Keine Markthalle im früheren Café

- Oke Käselau
Lübecker Nachrichten vom 30. Dezember 2010
Bad Oldesloe - Oke Käselau gibt auf. Aber schon heute kommt ein neuer Interessent für das Café am Oldesloer Marktplatz.
Das war es dann: Die geplante Markthalle am Bad Oldesloer Marktplatz kommt nicht. Das ehemalige Café am Markt wird noch nicht zu neuem Leben erweckt. Der Ideengeber und angedachter Pächter Oke Käselau hat sich von seinem Konzept verabschiedet und den Rückzug angetreten. „Es hat sich alles zu lange hingezogen“, erklärt Käselau. Mittlerweile sei sein Koch abgesprungen, die Küche, die er hätte kaufen können, hat einen anderen Interessenten gefunden. Und letztlich fordert der Beruf seinen zeitlichen Tribut.
Käselau, im Lebensmittelhandel tätigt, hat definitiv keine Zeit, sich weiter um die Umsetzung seines Konzeptes zu kümmern. Das Konzept aber, von dem er weiterhin überzeugt ist, „stelle ich gerne zur Verfügung und bin behilflich. Vielleicht findet sich ja ein Gastronom und setzt das um“. Er habe mit Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary immer gut zusammengearbeitet, allein der sei nicht der Entscheidungsträger, entscheiden würden die Gremien. Und die hätten „nicht optimal entschieden“. Beispielsweise bei der Diskussion um das Behinderten-WC. Nichts gegen Behinderten-WCs, aber die von der Politik ausgesuchte Lösung sei für einen Gastronomen nicht optimal. Er will jetzt nur noch eins: „nach vorne schauen“.
Tassilo von Bary (parteilos) bedauert Käselaus Rückzug. „Das ist schlecht, aber die Vermarktung läuft weiter“, formuliert es der Bürgermeister. Heute gibt es einen ersten Besichtigungstermin mit einem neuen Interessenten. Der komme aus Schleswig-Holstein, mehr verrät der Bürgermeister allerdings nicht. Auch von Bary ist klar, dass der Rückzug Käselaus der Tatsache geschuldet ist, dass die Verhandlungen sich monatelang hingezogen haben. „Natürlich war der Ablauf zu lange“, räumt von Bary ein. „Ich hatte gedacht, dass wir im Herbst schon den Vertrag machen, im Winter dann der Umbau erfolgt und im Frühling Eröffnung sein kann.“ Gleichwohl, die Gastronomie sei ein schwieriges Geschäft, „ein Risiko ist immer dabei“. Die Hoffnung stirbt zuletzt: „Vielleicht kann ich im neuen Jahr ja eine frohe Botschaft verkünden.“
„Es ist schade, aber ich weiß gar nicht, wie ich das bewerten soll“, sagt Karl-Reinhold Wurch, Fraktionsvorsitzender der FDP, zum Rückzug von Käselau. Fakt sei, „wir haben ein bisschen zu lange darüber diskutiert.“ Das Konzept habe auch ihn überzeugt. Die Tatsache jedoch, dass die Stadt immer mehr Investitionen selbst tätigen sollte, habe ihm nicht gefallen. „Das wirtschaftliche Risiko trägt der Pächter, nicht die Stadt, das geht nicht auf.“ So muss die Stadt weiterhin mit einem Mietverlust leben, „aber mit der Vermietung vorher war das ja auch so“, erinnert Wurch an die Schwierigkeiten der ehemaligen Pächter des Café am Markt. Die führten Anfang des Jahres zur Schließung des Cafés.
Für Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD, ist das gescheiterte Ansinnen von Oke Käselau keine Überraschung. „So wie der sich gegeben hat.“ Aber „das Leben geht weiter. Wir müssen da was draus machen. Der Bürgermeister muss wieder ran an die Geschichte. Das Ding hängt bei ihm, er ist der Vermieter“.
Sein Bedauern drückt auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Horst Möller, aus. „Es ist schade, das Konzept war gut.“ Auch er muss einräumen, dass alles viel zu lange gedauert hat. „Die Dinge sind nicht so gut gelaufen, von allen Seiten nicht. Aber jetzt muss man sehen, dass man nach vorne schaut.“ Anscheinend sei es nicht so einfach, diese Räume so herzurichten, dass es ein Selbstgänger sei. „Es darf nicht zu teuer sein, aber der Pachtpreis darf auch nicht zu günstig sein. Er muss vergleichbar zu den von der Stadt verpachteten Verkaufsflächen sein“, fordert Möller. „Ich hoffe, dass es Anfang kommenden Jahres etwas Neues gibt.“
Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Jahresrückblick

Stormarner Tageblatt vom 29. Dezember 2010
Tassilo von Bary wiedergewählt
Klarer Sieg für den Amtsinhaber in der Stichwahl / Schädels Wahlanfechtung hat keinen Erfolg
Bad Oldesloe
Während die Deutsche Fußballnationalmannschaft Ende Juni einen furiosen Sieg ggen England einfährt, entscheidet Bürgermeister Tassilo von Bary die Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus für sich. 56,5 Prozent der Oldesloer wollen, dass er im Amt bleibt – natürlich nicht von allen Oldesloern, sondern nur von jenen, die zur Wahl gegangen sind und das waren mit 7353 (38,3 Prozent) bitter wenige. Für seinen Herausforderer und SPD-Fraktionsvorsitzenden Hagen von Massenbach stimmten 43,5 Prozent.
Im ersten Wahlgang waren es noch vier Kandidaten. Der von FDP und CDU nominierte Reinfelder Verwaltungs-Chef Gerhard Horn schaffte es nicht ins Finale. Dass auch der Ahrensburger Klaus Schädel ausschied, hat niemanden weiter überrascht – außer vielleicht ihn selber. Er klagte gegen den Wahlausgang. Als Beweis führt er eine Satire von Harald Dzubilla an: Scientologen hätten dressierte Hamster in die Wahlurnen geschmuggelt. Die possierlichen Vierbeiner hätten dann gezielt die Schädel- Stimmzettel gefressen. Das hat die Staatsanwaltschaft allerdings nicht überzeugt, die Wahl wurde für gültig erklärt.
Hagen von Massenbach ist es gelungen, sich mit einem engagierten und teils witzigen Wahlkampf einen Namen zu machen. Da wurden beispielsweise Betten auf dem Marktplatz aufgestellt oder ein Zirkuszelt für einen Familientag gemietet. Der Wahlkampf der anderen Kandidaten blieb blass. ol

Moordamm und andere Millionen-Baustellen
Bad Oldesloe
Weil der Umbau der Kurparkschule zur Kita mit geschätzten 600 000 Euro zu teuer sei, wurde ein Neubau beschlossen – für 1,3 Millionen Euro – und im August in Betrieb genommen. Eine ungenehmigte Baumfällaktion sorgte zwischenzeitlich für mächtig Ärger. Auf rund 650 Quadratmetern sind zwei „normale“ Kindergartengruppen, eine Familiengruppe und zwei Krippengruppen entstanden. Wer will, kann sein Kind von 6.30 bis 18 Uhr betreuen lassen.
Die Schaffung von Krippenplätzen beschäftigt die Kommunalpolitiker immer wieder. Weil der Brummkreisel aus dem VHS-Gebäude ausziehen soll, wird im November ein 2,25 Millionen Euro teurer Neubau beschlossen.
Weil der Kindergarten Luftballon regelrecht zusammenzubrechen droht, beschließt der Sozialausschuss nach viel Zank und Streit einen Umbau der Klaus-Groth-Schule, wo Räume leer stehen, um dort dort den Kindergarten und Krippenkinder unterbringen zu können. Das wird voraussichtlich 850 000 Euro kosten. Nach Angaben des Kindergartens wäre ein Neubau gleich teuer geworden, doch diese Perspektive war nicht weiter verfolgt worden. ol

Gebunden und verbindlich – Stadtschule auf neuen Wegen
Bad Oldesloe
Mit Beginn des Schuljahrs ist an der Stadtschule eine neue Ära eingeleitet worden. Die Erstklässler sind der erste Jahrgang an einer gebundenen Ganztagsschule. Sie haben verpflichtend bis in den Nachmittag hinein Unterricht.
Die Startvorbereitungen liefen alles andere als glatt. Die offizielle Genehmigung des Ministeriums ließ extrem lange auf sich warten. Ohne Gewissheit über die Schulform zu haben, mussten Eltern ihre Kinder anmelden.
Die Umwandlungen zur gebundenen Ganztagsschule geht nicht ohne Umbauten. Da bislang noch nichts fertig ist, müssen Lehrer und Schüler mit Provisorien leben – immerhin mit Beginn des neuen Halbjahrs soll die Übergangs-Mensa fertig sein.
Der zusätzliche Personalbedarf ist immer wieder strittig. Im Laufe des Jahres wurde auch hart um das Raumprogramm gerungen. Erst vor wenigen Tagen wurde da ein vorläufiger Schlusspunkt gesetzt. Das Raumprogramm war von CDU und FDP ohnehin bereits gekürzt worden. In der Dezember-Sitzung der Stadtverordneten wartete CDU-Fraktions-Chef Horst Möller dann völlig überraschend mit dem Antrag auf, auch die Mensa um ein Drittel zu schrumpfen – obwohl der Fachausschuss vorher anders entschieden hatte. Die FDP stimmte zu.
Wenn alles glatt läuft, ist das Ausschreibungsverfahren im Oktober 2011 beendet. Dann kann mit den Bauarbeiten auf dem Bücherei-Parkplatz begonnen werden. Sie werden etwa ein Jahr dauern, es wird mit vier Millionen Euro Baukosten gerechnet. ol
Café am Markt bleibt weiter zu
Bad Oldesloe
Das hatten sich viele Oldesloer wohl anders vorgestellt. Nach Querelen mit den Mietern kam die Kündigung. Das Café wurde im Februar geschlossen. Und seitdem hat es auch nicht wieder auf gemacht.
Oke Käselau möchte aus dem Café eine „Markthalle“ machen. Das Konzept ist durchweg auf positive Resonanz gestoßen – wenn da nicht die Umbaukosten im sechsstelligen Bereich wären: Konzeptbedingte Kosten, Sanierungskosten, eine neue Küche und viele Diskussionen um eine behindertengerechte Toilette.
Fakt ist, es gibt einen Beschluss, in die ebenfalls leere Goldschmiede die Toilette zu bauen. Aber was aus dem Café wird, ist absolut offen. „Käselau ist der Koch abhanden gekommen, die gebrauchte Küche ist nicht mehr auf dem Markt und beruflich geht das Leben auch weiter“, zeichnet Bürgermeister von Bary ein eher trübes Bild. Mit einem baldigen Start der Bauarbeiten und einer Neueröffnung ist also nicht zu rechnen. ol
Fast verstolpert
Bad Oldesloe
Was für eine peinliche Nummer war das denn? Dass der Oldesloer Hans Wöltje ein Opfer des Naziterrors ist, ist unbestritten, seine Geschichte ist sogar außerordentlich gut dokumentiert – ein Stolperstein des Kölner Künstlers Günter Demnig zu seinem Gedenken sollte also ein Selbstgänger sein. Nicht für die Oldesloer CDU. Der von Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander vereinbarte Termin sollte abgesagt werden, weil sich die CDU nicht informiert fühlte und CDU Fraktions-Chef Horst Möller gerade amtierender Bürgermeister war. Quasi in letzter Sekunde wurde die Absage des Termins verhindert, der Stein wurde Ende September verlegt. ol
Zur Person
Wechsel
Auf der Hauptversammlung des Vereins „altStadt“ wird im Oktober ein neuer Vorstand gewählt. Vorsitzender wird Günter Knubbe, der seit zwei Jahren aktiv im Verein mitwirkt. Zum Stellvertreter wird Burghard Boje einstimmig gewählt. Sie lösen Michael Mielau und Rainer Fehrmann ab.
Neu im Amt I
Zwei Jahre war die Stelle vakant. Nachdem Dr. Rolf Kuhl als Rektor der Theodor-Mommsen-Schule ausgeschieden war, hat Bernd Flegel die Leitung kommissarisch inne, bis im September Henning Bergmann vom Schulleiter-Wahlausschuss ausgesucht wird: Latein- und Musiklehrer, Jäger, Hundezüchter, Autor, Organist und Chorleiter in Siek. Im November erhält er die Ernennungsurkunde.
Neu im Amt II
Mit Beginn des Jahres ist Frank Duwe ins Stadthaus gekommen. Der Ingenieur tritt die Nachfolge von Rolf Steinhoerster als Bau- amtsleiter an und wird bis zu dessen Ausscheiden im Mai eingearbeitet.
Marketingfrau kommt zu spät
Das wäre ja fast in die Hose gegangen. Lange hatte Politik beraten, sich teure Gutachten erstellen lassen und dann beschlossen, eine Marketingfachkraft einzustellen. Ina Weber soll die Stelle bekommen. Doch erst ließ Politik ihre Muskeln spielen, die Bewerberin zittern und den Bürgermeister bedeppert dastehen. Die junge Frau sollte sich den Stadtverordneten vorstellen, kam aber erst, als die Sitzung vorbei war. Da gab’s keine Zustimmung. Erst im zweiten Anlauf hat es geklappt.
Kein Neuer
Den Verein will keiner führen: Auch bei der diesjährigen Hauptversammlung hat sich niemand für den VfL-Vorsitz gefunden. Drei Stellvertreter stehen an der Spitze: Detlef Rädisch, Dieter Thom und Klaus-Dieter Klautke, der als Nachfolger für Fritz Wodarz gewählt wird.
(Bilder aus 2010 siehe Stormarner Tageblatt vom 29.12.10)
Markthallen-Pläne sind geplatzt

Stormarner Tageblatt vom 27. Dezember 2010
Lange diskutiert und doch nichts daraus geworden / Café am Markt bleibt vorerst geschlossen
Bad Oldesloe
Dieser Traum ist wohl wie eine Blase zerplatzt: Aus dem ehemaligen Café am Markt wird vermutlich doch keine Markthalle. Auf Nachfrage bestätigte Bürgermeister Tassilo von Bary gegenüber dem Stormarner Tageblatt, dass es um die Pläne „schlecht“ stehe.
Rückblick: Konditormeister Manfred Stahmer und seine Lebensgefährtin Monika Dumke haben die Räume an der Ecke Marktplatz/Hindenburgstraße zehn Jahre lang betrieben. Ihre Torten waren legendär. In der Politik waren sie aber eher für etwas anderes bekannt. Ständig musste die Miete gesenkt werden, trotzdem häufte sich ein Zahlungsrückstand an. Irgendwann war das Verhältnis wohl zerrüttet. Ende Januar musste das Paar raus. Seit Februar stehen die Räume leer. Bodo Rahnenführer und die Mitglieder seines Prima Clubs hängen wenigstens ein paar Bilder in die dunklen Fensterhöhlen.
Die Stadt hat Makler eingeschaltet und in Fachzeitschriften inseriert, doch das Interesse an den Räumen ist ziemlich gering. Zumindest bei der Klientel, die dem Bürgermeister vorschwebt. „Nicht noch ein Ein-Euro-Laden“, betont er und hat da auch den Rückhalt der Politik. Es habe zwar Besichtigungstermine gegeben, aber da sei nie etwas daraus geworden.
Dann tauchte Oke Käselau auf und überzeugte mit seinem Markthallen-Konzept. Eine Idee, die von allen Fraktionen begeistert aufgenommen worden war. Show-küche, lokale Produkte, Events auf einer kleinen Bühne, dazu eine Ausstattung, die Ambiente in die Räume bringt – das klang erfolgversprechend. Knackpunkt waren allerdings die hohen Kosten: für den Umbau, der aber ohnehin anstehen würde, für die Umsetzung des Konzepts und für eine Küche – alles zusammen summiert sich auf eine Viertelmillion Euro. Die CDU sah das als Marketing an, SPD und FDP sprachen von der Subvention eines einzelnen Gastronomen. Die Diskussionen und Vertragsverhandlungen zogen sich. Am Ende stand ein Kompromiss. Die Kosten für die Stadt wurden auf 140 000 Euro gedeckelt, Oke Käselau wollte eine gebrauchte Küche besorgen.
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte die Debatte um eine Behinderten-Toilette. Der Behindertenbeirat wies nach, dass das Restaurant nicht barrierefrei ist. Gemeinsam mit dem Seniorenbeirat wurde für eine akzeptable Lösung gekämpft und nach vielem Hin und Her auch eine Lösung gefunden: Das Behinderten-WC kommt in die benachbarte ehemalige Goldschmiede.
Doch das ist jetzt alles Schall und Rauch. Tassilo von Bary: „Käselau ist der Koch abhanden gekommen, die Küche ist nicht mehr auf dem Markt, und beruflich geht das Leben auch weiter.“ Das war’s mit der Markthalle. Allerdings noch nicht ganz. Der Bürgermeister prüft, ob das Konzept auch ohne Oke Käselau umgesetzt werden könnte. Alternative Interessenten für die Räume gibt es allerdings nicht.
Oke Käselau war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Andreas Olbertz
Plakette für bunten Schatz

Stormarner Tageblatt vom 27. Dezember 2010
Besucher können sich Hablik-Malereien ansehen
Bad Oldesloe
Die bunten Malereien des bekannten Itzehoer Künstlers Wenzel Hablik in der Theodor-Storm-Schule sind ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern kann. Darüber sind sich inzischen alle einig, und deshalb ziehen Schule, Politik und Verwaltung auch an einem Strang, um die wertvollen Gemälde angemessen vermarkten zu können.
Die Restaurierungsarbeiten sind vorerst abgeschlossen und haben bisher mehr als 51 000 Euro gekostet. Rund 7500 Euro steuerte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei, 5000 Euro flossen in Form eines besonderen Fördervertrags, der jetzt von Regine Fischer, Ortskuratorin der Stiftung Denkmalschutz für den Raum Lübeck, an Bürgermeister Tassilo überreicht wurde.
Dazu gab es auch eine massive Förderplakette, die im Eingangsbereich des Schulgebäudes zusammen mit einer Dokumentation über die Malereien und Restaurierungsarbeiten angebracht werden soll, erläuterte Frank Prick van Wely. Dies ist eine Idee des Kieler Denkmalpflegers Albrecht Barthel, der die umfassenden Arbeiten begleitet hatte. So könnten sich interessierte Besucher gleich im Eingangsbereich informieren, betont der Oldesloer Architekt.
Die Schulräume mit den Hablik-Malereien würden im kommenden Jahr interessierten Besuchern außerhalb der Unterrichtszeiten zugänglich gemacht, betonte Tassilo von Bary. Die mehr als 80 Jahre alten Decken- und Wandmalereien seien ein wahrer Schatz, und auch die Schüler, die hier im Handarbeits- und Computerraum arbeiteten, hätten sich noch nicht beschwert.
„Das soll in Zukunft auch für Marketing-Zwecke genutzt werden“, so der Verwaltungschef. „Aus Sicht des Landesamtes für Denkmalpflege ist dieses Projekt das am erfolgreichsten abgeschlossene in ganz Schleswig-Holstein“, freute sich Dr. Tamara Thießen von der SPD.
Susanne Rohde
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 24. Dezember 2010
Stormarner Baustellen-Betrieb
STREIFENZIEHER Oh Wunder, die Restaurierungsarbeiten an der Oldesloer TSS sind doch noch fertig geworden. Alle sind glücklich, alle haben sich lieb, Mundwinkel nach oben, bitte. Dass es lange überfällig war, die Räume auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen – darüber muss man wohl nicht mehr reden. Dass da bedeutende Malerei von Wenzel Hablik gefunden wurde – absolut unstrittig. Wer was bezahlt, gefördert oder gesponsort hat – Schwamm drüber, dass da kaum noch jemand durchblickt, und wenn es jetzt im Nachgang heißt, die Stadt habe diese Kunstwerke quasi zum Nulltarif bekommen, wunderbar, dann wollen wir das mal glauben. Ob das Ergebnis aber gut aussieht und ob expressionistische Deckenmalereien mit der Pädagogik des 21. Jahrhunderts harmonieren, darüber könnte man trefflich streiten. Zumindest theoretisch, in der Praxis traut sich offenbar niemand, mal gegen das Kunsthistoriker-Gesäusel den Mund aufzumachen. Das hat schon was von Kaisers neuen Kleidern.
FROSTBEULEN Das war ja eine ganz große Nummer von der Bahn. Stundenlang stecken Reisende im Zug von Hamburg nach Lübeck bei Tremsbüttel fest. Kein Strom, kein Licht, die Klos verschlossen und schon gar keine Informationen, was Sache ist, keine medizinische Hilfe, ganz zu schweigen von einem heißen Tee. Weil Tremsbüttels Wehrführer Marcus Jurga ohnehin mit dem Hund spazieren war, solle er doch mal gucken gehen, was da an der Bahn los ist. Erst dann kam die groß angelegte Rettungsaktion in Gang. Und wenn ein Bahnsprecher anschließend vor Journalisten sagt, es habe zwei Stunden gedauert, bis die Feuerwehr vor Ort war, ist klar, dass Landrat und Kreisbrandmeister einen dicken Hals kriegen, denn zwischen Alarmierung und Eintreffen am Zug sind wie gewohnt nur ein paar Minuten vergangen. Da kann man nur hoffen, dass es zu dem von Landrat Klaus Plöger angeregten Gespräch mit Vertretern der Bahn kommt und dabei alle Fehler schonungslos offen gelegt werden, um daraus Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.
BETONKÖPFE Klaus Plöger als Heiner Geißler – das hat sich unserer Karikaturist Götz Wiedenroth ausgedacht. Natürlich nicht einfach nur so, sondern weil Stormarns Landrat sich als Mediator selbst ins Gespräch brachte, um zwischen dem Straßenbauamt und den Straßenbauern zu vermitteln. Wenn die sich erst vor Gericht wieder treffen, könnte die A 1 zur längsten Dauer-Baustelle Deutschlands werden, auch wenn dort niemand mehr arbeitet. Also lieber alle an einen Tisch bringen, dachte sich der Landrat, der das Elend jeden Tag selbst erleben muss, wenn er zwischen Barsbüttel und Bad Oldesloe pendelt. Und auch wenn es „nur “ um die Autobahn 1 und nicht um Stuttgart 21 geht, verspricht eine erfolgreiche Mediation hohe Aufmerksamkeitswerte. Im Fernsehen wird das vielleicht nicht übertragen – obwohl Plöger eindeutig weniger Falten als Geißler hat. Und das Ergebnis, dass alles teurer wird, bekommt der Landrat bestimmt auch hin. Denn das wird es für den Steuerzahler ohnehin.
KLIMAFRUST Bekanntlich sitzt einem das Hemd näher als die Hose. Das tut es auch beim Klimaschutz: Regenerative Energien sind erwünscht. Aber bitte nicht vor der Haustür. Das war bei Windrädern in Hammoor der Fall und könnte sich nun in Bargteheide fortsetzen. Dort tun sich die Stadtvertreter schwer, den Weg für eine Biogasanlage freizumachen. Sie ist sicherlich nicht frei von Fehlern (wer oder was ist das schon!), aber es wäre wenigstens mal ein Anfang.
Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 18. Dezember 2010
Von Extrawürsten und Magerkost
GLAUBENSFRAGE Erst wird das Raumprogramm der Stadtschule zusammengestrichen, dann wird die Personaldecke, obwohl Teil des Bewilligungsantrags, ausgedünnt. Dazwischen immer wieder Verzögerungen bei der Stadt, einMinisterium,dasscheinbar alle Zeit der Welt mit der Genehmigung hat – von den ganzen Engpässen und Provisorien mit denen die Stadtschule zu leben gelernt hat, wollen wir gar nicht reden – und als wäre das alles nicht schon hart genug,haut die CDU jetzt noch den Antrag raus, den geplanten Mensaneubau um ein Drittel zusammen zu streichen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Alle anderen Mensen in der Stadt, allen voran der Risenklotz am Schulzentrum Olivet-Allee, fallen durch gähnende Leere auf. An der Klaus- Groth-Schule muss die Stadt sogar Essen bezahlen, die keiner haben will, weil die Mindestabnahme nicht erreicht wird! Aber an der Schule, wo traditionell schon immer die meisten Kindern essen, wird die geplante Mensa geschrumpft. 400 Kinder werden dort demnächst verpflichtend ihre Mittagsverpflegung einnehmen müssen. Egal, findet die CDU, das geht auch im Drei-Schicht-Betrieb. Okay, die Argumentation klingt verlockend, da gibt es nichts: Durch diese Verkleinerung, so CDU Fraktionsvorsitzender Horst Möller, können 400 000 Euro eingespart werden. Das ist viel Geld, keine Frage. Erstaunlich ist nur, dass da für die Stadtschule eine, im negativen Sinne, Extrawurst gebraten wird. In der Vergangenheit war es genau diese CDU, die Zuschussanträge der Stadtschule mit schöner Regelmäßigkeit abgelehnt hat. Begründung: Die Idee ist ja sehr gut, aber die Gleichbehandlung ... Wenn die anderen Schulen auch mit so etwas kommen, können wir das nicht zahlen. Jetzt sind die anderen Schulen mit Mensen ausgestattet, aber für die Stadtschule können wir uns nichts Vernünftiges mehr leisten? Wer’s glauben mag.
PARK-SPASS Manchmal ist es ja köstlich, was bei Spardebatten so alles an Argumenten kommt. Auch Ahrensburg muss finanziell den Gürtel enger schnallen. Deshalb haben die Stadtverordneten an den Parkgebühren gedreht. Und was kam da als Gegenargument? Petra Wilmer von der SPD macht sich Sorgen, dass die Anlieger dann keinen Besuch mehr bekommen. Ah ja. Unser Zeichner Götz Wiedenroth hat sich Gedanken gemacht, wie den Kosten ein „Mehrwert“ gegenüber gestellt werden könnte.
ZAHLENAKROBAT Oldesloe und der Klimamanager. Der Umweltausschuss hatte sich auf einen einstimmigen Kompromiss geeinigt: Eine Dreiviertelstelle soll es werden. Nun gibt es aber den Entwurf einer neuen Förderrichtlinie. Dies Plus Das, gefördert mit Quotient x, ergibt einen Eigenanteil Y und der könnte zukünftig für eine volle Stelle kleiner sein als nach alter Rechnung für die Dreiviertelstelle, rechnete Wilfried Janson von den Grünen vor. „Der Zahlenakrobatik konnte ich nicht folgen“, gab Karl-Reinhold Wurch von der FDP unumwunden zu. Etwas anderes war ihm in diesem Punkt eh entscheidender: „Ich bin aus Erfahrung skeptisch, ob das auch wirklich so eintritt, wie er es sagt.“ Andreas Olbertz
Mensa einfach eingedampft

