ableitsystems an. Mehrere Gärten und direkt am Weg liegende Gartenlauben wurden bis auf Kniehöhe überflutet.

Für die Oldesloer Freiwillige Feuerwehr war es am Sonnabend bereits der zwölfte Regeneinsatz des Tages. „Das Wasser drohte in die Häuser zu laufen“, sagte Einsatzleiter Kai-Uwe Gatermann. Es gab Vollalarm. Zum Einsatz kamen am Travewanderweg die Hochwasserschutzpumpe, eine Tragkraftspritze und eine zusätzliche Schmutzwasserpumpen der Freiwilligen Feuerwehr Seefeld. Gemeinsam wurden die schlammigen Wassermassen bis auf kleine Reste erfolgreich bekämpft.

Der Schaden ist alleine bei Familie Inhülsenbeträchtlich: elektrische Gartengeräte und der Saunaofen abgesoffen, der Brennholzvorrat gut gewässert, das Holz der Gartenhütten und des Fußboden wird vermodern und dazu noch jede Menge Dreck. Dagmar Bibo-Inhülsen: „Ich befürchte, dass einer die Schuld auf den anderen schieben wird und wir am Ende auf den Kosten sitzen bleiben.“

Für die Anlieger war das der berühmte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. „Ab sechs Uhr morgens werden wir beschallt“, ärgert sich die Oldesloerin: „Eines Nachts lief dann auch noch eine Pumpe mit Dieselabgasen. Diese ganze Angelegenheit ist unerfreulich.“ Besonders ärgerlich sei, dass die Betroffenen nicht vorab informiert wurden.

„Wir hoffen, das die Bauarbeiten für die Regenwasserableitung innerhalb der nächsten zwei Wochen beendet werden können“, so Jürgen Fahl, Leiter der Alt-Stadtwerke vor Ort. Noch am Sonnabend wurde das Provisorium so hergerichtet, dass es nicht zu weiteren Überschwemmungen kommen soll.

Stormarner Tageblatt vom 16. Juni 2007:

Stormarner Wochenschau

Reif für den Oscar und reif für die Distel?

Spieltrieb in Stormarn

Volker Stolten, Andreas Olbertz

And the Oscar goes to . . . : Stormarn! Na klar. Verdient hätte der Kreis die begehrte und vergoldete Filmstatue schon längst. Denn kaum eine andere Region macht Stormarn in der „Kategorie Kulisse“ etwas vor. Was auf diesem schönen und beschaulichen Fleckchen Erde schon alles gedreht wurde, geht – norddeutsch gesprochen – auf keine Kuhhaut mehr und sucht weltweit seinesgleichen. Im Cornwall des Nordens (Rosamunde Pilcher würde vor Neid erblassen) entstanden Jahrhundert-Werke wie der Thriller „Karniggels“ (frisch von der Weide an der A1), Detlef Bucks „Erst die Arbeit und dann?“ (der Denver-Clan aus Nienwohld) oder blaublütig angehauchte Streifen wie „Der Fürst und das Mädchen“ oder „Die Albertis“. Selbst Edgar Wallace wählte für seinen schaurig-schönen Krimiklassiker „Der Hund von Baskerville“ das Ambiente und Nebel-Panorama des Ahrensburger Schlosses. Und derzeit werden in Grönwohld und Granderheide – mit Jan Fedder und Peter Heinrich Brix, mit Köm, Trecker und Mofa, Gänsen und Hühnern – weitere hoch-erfreuliche Folgen von „Neues aus Büttenwarder“ gedreht – Adsche verpflichtet! Demnächst werden Katja Riemann und Armin Rohde erwartet. Mal ehrlich: Was ist dagegen schon „Chicken Run“. Stormarn hat‘s halt und wird mit Sicherheit auch in Zukunft seinem Namen als Nabel der Filmstreifen, Stars und Sternchen alle Ehre machen – uuuuund Action!

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Da soll noch einer Durchblicken. Als es um ein neues Baugebiet am Wolkenweher Weg ging, hat Architekt Siegfried Wobig die Vermutung, er könne befangen sein, entschieden von sich gewiesen, schließlich habe er sein Büro schon seit 2005 nicht mehr. Wenn’s denn so ist (und es wird so sein), okay. Das war im Mai. Diese Woche tagte der Planungsausschuss. Es ging um die Mensa an der Schule West. Die Schule hatte damals Architekt Wobig entworfen, die Mensa-Planung jetzt macht sein Junior – also musste der Politsenior raus. Aber nur kurz. „Rein zufällig“, wie Vorsitzender Rainer Fehrmann erklärte, habe sein Parteifreund die Pläne dabei und könne deshalb „als Sachkundiger geladen werden“. Um die Diskussion voranzubringen, sicher eine sinnvolle Entscheidung. Maria Herrmann von der SPD guckte ganz verdattert in das Protokoll vom Vormonat: „Er hat doch gesagt, er habe sein Büro 2005 abgegeben und jetzt hat er die Pläne dabei?“ Das darf dann schon ein klein wenig verwundern.

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Protokoll die Zweite: In der bereits erwähnten Mai-Sitzung des WPA erteilt Maria Herrmann der Verwaltung den Auftrag, zu prüfen ob Siegfried Wobig befangen ist. Im Protokoll steht dazu jetzt der Hinweis: „Herr Wobig erklärt, nicht befangen zu sein.“ Punkt und Ende. Nun klafft zwischen „Verwaltung soll prüfen“ und „Herr Wobig erklärt“ eine, nennen wir es mal, „qualitative Lücke“. Bürgermeister Tassilo von Bary jedenfalls wurde hörbar grantig: „Ja soll ich denn ein Detektivbüro darauf ansetzen und prüfen lassen, ob Herr Wobig mit irgendwelchen Leuten verbandelt ist?“ Maria Herrmann fand diese Antwort „ein bisschen inkompetent.“ Hier ein Vorschlag: Ein Detektiv ist gewiss die falsche Reaktion, aber eine Nachfrage bei der Kommunalaufsicht wäre hilfreich gewesen.

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Die Oldesloer Fußgängerzone soll viel attraktiver werden. Da zeigt der Daumen doch spontan nach oben, das ist dringend nötig, den Bedarf kann niemand leugnen. Und wie erreicht man dieses Ziel? Die CDU meint, indem Spielgeräte aufgestellt werden. Ganz großes Kino, wirklich! Mit Sack und Pack durch die Mühlenstraße und dann stehen bleiben, damit die lieben Kleinen etwas wippen können. Na, wenigstens muss man in die Dinger kein Geld rein werfen. „Können wir jetzt weiter gehen? Das Fleisch wird warm, das Eis schmilzt“, hört man schon die Eltern rufen. Zehn Meter bis zur nächsten Wippe. Wirklich entspannend ist das nicht. Vati geht in Ruhe ein Sakko anprobieren, Mutti macht die Schuhabteilung unsicher und die Steppkes schaukeln draußen. Geht gar nicht! Die Geräte sind nämlich für Kleinkinder – wer wollte die alleine vor dem Laden schaukeln lassen? Unser Karikaturist Götz Wiedenroth zeigt auch gleich warum.

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„Was ist denn nun los?“, wird sich der politische Beobachter in dieser Woche gefragt haben. In den Ausschüssen fast kein Zank und Streit, stattdessen einstimmig Beschlüsse. Im Finanzausschuss wurde so manches mal sogar herzlich gelacht. Politik in Oldesloe wird doch wohl nicht sachlich, langweilig? Uwe Wilken, Ex-designierter Fraktionsvorsitzender der CDU lakonisch: „Ein Ausschuss mit vernünftiger Zusammensetzung, dann geht alles.“ Der Mann weiß, wovon er spricht.

Stormarner Tageblatt vom 15. Juni 2007:

Redder-Änderungen abgeschmettert

Einstimmige Beschlüsse gegen Gestaltungsspielraum

Bad Oldesloe / ol

– Das war den Mitgliedern des Wirtschafts- und Planungsausschuss dann doch zu viel. In den Stellungnahmen zum Bebauungsplan für den Steinfelder Redder waren einige Schreiben bei der Verwaltung eingegangen: Geänderte Dachneigung hier, glänzenden Dachpfannen dort, geänderte Mauerhöhen wieder woanders. An einer Stelle heißt es von der Sparkassen Erschließungsgesellschaft: „Die Lockerung der Festsetzungen wirkt sich durchaus verkaufsfördernd aus. Sollten die individuellen Bauwünsche der Bauherren im Gebiet Steinfelder Redder nicht durchsetzbar sein, haben einige Bauherren bereits einen Vertragsrücktritt angedroht.“ Damit war für Anita Klahn von der FDP das Maß voll: „Über den Satz habe ich mich wirklich geärgert.“ Hermann Roden von der SPD legte nach: „Ich hatte bislang immer den Eindruck, das Gelände verkaufe sich dermaßen gut. Und jetzt drohen die Käufer mit Rücktritt. Das kann ich nicht ganz glauben.“ Zustimmendes Nicken von der CDU-Seite. Siegfried Wobig betonte, man wolle dem Gebiet ein Gesicht gebe. Dafür seien stadtplanerische Festsetzungen erforderlich, um das Landschaftsbild möglichst wenig zu beeinträchtigen. Und die haben die Ausschussmitglieder durchgesetzt. Einstimmig wurden die Änderungswünsche abgewiesen. Lediglich in zwei Punkt gab es Ausnahmen: Ein Müllsammelplatz wird verschoben und im Baufenster WA 10 gleich am Eingang zum Steinfelder Redder auf der rechten Seite werden Pultdächer mit stärkerer Neigung zugelassen.

Die Wünsche der Investoren, am Redder einen größeren Supermarkt zu errichten wurden ebenfalls einstimmig abgeschmettert. Siegfried Wobig: „Da habe ich erhebliche Bedenken. Wenn wir da Geschäfte zulassen, mit Sortimenten, die es auch in der Innenstadt gibt, tun wir der Innenstadt keinen Gefallen.“ Punkt aus, da hatten auch die anderen Fraktionen nichts mehr zu ergänzen. Es bleibt bei einem einfachen Nahversorger.

Stormarner Tageblatt vom 14. Juni 2007:

Redder: Viel Wirbel um Wirbel im Wasser

Bad Oldesloe/ol

 - Bagger sind am Trave-Ufer schon fleißig dabei, Gräben auszuheben und Rohre zu verlegen – das wird die Regeneinleitung für den Steinfelder Redder, das mag man im ersten Augenblick denken, so erzählen es auch die Bauarbeiter vor Ort. Dabei gibt es noch keine Einleitungsgenehmigung. Und darüber wird politisch wie fachlich derzeit hart gerungen.

Bürgermeister Tassilo von Bary ist über anders lautende Meldungen und Nachfragen verärgert. „Das ist alles rechtens. Wir haben am 24. Mai eine Zusage zum vorzeitigen Baubeginn erhalten“, betont er im Wirtschafts- und Planungsausschuss. Das wiederum verwundert Ulrike Ilgner sehr. Die Anwohnerin der Lübecker Straße in der Bürgerfragestunde: „Ich finde es komisch, dass jetzt schon Tatsachen geschaffen werden, für die es noch keine Genehmigung gibt.“ Sie befürchtet, dass eine eventuelle Genehmigung mit Auflagen verbunden sein wird. Da könnte es ja unter Umständen notwendig werden, Teile dessen, was jetzt verbaut wird, wieder herausreißen, Filter nachzurüsten oder Rohrdurchmesser vergrößern zu müssen. Außerdem möchte sie berücksichtigt wissen, dass die eventuellen Einleitungen sich nicht negativ auf die Sohlgleite auswirken. Fließt nämlich seitlich Wasser in die Trave, mindert das die Fließgeschwindigkeit, was dazu führt, dass sich Sand und andere Schwebstoffe absenken könnten.

„Nachbesserungen werden eher marginal sein. Das können nur Formalien sein“, versichert Ulrich Langenberg vom Bauamt. Dass es eine Einleitungsgenehmigung geben wird, daran besteht für ihn kein Zweifel. Langenberg: „Wir haben keine Hinweise bekommen, dass eine Einleitung nicht zulässig ist.“ Da das Staatliche Umweltamt im Beteiligungsverfahren für den Steinfelder Redder keine Bedenken geäußert habe, dürfe es die Genehmigung nicht verweigern. Das ganze Verfahren sei reines Verwaltungshandeln und brauche die Politik nicht zu interessieren. Ob das wirklich so selbstverständlich ist, darf angezweifelt werden. Zumindest ein am Verfahren beteiligter Fachmann, der hier ungenannt bleiben möchte, hat Einwände geäußert, „die in der Konsequenz zur Ablehnung des Antrags führen müssten“. So schreibe die Gesetzeslage beispielsweise den Nachweis vor, dass es in Folge der Einleitung nicht zu Erosion kommt. Gemäß der Abschätzungen eines Merkblatts des Landesamts für Natur und Umwelt sei sehr wohl zu vermuten, dass Erosion auftritt. Also sei der Antrag abzulehnen.

Um die Erosion an der Stelle zu mindern, seien Baumaßnahmen über eine Gewässerlänge von 25 Metern erforderlich. Die könnten aber nur nach einem Planfeststellungsverfahren genehmigt werden.

An anderer Stelle kritisiert der Experte, dass nur die „geringsten ökologischen Anforderungen zugrunde gelegt“ werden. Das werde der hohen ökologischen Bedeutung der Trave als so genanntes FFH-Gebiet nicht gerecht und entspreche auch nicht mehr dem Stand der Technik. Nach seinen Berechnungen werde die Einleitungsmenge erheblich sein. Höhere Überschwemmungen bei Hochwassersituationen würden die Folge sein, niedrig gelegene Bebauung im Ortsteil Sehmsdorf sei dadurch gefährdet.

Von Ines Wittmüß, Dezernentin im Staatlichen Umweltamt, war gestern zu erfahren, dass die Zusage zum vorzeitigen Baubeginn nichts mit dem Steinfelder Redder zu tun habe. Es gibt in dem Bereich bereits eine Einleitstelle für die vorhandene Bebauung. Weil sie aber mitten in die neue Sohlgleite münden würde, muss sie verlegt werden – nur darauf beziehe sich die Zusage. Theoretisch könne auch der Redder dort angeschlossen werden, aber dafür gebe es bislang eben keine Genehmigung.

Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 9. Juni 2007:

Stormarner Wochenschau

„Nouvelle Cuisine“ in der Schulpolitik

Immer wieder Kampf-Entscheidungen

Rolf Blase und Andreas Olbertz

„Welche Schulform hätten’s denn gerne? Ah, Gemeinschaftsschule!? Wir hätten auch noch eine schöne Regionalschule im Angebot. Nein, kein Interesse? Schade.“ Die Regionalschule entwickelt sich zum echten Ladenhüter. Keiner will sie, außer einigen CDU-Politikern. Wobei fraglich ist, ob die überhaupt schulpflichtige Kinder haben und wenn ja, ob sie die da jemals hinschicken würden. Egal. Fakt ist, der Gesetzgeber lässt beide Schulformen zu. In Ahrensburg hat man den Trend der Zeit erkannt. Auch die CDU wird nicht gegen Eltern- und Schulwillen auf die ungeliebte Penne beharren. In Großhansdorf hatten die Christdemokraten mit ihrer Weisung das ganz große Fass geöffnet. Das hielt zwar der Prüfung durch die Kommunalaufsicht nicht stand, die stellte aber klar, dass die Schulverbände allein überhaupt keine Entscheidung über die Schulform treffen dürfen, sondern dafür ganz neue Verträge nötig sind.

Und in Bad Oldesloe? Tja, da windet sich die Mehrheitsfraktion dieser Tage. Sieht zusätzlichen Beratungsbedarf, wo die Sache für alle anderen längst schon klar ist. Beide Schulformen sind zulässig, beide werden gleich teuer – ja glauben Hobby-Politiker in der Stadtvertretung ernsthaft, dass sie die pädagogischen Vor- und Nachteile objektiv abwägen können? Das darf getrost bezweifelt werden. Hier geht es um einen Stellvertreterkrieg, den die Landesparteien auf die lokale Ebene durchgereicht haben. Belasten wir die große Koalition damit nicht, sollen die sich an der Basis die Köppe einschlagen. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Viele Eltern werden vermutlich ebenso wenig mit den Spitzfindigkeiten des zukünftigen Schulwesens vertraut sein, aber die müssen später mit den Konsequenzen klar kommen. Also sollte man sie auch entscheiden lassen.

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Es geht also doch. Sozialausschuss und Verwaltungsausschuss des Schulverbands haben gemeinsam im Bürgerhaus getagt. Im Hintergrund saßen etliche interessierte Bürger. Die haben da nicht nur still gesessen, sondern sich auch zu Wort gemeldet. Und siehe da: Es geht. Man kann dort durchaus vernünftig tagen. Mit einer Mi-krofonanlage wäre es vielleicht noch besser gewesen, aber das war schon mal ein vielversprechender Anfang. Mal sehen, wie die nächste Stadtverordnetensitzung wird, die ja dort stattfinden soll. Dass anschließend in kleinen Gruppen noch angeregt diskutiert wurde,lag aber wohl weniger am Sitzungsort als am Thema und dem Verlauf der Sitzung.

 

Stormarner Tageblatt vom 8. Juni 2007:

Keine Linie in CDU-Fraktion – Schuldebatte gesprengt

Es hätte die entscheidende Weichenstellung für den Schulstandort werden sollen. Aber die CDU sah sich nicht in der Lage, eine Entscheidung zu fällen.

Bad Oldesloe/ol

– Zum ersten Mal tagten der Verwaltungsausschuss des Schulverbands und der Oldesloer Sozialausschuss gemeinsam. Zwei Stunden rege Diskussion über die Umsetzung des neuen Schulgesetzes; als dann Nägel mit Köpfen gemacht werden sollten, ließ die Oldesloer CDU die Sitzung platzen: Bei uns gibt’s keine einheitliche Meinung, wir sind die Mehrheitsfraktion deshalb können wir hier und heute auch nicht abstimmen, ließ Ausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes die verdutzten Sitzungsteilnehmer wissen. Aus und vorbei. Nach der Schwimmbadfrage hat die CDU jetzt auch beim Thema zukünftiger Schulstandort Bad Oldesloe eine Entscheidung verhindert, ja nicht mal eine Richtungsbestimmung zugelassen.

