Kampf um das Café am Markt

Stormarner Tageblatt vom 31. Dezember 2009
Stadt hat Vertrag wegen ständiger Mietrückstände gekündigt und sucht Nachfolger – Pächterpaar will weiter machen
Bad Oldesloe
„Wir sind am Ende. Alles was ich an Geld je ran geschafft habe, steckt hier drin!“ Konditormeister Manfred Stahmer klingt verzweifelt. Zusammen mit Lebensgefährtin Monika Dumke betreibt er seit zehn Jahren das Café am Markt. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, ist Ende Januar Schluss. Die Stadt Bad Oldesloe hat den Mietvertrag gekündigt. Stahmer: „Wenn wir hier raus müssen, bleibt uns nur Hartz IV.“
Das Café gibt es bereits seit 20 Jahren. Laut Manfred Stahmer gab es in den ersten zehn Jahren sechs Betreiber. „Das Objekt ist viel zu groß, größenwahnsinnig“, klagt Konditormeister Stahmer: „Wir haben uns damals von Bürgermeister Wrieden bequatschen lassen. Der träumte von einem Markt als Eventplatz.“ Doch diese Visionen haben sich nicht erfüllt. Stattdessen ging Sky weg, und das Café verlor erstmals Laufkundschaft.
Extrem schlecht sei es im Zuge der jüngsten Fassadensanierung geworden. Während das Stadthaus eingerüstet war, sei der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen. Manfred Stahmer: „Da haben wir nur 10 000 Euro Umsatz gemacht, davon kann ich nicht 5000 Euro Miete zahlen.“ Rauchverbot und Mehrwertsteuer-Erhöhung hätten ebenfalls zur Misere beigetragen.
Probleme gibt es aber schon viel länger. Bürgermeister Tassilo von Bary klagt: „Es ist seit Jahren keine gute Zusammenarbeit. Es gibt immer wieder Rückstände und Forderungen nach Mietsenkung.“ Anfang 2004 ist beispielsweise die Miete gesenkt worden. Für den oberen Galeriebereich mussten die Pächter von da an nur noch die Hälfte zahlen. Hinzu kam eine vom damaligen Bürgermeister verfügte Senkung von zehn Prozent für alle gewerblichen Mieter der Stadt.
Weil die Empore im Sommer noch schlechter als ohnehin genutzt wird, bewilligte der Finanzausschuss 2007 saisonal eine weitere Mietsenkung – nochmals 50 Prozent weniger für diesen Bereich. Diese Senkung war allerdings an die Bedingung gekoppelt, dass es keine Rückstände mehr geben dürfe. Da es dazu aber 2008 wieder kam, platzte die Regelung.
In einer Vorlage für den Finanzausschuss legt die Verwaltung Wert auf die Feststellung, dass die Pächter nicht wie kolportiert 5 000 Euro Miete bezahlen müssten. Die Kaltmiete lag bei 3 378 Euro, zuzüglich Betriebskosten macht das 3 874 Euro. Selbst mit Mehrwertsteuer, die ein durchlaufender Posten ist, kommen „nur“ 4 600 Euro zusammen. Aktuell zahlen die Pächter 2 300 Euro monatlich. So wurde es „wegen erheblicher Rückstände“ in einem Auflösungsvertrag geregelt. Im Gegenzug musste sich das Paar bereit erklären, das Objekt Ende Januar zu räumen.
Doch Monika Dumke und Manfred Stahmer kämpfen für ihre Lebenswerk, sammelten 600 Unterschriften. Das führte dazu, dass ein Nachmieter kurz vor Vertragsunterzeichnung absprang. Stammgäste wie Susanne Bollow und Elisabeth Mühlenhoff haben gar Ministerpräsident Peter Harry Carstensen um Hilfe gebeten und sprechen von einer Bürgerinitiative.