- „Das ist nicht grade förderlich für die Motivation.“ Sabine Prinz, Schulleiterin
Stormarner Tageblatt vom 17. Dezember 2010
CDU und FDP beschließen Verkleinerung um ein Drittel – gegen Votum der Fachausschüsse
Bad Oldesloe
Da hatte keiner mit gerechnet. Die Einleitung des ppp-Verfahrens zur Erweiterung der Stadtschule – nicht mehr als eine Formalie, schließlich hatten sich da bereits der Sozial- und der Bauausschuss mit beschäftigt. Beide waren einstimmig und ohne irgendwelche Diskussion dem Verwaltungsvorschlag gefolgt: Die Mensa der Stadtschule kommt in einen Neubau auf den Parkplatz neben der Bücherei. Denn nur dort sei der Platz vorhanden, um die Mensa entsprechend dem längst beschlossenen Raumprogramm in der für einen Zwei-Schicht-Betrieb nötigen Größe zu bauen.
In der Stadtverordnetenversammlung jetzt die große Wende. Fraktionsvorsitzender Horst Möller ging ans Mikrofon und präsentierte einen Antrag der CDU: Die Mensa müsse keine 200 Plätze haben, 135 reichten für die 400 Kinder völlig. „Dann sind zwar drei Mittagsdurchgänge erforderlich, aber organisatorisch ist das sicher leistbar – und die Stadt kann 400 000 Euro sparen“, so Möller. Ende der Durchsage. Jens-Pieter Friese warnte für die SPD vor den „unglaublichen Schwierigkeiten“ eines Drei-Schicht-Betriebs. Grünen-Fraktionsvorsitzender Wilfried Janson forderte: „Wir sollten die Stadtschule nicht vor immer neue Verschlechterungen stellen.“ Schweigen bei den Liberalen, es war zu offensichtlich, dass die längst informiert waren. Mit den Stimmen von CDU und FDP ging das ohne weitere Diskussion durch.
„Das macht sprachlos. Politik ist kein verlässlicher Partner“, kommentiert Schulleiterin Sabine Prinz die Entscheidung: „Ein Beschluss ist besser als kein Beschluss, so kann das Verfahren wenigstens weiter gehen.“ Bislang hat die Stadtschule keine Mensa und trotzdem wurden dort bereits im offenen Ganztagsbetrieb die mit Abstand meisten Mittagessen serviert. Seit dem Sommer sind 100 Kinder im gebundenen Ganztagsbetrieb dazu gekommen. So wird es jedes Jahr weiter gehen. Sabine Prinz: „Unsere 400 Kinder müssen essen. Deshalb wird unsere Mensa mit Sicherheit nicht leer stehen.“ Sie geht davon aus, dass zumindest ein Teil der „Einsparung“ durch erhöhten Personalbedarf kompensiert werden wird.
SPD-Fraktions-Vorsitzender Hagen von Massenbach ist über den Beschluss aufgebracht: „Das ist eine ganz große Schweinerei, ein undemokratischer Prozess und Gutsherrenart der CDU – niemand hat etwas geahnt, es gab keine Chance zur Diskussion oder Einholung einer Stellungnahme.“ Für ihn steht fest: „Die CDU ist im Sozialausschuss völlig orientierungslos – nicht nur in Haushaltsfragen, sondern auch inhaltlich.“
Andreas Olbertz
Standpunkt
Nächste Klatsche
Gegen die Stadtschule
Andreas Olbertz
Die CDU und die Stadtschule. Da haben sie wieder den Knüppel rausgeholt und dem ungeliebten Bildungskind eins übergebraten. Zack, mal eben die Mensa um ein Drittel verkleinert.
Oder war es eine interne Abrechnung? Wenn ihr im Sozialausschuss nicht in der Lage seid, Sparvorschläge umzusetzen, zeigen wir euch wie das geht.
Was sind die Fachgremien eigentlich noch wert? Zwei Ausschüsse haben sich einstimmig für eine größere Mensa ausgesprochen! Trotzdem geht so ein hinterrücks ausgemauschelter Coup durch. Vor allem die FDP wird sich fragen lassen müssen, womit ihre Zustimmung „erkauft“ worden ist. Etwa mit Entgegenkommen beim Salinenwohnpark?
Kehrtwende: CDU stutzt Mensa der Stadtschule von 200 auf 135 Plätze
Lübecker Nachrichten vom 17. Dezember 2010
Bad Oldesloe - 400 000 Euro wollen CDU und FDP durch ein verkleinertes Raumprogramm sparen. Ihr Antrag geht zu Lasten der Kinder, die dann im Drei-Schichten-Betrieb Mittag essen müssen. Das glauben zumindest SPD und Grüne.
Das war eine Überraschung für SPD, Grüne und letztlich auch die Stadtschule. Mit Hilfe der FDP gelang es der CDU jetzt, den geplanten Bau der Mensa für die Stadtschule in kleinerer Form auf den Weg zu bringen als bisher beschlossen. Statt 200 Schülern können nur noch 135 Kinder in dem dann nur noch 200 Quadratmeter großen Raum essen. Das bedeutet auch, dass die Kinder nicht im Zwei-Schicht-Betrieb ihre Mahlzeit zu sich nehmen können, sondern im Drei-Schicht-Betrieb. „Drei Mittagsdurchgänge sind organisatorisch bestimmt leistbar“, glaubt der CDU-Fraktionschef Horst Möller, der sich von dem neuen Raumprogramm eine Ersparnis von rund 400 000 Euro verspricht, das sind immerhin zehn Prozent der Bausumme. „Wir tun uns schwer zu sparen“, erklärte er mit Blick auf die Haushaltsberatungen, „aber hier ist eine Ersparnis drin“.
Die SPD war konsterniert, wie vor den Kopf geschlagen. In Jens-Pieter Friese hat es gebrodelt. „Wir haben im Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss (BSKA) viel diskutiert. Wir haben einen einstimmigen Beschluss über 200 Plätze“, empört sich der Sozialdemokrat. Die Stadtschule müsse doch endlich vorankommen. Essen in drei Durchgängen sei eine schwierige Aufgabe und „nicht leicht umzusetzen“. Auch die Beschwörungen von Wilfried Janson (Grüne) änderten nichts am Abstimmungsergebnis. „Ich bitte alle Fraktionen, bei dem beschlossenen Konzept zu bleiben“, unterstrich er. Wir „brauchen keine neue Verschlechterung für die Stadtschule, die hat schon genug zu kämpfen“.
Allein, die Worte verhallten ohne Konsequenz. CDU und FDP stimmten für den Antrag der CDU, Grüne und SPD lehnten ihn ab. „Das ist ja wieder typisch“, sagt Maria Herrmann (SPD).
„Das ohne Rücksprache durchzukürzen, finde ich bitter“, kommentierte Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD, die Entscheidung von CDU und FDP. „Ich weiß nicht, was das soll. Wir diskutieren es in CDU-Hand (die Vorsitzende des BSKA, Angela Fehrmann, ist CDU-Mitglied, Anm. der Redaktion), und ohne Chance wird das Ding dann geändert.“ Von Massenbach glaubt an Willkür, spricht von Attacken gegen die Stadtschule. „Steigen wir um auf Astronautennahrung, weil wir nur fünf Minuten zur Betankung der Schüler haben?“, zeigt er sich sarkastisch.
Schulleiterin Sabine Prinz erfuhr noch am selben Abend von dem reduzierten Raumangebot. „Ich bin sprachlos, aber nicht überrascht“, erklärte sie den LN. „Die Politik ist kein verlässlicher Partner.“ Diese Erfahrung habe sie in den vergangenen Monaten gemacht. Die Reduzierung des Raum- und Sitzplatzangebotes führe zu Rahmenbedingungen, die Kraft kosten würden. Gleichwohl, „es geht zumindest weiter, Verzögerungstaktik kennen wir von der CDU“, versucht sie positiv zu denken.
Horst Möller weist solche Vorwürfe von sich. In seiner Fraktion sei noch einmal nachhaltig diskutiert, später die FDP gefragt worden, ob sie mitziehe. „Wir wollten das Thema nicht grundsätzlich diskutieren, dann hätte es wieder ein Kesseltreiben gegeben.“ Das gibt es vielleicht noch, „aber jetzt ist die Entscheidung gefallen“.
Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Kommentar
Die Stadtschule muss endlich vorangebracht werden
Kerstin Kuhlmann-Schultz (47) über die Politik in der Stadt Bad Oldesloe.
Wie kann das sein? Da diskutieren die Oldesloer Ausschüsse monatelang über den Bau der Mensa für die Stadtschule. Die Politiker aller Couleur einigen (!) sich auf einModell, das Platz für 200 Kinder bietet, das mit einer Raumgröße von 300 Quadratmetern eine Variante darstellt, mit der alle leben können – vornehmlich die Kinder, die dort täglich essen sollen.
Und dann zaubert die CDU in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag aus dem Ärmel, der Einsparungen von 400 000 Euro zum Ziel hat – mit bedeutend weniger Platz für die Kinder, mit Essen im Drei-Schichten-Betrieb. Eigenartig. Warum wird darüber vorher nicht mit allen diskutiert? Dieses Einsparpotenzial existiert doch nicht erst seit gestern. Wer will hier wen ärgern? Es sollte beim Bau der Mensa nur um eines gehen: die Stadtschule endlich voranzubringen. Denn dafür hat sich die Politik letztlich ausgesprochen. Kommt als nächstes die Idee, dass der Mensa- Standort auf dem Parkplatz an der Königstraße jetzt doch nicht der richtige ist? Ich bin gespannt.
Daddelsteuer wird deutlich erhöht
Stormarner Tageblatt vom 17. Dezember 2010
Bad Oldesloe
Da waren sich dann doch mal alle einig: Die Betreiber von Spielhallen müssen zukünftig deutlich höhere Steuern für ihre Geräte bezahlen. Für Maschinen mit Gewinnmöglichkeit steigt sie von acht auf zwölf Prozent der Bruttokasse.
Das Thema hatte bereits im November auf der Tagesordnung der Stadtverordneten gestanden. Es gab Zweifel, ob bei einer zu hohen Steuer die Satzung wegen „Erdrosselungseffekts“ nicht ungültig werden könnte. Das ist mittlerweile ausgeschlossen.
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Neue Schulräume: „Da wird die Seele gestreichelt“

Stormarner Tageblatt vom 16. Dezember 2010
Feierliche Einweihung nach Umbau der Theodor-Storm-Schule für 1,47 Millionen Euro
Bad Oldesloe
Jetzt sind also alle glücklich: Mit einer kleinen Feierstunde ist gestern ist gestern der Abschluss der Sanierungsarbeiten an Gebäude A oder 18 der Theodor-Storm-Schule gefeiert worden.
Mehr als ein Jahr lang wurde das ehemalige Kontor-Haus renoviert. Im Herbst 2009 wurde zunächst die Außenhaut in Angriff genommen. Ab Weihnachten musste der Schulbetrieb in dem Trakt eingestellt werden. „Dann ging es richtig los. Wir haben das Gebäude fast entkernt“, berichtete Bauleiter Andreas-Joachim Weich. Und wie es bei einem Altbau so ist, zumal bei einem, der unter Schutz steht, es gibt immer wieder Überraschungen. Da sind natürlich die Deckenmalereien von Wenzel Hablik zu nennen, die zwar für Schlagzeilen sorgten, für den Ingenieur aber nicht die wirklichen Probleme darstellten. „Teilweise hat das Gebäude gar kein Fundament, da drohte uns Grundbruch. Und die Tragfähigkeit der einzigartigen Decke musste genau untersucht werden – ein leichter Fußbodenaufbau wirkt sich wieder auf den Schallschutz aus“, schilderte der Experte aus dem Bauamt einige der Herausforderungen. Hinzu kamen Termindruck, knappe Kassen und die unterschiedlichen Interessen von Schule und Denkmalschutz. Kompromissbereitschaft und Diplomatie waren gefordert, immer wieder war gestern auch von der „Leidensfähigkeit der Schule“ und der „Solidarität im Schulzentrum“ die Rede.
Was zählt, ist das Ergebnis: Die Bausumme ist von 1,25 auf 1,47 Millionen Euro gestiegen und es wurde drei Wochen länger gearbeitet als geplant. Andreas-Joachim Weich legte Wert auf die Feststellung: „Das ist nicht durch Hablik entstanden. Es können alle glücklich und zufrieden sein.“ Bürgermeister Tassilo von Bary attestierte: „Es ist hell, es ist freundlich – ich glaube, hier kann man sich wohl fühlen.“ Und Elternsprecherin Sybille Hagge lobte: „Da wird auch die Seele gestreichelt.“
Andreas Olbertz
Kein Haushalt für Bad Oldesloe
Lübecker Nachrichten vom 12. Dezember 2010
Sozialausschuss konnte sich nicht zu Kürzungen durchringen
Bad Oldesloe – Die Stadt Bad Oldesloe geht ohne einen gültigen Haushalt in das kommende Jahr. Die Mitglieder des Finanzausschusses, die die Streichliste der einzelnen Ausschüsse absegnen wollten, um einen genehmigungsfähigen Haushalt auflegen zu können, haben kein grünes Licht gegeben. Der Grund: Der Bildungs-, Sozial und Kulturausschuss (BSKA) hat seine Aufgabe, eine Streichliste vorzulegen, „nicht richtig erfüllt“, monierte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Damit fällt sie ihrer Fraktionskollegin Angela Fehrmann in den Rücken, die den BSKA leitet. Aber „der Finanzausschuss ist nicht der Fachaussschuss“, erklärt Reichardt- Mewes. Die Streichliste müsse im zuständigen Ausschuss gefertigt werden, so wie es die anderen Ausschüsse auch gemacht hätten. „Wenn der größte Ausschuss sagt, wir können das nicht, dann geht das nicht. Niemand darf sich aus der Verantwortung stehlen. Die anderen haben ihre Hausaufgaben auch gemacht.“
„Der Haushalt schwebt jetzt in der Luft, weil der BSKA sich nicht entschieden hat, weil die Vorsitzende die Beratungen nicht in den Griff bekommen hat“, ärgert sich Björn Wahnfried (SPD). Dabei hat sich auch die SPD in der jüngsten BSKA-Sitzung nicht zu großen Streichungen durchringen können. Einvernehmliche Begründung des Ausschusses: Die Vorlagen sollen von der Verwaltung neu aufbereitet werden. Angela Fehrmann hatte das Rathaus kritisiert, weil den Ausschussmitgliedern die Beschreibungen zu unklar waren. „Ohne Arbeitsgrundlage mögen die Verwaltungsmitarbeiter Hintergründe und Fehlerursachen ihrer eigenen Arbeit erkennen, dies ist den Kommunalpolitikern jedoch nicht zuzumuten. Zu diesem Thema wird es in der nächsten Woche eine Aussprache im Rathaus geben“, kündigt Fehrmann an. Den Schwarzen Peter will sie sich nicht zuschieben lassen. Und sie macht auf Unterschiede zwischen den einzelnen Ausschüssen aufmerksam: „Im Gegensatz zum Bau- und Planungsausschuss (BPA) hat sich der BSKA mit freiwilligen Leistungen auseinanderzusetzen. Was beim BPA eine verschobene Baumaßnahme ist, bedeutet für eine Vielzahl von Organisationen Zuschusskürzungen. Hier herrscht eine andere Betroffenheitsreaktion.“
Auch wenn der Haushalt jetzt erst Ende Januar beschlossen werden kann, „läuft alles weiter“, versichert Reichardt-Mewes. „Die Stadt bleibt handlungsfähig, alle bekommen ihr Geld. Bauvorhaben können vorbereitet werden.“
Kerstin Kuhlmann-Schultz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 11. Dezember 2010
Koalitionen des Misstrauens
DRECKSARBEIT So kann man natürlich auch sparen: Solange es keinen Haushalt gibt, darf auch kein Geld ausgegeben werden – naja, fast nichts. Und wenn sich Finanz- und Sozialausschuss die Sparlisten wie den Schwarzen Peter munter weiter gegenseitig unterjubeln, dann gibt es eben keinen Haushalt. Obwohl davon nicht wirklich auszugehen ist; bei der Sondersitzung im Januar wird schon der eine oder andere Sparbeschluss gefasst werden. Es bedarf nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, wie sie sich bei der SPD vor Lachen die Bäuche halten und vor Freude auf die Schenkel klopfen. Ausgerechnet Angela Fehrmann, die sich sonst so oberkorrekt gebende Vorsitzende des Sozialausschusses, bekommt von ihrer Parteifreundin Birgit Reichardt-Mewes aus dem Finanzausschuss einen gehörigen Schuss vor den Bug geknallt. „Macht eure Drecksarbeit gefälligst selbst“, lautet der Beschluss im Klartext, was auch unseren Karikaturisten Götz Wiedenroth inspirierte. Um ehrlich zu sein, darum sind die Sozialausschussmitglieder nicht zu beneiden. Die Hütte wird wieder gerammelt voll sein. Alle Vereinsvertreter, Schulleiter, Elternsprecher, soziale Einrichtungen – ob lila, grün oder Regenbogen – sie alle werden da sein und mit salbungsvollen Worten und Krokodilstränen darlegen, warum ausgerechnet bei ihnen nicht gespart werden kann. Erschwerend kommt im Sozialausschuss hinzu, dass da keiner dem anderen auch nur das Schwarze unterm Fingernagel gönnt. Wo in anderen Ausschüssen ein Blick in die Runde reicht, wird dort heftig gestritten. Dann wird die Sitzung unterbrochen ... und da soll man sachlich und objektiv beschließen können? Das wird seeehr schwierig.
DRECKSARBEIT Dass CDU und Linke im Kreistag mal einer Meinung sind, hätten sich beide Seiten wohl nicht träumen lassen. Dass es bei dem Thema um einen möglichen Verkauf der Kreisanteile an der Eon Hanse AG geht, macht das Ganz noch absurder. Sind es nicht die Christdemokraten, die der Privatwirtschaft immer dem Vorzug vor staatlichen Unternehmen geben, für die freie Märkte Garant des Wohlstands sind? Wieso will diese Partei, dass der Kreis an einem Unternehmen beteiligt bleibt? Und die Linken sind doch eigentlich bei allem skeptisch, was die Privatwirtschaft angeht, vor allem, wenn es sich um Quasi-Monopolisten handelt wie bei den Energiekonzernen. Und was ist mit ihren ständigen Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit, auch wenn die viel kosten würde? Mit einem Verkauf der Eon-Anteile wären auf Schlag zig-Millionen in der Kreiskasse. Aber vielleicht könnte das ja genau der Punkt sein, an dem sich beide treffen: Die Linken haben Angst, dass die CDU mit dem Geld nur die Schulden abbaut und dann auch noch die Eon-Dividende im Haushalt fehlt. Und die CDU hat Angst, dass die Linken mit den anderen Fraktionen die Eon-Millionen verfrühstücken und man nichts dagegen tun kann. Immerhin: Eine Koalition des gegenseitigen Misstrauens ist mal was Neues im Stormarner Modell.
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Nachsitzen angeordnet

- „Ganz klar eine erzieherische Maßnahme. Und das innerhalb der CDU.“ Hagen von Massenbach SPD

- „Wir wollen den Sozialausschuss doch nicht um die Chance bringen, seine fachliche Kompetenz einzubringen.“ Birgit Reichardt-Mewes CDU
Stormarner Tageblatt vom 10. Dezember 2010
Sozialausschuss macht keine Sparvorschläge / Oldesloe muss ohne Haushalt starten
Bad Oldesloe
Tja, dann eben nicht. Die Stadt Bad Oldesloe wird ohne Haushalt in das neue Jahr starten müssen. Eigentlich sollten die Stadtverordneten in der kommenden Woche den Haushaltsentwurf beschließen, doch die Mehrheit im Finanzausschuss hat jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht – weil der Sozialausschuss keine Sparvorschläge gemacht hatte. Jetzt hat ihm der Finanzausschuss einen Nachsitz-Termin verordnet.
Normalerweise wird der beschlussreife Haushaltsentwurf auf einer Klausursitzung an einem Sonnabend vorbereitet. Das hat in diesem Jahr allerdings nicht geklappt. Im Haushalt klafft ein sattes Drei-Millionen-Euro-Loch. Deshalb hatten die Finanzexperten die Fachausschüsse aufgefordert, nochmals über die Bedarfe für das kommende Jahr zu diskutieren. Dazu gab es eine Vorschlagsliste. Die ist in den Ausschüssen behandelt worden. „Teilweise in brillanter Art und Weise – wenn ich da an den BPA denke“, lobt Finanzausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Der Bauausschuss hat sein Sparsoll sogar „übererfüllt“.
Der Sozialausschuss hatte sich dem entzogen. Der Bücherei war auferlegt worden, ihren Kostendeckungsgrad um drei Prozent zu verbessern, aber ansonsten waren lediglich einige Eckpfeiler eingeschlagen worden, wo auf keinen Fall gekürzt werden dürfe. Die Schulbudgets als Beispiel. Den Rest sollte der Finanzausschuss erledigen. Doch der hat dankend abgelehnt.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach feixt sich einen: „Das ist der Hammer. Ganz klar eine erzieherische Maßnahme . Und das innerhalb der CDU...“ Mit Birgit Reichardt-Mewes steht sowohl dem Finanzausschuss als auch mit Angela Fehrmann dem Sozialausschuss jeweils eine Christdemokratin vor.
Reichardt-Mewes interpretiert den Beschluss etwas anders: „Wir wollen den Sozialausschuss doch nicht um die Chance bringen, seine fachliche Kompetenz einzubringen.“ Auch innerhalb der Fraktion sei die Notwendigkeit gesehen worden, „sich der Sache noch mal intensiv zu widmen“.
„Für die Summe will ich nicht die Diskussion mit den Vereinen führen“, hatte FDP-Frau Anita Klahn im Sozialausschuss begründet, warum sie bei den Vereins-Zuschüssen nicht streichen will – es ging um 35 000 Euro. Darum wird sie jetzt wohl nicht rumkommen. Ihr Fraktionskollege Heiko Vosgerau betont ausdrücklich: „Ich könnte dazu auch was entscheiden, aber der Fachausschuss ist doch seit Jahren im Thema.“
Für die Stadt hat das zur Folge, dass sie ohne Haushalt in das nächste Jahr starten wird. „Bei all den Großprojekten, die wir gerade laufen haben, wollten wir das verhindern. Man wird dann nichts anfassen können“, erklärt Hagen von Massenbach. Deshalb stimmten die Sozialdemokraten gegen die Zurückverweisung. „Wir waren vorbereitet. Von uns aus hätte beraten werden können.“ Neben den Haushältern sei deshalb auch der Fraktionsvorstand zum Finanzausschuss gekommen.
Birgit Reichardt-Mewes sieht es wesentlich entspannter: „Es wird eine Interimszeit von einem Monat geben. Das ist nicht weiter schlimm und durchaus vertretbar. Vertragliche Verpflichtungen müssen erfüllt werden – die Angestellten werden ihr Gehalt bekommen.“
Andreas Olbertz
Stadtschule – Umbau zieht sich bis Herbst 2012
Stormarner Tageblatt vom 9. Dezember 2010
Bad Oldesloe
Na, das wird ja noch dauern: Sozial- und Bauausschuss haben sich jetzt mit den Umbauten an der Stadtschule beschäftigt. Im April wurde sie als gebundene Ganztagsschule genehmigt, nach den Sommerferien wurde mit dem ersten Jahrgang der Betrieb aufgenommen. Das Raumprogramm ist auch längst beschlossen, aber an der Umsetzung hapert es noch. Der vermutlich vier Millionen Euro teure Um- oder Anbau soll über ein so genanntes PPP-Verfahren realisiert werden – und das ist sehr aufwändig. Da wird ausgeschrieben, geprüft, verhandelt und optimiert. Wenn alles glatt laufe, könne das Prozedere im Oktober 2011 abgeschlossen werden, so Carsten Fischer vom Beratungsbüro. Dann hat die Stadt einen Partner für den Bau, aber es ist dann noch kein Handschlag getan. Die Verwaltung geht von einer knapp einjährigen Bauphase aus.
Die anfangs hoch gelobte unterirdische Mensa zwischen Neu- und Altbau wird es nicht geben: Der Platz reicht einfach nicht. 300 Quadratmeter werden benötigt, aber nur 180 könnten dort realisiert werden. Selbst in einem Dreischichtbetrieb könnten dort nicht alle Kinder essen. Auch technische Gründe sprachen gegen einen Verbindungstrakt. Einstimmig wurde deshalb ein Neubau auf dem Parkplatz neben der Bücherei beschlossen. Vorteil: Urheberrechtsfragen sollen keine Rolle spielen. Kritisch könnte der Schutzstatus der Bücherei sein, doch auch das sei nicht wirklich ein Problem, wenn sich der Neubau nur genug absetze.
Das Auswahlverfahren läuft nach einem vermeintlich objektiven Verfahren. Nach einem klar definierten Verteilungsschlüssel bekommen die Angebote Punkte. Da geht es beispielsweise um Funktionalität, Wirtschaftlichkeit oder Architektur. Die Punktezahl wird durch die Kosten geteilt – so soll sicher gestellt sein, dass bauliche Aspekte genau so wichtig sind wie die Finanzen. Also bekommt nicht automatisch der günstigste Anbieter den Zuschlag, aber auch nicht der mit dem ausgeklügeltsten Konzept.
Andreas Olbertz
Falsche Höhe
Stormarner Tageblatt vom 9. Dezembner 2010
In den Bericht über die Debatte bezüglich der Innenbereichsbebauung zwischen Salinen- und Königstraße im jüngsten Bauausschuss hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die Tyrell-Häuser am Trave-Ufer sind trotz drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss nicht 13,50 Meter hoch, wie irrtümlich berichtet, sondern an ihrer höchsten Stelle (Firsthöhe) lediglich 12,50 Meter. ol
„Missgeburt“ neuer B-Plan