Kernfrage des Abends war: Wie kann der Elternwille am besten umgesetzt werden? In einer Umfrage hatten sich die Eltern mit überwältigender Mehrheit für die Gemeinschaftsschule ausgesprochen. Die Landbürgermeister kennen die Situation bereits. Seit Jahren haben ihre Kinder keine Chance, einen Platz an der IGS zu bekommen. Von den Dorf-Bürgermeistern gibt es deshalb eine klare Positionierung: Die Schule am Masurenweg soll Gemeinschaftsschule werden! „Wir wollen den Elternwillen umgesetzt sehen“, betonte Amtsvorsteher Peter Lengfeld: „Wer Gemeinschaftsschule will, soll sie bekommen.“ Damit wären die Dörfer auf der sicheren Seite, denn wenn nur die Realschule zur Gemeinschaftsschule würde, liefen sie wieder Gefahr, ausgegrenzt zu werden. Wie IGS-Rektor Klaus Mangold erklärte, gäbe es theoretisch die Möglichkeit, eine Quotenregelung zu beschließen. Davon riet er aber ab: „Dann hat man überall Ärger.“

Wenn zusätzlich die TSS zur Gemeinschaftsschule würde, könnte die KGS in eine zweizügige Regionalschule umgewandelt werden. Mehr Bedarf besteht laut Umfrage nicht. Alle wären glücklich. Wirklich alle? Birgit Reichardt-Mewes: „Den Regionalschulbegeisterten geben wir nur ein winziges Loch am Rande der Stadt.“ Für „Hauptschulbegeisterte“ ist das Loch offensichtlich gut genug.

Die CDU will eine große Regionalschule. Wieder kamen mahnende Worte von Mangold, der als Berater des Kultusministeriums durchs Land reist: „Wenn sie fünf Regionalschulzüge aufmachen, ist die Zahl der Unzufriedenen größer, weil Gemeinschaftsschulplätze fehlen werden.“ Das sah auch die Grüne Heike Uhlenbrok so: „Ich weiß nicht, wie sie eine große Regionalschule voll kriegen vollen.“ Alle Schulleiter machten deutlich, dass die Zeit eine entscheidende Rolle spielt. Sie wollen lieber heute als morgen Klarheit. Herauszögern bringe nur Nachteile für Schüler und Lehrer. Realschulrektor Hartmut Kühn machte deutlich: „Wir werden auch in acht Monaten keine neuen Facts haben“, und wischte damit Bedenken von Dr. Wolfgang Böge vom Tisch, der die Umsetzung des Gesetzes „bedenklich“ findet, weil „noch kein klares Bild zu erkennen ist“.

Problematisch wird in diesem Zusammenhang die Situation im Schulverband. Eine endgültige Prüfung steht noch aus, aber es zeichnet sich ab, dass das Gremium nicht über die Umwandlung der Masurenwegschule zur Gemeinschaftsschule entscheiden darf. Jede einzelne Gemeindevertretung muss darüber abstimmen. Das kann rein formal viel Zeit kosten, die Sache ist aber entschieden: Alle Bürgermeister waren anwesend und stehen dazu. Hinweise von Heike Uhlenbrok, man möge sich bitte beeilen, wurden als unpassend zurückgewiesen. Joachim Wendt aus Grabau: „Die Stadtverordneten haben wohl vergessen, dass sie auch entscheiden müssen.“ Als Minimalkonsens blieb am Ende nur der Auftrag an die Verwaltung, beim Kreis prüfen zu lassen, welche Varianten genehmigungsfähig wären. Eine Entscheidung vor dem Sommer wird damit unwahrscheinlich.

Andreas Olbertz

 

Stormarner Tageblatt vom 8. Juni 2007:

Bernd Saxe bat zur Lesung – und kaum einer ging hin

Nur zwei Dutzend Zuhörer in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule / Lübecks Bürgermeister ließ sich nicht beirren

Bad Oldesloe / srp

– Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich ein Lübecker Bürgermeister nach Bad Oldesloe begibt, um aus den „Buddenbrooks“ zu lesen. Noch verwunderlicher ist es allerdings, wenn sich zu diesem besonderen kulturellen Ereignis kaum ein Oldesloer blicken lässt. So geschehen am vergangenen Mittwoch, als das Oldesloer Kulturforum der SPD zu seiner nunmehr fünften Lesung einlud, sogar kostenlos.

Nur etwa zwei Dutzend Zuhörer kamen, um Bernd Saxe zu hören. Der Hansestädter ließ sich davon allerdings nicht im mindesten beirren und las ein Kapitel aus Thomas Manns Meisterwerk in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule vor. Die Zuhörer waren beeindruckt und spendeten viel Beifall. Dennoch machte Initiator Christian Schlichte vom Kulturforum der Sozialdemokraten keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die geringe Resonanz auf die hochkarätigen Gäste aus Lübeck. Denn zusammen mit Bernd Saxe war auch der Buchautor und Künstler Heinz-Joachim Draeger in die Kreisstadt gekommen, um sein Buch „Torstraße“ in einem Lichtbildervortrag zu erläutern.

Unter dem Motto „Häuser erzählen Geschichte“ berichtete Draeger über eine Straße und deren Bewohner im Wandel der Zeit. Die Bilderreise begann im Jahr 1176 mit kleinen Holzhütten, zeigte die ersten Steinhäuser und wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte veränderten. Beide Vorträge waren sehr interessant, doch vielleicht waren das schöne Wetter und „König Fußball“ im Fernsehen zu starke Konkurrenten für ein Kultur-Event in einer Schule. „Der Lübecker Bürgermeister liest sehr gut“, urteilte Dr. Sylvina Zander nach der Lesung. Eventuell sei die Veranstaltung nicht bekannt genug gewesen, so die Stadtarchivarin.

Vielleicht ist ja dem ersten Schülerwettbewerb, den die SPD jetzt in der Kreisstadt durchführen will, mehr Erfolg beschieden, als der Lesung. Alle Oberstufenschüler der Theodor-Mommsen-Schule und der Integrierten Gesamtschule sind ab dem kommenden Schuljahr aufgerufen, künstlerische und gestalterische Beiträge zum Thema „Oldesloe - wi(e)der die Monotonie“ einzureichen. Das ungewöhnliche Thema, das vor allem Jugendliche ansprechen soll, wurde von den beiden Kunstlehrern Caesar Bauer und Bernd Mehrwald verfasst. „Alle Techniken sind erlaubt, von Videos über Gemälde und Kollagen bis zu Marketingkonzepten“, betont Christian Schlichte. Wichtig sei, dass sich die Schüler kritisch mit ihrer Heimatstadt auseinander setzten. „Wir werden das Projekt thematisch offen halten und im Rahmen des Kunstunterrichts angehen“, so Caesar Bauer von der TMS.

Die eingereichten Arbeiten werden von einer fachkundigen Jury bewertet. Die Gewinner werden dann auf dem Neujahrsempfang der SPD am 13. Januar im Bürgerhaus bekanntgegeben. Die prämierten Arbeiten sollen auch öffentlich ausgestellt werden. Als Hauptpreise winken eine dreitägige Fahrt nach Berlin auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Franz Thönnes sowie ein Kunstwochenende in der Trittauer Wassermühle. Außerdem gibt es Gutscheine für Bücher zu gewinnen.

Die nächste Lesung des Oldesloer Kulturforums der Sozialdemokratie wird am 1. November von Heide Simonis bestritten, die über ihre Arbeit bei Unicef berichten möchte. Susanne rohde

Stormarner Tageblatt vom 7. Juni 2007:

Redder: Noch ein weiteres Gutachten

Regeneinlauf wird ohne Genehmigung gebaut

Bad Oldesloe/ol

– Steinfelder Redder und kein Ende: Am Montag, 11. Juni, tagt der Wirtschafts- und Planungsausschuss im Sitzungszimmer des Stadthauses. Auf der Tagesordnung steht mal wieder der Steinfelder Redder.

Der Verkauf der Grundstücke ist angelaufen. Einige Käufer merken aber erst hinterher, dass ihr Wunschhaus dort nicht realisierbar ist. Das trifft hauptsächlich auf Standardbauten von Bauträgern zu. Neigung oder Dachform sind nicht zulässig, bestimmte Ziegel dürfen nicht verwendet werden – entsprechende Bauanträge würden abgelehnt. Deshalb treten die Bauherren mit Änderungswünschen an die Stadt heran.

Angela Hausser, Leiterin der Planungs- und Umweltabteilung, kennt das schon. Viel Aussicht auf Erfolg gibt sie den Anträgen aber nicht. „Es gibt entsprechende Festsetzungen im Textteil des Bebauungsplans. Damit soll ein möglichst einheitliches Bild erzielt werden. Ein höherer First oder eine stärkere Neigung würden optisch schon stark rausfallen.“ Das sei städtebaulich nicht gewünscht.

Wenn die Mitglieder des Planungsausschusses nun aber überraschend die große Baufreiheit beschließen sollten, brächte das erhebliche Probleme mit sich. Auch wenn ein B-Plan noch nicht rechtskräftig ist, können bereits Baugenehmigungen erteilt werden, vorausgesetzt der Plan wird nicht mehr geändert. Das nennt man „Stand nach Paragraf 33“. Der ist erreicht. Änderungen der zulässigen Dachneigung wären aber eine erhebliche Änderung. Paragraf 33 würde nicht mehr gelten, es müsste erneut ins Verfahren eingestiegen werden. Verzögerungen von mindestens zwei Monaten wären die Folge. So lange dürften keine Baugenehmigungen mehr erteilt werden. Viel gravierendere Konsequenzen könnten folgen: Laut Kaufvertrag steht der Sparkassen Erschließungsgesellschaft ein Rücktrittsrecht zu, wenn nicht innerhalb von sechs Monaten Stand nach Paragraf 33 erreicht ist. Der Vertrag wurde im Januar unterschrieben. Würden die Planungen zwei Monate zurück geworfen, wäre diese Frist überschritten.

Noch ein weiterer Punkt soll diskutiert werden. Die für einen Nahversorger vorgesehene Fläche ist verkauft. Ein Aldi, Lidl oder Ähnliches wird dort hinkommen. Der Investor möchte aber mehr: am liebsten noch einen Drogeriemarkt. Das wäre aber nicht zulässig, weil die Innenstadt ausbluten könnte. Planerin Hausser: „Die Investoren kommen mit ihren Erfahrungen aus anderen Orten und behaupten dann, das gelte auch für Oldesloe.“ Sie hat da so ihre Zweifel. Deswegen soll ein Gutachten die Position der Stadt untermauern.

Unterdessen wird an der Trave bereits die Regeneinleitung gebaut. Eine Genehmigung gibt es dafür noch nicht. Dezernentin Ines Wittmüß vom Staatlichen Umweltamt: „Wir prüfen das noch ganz sorgfältig. Das ist kein Selbstgänger, aber ich rechne damit, das im Juni genehmigen zu können. Es ist eine Frage der Auflagen.“

MARKT vom 26. Mai 2007:

Fotos: K. Zygmunt. SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach, Hauptausschuss-Mitglied Maria Herrmann und SPD-Ortsvorsitzender Christoph Asmussen wollen die Hallenbadattraktivierung.

Bloßer Erhalt bedeutet Verfall

Die SPD informierte über ihre Hallenbadpläne

Bad Oldesloe (ka). Das Ob und das Wie der Hallenbadsanierung diskutierte die SPD-Fraktion am Dienstag mit ihren Mitgliedern und Gästen in der Bad Oldesloer Schwimmhalle. Für den SPD-Ortsverband ist das Ob beschlossene Sache: "Notfalls mit veränderten Mehrheitsverhältnissen", so Christoph Asmussen, Vorsitzender des Ortsverbands der SPD. In der Hauptausschusssitzung am Montag kam es zu keiner Entscheidung, die CDU beantragte Aufschub. Hagen von Massenbachs Kommentar: "Es kam mir vor, als wenn ich zum Schwimmwettbewerb eingeladen bin und die CDU hat ihre Badesachen vergessen." Mit der CDU könne es 2008 losgehen. "Das wäre optimal", sagt von Massenbach. Andernfalls hänge die Hallenbadsanierung von den Ergebnissen der Kommunalwahl 2008 ab. Da bedeute, dass der Umbau erst 2009 beginnen könne. Ideen sammelt die SPD schon jetzt.

Die Diskussion um die Sanierung des Bad Oldesloer Hallenbades mündete am Dienstag in die eine Frage: "Wann geht es denn nun los?" Die Vielschwimmer unter den Gästen der SPD-Diskussionsveranstaltung zeigten großes Interesse und überwiegend Zustimmung zu den von Christoph Asmussen erläuterten möglichen Sanierungsmaßnahmen, ein Paket, das aus dem Wenzel-Gutachten die Aufgaben herauspickt, die sowohl zur Erhaltung der Substanz als auch zur Verbesserung der Attraktivität beitragen sollen. Einziger Anlass zur Skepsis: die Preise. Dauerkarten für Vielschwimmer müssten wieder her. Ein Diskussionsteilnehmer rechnete vor, dass sich die derzeitigen Wertkarten auf bis zu 900 Euro im Jahr summieren können für die allmorgendlichen Runden im Schwimmbecken. Plädoyers für den gesunderhaltenden Wert des Schwimmens      folgten. Schwimmmeisterin Marion Arpe hellte die Diskussion mit einem "Bonbon" wieder auf: Nach den Sommerferien ist auch der Montag wieder Badetag.

Das Bad Oldesloer Hallenbad soll zukünftig mit maximal 720.000 Euro bezuschusst werden, so die Zielvorgabe der Stadtverwaltung. Nach Ansicht der SPD kann so nur das Nötigste realisiert werden, auf lange Sicht drohe der Verfall. Nicht kleckern, sondern klotzen wollen die Sozialdemokraten. Für 68.000 Euro mehr im Jahr könnten beispielsweise ein neues Kinderbecken, ein Therapiebecken, eine erweiterte Gastronomie am Außenbereich des Schwimmbades, eine attraktive Saunalandschaft mehr Besucher anziehen. Die Duschen und Umkleiden könnten grundsaniert und an die neuen Räume angepasst werden, Decken und Wände könnten gedämmt werden. "Eine Sauna fehlt", sagt auch Birgit Papke-Seutter von der Bürgerinitiative Pro Hallenbad. Verschiedene Saunen könnten im und außerhalb des Gebäudes der alten Sauna untergebracht werden.

Die SPD sieht nicht nur Einsparungen von Energie und Unterhaltungskosten, sondern zusätzliche Einnahmen über die Sauna - "kostendeckend", so Asmussen - und über die therapeutischen Angebote, die größtenteils über die Krankenkassen finanziert würden.

 

Stormarner Tageblatt vom 26. Mai 2007:

Stormarner Wochenschau

Auf Gutachten sollte Oldesloe gut achten

Der Untergang

Andreas Olbertz, Volker Stolten

Oldesloe und das Hallenbad – eine schier unendliche Geschichte geht in die nächste Runde. Um sich den „Witz“ der aktuellen Diskussion in Gänze auf der Zunge zergehen lassen zu können, lohnt ein Blick ins Archiv. In den Monaten, als um das geplante Thermalbad ein heftiger Wahlkampf tobte, kam von den Kritikern, auf politischer Ebene war das die SPD, die Forderung, genauer zu untersuchen, was mit dem alten Standort noch so alles möglich ist. Tut gar nicht nötig, kam damals von der CDU, wir haben doch das Wenzel-Gutachten, da steht schon alles drin, wir brauchen nicht fünf-sechs weitere Gutachten. Punkt aus! Und heute? Die Thermalbad-Vision ist Geschichte. Schön wär’s gewesen, aber jetzt müssen wir nach vorne blicken. Inzwischen gibt es eine Entwicklungsplanung für das Hallenbad. Da steht beispielsweise drin, was in die Sauna investiert werden müsste und was das an Gewinn bringt. Riesenrrutsche, Thearapiebecken ... alles genau aufgeschlüsselt. Das ganze basiert auf – na? Klar, dem guten alten Wenzel-Gutachten. Diesmal ist die SPD hellauf begeistert und die CDU mäkelt an den Zahlen. Das hat was von verkehrte Welt im Moment. Wenn es dem Hallenbad dadurch mal nicht genauso ergeht wie dem Thermalbad.

[] [] []Noch ’ne verkehrte Welt: Die CDU möchte am Hallenbad nur das Nötigste tun. Dafür gebe es verschiedene Gründe: Dieses Jahr kann eh nichts mehr bewegt werden und nächstes Jahr gibt es eine neue politische Mehrheit. Den Satz kennt man bislang nur von der Opposition, die darauf hofft, 2008 wieder ans Ruder zu kommen, aber gut. Außerdem gebe es nächstes Jahr einen neuen Haushalt und man müsse abwarten, wie sich der entwickle – im Hinblick auf den Steinfelder Redder. Auch da lohnt der Blick zurück: Die CDU war es, die in der Vergangenheit immer davon gesprochen hatte, dass es dort einen Schatz zu heben gelte und sprudelnde Einnahmen versprochen hat, und die SPD mahnte dagegen, man solle erst mal abwarten. Jetzt wollen die Sozis ins Bad investieren und die Schwarzen treten auf die Bremse.

[] [] [] Wo wir grade bei Zahlen sind: Die CDU präferiert die schlichte Sanierung. Die koste „nur“ 750 000 Euro. Die SPD möchte darüber hinaus auch attraktivieren, was mit satten 3,6 Millionen zu Buche schlägt. Entscheidend ist aber, was hinten raus kommt. Bislang macht das Bad 697 000 Euro. Nach einer Sanierung wären es 737 000 Euro und wenn kräftig investiert würde 766 000 – jährlich, versteht sich. Im Klartext: Wenn wir nicht nur erhalten, sondern in die Vollen langen, kostet uns das jährlich 29 000 Euro mehr. Voraussetzung ist allerdings, dass man den Zahlen des Wenzel-Gutachtens glaubt, aber daran dürfte es eigentlich keine Zweifel geben. Denn gerade in jüngster Vergangenheit hatte die CDU der SPD klar zu machen versucht, dass Rechtsauskünfte, Gutachten und ähnliches nicht anzuzweifeln sind, schließlich sei man Politiker und nicht Hobbydetektiv. Zur Erinnerung: Beim Thermalbad wurden Zuschüsse zwischen 600 000 und 900000 Euro jährlich gehandelt. Wirklich konkret ist das ja leider nie geworden.