Bürgermeister Tassilo von Bary ist auf die Mieter nicht gut zu sprechen: „Ich habe kürzlich angefragt, was mit den Rückständen im hohen vierstelligen Bereich ist, da kriegte ich als Antwort die Unterschriftenliste zugeschickt. “ Trotzdem soll es im Januar nochmals ein Gespräch geben.
Andreas Olbertz
CAFÉ: WIE GEHT'S WEITER?
Die Stadt sucht über einen Makler, Anzeigen in Fachmagazinen und Gespräche mit der Dehoga einen Nachfolger. Der Bürgermeister rechnet mit einer Neuvermietung im Frühjahr. Rainer Hinz, lokaler Dehoga-Vertreter, hat da allerdings Zweifel: „Das ist ein wunderbarer Standort, es gibt keinen besseren, aber wer sich jetzt noch selbstständig macht, ist sehr mutig oder verrückt.“ Er prophezeit, dass ein neuer Betreiber drei Jahre brauchen werde, um sich zu etablieren. Die umliegenden Bäckerei-Cafés liefen, weil dort der Hauptumsatz mit Brot und Brötchen gemacht werde. Insider halten die Räumlichkeiten für eine Fehlplanung. „Das hat ein Architekt gemacht, der mit Sicherheit noch nie ein Café betrieben hat.“ Das Obergeschoss sei unbrauchbar, weil der Personalaufwand für ein Bediencafé viel zu hoch sei. Außerdem seien die Fensterflächen deutlich zu schmal und damit unzeitgemäß. ol
Stormarn - Jahresrückblick Bad Oldesloe

Stormarner Tageblatt vom 31. Dezember 2009
Brandstifter vernichten Reetlager
Da gab es für die Feuerwehr nichts zu retten, das große Reetlager von Hiss brannte im März völlig ab. Der Schaden wird mit 200 000 Euro beziffert. Die Polizei ermittelt zwei 11- und 15-jährige Jungen als Brandstifter. Im August gibt es auf dem Gelände von Hiss-Reet Grund zu feiern: Richtfest für die seit langem geplante neue Halle neben dem Lokschuppen. Um die Baugenehmigung hatte es im Vorjahr heftigen Streit gegeben.
Wände und andere Barrieren ...
Bücherei und Museum sind sich in der Kreisstadt nicht grün
Heimatmuseum und Bücherei können nicht miteinander – dieser Zwist zog sich wie ein roter Faden durch die politischen Sitzungen dieses Jahres. Im Januar besichtigte der Hauptausschuss das Gebäude. Sowohl die Bücherei als auch das Team vom Heimatmuseum beklagen Raumnot. Zudem gibt es arbeitsrechtliche Bedenken und fehlenden Brandschutz. Unterm Strich fehlen an der Königstraße gut 600 Quadratmeter.
Verschiedene Varianten wurden im Laufe des Jahres angedacht. Eine Möglichkeit wäre der Umzug des Museums ins historische Rathaus. Museumsmitarbeiterin Petra Schark präsentierte eine Vision, die aber aus Kosten- und Raumgründen nicht weiter verfolgt wurde. Bürgermeister von Bary kam mit dem Vorschlag, Teile der Sammlung in Vitrinen im zukünftigen Kultur- und Bildungszentrum zu präsentieren. Das lehnen die Museumsleute strikt ab. Sie befürchten eine Zerschlagung und vor allem den Verlust der wertvollen Steinsammlung. Zwischenzeitlich stand dann auch mal ein Anbau zur Debatte. Er hätte neben der Bücherei auf dem Parkplatz entstehen sollen. SPD und Grüne brachten noch die VHS-Villa ins Gespräch. In einer turbulenten Sitzung des Sozialausschusses präsentierten FDP und CDU nach langer Diskussion einen vorbereiteten Antrag: Dem Museum soll ein kompletter Flügel vom Erd- bis zum Dachgeschoss in der alten Stadtschule zur Vefügung gestellt werden. Stand Anfang März.