- „Da fühlt man sich doch verkohlt“ Frank Fiedler, FDP
Stormarner Tageblatt vom 6. Dezember 2010
FDP fährt schwere Geschütze gegen Verwaltung auf – Planung geht zu Lasten der Anlieger
Bad Oldesloe
„Als ich die Vorlage gesehen habe, war ich schockiert. Das ist eine Missgeburt, die heraus kommt, wenn sich die Verwaltung zu sehr mit dem Investor ins Bett legt.“ Rums. Da hatte der FDP-Stadtverordnete Frank Fiedler im jüngsten Bauausschuss einen mächtigen Schuss aufs Rathaus abgefeuert, als es um eines der liberalen Lieblingsthemen ging: Die Innenbereichsbebauung zwischen Salinen- und Königstraße.
Als Bürgermeister Tassilo von Bary den Vorwurf empört zurückwies und sagte: „Wir sind keine Interessenvertreter für einen Investor“, legt Fiedler nach: „Qui bono – wem nützt es? Dieser Entwurf geht eindeutig zu Lasten der Anlieger im Bestand. Deren Interessen wird zu wenig Rechnung getragen.“ Ausschussvorsitzende Maria Herrmann stimmte zu: „Den Eindruck hatten wir teilweise auch.“
Auslöser für den Streit war die im Plan festgelegte Gebäudehöhe von elf Metern. Außerdem ärgerte sich Frank Fiedler, dass die Staffelgeschosse bei den zentralen Villen lediglich 25 eingerückt sein müssen. Für die Penthäuser soll so eine möglichst große Sonnenterrasse herausgeholt werden. Auf der Rückseite müssen die Nachbarn auf eine elf Meter hohe Wand schauen – faktisch dreigeschossig. Genau das wollte der Ausschuss nicht. Der südliche Riegel sollte lediglich zweigeschossig werden, doch auch diese Häuser sind mit elf Metern Firsthöhe eingezeichnet. Da half es auch nichts, dass Architekt Bernd Wessling erläuterte, dass die Höhe einfach gebraucht werde. Drei Meter pro Geschoss, plus der sich aus der Dachneigung sich ergebenden Höhe – so kämen die Werte zustande. Dr Tamara Tiessen wunderte sich: „Tyrells haben an der Trave drei Geschosse plus Staffel mit 13,50 Metern hinbekommen.“ Eine Anliegerin wies darauf hin, dass in früheren Planvarianten drei Etagen plus besagtes Staffelgeschoss mit nur zwölf Metern eingezeichnet waren. Nicole Rowe aus der Planungsabteilung machte deutlich, dass die 25 Zentimeter Versprung für das Staffelgeschoss schon „hart erkämpft“ seien. „Was sehen sie denn als angemessen an?“, wollte sie von den Politikern wissen. Zum Entsetzen des Architekten antwortete Frank Fiedler: „Ein Meter.“ „Dann hat sich die Sonnenterrasse erledigt“, ist der Planer überzeugt.
Es zeichnet sich ab, dass anstelle der Firsthöhe, die Traufhöhe festgeschrieben werden soll. Als es allerdings zum Beschluss gehen sollte, flogen wieder die Fetzen. Maria Herrmann sprach von einem gestörten Vertrauensverhältnis und lehnte es daher ab, der Verwaltung die neuen Zahlen an die Hand zu geben und darauf zu setzen, dass die entsprechend in einen neuen Plan eingearbeitet werden – sie will ihn vorher sehen. Das regte den Bürgermeister wieder auf. „Wir haben nicht gegen den Beschluss operiert“, stellte er klar. Dem konnte auch Frank Fiedler zustimmen: „Es ist nicht der Wortlaut, sondern der Geist des Beschlusses, den Sie nicht berücksichtigt haben.“ Das Staffelgeschoss sei nur ein „Feigenblatt geworden und aus der Tatsache, dass die Sitzungsvorlage erst mit Verspätung kurz vor dem Planungsausschuss verteilt wurde „drängt sich die Vermutung auf, das war Absicht. ‚Vielleicht merkt es ja keiner.‘ Da fühlt man sich doch verkohlt.“
Die Grünen stehen dem Vorhaben mittlerweile kritisch gegenüber. Öffentlich betont Investor Markus Stolte zwar, er sei für ein Passivhaus, aber die konkreten Vertragsverhandlungen hinter verschlossenen Türen sind quasi gescheitert. „Da müssen wir unsere Haltung noch mal grundsätzlich überprüfen“, so Fraktionsvorsitzender Wilfried Janson.
Das Thema wird vermutlich im Januar erneut beraten werden.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 4. Dezember 2010
Kontrolle ist gut, überwachen besser
EINGEFROREN Heiß erwartet war das Gutachten zur Betondeckenqualität der A1 – auch, weil man hoffte, dass sich bei den Eistemperaturen in Sachen Autobahn Baustellen endlich wieder was bewegt. Pünktlich zum Monatsende lag es dann auch dem Leiter des Lübecker Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr vor, doch Jens Sommerburg hält sich bedeckt: „Ja, das Gutachten ist da, aber ich sag noch nicht, was drin steht.“ Mit dem Auftragnehmer, der zwischen Bargteheide und Oldesloe in Betonsachen wenig meisterlich agierenden Firma Meister, wolle man erst das weitere Prozedere absprechen, bevor man die Öffentlichkeit informiert. Das soll kurz vor Weihnachten geschehen – wenn eigentlich die andere Baustelle zwischen Buddikate und Ahrensburg fertig sein sollte. Doch auch hier stockt’s – allerdings wegen Frost. Wenn da mal nicht Petrus und der Teufel unter einer (Beton-)Decke sitzen ...
GESPART Es ist erst wenige Wochen her, da wurde im Hauptausschuss ein Machtwort gesprochen: Der Finanzausschuss darf sich nicht einfach in die Kompetenzen der Fachausschüsse einmischen und eigenmächtig Projekte kippen. Und was machen jetzt die Sozialausschuss- Mitglieder? Statt die Sparvorschläge des Finanzausschusses Punkt für Punkt durchzugehen und so zu sondieren, wo eventuell etwas gekürzt werden könnte, wurde die Liste mehr oder weniger pauschal an die Finanzleute zurück verwiesen – ohne irgendwelche Sparvorschläge. Natürlich kann ein Ausschuss zu der Erkenntnis kommen, dass in seinem Zuständigkeitsbereich nichts gespart werden kann, weil jeder Posten wirklich absolut wichtig ist. Aber als Außenstehender kann man das nur glauben, wenn wirklich jeder Posten auf dem Prüfstand gestanden hat. Ansonsten gewinnt man den Eindruck, dass die Ausschussmitglieder nur keine Lust hatten, sich mit der trockenen Materie auseinander zu setzen. Pech hatte die Bücherei. Sie stand ganz oben auf der Liste und muss nun als Alibi-Sparvorschlag herhalten. Eine Bildungseinrichtung, eine Non-Profit-Einrichtung soll mal so eben ihren Kostendeckungsgrad um 25 Prozent verbessern und 14 000 Euro einnehmen. Aber im gleichen Atemzug werden ohne irgendeine Verpflichtung – von Gegenleistung wollen wir gar nicht reden – 6000 Euro ans Schleswig-Holstein Musikfestival überwiesen.
ENTSORGT Innenstadt-Attraktivierung ist ein heißes Thema. Zumindest vor Wahlen. Anschließend passiert nichts mehr und die Fußgängerzone kümmert weiter vor sich hin. Im Haushalt für das kommende Jahr sind tatsächlich 15 000 Euro für neue Papierkörbe vorgesehen. Ja, das wird den Geschäften gigantische Umsatzzuwächse bringen, das macht das Bummeln durch die Kreisstadt zum echten Erlebnis. Fakt ist, Krähen picken Müll aus den Behältern – das kann man technisch verhindern. Fakt ist leider auch, dass jede Menge Hausmüll dort illegal entsorgt wird. Ob man das Problem mit neuen Papierkörben in den Griff bekommt, darf bezweifelt werden. Wenn man den Visionen unseres Karikaturisten Götz Wiedenroth folgen würde, wäre weltweite Aufmerksamkeit garantiert.
Andreas Olbertz, Sara Peschke
Toilette für drinnen und draußen

Stormarner Tageblatt vom 4. Dezember 2010
Café am Markt: Klares Votum für Behindertentoilette in ehemaliger Goldschmiede
Bad Oldesloe
Guck mal einer an: Dafür, dass erst angeblich nichts möglich gewesen sein soll, lagen dann doch plötzlich sechs Varianten auf dem Tisch, über die der Bauausschuss der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung zu befinden hatte. Und die Politiker waren sich schnell einig, welche Behindertentoilette das ehemalige Café am Markt bekommen soll.
Vor der Entscheidung war ein Ortstermin in den leer stehenden Räumen angesetzt. Marion Janssen (Behindertenbeirat) hatte spezielle Brillen organisiert, mit denen eine Sehbehinderung simuliert wird, und einen Rollstuhl für die Test-Fahrt zur Toilette. Da merkten Politiker und Verwaltungsmitarbeiter, dass es gar nicht so einfach ist, sich zwischen Stufen und Stützen zu bewegen oder mit dem Rolli durch die enge Tür zu kommen.
Siegfried Wobig (CDU) schien der Ortstermin zu lange zu dauern. „Wir können das auch abkürzen, wir sind für Variante 2 A“, warf er in den Raum. Trotzdem wollten sich alle das Elend in den leeren Räumen ansehen: verschmutzte Fliesen, flötige Elektroinstallation und abgenutzte Holzeinbauten.
Drei der Vorschläge von Architekt Reinhard List hatten sich gleich erledigt, denn sie sahen lediglich Toiletten im Nebengebäude vor. Die drei anderen Entwürfe beziehen die ehemalige Goldschmiede mit ein. Im Grunde sind die Konzepte recht ähnlich, sie unterschieden sich im Platzbedarf – der sich dann in den Kosten niederschlägt.
Der Ausschuss hatte angeregt, neben einem Behinderten-WC auch ein Marketingbüro neben dem Café unter zu bringen. Mal betrüge diese Verwaltungsfläche etwa 50 Quadratmeter, dafür könnten dem Café nur acht Quadratmeter Lagerfläche zugeschlagen werden. Bei einem 15 Quadratmeter großen Lager blieben knapp 35 Quadratmeter über. Der üppigste Plan sah gleich zwei Toiletten und ein großes Lager vor – aber kein Marketingbüro mehr. Die Preise liegen bei 70 000, 80 000 und stolzen 180 000 Euro.
Bürgermeister Tassilo von Bary plädierte für die Luxusvariante. Sie biete den Vorteil, nicht nur von der Gaststätte aus zugänglich zu sein, sondern auch von außen. 180 000 Euro seien ohnehin für den Bau einer Toilette im Rahmen des Zob-Umbaus vorgesehen. Doch Politik entschied sich ohne große Diskussion anders. Die mit 69 000 Euro „günstigste“ Variante soll es werden – eine Toilette, kleines Lager. Da die zur Hindenburgstraße liegende Außenwand ohnehin auf die Gebäudeflucht vorgezogen werden muss, soll bei der Gelegenheit gleich eine Außentür eingebaut werden. Damit wären zwei Fliegen mit einer klappe geschlagen. Siegfried Wobig befürchtet zwar Vandalismus, aber am Ende wurde dieser Entwurf einstimmig beschlossen.
Andreas Olbertz
Entscheidung für Behinderten-WC gefallen
Lübecker Nachrichten vom 4. Dezember 2010
Bauausschuss stellt Weichen für einen neuen Betrieb im ehemaligen Café am Markt.
Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Bad Oldesloe – Eine endgültige Entscheidung für einen neuen Betreiber im ehemaligen Café am Markt ist noch nicht gefallen – es liegt noch kein Vertrag vor –, aber die Mitglieder des Oldesloer Bau- und Planungsausschuss haben schon einmal die Problematik um den Bau eines Behinderten-WC geklärt.
„Wir haben uns für die Variante 2A entschieden“, verkündete jetzt die Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) das Abstimmungsergebnis der jüngsten Bauausschusssitzung. Sie freut sich, denn bisher hätten entsprechende Planungen für eine Behindertentoilette in der angedachten „Markthalle“ für Schwierigkeiten gesorgt. „Jetzt haben wir auf einmal sechs unterschiedliche Ideen.“ Die behinderten Mitbürger und Gäste Bad Oldesloes haben – nach Eröffnung einer neuen Restauration – direkt von der Lokalität aus Zugang zu einem WC. Das befindet sich in dem angrenzenden Ladengeschäft – ehemals Goldschmied Killinger. Die Räume gehören der Stadt. Dort entsteht für den neuen Betreiber des Cafés auch ein Lagerraum. In Änderung der Variante 2 A soll es übrigens auch einen äußeren Zugang zu der Toilette geben. „So wird es auch gleichzeitig eine öffentliche Toilette“, erklärt Herrmann. Allerdings bleibt die Handhabung noch unklar – sprich: Wie sehen die Öffnungszeiten aus? Mehr als 70 000 Euro wird diese Maßnahme kosten. Die restlichen rund 30 Quadratmeter könnten als Büro für Stadtmarketing genutzt werden.
Marion Janssen vom Behindertenbeirat der Stadt Bad Oldesloe ist „sehr, sehr glücklich und zufrieden“ über diese WC-Lösung. „Das ist das, was wir uns gewünscht haben.“ Jetzt hätten die Menschen die Möglichkeit, auf ein „barrierefreies WC“ zu gehen. Wenn die Öffnungszeiten sich an den Öffnungszeiten des Lokalbetreibers orientierten, sei dies besser als bisher. „Es ist doch ein Fortschritt, wenn man dann bis 23 oder 24 Uhr aufs Klo gehen kann, statt wie bisher nur bis 18 Uhr.“ So lange hat der Italiener geöffnet, der den Schlüssel für das jetzige Behinderten- WC hinter dem Verwaltungsgebäude aufbewahrt. Dass die Politiker jetzt einlenkten, führt Janssen auf den Druckzurück, den der Behindertenbeirat und der Seniorenbeirat gemacht haben – und das freut sie.
Gespart wird nicht – nur bei der Bücherei
Stormarner Tageblatt vom 2. Dezember 2010
Bad Oldesloe
Das war also die erste Sparrunde und irgendwie ist nichts dabei rum gekommen. Bekanntlich klafft im Haushalt für das kommende Jahr ein Drei-Millionen-Euro-Loch. Der Finanzausschuss hatte eine Liste mit Sparvorschlägen erstellt. Wenn die Fachausschüsse nicht einverstanden sein sollten, müssten sie andere Sparvorschläge machen.
Der Sozialausschuss war jetzt als erster an der Reihe, sich mit den Sparplänen zu befassen. Ganz oben auf der Liste stand, vermutlich zufällig, die Bücherei. Damit wurde sich noch intensiv auseinander gesetzt. Eine Anhebung der Jahresgebühr war schnell vom Tisch. Wenn viele Leute dadurch abgeschreckt würden, ergebe sich nämlich sehr schnell ein Minus in der Kasse. Stattdessen soll der Kostendeckungsgrad um drei Prozent verbessert werden. Was läppisch klingt, ließ Bibliotheksleiter Jens A. Geißler blass werden: „Das ist für eine Bibliothek ziemlich sportlich.“ Der Landesdurchschnitt sei neun Prozent, die Oldesloer Einrichtung liege mit zwölf Prozent schon deutlich darüber. Drei Prozent mehr seien nicht zu schaffen. Jens-Pieter Friese von der SPD kannte da kein Pardon: „Wir können nicht die Vereine beschneiden und unsere eigenen Einrichtungen nicht an die Kandare nehmen.“ Es müssten ja nicht unbedingt drei Prozent sein, aber ein Bemühen solle schon erkennbar sein. Bei der VHS habe das in der Vergangenheit ja auch geklappt. FDP-Frau Anita Klahn war entschieden dagegen, aber alle anderen dafür.
Freiwillige Zahlungen an Vereine hätten um fünf Prozent gekürzt werden sollen. 35 000 Euro würde das bringen. Kein Thema für die Ausschuss-Mitglieder. „Für die Summe will ich nicht die Diskussion mit den Vereinen führen“, argumentierte Anita Klahn. Die SPD führte ein anderes Argument an: Laut Steuerschätzung kann Oldesloe mit zusätzlichen 500 000 Euro rechnen. Dann müsse bei den Vereinen nicht gespart werden – ohne Gegenstimme beschlossen. Auch die Kürzung der Schulbudgets wurde einstimmig vom Tisch gewischt. Die SPD wollte sicherstellen, dass wie im Konzept beschlossen, die nächste Erzieherin für die Stadtschule eingestellt wird, die Klaus-Groth-Schule Akustikdecken bekommt und Geld für die Essenszuschüsse bereitsteht. Doch dafür fanden sich keine Mehrheiten.
Sparen? Fehlanzeige. Das soll der Finanzausschuss übernehmen.
Andreas Olbertz
Oldesloer Politiker entscheiden sich für Mensa-Variante
Lübecker Nachrichten vom 3. Dezember 2010
3,9 Millionen Euro kostet der Bau für die Stadtschule. Er entsteht auf dem Parkplatz an der Königstraße.
Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Bad Oldesloe – Die Entscheidung war eindeutig: Die Mensa der Stadtschule in Bad Oldesloe entsteht auf dem Parkplatz an der Königstraße. Das beschlossen die Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses (BSKA) auf ihrer jüngsten Sitzung. Knapp vier Millionen Euro kostet die Maßnahme, die als PPP-Inhabermodell (Public Private Partnership) entstehen soll.
„Die Entscheidung war einstimmig, das ist positiv“, bewertet Angela Fehrmann (CDU), Vorsitzende des Ausschusses das Ergebnis. „Wir haben uns für die Lösung mit dem 300 Quadratmeter großen Speisesaal und Platz für 200 Kinder entschieden“, erklärt sie.
Diese Entscheidung geht zu Lasten der Autostellplätze. „Aber es gab keine andere Möglichkeit. Wir mussten einen Kompromiss machen.“ Ein Kompromiss, der mehr Bequemlichkeit für die Schüler bietet. Denn in der anderen Bauvariante – hier sollte die Mensa mit Platz für nur 120 Schüler der Ganztagsschule zwischen dem Alt- und dem Neubau der Stadtschule entstehen – hätten die Kinder im Drei-Schicht-Betrieb speisen müssen. In einer Mensa, die gerade einmal 180 Quadratmeter groß ist. Bauliche Probleme wären hinzugekommen. Die hätten den finanziellen Rahmen sprengen können. Allerdings besteht auch so die Möglichkeit, dass die Kosten noch um bis zu 30 Prozent steigen – so hoch kann eine mögliche Abweichung ausfallen. Darüber machen sich die Politiker jetzt erst einmal keine Gedanken. Vielmehr ist es der Haushalt 2011, der ihnen Kopfzerbrechen bereitet. Mit schmerzhaften Kürzungsvorschlägen gingen die Ehrenamtler in ihre BSKA-Sitzung. Und konnten doch noch nicht endgültig beschließen. „Die Vorlagen müssen neu aufbereitet werden“, kritisiert Fehrmann die Verwaltung. Zu unklar die Beschreibungen. Fakt ist lediglich, dass das Schulbudget nicht um zehn Prozent (44 600 Euro) gekürzt wird und auch die freiwilligen Leistungen nicht um fünf Prozent (35 000 Euro) gekappt werden. „Die Schulen hatten mächtig Bammel, dass an das Geld rangegangen wird“, weiß Fehrmann. Jetzt besteht Planungssicherheit.
Ein unverhoffter Geldsegen – rund 580 000 Euro öffentlicher Mittel – macht diese Großzügigkeit der Politiker möglich. Sie machen das Haushaltsdefizit kleiner. Die Einsparsumme sinkt damit von über zwei Millionen Euro auf rund 1,5.
Nur Papierkörbe statt Attraktivierung