[] [] [] In Sachen Hallenbad gibt es tatsächlich auch Zahlen zu verkünden, die zumindest in gewissen Kreisen, wahre Jubelstürme hervorgerufen haben. 6 bis 19 – gemeint sind die Öffnungszeiten am Montag. Nach den Sommerferien soll das Frühbaden zu Wochenbeginn wieder eingeführt werden. Dr. Friedrich Stossier ist begeistert: „Dass sie uns das gestrichen haben, damit hat alles angefangen. Damals haben wir unter der Dusche beschlossen, dagegen etwas zu unternehmen.“ Ein erster kleiner Erfolg.

[] [] [] Was anderswo klappt, soll in Oldesloe nicht möglich sein? Beim Kreistag können vor jedem Tagesordnungspunkt Fragen gestellt werden. In Bargteheide sitzen die Stadtvertreter sich gegenüber und das Publikum kann sie auch noch sehen. Probleme sind weder aus dem einen oder anderen Gremium bekannt geworden. Grüne und SPD hatten deshalb den Antrag gestellt, am runden Tisch im Bürgerhaus zu tagen und die Bürgerfragestunde zu ändern. Die CDU ziert und wehrt sich mit Händen und Füßen. Warum eigentlich? Chaotische Sitzungen haben wir doch mit den bisherigen Ordnungen schon zur Genüge erlebt. Immerhin wurde ein Kompromiss vereinbart. Weil die Festhalle besetzt ist, muss im nächsten Monat notgedrungen ausgewichen werden und obendrein soll die Verwaltung prüfen, ob nicht auch in der Festhalle eine andere Sitzordnung machbar ist. Versuch macht kluch, könnte man frohen Mutes sagen. Erfolg oder Misserfolg dieser Testläufe hängen im großen Maße davon ab, wie die Vorbereitung ausfällt. Will man beweisen, dass es nicht klappt, oder es ernsthaft testen? Wie auch immer, unser Zeichner Götz Wiedenroth hat versucht, ein zukunftsweisendes Konzept zu entwickeln. Mal sehen, wie es ankommt.

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Lübecker Nachrichten vom 26. Mai 2007:

Hallenbad in Oldesloe: Der Ton wird schärfer

Bad Oldesloe - Vehement setzt sich die Oldesloer CDU gegen den Vorwurf zur Wehr, man sei nicht vorbereitet in die jüngste Sitzung des Hauptausschusses gegangen. Dort stand das Thema Sanierung des Hallenbades auf der Tagesordnung. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen wurde auf die Juni-Sitzung vertagt.

Rainer Fehrmann, Vorsitzender der CDU Bad Oldesloe, erklärte, dass vor dem letzten Dienstag kein Termin gefunden werden konnte, zu dem alle Beteiligten, also CDU-Fraktions- oder Ausschussmitglieder sowie die Mitarbeiter der Hallenbad-Projektgruppe, die einen Konzeptvorschlag erarbeitet hatten, anwesend sein konnten. "Darüber hinaus gab es keine festen Termine über weitere Beschlussfassungen zum Hallenbadprojekt". Immerhin habe sich die CDU "unter den Gesichtspunkten der Machbarkeit, und dazu gehört auch die Finanzierbarkeit, die vorhandenen Unterlagen durchgearbeitet". Demgegenüber setze sich die SPD "mit Wunsch-Szenarien auseinander". Die Stellungnahme und das Verhalten von SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach zeigten nur, dass der Wahlkampf eingeleitet sei.

Maria Herrmann, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende zeigte sich irritiert über die Aussagen der CDU: "Ich konnte keinerlei Aggressivität oder Hektik feststellen." Und sie habe im Gegensatz zu den CDU-Wortführern Horst Möller und Rainer Fehrmann - wenn auch nur als Zuhörerin - an der Sitzung teilgenommen. unk

 

Lübecker Nachrichten vom 25. Mai 2007:

CDU: Sanierung des Hallenbades hat Vorrang

Verwirrung um das Vorgehen in Sachen Bad Oldesloer Hallenbad. Nachdem sich die CDU in der jüngsten Ausschusssitzung als unvorbereitet und noch nicht diskussionsbereit zeigte, fordert sie nun mehr Ruhe und Überlegtheit.

Bad Oldesloe - Partei- interne Probleme (es ging um die Ablösung von Matthias Rohde als Vorsitzender und die Suche nach einem Nachfolger als Fraktionschef) - verhinderten, dass sich die Bad Oldesloer CDU pünktlich zur letzten Hauptausschusssitzung vorbereiten konnte. Auf der Tagesordnung stand das Vorgehen zur Sanierung des Hallenbades, für das sich die Bürger der Kreisstadt im vergangenen Oktober mehrheitlich entschieden hatten. In der Ausschusssitzung am 19. Februar 2007 hatte eine Projektgruppe bestehend aus dem Oldesloer Bürgermeister Tassilo von Bary, dem Leiter der Stadtwerke Bad Oldesloe, Jürgen Fahl, und Mitarbeitern der Vereinigten Stadtwerke Bad Oldesloe, Ratzeburg, Mölln sowie der Mittelzentrumsholding ein vorläufiges Konzept für das Hallenbad vorgestellt. Dieses Entwicklungspapier sah einen kurzfristigen Umbau des mehr als 30 Jahre alten Gebäudes vor, der 3,5 Millionen Euro kosten soll.

Bei der CDU ist es unstrittig, dass das Bad saniert werden muss. Allerdings fanden die möglichen Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität nur wenig Zustimmung in der parteiinternen Sitzung am Dienstagabend. Insbesondere die Fragen zur Sauna und zum Therapiebecken konnten von Björn Pasternak, dem Vertreter der Mittelzentrumsholding, die die Hallenbäder in Wahlstedt und Bad Segeberg betreibt, und Stadtwerkeleiter Jürgen Fahl "nicht zufriedenstellend beantwortet" werden, so CDU-Fraktionschef Horst Möller. Schließlich müssten allein weit über 500 regelmäßige Besucher für eine Auslastung der Sauna sorgen. Auch seien die sechs Wochen Bauzeit, wie sie "vielfach in der Stadt zu hören" seien, nicht realistisch. So hätten Fahl und Pasternak eher eine Zeit von sechs Monaten eingeräumt. Aus Sicht der CDU habe sich die SPD selbst unter Handlungsdruck gesetzt: "Anders können wir uns die eingebrachte Aggressivität und Hektik im Hauptausschuss nicht erklären", sagte Rainer Fehrmann, Sprecher der CDU. Nun müsse man Ruhe walten lassen. Die Sanierung habe Vorrang vor überstürzten Maßnahmen zur Attraktivierung.

Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD, konterte: "Was ist daran aggressiv, wenn man erstaunt feststellen muss, dass die CDU entgegen der allgemeinen Absprache und Erwartung überhaupt nicht vorbereitet ist?" Die SPD beginne doch selbst erst mit den Planungen. "Wir wollen aber jetzt beginnen. Wenn die CDU Probleme hat, dann soll sie doch sagen, was sie stört." In der jetzt geäußerten Kritik könne er nichts Konkretes und keine Perspektiven erkennen.

Von Joachim Strunk, LN

 

Stormarner Tageblatt vom 25. Mai 2007:

CDU gegen Attraktivierung des Hallenbads

Eine Attraktivierung des Hallenbads kommt für die CDU nicht in Frage. Sie meldet große Zweifel an den erwarteten Besucherzahlen an und will deshalb nur in die Gebäudeerhaltung investieren.

Bad Oldesloe / ol

– Das war’s dann wohl mit den Träumen vom schönen, fast neuen Hallenbad mit Saunalandschaft. Die CDU-Fraktion hat sich von Björn Pasternak und Jürgen Fahl über das Konzept der Arbeitsgruppe informieren lassen und meldet jetzt erhebliche Zweifel an.

Großrutschen, Saunen, neue Umkleiden, Fassaden- und Dachsanierung, Therapiebecken oder größerer Kinderbereich – all das war von der Arbeitsgruppe auf Basis des Wenzelgutachtens beleuchtet worden. Die Arbeitsgruppe hatte daraufhin Empfehlungen ausgesprochen, was dringlich, sinnvoll oder unwirtschaftlich ist und auch dargestellt, wie sich das Defizit des Hallenbads entwickeln wird.

Das Hallenbad muss erhalten werden – daran gibt es für die CDU nichts zu rütteln, schließlich habe das der Bürgerentscheid ergeben, aber auch nicht mehr. Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität finden deshalb nur wenig Zustimmung. Sprecher Rainer Fehrmann: „Insbesondere Fragen zur Sauna und zum Therapiebecken konnten nicht zufriedenstellend beantwortet werden.“

Anhand der vorgelegten Zahlen geht die CDU davon aus, dass es in Oldesloe 500 regelmäßige Saunagänger geben müsste. „Das halte ich für zu hoch gegriffen“, sagt Fehrmann und verweist auf die Ahrensburger Sauna. Dort sei ebenfalls Gewinn prognostiziert worden, jetzt fielen aber jährliche Verluste von 100 000 Euro an.

Unstrittig ist für die Christdemokraten, dass die dringenden Erhaltungsmaßnahmen gemacht werden müssen. „Das ist substanzerhaltend“, argumentiert Rainer Fehrmann: „Wir müssen nur ein Hallenbad bereitstellen, das sich baulich und technisch in einem ordentlichen Zustand befindet.“

Das umfasst die Dach- und Fassadensanierung, eine neue Lüftungsanlage, Brandschutz und Sicher-heitsbeleuchtung sowie Abdichtung von Leckagen im Becken. 750 000 Euro soll das Kosten. Schon damit werde die beschlossene Defizit-Deckelung überschritten. Eine Umsetzung noch in diesem Jahr sei allerdings unrealistisch: Die Planung wird sechs Monate dauern und die reine Bauzeit noch mal so viel Zeit in Anspruch nehmen – dafür muss das Bad geschlossen werden.

Regelrecht verärgert ist die CDU, dass die Vereinigten Stadtwerke nach einem halben Jahr immer noch nicht mit dem Interessenbekundungsverfahren begonnen haben. Damit soll ein neuer Betreiber für das Bad gefunden werden. Wenn das gelingen sollte, so die CDU, müsste es „ihm überlassen werden, wie er das Hallenbad und mit welchem finanziellen Aufwand attraktiv gestalten will.“ Das Verfahren kann allerdings ebenfalls bis zu einem Jahr dauern.

Andreas Olbertz

 

Stormarner Tageblatt vom 24. Mai 2007:

Schwimmbadplan – Zustimmung und Kritik

SPD informiert über Möglichkeiten zur Attraktivierung des Hallenbads

Bad Oldesloe / ol

– Wie soll es mit dem Hallenbad weiter gehen? Der SPD Ortsvereins-Vorsitzende Christoph Asmussen stellte bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung ein Konzept zur Attraktivierung des Bades vor.

Ein Experten-Gremium hat Möglichkeiten untersucht und eine Prioritätenliste erstellt. Rutsche und Außenbecken wurden als unrentabel verworfen. Vorgesehen sind Dach- und Fassadensanierung, Saunalandschaft, Therapiebecken, größerer Kinderbereich, bessere Gastronomie sowie neue Umkleiden und Sanitäranlagen. Im Paket würde das 3,6 Millionen Euro kosten. Rechnet man zu erwartende Energie-Einsparungen und Mehreinnahmen beim Eintritt dagegen, steigt das jährliche Defizit im Schnitt „nur“ um 68 000 Euro auf 765 000 Euro. „Dafür kriegen wir ein attraktives Bad und eine erneuerte Sauna“, resümierte Asmussen: „Die Alternative ist, wir machen nur die Dachdämmung und müssen in ein paar Jahren schließen.“

Es gab weitgehend Zustimmung zu den Vorschlägen, aber auch kritische Anmerkungen. Ein Zuhörer zweifelte an, ob eine neuer Gastrobereich notwendig ist: „Zur Attraktivität eines Bistros gehören auch die Öffnungszeiten und die Speisekarte.“ Gehbehinderte, so wurde bemängelt, hätten es auch nach dem Umbau schwer, ins Bad zu kommen. Jugendliche und junge Erwachsene würden von den Vorschlägen gar nicht profitieren.

Dem stimmte Birgit Papke-Seutter, Sprecherin der Hallenbad-Inititative, zu. Sie bezweifelt allerdings, ob Jugendliche überhaupt erreicht werden können und betonte: „Uns interessiert alles, was mehr Gäste anlockt.“ Die Wiedereröffnung der Sauna in ihrem jetzigen Zustand, wie von einigen gefordert, lehnt sie ab. „Damit ziehen wir keine Gäste. Da muss man schon mit den anderen Orten mithalten“, so Papke-Seutter.

Eine klare Absage erteilte Fraktions-Chef Hagen von Massenbach Überlegungen, das Bad nach Barsbütteler Vorbild mit Ehrenamtlern zu betreiben, um Personalkosten zu sparen. Es könne nicht sein, dass immer der Ruf nach qualifizierten Arbeitsplätzen ertöne, aber im öffentlichen Bereich gespart werde. Zudem sei schwimmen nicht nur gesund, sondern berge auch Risiken.

Er sieht in der Info-Veranstaltung „den Beginn eines Wegs. Wir fangen an, wir überlegen und wägen ab.“ Noch sei es zu früh, Bauaufträge zu vergeben, aber er habe schon von der Hauptausschuss-Sitzung erwartet, dass in einen Ideenwettbewerb eingestiegen werde, um eine Richtung vorzugeben.

 

Stormarner Tageblatt vom 23. Mai 2007:

Hallenbad-Beschluss wieder vertagt

Kommt die Hallenbadsanierung noch? Die CDU hatten in den vergangenen drei Monaten keine Zeit, sich mit dem Thema zu befassen. Zum Ärger der SPD wurde deshalb wieder nichts beschlossen.

Bad Oldesloe / ol

– Das war eine „Leerstunde“ in Politik – es wurde laut diskutiert und leise getuschelt. Herausgekommen ist am Ende außer großer Ratlosigkeit nichts.

Wir erinnern uns: Im November vergangenen Jahres wurde im Hauptausschuss einstimmig der Beschluss gefasst, das Hallenbad zu attraktivieren. Parallel dazu soll ein Interessenbekundungsverfahren stattfinden, um auf diesem Weg eventuell einen neuen Betreiber für das Hallenbad zu finden. Im Februar sollten die nächsten Beschlüsse gefasst werden. In der Sitzung präsentierte eine Arbeitsgruppe in der Tat ein umfangreiches Paket an möglichen Maßnahmen – inklusive Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung. Beschlossen wurde aber noch nichts, weil noch Beratungsbedarf in den Fraktionen bestand.

März, April, Mai – drei Monate sind mittlerweile ins Land gegangen. Wieder stand das Thema Hallenbad auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Insider hatten schon vermutet: „Das wird auch diesmal nichts“, denn es fehlte ein Beschlussvorschlag. Und genau so kam es dann auch.

Die CDU hatte im Vorwege sechs Fragen formuliert, auf die es von den Stadtwerken schriftliche Antworten gab. Die Fragen bezogen sich aber lediglich auf die Dachsanierung: Kann das in der Sommerpause erledigt werden, gibt es Kostenschätzungen, wie viel Vorlauf wird benötigt? Die Vorschläge zur Attraktivierung des Bades wurden nicht erwähnt. Wie sich wenig später herausstellte, hatte sich die CDU mit dem Thema noch gar nicht befasst. Matthias Rohde gab die Richtung vor: „Keine Schnellschüsse! Wir wollen uns da intensiv mit auseinander setzen.“ Er machte Andeutungen, dass auch zur nächsten Sitzung nicht mit einem Beschluss zu rechnen sei. „Wir haben da bestimmt noch Fragen“, stellte Rohde klar. Sein Fraktionskollege Siegfried Wobig sprach von Hektik, die die SPD mache.

SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach klappte regelrecht der Unterkiefer runter: „Hektik habe ich hier an anderer Stelle kennen gelernt, als komplexe Verträge innerhalb eines Wochenendes durchgearbeitet werden mussten.“ Das zielte natürlich auf den Verkauf des Steinfelder Redders.

Siegfried Wobig ging sogar noch einen Schritt weiter. Er stellte in Frage, ob es überhaupt Sinn mache, in das Hallenbad zu investieren. Eventuell habe ein zukünftiger Betreiber ganz andere Vorstellungen und das Geld sei verschwendet worden. Im November hatte die CDU noch eine ganz andere Position. Damals wollte sie auf jeden Fall verhindern, dass das Interessenbekundungsverfahren die Attraktivierung verzögert. Jetzt hat es den Anschein, als ob genau dieses Verfahren dafür herhalten soll, die Bauarbeiten möglichst auf die lange Bank schieben zu können.

Heinz Grothkopp von den Stadtwerken stellte klar, dass das Verfahren bis zu einem Jahr dauern kann – da es bislang aber noch keinen Beschluss gebe, könne auch nichts vorbereitet werden.

Zweifel sind angebracht, ob es überhaupt Interessenten für das Hallenbad gibt. Bürgermeister Tassilo von Bary hat bereits mehrfach ausgeführt, dass entsprechende Gespräche, die er in der Vergangenheit geführt habe, zu keinem Ergebnis gekommen seien. In Oldenburg sei mit mehr als 80 Firmen verhandelt worden – ohne Ergebnis.

Die SPD hätte gerne zumindest einen Richtungsbeschluss gefasst, damit die Verwaltung in detailliertere Planung einsteigen kann. Doch daran war nicht zu denken. Stattdessen wurde beschlossen, dass zur nächsten Sitzung ein Experte der Stadtwerke eingeladen wird, der über die verschiedenen Möglichkeiten der Beteiligung Dritter am Bad informieren soll. Eventuell wird dann ja auch ein Beschluss gefasst.

Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 22. Mai 2007:

Nur noch Sport in der Stormarnhalle ?

Die Kosten für die Stormarnhalle sind immens. Deswegen überlegt die CDU, die Oldesloer Festhalle für Großveranstaltungen herzurichten.

