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Langfristig statt kurzfristig

Anne Wodarz

Das neue Jahr startet bereits als Krisenjahr. Neben weltweit eskalierenden militärischen Konflikten, stellt uns die Weltwirtschaftskrise vor neue Herausforderungen.
Wir sollten endlich Konsequenzen ziehen und unser privates, gesellschaftliches und politisches Handeln nach den  Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichten. Darunter wird eine Entwicklung verstanden, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können. Was kann diese Forderung konkret für unser Handeln bedeuten? Wir sollten insbesondere die langfristigen Auswirkungen unserer Entscheidungen berücksichtigen.
Wenn wir die öffentlichen Haushalte heute hoch verschulden nehmen wir nachfolgenden Generationen ihre Handlungs- und Entscheidungsspielräume.
Die Auswirkungen der Bildungspolitik der vergangenen Jahre sind heute schon spürbar. Wir müssen weiter die Bildungsinhalte reformieren und in die Strukturen investieren, um Bildung für morgen zu gestalten. In einigen Gewerben ist der Fachkräftemangel schon heute zu spüren. Kitaplätze und Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder  müssen ausreichend zur Verfügung stehen und erschwinglich sein.
Wenn wir heute Menschen ins soziale Abseits stellen, legen wir den Grundstein für noch höhere Sozialkosten von morgen.
Wir wissen alle, dass der Klimawandel unaufhaltsam ist. Wir wissen auch, dass  nicht nur Staat und  Wirtschaft gefordert sind, sondern jeder Einzelne  seine Lebensweise nachhaltig auszurichten hat. Aufgabe der Politik muss es sein, die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und  mit gutem Beispiel voran zu gehen.
 Neu erschlossenen Baugebiete sollten selbstverständlich ökologisch sinnvoll geplant und gestaltet werden.
Verkehrspolitik darf sich nicht nur an betriebswirtschaftlichen Kriterien orientieren, sie sollte auch ökologisch sinnvoll und sozial verträglich ausgerichtet werden.
Wir müssen an einem gesellschaftlichen Miteinander arbeiten. Integration geht nur voran, wenn sich alle beteiligen. Deutschkurse für Migranten sollten nicht teurer werden müssen aber auch als Chance von allen wahrgenommen werden.
Unserer Zukunft steht auf dem Spiel. Nachhaltiges Handeln muss Einzug in alle privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Handlungsfelder halten, denn nur dann können wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten.

Anne Wodarz