Stormarner Tageblatt vom 2. Dezember 2010
An der Fußgängerzone wird gespart – Konkurrenz schlimmer als Ausstattung
Bad Oldesloe
Was wurde da nicht alles geplant und diskutiert, es gab Konzepte, Beteiligungsrunden und sogar Brandbriefe, dass dringend etwas passieren müsse in Sachen Innenstadtattraktivierung. Mehrere hunderttausend Euro waren veranschlagt. Alleine, um den Marktplatz von seinem Buckelpflaster zu befreien, wäre eine halbe Million Euro notwendig gewesen. Edelstahlbänke, neue Lampe, Fahrradständer ... 2008 wurde das Möblierungs-Konzept im Bauausschuss regelrecht pulverisiert. Einstimmig von allen Fraktionen abgelehnt.
Und was ist seitdem passiert? Fast nichts, eine Zwischenbilanz fällt verheerend aus. Immerhin, die scharf kritisierte „Pissrinne“ wurde durch plane Granitplatten ersetzt. Eine Aktion, die nicht sonderlich nachhaltig war, der Granit zerbröselt regelrecht und soll nächstes Jahr ausgetauscht werden.
Ein ähnliches Schicksal ereilte die Spielgeräte, die in der Fußgängerzone aufgestellt worden waren. Sie sind mittlerweile wieder verschwunden. Nicht nur, dass sie von Lieferanten und anderen Fahrern beschädigt worden sind, es gibt auch rechtliche Bedenken – „Fallschutz“ lautet das Stichwort. Kinder könnten sich ja verletzen.
Immerhin, kommendes Jahr sind 15 000 Euro im Haushalt vorgesehen. Davon sollen neue Mülleimer angeschafft werden. „Es geht um die Verträge wegen der Leerung. Die Behälter sollen nicht zu leicht zu zerpflücken sein, müssen aber trotzdem einfach zu leeren sein “, erläutert Bauamtsleiter Frank Duwe.
„Die Papierkörbe sind doch noch gar nicht so alt“, wundert sich GOK-Vorsitzende Ilona Rehme. Sie sieht ganz andere Probleme. „Bad Oldesloe hat für die Ikea-Ansiedlung mit allem Drumherum in Lübeck votiert. Das stimmt mich sehr bedenklich. Ikea und ein Fachmarkt-Center können uns nicht kratzen, aber das wird ein Shopping-Center.“ Das werde für Oldesloe weiteren Frenquenzverlust zur Folge haben.
Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) sieht die Attraktivierung skeptisch: „Anstelle von Kosmetik sind mir die inneren Werte wichtig. Ein paar Wippteile für Kinder beleben nicht die Innenstadt, Kaugummi mit Oldesloe-Bildern schon gar nicht. Wir brauchen einen bei der Stadt angesiedelten Fachmann, der Eigentümer und Ladenbesitzer informiert, ansprechbar ist, Leerstände managt, Ideen für Zwischennutzungen entwickelt, Impulse gibt.“ Die Kosten für ein externes Flächenmanagement sollen dem Rotstift zum Opfer fallen – 110 000 Euro.
„Der Part der Stadt an so was wird überbewertet“, findet Frank Fiedler (FDP): „Wir müssen drei Millionen Euro einsparen, überlegen ob wir an die Schulbudgets ran gehen und sollen uns Luxusdinge wie die Möblierung der Innenstadt leisten? Das ist nicht vermittelbar.“
Andreas Olbertz
Mittwoch soll der BSKA Oldesloes Sparhaushalt absegnen
Lübecker Nachrichten vom 30. November 2010
Kürzungen sind in vielen Bereichen vorgesehen: Schule, Sport, Vereine, Musikschule. Viele Eltern sollen für Kitas mehr bezahlen.
Bad Oldesloe – Jetzt geht es ans Eingemachte. In seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 1. Dezember, muss sich der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss der Stadt Bad Oldesloe mit den Vorschlägen des Finanzausschusses zur Haushaltskonsolidierung befassen. Da der Haushaltsentwurf 2011 in seiner Ursprungsfassung weder beschluss- noch genehmigungsfähig war, hat der Finanzausschuss Konsolidierungsvorschläge erarbeitet. Die Fachausschüsse werden gebeten, diese zu beraten und möglichst umzusetzen.
Die Vorschläge des Finanzausschusses sehen unter anderem eine Kürzung bei den Freiwilligen Leistungen der Stadt von fünf Prozent vor. Sowie eine Kürzung der Schulbudgets um zehn Prozent – Einsparung jährlich 44 600 Euro. Von der Reduzierung der freiwilligen Zuschüsse um fünf Prozent sind vom Schleswig-Holstein Musikfestival über den Defizitausgleich an Klangstadt und Oldesloe macht Theater auch Vereine betroffen. Die Jahresnutzungsgebühren der Stadtbibliothek sollen auf 17 Euro angehoben werden.
Für VHS-Kurse sollen die Teilnehmerentgelte ab dem Herbstsemester um fünf Prozent angehoben werden. Eine Anhebung der Elternbeiträge in den Oldesloer Kindertagesstätten von derzeit 30 Prozent der Betriebskosten auf 37,5 Prozent, wie es vom Landesrechnungshof Kiel gefordert wird, würde die Stadt um rund 380 000 Euro pro Jahr entlasten. An den Gesamtbetriebskosten der Oldesloer Kitas von rund vier Millionen Euro könnten – nur bei den professionellen Trägern – 430 000 Euro (zehn Prozent) eingespart werden.
An der Musikschule sollen jährlich rund 22 800 Euro eingespart werden. 5000 bei der Reduzierung des Betriebskostenzuschusses und 17 800 durch die Berechnung der Raumnutzungmit 25 Prozent. Überlegt wird, Sportplätze und Sportlerheime zur Bewirtschaftung und Unterhaltung an die Vereine zu geben. Die Neuverhandlung über die Pachtverträge soll im Jahr 2011 erfolgen. Für den Erwachsenensport soll der Zuschuss zur Sporthallennutzung von bisher 80 Prozent ebenfalls um fünf Prozent gesenkt werden.
Alle Vorschläge sind bisher Empfehlungen. Sie müssen noch beschlossen werden. Sitzungsbeginn ist Mittwoch um 19 Uhr im Verwaltungsgebäude.
Susanna Fofana
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 27. November 2010
Abgekanzelt und ab in die Spielhölle
NUR EIN SPIEL Ja, Politiker haben es nicht leicht. Da gibt es beispielsweise die bösen Spielhallen. Sie treiben vor allem Männer in die Spielsucht. Sie haben eine schlechte Ausstrahlung auf das Umfeld und führen zum „Trading Down“ – der Todesspirale für die Innenstadt. Aber da gibt es auch die kühlen Rechner unter den Politikern, die sich hinstellen und vorrechnen, dass die Stadt dank üppig sprudelnder Spielhallensteuer jedes Jahr deutlich über 100 000 Euro einnimmt. Und wenn man die Steuer ein bisschen anhebt, wird es eben noch deutlich mehr. Die Schraube dürfe man nicht überdrehen, sonst gebe es Ärger – so grade in der Stadtverordnetenversammlung verkündet. Die Automatenlobby stöhnt und klagt natürlich, aber man muss sich doch nur mal umgucken. Reinfeld erhebt mit elf Prozent deutlich mehr Automatensteuer als Oldesloe (zurzeit) und trotzdem hat dort im Gewerbegebiet eine gewaltige Spielhölle neu eröffnet. „Da kann man immer noch genug mit verdienen“, ist Reinfelds Kämmerer überzeugt. Und er meint nicht die Stadt, sondern die Unternehmer. Davon kann man auch in Oldesloe ein Lied singen: „Die Betreiber wollen ja immer. Der Druck ist da“, hört man aus dem Bauamt. Wenn man noch weiter über den Tellerrand schaut, wird es noch interessanter. Im Süddeutschen gibt es die kleine Stadt Mengen. Die hat die Automatensteuer auf satte 25 Prozent angehoben, woraufhin die Betreiber ihre Läden geschlossen haben. Das bedeutet für die Stadt 250 000 Euro Einnahmeverlust. Kein Aufschrei, im Gegenteil: Die Bevölkerung will Spendenaktionen starten und der Bürgermeister rechnet durch, dass die Einnahmen nichts sind im Vergleich zu den durch Spielsucht verursachten Sozialkosten. Dann ist die Entscheidung doch wohl klar.
KURZ GESCHLOSSEN Erst kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Wegen eines Stromausfalls in der Mommsenstraße war die Kreisverwaltung am Dienstag nicht erreichbar. Den Kurzschluss hatten die Stadtwerke zwar relativ schnell wieder behoben, die Telefonanlage des Kreises wollte aber nicht mehr mitspielen. Was wiederum mit dem Notstromaggregat zusammenhängt, das eigentlich für solche Zwecke gedacht ist. Das war beim Stromausfall von der plötzlichen Leistungsanforderung überrascht. Weil die Power nicht reichte, schaltete die Anlage vermeintlich nicht so wichtige Bereiche ab, was die Telefonanlage nicht so gut verknusen konnte. Bei den einfachen Sachbearbeitern mit den einfachen Telefonen klappte es irgendwann wieder, bei den Abteilungs,- und Amtsleitern mit ihren ans interne Computernetz angeschlossenen IP-Telefonen dauerte die Reparatur den ganzen Tag. Eine Verkettung unglücklicher Umstände, nennt es Kreissprecher Michael Drenckhahn. Vielleicht war es auch das Gegenteil.
IN DIE TÜTE „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ – natürlich nicht, möchte man sagen, da sind ja schon die Brötchen drin. Wäre dem nicht so, wäre es aber gut, wenn Gewalt in die Tüte käme. Denn wäre sie nämlich da drin und man müsste sie nicht rauslassen.
HOLZSTÜCK Vielleicht sollte man die Kanzel aus dem Kirchsaal Hagen beim nächsten Osterfeuer mit verbrennen. Wäre irgendwie passend, schließlich sind die Osterfeuer der verbliebene Rest der heidnischen Bräuche bei dem heute christlichen Fest. Aber das wird natürlich nicht geschehen, weil das Umweltamt was dagegen hätte: Das Stehpult ist schließlich lackiert. Also wird es wohl bei der AWSH landen. Ob die es als Möbelholz anerkennt (kostenlos) oder nur als Sondermüll (teuer) annimmt?
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Steuer rauf für Spielhallen
Stormarner Tageblatt vom 25. November 2010
Stadtvertreter eigentlich einig, Beschluss aber vertagt
Bad Oldesloe
Die Haushaltslage ist schlecht – da werden zur Verbesserung der Einnahmen Steuern erhöht. Hundehalter in Oldesloe müssen zukünftig tiefer in die Tasche greifen. Aber auch Spielhallenbetreiber sollen im nächsten Jahr stärker zur Kasse gebeten werden.
Der Finanzausschuss hatte sich einstimmig für eine Erhöhung von acht auf zehn Prozent ausgesprochen. Das würde die Einnahmen von gut 100 000 Euro um 25 000 Euro steigern. In der Stadtverordnetenversammlung wollte SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach jetzt aber doch mehr. „Wir sind weit unter dem, was man einen pädagogischen Ansatz nennen könnte. Andere Städte nehmen 19 Prozent“, sagte er. Als „Kompromiss“ schlug er deshalb zwölf Prozent vor.
Im Grunde eine Zahl, die, das machten die anderen Redner deutlich, durchaus konsensfähig ist. „Ich hätte dagegen nichts“, betonte beispielsweise Horst Möller. Gleichzeitig führte der CDU-Fraktionsvorsitzende aber Bedenken an: Die „Angemessenheit“ könne sich als Problem herausstellen. Bürgermeister Tassilo von Bary warnte vor dem „Erdrosselungseffekt“ und Karl-Reinhold Wurch forderte für die FDP Rechtssicherheit: „Sonst entgeht uns am Ende alles.“ Folglich wurde die Vorlage zurück in den Finanzausschuss verwiesen.
Im Land variiert die Steuerhöhe zwischen acht und zwölf Prozent. Der Ahrensburger Finanzausschuss hat grade eine Erhöhung von acht auf elf Prozent beschlossen (allerdings nur von der Nettokasse).
Die oberschwäbische Kleinstadt Mengen ist da schon sehr viel weiter. In zwei Schritten wurde dort die Steuer von 15 auf 25 Prozent angehoben. Die Spielhallenbetreiber fühlten sich erpresst und schlossen ihre Läden für ein Jahr. „Die Spielhallen sind immer noch dicht“, erklärte Bürgermeister Stefan Bubeck gestern: „Da steht die Lobby der Automatenhersteller hinter, die ersetzen den Betreibern die Ausfälle.“ Die Stadt Mengen muss 250 000 Euro Einnahmenverlust verkraften. Totzdem bleibt der Bürgermeister gelassen: „Die Bevölkerung steht absolut dahinter. Wir konnten eine ganz klare Kausalität zwischen der Zahl der Spielsüchtigen und der Spielhallen herstellen. Es geht linear nach oben.“ Viele Spielsüchtige seien Hart IV-Empfänger mit Familie. Stefan Bubeck: „Wenn es uns gelänge, diese Sozialfälle zu vermeiden, hätten wir den Einnahmeausfall kompensiert. Unsere Sozialausgaben sind sechs mal höher.“
Im Baden-Würtembergischen Landesschnitt kommt auf 860 Menschen ein Geldspielautomat, in der Stadt Mengen liegt die Quote bei nur 160. Auf immerhin 266 Bad Oldesloer kommt ein Spielautomat.
Andreas Olbertz
Großer Umbau beschlossen
Stormarner Tageblatt vom 24. November 2010
Hallenbad wird für 6,6 Millionen Euro umgebaut – im Juni soll es los gehen
Bad Oldesloe
Da haben die Stadtwerke nicht lange gefackelt: Am Morgen nach der Stadtverordneten-Sitzung wurde gleich der Bauantrag für die Sanierung und Attraktivierung des Hallenbades eingereicht. Grob war der Meinungsäquator ja vorher schon bekannt. SPD und Grüne wollten das Komplettpaket für 6,6 Millionen Euro, die CDU eine abgespeckte Variante ohne Bewegungsbecken und Sauna. Offen war die FDP-Haltung.
Jede Fraktion machte noch mal ihre Position deutlich. Horst Möller warnte vor einem dramatischen Anstieg des Defizits für das Bad. „Jeder Besuch wird Richtung 10 Euro bezuschusst“, sagte er. Außerdem gingen beim Bau eines Bewegungsbeckens alle Energieeinsparungen wieder verloren, die mit neuer Technik erzielt werden können.
Wilfried Janson von den Grünen argumentierte in die entgegengesetzte Richtung. „Sauna ist für viele ein entscheidender Punkt. Das Baden wird nur nebenbei mitgenommen“, erklärte der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Da Oldesloe bislang nicht mit einer öffentlichen Sauna aufwarten könne, würden viele in umliegende Bäder ausweichen. Seine Fraktion geht deshalb von einem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen aus.
Hagen von Massenbach machte deutlich, dass die SPD in den Plänen einen Kompromiss sieht. Der SPD-Fraktions-Chef: „Automatengastronomie ist nicht glückselig machend, und die Sauna ist auch nicht wirklich das, was wir wollen.“ Aber nachdem 20 Jahre lang nichts am Bad gemacht worden sei und „immer nur geschoben wurde, sind wir jetzt einfach mal dran, Farbe zu bekennen“.
Alles bereits mehr oder weniger bekannt. Und die FDP? „Wir hätten den Mut zu sagen, wir bringen es heute noch nicht auf den Weg“, erklärte Fraktions-Vorsitzender Karl-Reinhold Wurch. Akribisch legte er dar, dass das Minus des Bades von zurzeit 530 000 Euro im ungünstigsten Fall auf bis zu 1,3 Millionen Euro ansteigen könne. Die Sparvorschläge der CDU würden daran auch nichts ändern. „Das sind dann nur noch Peanuts“, so Wurch. Da die FDP mit ihren vier Stimmen aber nichts verhindern könne, führte der Liberale aus, „werden wir so stimmen, dass es den Bürgern etwas bringt.“ Dafür gab es dann sogar Applaus aus den Reihen der SPD.
Die einzelnen Maßnahmen wurden anschließend getrennt abgestimmt. Lediglich Hauke Heesch und Patricia Rohde von der CDU stimmten gegen die „unvermeidlichen Maßnahmen“. Die Verlegung des Eingangsbereichs mit dem neuen Vorbau war ebenfalls Konsens. Beim Bewegungsbecken stimmte die CDU geschlossen gegen alle anderen Fraktionen, aber bei der Sauna verschwammen die Fronten: Tim Höschler scherte aus der CDU-Linie aus und stimmte mit Ja, dafür votierten Frank Fiedler und Heiko Vosgerau von der FDP plötzlich mit Nein – 15 : 10 war dann aber immer noch eine deutlich mehr auch für die Sauna.
Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl will die Ausschreibung im Winter abschließen. Im Juni kommenden Jahres wird mit den Arbeiten begonnen, etwas später muss das Oldesloer Hallenbad geschlossen werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Anlage im Mai 2012 fertig gestellt sein.
Andreas Olbertz
Endgültig: Politiker bringen Sanierung des Oldesloer Hallenbades auf den Weg

- So könnte die Südseite des Bad Oldesloer Hallenbades nach der Sanierung aussehen: mit ebenerdigem und barrierefreiem Eingangsbereich. Zeichnung: PBR
Lübecker Nachrichten vom 24. November 2010
Mit der Mehrheit von SPD, Grünen und FDP entschieden sich die Stadtverordneten für die Restaurierung des Oldesloer Hallenbades. Eingangsbereich, Bewegungsbecken und Sauna sollen neu entstehen.
Selten merkte man den Oldesloer Stadtverordneten so deutlich an, in welchem Zwiespalt sie steckten, wie am Montagabend. Hier standen gleich zwei für die Stadt durchaus richtungsweisende Entscheidungen an: die Sanierung und Verschönerung des maroden Hallenbades und der Umbau des alten Amtsgerichtes zum modernen stilprägenden Kultur- und Bildungszentrum (KuB) der Stadt.
Über das Visionäre und den möglichen Nutzen für die Stadt waren sich eigentlich alle einig. Allein die Summen von jeweils mehr als sechs Millionen Euro machten es den gewählten Stadtvertretern schwer, sich eindeutig aufzustellen. Zu groß ist die Angst, die ohnehin schuldenbelastete Stadt mit noch höheren Kosten in den kommenden Jahren zu belasten.
So machte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Horst Möller, gleich zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung deutlich, dass seine Partei es „vom Grundsatz her erforderlich ansieht, dass mit der Sanierung des Hallenbades begonnen wird“. Allerdings sei der veranschlagte Kostenrahmen für das Gesamtkonzept von rund 6,5 Millionen Euro doch recht hoch. Also wollte man nur das Nötigste erledigen und auf das Warmwasser-Bewegungsbecken, das mit 685 000 Euro veranschlagt ist, die Beckenumgänge (Fliesenerneuerung) für 125 000 Euro und die Außensauna für 120 000 Euro verzichten.
Über die unvermeidlichen Maßnahmen wie Umkleiderenovierung, Sanierung der technischen Anlagen und andere gab es keine zwei Meinungen, ebenfalls nicht über den neuen behindertengerechten Eingang zur Südseite des Gebäudes. Das wurde klar, als für die Grünen Wilfried Janson ans Rednerpult trat. Doch dieser sprach sich vehement dafür aus, dass die Sauna ein absolutes Muss sei. „Das ist für viele Besucher der entscheidende Punkt fürs Kommen. Das Baden wird quasi nur nebenher noch mitgenommen.“ Janson ist überzeugt, dass mit der Sauna eine Steigerung der Besucherzahlen um bis zu 15 Prozent möglich sei.
Karl-Reinhold Wurch, Fraktionsvorsitzender der FDP, zäumte das Pferd erst mal von hinten auf, als er meinte, die FDP hätten „den Mut zu sagen, wir bringen das Ganze noch nicht auf den Weg“, aus eben den finanziellen Gründen. Doch da sich die CDU für die Grundsanierung ausspreche, „und wir gegen alles sind, stehen wir auf verlorenem Posten“. Die Sparvorschläge der CDU seien allenfalls Peanuts. Also wolle man sich lieber für das Komplettpaket entscheiden, um so die Besucherzahlen zu steigern.
SPD-Chef Hagen von Massenbach hatte in einem Extra-Beschlussvorschlag das Gesamtpaket aufgeschnürt – nach verschiedenen Posten –, um darüber im Einzelnen abstimmen zu können. Er betonte nochmals, dass die Renovierung des Bades für die 25 000 Oldesloer und die mindestens 10 000 weiteren möglichen Besucher aus dem Umland keineswegs ein Luxus sei. „Wir haben 20 Jahre lang nichts investiv daran gemacht. Jetzt stehen wir im Wort.“ Auch das Bewegungsbecken sei keineswegs Prunk, sondern angesichts der Tatsache, dass beispielsweise die Asklepios-Klinik ihr Therapiebecken schließe und auch die Familienbildungsstätte kein Babyschwimmen mehr anbiete, ein Muss, eine Notwendigkeit zur Versorgung der Bürger. Unter dem Beifall der knapp 100 Zuschauer stimmten die Stadtverordneten mehrheitlich für die Sanierung, lediglich die Renovierung der Beckenumgänge wurde abgelehnt.
Von Joachim Strunk
Stadt will Förderantrag für das Kulturzentrum stellen
Lübecker Nachrichten vom 24. November 2010
Bad Oldesloe – Ähnlich wie beim Bad verlief die Diskussionumdas Amtsgericht, das zu einem Kultur- und Bildungszentrum (KuB) umgebaut werden soll. Hierzu war die erste Version des Planungsbüros Sunder-Plassmann für 7,53 Millionen auf eine Version abgespeckt worden, die jetzt nur noch 6,1 Millionen Euro kosten soll.
Die CDU, so Horst Möller, sei für das Projekt, aber nur in der günstigen Version – und „wenn Land und Bund eine Zwei-Drittel-Förderung übernehmen“. Auf Rückfrage von Wilfried Janson (Grüne), wie sicher die Zwei-Drittel-Förderung sei, sagte Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos), dass erfahrungsgemäß nicht alle Maßnahmen auch förderfähig sind. Auch beim KuB, so Karl-Reinhold Wurch, Fraktionschef der Liberalen, hätte sich seine Partei gefragt, „ob wir uns das leisten können“. Fest stehe, wenn man sich auf den rigorosen Vorschlag der CDU einige, „dann ist das Projekt tot“. Also „stimmen wir erst einmal der Antragstellung zu“. Den Startschuss brauche man dann erst zu geben, wenn man wisse, wie viel Förderung es gebe.
SPD-Chef Hagen von Massenbach stimmte dem zu. „Ich habe den Eindruck, die einstige Euphorie hat uns eingeholt“, meinte er und spielte auf das Kostenwagnis an. Aber man könne mit dem Antrag zumindest eine Chance ergreifen. Auch von Bary warnte, „kein falsches Signal nach Kiel auszusenden“, indem man sich von vornherein in den Ansprüchen begrenze. Der Antrag der CDU auf die Festlegung der zwei-Drittel-Förderung durch Land und Bund wurde mit 16-Nein-Stimmen abgelehnt, der ursprüngliche Vorschlag bei einer Gegenstimme angenommen. unk
Was wird aus dem Hallenbad?

Stormarner Tageblatt vom 22. November 2010
Oldesloer Stadtverordnete entscheiden heute Abend über das 6,7-Millionen-Euro-Paket
Bad Oldesloe
Erinnert sich noch jemand an das Projekt Solebad? Mittlerweile ist es einige Jahre her, dass eine Bürgerinitiative per Volksentscheid den Bau verhinderte. Still ruht das Becken seitdem.
Lange wurde gestritten: Welche Variante soll es sein? Dann machte ein Urheberrechtsstreit mit den Architekten lange Zeit jegliche Veränderung unmöglich. Zumindest diese Frage ist geklärt. Theoretisch könnte es losgehen. Wären da nicht die mittlerweile dramatisch gestiegenen Baukosten und die sich in die genau entgegengesetzte Richtung entwickelnde Haushaltslage. Sanierung und Attraktivierung werden inzwischen mit 6,7 Millionen Euro kalkuliert. Die Summe müsste die Stadt zwar nicht selber bezahlen, sondern die Stadtwerke – aber über eine geringere Gewinnausschüttung macht es sich eben doch im Haushalt bemerkbar.
Aber heute Abend sollte es endlich so weit sein. Das Thema steht auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung, wenn nächstes Jahr gebaut werden soll, muss ein Beschluss her.
„Es schlägt die Stunde der Wahrheit“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Hagen von Massenbach. „Wer jetzt dem vorliegenden Gesamt-Planungskonzept nicht zustimmt, hat weitere Verzögerungen zu verantworten und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Schwimmhalle an die Wand zu fahren.“ Billiger werde es nicht mehr und der Sanierungsstau erfordert schnelles Handeln.
Die SPD spricht sich deshalb für das Komplettpaket mit ebenerdigem Eingang, neuem Sanitär- und Umkleidebereich, Anbau eines Bewegungsbeckens und Außensauna aus. Sprecherin Maria Herrmann: „Ich werde immer wieder auf die Beeinträchtigung des normalen Schwimmbetriebs durch die Kurse angesprochen. Asklepios schließt sein Therapiebecken – Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ein paar Grad wärmeres Wasser brauchen, müssen für ihre Gesundheit weit fahren.“ Sie argumentiert, dass sich das Therapiebecken durch die zusätzlichen Einnahmen selbst trage. So hatten es Fachleute vorgerechnet.
Da hat CDU-Fraktions-Chef Horst Möller Zweifel: „Wenn sowas angeblich wirtschaftlich ist, warum haben dann alle Altenheime ihre Becken geschlossen – und Asklepios gibt seins jetzt auch auf?“ Darüber hinaus befürchtet er, dass alle Energieeinsparungen, die bei dem Umbau erzielt werden, durch das Bewegungsbecken zunichte gemacht würden. Deshalb werden die Christdemokraten den Antrag stellen, auf das Becken sowie die Sauna zu verzichten. Das verringere die Bausumme um knapp 800 000 Euro und das jährliche Defizit um ebenfalls 100 000 Euro. „Das summiert sich in 30 Jahren auf drei Millionen Euro“, so Möller. Das alte Bad werde ein Defizit haben, wie es auch ein neues Thermalbad gehabt hätte – fast eine Million Euro jährlich.
Das schreckt die Grünen nicht. „Wir haben die Hoffnung, dass nach der Attraktivierung die Besucherzahlen steigen und das Defizit dadurch nicht wächst“, erklärt Dr. Hartmut Jokisch. Die Grünen liegen beim Thema Hallenbad mit der SPD auf einer Linie. Jokisch: „Die Nachfrage nach einem Therapiebecken wird steigen. Jeder, der mal was mit den Gelenken oder der Bandscheibe hatte, wird das wissen.“
Da wird die FDP mal wieder Zünglein an der Waage. Und ausgerechnet die Fraktion hat sich noch nicht festlegt. „Wir konnten das noch nicht komplett beraten und müssen uns vor der Stadtverordnetenversammlung noch mal zusammensetzen“, erklärte Sprecher Heiko Vosgerau gestern auf Nachfrage. Es wird also spannend: 19.30 Uhr, Festhalle.
Andreas Olbertz
Oldesloes Politiker entscheiden über Hallenbad-Sanierung
Lübecker Nachrichten vom 21. November 2010
BAD OLDESLOE – „Morgen schlägt die Stunde der Wahrheit“, so Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD in der Bad Oldesloer Stadtvertretung. Denn auf der Tagesordnung des Gremiums – Sitzungsbeginn ist 19.30 Uhr in der Festhalle – steht die Sanierung und damit Attraktivierung des Hallenbades.
Entscheiden sich die Politiker für die Sanierung des Bades, fallen Kosten von mindestens 4,3 Millionen Euro an. Soll das Bad an Attraktivität gewinnen, so von Massenbach, müsse es auch ein Bewegungsbecken und eine Außensauna geben. Kämen diese Maßnahmen hinzu, würden Kosten von 6,5 Millionen Euro entstehen. „Wer jetzt dem vorliegenden Gesamt-Planungskonzept nicht zustimmt, hat weitere Verzögerungen zu verantworten und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Schwimmhalle an die Wand zu fahren.“ Billiger werde es nicht mehr, und der Sanierungsstau erfordere schnelles Handeln. „Ein kommunales Hallenbad ist kein Luxus sondern ein Muss für unsere Bürger, Vereine, das Schulschwimmen und die Familien“, so der Politiker. In Zeiten knapper Kassen wird auch über die Kosten für das Kultur und Bildungszentrum diskutiert. kks
Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 20. November 2010
Ohne Knete geht gar nichts
HAUSHALTSPOLITIK ist die Königsklasse. Da können sich „Fachpolitiker“ die Köpfe heiß diskutieren – ohne Knete geht gar nichts und die wird nun mal im Finanzausschuss verteilt. Aber Haushaltspolitik ist auch anstrengend, weil staubtrockene Materie. In diesem Jahr hatte es das Oldesloer Rathausteam den Politikern etwas einfacher gemacht und schon mal eine Konsolidierungsliste vorgelegt. Die hätte jeder Fachausschuss durchgehen müssen, hat aber keiner getan. Im Sozialausschuss hatte lediglich Vorsitzende Angela Fehrmann zu zwei Positionen etwas zu sagen. Das war’s. Im Bauausschuss lief es auch nicht viel anders. Da darf man sich nicht wundern, wenn es nach der Klausur keinen beschlussfähigen Haushalt gibt und der Finanzausschuss sich doch wieder in die Debatten der Fachausschüsse einmischt. Wie das enden kann, machte der Hauptausschuss vor. Der musste sich mit einer Fernwärmeleitung befassen, weil
Umwelt- und Finanzausschuss unterschiedlich entschieden hatten. Nach Argumenten wie „Klimaschutz ist schön. Wenn es sich rechnet, sollte man es machen“ oder „Nicht nur Geld ist endlich, auch das Klima“ gab es vier kryptische Beschlussvorschläge, von denen keiner eine Mehrheit bekam.
GEBÜHRENPOLITIK Vor Steuererhöhungen schrecken die Kommunalpolitiker meistens ja noch zurück, bei Parkgebühren sieht das anders aus. In Bad Oldesloe wie auch in Ahrensburg will die Stadt die Autofahrer stärker zur Kasse bitten. Die sind je eh gebeutelt genug, und häufig sind es Auswärtige, die in der Stadt nichts zu wählen haben. Haushaltslöcher kann man mit den Mehreinnahmen nicht stopfen. Bleibt die Frage, ob die kümmerlichen Mehreinnahmen die Verärgerung der Parker und das mögliche Wegbleiben von Kunden aufwiegen. Hatte sich
Bad Oldesloe gerade gegen eine Erweiterung des Citti- Parks in Lübeck-Herenholz ausgesprochen, weil es die Oldesloer Innenstadt bedrohen könnte? Natürlich wegen des Waren-Sortiments und nicht wegen der kostenlosen Parkplätze. Immerhin hat unser Karikaturist Götz Wiedenroth die Hoffnung, dass sich die Einzelhändler nach flauen Sommermonaten auf ein florierendes Weihnachtsgeschäft einstellen können.
Parken wird ja frühestens nächstes Jahr teurer.
HILFSFONDS: In Zeiten der Raffgier und der zwischenmenschlichen Kaltfront mal ein feiner Zug: Die Stadtvertretung hat die „Stiftung für Bargteheide – gemeinsam stark“ auf den Weg gebracht. Damit soll Bürgern in Not schnell und unbürokratisch geholfen werden. Dass alle an einem Strang zogen, ist lobenswert. Ebenso kann sich das Startkapital sehen lassen: Schon mehr als 11 000 Euro sind im Pott. Bleibt zu hoffen, dass städtische Zuschüsse für soziale und kulturelle Belange nicht schrumpfen.
Andreas Olbertz, Rolf Blase, Volker Stolten
Oldesloe contra Citti-Park
Stormarner Tageblatt vom 19. November 2010
10 000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche würden sich auf Oldesloer Innenstadt negativ auswirken
Bad Oldesloe
Da gab es für die Mitglieder des Hauptausschusses nicht viel zu diskutieren: Sie sind gegen eine Citti-Park Erweiterung im Lübecker Gewerbegebiet Herrenholz. Schon jetzt übe der Citti-Park vor den Toren Lübecks eine gewaltige Anziehungskraft aus. Die Verkaufsfläche soll um satte 10 000 Quadratmeter auf dann 35 700 Quadratmeter für zentrenrelevante Sortimente erweitert werden.
Das Einzelhandelsforum der Wirtschaftsregion Lübeck hat sich mit den Plänen befasst. Ein Gutachter unterzog das Projekt einer Kurzprüfung. Bei der anschließenden Bewertung und in der darauf folgenden Moderationsrunde konnte aber kein Einvernehmen hergestellt werden. Deshalb muss Lübeck ein „Verträglichkeitsgutachten“ erstellen.
„Die Citti-Park-Erweiterung wird uns direkt treffen“ ist Bürgermeister Tassilo von Bary überzeugt: „Ikea nicht, aber das schon.“ Das Gutachten gibt ihm recht. Lediglich der Bereich Lampen und Leuchten könne vernachlässigt werden – denn das wird in der Oldesloer Innenstadt nicht angeboten. Der Bereich Parfümeriewaren und Textilien ist wenig tangiert. Er sei zwar bereits vorgeschädigt, weshalb die Gutachter eine niedrigere Umverteilungsquote als bedeutsam ansehen, doch der Wert werde nicht erreicht. Ansonsten werde der kritische Umverteilungswert von zehn Prozent „bei einem Großteil der untersuchungsrelevanten Sortimente überschritten.“ Besonders das Kaufhaus M&H wäre betroffen und sogar „in seiner Marktfähigkeit zumindest gefährdet“. Das wiederum hätte gravierende Folgen für die Innenstadt.
Einstimmig wurde Bürgermeister von Bary beauftragt, sich beim Einzelhandelsforum weiterhin gegen die Pläne auszusprechen.
Andreas Olbertz
Abgespeckt: 6 Millionen für KuB
Stormarner Tageblatt vom 18. November 2010
Schwebendes Atelier, Kinderbühne und Technik gestrichen
Bad Oldesloe
Dann woll’n wir doch mal sehen, wie es jetzt weiter geht. Im städtischen Haushaltsentwurf klafft zwar ein großes Loch, es wird an allen Ecke und Enden gestrichen oder gespart, aber ein Großprojekt wird weiter vorangetrieben: Der Umbau des Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum.
Die Kosten für das Projekt sind in der Vergangenheit regelrecht explodiert. Von vier Millionen Euro war anfangs die Rede, daraus wurden ganz schnell 5,75 Millionen, und als die Planer sich das Gebäude dann tatsächlich mal angeschaut hatten, stellten sie fest, dass im Amtsgericht von der Heizung über die Heizkörper bis zu Steckdosen, Elektrik und EDV-Verkabelung alles rott ist. Da waren es dann plötzlich 7,5 Millionen, und den Politikern stand im September die Zornesröte im Gesicht (wir berichteten).
Mittlerweile hat sich der KuB-Arbeitskreis mit den Kosten und den Sparvorschlägen des Architekten befasst. Nicht alles, was Planer Gregor Sunder-Plassmann angeregt hatte, wurde akzeptiert, aber immerhin 1,43 Millionen Euro könnten nach Ansicht der zukünftigen Nutzer eingespart werden. Auf der Streichliste stehen das schwebende Atelier, eine elektronische Lautsprecheranlage für Durchsagen, ein neuer Aufzug, die Kinderbühne. Unter dem Saal wird es keinen Keller geben und die nördliche Erweiterung kann auch wegfallen.
Die Hauptausschuss-Mitglieder mussten jetzt festlegen, in welche Richtung die Reise weitergehen soll. Horst Möller legte als erster für die CDU die Karten auf den Tisch. Nach längerer Diskussion hätten sich die Christdemokraten für die teurere Variante ausgesprochen. „Und dann sehen wir mal, was wir dem Land wert sind“, so Möller. Allerdings verzichtet die CDU vorerst auf das offene Atelier. „Wenn wir es in fünf Jahren doch wollen, sollten die Pläne vorliegen“, argumentierte der Fraktionsvorsitzende. Maria Herrmann sah das für die SPD anders: „Da mit harter Hand überall gespart wird, kommt für uns nur die abgespeckte Variante in Frage – wenn es Fördermittel gibt.“
Zustimmung kam von Grüner Seite. Willi Janson: „Wir diskutieren schon über Kleckerbeträge, da kann es nur eine Minimallösung geben.“ Das sah auch Karl-Reinhold Wurch von der FDP so: „Ich habe arge Bedenken, ob wir es uns selbst mit Fördermitteln leisten können. Das ist am ehesten Luxus.“ Dem hatten auch die anderen Fraktionen nichts mehr hinzuzufügen.
Das Thema geht am Montag noch mal in die Stadtverordnetenversammlung. Anschließend wird die Verwaltung den Förderantrag beim Innenministerium einreichen. Wann von dort eine Zusage kommt und wenn, in welche Höhe, steht in den Sternen. Zwei Millionen Euro stehen auf städtischer Seite für dieses Projekt im kommenden Jahr bereit.
Andreas Olbertz
Kostenlos parken: gekippt