Bad Oldesloe / ol

– Das sind happige Zahlen: Die Stormarnhalle hat die Stadt vergangenes Jahr knapp 240 000 Euro gekostet. Bei der Festhalle sind es gut 100 000 Euro, die Bad Oldesloe jährlich zubuttert. Bei beiden Hallen nimmt die Stadt jährlich rund 7 000 Euro an Mieten ein. Damit kommt die Stormarnhalle auf einen Kostendeckungsgrad von grade mal drei Prozent, bei der Festhalle sind es knapp 6,5 Prozent.

„Warum tun wir uns das eigentlich an? Das sind gigantische Kosten für eine bessere Sporthalle“, fragte jetzt Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Es gibt noch kein Konzept, mehr als eine gewagte These ist es noch nicht, aber die Vorsitzende des Sozialausschusses zeigt schon mal auf, in welche Richtung die Reise gehen könnte: „Vielleicht können wir die Festhalle erweitern und die Stormarnhalle nur noch für den Sport nutzen.“

Nach Ansicht der Christdemokratin sind die Voraussetzungen dafür momentan gut. Wenn die Stormarnhalle zurückgestuft werde, sinken die Kosten, weil dann weniger investiert werden müsse. Als konkretes Beispiel nennt sie eine neue Lüftungsanlage. Die sei für die sportliche Nutzung der Halle nicht notwendig. Im Gegenzug sieht sie „glückliche Umstände mit der Mensa“. Festhallenbesucher könnten eventuell zukünftig die Sanitäranlagen der Mensa nutzen. Deshalb müsse in neue WCs dort nicht investiert werden. „Die Festhalle brauchen wir. Eine große Halle ist schon wichtig“, betont Reichardt-Mewes: „Da muss man doch überlegen, ob wir jetzt Geld in die Hand nehmen, es richtig machen und nach wie vielen Jahren sich das gelohnt hat.“

Die SPD ist skeptisch. Jens-Pieter Friese: „Ich sehe da keine Einsparpotenziale. Erst mal verzichten wir dann auf die Einnahmen – auch wenn es nur ein paar tausend Euro sind. “ Er sieht in der Frage eine Grundsatzentscheidung , ob eine Stadt wie Bad Oldesloe einen derartigen Veranstaltungsort vorhalten will. „Wer geht denn da rein? Das ist der Bauerntag und noch drei oder vier andere Termine“, gibt der Sozialdemokrat zu bedenken. Dabei stellt der den Bedarf nicht grundsätzlich in Abrede. Friese: „Man muss sich doch nur mal angucken, wie gut kulturelle Veranstaltungen besucht sind. Da gibt es sicherlich noch Möglichkeiten, mehr kostenpflichtige Veranstaltungen nach Oldesloe zu holen.“ Dafür sei es aber wichtig, ein vernünftiges Nutzungs- und Marketingkonzept zu haben. „Darauf warten wir schon seit 2004“, kritisiert Ursula Riewerts und erhält dafür durchaus Zustimmung von der CDU. Jens-Pieter Friese geht noch einen Schritt weiter: „Wenn man hört, dass sich die CDU scheut, Geld für die Umwandlung in Regional- oder Gemeinschaftsschulen in die Hand zu nehmen, macht das für mich keinen Sinn.“

Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 18. Mai 2007:

SPD informiert über Hallenbad

Infostand in der Stadt und Diskussionsveranstaltung im Bad geplant

Bad Oldesloe / st

– Der Bürgerentscheid zum Hallenbad hat ein deutliches Signal zum Erhalt des Hallenbades gebracht. Zurzeit wird in der Politik darüber diskutiert, was darunter zu verstehen ist. „Die SPD hat dabei immer deutlich gemacht, dass sie das Hallenbad dauerhaft, und nicht nur für ein oder zwei Jahre, erhalten will“, betont Ortsvorsitzender Christoph Asmussen.

Kürzlich hat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Stadtwerke ein Konzept zur Sanierung und Erweiterung – und damit zum dauerhaften Erhalt des Schwimmbads – erarbeitet (wir berichteten). Dieses Konzept will die SPD nun öffentlich vorstellen. Dazu bietet die Partei zwei Termine an: Morgen von 9 bis 12 Uhr einen Infostand am Mühlenplatz. Am Dienstag, 22. Mai, um 19.30 Uhr in einer öffentlichen Mitgliederversammlung im Bistro des Hallenbades.

Der Infostand am Mühlenplatz soll eine erste Möglichkeit bieten, sich über das Konzept und die verschienden darin enthaltenen Varianten zu informieren. Im Rahmen der Veranstaltung im Hallenbad-Bistro wird das Konzept ausführlicher vorgestellt und anschließend diskutiert werden können.

 

Lübecker Nachrichten vom 17. Mai 2007:

Prominente Vorleser beim SPD-Kulturforum

Bad Oldesloe - "Eine Stadt im Wandel der Zeiten" ist das Thema der nächsten Lesung im Rahmen des Bad Oldesloer Kulturforums der SPD. Als prominenten Vorleser hat Christian Schlichte, stellvertretender Vorsitzender des Oldesloer Ortsvereins der Sozialdemokraten, seinen Parteigenossen und Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Bernd Saxe, gewonnen. Die Lesung findet am Mittwoch, 6. Juni, um 19.30 Uhr in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule statt, der Eintritt ist frei. Neben Saxe wird auch der Lübecker Buchautor und Kunsterzieher Heinz-Joachim Draeger teilnehmen und einen Lichtbildervortrag über sein Buch "Die Torstraße" halten.

Anlässlich der Lesung initiiert das Kulturforum einen sechswöchigen Wettbewerb, der sich an Schülerinnen und Schüler der elften bis dreizehnten Jahrgänge beider Bad Oldesloer Gymnasien Theodor-Mommsen-Schule (TMS) und Integrierte Gesamtschule (IGS) wendet. "Das genaue Thema ist noch offen", erklärt Schlichte, "jedoch sollen sich die Wettbewerbsbeiträge thematisch mit der ,Steigerung der Attraktivität von Bad Oldesloe' und dem Thema der Lesung auseinander setzen."

Die eingereichten Arbeiten werden nach Ende der Bewerbungsfrist von einer fachkundigen Jury bewertet, die sich aus einem Vertreter der TMS, der IGS, der Stiftung Deutscher Denkmalschutz, des Bad Oldesloer Kulturforums sowie der Stadt Bad Oldesloe und des Kreises Stormarn zusammensetzen wird. Die Gewinner werden auf dem Neujahrsempfang der SPD Anfang 2008 bekannt gegeben. Einer der Hauptpreise ist eine mehrtägige Fahrt nach Berlin für zwei Wettbewerbs-Teilnehmer, die der Stormarner SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Franz Thönnes, spendiert. Außerdem wird derzeit noch über ein "Kunstwochenende" in der Trittauer Wassermühle mit möglichen Sponsoren verhandelt. Des weiteren locken Buchpreise der Stiftung Deutscher Denkmalschutz sowie Gutscheine der Oldesloer Buchhandlung Willfang.

Die Literatur-Lesungen des Kulturforums haben immer ein übergreifendes Thema. So las im vergangenen Sommer der ehemalige Kieler Minister für Europaangelegenheiten Gerd Walter zum Thema "Europa" vor, Landtagspräsident a. D. Heinz- Werner Arens kam im September 2006 zum "Plattdeutschen Abend" in die Kneipe "Old Esloe", und im November ging es an einem "Maritimen Abend" um "Menschen auf See". Die erste Lesung in diesem Jahr zum Thema "Migration" mit Landesinnenminister Ralf Stegner musste aus aktuellem Anlass verschoben werden. Nach der Lesung mit dem lübschen Bürgermeister Bernd Saxe hat die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, für den 1. November ihre Teilnahme bereits zugesagt. Sie kommt in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende von Unicef Deutschland. Unschwer zu erraten, wie dann das Thema des Abends lauten wird: Unicef.

Von Joachim Strunk, LN

Stormarner Tageblatt vom 16. Mai 2007:

Danny Jozez: ein Migrations-Härtefall ?

Bad Oldesloe / ol / ask

– Ein besonderer Fall von Migration beherrscht seit Wochen die Medien – der Afrikaner Danny Jozez darf, obwohl hervorragend integriert, nicht in Deutschland bleiben. Für Barbara Schleth ist er ein Beispiel für einen besonderen Härtefall der Migrationsarbeit. Hier zeige sich der Spagat zwischen der rein menschliche Seite und dem öffentlichen Auftrag der Migrationshilfen. Barbara Schleth betont, Untertauchen sei kein probates Mittel. „Im Moment sehe ich auch nicht, wie er ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen sollte.“

Die großen Parteien bewerten das anders. CDU-Vorsitzender Rainer Fehrmann hat einen deutlichen Brief an Ministerpräsident Peter Harry Carstensen geschrieben. In ihrem Regierungsprogramm haben sich die CDU für begrenzte Zuwanderung und stärkere Integration ausgesprochen. Dafür sei Jozez der ideale Kandidat. Deshalb fordert Fehrmann vom Ministerpräsidenten einen „Präzedenzfall für die Menschlichkeit.“ Das Verhalten der Ausländerbehörde erwecke den Eindruck, es gehe um „Macht vor Menschlichkeit“

Das sieht der SPD-Vorsitzende Christoph Asmussen ähnlich: „Ist das, was formal vielleicht richtig ist auch menschlich richtig?“ Die SPD hatte gestern ein Gespräch mit Danny Jozez und Gerd-Günter Fink vom FIT-Verein. Christoph Asmussen: „Ich habe den Eindruck, dass man versucht, ihn zu kriminalisieren, um keinen Präzedenzfall zuschaffen.“ Er wird sich bei Innenminister Stegner für Danny Jozez einsetzen.

Stormarner Tageblatt vom 14. Mai 2007:

Kompetenztraining: Frauen gestärkt in Politik?

von der Schulbank direkt in die Politik – so einfach läuft es nicht. Das Interesse, sich zu engagieren, ist nach einem speziellen „Kompetenztraining“ bei den Teilnehmerinnen mau.

Bad Oldesloe

– Auch wenn Frauen mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten in Schleswig-Holstein stellen, so sind sie in den Stadt- und Gemeindevertretungen in der Regel in der Minderheit. Um dort den Anteil von Frauen zu erhöhen, bot die Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule die Seminarreihe „Kompetenztraining für politisch interessierte Frauen“ an. Jetzt wurde Bilanz gezogen.

Insgesamt sieben Frauen befassten sich mit den Themen Haushaltsrecht, Stadtplanung, Gesprächsführung und Öffentlichkeitsarbeit. „Das war recht spannend“, so der Tenor der Seminarteilnehmerinnen.

„Als ich vor einem Jahr von Berlin nach Oldesloe zog, merkte ich schnell, dass hier politisch mit harten Bandagen gekämpft wird“, erzählt Dr. Tamara Thiesen, eine der Seminarteilnehmerinnen. Die Neubürgerin erlebte den Bürgerentscheid um das Thermalbad hautnah mit und anschließend die Diskussionen um die Bebauung des Steinfelder Redders. „Berliner Politiker gehen nicht so mit ihren Bürgern um. Hier in Oldesloe dreschen sie auf ihre Bürger ein“, so das Fazit der Kunsthistorikerin. Das habe sie erschreckt und deshalb wolle sie auch die nächsten Ausschusssitzungen besuchen. Um darauf besser vorbereitet zu sein, besuchte Tamara Thiesen das Seminar.

Ermutigt wurde sie von Birgit Weißmann, die bereits als bürgerliches Mitglied und Stellvertreterin von Ursula Riewerts (SPD) im Gleichstellungs-, Sozial- und Kultur-Ausschuss sitzt. „Ich habe dort gelernt, nicht alles hinzunehmen, sondern auch mal etwas zu hinterfragen“, betont Birgit Weißmann, die der SPD angehört.

Und auch Renate Günther hofft, von den Erfahrungen, die sie in der dreiteiligen Seminarreihe machte, zu profitieren. „Ich guck mir die Politik lieber nur von außen an. Aber ich wollte Fakten haben, wie sie funktioniert“, erklärt die Leiterin des Kinderhauses „Blauer Elefant“.

Bettina Schönhofen-Dahncke wollte sich ebenfalls grundlegend informieren. „Wie sind die Strukturen und was steckt dahinter?“, fragte sich die Siekerin. Auf jeden Fall habe sie eine „wahnsinnige Motivation“ bekommen, sich einzubringen.

„Natürlich haben wir uns mehr Teilnehmerinnen gewünscht“, gesteht Marion Gurlit. Denn nur vier Frauen hätten alle drei Seminare belegt. Dennoch sei so eine Veranstaltungsreihe wichtig für Frauen, da sie eigene Hemmschwellen und Probleme in der Politik hätten. „Wir wollen Frauen ermutigen und stärken, sich einzubringen“, so die Gleichstellungsbeauftragte. „Es wäre schön, wenn daraus ein Netzwerk von Frauen entstehen würde, in dem sie parteiübergreifend zusammenarbeiten.“

Susanne Rohde

Stormarner Tageblatt vom 14. Mai 2007:

Keine Lösung für Radler

So richtig zufrieden ist keiner: Der erste Teil der Schulhofsanierung wurde zwar beschlossen, alle Parteien kritisieren aber, dass keine Fahrradstellplätze geschaffen werden.

Bad Oldesloe / ol

– Das Thema ist ein ewiger Dauerbrenner: Die Schulhofgestaltung an der Olivet-Allee. Im Planungsausschuss wurde jetzt der erste Bauabschnitt auf den Weg gebracht.

Für die Außenanlagen liegt ein umfangreiches, millionenschweres Konzept auf dem Tisch. Eine Umsetzung war für dieses Jahr geplant, aber dann wurden kurzfristig Zuschüsse für die beiden Mensa-Bauten bewilligt. Um den Eigenanteil finanzieren zu können, wurde das Schulhofprogramm deshalb für dieses Jahr auf ein Minimum reduziert.

Ausschussvorsitzender Matthias Rohde (CDU) legt Wert auf die Feststellung, dass das Programm nicht abgespeckt wurde. In diesem Jahr könne allerdings nur ein Teilbereich umgesetzt werden. Am Dringlichsten erscheint den Politikern der Bereich an der Theodor-Storm-Schule. Anita Klahn (FDP): „Dort spült viel Erdreich in die Kanalisation, was zu Verstopfungen führt. Es wird auch viel Dreck ins Gebäude getragen. Davon gehen die Böden kaputt.“ Eine Befestigung tut Not – darin sind sich alle einig. Etwas Lärm- und Sichtschutz für die Anlieger, ein paar Bänke – mehr ist momentan nicht drin, denn es stehen lediglich 250 000 Euro zur Verfügung.

Matthias Rohde ist hin- und hergerissen: „Die Planung wird den Anforderungen gerecht, aber niemand ist wirklich überzeugt.“ Für ein zentrales Problem am Schulzentrum kann der Planer nämlich nichts anbieten. Maria Herrmann (SPD): „Die Fahrradstellplatzsituation ist nicht gelöst!“

Rechter Hand, noch vor der Mensa, liegt an der Olivet-Allee ein Parkplatz. An dieser Stelle hatte der Fachmann ein Parkhaus vorgesehen. Im Untergeschoss hätten dann gut geschützt statt Autos Fahrräder untergestellt werden können. „Das ist absolut unrealistisch, das können wir nicht bezahlen“, stellt der Christdemokrat klar. Das wird auch in den anderen Fraktionen so gesehen, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack. Maria Herrmann: „Der Planer hat einfach gesagt, es ist kein Platz. Damit hatte es sich für ihn erledigt. Auf mich wirkt das alles extrem fantasielos.“

Trotz der offensichtlichen Unzufriedenheit über alle Parteigrenzen hinweg wurde das Geld frei gegeben; im Herbst soll mit der Umsetzung begonnen werden.

Andreas Olbertz

 

Lübecker Nachrichten vom 11. Mai 2007:

Baumängel an Grundschule West: Streit um Schadensbegleichung

Bad Oldesloe - Für die einen ist es ein "völlig inakzeptables Vorgehen", für die anderen "eine wiederholte Belästigung des Ausschusses". In der Oldesloer Kommunalpolitik schwelt der nächste Streit. Es geht um die Schadensbegleichung der Baumängel an der Grundschule West.

Diese wurde von einem Unternehmen gebaut, das mittlerweile Pleite ist. Über diese Firma ist kein Geld mehr zu holen. Insofern ist der ausführender Architekt Siegfried Wobig, pikanterweise auch Stadtverordneter der CDU in Bad Oldesloe, ins Blickfeld der SPD gerückt.

Deren stellvertretende Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann erklärt, die Rechtsprechung sei eindeutig: "Gehaftet wird gemeinsam - somit kann der Auftraggeber jeden der Gesamtschuldner voll in Anspruch nehmen, ohne sich darum kümmern zu müssen, wer für den Schaden verantwortlich ist". Für Herrmann ist somit der Architekt, also Wobig, der naheliegende Ansprechpartner, dessen Versicherung zuerst einmal für die Kosten einspringen soll. Es gibt nämlich auch noch aus Zeiten der jetzt insolventen Baufirma einbehaltene Rechnungsreste und Sicherheitsleistungen. Aus diesen Rücklagen will sich die Stadtverwaltung bedienen, um die Reparaturen an der Grundschule zu bezahlen.

Das ist für Maria Herrmann aber "völlig inakzeptabel". Denn: "Wenn ein Schadensfall eintritt, wende ich mich an die Versicherung. Aber ich greife doch nicht in vorauseilendem Gehorsam die Rücklagen an. Genau das hat die Verwaltung aber vor."

Rainer Fehrmann, Sprecher der CDU-Fraktion, sieht in Herrmanns wiederholtem Nachhaken "eine Belästigung des Wirtschafts- und Planungsausschusses". Man könne sich nicht ständig mit Verwaltungshandeln auseinander setzen. Das sei nicht mehr Sache der Politik. "Frau Herrmann muss lernen, sich mit Entscheidungen abzufinden. Sie ist Politikerin und keine Detektivin." Für Fehrmann deutet die Auseinandersetzung auf "persönliche Befindlichkeiten" hin, bei der Siegfried Wobig als Schuldiger hingestellt werden solle.

Von Joachim Strunk, LN

Stormarner Tageblatt vom 9. Mai 2007:

Architekt soll für Fehler zahlen

Privatkrieg oder der Versuch, Schaden von der Stadt abzuwenden – im WPA stritten Rainer Fehrmann und Maria Herrmann.