Stormarner Tageblatt vom 16. November 2010
Im Haushaltsentwurf klafft Drei-Millionen-Euro-Loch / Sparvorschläge über eine Million beschlossen
Bad Oldesloe
Frei parken auf dem Exer? Das könnte ab nächstem Jahr Geschichte sein. Sonnabends kostenlose Parkplätze, um shoppen gehen zu können: gestrichen. Und die Kontrolleure sollen zukünftig schon eine Stunde früher unterwegs sein, denn die Gebührenpflicht wird von 9 auf 8 Uhr vorgezogen. Angesichts eines drei Millionen Euro Lochs im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr sind das einige der Sparvorschläge aus der Klausursitzung.
Das Sonnabends-Parken soll 50 000 Euro in die Kasse spülen. Die vorgezogene Gebührenpflicht könnte weitere 25 000 einbringen und mehr Bußgelder nochmals 25 000 Euro. Eine Bewirtschaftung des Exers brächte theoretisch ein Plus von 200 000 Euro. Das ist aber nicht gewollt. „Wir haben uns für eine Karenzzeit ausgesprochen – da muss man sehen, ob das eine oder zwei Stunden werden sollen“, erklärt Heiko Vosgerau, FDP. Deshalb wurde der Ansatz vorerst auf 50 000 Euro reduziert.
Die Budgets für die Schulen sollen um zehn Prozent gekappt werden, freiwillige Leistungen an Vereine und Organisationen um fünf Prozent. Auch die Verwaltung muss den Gürtel enger schnallen, die Geschäftsausgaben werden ebenfalls um zehn Prozent gestutzt. Die Brücke im Steinfelder Redder für 440 000 Euro – um ein Jahr geschoben. Drei weitere Erzieherinnen für den Ganztagsbetrieb der Stadtschule wollte die CDU streichen. Die Politiker einigten sich schließlich darauf, erst die Entwicklung abzuwarten.
Eine Erhöhung des Elternanteils von 30 auf 37,5 Prozent an den Kindergartenkosten ist vorerst vom Tisch. „Aber über Kurz oder Lang wird das kommen müssen“, warnt Finanzausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes. Geplant ist auch, dass die Kita-Träger sich zukünftig mit einem Eigenanteil beteiligen. „Es gibt keine Erbhöfe, wir müssen über die Runden kommen“, so die Christdemokratin.
Das sieht auch Wilfried Janson von den Grünen so und hinterfragt: „Warum musste dann der millionenschwere Umbau des Heimatmuseum vorgezogen werden? Aber der Klima-Manager wird gestrichen. Der kostet die Stadt nur 22 000 Euro, würde sich aber rechnen. Da wird noch mal drüber zu reden sein, sonst stimmen wir nicht zu.“
Noch ist nichts beschlossen. „Wir haben Vorschläge gemacht“, erklärt Björn Wahnfried von der SPD: „Wenn die den Fachausschüssen nicht gefallen, müssen sie sagen, wo das Geld herkommen soll.“
Andreas Olbertz
Schule, Sport, Parken, Kita: Bad Oldesloe setzt den Rotstift an

- Bittere Zeiten für die Oldesloer Schulen: Ihre Budgets sollen im Haushalt 2011 um zehn Prozent zusammengestrichen werden. Das Sparpaket trifft nicht nur die Schüler.
Lübecker Nachrichten vom 16. November 2010
Bad Oldesloe muss den Haushalt schmerzhaft zusammenstreichen. Die bitteren Pillen werden alle schlucken müssen: Schulen, Kitas und Sportler. Auch der Klimamanager steht auf der Kippe.
„Wir geben Horrorvorschläge weiter“, fasst Finanzausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU) das Ergebnis der jüngsten Ausschuss-Sitzung zusammen. Bad Oldesloe muss den Haushalt um mehr als eine Million Euro zusammenstreichen.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind unter anderem Kürzungen bei freiwilligen Leistungen, bei den Schulbudgets und bei Personalkosten angedacht. Beschlossen ist noch nichts, die Beratungen finden jetzt in den Fachausschüssen statt. „Es darf keine heiligen Kühe geben“, so Reichardt-Mewes.
So möchten CDU und FDP sich wohl doch keinen eigenen Klimamanager leisten, da er über die Stadtwerke im Verbund mit drei Städten günstiger wird. Die drei geplanten Erzieherinnen für die Stadtschule – Grundlage des Konzeptes für die gebundene Ganztagsschule – sollen zwar im Stellenplan verankert bleiben, jedoch die erste dieser Stellen 2011 nicht besetzt werden.
Auch alle anderen Schulen in Bad Oldesloe müssen die Gürtel enger schnallen: Generell sollen ihre Budgets – für ein Jahr – um zehn Prozent gekürzt werden. Selbst Geschäftsausgaben und Baumaßnahmen werden um zehn Prozent gekürzt. „Nur bittere Pillen“, so die Vorsitzende, „keiner kommt ungeschoren davon“. Sogar der Zuschuss zum Betriebsausflug der Stadt wird komplett gestrichen. Das freie Parken am Sonnabend, das Kauflustige in die Stadt lockt, soll wegfallen, das Parken auf dem Exer kostenpflichtig werden.
Deutlich erhöht von acht auf zehn Prozent wird die Spielgerätesteuer, die Hundesteuer wird um zehn auf 100 Euro angehoben. Eltern müssen mit höheren Kindergartenbeiträgen rechnen. Reichardt-Mewes: „Wir haben keine andere Wahl.“ Bei den freiwilligen Leistungen werden generell fünf Prozent gestrichen. Davon sind unter anderem das Mensaessen sowie die Zuschüsse an die Vereine für die Nutzung der Oldesloer Hallen betroffen.
„Ich bin natürlich erschüttert“, sagt Wilfried Janson (Grüne), der weiter für den Klimamanager in Bad Oldesloe kämpfen will. Noch im Haushalt 2010 herrschte Einstimmigkeit über dieses Thema. Für die Umsetzung des Klimakonzeptes, in das viel Geld gesteckt wurde, sei eine ganze Stelle erforderlich, so Janson. Ohne eigenen Klimamanager würden die Grünen dem Haushalt nicht zustimmen.
„Sauer aufgestoßen“ ist dem Grünen auch die geplante Kürzung der Schulbudgets. Dies sieht er als Vertrauensbruch gegenüber den Schulen an. Auch mit den fünf Prozent Streichung bei den freiwilligen Leistungen ist Janson nicht einverstanden. Dies treffe unter anderem die Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“. Er findet, dass die ehrenamtliche Arbeit nicht gefährdet werden dürfe. Björn Wahnfried (SPD) ist froh, dass die Stadtschul-Erzieherstelle nicht komplett gestrichen wurde, wie es die CDU wollte, sondern nur die Einstellung verschoben wurde. Auch dem Klimamanager trauert er nach, der mit 20 000 Euro nur einen relativ geringen Anteil ausmachte. Mit Kürzungen der Schulbudgets und freiwilligen Leistungen müsse sich der Bildungs- und Sozialausschuss befassen. Es gebe „Kürzungen die wir nur schweren Herzens ertragen“.
Der Finanzausschuss konnte das negative Jahresergebnis im Entwurf von 2,9 Millionen Euro auf 1,8 Millionen senken – damit der Haushalt 2011 genehmigungsfähig ist. „Das ist das mieseste Jahr“, so Reichardt-Mewes.
Von Susanna Fofana
Oldesloer Haushalt 2011 nicht genehmigungsfähig
Lübecker Nachrichten vom 13. November 2010
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
BAD OLDESLOE –Es wird eine harte Arbeitssitzung für die Bad Oldesloer Politiker. Sie drehen und wenden heute jeden Euro im Finanzausschuss (9 Uhr, Verwaltung, Raum 2.09), damit es zu einem beschlussfähigen Haushalt für das Jahr 2011 kommt.
Mit einem Minus von rund drei Millionen Euro und einer bisher geplanten Kreditaufnahme von fast vier Millionen Euro ist der Oldesloer Haushalt bislang nicht genehmigungsfähig. Das bedeutet, die Politiker müssen mit einem spitzen Bleistift rechnen und Projekte im Zweifel verschieben. Die Verwaltung hat bereits Sparvorschläge ausgearbeitet, für den Fraktionsvorsitzenden der SPD, Hagen von Massenbach, ist das alles noch viel zu „schwammig“. Und mit zu viel Spekulationen gewürzt.
So rechnet die Stadt beispielsweise mit einem Gewerbesteueraufkommen von rund 14 Millionen Euro in 2011. Ob dieses Ziel erreicht wird, kann keiner sagen. Für den Sozialdemokraten ist klar, dass Großprojekte wie die Sanierung der Schwimmhalle, der Ausbau der Stadtschule oder auch das Kultur- und Bildungszentrum nicht in der Schublade verschwinden dürfen. „Die Stadtschule ist eine Investition in die Zukunft, beim Schwimmbad müssen wir Nägel mit Köpfen machen, das muss gehen. Sonst können wir die Stadt einpacken“. Er möchte lieber agieren wie ein Wirtschaftsboss, der in schlechten Zeiten die Arbeiter nicht entlässt, sondern durch Kurzarbeit das Geschäft am Laufen hält.
Horst Möller, Fraktionschef der CDU, sagt klar, „wir kommen mit den Einnahmen nicht aus“. Er ist mit von Massenbach einer Meinung, wenn es um die Schwimmhalle geht. „Die können wir nicht hintenanstellen. Die wird kommen, aber mit einer kleinen Lösung“. Die Stadtwerke müssen die Sanierung finanzieren, was zur Folge hat, dass die Stadt weniger Gewinnausschüttung seitens des Energieversorgers zu erwarten hat. Möller verweist auf die zur Zeit geradezu traumhaften Zinssätze bei einer Kreditaufnahme. Je nachdem, wie hoch die Förderung für das Kultur- und Bildungszentrum aussehe, könnte man sich durchaus dafür aussprechen. „So wenig wir auch in die Verschuldung wollen, aber in zwei oder drei Jahren gibt es vielleicht gar keine Förderung mehr.“
„Wir müssen Position für Position abklopfen“, so Karl-Reinhold Wurch, Fraktionschef der FDP. „Die Verschuldung in den kommenden Jahren wird erheblich werden.“ Es sei zu viel angeschoben worden, „sich davon zu verabschieden kostet Mut“, läutet Wurch eine große Sparrunde ein. Die Vorsitzende des Finanzausschusses, Birgit Reichardt- Mewes (CDU) setzt denn auch auf Einsparvorschläge, die „teilweise schmerzvoll sind“. Zur Diskussion stehen unter anderem das Schulbudget, die Feuerwehr, eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge. Und die Schwimmhalle? „Die müssten wir nicht machen, wir könnten sagen, dass ist purer Luxus.“ Sie spricht von einer „beängstigen Entwicklung“.
Penthouse-Etage für Salinen-Park

Stormarner Tageblatt vom 10. November 2010
Große Mehrheit für höhere Häuser im Innenbereich König- und Salinenstraße – nur FDP dagegen
Bad Oldesloe
Guck mal einer an, für den Salinenwohnpark zeichnet sich eine weitgehend einvernehmliche Lösung ab. Fast einstimmig sind die Bauausschussmitglieder von ihrem ursprünglichen Beschluss, im Innenbereich zwischen König- und Salinenstraße lediglich zweigeschossige Mehrfamilienhäuser zuzulassen, abgerückt. Bei einer Gegenstimme von Frank Fiedler (FDP) wurde zusätzlich noch ein Staffelgeschoss genehmigt. Ob es letztlich das heiß diskutierte Modell war, das den Durchbruch brachte – man weiß es nicht.
Eigentlich hatte der Ausschuss beschlossen, dass ein Modell gebaut werden soll, das die Bebauung mit zweieinhalbgeschossigen Häusern im Innenbereich darstellt. Architekt Bernd Wessling stellte dann aber eines mit dreieinhalb Etagen vor. Der große Aufschrei blieb aus. Stattdessen wurde munter „gespielt“, denn die Neubauten bestehen aus dünnen Scheiben. Problemlos können so Stockwerke hinzugefügt oder entfernt werden. Für Diskussionsbedarf sorgte allerdings die Tatsache, dass der Modellbauer mindestens ein bereits bestehendes Einfamilienhaus im Innenbereich „unterschlagen“ und dafür munter Neubauten gesetzt hatte. Das störte aber mehr die Anlieger als die Politiker. Es gab nicht mehr viel zu diskutieren: Zwei Geschosse plus Staffel fügen sich harmonisch ein – nicht mal die CDU wollte mehr.
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ging es anschließend um den Abschluss eines städtebaulichen Vertrags mit dem Investor Markus Stolte. Hintergrund ist die Forderung von Grünen und SPD, dass ein Passivhaus in dem Gebiet entstehen solle. Ein von der Verwaltung vorgelegter Entwurf musste gar nicht erst diskutiert werden, der war sofort bei allen Fraktionen durchgefallen.
Ein Passivhaus, so die Überlegungen von Stolte, verursache 15 bis 20 Prozent Mehrkosten. Der Preis könnte die Vermarktung erschweren. Ob es genügend potente Käufer für solche „Öko-Wohnungen“ gibt, kann Markus Stolte nicht abschätzen. Es gebe weder in Hamburg noch in Schleswig-Holstein vergleichbare Projekte. Deshalb hoffe er auf ein „Entgegenkommen“ der Stadt. „Mir ist klar, dass die Kassen leer sind“, räumt der Geschäftsmann aus Hamburg ein. Es muss ja kein Geld fließen. Markus Stolte schielt nach dem städtischen Grundstück hinter dem Kinoparkplatz, auf dem eine Asylbewerberbaracke steht. „Das bräuchten wir als Umfahrt und vor allem würden die Stadtwerke dort ihre Fernwärmeleitung verlegen, damit nicht die Königstraße groß aufgerissen werden muss“, erklärt Markus Stolte. Dummerweise hat die Stadt irgendwann einem Privatmann für dieses Grundstück ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Stolte zur logischen Konsequenz: „Damit ist es jetzt quasi unbezahlbar geworden.“
Ingenieur Stolte bekräftigt seine Absicht, zumindest ein Passivhaus bauen zu wollen: „Ich möchte einen Impuls setzen.“ Welches der Häuser das sein könnte, stehe noch nicht fest. Im Ausschuss kam der Vorschlag auf, das Passivhaus nicht im Innenbereich, sondern auf dem Grundstück Königstraße 21 zu bauen. Stolte: „Ich muss das mit der Stadt weiter vertiefen.“
Andreas Olbertz
Beschluss zum Salinenwohnpark
Lübecker Nachrichten vom 10. November 2010
BAD OLDESLOE – Der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe hat jetzt beschlossen, dass in dem geplanten Salinen-Wohnpark (B-Plan 108) zwischen Salinenstraße, Kleiner Salinenstraße und Königstraße in einer Haushöhe von zwei Geschossen plus Staffelgeschoss gebaut werden darf.
„Das ist der äußerste Kompromiss“, erklärt die Vorsitzende des Bauausschusses, Maria Herrmann (SPD). Mit einer Gegenstimme wurde dieser Beschluss verabschiedet. „Der Investor hätte wohl gerne noch mehr gehabt“, glaubt die Vorsitzende. Er könne aber mit der Entscheidung leben. Unabhängig von der Ausfertigung eines städtebaulichen Vertrages zwischen der Stadt und der Oldesloer Salinen Wohnpark Entwicklungsgesellschaft soll der Bebauungsplan jetzt auf den Weg gebracht werden. Dieser Entwurf wird dann vom Ausschuss neu beraten. „Nächstes Jahr“, vermutet Herrmann, „könnte dann schon etwas passieren“. Ein entsprechendes Baumodell – mit abnehmbaren Geschossen – wurde auf der Sitzung vorgestellt und steht jetzt im Bad Oldesloer Bauamt. kks
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 6. November 2010
Häuser, Boxen, Schulen – alles teuer
HÄUSERTAUSCH „Frauenhaus statt Herrenhaus“ ist bis jetzt der schönste Beitrag in der Debatte um die Finanzierung des Ahrensburger Schlosses. Genauer gesagt des Museumsbetriebs im Schloss, denn für die aufwendigen Sanierungen gaben ja Bund und Land Geld. Aus gutem Grund: Wie Gottorf ist auch Schloss Ahrensburg ein Aushängeschild nicht nur der Stadt, sondern auch für die Region und das Land. Für die grüne Stadtverordnete Nina Holers ist es allerdings nur „ein Herrenhaus, welches aus drei Einzelgebäuden erstellt und nachträglich mit den vier Außentürmen versehen wurde“. Und da sollte die Stadt doch lieber das Frauenhaus als das Herrenhaus finanzieren. Zumal – ein Tipp für Nina Holers – die Außentürme auch noch wie Phallussymbole wirken. Aber bevor der Antrag zum Abriss kommt: Aus jedem Turm müsste sich was machen lassen, vielleicht ein edding- Stift oder eine Hela-Ketchup- Flasche. Gegen Bares natürlich. Das ist ja der Vorteil des Herrenhauses gegenüber dem Frauenhaus: Man kennt’s und weiß, wo es ist.
KREISREFORM In Lübeck denkt man groß, auch beim VfB. „Tores Rasselbande“ heißt ein Projekt mit Spielern oder Trainern, bei dem es um mehr als Ballbeherrschung geht. Mit der Oldesloer Masurenwegschule habe man das erste Kooperationsprojekt in Stormarn geschlossen, so der Sprecher der VfB. In der Pressemitteilung wird als Partner allerdings auch die Schule in Hamberge erwähnt. Antwort aus Lübeck: „Ich bin mir gar nicht sicher, ob Hamberge zu Stormarn gehört.“ Wir schon.
ABGEBÜGELT Eine Waldorfschule für Bad Oldesloe? „Kein Interesse“, teilt Oldesloes Bürgermeister der Interessengruppe ohne Rücksprache mit der Politik mit. Also versucht es der Waldorf- Verein in Bargteheide und wird dort prompt mit offenen Armen empfangen. Da muss man sich doch fragen, warum sich die Kreisstadt noch eine Marketingabteilung leistet. Politik hat Tassilo von Bary einmütig deutlich gemacht, dass sie eine andere Auffassung hat. Da half es auch nicht, dass der Verwaltungs- Chef sich zu rechtfertigen versuchte. Angesichts des demographischen Wandels befürchtet er, dass Oldesloer Schulen in einen Konkurrenzkampf treten müssen – der würde durch eine zusätzliche Schule nur befeuert. So kann man denken, aber es ist kleingeistig und obendrein falsch. Sämtliche Oldesloer Schulen platzen aus allen Nähten. Wenn es tatsächlich einen Schüler-Rückgang geben sollte, könnten die Schulen also erst mal auf Normalbelegung zurückfahren. Wenn es dann noch schlimmer käme – ob und wann das passiert ist Theorie –, hätten sie endlich Luft und Raum, sich zu entfalten und wären dann für eine Konzept-Konkurrenz gerüstet. Von Bary schätzt, dass vier oder fünf Kinder aus Oldesloe auswärtige Waldorfschulen besuchen. Wenn es die Schule vor Ort gäbe, wären es vielleicht doppelt so viele, selbst wenn es drei mal so viele wären, verteilt auf zwölf Schuljahrgänge ... das wird sich nicht messbar an den Regelschulen bemerkbar machen. Im Gegenteil. Waldorfschulen entwickeln eine große Strahlwirkung, die ziehen Auswärtige an. Und dann wären wir wieder beim Thema Stadtmarketing.
ABGEFAHREN Am Oldesloer Bahnhof gibt es kostenlose Fahrradboxen (ganz praktisch gibt es sie natürlich nicht, aber das ist ein anderes Thema), kaum Fahrradständer und ungünstig gelegene Fahrradboxen, die teuer gemietet werden müssen. Dazu noch reichlich Diebstahl und Vandalismus an Rädern. Das alles macht wenig Lust, mit dem Fahrrad zum Bahnhof zu fahren. Es ist einfach nur nervig. Auch wenn Gutachter unlängst wieder gefordert haben, mehr für Radfahrer zu tun, steht vor allem bei der CDU immer noch hauptsächlich der Autofahrer im Fokus. Eine Parkpalette am Inihaus taucht immer mal wieder in Plänen auf, ein Parkhaus an der Mommsenstraße als Idee... Nur Radfahrer dürfen weiter in die Röhre gucken oder löhnen.
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Leserbriefe
Stormarner Tageblatt vom 6. November 2010
„Bewirtschaftete“ Fahrradboxen?!
Zu: Kaum Fahrradständer, aber kostenpflichtige Boxen, Tageblatt, 4. November
Mit Erstaunen entnahm ich dem Artikel, dass die blauen Fahrradboxen am Bahnhof zwischen Gleis 4 und 5 bewirtschaftet werden. Bewirtschaftet? Der laut Duden der Landwirtschaft entstammende Begriff „Bewirtschaften“ bedeutet, mit einer Sache etwas zu tun, um Erträge, etwa eine Miete zu erzielen. Dazu gehört auch, die Sache in einem für den Mieter gebrauchsfähigen Zustand zu halten. Im letzten Winter war von einer Bewirtschaftung (gleich Winterdienst) nichts zu merken. Der Schnee lag knapp einen Meter hoch, der Boden darunter war eisbedeckt und die Fahrradboxen waren für die Nutzer mehr als sechs Wochen nicht zu gebrauchen, weil sich die Türen nicht öffnen ließen. Die Miete wurde jedoch weiterhin abgebucht. Nur durch mehrfache, eigene Schneeräumung und Eisbeseitigung mit der Kreuzhacke war es möglich, das Fahrrad abzustellen. Die PKW-Parkplätze und die Zufahrt zu den alten, unentgeltlich überlassenen Fahrradboxen wurden jedoch regelmäßig geräumt und gestreut.
Und hat schon mal jemand überlegt, wie man sich bei Regen der Regenbekleidung entledigen soll, ohne sich gleich wieder - diesmal aber mit seiner guten Bürokleidung – mit einem Regenschirm zu behelfen? Das ist für die Zuschauer unter dem Bahnsteigdach eine nette Slapstick-Nummer, irgendwie fehlt immer der dritte Arm. So eine Überdachung wie bei den privilegierten Boxenbesitzern im Parkhaus wäre schon klasse. Aber vielleicht zählt ja eine Komfortverbesserung (gleich Überdachung) auch zu dem Begriff des Bewirtschaftens
Jedenfalls kann sich Bewirtschaften nicht darauf beschränken, die Boxen aufzustellen, sich selbst zu überlassen und die Miete zu kassieren.
Wolfgang Mier
Bad Oldesloe
Eine Waldorfschule in Bad Oldesloe?
Lübecker Nachrichten vom 6. November 2010
Bad Oldesloe – Das sorgte für Irritationen bei den Oldesloer Politikern: Die Anfrage von Tatjana Lutz-Koppermann vom Verein zur Förderung einer Waldorfschule in Stormarn.
Lutz-Koppermann hatte sich jüngst an die Oldesloer Politik gewandt, um auszuloten, ob die Kreisstadt sich als Standort für eine Stormarner Waldorfschule anbieten würde. Das Pikante dabei: Die Stadt Bargteheide hat den Verein bereits mit offenen Armen aufgenommen und ist zur Zeit in Grundstücksplanungen für die Schule.
Die Oldesloer SPD hatte das Thema jetzt auf die Tagesordnung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses gehoben. Die Gründung einer Waldorfschule in Bad Oldesloe „bedarf einer Meinungsfindung in den städtischen Gremien“, betonte Jens-Peter Friese (SPD). „Ein weiteres Schulangebot in unserer Stadt wäre auch ein weiterer Entscheidungsgrund für Neubürger.“
Lutz-Koppermann hat schon einmal in Bad Oldesloe nachgefragt. Damals bei Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos), der seine Stadt als Standort für die Schule nicht angeboten hat. Wegen des demografischen Wandels befürchtet der Bürgermeister eine Konkurrenzsituation unter den Schulen. Über die Anfrage des Vereins wurde die Politik zu dem Zeitpunkt nicht informiert. Das monierte sie jetzt. Angela Fehrmann (CDU), Vorsitzende im Bildungsausschuss, erklärte jetzt: „So etwas muss weitergegeben werden.“ Darüber müsse diskutiert werden. Das habe man in der Sitzung auch deutlich gemacht. „Von Bary hat gesagt, dass er das als nicht so wichtig erachtet hat“, so Friese.
Ob es jetzt noch einen Sinn ergibt, darüber zu diskutieren, scheint unwahrscheinlich. Vielleicht hat Maria Herrmann (SPD) Recht, wenn sie sagt: „Die Sache ist doch längst gelaufen“. Denn in Bargteheide laufen schon die Planungen. „Wir sind sehr weit. Wir haben ein Grundstück, das sehr geeignet ist“, erklärt Bargteheides Bürgermeister Henning Görtz (CDU).
Es liegt in der Nähe des Sportzentrums und des Eckhorstgymnasiums, also mit besten Schulbusanbindungen. Das Grundstück gehört der Stadt, „wir müssten einen B-Plan aufstellen“. Über den Vorstoß von Tatjana Lutz- Koppermann auch in Bad Oldesloe noch einmal nachzufragen, sei er informiert gewesen. „Es ist ein transparentes Vorgehen des Vereins, der hatte zwischendurch das Gefühl, es wackelt in Bargteheide.“ Aber „ich bin optimistisch. Zudem produzieren wir schon Planungskosten. Ab jetzt tickt bei uns die Uhr. Für uns ist das eine Bereicherung. Je mehr verschiedene Schulen desto besser“, sagt Görtz. Das werde durch die Bank weg von allen Parteien so gesehen. Ob Bargteheide weiterhin erste Priorität beim Verein zur Förderung einer Waldorfschule in Stormarn genießt, ist unklar. Lutz-Koppermann war nicht zu erreichen.
Von K. Kuhlmann-Schultz
Wegen Waldorfschule: Ausschuss belehrt Bürgermeister
Stormarner Tageblatt vom 5. November 2010
Bad Oldesloe
Da waren alle Fraktionen gemeinsam auf der Palme – gegen Bürgermeister Tassilo von Bary. Ein Verein bemüht sich um die Errichtung einer Waldorfschule. Dessen Vorsitzende war deshalb beim Verwaltungs-Chef vorstellig geworden. Und ganz schnell abgeblitzt. „Mir ist zu Ohren gekommen, der Bürgermeister habe gesagt, die Stadt habe kein Interesse“, hakte Anita Klahn von der FDP im Sozialausschuss nach. Die SPD hatte ähnliche Informationen und deshalb beantragt, das Thema auf die Tagesordnung des Gremiums zu heben.
Eine Waldorfschule, so die Argumentation der SPD, würde den Schulstandort Bad Oldesloe aufwerten und die Attraktivität der Stadt erhöhen. Eine solch weitreichende Entscheidung müsse von den städtischen Gremien behandelt werden. „Wir sind gewählt, um die Interessen der Bürger zu vertreten. Der Bürgermeister ist gewählt, die Verwaltung am Laufen zu halten“, steckte Jens-Pieter Friese (SPD) die Claims ab und erntete zustimmendes Nicken von anderen Politikern. So ganz wollte Tassilo von Bary das nicht einsehen: „Ich werde hier nicht von jedem Telefonat berichten. Dann dauern die Sitzungen einige Stunden länger.“ Deshalb legte Anita Klahn noch mal scharf nach: „Die Ansiedlung einer Waldorfschule ist keine Lappalie!“
Aygün Caglar äußerte für die CDU pekuniäre Bedenken: „Das Konzept ist gut, aber da wir schon mit den anderen Schulen finanzielle Probleme haben, halte ich das nicht für sinnvoll.“ Ähnliche Sorgen äußerte auch die FDP-Frau, sie hatte gehört, dass die Stadt derartige Schulen in den ersten beiden Jahren finanzieren muss. Maria Herrmann (SPD) konnte Licht in den Nebel bringen. Privatschulen würden erst im dritten Jahr vom Ministerium unterstützt. Das bedeute aber nicht, dass die Kommune die Anlaufjahre zahlen müsse. Aus einer Mail der Vorsitzenden gehe hervor, dass der Verein bereits eigene Vorstellungen habe.
Der Bürgermeister hat mit einer Waldorfschule ganz andere Schwierigkeiten: „Angesichts des demographischen Wandels werden unsere Schulen gegeneinander in Konkurrenz treten. Der würde durch eine neue Schule nur befeuert. Da habe ich kein Interesse dran.“ Die Ausschuss-Mitglieder konnte er damit nicht überzeugen. Einstimmig wurde beschlossen, dass die Verwaltung mit dem Verein Kontakt aufnimmt und auslotet, ob noch Interesse besteht. Wenn ja, soll das Thema im nächsten Monat auf die Tagesordnung.
Andreas Olbertz
Vorschau: Lesen Sie in der morgigen Ausgabe, wie Bargteheide auf die Anfrage des Waldorf-Vereins reagiert hat.
Kaum Fahrradständer, aber kostenpflichtige Boxen

Stormarner Tageblatt vom 4. November 2010
Am Oldesloer Bahnhof werden Radfahrer benachteiligt, denn Autos dürfen kostenlos parken
Bad Oldesloe
Die Stadt kann mal wieder Fahrradboxen am Bahnhof anbieten. Auf dem Grünstreifen zwischen den Gleisen 4 und 5 sind 38 neue Boxen aufgestellt worden. Nachdem die Warteliste abgearbeitet worden ist, haben Interessenten nun die Möglichkeit, für 20 Euro einmaliges Pfand und 10 Euro monatlicher Miete eine sichere Unterstellmöglichkeit für ihr Rad bei der Verwaltung zu buchen.
Die Situation für Radfahrer am Bahnhof ist katastrophal. Die Zahl der Fahrradständer ist extrem begrenzt. Zudem klagen viele Radler über Beschädigungen (wegen der Enge) und Vandalismus. Für CDU-Fraktions-Chef Horst Möller ist das kein Problem: „Wenn Fahrräder heute so teuer sind, muss ich eben mal in eine Box investieren. Es ist klare Beschlusslage, die Boxen zu bewirtschaften, und da werden wir jetzt nicht wie bei Stuttgart 21 die Sau durchs Dorf treiben.“ FDP-Sprecher Heiko Vosgerau, redet die Situation nicht schön: „Klar ist die Situation ungerecht. Aber bei der momentanen Haushaltslage kommen wir da nicht drum herum.“ Gleichwohl sieht er Handlungsbedarf: „Ich bin froh, dass ich eine Box habe, denn teilweise kriegt man morgens um 7 Uhr schon keinen Fahrradständer mehr.“
Ungerecht wird die Lage deshalb, weil seinerzeit Fördermittel für den Bau des Parkhauses und sämtlicher Parkplätze geflossen sind. 25 Jahre lang darf deshalb keine Parkgebühr erhoben werden. Autofahrer können am Bahnhof frei parken – zeitlich unbegrenzt. Die Förderung ist auch der Grund, weshalb es unten im Parkhaus 120 kostenlose Fahrradboxen gibt. Wer so eine Rad-Garage hat, gibt sie logischerweise nicht wieder her, der Wechsel ist nahezu Null, eine Kontrolle findet bislang nicht statt.
Nach Aussage der Kämmerei stehen 105 Oldesloer auf der Warteliste für eine kostenlose Box. Für eine kostenlose Vergabe der ungeförderten Boxen gibt es keine politische Mehrheit – das ist nicht gewollt.
„Ja“, gesteht SPD-Frak-tions-Chef Hagen von Massenbach: „Auch wir haben für die Bewirtschaftung der Boxen gestimmt. Unser Antrag war zwar, sie kostenlos zu machen. Bewirtschaftung war dann die Kröte, die wir schlucken mussten, um überhaupt neue Boxen zu bekommen.“ Bad Oldesloe sei ein sehr lukrativer Einstiegsort, was aber durch teilweise schlechte Infrastruktur im Umfeld konterkariert werde. „Eine bessere Fahrradanbindung soll ja im Zuge des Stadtumbaus geschaffen werden. Die Sicherheit für abgestellte Fahrräder muss aber ebenfalls erhöht werden“, dann, so von Massenbachs Überlegung, kämen mehr Bahnfahrer nicht mehr mit dem Wagen, sondern dem Rad – als Nebeneffekt würde sich die Parkplatzsituation entspannen.
Das Parkhaus ist mittlerweile in Privatbesitz. Es steht im Raum, dass die Stadt dafür jährlich 30 000 Euro Miete zahlt. Laut Haushaltsentwurf sind 76 000 Euro für Abbruch und Altlastensanierung auf dem Grundstück Mommsenstraße 20 vorgesehen. Es existieren Überlegungen, dort ein weiteres Parkhaus zu bauen.
„Es gibt den Effekt, dass Segeberger und Reinfelder mit dem Auto nach Oldesloe fahren und hier in den Zug steigen, weil es die kostenlosen Parkplätze gibt“, kritisiert Wilfried Janson von den Grünen. Park & Ride sei mal ein richtiger Gedanke gewesen, um die Bahn zu fördern, mittlerweile sieht er das etwas differenzierter. „Wir brauchen eine Fahrradstation am Bahnhof. Da werden die Räder bewacht und bei Bedarf auch repariert und gepflegt“, so Janson. Einen entsprechenden Antrag wollen die Grünen stellen.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 30. Oktober 2010
Betrüger, Bleifuß und Blitzmerker
VIER AUGEN: Von „hoher krimineller Energie“ und dem Ausnutzen seines Wissens als Systemadministrator war beim Kreis die Rede, als herauskam, dass ein Sachbearbeiter über Jahre fast 500 000 Euro abgezweigt hatte. Von der Einschätzung blieb vor Gericht nicht allzu viel übrig. Als ganz normaler Sachbearbeiter hatte der Angeklagte „seinen Fall“ angelegt und „Rechnungen“ zur Zahlungsstelle gegeben. Dort prüfte man nur die Formalien und die Gesamtsumme auf der Liste aller Auszahlungen, verließ sich ansonsten aber auf die Unterschriften. Mit denen bestätigten die Sachbearbeiter, dass die Zahlung gerechtfertigt ist. Wohlgemerkt dieselben, die die Akte für einen Fall auch anlegen. Das hört sich nicht gerade nach dem Vier-Augen-Prinzip an, von dem der Landrat gesprochen hatte. Mehr als stichprobenartige Prüfungen gab es nicht. Da hätte schon die Akte mit der erfundenen Person zufällig gezogen werden müssen, damit es intern aufgefallen wäre. Keine Frage, dass der Oldesloer das Vertrauen der Kreisverwaltung und seiner Kollegen ausgenutzt hat. Aber besondere Fähigkeiten oder Systemrechte waren für diesen Betrug auch nicht vonnöten.
UNABHÄNGIG: Den Rekorderlös von 17 000 Euro von „Rock am Schloss“ konnten die Stormarner Lions wieder für gute Zwecke verteilen. Überraschungen waren nicht zu erwarten. Auch die achte Auflage der Benefiz-Veranstaltung sah als geldmäßige Gewinner die Lions selbst mit ihrem Klasse 2000-Projekt und den Kinderschutzbund. An dritter Stelle wird – seit er mit in der Jury sitzt – der Kreisjugendring bedacht. 6350 Euro blieben übrig, elf von 36 Antragstellern wurden mit Beträgen von ein paar hundert Euro bedacht. Da weiß man nicht, was man mehr bewundern soll: Die Gutgläubigkeit der Antragsteller, ein dickes Stück vom Kuchen abzubekommen, oder den Schein einer unabhängigen Jury. Gegen eine Benefizveranstaltung ist nichts zu sagen, erst recht nicht gegen eine so gute. Aber man sollte auch so ehrlich sein, zuzugeben, dass der Großteil des Erlöses immer an die selben geht – jedes Jahr und egal, was für Anträge gestellt werden. Solange man so tut, als wäre das anders, macht man sich selbst und der Öffentlichkeit etwas vor. Das haben die Organisatoren eines so guten Benefiz- Events doch gar nicht nötig.
BLITZMERKER Der eine Ausschuss beschließt so, der andere das Gegenteil und zu guter Letzt kassiert der Finanzausschuss die Beschlüsse, weil dessen Mitgliedern das alles zu teuer ist. So oder zumindest so ähnlich ergeht es dem Beschluss für eine Behindertentoilette im Café am Markt. Da kann man sich schon fragen, ob die Fraktionen keine Marschrichtung mehr haben oder hält sich da bloß keiner dran? Genau das sprach Jürgen Schneider (SPD) im Hauptausschuss laut aus. Zur Unterhaltung aller bekam er von seinem Fraktions-Vorsitzenden Hagen von Massenbach prompt die passende Antwort: „Das hättest du ja als Finanzausschuss- Mitglied auch schon erkennen können.“ An den Mehrheitsverhältnissen hätte das allerdings auch nichts geändert. Ist es nicht schön, dass es noch Politiker gibt, die undogmatisch in Sitzungen gehen und sich dort von Argumenten überzeugen lassen? Auch wenn das im Fall des Cafés ein ewiges Hin und Her bedeutet und kein Vertragsabschluss erkennbar ist.
NUMMERNSCHILD: Jetzt hat auch die Gemeinde Steinburg eine Tempomessanlage in Stellung gebracht. Kein schweres Geschütz wie die Radarfalle, aber immerhin leichte Artillerie im Kampf gegen Raser. Denen wird in rot signalisiert, dass sie zu schnell unterwegs sind, in der Hoffnung, dass die Bleifüßler vom Gas gehen. Im Allgemeinen funktioniert das. Damit kein Gewöhnungsprozess einsetzt, wandert die Hinweistafel immer mal woanders hin. Clever! Eine Tafel mit Ausbau Potenzial, findet unser Karikaturist.
Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten
Stadt nimmt erste Auffahrt auf die Datenautobahn

Stormarner Tageblatt vom 29. Oktober 2010
Bad Oldesloe setzt auf ultraschnelles DSL und will 14 Millionen Euro investieren
Bad Oldesloe
Die Kreisstadt soll ultraschnelle Internetanschlüsse per Glasfaserleitung bekommnen – darüber sind sich alle einig. Über Details gab es jetzt bei der Stadtverordnetenversammlung aber doch noch ein kleines Wortgeplänkel.
Die Stadtwerke werden Glasfaserleitungen in Leerrohren verlegen und an eine Tochtergesellschaft verpachten. Die sorgt für Inhalte wie Internet, Telefon und Fernsehprogramm. Der Steinfelder Redder und das Gewerbegebiet Südost (Industriestraße) sollen als erste versorgt werden – gut 500 000 Euro sind dafür vorgesehen. „Anschlüsse an die Datenautobahn werden bald wichtiger sein als echte Autobahnanschlüsse vor der Tür“, prognostizierte SPD-Fraktions-Chef und Hauptausschussvorsitzender Hagen von Massenbach. Die Sozialdemokraten haben vor allem Betriebe im Fokus, deswegen plädierte von Massenbach dafür, auch das Gewerbegebiet am anderen Ende der Stad nicht aus dem Auge zu verlieren. Der Hauptausschuss hatte bereits beschlossen, dass dort eine Bedarfsabfrage stattfinden soll.
Das Problem ist nur, dass Sandkamp und Rögen ziemlich weit von der bereits bestehenden Infrastruktur entfernt sind. Dortige Firmen könnten nur mit großem Aufwand angeschlossen werden, die Glasfasern müssten erst mal quer durch die Stadt verlegt werden. Die Stadtwerke schlagen vor, quartiersweise vorzugehen – immer vorausgesetzt, es gibt entsprechende Nachfrage, denn nur dann lohnt sich die aufwändige Verlegung.
CDU-Fraktions-Vorsitzender Horst Möller dämpfte vielleicht vorhandene Euphorie: „Der Gesamtausbau wird bis zu 14 Millionen kosten, es kann fünf bis zehn Jahre dauern bis wir komplett versorgt sind und in Straßen, wo es sich nicht lohnt, kann es sein, dass es gar nicht kommt.“ Dem widersprachen Bürgermeister Tassilo von Bary und Wilfried Janson von den Grünen. Beide gehen davon aus, dass Nachfrage und Bedarf in den kommenden Jahren rasant steigen werden.
Andreas Olbertz
Schnelles Internet: „Investition in die Zukunft“
Lübecker Nachrichten vom 29. Oktober 2010
VON SUSANNA FOFANA
BAD OLDESLOE – Nach dem Hauptausschuss brachten jetzt auch Bad Oldesloes Stadtverordnete erwartungsgemäß den Ausbau des Glasfasernetzes für das super-schnelle Internet in Bad Oldesloe und den Ortsteilen auf den Weg. Das Stadtgebiet soll im Laufe der nächsten Jahre quartiersweise von den Stadtwerken erschlossen werden, soweit eine Wirtschaftlichkeit gegeben ist. „Wir investieren in die Zukunft“, betonte Hauptausschussvorsitzender Hagen von Massenbach (SPD), der die neue Technik so schnell wie möglich realisiert wissen wollte. An erster Stelle sollten die Gewerbebetriebe von dem Angebot profitieren.
CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller begrüßte den Einstieg in die neue Technik. Er warnte jedoch zugleich vor zu hohen Erwartungen. Vielleicht werde das Gebiet der Stadt in den nächsten fünf bis zehn Jahren komplett versorgt. Er wies darauf hin: „Es gibt keine Garantie für jeden Oldesloer, da angeschlossen zu werden.“
Die „Dämpfung der Euphorie“ mochte Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) nicht so hinnehmen. Er wies insbesondere auf die Re-Investition für das Oldesloer Zukunftsmodell hin. Noch vor ein paar Jahren habe den Internet-Nutzern eine Geschwindigkeit von zwei bis 16 Megabit pro Sekunde ausgereicht, wie sie durch ein Kupferkabel möglich sind, gab Wilfried Janson (Grüne) einen kleinen Rückblick auf den rasanten Fortschritt in der Technik. Er rechnet jedoch damit, dass in den nächsten Jahren nicht einmal mehr die 16 Megabits für die neuen Dienste ausreichen werden. Die Nachfrage werde enorm sein. Er geht davon aus, dass das Breitbandangebot schon in fünf Jahren im gesamten Stadtgebiet fertig sein könnte. Vielleicht werden auch die Investitionskosten sinken – bisher mit 14 Millionen Euro veranschlagt –, da die dafür benötigten Komponenten immer billiger werden würden. Mit dem Angebot hole man arbeitsplatzintensive Firmen nach Bad Oldesloe. Sparen könne man vielleicht auch, wenn man stillgelegte Gasund Wasserleitungen als Leerrohre für die Glasfaserkabel nutze. Im Investitionsplan der Stadtwerke sind für 2011 Mittel in Höhe von 523 000 Euro für die Breitbanderschließung veranschlagt.
Stadtbus: Im Stundentakt von 5 bis 21 Uhr
Lübecker Nachrichten vom 29. Oktober 2010
BAD OLDESLOE – Einstimmig beschlossen die Oldesloer Stadtverordneten auf ihrer jüngsten Sitzung die Eckdaten für die Ausschreibung des Stadtbusverkehrs in der Kreisstadt. Die Vorschläge zur Neukonzeption waren zuvor von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung gemeinsam mit dem Büro Urbanus aus Lübeck erarbeitet worden.
Der Stadtbusverkehr soll auf der Grundlage des Lienenkonzeptes „Optimierung im Bestand“ gemeinsam mit dem Kreis Stormarn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 neu ausgeschrieben werden. Bei der Ausschreibung sollen diverse Eckdaten berücksichtigt werden. Dazu gehört die Betriebszeit von Montag bis Freitag zwischen 5 und 21 Uhr sowie sonnabends zwischen 7 und 15 Uhr. Die Fahrten sollen im Stundentakt stattfinden. Aus Sicht der Stadt wäre es wünschenswert, wenn „Midibusse“ mit einer Kapazität von bis zu 100 Fahrgästen eingesetzt werden. Aber auch der Einsatz von Niederflur-Bussen oder Niederflur- Erdgasbussen ist möglich. Das Neubaugebiet Steinfelder Redder soll in die Stadtbus- Route mit einbezogen werden. Eine gesonderte Linie ist zur Anbindung der Stormarner Werkstätten gedacht. Das Anrufsammeltaxi soll grundsätzlich beibehalten bleiben. sus
Sprung ins warme Wasser

Stormarner Tageblatt vom 28. Oktober 2010
Oldesloer Schwimmbad-Sanierung könnte im April kommenden Jahres beginnen / Die Planung steht
Bad Oldesloe
Wann kommt sie denn nun endlich, die lang ersehnte und geplante Modernisierung und Attraktivierung des Oldesloer Hallenbades? Auch wenn die Hauptausschuss-Mitglieder sich nicht zu einem Beschluss durchringen konnten, könnte es im April kommenden Jahres los gehen.
Immerhin gibt es eine halbwegs positive Botschaft zu verkünden: Seit September sind die geschätzten Baukosten nur um 170 000 Euro auf mittlerweile 6,682 Millionen Euro gestiegen. Angesichts des im September noch ausstehenden Brandschutzgutachtens und angekündigter Asbestfunde hatten die Politiker eine deutlichere Kostensteigerung befürchtet. An der eigentlichen Planung war nichts geändert worden. Dach, Fassade und Teile der Technik müssen überarbeitet werden. „Die Umkleiden haben den Charme der Mitt-70er Jahre“, erklärte Planer Michael Zitscher. Auch sie sollen erneuert werden. Der Eingang soll verlegt werden, wodurch das Bad barrierefrei werden würde. Als neues Angebot soll ein Anbau mit einem Therapiebecken geschaffen werden. Im Außenbereich könnte eine einfache Blockhaus-Sauna gebaut werden. Weil das Schwimmbecken dicht sei, riet Zitschler dringend davon ab, daran etwas zu verändern. „Ich habe selten ein Bad gesehen, dass im Keller so trocken ist“, lobte er die Abdichtung.
Die Planung steht. Große Einsparmöglichkeiten gibt es nicht. „Ich habe zwitschern gehört, dass Asklepios sein Bewegungsbecken aufgeben will“, merkte Hagen von Massenbach an. Schwimmbad-Chefin Marion Arpe bestätigte, ein entsprechendes Schreiben bekommen zu haben. Das werde zur Folge haben, dass weitere Gruppen das besonders warme Wasser nutzen werden wollen. „Das ist ein Aspekt, den wir erst seit 14 Tagen kennen“, so Zitschler. Eine stärkere Auslastung könnte sich positiv auf die Kalkulation auswirken.
Soweit ist inhaltlich eigentlich alles klar. Aber die lieben Finanzen. Karl-Reinhold Wurch meldete Beratungsbedarf an. Wegen der Herbstferien habe das Thema nicht in der Fraktion beschlossen werden können. Außerdem habe er immer noch nicht den angemahnten Investitionsplan bekommen. „Objekt für Objekt wird teurer. Es wird gestückelt entschieden und ich befürchte, am Ende fällt das wichtigste – die Stadtschule – hinten runter“, so der FDP Fraktions-Chef. Dem Ausschussvorsitzenden Hagen von Massenbach (SPD) klappte regelrecht der Unterkiefer runter: „Mit dem Projekt Hallenbad hühnern wir nun schon nicht mehr begreifbar lange rum. Wir wollen einen Schlusspunkt unter die Beratung setzen, um die Chance nicht zu vertun, im nächsten Jahr starten zu können.“ Die Finanzausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes argumentierte genau umgekehrt. Wegen des Konjunkturprogramms seien die Preise für Bauprojekte um 30 bis 40 Prozent gestiegen. „Vielleicht geht es auch mal in die andere Richtung, wenn wir ein Jahr warten. Das wäre eine finanzpolitisch kluge Entscheidung“, argumentierte die Christdemokratin. Da half der Einwand von Maria Herrmann (SPD), dass der Investitionsplan der Stadtwerke, über den das Vorhaben finanziert werde, längst vom Finanzausschuss einstimmig beschlossen worden sei, auch nichts mehr.
Einstimmig wurde auch beschlossen, dass eine Entscheidung erst nach der Haushaltsklausur im November gefällt werde. Die Architekten sollen aber einen Bauantrag vorbereiten. Dann könnte der Zeitplan eventuell eingehalten werden.
Andreas Olbertz
Café wird weiter verhandelt

Stormarner Tageblatt vom 27. Oktober 2010
775 Unterschriften für Behindertentoilette / Hauptausschuss delegiert Entscheidung an Bauausschuss
Bad Oldesloe
Kommt nun die Markthalle als Nachfolger des Cafés am Markt und wenn ja, wird sie eine Behindertentoilette haben? Seit Februar sind die städtischen Räume unvermietet, Oke Käselau steht als Investor bereit, aber auch nach der jüngsten Hauptausschuss-Sitzung ist noch nichts unterschriftsreif.
Der Bauausschuss hatte beschlossen, dass eine Behindertentoilette auf Kosten der Stadt sein muss. Das wollte der Finanzausschuss nicht mittragen, woraufhin der Hauptausschuss das Thema an sich zog. Marion Jansen, Vorsitzende des Behindertenbeirats, hatte jetzt 750 Unterschriften für eine von Rollis befahrbare Toilette überreicht. Senioren- und Behindertenbeirat hatten zudem erstmals einen gemeinsamen Antrag gestellt: Die Toilette könnte in den ehemaligen Räumen der Goldschmiede entstehen.
„Wir können nichts beschließen, weil wir die Kosten nicht kennen. Aber ich nehme deutlich vom Ausschuss wahr, dass es da sein soll“, begründete Vorsitzender Hagen von Massenbach (SPD), warum das Thema an den Bauausschuss delegiert werden soll. Finanzausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes stimmte gegen den Vorschlag, der Rest der CDU enthielt sich. Die FDP stimmte diesmal ebenso zu wie SPD und Grüne. Mal sehen, wie sich die Mehrheiten am 8. November im Bauausschuss entwickeln.
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden Vertragsdetails beschlossen. Knackpunkt sind die Umbaukosten. Anfangs sollten es mal 245 500 Euro sein. Dann erklärte sich Investor Käselau bereit, eine Küche zu besorgen und der Betrag schrumpfte um 100 000 Euro. Die Liberalen waren bislang gegen die Übernahme konzeptbedingter Kosten. FDP-Fraktions-Chef Wurch: „Der Ausschuss hat an den Kosten für die angemessene Herrichtung gearbeitet, sodass ich auch zustimmen konnte.“ Maria Herrmann (SPD) sieht das anders: „Eine Behindertentoilette wird mit Verweis auf die Kosten abgelehnt, aber gegen die Subvention eines einzelnen Gastwirts hat die Finanzausschuss-Vorsitzende von der CDU nichts einzuwenden. Da mache ich nicht mit.“ Sie enthielt sich, mehrheitlich wurde der Bürgermeister beauftragt, zu verhandeln. Der Finanzausschuss wird über den Vertragsabschluss befinden.
Andreas Olbertz
Einbiegen auf die Daten-Autobahn