Bad Oldesloe / ol

– SPD und CDU lieferten sich im Planungsausschuss ein heftiges Duell. Auslöser mal wieder: Baumängel an der Grundschule West und die Frage, wer dafür verantwortlich ist. Ein Thema, das schon lange gärt.

Den Generalunternehmer gibt es nicht mehr, der ist pleite. Aber es wurden seinerzeit Rechnungsreste nicht bezahlt beziehungsweise Sicherheitsleistungen einbehalten. Im Herbst zeigten sich in der Sporthalle Feuchtigkeitsschäden. Wer ist dafür verantwortlich? Wer muss für die Beseitigung bezahlen?

Die SPD argumentiert, neben dem Unternehmer haftet auch der Architekt – in diesem Fall Siegfried Wobig. Aber nur noch bis August 2008. Deshalb sei es doch sinnvoller, jetzt den Architekten beziehungsweise dessen Versicherung in die Pflicht zu nehmen, statt den Schaden mit dem einbehaltenen Geld zu bezahlen. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Insolvenzverwalter nach Ablauf der Frist das Geld von der Stadt zurück fordert, weil es den Gläubigern zusteht und nicht zugunsten des Architekten hätte verwendet werden dürfen“, so Maria Herrmann.

Diese Argumentation löst bei der CDU Empörung aus. Die Angelegenheit sei reines Verwaltungshandeln und falle nicht in die Zuständigkeit der Politiker. Matthias Rohde: „Maria Herrmann führt einen Privatkrieg gegen Siegfried Wobig. Dazu ist ihr jedes Mittel recht.“ Diesen Vorwurf weist die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende entschieden von sich: „Ich will doch nur, dass auch in den nächsten fünf Jahren noch Geld da ist, wenn morgen was auftauchen sollte.“

Rückendeckung erhält sie von Anita Klahn (FDP): „Es ist unschön, wie das läuft, aber solche Sachen wurden bislang immer unter den Tisch gekehrt.“

Das sieht Architekt Wobig ganz anders. Ein Gutachten habe ergeben, dass der Schaden auf Ausführungsfehler zurückzuführen sei – das Bauunternehmen hat Schuld. Er als Architekt mit Bauaufsicht hätte das allerdings sehen müssen. Deshalb treffe ihn eine Mitschuld. Wobig: „Ich habe das deshalb an meine Versicherung gegeben – mit der Zielsetzung, die Angelegenheit einvernehmlich mit der Stadt zu regeln.“ Den SPD-Vorschlag hält er für „populistisch aber unüblich“. Man könne nicht die Tatsachen feststellen und dann auswürfeln, wer zu bezahlen habe. „Das wird keine Versicherung mitmachen“, ist er überzeugt. In der Rechtsprechung sei eine Quotelung üblich: Der Schaden wird anteilig von den Verursachern beglichen. Im konkreten Fall werde die Sicherungsleistung aufgebraucht, für den Rest müsse seine Versicherung aufkommen. Das sei mehr als sein Anteil am Schaden.

Maria Herrmann hat eine andere Sichtweise: „Wenn ich einen Schaden habe, wende ich mich an die Versicherung. Aber ich greife doch nicht in vorauseilendem Gehorsam die Rücklagen an. Genau das hat die Verwaltung aber vor.“

Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 21. April 2007:

 

Stormarner Wochenschau:  Bad Oldesloe gibt (Bio-) Gas
Felder, Fraktion und Fragebogen

Andreas Olbertz und Volker Stolten

Es wurde getuschelt, gerätselt und gewettet, wer wird neuer CDU-Fraktionsvorsitzender. Der eine sollte nicht mehr, der andere wollte nicht mehr. Dann war da noch einer, der abgewunken hat, was sonst eigentlich ein sicheres Indiz ist, dass er eigentlich nur gebeten werden will. Bei ein paar Namen konnte sich der eine mehr, der andere weniger vorstellen, dass die kandidieren. Seit dieser Woche steht es nun fest. And the winner is: Horst Möller! Ein politisches Schwergewicht – das auf jeden Fall, mit langjähriger Erfahrung, dem Insider schon länger Ambitionen nachsagten. Ein paar Verschiebungen noch bei den Ausschussvorsitzenden, dann ist die CDU wieder mit voller Besatzung an Deck. Am Montag ist Stadtverordnetenversammlung. Mal sehen, ob da schon etwas zu spüren sein wird.

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Und es gibt noch ein zweites Ergebnis aus dieser Woche: Eine deutliche Mehrheit der Eltern will für ihre Kinder zukünftig eine Gemeinschaftsschule. Das dürfte in Oldesloe keine Überraschung sein, schließlich werden der IGS regelmäßig mehr Kinder aus Platzgründen abgelehnt als angenommen. Ärgerlich ist, dass noch nicht mal die Hälfte der Eltern von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht hat. Da darf man sich nicht wundern, wenn Politiker in Zukunft doch wieder machen, was sie wollen. Waren es die Ferien, fehlten fremdsprachliche Fassungen, war der Fragebogen zu kompliziert? Im Einzelfall mag das zutreffen, aber im Grunde wird das nicht erklären, warum mehr als die Hälfte der Zettel nicht zurück kamen. Im Nachhinein nach Gründen zu suchen, ist müßig.

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Haben wir nicht schon immer geahnt, dass die ganze Bio-Welle eigentlich nur Schmuh ist? In Oldesloe wird das dieser Tage mehr als deutlich. Da werden kilometerweit Felder „totgespritzt“, um Platz für den Maisanbau zu schaffen. Erst muss die Chemokeule her, damit am Ende Biogas raus kommt. Das mutet schon extrem seltsam an. So lobenswert die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen auch ist, eines muss jedem klar sein: Die Flächen stehen zukünftig nicht mehr für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung. Vielleicht wird deshalb Regenwald gefällt, um neue Anbauflächen zu schaffen, Getreide aus Australien um die halbe Welt zu uns kutschiert oder armen Afrikanern die Nahrungsgrundlage weggekauft. Wer weiß das schon. Unser Zeichner Götz Wiedenroth hat sich der Sache auf seine humorige Weise in der Karikatur angenommen.

Stormarner Tageblatt vom 20. April 2007:

SPD vom Hallenbad-Konzept überzeugt

Ein Attraktivierungskonzept für das Hallenbad liegt vor. Bei der SPD trifft es auf große Zustimmung. Sie macht sich für die Umsetzung stark.

Bad Oldesloe

– Die Oldesloer SPD bezieht Stellung. „Ich muss ganz ehrlich sagen, die Idee hat mich gepackt“, gesteht Fraktions-Chef Hagen von Massenbach. Seine Partei befürwortet die unlängst im Hauptausschuss vorgestellten Pläne zur Sanierung des Hallenbads. Während einer Fraktionssitzung hat sich die Partei jetzt nochmals aus erster Hand von Björn Pasternak von der Mittelzentrumsholding informieren lassen. „Wir waren von der Präsentation und der wirtschaftlichen Prüfung der Maßnahmen durch die Holding sehr angetan“, betont jetzt Jürgen Schneider vom Ortsvereins-Vorstand, der sich vor dem Bürgerentscheid schon in der Initiative Pro Hallenbad engagiert hat.

Pasternak und andere Mitglieder einer im vergangenen Jahr eingerichteten Arbeitsgruppe hatten verschiedene Möglichkeiten, wie sie schon im Wenzel-Gutachten beschrieben werden, auf Kosten und Nutzen für das Bad analysiert. Eine Großrutsche, so das Ergebnis, sei zwar toll, vergrößere aber das Defizit. Ein Therapiebecken hingen mache sich innerhalb kürzester Zeit bezahlt, denn die darin angebotenen Kurse werden nicht nur mit dem normalen Eintritt abgerechnet, sondern zu höheren Sätzen, die mit Krankenkassen abgerechnet werden. Auch eine Sauna, so die Berechnungen der Experten, schreibe nach wenigen Jahren schwarze Zahlen. In Kombination mit Dach-, Fassaden und Sanitärtrakt-Sanierungen, neuer Gastronomie und erweitertem Kinderbereich kostet das komplette Paket gestreckt über mehrere Jahre rund 3,5 Millionen Euro. Das Defizit erhöht sich trotz der großen Investition „nur“ um 60 000 Euro jährlich. Hagen von Massenbach ist begeistert: „Das ist kein Aufpolieren einer alten Karotte, kein Second-Hand, sondern ein tolles Schwimmbad mitten in der Stadt. Der Vereinssport bleibt, das Schulschwimmen bleibt und man kann endlich wieder saunieren.“ Für ihn gibt es keine Alternative: „Wenn wir nicht investieren, führt das zwangsläufig zu einer wesentlich ungünstigeren Ergebnisentwicklung und der Erhalt des Bades wäre gefährdet.“

Die Sozialdemokraten spricht besonders die Bodenständigkeit des Projekts an. Hagen von Massenbach: „Wir bekommen keinen Traumpalast und haben es nicht mit einem Global-Player zu tun, sondern es bleibt unser Bad, bei dem wir weiterhin das Sagen haben.“

Die SPD sieht dringenden Handlungsbedarf. Besonders das Dach müsse schnell saniert werden. Das mache allerdings nur Sinn, wenn es vorab ein abgestimmtes Gesamtkonzept gebe. „Wir hoffen, dass der Bürgermeister am Ball bleibt“, so von Massenbach. Im Mai steht das Thema wieder auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Andreas Olbertz

Lübecker Nachrichten vom 19. April 2007:

SPD begrüßt Hallenbad-Konzept

Bad Oldesloe - Mitte Februar hatte die Mittelzentrumsholding, die die Hallenbäder in Bad Segeberg und Wahlstedt betreibt, im Bad Oldesloer Hauptausschuss ihr Entwicklungskonzept für das 30 Jahre alte Hallenbad am Oldesloer Konrad-Adenauer-Ring vorgestellt. Dieses Konzept nahmen sich nach der Ausschusssitzung die Parteien im Einzelnen noch einmal vor. Die SPD zeigte sich nach Aussage von Fraktionschef Hagen von Massenbach erfreut: "Ich finde das Konzept wirklich gut. Vor allem, weil einige Bereiche wie etwa das Therapiebecken, der Non-Aqua- Raum oder die Sauna mittelfristig sogar Profit versprechen." Auch Jürgen Schneider, Neu-Mitglied bei den Sozialdemokraten und vorher Aktiver in der beim Bürgerentscheid so erfolgreichen Initiative "Prohallenbad", äußerte sich "sehr angetan" und bedauerte, "dass uns dieses Konzept nicht schon vor dem Bürgerentscheid vorlag".

Die neu ausgearbeiteten Pläne beinhalten sowohl die technisch notwendigen Investitionen zum Erhalt des Bades als auch die Neugestaltung des Eingangsbereiches, den Neubau eines Therapiebeckens, eine attraktive Saunalandschaft, eine Vergrößerung des Kinderbereiches sowie eine komplette Neugestaltung der Sanitär- und Umkleideräume und den Neubau des Gastronomiebereiches.

Dabei bedeute das geplante Investitionsvolumen von insgesamt rund 3,6 Millionen Euro lediglich eine Erhöhung des bisherigen Zuschussbedarfs von jährlich etwa 60 000 Euro, sichere jedoch dafür den langfristigen Erhalt des Hallenbades und stabilisiere das Betriebsergebnis. Durch die zusätzlichen Angebote Therapiebecken und Sauna verringere sich sogar der Zuschussbedarf, hofft Schneider.

"Wenn wir nicht investieren, führt dies zwangsläufig zu einer wesentlich ungünstigeren Ergebnis-Entwicklung, und der Erhalt des Bades wäre gefährdet", befürchtet von Massenbach, der auch Vorsitzender des Hauptausschusses ist. Die SPD-Fraktion unterstütze daher das vorgestellte Konzept und rege an, dieses den Bürgerinnen und Bürgern in einer Informationsveranstaltung vorzustellen.

Zum Thema Hallenbad lädt der SPD-Ortsverein daher heute um 20 Uhr zu einem Klönabend in die Gaststätte "Old Esloe" ein. Außerdem will die SPD im Mai einen Infostand errichten sowie eine Mitgliederversammlung einberufen.

Von Joachim Strunk, LN

Stormarner Tageblatt vom 4. April 2007:

Belebung auf dem Gleis im Sandkamp

Wer hätte das gedacht: Es tut sich doch noch etwas im brach liegenden Gewerbegebiet Sandkamp. Der Wirtschafts- und Planungsausschuss der Stadt hat den Weg frei gemacht für die Ansiedlung eines Eutiner Unternehmens, das den Gleisanschluss nutzen möchte.

Bad Oldesloe / ol

Die „LDS GmbH“ (Logistik, Dienstleistungen, Service) aus Eutin trägt sich mit dem Gedanken, den Firmensitz nach Oldesloe zu verlegen. Hier gibt es Gewerbeflächen mit Gleisanschluss. Die Schienen sind aber auch genau der Problempunkt.

Bislang fristet das Gewerbegebiet einen Dornröschenschlaf, die Gleise führen ins Nichts. Wirklich? Nicht ganz: Das Oldesloer Industriegleis wird vom Stahlhandel Ravené Schäfer genutzt. Bis 31. Dezember 2015 hat sich die Stadt verpflichtet, dieses Gleis aufrecht zu erhalten.

Rund 45 000 Euro kostet es jährlich, die Gleise befahrbar zu halten und die Ampelanlage an der B75 zu warten. Die CDU macht deshalb keinen Hehl daraus, dass sie das Gleis eigentlich gerne beseitigen würde. „Das Gleis kostet uns schließlich viel Geld“, argumentiert Fraktionssprecher Rainer Fehrmann. Ravené Schäfer bezahlt zwar für jeden Waggon einen Obolus, doch der deckt die Kosten bei weitem nicht.

Wenn aber ein Unternehmen aus der Eisenbahnbranche plant, am Sandkamp einen neuen Firmensitz zu errichten, dann bestimmt nicht vor dem Hintergrund, dass die Schienen nur noch acht Jahre unterhalten werden. Eine Zusicherung über 20 Jahre muss es schon sein. Diese Zusage haben die Mitglieder des Wirtschafts- und Planungsausschusses jetzt gegeben. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ein „angemessenes pauschaliertes Nutzungsentgelt“ gezahlt wird. Sollte die Ansiedlung der Eutiner Firma klappen, reduziert das das städtische Defizit, schafft qualifizierte Arbeitsplätze, bringt Steuereinnahmen und, argumentiert Bauamtschef Rolf Steinhörster: „Wir hoffen, dass das eine Sogwirkung für weitere Ansiedlungen hat.“ Das Gelände gehört der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS). Der WAS-Chef Norbert Leinius ist noch verhalten optimistisch, da die Verträge nicht unterzeichnet sind: „Wir sind sehr froh, dass wir zum ersten Mal ein Unternehmen an der Hand haben, das auf den Gleisanschluss angewiesen ist.“ Momentan werde mit zwei weiteren Firmen verhandelt, die seien aber nicht auf die Schienen angewiesen und könnten deshalb auch Flächen im Südosten übernehmen. Norbert Leinius: „Nachdem das mit dem Thermalbad am Sandkamp nichts wird, werden wir wieder verstärkt in die Vermarktung gehen. Wir blicken positiv in die Zukunft.“

Die Nutzung des Sandkamps als Sport- und Freizeitgelände hat sich dann endgültig zerschlagen – keine Hintertür mehr, um dort doch noch ein Schwimmbad realisieren zu können. Für den Sporthallenbereich, den Familie Simmersbach übernommen hat – gegenüber dem leer stehenden ehemaligen Hotel Intermar – gebe es aber noch Erweiterungsflächen. „Für sie haben wir angrenzende Grundstücke reserviert“, zeigt WAS-Chef Leinius Perspektiven der Entwicklung auf. Andreas Olbertz

 

Lübecker Nachrichten vom 28. März 2007:

Bad Oldesloe: 1,5 Mio. Euro aus Kiel für Stadtumbau West

Bad Oldesloe - Die Kreisstadt Bad Oldesloe ist in das Städtebauförderprogramm des Landes aufgenommen worden. Rund 1,5 Millionen Euro wurden in Kiel bewilligt für die Aufwertung von innerörtlichen Quartieren.

"Wir haben uns um eine Städtebauförderung beim Land beworben und waren noch am Montag zu Gesprächen in Kiel", sagte der Oldesloer Bürgermeister Tassilo von Bary. Die Vorstellung der Oldesloer Abordnung war von Erfolg gekrönt. Gestern bewilligte das Innenministerium 1,449 Millionen Euro im Rahmen des Programms Stadtumbau West (Nachfolgeprogramm für den "Aufbau Ost" in den neuen Bundesländern).

"Jetzt müssen wir ein ,Integriertes Stadtentwicklungskonzept' sowie ein Wohnraummanagement-Konzept erstellen", erklärte von Bary das weitere Vorgehen der Stadt, um den Bedarf festzustellen. Für diese Untersuchungen soll ein kompetentes Planungsbüro gewonnen werden, das die Konzepte erstellt. Anschließend sollen unter Beteiligung der politischen Parteien, aber auch der Bürger von Bad Oldesloe in verschiedenen Arbeitskreisen konkrete Maßnahmen herausgearbeitet werden.

Das Programm Stadtumbau West soll Städten helfen, ihre Siedlungsstrukturen an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen, Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die Umwelt zu verbessern, innerörtliche Quartiere aufzuwerten und Altbaubestände zu erhalten, Gebäude umzubauen, neu zu nutzen oder leer stehende oder nicht mehr benötigte Gebäude abzureißen und freigelegte Flächen städtebaulich zu entwickeln.

Auf Bad Oldesloe bezogen kann sich von Bary etwa den Übergang von der Innenstadt mit ihrer Fußgängerzone auf die angrenzenden Bereiche vorstellen, die Hamburger Straße mit der Industriebrache der alten Kornbrennerei gegenüber des Kinos oder auch den Bereich vom Bahnhof bis zur Innenstadt sowie die Randbezirke des Kurparks.

"Wir haben zwar bestimmte Vorstellungen, müssen aber erst einmal die Untersuchungen abwarten, um dann die Projekte konkret anzugehen." Zu den bewilligten 1,5 Millionen Euro vom Land kommen sechs weitere Millionen von der Stadt selbst, die bereits in den Haushalt eingestellt wurden.