- Das schnelle Netz soll 2011 als erstes das Neubaugebiet Steinfelder Redder erreichen. Der Ausbau ist als Pilotprojekt gedacht. Foto: Carstens
Lübecker Nachrichten vom 27. Oktober 2010
Bad Oldesloe - Bad Oldesloe setzt auf das superschnelle Internet. Statt der bisher möglichen bis zu 16 Megabits pro Sekunde ist in Zukunft ein Daten-Tempo von 100 Mbit/s denkbar.
Jugendliche Internet-User bekommen glänzende Augen, wenn man ihnen von der geplanten Traum-Geschwindigkeit erzählt. Und insbesondere Firmen könnten Interesse an dem Glasfasernetz haben, das auch große Datenmengen blitzschnell zu ihren Partnern rund um den Globus transportiert. Sogar die Stadt Bad Oldesloe selbst will die Zukunftsgeschwindigkeit haben.
„Wir möchten nächstes Jahr 50 Megabits in Auftrag geben“, sagt IT-Leiter Holger Orlowski. Es sei daran gedacht, das komfortable Online-Angebot der Stadt auszuweiten. Bisher hat die Verwaltung eine ganz normale DSL-Leitung mit 16 Megabits, mit der viele Bürger auch schon zu Hause im Internet surfen. Allerdings verfügt die Stadt über einen eigenen Web-Server für die Online-Möglichkeiten der Bibliothek.
„Die Datenautobahn ist erheblich wichtiger als die richtige für die Ansiedlung“, ist die persönliche Meinung von Hagen von Massenbach (SPD). Autobahnen gebe es „wie Sand am Meer“. Das Breitband jedoch werde immer mehr zum Standortfaktor. „Wir müssen einfach anfangen und dürfen es nicht verschlafen“, sagt der Vorsitzende des Oldesloer Hauptausschusses: „Das ist die Zukunft.“
Die Ausschussmitglieder waren sich in diesem Tagungsordnungspunkt allesamt einig. Einstimmig setzten sie sich dafür ein, dass die Stadtverordneten heute Abend in ihrer Sitzung (19.30 Uhr, Festhalle) eine Erschließung des gesamten Stadtgebietes nach Quartieren beschließen mögen. „Ein Selbstgänger“, nimmt Hauptamtsleiter Malte Schaarmann an. Die Stadtwerke rechnen mit Gesamtkosten in Höhe von rund 14 Millionen Euro. Bei ausreichend Bedarf bei den Nutzern rentiert sich die Investition in die Zukunft.
Spinnennetzartig soll sich das schnelle Internet mit Glasfaserleitungen über das gesamte Stadtgebiet ausweiten. Sowie Versorgungsleitungen verlegt werden und es sinnvoll erscheint, werden künftig Glasfaserleitungen mitverlegt. Das von den Stadtwerken erstellte Netz wird an die Vereinigte Stadtwerke Ortsnetz GmbH als Betreiber verpachtet. Der bietet dann schnelles Internet, Telefon und Fernsehen an.
Der Netzausbau beginnt 2011 mit dem Baugebiet „Steinfelder Redder“ als „Pilotprojekt in Bad Oldesloe und dem Gewerbegebiet „Süd-Ost“ (Bereich Industriestraße). Zudem soll der Bedarf bei den Firmen im Bereich Rögen abgefragt werden. Das Gebiet liegt zwar am anderen Ende der Stadt. Doch technisch wäre es laut Schaarmann durchaus machbar, dieses Gebiet bei Interesse im Ausbau vorzuziehen.
Weitere Planungen stehen zum Hallenbad-Ausbau an. Dieser Punkt wird deshalb heute Abend gestrichen. Zum Thema „Behindertentoilette“ im einstigen „Café am Markt“ gab es zur Enttäuschung des Behindertenbeirates noch keinen Beschluss. Es soll geprüft werden, ob sich die Toilette mit dem Stadtmarketing im einstigen „Killinger“-Laden unterbringen lässt.
Von Susanna Fofana
Bekommt Oldesloe das superschnelle Internet?
Lübecker Nachrichten vom 24. Okotober 2010
Bad Oldesloe – Das „schnelle Internet“ ist zwar im Innenstadtgebiet von Bad Oldesloe zu haben – die ländlich geprägten Ortsteile gelten jedoch derzeit als „unterversorgt“.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Machbarkeitsstudie der Firma LAN Consult Hamburg, die am morgigen Montag beim Tagesordnungspunkt „Breitbandversorgung in Bad Oldesloe“ im Hauptausschuss (19 Uhr, Bistro des Hallenbades) vorgestellt wird.
Weitere Themen der Sitzung, die mit einer etwa 30-minütigen Besichtigung des Hallenbades beginnt, sind unter anderem die Sanierung und Attraktivierung des Hallenbades und die städtische Immobilie Markt 6 (ehemaliges Café am Markt) – Schaffung der Möglichkeit einer behindertengerechten WC-Anlage. Zum letzten Punkt geht es dann im nicht-öffentlichen Teil um Umbau und Vermietung.
Die Themen Hallenbad-Attraktivierung und Breitbandversorgung plus ÖPNV-Neukonzeption, Festlegung der Ausschreibungskriterien, sind zwei Tage später zudem Tagesordnungspunkte der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 27. Oktober, 19.30 Uhr in der Festhalle an der Olivet-Allee.
Grundsätzlich hatten die Oldesloer Stadtverordneten dem Engagement der Stadtwerke Bad Oldesloe sowie der VSG-Gruppe im Bereich „Breitbandversorgung“ im Mai bereits zugestimmt. Um einen detaillierten Überblick über die derzeitige Versorgungsstruktur und die Wirtschaftlichkeit einer Erschließung des Stadtgebietes mit Glasfaserleitungen abzuschätzen, wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.
Sie kommt zu dem Ergebnis, dass im Innenstadtbereich bis zu 16 Megabits pro Sekunde erreicht werden. Die EU-weit definierte Untergrenze liegt bei einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von zwei Megabits pro Sekunde. Doch nach Aussage der Studie werden auch die jetzigen Übertragungsraten in der Innenstadt in absehbarer Zukunft nicht mehr die Anforderungen der Anschlussnehmer erfüllen – weder bei Gewerbetreibenden noch bei privaten Nutzern. Empfohlen wird der Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes für die gesamte Stadt. Dann könnten Übertragungsraten von 100 Megabits pro Sekunde erreicht werden. Die Erschließung kostet rund 14 Millionen Euro.
Von Susanna Fofana
Oldesloe: Der Krippenausbau stockt

- Oldesloes erste Krippe am Masurenweg wurde vor gut einem Jahr eröffnet: Hier die ersten Kinder aus der blauen Gruppe mit den Erzieherinnen Julia Humpke (li.) und Claudia Junk. Foto: SUSANNA FOFANA
Lübecker Nachrichten vom 23. Oktober 2010
Kann Oldesloe bis 2013 für jedes dritte Kind Krippen- und Tagespflegeplätze bereitstellen? Die Umsetzung stoppt derzeit wegen fehlender Bundesmittel.
Bad Oldesloe – „Das Hauptproblem ist, dass der Gesetzgeber einen Versorgungsgrad von 35 Prozent an Krippenplätzen fordert, aber dafür nicht die entsprechenden Mittel bereitstellt“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) zur Krippen-Situation.
Wenn es mehr Betriebskindergärten und -krippen gebe, wie es die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte anstrebt, gebe es vielleicht eine Entlastung für die Gemeinden. Bisher haben in Oldesloe lediglich der Kreis Stormarn und die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn das Belegungsrecht auf einige Plätze in der Kindertagesstätte Möhlenbecker Weg. „Für den Brummkreisel-Neubau gibt es jetzt Interesse an Belegungsplätzen von einem großem Arbeitgeber aus Bad Oldesloe“, so von Bary.
140 Betreuungsplätze muss Bad Oldesloe in der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige anbieten. 40 davon sind in der Tagespflege möglich, 100 müssen in Einrichtungen geschaffen werden. Das würde den Bedarf von 35 Prozent decken, den der Bund anvisiert. Doch was passiert, wenn wesentlich mehr Eltern die Betreuung wünschen – auf den sie ab August 2013 sogar einen Rechtsanspruch haben?
„Momentan haben wir 50 Plätze. Alle gefördert aus dem Bundestopf“, rechnet Fachbereichsleiter Thomas Sobczak vor. In der Kita Möhlenbecker Weg gibt es schon seit geraumer Zeit fünf Plätze in einer altersgemischten Gruppe, im Masurenweg seit gut einem Jahr 20 Plätze in zwei Gruppen. 25 weitere Krippenplätze sind gerade im Neubau am Moordamm in zwei Gruppen und einer altersgemischten Gruppe entstanden.
„Die Hälfte ist erfüllt“, sagt Sobczak. Weitere Maßnahmen können derzeit jedoch nicht umgesetzt werden: „Der Topf ist leer. Wir hoffen, dass er 2011 wieder gefüllt wird.“
Politisch wurden bereits weitere Krippen-Baumaßnahmen abgesegnet. Unter Vorbehalt: Erst wenn die Zuschüsse fließen, kann es losgehen. Bisher sah die Förderung bis zu 15 000 Euro pro Platz im Neubau und bis zu 13 000 Euro bei einem Umbau vor. Versucht werde, zunächst die günstigen Maßnahmen umzusetzen, sagt Sobczak.
Deshalb ist als nächste Maßnahme die Schaffung von 20 Plätzen in zwei Gruppen im Kindergarten Ehmkenberg vorgesehen. Sobczak: „Der Ehmkenberg ist wirklich beschlossene Sache.“ Auch für den Neubau des Brummkreisels hat der Fachausschuss bereits die Weichen gestellt. „Der Bebauungsplan fehlt noch“, so Tassilo von Bary. Auch die verkehrliche Situation und die Flächen-Umsetzung müssten noch geklärt werden. Denn für die insgesamt 85 Kinder aller Altersklassen von Krippe bis Hort ist eigentlich nicht genügend Freifläche vorhanden.
Dieses Thema beschäftigte auch Anlieger der Schützenstraße, die jedoch auf keinen Fall wollten, dass die Lebenshilfe ihr Gebäude neben die Schwimmhalle setzt, damit die Kinder-Freifläche hinter den Häusern beginnen kann. Der Ausschuss respektierte den Wunsch der Anlieger. Somit wird das Gebäude wie geplant mit zehn Metern Abstand zur bestehenden Lindenallee gebaut.
Wenn diese beiden Krippenpläne umgesetzt werden, hätte Bad Oldesloe 90 Plätze zu bieten. Zudem wird die Verwaltung bei der nächsten Sitzung des BSKA am 3. November (ab 19 Uhr, Stadthaus) vorschlagen, dass der Kindergarten Luftballon in den Räumen der Klaus-Groth-Schule 15 Betreuungsplätze, zehn in einer Krippengruppe, fünf in einer altersgemischten Gruppe, umsetzen solle, kündigte Sobczak an. Dann wären es 105 Plätze.
Wenn sich herausstellt, dass mehr Eltern als vermutet Betreuungsplätze wünschen, „muss die Stadt entsprechend nachbessern“, sagt Sobczak. Zwei bis drei Maßnahmen sind für diesen Fall bereits in der Warteschleife: Zwei Krippengruppen in Wichtelhausen und drei Krippengruppen der Stoppelhopser im alten Kurbad. Voraussetzung für alles ist, dass es weitere Fördermittel gibt. Von Bary: „Sonst müssen wir uns etwas ganz Neues einfallen lassen.“
Von Susanna Fofana
Neue Technik: Parkzeit kaufen per SMS

- Oldesloe liebäugelt mit einer neuen Technik für die Parkplätze – hier der Peters-Parkplatz. Autofahrer könnten zwischen einem herkömmlichen Ticket und dem Bezahlen per Handy wählen. Foto: FOFANA
Lübecker Nachrichten vom 21. Oktober 2010
Bad Oldesloe – Führt Bad Oldesloe als erste Stadt im Kreis ein Park-Bezahlsystem übers Handy ein? Davon profitiert, wer kein Kleingeld dabei hat oder etwa länger beim Arzt warten muss.
Die Stadt Bad Oldesloe liebäugelt mit der neuen Technik des „Handyparkens“ für Bad Oldesloes Parkplätze. Dann könnte die Parkgebühr nicht nur am Automaten, sondern auf Wunsch auch per Handy bezahlt werden. Die Mitglieder im Bau- und Planungsausschuss der Stadt stehen dem Handyparksystem positiv gegenüber. Ein konkreter Beschluss steht jedoch noch aus. Erst einmal möchten alle ganz genau wissen, wie es funktioniert – und vor allem, was es kostet.
Eines ist schon jetzt klar: An den 31 Parkscheinautomaten, mit denen ein Großteil der rund 1000 Parkplätze in der Stadt bewirtschaftet wird – den Rest übernehmen 17 Parkuhren – muss nichts verändert werden. Sie geben in den sieben Tarifzonen weiterhin wie gehabt ihre Tickets aus. Die Automaten erhalten für den zusätzlichen Service nur einen Aufkleber mit einer Rufnummer, erläutert Hans Budnick, Sachbereichsleiter Bußgeld und Parkraumbewirtschaftung. Änderungen sind lediglich an den drei Datenerfassungsgeräten der Stadt Bad Oldesloe notwendig. Die müssen mit Zusatzmodulen nachgerüstet werden (insgesamt 1500 Euro) und einen Internetzugang bekommen (1200 Euro pro Jahr).
Für viele Bürger wird diese Methode wesentlich bequemer sein. Wer gerade kein Kleingeld dabei hat, bezahlt von vornherein via Handy. Und wer nur ein Park-Ticket für eine Stunde gelöst hat, aber zum Beispiel länger beim Arzt oder Friseur warten muss, kann von dort aus nachlösen. Man schickt eine SMS mit dem Kennzeichen des Autos und – abgetrennt durch einen Punkt – die Zeit, die man parken möchte, an die vier- bis fünfstellige Nummer, die man an den Parkscheinautomaten findet. Das war’s schon. Die Bezahlung erfolgt dann über den jeweiligen Netzbetreiber. Auch mit dem Prepaid-System soll das funktionieren.
„Ein großer Vorteil“, so Hans Budnick. Von dem natürlich auch diejenigen profitieren, die sich beim ausgiebigen Shoppen oder Kaffeetrinken treiben lassen. Wer den Parkschein per Handy gebucht hat, erhält vor Ende der Parkzeit eine Erinnerungs-SMS. Und kann die Parkzeit dann wunschgemäß verlängern.
Natürlich stellen die Außendienst-Mitarbeiter der Stadt sofort fest, dass kein gültiges Ticket im Auto liegt. Doch während der Eingabe in die Datenerfassungsgeräte erfolgt eine Internet-Abfrage. Dort ist dann die per SMS gebuchte Parkzeit einsehbar. Falls doch einmal etwas schieflaufen sollte und es Klärungsbedarf gibt, kann der Parker bei der Stadt anrufen. Denn er erhält bei der Parkzeit-Buchung eine Bestätigungs-SMS mit einer Nummer. Damit lässt sich ein Vorgang auch noch später klären.
Der neue Service für die Bürger bedeutet für die Stadt-Mitarbeiter einen gewissen Mehraufwand. Zudem muss die Stadt dem bisher günstigsten Anbieter 13 Prozent des per SMS gelösten Parkschein-Umsatzes abgeben: Von einem Park-Euro bleiben ihr nur noch 87 Cent, 13 Cent gehen an den Anbieter.
Wie sich der moderne Service auf die Stadtfinanzen auswirkt, ist noch nicht bekannt. Bisher werden eine halbe Million Euro pro Jahr durchs Parken und weitere 160 000 Euro durch Bußgelder eingenommen. In Ostseegemeinden, die das Handyparksystem eingeführt haben, war die Nutzung bisher noch überschaubar.
Von Susanna Fofana
Zeichen setzen für ein barrierefreies Café in Oldesloe

Lübecker Nachtrichten vom 16. Oktober 2010
Die Diskussionen um die geplante „Markthalle“ im ehemaligen Café am Markt in Bad Oldesloe reißen nicht ab: Die Mitglieder des Behindertenbeirates der Stadt sind unterwegs, um für ein barrierefreies Café mit einer barrierefreien Toilette zu kämpfen. Sie sammeln bis zum Ende der Herbstferien Unterstützer-Unterschriften, die sie Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) überreichen wollen. Bisher lehnt der angedachte Investor für die Markthalle den Bau einer Behindertentoilette im Objekt ab. „Wir möchten nichts anderes als jeder andere Mensch auch“, betont Marion Janssen (Foto rechts) vom Behindertenbeirat der Stadt Bad Oldesloe. „Wir wollen im Restaurant sitzen und dort auch auf Toilette gehen.“ Sie hofft, dass sich die Politiker besinnen und für ein barrierefreies Marktcafé sorgen. Hans-Jürgen Ertel und seine Frau Gisela ließen sich nicht lange bitten: Sie leisteten aus voller Überzeugung ihre Solidaritätsunterschriften.
Text und Foto: KKS
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 16. Oktober 2010
Wo ein Wille ist, ist oft kein Weg
BRENZLIG Stell dir vor es brennt und keiner kommt hin. Klingt bitter, könnte aber passieren. Zugegeben, der Wohnungsbrand diese Woche in der Oldesloer Innenstadt war weniger spektakulär, aber von freier Fahrt zum Brandherd sind unsere Feuerwehrleute jedenfalls weit entfernt. Es ist ja gar nicht so einfach, von der richtigen Seite in die Fußgängerzone zu kommen. Wild geparkt wird eigentlich überall – ein Ärgernis, dem wohl nur durch rigorose Kontrollen beizukommen ist. Dann gibt es noch die durch Poller gesichertenn Zufahrten. Bei der Zufahrt über den Marktplatz müssen hinderliche Ketten aufgeschlossen werden. Wenn man sich anguckt, wie lange die Besatzung der Drehleiter gefummelt hat, bis dieses Hindernis aus dem Weg geräumt war ... da schien der Schlüssel jedenfalls nicht
griffbereit gewesen zu sein. Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich seine Gedanken
gemacht.
BRENZLIG II Besagte „Wohnung“ hat ja im alten Hoffmann-Haus gebrannt. Um es vorsichtig auszudrücken: Nicht grade ein städtebauliches Schmuckstück. Da wird sich in Politik und Verwaltung vielleicht mancher insgeheim gewünscht haben, dass die Wehr am Poller noch etwas länger hängen bleibt. Das hätte Chancen für die Innenstadt eröffnen können. Aber so etwas darf man natürlich nicht denken.
LEISETRETER Die Oldesloer Verwaltung ist schon klasse. Es gibt Varianten der Brummkreisel-Planung, die der Lärmgutachter ausschließt – weil es am Schallschutz hapert. Dazu klären die Experten aus dem Rathaus auf, dass der Gutachter von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist. Es handele sich nicht um ein reines Wohngebiet, sondern um ein allgemeines Wohngebiet. Deshalb sei der Orientierungspegel – verbindliche Grenzwerte gebe es ohnehin nicht – nicht um zwölf, sondern „nur“ um sieben Dezibel überschritten. Gerichte würden erwarten, dass Anlieger gegenüber Lärm von Kindergärten höhere Akzeptanz an den Tag legen. Deshalbn empfiehlt die Verwaltung, die Problematik mit den Grundeigentümern zu erörtern. Da kann man sich ja lebhaft vorstellen, wie das Gespräch aussehen und ausgehen würde. Aber die Bauausschuss-Mitglieder haben ohnehin anders entschieden.
RAUMWUNDER In Sachen Brummkreisel ist ja noch ein Punkt seltsam. Da argumentiert die Lebenshilfe, das Außengelände sei zu klein – mehr Gruppen als an der Königstraße, aber 600 Quadratmeter weniger. Was schlägt der Trägerverein vor: Weg mit den Bäumen! Das bringt mehr Platz für die Kinder. Warum wird der Spieß nicht einfach umgedreht? Weniger Gruppen, dann reicht der Platz auch für alle Kinder. Die Anlieger hatten das in der Bauausschuss-Sitzung gefragt, aber keine erhellende Antwort bekommen.
DURCHFAHRT Na, das wäre doch ein schönes Weihnachtsgeschenk: Endlich wieder freie Fahrt auf der A1. Wenn tatsächlich alles glatt läuft – und davon konnte man in der Vergangenheit nicht ausgehen –, sollen nach und nach alle Baustellen verschwinden. Am Dienstag diejenige vor dem Lübecker Kreuz, Ende dieses Monats
die im Bereich zwischen Bargteheide und Oldesloe und pünktlich zu den Feiertagen
der Abschnitt von der Buddikate bis Ahrensburg. In diesem Sinn: „Driving home for christmas ...“
Andreas Olbertz
Sara Peschke
Lesermeinung
Stormarner Tageblatt vom 16. Oktober 2010
Alle Faktoren bedenken
Zu: Berichterstattungen aus den Oldesloer Ausschüssen zu den Themen Brummkreisel und Luftballon Im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) wurde mehrfach über den Neubau des Kindergartens Brummkreisel gesprochen und in der letzten Sitzung alles abgesegnet. Die Fragen, ob ein teurer Hort im Obergeschoss – für nur 15 Kinder sind 30 000 Euro jährliche Betriebskosten von der Stadt zu tragen – am neuen Standort neben dem Hallenbad und fern der Grundschulen Sinn macht, wurde von CDU und FDP nicht hinterfragt, auch nicht, welche Kosten zusätzlich anfallen, wenn körperlich gehandicapte Hort-Kinder im 1. Stock untergebracht werden sollen und ein Fahrstuhl benötigt wird, von den Kosten des Brandschutzes ganz zu schweigen.
Wenn Bad Oldesloe einen Hort der Lebenshilfe braucht, um auch Eltern mit gehandicapten Kindern zu entlasten, hätte ich gern eine Planung, die auch diese Zahlen hinterfragt, kalkuliert und offen legt. Jetzt wurde laut Stormarner Tageblatt im Bauausschuss offenbar, dass die Größe des Außengeländes nicht zu verantworten sei und die Verkehrs- und Parksituation in Stoßzeiten chaotisch werden wird.
Wieso tauchen diese Faktoren erst jetzt auf? Reden die BSKA- und Bauausschuss-Mitglieder in den Fraktionen nicht miteinander? Als Mutter eines Kindes im Kindergarten Luftballon und eines an der Klaus-Groth-Schule bitte ich die Politiker genau diese Faktoren bei der Planung der Verlagerung des Kindergartens in diese Schule zu bedenken. Der geplante Eingang liegt direkt neben dem Schuleingang und der Schulbushaltestelle. Schon jetzt ist es zu Stoßzeiten in der Breslauer Straße eng und unübersichtlich. Wie soll das mit 45 weiteren Krippen- und Kindergarteneltern werden, die größere Parkplätze und diese für mehr als nur ein paar Minuten benötigen?
Auch das derzeit geplante Außengelände – rechnerisch gerade ausreichend – ist mehr als unattraktiv und bedeutet eine echte Verschlechterung – auch für die Nachbarn, die aus Gerechtigkeitsgründen sicher auch auf einen Schallschutz bestehen werden.
Wenn Bad Oldesloe schon so viel Geld investieren muss, dann planen Sie bitte gleich umfassend mit allen Faktoren und Kosten, denn das jetzige Luftballon-Gebäude lässt Verzögerungen kaum noch zu.
Gudrun Behnsen-Katenhusen, Bad Oldesloe
Priorität für Bäume und Schallschutz