Die Oldesloer Parteien zeigten sich entzückt über den warmen Geldregen aus Kiel. Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD: "Gratulation an die Verwaltung. Diese Förderung ist eine große Chance für die Stadt. Wichtig wird aber sein, dass an den Planungen neben der Politik auch die Bürger beteiligt werden."

Bei der CDU bestätigte der stellvertretende Fraktionschef Uwe Wilken zwar grundsätzlich die Freude in der Partei, verwies aber für eine weitere Stellungnahme auf Pressesprecher Rainer Fehrmann. Der wiederum bat, Matthias Rohde als Vorsitzenden des Wirtschafts- und Planungsausschusses zu befragen. Leider hatte sich dieser gestern krank gemeldet . . .

Von Joachim Strunk, LN

Stormarner Tageblatt vom 28. März 2007:

Krach um Biogas-Vertrag

Außer der CDU stimmten alle Fraktionen gegen die Biogas-Anlage, weil der Begleitvertrag nicht eindeutig die Verkehrsfrage regelt.

Bad Oldesloe

– Es hätte nicht viel gefehlt, und das Thema Biogasanlage hätte sich erledigt. In seltener Einmütigkeit stimmten FDP, Grüne und SPD dagegen. Und da die CDU personell knapp besetzt war, schrumpfte die Mehrheit auf zwei Stimmen.

Eigentlich sind ja alle für die Biogasanlage. Aber die Verärgerung in den Reihen der Opposition war bei der Sitzung der Stadtvertreter deutlich spürbar. Auslöser ist der städtebauliche Vertrag und darin das Thema Verkehrsführung. Sollen Fahrzeuge von und zur Biogasanlage durch die Grabauer Straße fahren dürfen? Darüber war in der Vergangenheit heftig gefeilscht worden. Erst gab es Zusagen der Investoren, dann stand aber doch etwas anderes im Vertragsentwurf, schließlich hat CDU-Mann Manfred Meurers abermals vermittelt. Am Ende steht ein Vertrag, der die Zustimmung der Bürgerinitiative im Westen findet. Sprecher Henry Dudszus: „Wir sind jetzt hundertprozentig zufrieden.“

Aber weite Teile der Politik sind es nicht. Hinter verschlossenen Türen wurde jetzt noch lange und hart gerungen. In Paragraf 3 heißt es: „Der Betreiber verpflichtet sich, die Bioenergieanlage so zu betreiben, dass die Grabauer Straße ... nicht mit Fahrverkehr belastet wird.“ Das ist eine klare Formulierung mit der alle leben könnten. Im nächsten Satz steht aber: „Für den Lieferverkehr mit Fahrzeugen aus Richtung Altfresenburg und anderen Bereichen von und zur Biogasanlage wird der Betreiber die Grabauer Straße ... grundsätzlich nicht benutzen.“ Verwaltungsrechtler Karl-Reinhold Wurch von der FDP: „Im Vertrag wird nicht zweifelsfrei geklärt, dass kein Verkehr durch die Grabauer Straße geht.“

„Im ersten Semester Jura lernt man: ‚Grundsätzlich‘ ist eine Hintertür“, kritisiert Anita Klahn (FDP). Hagen von Massenbach (SPD): „Ich will die Biogasanlage – aber nicht mit diesen Mauschelverträgen.“ Gerold Rahmann: „Das ist ein stümperhafter Vertrag. Man weiß gar nicht, was eigentlich gilt.“ Lediglich Rainer Fehrmann verteidigt das Werk: „Das ist unsere Art der Bürgernähe – zu akzeptieren, was dort ausgehandelt worden ist. Wenn jemand mit der BI ein Problem hat, können wir darauf keine Rücksicht nehmen.“

Die Opposition ist besonders darüber verärgert, dass der Vertrag nicht wirklich in den politischen Gremien diskutiert worden sei. Investor und Initiative hätten ihn ausgehandelt. „Und wir dürfen ihn nur noch unterschreiben“, so von Massenbach. Anita Klahn: „Es war grotesk. Die CDU hat uns recht gegeben, traute sich aber nicht, noch was zu ändern.“ Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 24. März 2007:

SPD wählt neuen Vorsitzenden

Oliver Trost zog Kandidatur kurzfristig zurück

Bad Oldesloe / ol

– Jetzt hat es auch die SPD erwischt: Als es einen Gegenkandidaten für den Vorsitz des Ortsvereins gab, zog Amtsinhaber Oliver Trost seine Kandidatur kurzfristig zurück. Bis es tatsächlich zur Abstimmung kam, waren alle noch davon ausgegangen, sich zwischen einem der beiden Bewerber entscheiden zu müssen. Auf der Jahresversammlung hatte der alte Amtsinhaber noch eine flammende Rede gehalten und dann im letzten Satz erklärt, dass er aus beruflichen Gründen nicht wieder antrete. Damit war der Weg für Christoph Asmussen frei, er wurde einstimmig gewählt.

Der neue an der Spitze der SPD ist ein alter Bekannter: Der 45-jährige EDV-Experte der Kreisverwaltung ist seit 23 Jahren in der Partei. Er war bereits im Ortsverein aktiv und als bürgerliches Mitglied im Wirtschafts- und Planungsausschuss. Seit 2003 kümmert er sich allein erziehend um seine beiden Kinder und legte deshalb eine Pause von der Politik ein.

„Ich habe bemerkt, dass hier einiges fehlt“, beschreibt er seine Motivation, sich erneut einzubringen. Er vermisse Leben und Herz der Partei. Wichtige Themen, wie beispielsweise die deutsche Beteiligung am Irakkrieg, das neue Programm oder die Rente mit 67 haben im Ortsverein nicht stattgefunden. Man habe sich zu sehr auf das Geschehen vor Ort konzentriert. Christoph Asmussen hat sich deshalb auf die Fahne geschrieben: „Ich will die Mitglieder wieder mehr informieren. Das ist eine Bringschuld des Ortsvereins. Wir werden uns wieder über Bundes- und Landespolitik sowie die lokalen Themen unterhalten.“ Darüber hinaus sind gesellige Veranstaltungen geplant. Die Intention ist klar: Die alten Mitglieder sollen gepflegt und neue hinzugewonnen werden.

Hans Hermann Roden und Christian P. Schlichte wurden als Stellvertreter, Dieter Knoll als Kassenwart sowie Rosemarie Behrend, Maria Herrmann, Andreas Clasen, Jürgen Schneider und Fritz Wodarz als Beisitzer gewählt.

Fraktions-Chef Hagen von Massenbach dankte Oliver Trost für die Zusammenarbeit. Er betont: „Oliver Trost scheidet nicht im Groll, sondern weil er eine neue berufliche Herausforderung hat. Was er gemacht hat, war gut, aber jetzt probieren wir mal einen anderen Ansatz.“

Stormarner Tageblatt vom 14. März 2007:

Erste Bauarbeiten am Steinfelder Redder

Knicks werden versetzt und Molche umgesiedelt

Bad Oldesloe / ol

– Es gibt noch keinen gültigen Bebauungsplan, aber am Steinfelder Redder rollen schon mal die Bagger an und die Kettensägen knattern. Die Zeit drängt. Das versetzen von Knicks und Fällen von Bäumen ist nur bis Mitte März gestattet. Morgen ist schon Deadline.

Gegenüber der Einfahrt zum Kleingartengelände wurden einige Bäume gefällt. Dort ist jetzt zu erkennen, wo später die Zufahrt entstehen soll. Ein Stück weiter wird im rechten Winkel von der B75 abgehend eine Schneise gebaggert. Das sieht zwar aus wie eine zukünftige Straße, wird es aber nicht. An diese Stelle soll ein Knick, der bislang noch mitten durch das Gebiet führt, verlegt werden.

„Im Grunde ist das nur Grundstückspflege“, erläutert Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster: „Der Eigentümer bereitet sein Land für die Bebauung vor.“ Der endgültige Plan liege zwar noch nicht vor, aber alle benötigten Genehmigungen seien erteilt worden. Deshalb kann mit der Versetzung des Knicks begonnen werden.

Hans-Gerd Eissing, Leiter des Kreis-Umweltamtes, bestätigt: „Das ist eine Krux. Früher haben wir die Genehmigungen nur in Aussicht gestellt. Heute kann die Stadt keinen Satzungsbeschluss fassen, wenn die Genehmigungen nicht vorliegen.“ Der Kreis habe aber die Praxis, so wie andere Behörden auch, bei entsprechend fortgeschrittenen Planungen die Erlaubnis zu erteilen. Sollte der absolut unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Oldesloer Kommunalpolitiker doch keinen Satzungsbeschluss fällen, müsste trotzdem für Ausgleich gesorgt werden. Rein ökologisch ist Eissing der Ansicht, dass es besser ist, jetzt einen Knick zu verschieben, statt später einen komplett neuen anzulegen. Ein kleiner Tümpel, der für die Fläche eines Supermarktes weichen soll, wurde trocken gelegt. In mühsamer Handarbeit wurde Frösche und Molche eingefangen und an andere Gewässer transportiert. „Alttiere werden wohl versuchen, an ihre Geburtsorte zurück zu kehren, aber unter Umständen laichen sie an ihren Lebensräumen und etablieren dort Nachwuchs.“

Der Knick wurde auf den Stock gesetzt und wird von einem Bagger umgesetzt. Molche aus einem Tümpel wurden eingefangen und zu anderen Teichen gebracht. (Foto: Olbertz)

Hamburger Abendblatt vom 12. März 2007:

Thema Migration: Minister-Auftritt abgesagt

BAD OLDESLOE -

Mit Themenabenden und Lesungen will das Kulturforum der Sozialdemokratie das Oldesloer Kulturleben bereichern. Drei gut besuchte Veranstaltungen hat Christian P. Schlichte im vergangenen Jahr angeboten. Nun legt er vier neue vor.

Start sollte eigentlich in diesem Monat sein. Doch die für den kommenden Donnerstag vorgesehene Veranstaltung mit Schleswig-Holsteins Innenminister Dr. Ralf Stegner (SPD) hat Schlichte wieder abgesagt. Stegner sollte über das Thema Migration sprechen, mitmachen sollte eine Tanzgruppe des Vereins für Integration und Toleranz (FIT) und die A-cappella-Gruppe "Musikstudio Kammerton". Doch dann entschied die Härtefallkommisssion des Landes Schleswig-Holstein, dass der Asylantrag des in Oldesloe lebenden Afrikaners Danny Jozez abzulehnen sei. Schlichte fand, dass eine Veranstaltung zum Thema Migration mit Gesang und Tanz zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen sei. Sie soll eventuell im Mai nachgeholt werden.

Die weiteren Veranstaltungen in Kürze (genaue Termine folgen noch): Ende Juni will der Lübecker Autor Heinz-Joachim Draeger aus seinem Buch "Die Torstraße" lesen. Als Co-Vorleser ist Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe dabei. Und im September geht es bei einem Israel-Abend um die Städtepartnerschaft von Bad Oldesloe mit Beer Yaakov. Im November holen das Kulturforum und der Oldesloer Weltladen die frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis als Vorleserin nach Stormarn.

cv

Lübecker Nachrichten vom 6. März 2007:

Um Politikerstreit zu beenden: Ehepaar schenkt der Stadtschule 6000 Euro

Bad Oldesloe - Die Medien überschlagen sich bundesweit mit Ideen für eine bessere Kinderbetreuung - doch in Bad Oldesloe sorgten fehlende 6000 Euro für das neue Betreuungskonzept der Stadtschule für heftigste Debatten.

Das hat Günter und Helga Schlicht so empört, dass sie der Schule den fehlenden Betrag schenkten. Sie wollten damit "den für sie unverständlichen Streit zwischen den CDU-Stadtverordneten und dem Schulleiter beenden". Die Eheleute wohnen seit 1958 in Bad Oldesloe und benannten zudem "das ungute Gefühl, dass sich das Klima in unserer 'Besten Travestadt' seit einiger Zeit zu Ungunsten der Stadtgemeinschaft verändert."

Schulleiter Dieter Schmidt bedankte sich herzlich dafür, dass seinen Schülern das Geld privat zur Verfügung gestellt wurde, "was die Stadtverordnetenversammlung in der Mehrheit versagt hat". Er sei "hocherfreut", das Konzept sei damit gerettet, für das die Schule so viel Zuspruch von außen erhalten habe. Schmidt: "Wir sind eher positiv gestärkt aus der Sache herausgegangen."

Wenn die Stadt Ganztagsschulen wolle, sei dies "nicht kostenfrei zu haben". Er schlägt der Stadt vor, in einem Arbeitskreis eine einheitliche Lösung für alle Schulen zu erarbeiten. Der Bedarf sei da. An der Stadtschule beteiligen sich 173 Schüler an den 27 Kursen der Offenen Ganztagsschule, mehr als 68 Prozent. Angeboten werden unter anderem Sport, Sprachen, Theater, Kochen Die Eltern zahlen familienfreundlich zwischen sechs und acht Euro monatlich.

Die Parteien dankten den Spendern. SPD-Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach: "Es ist beschämend für die Politik, wenn Bürger uns auf diese Art an unsere Verpflichtung erinnern." CDU-Ortsvorsitzender Rainer Fehrmann: "Dass die Begleichung des Defizits nun aus privater Hand kommt und dabei die Motivation die Schlichtung öffentlichen Streits ist, ist eigentlich traurig."

Von Susanna Fofana , LN

Stormarner Tageblatt vom 5. März 2007:

Innenminister kommt zum Leseabend

Bad Oldesloe/st

Das Bad Oldesloer Kulturforum der SPD lädt auch in diesem Jahr wieder zu Lesungen ein. Am Donnerstag, 15. März, wird Innenminister Ralf Stegner als Vorleser beim Themenabend „Migration/Integration“ erwartet, der in Kooperation mit dem FIT-Verein und dem Bereich Migrationssozialarbeit des Diakonischen Werkes Bad Oldesloe voaussichtlich in der neuen Mensa der Gesamtschule IGS stattfindet.

Im Juni oder Juli begrüßt das Kulturforum den Buchautor Heinz-Joachim Draeger, der einen Lichtbildvortrag über sein Buch „Die Torstraße“ hält. Seitens der SPD liest der SPD Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Bernd Saxe.

Im September kommt es zu einem Israel-Themenabend, wenn die ehemalige SPD-Stadtpräsidentin Ilse Siebel die von ihr mit initierte Städtepartnerschaft zwischen Bad Oldesloe und Beer Yaakov vorstellt. Der Höhepunkt der Lesereihe 2007 wird wohl am 1. November sein, wenn die ehemalige Ministerpräsidentin Heide Simonis als Vorleserin zum UNICEF-Themenabend kommt, der in Kooperation mit dem „FairTrade Weltladen Bad Oldesloe“ stattfindet.

Stormarner Tageblatt vom 28. Februar 2007:

Verwaltung macht Jagd auf „Verräter“

Bürgermeister erstattet Anzeige, weil Details aus dem Redder-Vertrag in die Öffentlichkeit gelangten

Bad Oldesloe/ol

– Redder-Details sollten um jeden Preis unter Verschluss bleiben. 8,7 Millionen Euro netto bringt der Verkauf des Steinfelder Redders für die Stadtkasse – so die offizielle Sprachregelung von CDU und Verwaltung. Zweifel sind nicht erwünscht. Kommunalpolitiker, die fundierte Kritik äußern, machen sich unter Umständen sogar strafbar, denn dafür müssten ja Einzelheiten aus dem Vertrag benannt werden.

An diesem Punkt lässt die Stadt nicht mit sich verhandeln. Bürgermeister Tassilo von Bary teilte jetzt mit, dass er Anzeige gegen Unbekannt erstattet habe, nachdem in einem Artikel des Stormarner Tageblatts Vertragsdetails veröffentlicht worden waren. „Die Verletzung der Verschwiegenheitspflicht stellt eine Straftat dar“, betonte der Verwaltungschef.

Ursula Riewerts von der SPD ist empört: „Ich möchte nicht ständig auf meine Rechte und Pflichten hingewiesen werden. Die kenne ich sehr wohl.“ Sie empört sich besonders darüber, von Verwaltungsmitarbeitern schriftlich auf Verschwiegenheit verpflichtet zu werden. „Über dieses Schreiben habe ich mich sehr geärgert, und am nächsten Tag lese ich dann weitere Zahlen und Details in der Zeitung, die die CDU und der Bürgermeister rausgegeben haben. Das kann doch nicht sein. Ich fühle mich bevormundet und unter Generalverdacht gestellt.“ Sie stellt klar: „Aus unserer Fraktion hat keiner Zahlen genannt, die nicht öffentlich sind.“

Inhaltlich ist Riewerts mit der momentanen Diskussion ebenfalls nicht einverstanden. „Auch wenn ich die Einnahmen, die nach 2010 kommen, betrachte, ergibt das für mich noch lange nicht die Summe, die im Raum steht“, betont die erfahrene SPD-Politikerin.

SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach hat nachgerechnet: Der Redder verursacht „ein deutliches Defizit von rund 900 000 Euro bis zum 31. Dezember 2007“. Mit der Geheimhaltungspolitik werde die Chance vertan, die Bürger zu informieren. Mit Blick auf die gut gefüllten Besucherränge sagte er: „Ihnen sagt man es nicht. Ich weiß es.“

Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 28. Februar 2007:

Haushaltsdebatte als Schlagabtausch

Nach zweieinhalbstündiger Debatte ist der Oldesloer Haushalt 2007 mit den Stimmen von FDP und CDU verabschiedet worden.

Bad Oldesloe

– Die Ausgangslage konnte unterschiedlicher nicht sein. Während Finanzausschuss-Vorsitzende Susanne Pöhls von der CDU den Haushalt als „richtungsweisend für die Zukunft unserer Stadt“ sieht, spricht der Grüne Gerold Rahmann von einem „ökologischen und ökonomischen Armutszeugnis“. Karl-Reinhold Wurch von der FDP findet, dass die Zahlen angesichts des allgemeinen Aufschwungs viel zu konservativ geschätzt seien. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach zog den Haushalt humorig durch den Karnevals-Kakao: „Jetzt ist Aschermittwoch und alles ist vorbei – einige Zahlen entpuppen sich als ziemlich grau und müde unter der Verkleidung und bei einigen war die Ernüchterung wirklich hart.“

Damit wäre eigentlich alles gesagt gewesen, und es hätte abgestimmt werden können. Aber Haushaltsberatungen sind eben traditionell auch eine Abrechnung mit der Politik der jeweils anderen Seite. In seiner Grundsatzrede ging der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rohde auf die Haushaltsentwicklung ein. Der CDU sei es gelungen, den Schuldenstand von knapp 16 Millionen auf aktuell 9,1 Millionen Euro zu senken. Trotzdem hätten noch Investitionen getätigt werden können. So seien beispielsweise für 20 Millionen Euro die Schulen modernisiert worden. Mit dem Bau weiterer Mensen und der Sanierung der Stadtschul-Turnhalle werde dieser Weg in diesem Jahr konsequent fortgesetzt. Parallel dazu laufe die Sanierung der Sportanlagen. Matthias Rohde: „Das Travestadion wird quasi komplett neu gebaut.“ Die CDU achte streng darauf, dass beschlossene Maßnahmen auch wirklich bezahlbar seien. Das sei solide Politik. Rohde: „Man muss auch mal in der Lage sein, nein zu sagen. Ja-Sager auf Kosten der Steuerzahler gibt es genug.“

Trotz seines Humors ging Hagen von Massenbach mit seiner Rede in Details. 26 Prozent der Ausgaben im Verwaltungshaushalt seien Personalkosten. Keine Kritik von der SPD: „Wir brauchen eine gute Verwaltung und die kostet halt.“ Einsparpotenziale habe die CDU im sozialen Bereich gefunden. Erziehungsberatungsstelle, Angebote für Senioren und Drogenberatungsstelle müssten ohne Zuschüsse auskommen. Das bringe tatsächlich 7 800 Euro bei einem Gesamthaushalt mit 32 Millionen Euro. Betriebsausgaben machen 23 Prozent des Haushalts aus. In von Massenbachs Augen würde es Sinn machen, alle Gebäude auf Energiesparpotenziale zu untersuchen. Die Stadt steuere zielsicher auf 15 Millionen Euro Schulden zu. Das berge nach von Massenbach die Gefahr, dass der Bürgermeister von einem Kommissar des Innenministeriums abgelöst werde.

Der Rechnungshof habe bemängelt, dass die Stadt nicht genügend Parkgebühren einnehme. Zu recht wie die SPD findet: „Definitiv hat die Einnahme-Verschwendung nicht zur Belebung der Innenstadt geführt!“

Gerold Rahmann (Grüne) präsentierte einen entredderten Haushaltsvorschlag mit diversen Sparanregungen wie beispielsweise weniger Fahrzeuge für den Bauhof, kein Geld für Baumfällaktionen, Verkauf der Stormarnhalle, eingeschränkter Winterdienst. Nach seinen Berechnungen könnten so gut 4,5 Millionen Euro zusammen kommen. Dafür erntete er aber vor allem von Seiten der CDU nur Spott. Weil die Punkte schlecht vorbereitet waren, stimmten aber auch SPD und FDP dagegen.Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 24. Februar 2007:

SPD-Vorstand fordert Ökobau im Redder

Stadt soll unabhängiger von fossiler Energie werden

Bad Oldesloe / ol

– Bislang gilt die SPD als vehementer Gegner der Redder-Bebauung – zumindest die SPD- Fraktion. Bahnt sich die 180-Grad-Wende an? Das Gelände ist längst verkauft, der B-Plan wird seit Monaten diskutiert und steht kurz vor der Vollendung, da zaubert Parteivorsitzender Oliver Trost einen Vorschlag aus dem Hut: Wenn es sich nicht verhindern lässt, soll der Redder bitte ökologisch bebaut werden. Wie die Fraktion zu dem Vorschlag steht, geht aus seiner Mitteilung allerdings nicht hervor.

Oliver Trost: „Es versteht sich von selbst, dass bei der Bebauung des Steinfelder Redders die Kohlendioxid-Reduzierung ein vorrangiges Ziel sein muss.“ Mit der Bebauung des Redders könne ein Zeichen für ein klimafreundliches Oldesloe gesetzt werden. Die SPD appelliert an die Investoren, Planer, Architekten und Bauherren, den Steinfelder Redder zu einem Vorzeigeprojekt in Sachen Klimaschutz zu machen. „Die Technologien sind vorhanden und ermöglichen eine umweltverträgliche und nachhaltige Bebauung“, so Trost. Die Lage um den Hügel ermögliche eine optimale Ausnutzung der Sonnenenergie. Der SPD-Ortsverein sieht Solartechniken allerdings nur als ein Mittel. Es sollten ausschließlich sehr gut gedämmte Häuser gebaut werden und Energieerzeugungsverbünde mit mehreren Häusern geschlossen werden. So werde Energie effizient vor Ort erzeugt und könne an das öffentliche Stromnetz verkauft werden.

„Im ersten Moment verteuert dies zwar etwas den Bau, aber durch den Verkauf von Strom amortisieren sich die Mehrkosten innerhalb weniger Jahre. Das erhöht den Wiederverkaufswert erheblich“, ist Trost überzeugt. Wünschenswert seien darüber hinaus auch die Berücksichtigung von Biogasanschlüssen, Nutzung sparsamer Straßenbeleuchtung und Regenauffang-anlagen für die Bewässerung der Grünanlagen und für Nutzwasser. Trost: „Bad Oldesloe muss unabhängiger von fossiler Energie werden. Das wäre dann ein Alleinstellungsmerkmal, auf welches unsere Stadt wirklich stolz sein könnte.“

 

Stormarner Tageblatt vom 19. Februar 2007:

Investoren für Kampstraße abgeblitzt

So werden Investoren in der Stadt abgefertigt: CDU und Grüne sind gegen ein Baugebiet Kampstraße. Damit sind die Baugebiets-Pläne einer Investorengruppe in zehn Jahren schon zum zweiten Mal gestorben.

Bad Oldesloe

– So einfach haben sich Projekte erledigt. „Die CDU-Fraktion wird dem nicht zustimmen“, hieß jetzt im Planungsausschuss. Da gingen bei den Investoren die Mundwinkel nach unten und sie konnten ihre Pläne einpacken. Da half es auch nicht, dass Hans-Hermann Roden argumentierte: „Die Investoren haben ein moralisches Recht auf einen B-Plan. Probleme können doch erörtert und gelöst werden.“

Die Vertreter der „Grundstücksgesellschaft Claudiusstraße“ planen, die Kampstraße in Richtung Süden zu verlängern und L-förmig an die Claudiusstraße anzukoppeln. Dort sollend rund 90 Wohneinheiten entstehen. Dieser Plan ist nicht neu. „In 15 Jahren haben wir mit der Stadt ja schon einiges durchgemacht“, stöhnt Geschäftsführer Wolfgang Stumpf: „Wir waren vor zehn Jahren schon weiter, als wir es jetzt sind.“

In dem Bereich sind teilweise Schwermetalle im Boden – Hinterlassenschaften einer Farbfabrik. Die Investoren hatten ursprünglich vor, nur den unbelasteten Bereich zu bebauen. 1996 legten sie ihre Pläne vor. Die wurden aber abgelehnt. „Ohne Sanierung keine Baugenehmigung“, lautete damals das Motto. Das belastete Areal gehörte aber der Gesellschaft. Nun ist die Eigentumsfrage geklärt, die Investoren sind bereit, die Altlasten zu sanieren, trotzdem gibt es keine Genehmigung. CDU-Sprecher Rainer Fehrmann argumentiert mit „Verkehrsproblemen“: „Die Investoren wollen eine Anliegerstraße nutzen. Da kommt es doch schon zu Problemen, wenn nur ein Auto am Rand geparkt wird. Den ganzen Verkehr durchschleusen, wo heute fünf Häuser stehen. Die wollen das Gebiet nur vollpflastern.“ Zudem seien in dem Gebiet Gewerbeflächen vorgesehen. „Daran besteht in der Stadt überhaupt kein Bedarf“, so Fehrmann. Er gibt auch zu bedenken, dass von der angrenzenden Bahnlinie mit Lärmbelästigungen zu rechnen ist. „Das ist die Strecke Hamburg - Lübeck mit 700 Meter langen Güterzügen und den schnellen Reisezügen“, erläutert der Ex-Bahner. Fraktions-Chef Matthias Rohde ergänzte: „Wir wollen niemandem zumuten, dort zu wohnen.“ Rückendeckung bekommt er überraschend vom Grünen Gerold Rahmann: „Ich will kein Gebiet, das per se für Minderbemittelte ist.“ Er lehnt jede weitere Bebauung in der Stadt ab.

Für die SPD, so Maria Herrmann, sind das alles vorgeschobene Argumente, um das Projekt zu blockieren. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach: „Ich sehe da keine Rush-Hour in der Kampstraße. Das ist Blödsinn. Ich bin empört. Ein Investor macht und tut. Die Ecke hätte eine Chance verdient, aber jetzt wird einem Stadtteil die Möglichkeit genommen, sich zu entwickeln.“

Dem Investor war ein Fragenkatalog präsentiert worden: Wer trägt die Kosten? Ist Schulwegsicherung erforderlich? In welchen Kindergarten sollen die Kinder? Gibt es eine Anbindung an den ÖPNV? Muss der Tunnel Pölitzer Weg umgebaut werden? „Dieser Katalog ist eine Frechheit“, findet von Massenbach: „Wenn die Fragen halbwegs beim Steinfelder Redder gestellt worden wären, hätte es den nicht gegeben.“

Dass es Schwierigkeiten geben könnte, will auch SPD-Mann Hans-Hermann Roden nicht abstreiten: „Anstatt die Probleme im B-Plan-Verfahren zu erörtern, soll schon vorher alles im Aufstellungsbeschluss geregelt sein. Dieses Vorgehen widerspricht dem Sinn und Zweck des Abwägungsprozesses.“

Auch Anita Klahn von der FDP versteht die Ablehnung nicht. Im Vorfeld der Redderplanung sei eine Standortanalyse erarbeitet worden. „Da wurde unter anderem die Kampstraße als Alternative ausgewiesen. Das wollte keiner wegen der Altlasten. Aber das Thema wäre jetzt geregelt“, wundert sich die Liberale. FDP und SPD sind sich einig, das vorrangiges Ziel der Verhinderungspolitik ein Schutz des Steinfelder Redders ist.

Geschäftsführer Wolfgang Stumpf ist vom Ausgang der sitzung nicht wirklich überrascht: „Ich habe das schon kommen sehen. Wenn der Steinfelder Redder erst durch ist, kommt unser Projekt auf die lange Bank.“ Sein Unternehmen habe jahrelang Kompromissbereitschaft gezeigt, sei auch jetzt noch zu Gesprächen bereit. Aber so Stumpf: „Es istnicht meine Art, bitte bitte zu machen.“ Stattdessen will sich die Grundstücksgesellschaft auf dem Klageweg die entstandenen Kosten zurückholen. „Wir sehen Möglichkeiten, die Stadt zu verklagen“, sagt Wolfgang Stumpf. Dabei gehe es um Beträge „weit im sechsstelligen Bereich“.

Andreas Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 14. Februar 2007:

Haushaltsberatung: Nichts übrig nach Redder-Verkauf?

Gerold Rahmann zerpflückt Vorlage für WPA

Bad Oldesloe / ol

– Das muss so etwas wie ein „innerer Reichsparteitag“ für ihn gewesen sein. Genüsslich pickte sich der Grüne Gerold Rahmann einige Posten aus dem Haushaltsentwurf des Wirtschafts- und Planungsausschusses und lüftete damit, völlig rechtens und in aller Öffentlichkeit, eines der bestgehütetsten Geheimnisse: Was bringt der Verkauf des Steinfelder Redders? Aus dem Haushaltsentwurf bis zum Jahr 2010 lässt sich eine erste Bilanz ziehen.

Die Habenseite ist relativ schnell geklärt: In den kommenden vier Jahren werden es gut zwei Millionen sein, die von der Erschließungsgesellschaft fließen. Zusätzlich gibt es eine Bonuszahlung von knapp 300 000 Euro. Dieser Nachschlag wurde damals im Zusammenhang mit dem Verkauf der Grundstücke im Westen für den Fall vereinbart, dass die S-Erschließungsgesellschaft in Oldesloe nochmals den Zuschlag erhält. In den vereinbarten Ratenzahlungen der S-Erschließung für dieses Jahr ist sogar noch ein Wackelposten erhalten. Von den eingeplanten 868 000 Euro entfallen 500 000 Euro auf die Fläche des Nahversorgers. Das vorgesehene Grundstück ist allerdings geschützt, dürfte eigentlich nicht gebaut werden.

In diesem Zusammenhang wird heute Abend im nichtöffentlichen Teil des Finanzausschusses über einen Nachtrag zum Kaufvertrag beraten. Denn wenn der Schutzstatus nicht aufgehoben wird, sitzen die Investoren auf diesem teuren Zipfel oder sie treten vom Kaufvertrag für den Steinfelder Redder komplett zurück. In einer Nachbesserung des Vertrags soll ein gesplittetes Rücktrittsrecht eingeführt werden.

Auf der Soll-Seite kommt es ganz happig. 18 000 Euro bekommt das Anwaltsbüro, das die Ausschreibung begleitet hat. Knapp 750 000 Euro zahlt die Stadt für Grunderwerb, denn der Steinfelder Redder gehörte ihr gar nicht komplett. Satte zwei Millionen Euro verschlingt die äußere Erschließung der B 75 – dazu zählt beispielsweise der Kreisverkehr. Dafür gibt es aber auch eine „Erstattung Bund“ in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

Unterm Strich bleiben knapp 1,5 Millionen Euro Kosten. Hinzu kommen 440 000 Euro für den Erwerb von ökologischen Ausgleichsflächen, wobei die Frage der Regenentwässerung und die Bahnquerung noch nicht ist abschließend geklärt sind.

„Dann sind wir ja schon auf Null. Netto bleibt nichts! Dabei hatte man uns einen sanierten Haushalt versprochen“, ärgerte sich Gerold Rahmann. In einer geheimen Sitzungsvorlage vom Januar ging auch die Verwaltung davon aus, dass „jährlich 1,5 Millionen Euro an bisher geplanten Einnahmen nicht erzielt werden.“ Das Geld kommt nämlich „kleckerweise“ bis zum Jahr 2018. 2012 werden beispielsweise mal zwei Millionen prognostiziert, dafür gibt es 2017 voraussichtlich gar kein Geld. Immer vorausgesetzt, der momentane Boom hält an: Von den gut 90 Grundstücken des ersten Bauabschnitts trägt bereits die Hälfte den Vermerk „reserviert“.

Gerold Rahmann geht in seiner Bewertung noch einen Schritt weiter. Am Sonnabend ist große Haushaltsklausur. In der Sitzungsvorlage rechnet die Kämmerei vor, dass der Schuldenstand der Stadt zum 1. Januar dieses Jahres 9,1 Millionen beträgt. Bis Ende 2010 wachse das Minus auf 14,7 Millionen Euro. Rahmann ist entsetzt: „Das sind für mich 40 Prozent mehr. Der Schuldenberg wird so hoch wie nie.“

Stormarner Tageblatt vom 14. Februar 2007:

Stadtschul-Konzept gefährdet

Die Stadtschule braucht Geld, um ihr neues Konzept umsetzen zu können. Der Ausschuss bewilligte die Mittel nur teilweise.

Bad Oldesloe

– An der Stadtschule brennt die Luft. Der Sozialausschuss hat die Mittel für das Betreuungsangebot deutlich gekappt. Damit steht das innovative Konzept nach nur einem Jahr auf der Kippe.

So ein Angebot gibt es nicht umsonst, das kostet Geld. Um die FSJler bezahlen zu können, benötigt die Schule 67 200 Euro. Dafür hat Rektor Dieter Schmidt ein ausgeklügeltes Finanzierungskonzept auf die Beine gestellt. 40 000 Euro bekommt die Schule, weil sie auf eine Planstelle verzichtet, 13 500 Euro bezahlt das Sozialministerium, 6 700 Euro das Bildungsministerium. Und dann sind noch 6 000 Euro Zuschuss von der Stadt fest eingeplant.

Bislang zahlt die Stadt jährlich 100 Euro pro Kind an den Verein „Feste Grundschulzeiten“. Dieter Schmidt war davon ausgegangen, dass er diesen Betrag auch gebilligt bekommt. Dem haben die Politiker allerdings nicht zugestimmt, weil es nach Auskunft der Verwaltung nicht möglich sei, die Mittel einfach umzulenken.

Ausschuss-Vorsitzender Uwe Wilken: „Der Verein braucht das Geld noch.“ Aber eben nicht für die Stadtschule. Dort werden in diesem Schuljahr zwar noch gut 50 Kinder betreut, doch nach den Sommerferien ist damit definitiv Schluss. Deshalb muss der Verein zwei Mitarbeiterinnen entlassen. An den anderen Schulen steigt die Kinderzahl aber , so dass der Zuschuss der Stadt an den Verein nur unwesentlich sinken wird.

Im Internet wettert Schmidt vehement gegen diese Entscheidung: „Während an allen anderen Schulen also weiter durch die Stadt bezahlt wird und dieser Betrag noch um die 6 000 Euro der Stadtschule aufgestockt wird, gehen wir leer aus. Man muss schon einer ganz bestimmten Partei in Bad Oldesloe angehören, um das als gerecht zu empfinden.“

Zusätzlich bietet die Stadtschule einen Ganztagsbetrieb an. Für das nächste Schuljahr hatte Dieter Schmidt 20 000 Euro beantragt. Anteilig für dieses Kalenderjahr wären das 8 350 Euro gewesen. Doch auch diese Summe bekommt die Stadtschule nicht. Bewilligt wurden vom Ausschuss lediglich 5 000 Euro. Anfang nächsten Jahres sollen nochmals mindestens 7 500 Euro fließen. Auf das Schuljahr gesehen macht das dann 12 500 Euro. Ein Vorschlag der SPD, der sich allerdings nicht an der Kalkulation der Schule orientiert, sondern daran, was vergangenes Jahr gezahlt worden ist, zuzüglich eines Bonus, weil ja Schüler in der Ganztagsbetreuung keinen Hortplatz benötigen.