- „Ich hoffe, es kommt nicht wieder zu einem ‚Moordamm-Massaker‘.“ Hartmut Jokisch Grüne
Stormarner Tageblatt vom 14. Oktober 2010
Einstimmiges Votum – Brummkreisel-Planung eckt im Bauausschuss an
Bad Oldesloe
Eigentlich sah alles so schön einfach aus. Eine Sanierung der Villa an der Königstraße macht für die Stadt keinen Sinn, deshalb soll sie verkauft werden. Für VHS und Musikschule wird das Amtsgericht zum KuB umgewandelt. Der Lebenshilfe-Kindergarten Brummkreisel bekommt auf einer Wiese neben dem Hallenbad einen Neubau.
Doch je weiter die Planung voranschreitet, desto mehr Probleme tun sich auf. Das Außengelände ist zu klein, der Lärmschutz gestaltet sich schwierig und die Verwaltung spricht in der Vorlage für den Bauausschuss von „chaotischen Zuständen“ während der Stoßzeiten, weil die Eltern versuchen, ihre Kinder in den Kindergarten zu fahren.
Und siehe da, wo sonst politische Grundsätze ausgefochten werden und keiner dem anderen etwas gönnt, herrschte große Einigkeit. „Wir sehen den Standort insgesamt kritisch“, teilte Hans-Hermann Roden für die SPD im Bauausschuss mit und erntete Zustimmung von Siegfried Wobig (CDU): „Da sind wir uns in weiten Teilen einig.“
Im Zusammenhang mit dem Außengelände spricht die Lebenshilfe davon, dass die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Altersgruppen dort nicht berücksichtigt werden können. Bisher habe der Kindergarten 1800 Quadratmeter, eine Reduzierung auf 1200 bei Ausweitung des Angebots sei „nicht zu verantworten“. Deshalb wurde beantragt, eine alte Baumreihe zu fällen und durch eine Hecke zu ersetzen. Alternativ könnte der Bau gedreht werden – eben nicht mehr mit dem „Rücken“ als Schallschutz zu den Nachbarn, sondern zum Schwimmbad. Dann könnten die Bäume der Spielfläche zugeordnet werden. Aber der Schallschutz wäre dahin.
„Ich hoffe, es kommt nicht wieder zu einem ‚Moordamm-Massaker‘“, kritisierte Dr. Hartmut Jokisch (Grüne) diese Überlegungen. SPD und CDU sahen das genau so. „Ich will optimalen Schallschutz“, postulierte Wobig. „Deshalb“, so seine Argumentation, „wird die Lage des Gebäudes jetzt fixiert.“ Zehn Meter Abstand zur Baumreihe sind einzuhalten, wodurch der Gebäudekomplex als Schallschutz fungiert. Damit wurde den Belangen der Anlieger einstimmig Rechnung getragen.
Die Verwaltung hatte drei Varianten für die Parkplatzregelung vorgestellt. Keine davon konnte die Politiker überzeugen – Entscheidung vertagt.
Andreas Olbertz
Für mehr Öko ein Stockwerk zusätzlich
Stormarner Tageblatt vom 11. Oktober 2010
Bad Oldesloe
Die Anlieger hatten den Braten natürlich gleich gerochen. Obwohl es einen gültigen Beschluss gibt, im Innenbereich Salinen- und Königstraße nur zweigeschossig zu planen, soll nun doch für 4 000 Euro ein Modell mit zwei Voll- und einem abnehmbaren Staffelgeschoss gebaut werden? „Bedeutet das die Aufhebung des Beschlusses?“, wollte Monika Dreesen-Wurch wissen. Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) verneinte verschmitzt grinsend, formal natürlich korrekt, aber Siegfried Wobig (CDU) war es dann, der aussprach, was vermutlich ohnehin alle dachten: „Warum soll ich ein Modell bauen, wenn nachher nichts passiert?“
Nach dem Grünschnack hatte sich angedeutet, dass es in der Geschossfrage Bewegung geben könnte. Investor Markus Stolte hatte seine Bereitschaft signalisiert, ein Haus trotz deutlich höherer Kosten als Passivhaus zu bauen. Im Gegenzug könnten sich Grüne und SPD für ein zusätzliches Staffelgeschoss erwärmen. Maria Herrmann regte an, dass der Pilotcharakter eines solchen Mehrfamilienhauses hervorgehoben werde und sich Verwaltung und Investor auf die Suche nach Fördermitteln machen.
Die Verwaltung hätte am liebsten gleich einen Beschluss für das zusätzliche Geschoss gehabt, doch dann wäre das Modell überflüssig geworden.
ol
Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 9. Oktober 2010
Wach und mit Humor entscheiden
BIM BAM Bekommt Neritz einen Glockenturm oder nicht? Die Bürger haben entschieden und damit ist die Sache klar. Oder doch nicht? Bei nur sechs Stimmen Unterschied darf das bezweifelt werden. Formaljuristisch natürlich schon, Mehrheit ist Mehrheit, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass knapp die Hälfte nein gesagt hat. Tja, und nun? Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat einen Kompromissvorschlag entwickelt.
VERSCHERZT Jaja, zu vorgerückter Stunde kann einem schon mal der Durchblick abhanden kommen. Die Augenlider werden schwer, der Verstand langsamer, vielleicht ist das Rechenzentrum schon ganz abgeschaltet ... anders lässt sich das nicht erklären. CDU-Altmeister Siegfried Wobig hatte sich im Bauausschuss einen Spaß daraus gemacht, mit SPD und Grünen für eine Behindertentoilette im ehemaligen Café am Markt zu stimmen – das Projekt sei ohnehin tot. Sein Fraktionskollege Uwe Rädisch hatte noch entschieden gesagt: „Für Unsinn stimme ich nicht“, doch Siegfried Wobig hob feixend seine Hand. Aber erst damit war die Mehrheit perfekt. Ups. Und zwei Tage später hat der Finanzausschuss der Markthalle neues Leben eingehaucht. Dumm gelaufen, der Klo-Beschluss gilt.
AUSGESCHLAFEN Den Sozialausschuss um 23 Uhr einfach abgebrochen, Bauausschuss bis Mitternacht und Finanzausschuss ebenso. Da wird ehrenamtliche Politik zur Belastungsprobe. Keine Frage, wenn jemand einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich hat, lässt spätestens gegen 22 Uhr der Akku mächtig nach. Und dann? Sitzungsabbruch oder Vertagung sind keine Lösung, denn dann läuft die nächste Sitzung über. Andere Varianten sollten her. Müssen Stolpersteine und neue VHS-Kurse im Ausschuss vorgestellt werden? Ist es die Aufgabe von Politikern, diesen und jenen Jahresbericht als Powerpoint-Präsentation über sich ergehen zu lassen. Wenn’s dumm kommt, wird dann noch diskutiert, ob er zustimmend zur
Kenntnis genommen wird oder einfach nur so. Es hilft, gut vorbereitet in eine Sitzung zu gehen und gesunden Menschenverstand walten zu lassen. So manche Sitzungsunterbrechung könnte gespart werden, wenn sich Politiker häufiger Fragen würden, wofür SIE stehen und nicht, was ihre Fraktion ihnen sagt, wofür sie die Hand heben sollen. Es wäre vermutlich auch viel gewonnen, wenn es Mut zur Entscheidung geben würde. Man muss sich nur mal die Odyssee der Markthalle
durch fast alle Ausschüsse angucken. Warum hat der Hauptausschuss nicht gesagt: Konzept ist gut, Verwaltung bereite einen Vertrag vor! Der wird einen Monat später abgestimmt und das Projekt wäre längst realisiert.
GEPOKERT Gerade das Thema Oldesloer Markthalle zeigt allerdings auch: Kaum hat mal ein Ausschuss entschieden nein gesagt, stehen zwei Tage später bei der Kreisstadt 120 000 Euro weniger auf der Rechnung. Obwohl es vorher noch hieß, da sei absolut keinerlei Luft in der aufgestellten Finanz-Kalkulation.
Da brauchte es dann offenbar doch eines Machtworts, um Bewegung in die Sache zu bringen.
Andreas Olbertz
Beirat wehrt sich gegen Blockade-Vorwurf
Stormarner Tageblatt vom 9. Oktober 2010
Bad Oldesloe
Die Markthalle und die Barrierefreiheit – der Behindertenbeirat wehrt sich dagegen, dass er mit seiner Forderung nach einer Behindertentoilette den Umbau blockieren wolle. „Im Gegenteil“, stellt Vorsitzende Marion Janssen klar: „Wir vermissen ein solches Café sehr. Denn es gibt für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer kaum eine Möglichkeit, irgendwo in unserer Stadt Kaffee zu trinken oder Essen zu gehen.“ Genau deshalb und weil es sich um eine städtische Immobilie handele, sei es dem Beirat wichtig, dass dort eine barrierefreie und behindertengerechte Toilette eingebaut werde – nicht nur für Behinderte, sondern auch für viele ältere Menschen. Marion Janssen stellt klar: „Der Beirat wurde von den Stadtverordneten gewählt, damit er sich für die Belange der behinderten Menschen einsetzt. Das machen wir in diesem Fall!“
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Markthalle hat wieder Chancen

Stormarner Tageblatt vom 8. Oktober 2010
Investor will Küchenkosten übernehmen / Stadt kommt beim Umbau entgegen / Behinderten-Toilette weiter unklar
Bad Oldesloe
Guck an, es bewegt sich also doch etwas: Der Finanzausschuss hat hinter verschlossenen Türen einstimmig beschlossen, mit Investor Oke Käselau einen Vorvertrag für das ehemalige Café am Markt abzuschließen, damit er dort eine Markthalle einrichten kann. Der Bauausschuss hatte zuvor zwar das Konzept gelobt, aber die Kosten für die Stadt als zu hoch abgelehnt (wir berichteten).
Alles zusammen geht es um eine Viertelmillion Euro. Die setzt sich zusammen aus Sanierungskosten (knapp 60 000), einem Anteil der auf das Konzept zurück geht (68 000 Euro) und als dickstem Brocken eine neue Küche für 120 000 Euro. Das hätte nach den Wünschen von Oke Käselau die Stadt übernehmen sollen. Doch der Bauausschuss lehnte ab. Die Sanierung zuzüglich der Kosten für eine Behindertentoilette wollten die Politiker bewilligen. Das zusätzliche WC lehnte wiederum der potenzielle Betreiber ab.
„Wir haben uns politisch genau so wenig bewegt wie der Investor“, schildert Björn Wahnfried von der SPD die Ausgangslage vor der Finanzausschuss-Sitzung. Ein Warnschuss, gepokert oder politische Verbohrtheit? Fakt ist, es haben sich beide Seiten bewegt. Ausschussvorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU): „Der Investor hat angedeutet, dass es mit der Küche auch günstiger gehen könnte.“ Dem Vernehmen nach soll Oke Käselau vorgeschlagen haben, auf seine Kosten eine gebrauchte Küche zu kaufen. Angesichts dieses „Riesenschlucks“, wie aus Politik-Kreisen zu erfahren war, sei die Stadt dem Investor entgegen gekommen. Birgit Reichardt-Mewes zum Meinungswechsel: „Die Frage ist doch: Was macht Sinn? Wenn der Vertrag zehn Jahre läuft, haben wir durchaus einen gewissen Gewinn. Wenn er es in der Zeit hinbekommt, wird es danach für ihn deutlich teurer. Wenn nicht, müssen wir neu nachdenken.“ Da das Konzept aber überzeugend sei, gebe es keinen Grund, am Erfolg zu zweifeln. Das sieht auch Karin Hoffmann (Grüne) so: „Wir dürfen nicht jeden Investor als persönlichen Feind betrachten. Die Stadt muss da an der Ecke was tun.“ Erleichterung auch bei Björn Wahnfried: „Ich bin froh, dass das jetzt in die Wege geleitet ist.“ Aber nicht alle habe Hurra gerufen. FDP-Mann Bernd Neppeßen: „Das waren für mich ganz neue Zahlen, da habe ich mich lieber enthalten. Das muss die Fraktion beraten.“
Darüber hinaus ist auch die Frage der Behinderten-Toilette noch nicht abschließend geklärt: „Da müssen die Herrschaften mal etwas mehr Gehirnschmalz reinstecken“, flachst Birgit Reichardt-Mewes. Der Punkt ist zurück in den Bauausschuss verwiesen worden.
Andreas Olbertz
Ja und Nein zur neuen „Markthalle“
Lübecker Nachrichten vom 8. Oktobr 2010
Bad Oldesloe – Im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe gab es zum Markthallenkonzept von Oke Käselau ein klares Nein. Die Mitglieder des Oldesloer Finanzausschusses sehen das allerdings ganz anders und stimmten für die „Markthalle“.
Bad Oldesloe - Hauptsächlich aus finanziellen Gründen lehnten SPD, FDP und Grüne das Projekt im Bau- und Planungsausschuss ab, das das ehemalige Café am Markt wiederbeleben soll (die LN berichteten). Aber auch die Schwierigkeiten, die der Einbau einer Behindertentoilette machen soll, stießen den Ausschussmitgliedern übel auf. Die Vorsitzende des Finanz-Ausschusses, Birgit Reichardt-Mewes (CDU), glaubt dagegen, dass das Ganze bisher „unglücklich gelaufen ist“. Wenn die Behindertentoilette so große Schwierigkeiten bereite, dann „kann man sie woanders hinlegen“. Und Oke Käselau ist auf der Suche nach einer gebrauchten Küche, um sein Konzept doch umsetzen zu können. Denn die ist einer der Knackpunkte, an denen sich die Geister scheiden: Angedacht ist bisher, dass die Stadt die Finanzierung einer neuen Küche (123 000 Euro) übernimmt. Da sich beide Ausschüsse nicht einig sind, muss der Hauptausschuss jetzt endgültig über die Entwicklung im ehemaligen Café am Markt befinden. Die Politiker treffen sich am Montag, 25. Oktober. kks
Funktechnik soll Personal entlasten

Stormarner Tageblatt vom 7. Oktober 2010
Arbeit macht krank, zu wenig Mitarbeiter – Sozialausschuss beschließt RFID-Einführung in Oldesloer Stadtbibliothek
Bad Oldesloe
War das eine Art Weckruf? Die Bücherei muss dieser Tage erstmals wegen Personalmangels geschlossen bleiben. Die stellvertretende Leiterin und Personalrätin Barbara Kammer ließ im Sozialausschuss mächtig die Alarmglocken schrillen: „Eine Kollegin krank, eine in Urlaub und schon sind wir nicht mehr in der Lage, den Betrieb aufrecht zu erhalten.“
Seit sie in der Bücherei arbeite, seien die Ausleihzahlen von 120 000 auf mehr als 300 000 gestiegen. Parallel wurde eine halbe Stelle abgebaut. 5,22 Stellen sind in der Bücherei besetzt, der Büchereiverein hält aber 6,55 für nötig. „Es geht nur noch nach dem Motto: Los, stopp, schade, Ihre Zeit ist schon um. Bei uns am Tresen herrscht eine höhere Frequenz als an der Supermarktkasse“, bemängelt die Bibliothekarin.
Der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit haben festgestellt, dass die unergonomischen Arbeitsabläufe gesundheitliche Auswirkungen haben. Im Klartext: Die Arbeit macht krank. Fazit von Barbara Kammer: „Zusätzliches Personal würde uns gar nichts bringen.“ Deshalb plädiert sie für neue Technik.
RFID heißt das Zauberwort. Radio-frequenzy identification – eine umstrittene Funktechnologie. Dafür werden alle Medien mit einem Funk-Chip ausgestattet. Nutzer können dann ihre ausgeliehenen Sachen selber an speziellen Terminals verbuchen, sogar im Paket.
Schon seit zwei Jahren wird die Einführung in Bad Oldesloe immer mal wieder diskutiert. Kürzlich war eine Delegation von Ausschussmitgliedern und Büchereimitarbeitern in der Bücherhalle Alstertal, um sich RFID dort im Betrieb anzuschauen.
Alstertal war die erste Bücherei mit RFID und Testballon in der Hansestadt. Ziel der Einführung sei gewesen, die Bücherhallen langfristig zu erhalten, mit weniger Personal Standorte zu sichern, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und gleichzeitig die Kommunikation mit den Kunden zu fördern. Wie Technikchef Bernd Ingwersen erläuterte, sei eine intensive Schulung des Personals eine der Voraussetzungen für die erfolgreiche Einführung gewesen. Eine zweite sie eine ausreichende Anzahl an Terminals, damit sich keine Schlangen bilden.
Bücherhallen-Leiter Joachim Kunde wertet die Umstellung als Erfolg. Die Mitarbeiter seien von formalen Tätigkeiten weitgehend entbunden und könnten sich so auf den Service konzentrieren. Im Alstertal gibt es mobile Beratungstresen in den Abteilungen. Kunden würden die Selbstverbuchung schätzen, denn nun bekomme niemand mehr mit, was sie ausleihen.
In Oldesloe ist geplant, in einem ersten Abschnitt, direkt neben dem Eingang zwei Terminals aufzustellen. Einige Taschenschränke würden dann wegfallen. Der bisherige Tresen müsste ebenfalls für Funk aufgerüstet werden – insgesamt kostet das knapp 70 000 Euro. Diese Umstellung, das betonte Hauptamtsleiter Malte Schaarmann ausdrücklich, habe keinerlei Auswirkungen auf eventuelle spätere Umbauten im Zusammenhang mit dem Heimatmuseum. Die Nachhaltigkeit sei gegeben. Erst wenn in einer zweiten Phase auch eine automatische Rückgabe eingeführt werden sollte – auch an dieser Stelle wurde ausdrücklich betont, dass es sich lediglich um eine Option handele, werden Räume tangiert.
Für die SPD formulierte Peter Stoltenberg Bedenken. Menschen statt Maschinen, der Beratungstresen falle weg, mehr Anonymität – das überzeuge die Sozialdemokraten nicht. Zustimmendes Nicken von Gudrun Möllnitz (CDU). Mit ihrem engagierten Plädoyer konnte Barbara Kammer die Politiker aber umstimmen. Beratung werde durch die neue Technik überhaupt erst wieder möglich. Im Obergeschoss könne ein zusätzlicher Tresen aufgestellt werden. Wegen der ausgesprochen dünnen Personaldecke gebe es im ersten Stock beispielsweise bislang keinerlei Kontrolle. Daraufhin gab es ein einstimmiges Votum für die Umsetzung der ersten Phase im kommenden Jahr. Ausdrücklich wurde allerdings eine Aussage zur zweiten Ausbaustufe gestrichen.
Andreas Olbertz
Ausschuss sagt „Nein“ zur Markthalle in Bad Oldesloe
Lübecker Nachrichten vom 7. Oktobner 2010
Bad Oldesloe – Im ehemaligen Café am Markt in Bad Oldesloe will ein Investor eine Mischung aus Café, Restaurant und Bar eröffnen. Doch plötzlich legt sich die Politik quer. Es geht ums Geld.
Es klang alles so vielversprechend: Oke Käselau wollte im ehemaligen „Café am Markt“, das seit Februar diesen Jahres leer steht, die „Markthalle“ eröffnen. Mit Ganztagsgastronomie, einer Mischung aus Café, Restaurant und Bar. Ein Konzept, das sowohl von der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) als auch dem Gründerzentrum Stormarn als „gut und interessant“ bewertet wurde.
Allein, es könnte beim Wollen bleiben: Die Mehrheit der Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses stimmte jetzt gegen die Pläne. Sowohl SPD als auch FDP und Grüne sprachen sich aus finanziellen Gründen dagegen aus – und weil der Investor keine Behindertentoilette bauen will. Der Finanzausschuss wird noch beraten.
Maria Herrmann (SPD), Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, war sich mit Liberalen und Grünen einig: Lediglich die 54 700 Euro für die Umrüstung des ehemaligen Cafés sollten aus der Stadtkasse – die Stadt ist Vermieterin der Räume – gezahlt werden. Nicht aber die Küche, die rund 123 000 Euro kosten soll oder die konzeptionellen Kosten von noch einmal rund 68 400 Euro. Denn das würde zusammen 245 5000 Euro ergeben – nach Meinung der Politiker zu viel für die Stadt. Hinzu komme, dass der Investor den Bau einer Behindertentoilette ablehne, so Herrmann.
Käselau – er will selbst auch mehr als 200 000 Euro in die Markthalle investieren – argumentiert, dass der Einbau eines entsprechenden WC Sitzplätze kosten würde und dann das Konzept nicht mehr wirtschaftlich sei. Das aber konnte die Politikerin nicht nachvollziehen. „Das wird kein dramatischer Verlust sein“, glaubt sie. „Ein Konzept ist schnell geschrieben. Aber das Geld muss reinkommen.“ Sie fordert, die Räume überregional anzubieten, sie „aggressiver zu bewerben“. Dass viele jetzt denken würden, „was seid ihr für blöde Politiker“, damit könne sie leben.
Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) weiß, dass es schwer ist, einen Investor zu finden. „Mehrere haben sich das angesehen und gesagt, nein danke, dass trägt sich so nicht.“ Also geht es nicht ohne die Hilfe der Stadt. Uwe Rädisch (CDU) macht klar: „Betriebswirtschaftlich kann man das für die Stadt abhaken“, erklärt der Politiker. Aber „so können wir das nicht sehen, wir müssen den Bürgern etwas anbieten“. Das sei eine politische Entscheidung – wie bei dem Erhalt des Hallenbades. Für ihn ist die Entscheidung des Ausschusses eine „Beerdigung erster Klasse“. Sein Fraktionschef Horst Möller will sehen, „ob man noch was retten kann“. Er hält an dem Konzept fest. Und unterstützt die Finanzierungsplanungen seitens der Stadt.
Für Käselau ist das Ende der Gespräche noch nicht erreicht. Er gibt nicht auf. Und hofft auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, auch was die Diskussion um die Behindertentoilette angeht, die sein Wirtschaftskonzept zum Nachteil verändern würde. „Bad Oldesloe braucht so etwas, ich bin sicher, dass es funktioniert.“
Von K. Kuhlmann-Schultz
Meinung
Einfach mal Mut beweisen
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
Da gibt es einen Investor für das ehemalige Café am Markt in Bad Oldesloe. Da gibt es einen Mann, der Lust und Mut hat, in Bad Oldesloes Innenstadt für Leben zu sorgen, einen Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen. In einem ehemaligen Café, das seit Monaten leer steht – und Geld kostet. Allein, er kann es nicht ohne finanzielle Unterstützung. Die würde die Verwaltung als Vermieterin der Räume ihm gewähren, der Bürgermeister wartet nur darauf, entsprechende Verträge zu unterzeichnen. Aber das geht nur mit Zustimmung der Politik. SPD, Grüne und FDP ziehen auf einmal nicht mehr mit. Aus finanziellen Gründen und auf Grund der Tatsache, dass es – vielleicht – keine Behindertentoilette gibt. Schade, ihnen fehlen der Mut und der Glaube an das Konzept. Sie fordern eine „aggressivere“ Bewerbung für das Objekt, überregional. Man kann nur hoffen, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Denn Oldesloe verpasst eine Chance, bald direkt
am Marktplatz einen attraktiven Treffpunkt zu bekommen. Wo, wenn nicht dort? Oder soll sich noch ein „Ein-Euro-Höker“ ansiedeln? Bewerber gibt es bestimmt schnell, es ist eine tolle Ecke. Nur das kann keiner wollen. Das konditorn“ oder „chillen“macht die Kreisstadt nicht attraktiv. Die Bürger gehen dann in anderen Städten und Gemeinden „ – und kaufen auch woanders ein. So einfach ist das. Und das ist erst recht nicht betriebswirtschaftlich.
Verbaut: Kein Geld für Markthalle

- „Das ewige Hin und Her steht mir bis hier oben.“ Oke Käselau, möglicher Investor
Stormarner Tageblatt vom 6. Oktober 2010
Bauausschuss verweigert Kostenübernahme / Behindertenklo stört Konzept
Bad Oldesloe
„Das war eine Beerdigung erster Klasse“, wetterte Uwe Rädisch (CDU) im Bauausschuss. Die Verpachtung des ehemaligen Cafés am Markt an Oke Käselau ist vermutlich geplatzt, gescheitert an unterschiedlichen Auffassungen über die Finanzierung.
Das Konzept war durchweg auf Zustimmung gestoßen: Café, Restaurant und Bar sollten unter dem Namen Markthalle laufen. Show-küche, lokale Produkte, Events auf einer kleinen Bühne, dazu eine Ausstattung, die Ambiente in die Räume bringt. Das Ganze hat nur einen Haken: Die Umsetzung kostet viel Geld. Knapp 60 000 Euro muss die Stadt ohnehin für die Sanierung bezahlen, etwa 70 000 Euro kämen „konzeptbedingt“ dazu und eine Küche für 120 000 Euro soll die Stadt ebenfalls stellen. Käselau würde einen ähnlichen Betrag in die Ausstattung investieren.
Die Diskussion im Bauausschuss entzündete sich an der Frage ob eine Behindertentoilette eingebaut wird. Das würde nochmals 27 000 Euro kosten. Aber eigentlich ist dafür kein Platz vorhanden. Oke Käselau machte deutlich, dass dadurch 20 Prozent der Plätze wegfielen. Ohne die gehe die Kalkulation nicht mehr auf. „Die brauchen wir, damit das Konzept tragfähig ist“, argumentierte er. Die CDU war eigentlich auf seiner Seite. „Wenn das Konzept nicht umgesetzt wird, gibt es doch auch keine Toilette“, versuchte Tim Höschler (CDU) seine Gegenüber zu überzeugen. Siegfried Wobig (CDU) stimmte für den Umbau auf Stadtkosten und verhalf SPD und Grünen zur Mehrheit.
Als es dann um die Übernahme der Umbaukosten ging, sprach Käselau deutliche Worte: „Wenn Sie nicht den Willen zeigen, auch zu investieren, ist das Konzept nicht umsetzbar. Das ewige Hin und Her steht mir bis hier oben.“ Das überzeugte FDP und SPD nicht. „Hat die Stadt auch vor, andere Gastronomen zu fördern, indem sie ihnen eine Küche finanziert?“, fragte Hans-Hermann Roden (SPD) spitz. Uwe Rädisch sieht das anders: „Das darf man nicht kaufmännisch sehen, das ist politischer Wille, Marketing, damit wir etwas Attraktives bekommen.“ Eine Front aus SPD, FDP und Grünen lehnte es ab, Geld bereitzustellen. Bürgermeister von Bary hat die Markthalle noch nicht abgeschrieben: „Der Bauausschuss sollte eigentlich nur über das Klo diskutieren. Die finanziellen und vertraglichen Sachen macht der Finanzausschuss.“ Investor Käselau sei noch interessiert, weshalb der Verwaltungs-Chef hofft, das Projekt bei der Sitzung heute Abend retten zu können. Ob das gelingt, darf bezweifelt werden. „Ich glaube nicht, dass der Finanzausschuss von seiner Position abweicht“, meint Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes: „Wenn Herr Käselau sich nicht bewegt, tut es mir leid, aber dann wird es nichts.“ Unter der Hand ist zu erfahren, dass die Verwaltung den Auftrag hatte, zu verhandeln. Doch Oke Käselau sei der Stadt weder bei Miete noch der Übernahme von Baukosten entgegen gekommen.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 2. Oktober 2010
Was ist denn das, Natur?
DER UNERMÜDLICHE: Es ist vollbracht. Bad Oldesloe hat seinen ersten Stolperstein – verlegt von Gunter Demnig für das Nazi-Opfer Hans Wöltje in der Hindenburgstraße. Der Kölner Künstler rundete seinen Stormarner Ausflug wenige Stunden später mit einem unter die Haut gehenden Vortrag im Bargteheider Ganztagszentrum ab. „Schön, dass es in Bad Oldesloe doch noch geklappt hat“, erklärte er den Zuhörern und lächelte verschmitzt. Ein Raunen ging durch den Saal. War man doch im Bilde darüber, dass der Verlegung eine unschöne Debatte vorausgegangen war und die Kreisstadt fast über den Stolperstein gestolpert wäre. Dem ehrenwerten Wirken des Stein-Verlegers tut das keinen Abbruch. Gunter Demnig ist es gewohnt, mitunter für Zündstoff zu sorgen. Gleichwohl setzt er trotz mancher Anfeindungen, Widerstände und trotz Morddrohungen seinen Weg im Namen der Opfer unbeirrt fort. Mehr als 26 000 Stolpersteine hat er bislang in Deutschland und anderen Staaten verlegt. Auch wenn, wie er sagt, die Arbeit schon ziemlich auf die Knochen gehe, ist das Ende noch lange nicht in Sicht. Ein besonderes wertvolles Projekt, ein besonderer Mann. Hut ab!
SCHUTZGEBIET I: Krähen sind geschützt, Hunde anscheinend auch, nur bei den Menschen hapert’s. In Lütjensee erhielt der Pfadfinderstamm Draco einen Räumungsbescheid des Kreises: Ihr Platz liegt im Landschaftsschutzgebiet. Dass die Hundeschule nebenan bleiben darf, mag historische, juristische oder religiöse Gründe haben – verständlich ist das nicht. Begreift sich der Mensch gar nicht mehr als Teil der Natur, oder sieht das nur die Naturschutzbehörde so? Das hat sich auch unser Karikaturist Götz Wiedenroth gefragt.
SCHUTZGEBIET II: In Bad Oldesloe ist es kaum anders. Für die Grünfläche neben der Schwimmhalle, wo der Kinder- und Jugendbeirat gerne einen Treffpunkt hätte, gelten strenge Naturschutzauflagen. Einen geeigneten anderen Standort haben Stadt und Politik noch nicht gefunden. Auch ein Grund, warum die Arbeit in dem Beirat nicht die reine Freude ist. Neun Mädchen und Jungen sollten dort eigentlich die Interessen der Kinder und Jugendlichen vertreten. Auf eine Wahl konnte aber verzichtet werden, da es nur sechs Bewerber gab, die sich schon kannten oder miteinander verwandt sind. Es ist gut, dass sie sich in dem Gremium engagieren, leichter macht es den Stand gegenüber der Politik aber nicht, wenn die Legitimation einer Wahl fehlt. Vielleicht sollte man auf politischer Ebene mal über Alternativen nachdenken. Wenn sich Jugendliche bei konkreten Projekten wirklich einbringen können, engagieren sie sich auch.
Rolf Blase
Volker Stolten