Bis zum kommenden Jahr soll die Finanzierung des Ganztagsbetriebs auf solide Füße gestellt werden. Die Oldesloer Verwaltung arbeitet an der Berechnung eines Budgets. „Da kann es für die Stadtschule durchaus noch mehr werden“, stellt Wilken in Aussicht. Der Christdemokrat stellt aber auch klar: „Ich gebe Rektor Schmidt ja recht, dass Ganztagsbetreuung Geld kostet. Aber er macht aus einer Mücke einen Elefanten. Es geht doch nur darum, ein halbes Jahr durchzukommen.“

Schulleitung und Elternvertretung wollen gemeinsam für das Konzept kämpfen. Die CDU ist empört – vor allem über die Internetseite. Andreas Olbertz

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Der Hintergrund

Die Idee ist relativ einfach: Fünf junge Frauen absolvieren an der Stadtschule ein Freiwilliges Soziales Jahr. Diese FSJlerinnen können so erfahren, ob ihnen der angestrebte Lehrerberuf überhaupt liegt. An verschiedenen Stellen sind die FSJler in den Alltag eingebunden. Dafür werden sie angeleitet, besuchen Fortbildungen und haben Kontakt zur Uni Flensburg. An der Schule kümmern sie sich zum Beispiel um Lernwerkstätten, gezielte Einzelförderung oder Hausaufgabenbetreuung. Die Zahl der FSJler soll für das kommende Schuljahr verdoppelt werden. Damit wäre es möglich, eine verlässliche, verlängerte Unterrichtszeit bis 13 Uhr anzubieten. Darüber hinaus sind auch Nachmittagsangebote möglich, die bei Bedarf bis 16.30 Uhr gehen können.

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Standpunkt

Ziel verfehlt

Andreas Olbertz.

Bad Oldesloe – die familienfreundliche Stadt der Generationen mit Tradition. Was von diesem Leitwert aus dem Marketingrat zu halten ist, hat der Sozialausschuss jetzt gezeigt.

Schulleiter Dieter Schmidt als Person und sein Konzept sind zwar nicht unumstritten. Aber wenn dass, was er an der Stadtschule auf die Beine stellt, nicht gewollt sein sollte, muss man es deutlich sagen. Sicher kann auch über den einen oder anderen Kostenansatz diskutiert werden, aber pauschale Kürzungen torpedieren die Bemühungen der Schule. Das gibt Frust bei den Lehrern und Verunsicherung bei den Eltern.

Im Fall Stadtschule ist es ziemlich offensichtlich, dass nicht wirklich sachliche Argumente, sondern persönliche Befindlichkeiten eine Rolle spielen – vermutlich sogar auf beiden Seiten.

Es geht jedenfalls nicht darum, eventuell überzogene Vorstellungen auf ein angemessenes Maß zu stutzen. Es geht auch nicht darum, den angespannten Haushalt zu entlasten, schließlich werden an anderen Schulen große Mensaprojekte geplant. Da drängt sich ganz entschieden der Eindruck auf, dass einem engagierten Schulleiter Knüppel zwischen die Beine geworfen sollen.

Für das Image als familienfreundliche Stadt ist das jedenfalls nicht förderlich.

 

Stormarner Tageblatt vom 12. Februar 2007:

Redder-Namen – Buxtehude oder Bussard ?

Straßenbezeichnungen heute auf WPA-Tagesordnung – CDU denkt über Vertagung nach

Bad Oldesloe / ol

– Heute Abend fällt die Entscheidung: Der Wirtschafts- und Planungsausschuss (WPA) tagt ab 19 Uhr im Sitzungszimmer des Stadthauses. Auf der Tagesordnung steht dabei auch die Benennung der zukünftigen Straßen im Bereich des Steinfelder Redders. Die Erschließungsgesellschaft hat vorgeschlagen, die Straßen nach Dichtern oder Musikern zu benennen. Seitens der Verwaltung kam der ausführlich begründete Vorschlag, Kinderbauchautoren als Namensgeber heranzuziehen (wir berichteten).

Ratsfrau Anita Klahn hat für die FDP den Antrag gestellt, den zentralen Ring nach Dietrich Buxtehude zu benennen. Die kleineren Stichstraßen sollen nach Persönlichkeiten aus dem kulturellen Bereich benannt werden. Den Liberalen schweben Else Wex (Künstlerin und Schülerin von Lovis Corinth), Carl Christian Thegen (Bedeutender naiver Maler), Raimund Harmstorf (Schauspieler, aufgewachsen und beigesetzt in Bad Oldesloe), Heinrich Heine (er weilte 1821 mehrere Wochen in Oldesloe), Franz Daniel Hagelstein (erster wissenschaftlich ausgebildeter Arzt Oldesloes) und Julius Schüthe (Gründer des Oldesloer Landboten, des heutigen Stormarner Tageblatts), vor.

Sollten weitere Namen benötigt werden, könne auf Flurbezeichnungen zurück gegriffen werden. Auch die Bezeichnung „Steinfelder Redder“ müsse unbedingt verwendet werden.

Die FDP begrüßt es, die Straßen frühzeitig zu bennenen. Der Begründung, die die Verwaltung für ihren Vorschlag liefert, kann sie aber nichts abgewinnen. Anita Klahn: „Der Begriff ‚familienfreundlich‘ wird durch keine Maßnahme gestützt. Im Gegenteil, die Option auf eine Stadtteileinrichtung für Kinder und Jugendliche ist gestrichen, der Bolzplatz ist am östlichen Wohnrand und damit am äußersten Rand des Stadtgebietes geplant, andere Spielflächen müssen eingegrenzt werden, da sie sich in geschützten Flächen befinden. Der Anschluss zur Grundschule oder zu kirchlichen Institutionen mit Kindergarten ist via Tunnel geplant. Der kürzere, direktere Weg über eine Brücke ist nicht gewollt.“

Die Grünen verzichten bewusst auf jeden Vorschlag: „Wir beteiligen uns nicht an der Diksussion um die Benennung von Straßen, die wir nicht haben wollen“, stellt Fraktions-chef Gerold Rahmann klar: „Dietrich Buxtehude wäre für Oldesloe natürlich angemessen, aber nicht im Steinfelder Redder.“

Ähnlich sieht das die SPD-Fraktion. Hagen von Massenbach: „Die Diskussion um Straßennamen wird in Oldesloe viel zu hoch aufgehängt. Eigentlich sollten wir uns da raushalten.“ Ironisch sei in der Fraktion über ein Vertriebenen-Viertel diskutiert worden: Fledermausring, Molchstraße und Bussardgasse. Dichterstraßen gebe es bereits und Komponisten habe jede andere Stadt auch. Im Neubaugebiet eine Straße nach Dietrich Buxtehude zu benennen – die SPD ist dagegen. „Das wäre doch nicht wirklich ehrenvoll. Für den sollten wir mal endlich die Hindenburgstraße umbenennen“, argumentiert Hagen von Massenbach.

Die CDU äußert sich zu dem Thema noch nicht. Sprecher Rainer Fehrmann: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir den Punkt vertragen werden und abwarten, was noch an vernünftigen Vorschlägen kommt. “

Weitere Namensvorschläge mit Begründung bitte an: redaktion.stormarn(at)shz.de oder per Fax an: 04531/1631626.

 

 

Stormarner Tageblatt vom 8. Februar 2007:

Da gärt nicht Mais, sondern Unmut

Biogas, Grabauer Straße und kein Ende: Investoren und Westler kritisieren die FDP. Dabei hatte die genau das gefordert, was nachträglich in den Vertrag rein soll, obwohl angeblich vorher schon alles klar gewesen sein soll.

Bad Oldesloe

– Sowohl die Vertreter der „Interessengemeinschaft West“, als auch die Investoren zeigen sich über die neuerlichen Diskussionen um die Vertragssituation bezüglich der Biogasanlage verwundert. Weder der gefundene Standort, noch der städtebauliche Vertrag ließen Interpretationsspielraum.

Knackpunkt war bis zum Schluss Paragraf 3, in dem die Verkehrsführung geregelt wird. Die „Blumendorf Bio-Energie GmbH“, der zukünftige Betreiber, sowie die „Westler“ sind sich einig, dass die korrekte Formulierung heiß muss:

1.) Die reibungslose An- und Abfahrt zur Anlage ist durch entsprechende bauliche Vorkehrungen sicherzustellen. Die Benutzbarkeit der öffentlichen Verkehrsanlagen durch Radfahrer und Fußgänger ist jederzeit sicherzustellen.

2.) Der Betreiber verpflichtet sich, die Bioenergieanlage so zu betreiben, dass die Grabauer Straße in dem Abschnitt zwischen Einmündung Meiereiweg und B 75, wie er in der Anlage 2 rot dargestellt ist, nicht mit Fahrverkehr belastet wird. Für den Lieferverkehr mit Fahrzeugen aus Richtung Altfresenburg und anderen Bereichen von und zur Biogasanlage, wird der Betreiber die Grabauer Straße, gem. Anlage 2, grundsätzlich nicht benutzen.

3.) Der Betreiber muss, Erfüllungs- und Verrichtungsgehilfen, Zulieferer sowie eventuelle Lohnunternehmer vertraglich verpflichten, die Auflagen gemäß Absatz 1 und 2 einzuhalten.

Dieser Text sei bereits am 17. Januar vereinbart worden. „Dies betrifft vor allem die von uns kritisierte Formulierung „zusätzlich“ beim Fahrverkehr sowie die Weitergabe der vertraglichen Verpflichtungen an Dritte“, betont Sprecher Henry Dudszus. Warum diese Formulierungen nicht mehr rechtzeitig vor der entscheidenden Sitzung des Planungsausschusses in die Sitzungsvorlage aufgenommen worden sind, ist unklar. Henry Dudszus legt aber Wert auf die Feststellung, dass alle Parteien vorab über den erzielten Kompromiss informiert worden seien.

In einer gemeinsamen Erklärung der Westler und der Biogas-Investoren heißt es: „Aus diesem Grunde sollte die FDP sich hierbei mit ihren politischen Gegnern auseinander setzen, aber bitte keine Kritik an der konstruktiven Arbeit einer parteipolitisch ungebundenen Nachbarschaftsinitiative üben.“ Dabei hat FDP-Ratsfrau Anita Klahn nichts anderes öffentlich gefordert als das, was nun noch nachgebessert werden soll.

In der Opposition gärt es mittlerweile gewaltig. „Es kann doch nicht sein, dass irgendwer etwas ausmauschelt und uns sagt, was wir zu beschließen haben“, ärgert sich Anita Klahn. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach ist ebenfalls sauer: „Ein Herr Dudszus ist für mich nicht maßgeblich für den Planungsausschuss. Da geht es um die Vorlagen, die ich von der Verwaltung bekomme. Egal was in der Sitzung gesagt wurde, es ist doch alles nieder gemacht worden.“ Der Sozialdemokrat ärgert sich, dass nach einem Hilferuf der Westler ein „großer Runder Tisch“ vereinbart wurde, dann aber doch alles in kleinem Kreis mit der CDU angeblich geklärt wurde. „Die CDU wollte der große Held sein, der alles geregelt hat. Das sind die berühmten Geister die ich rief“, so von Massenbach. Er warnt ausdrücklich davor, nochmals über den Vertrag zu verhandeln: „Wenn da etwas geändert werden soll, habe ich auch noch Punkte, wie Blühstreifen und Monokultur, die noch unbefriedigend geregelt sind.“

Andreas Olbertz

Lübecker Nachrichten vom 3. Februar 2007:

Schulgesetz: Arbeitskreis und Befragung

Bad Oldesloe - Die CDU hatte bereits am Donnerstag zu einem Infoabend über das ins Haus stehende neue Schulgesetz für Schleswig-Holstein geladen, die Grünen drängeln seit Wochen. Jetzt endlich kommt auch Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary dem Wunsch von Eltern und schulpflichtigen Kindern nach. "Dass die Eltern und alle weiteren Betroffenen und Interessierten eng zu beteiligen sind, steht für mich völlig außer Frage. Eine Informationsveranstaltung zum neuen Schulgesetz wird es selbstverständlich auch in Bad Oldesloe geben", erklärte von Bary.

Wichtig sei aber der richtige Zeitpunkt. Erst seit der Beschlussfassung des neuen Schulgesetzes am 24. Januar seien die verbindlichen Fakten bekannt. Der nächste Schritt ist für ihn die Information und Beschlussfassung im Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss am 7. Februar. Hier will er vorschlagen, einen Arbeitskreis aus Verwaltung, Politik, Schulleitungen und Elternvertretern einzurichten, und außerdem eine Elternbefragung vornehmen.

Die SPD begrüßt und unterstützt eine Veranstaltung zum neuen Schulgesetz. "Die Saat geht auf", freute sich Hagen von Massenbach, der beim Neujahrsempfang der SPD die Gründung eines Schulrates gefordert hatte und vorschlug, alle Beteiligten an einen Tisch zu laden.

Stormarner Tageblatt vom 26. Januar 2007:

Grünes Licht für grünes Gas

Planungsausschuss für Biogas-Anlage in Blumendorf – FDP stimmt dagegen

Bad Oldesloe / ol

– Die CDU ist hochzufrieden, die Biogasbetreiber freuen sich, und auch Anwohnervertreter Henry Dudszus sieht keinen Grund mehr, sich zu beklagen. Im Wirtschafts- und Planungsausschuss sind jetzt Verträge beschlossen worden, die der Biogas-Anlage grünes Licht geben.

Die Opposition ist allerdings empört. Anita Klahn von der FDP wettert: „Da ist gemauschelt worden. Der Vertrag ist zum Nachteil der Anlieger.“ Sie ärgert sich, dass die Kommunalpolitiker von der Verwaltung extra zur Geheimhaltung in Vertragsangelegenheiten verdonnert werden, dann aber CDU-Mann Manfred Meurers mit Anliegern vertrauliche Passagen verhandelt. Anita Klahn erbost: „Wir hatten gar nichts. Das finde ich sehr befremdlich.“

Auch die SPD ist empört. „In der Sache sind wir für die Anlage. Der Vertrag ist okay, aber ich fand es eine Anmaßung wie es gelaufen ist. Es hinterlässt einen faden Beigeschmack“, kritisiert Fraktions-Chef Hagen von Massenbach.

Inhaltlich kritisiert Anita Klahn, dass im Vertrag von „zusätzlichem“ Verkehr die Rede ist, sowie von „Lieferverkehr aus Altfresenburg und anderen Bereichen“. „Dieses Ding lässt schon wieder Interpretationen zu. Wir wollten es schlicht und einfach.“ Doch mit ihrem Vorschlag ist sie abgeblitzt.

Stormarner Tageblatt vom 25. Januar 2007:

Redderplanung geht in die zweite Runde

Es war zwar eine große Runde, aber die großen Auseinandersetzungen blieben aus: Über die zweite Auslegung der Planungen für den Steinfelder Redder wurde nur sehr lustlos diskutiert

Bad Oldesloe

– Der Kaufvertrag ist zwar unterschrieben, aber damit ist das Thema Steinfelder Redder noch nicht erledigt. In einer gemeinsamen Sitzung von Planungs- sowie Umweltausschuss wurden jetzt die planerischen Voraussetzungen für die Erschließung geschaffen. Denn ohne gültigen B-Plan ist das Gelände vielleicht ökologisch, ganz sicher aber nicht ökonomisch wertvoll.

Über den Steinfelder Redder ist in der Vergangenheit immer heftig gestritten worden. Offensichtlich ist jetzt die Luft raus. Allen ist klar, es geht um die Wünsche des Investors. Die Kommunalpolitiker haben nicht mehr wirklich viel zu bestimmen. Auch wenn Siegfried Wobig in einer persönlich Erklärung explizit betonte, er fühle sich in seinen Entscheidungen nicht eingeengt. „Ich fühle mich völlig frei“, verkündete er.

Hans-Hermann Roden von der SPD sah das offenbar anders. Er wollte wissen, welche finanziellen Auswirkungen denn Beschlüsse haben könnten. Eine Antwort wäre sicher schwierig geworden, aber Bürgermeister Tassilo von Bary versuchte es nicht mal: „Ich will Sie doch in Ihrer Entscheidungsfreiheit nicht einschränken.“ Im Klartext heißt das wohl so viel wie: Eine falsche Entscheidung kann teuer werden.

Fest steht, die Stadt hat sich vertraglich verpflichtet, die „planerischen Vorstellungen des Käufers“ zu berücksichtigen. Es darf auch nicht mehr lange diskutiert werden, denn wenn nicht innerhalb eines halben Jahres Baugenehmigungen erteilt werden können, hat die Sparkasse ein Rücktrittsrecht. Die erste Rate wird überhaupt erst fällig, wenn der so genannte Status nach Paragraf 33 des Baugesetzbuches erreicht wird.

Ein Großteil der eingegangenen Anregungen und Bedenken waren Selbstgänger, die berücksichtigt werden mussten, bei denen es keinen Entscheidungsspielraum gab. Da wurde noch mal bemängelt, dass der Bolzplatz an den absoluten Rand verschoben worden ist oder gefordert, dass auch Energiesparlampen zum Einsatz kommen sollen, aber das war es im Großen und Ganzen. Die mal angedachten Reihenhäuser sind weg, dafür wird die Bebauung dichter – kein Diskussionsstoff. In der Vergangenheit wurde viel über die Führung des Radwegs debattiert. Die Sparkasse will ihn allerdings nicht im Baugebiet haben, also kommt er da nicht hin, auch wenn das unter Umständen einige Alleebäume kostet. Im gleichen Atemzug werden kleine Stich- zu Durchgangsstraßen erklärt.

Richtig munter wurden einige CDU-Mitglieder erst, als Wilfried Janson von den Grünen tatsächlich eine Anbindung per Brücke an den Poggenbreeden forderte. Aber dieses Ansinnen ging der CDU dann doch zu weit.

Maria Herrmann präsentierte für die SPD einen Fragenkatalog. Was kosten die Ausgleichsflächen? Kommt der Investor für diese oder jene Kosten auf? Die Antworten des Bürgermeisters blieben extrem karg: Mal kam ein Ja, mal ein Nein – zu konkreten Zahlen schwieg von Bary.

In einem Punkt herrscht nun allerdings Klarheit: Das Oberflächenwasser wird nach einer FFH-Vorprüfung über Rigolen, Sandfänge und ein Klärbecken in die Trave geleitet – ohne Schwebstoffe. Dafür zahlt die Sparkasse maximal 155 000 Euro – Mehrkosten gehen zu Lasten der Stadt.

Andreas Olbertz