Bis Mai war nichts umgesetzt worden. Stattdessen wurde der Chef des Büchereivereins zu einer Ausschuss-Sitzung eingeladen. Der erklärte den Politikern, dass sich die Stadt vertraglich verpflichtet habe, Änderungen an der Bücherei mit dem Verein abzustimmen, Verschlechterungen werde man nicht hinnehmen. Sollten sie doch beschlossen werden, wird der Büchereiverein seine Zuschüsse kürzen – das können bis zu 40 000 Euro pro Jahr weniger sein. Der Beschluss, alles bleibt unter einem Dach, wurde nochmals bekräftigt.
Auch bis Anfang Dezember ist noch nichts passiert. Deswegen präsentierten CDU und FDP abermals einen gemeinsamen Antrag. Im Ersten Stock soll an der Treppe eine Wand gezogen werden und der Platz dem Museum zugeschlagen werden. Bis März sollen Pläne und Kalkulationen vorliegen. Auch dieser Beschluss ist nicht mit dem Büchereiverein abgestimmt. Andreas Olbertz
Aufgefallen
Bauhof muss umziehen
Minimax hat Erweiterungspläne. Eigentlich ein Grund zur Freude, wäre da nicht die Tatsache, dass auf dem Firmengelände an der Industriestraße kein Platz ist. Aber der Bauhof wird sofort platt gemacht und notdürftig am Moordamm einquartiert. Das Grundstück kann an Minimax verscherbelt werden. Da sich im Gewerbegebiet am Sandkamp eh nichts tut, kauft die Stadt sich dort ein und plant einen Neubau – geschätzte Kosten 2,5 Millionen Euro. Bis dort eingezogen werden kann zahlt die Stadt mehr als 8 500 Euro monatlich für das Übergangsquartier, obwohl sich bei Minimax nichts tut.
Heute hier, morgen dort
Es war eine kleine Sensation: Im Januar gibt der SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach bekannt, dass er von den Möllner Genossen als Bürgermeister-Kandidat nominiert worden ist. Im Mai schmeißt er die Brocken dort hin und wird im Juni in der Kreisstadt aufgestellt. Fest steht, dass neben ihm auch Tassilo von Bary wieder antreten wird. Der in Ahrensburg gescheiterte Klaus Schädel hat seine Kandidatur ebenfalls angekündigt.
Neubau für Oldesloer Tafel
Die ehrenamtlichen Helfer der Tafel klagen über unhaltbare Zustände bei der Lebensmittelausgabe. Ein Anbau ans Inihaus muss sein. Die Stadt begrenzt ihren Anteil auf 150 000 Euro. Architektin Ulrike Tyrell verspricht, mit der Summe auszukommen. Der aktuelle Kostenstand liegt allerdings deutlich drüber.
Maulkorberlass sorgt für Negativschlagzeilen
Da hatte Bürgermeister Tassilo von Bary Bad Oldesloe bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Nur leider negativ. Weil ihm die Berichterstattung des Stormarner Tageblatts nicht passte, hatte der Verwaltungs-Chef per Dienstanweisung seine Mitarbeiter zur Zensur aufgerufen. Keine Auskünfte mehr, keine Sitzungsunterlagen, keine Einladungen zu Pressegesprächen – das Stormarner Tageblatt sollte von allen städtischen Informationen abgeschnitten werden.
Vom Deutschen Journalistenverband, der taz und dem NDR bis hin zu lokalen und überregionalen Medien wurde dieser Maulkorberlass aufgegriffen und kritisiert. Daraus wurde dann ein Politikum. In der Stadtverordnetenversammlung fand ein FDP-Antrag breite Zustimmung (die CDU enthielt sich), mit der die Dienstanweisung des Bürgermeisters missbilligt wurde. Bürgermeister Tassilo von Bary hob alle Einschränkungen auf. ol
Stadtschule steht vor großem Umbruch
Wird sie's oder nicht? Und wenn ja ab wann? Über die Stadtschule ist heftig diskutiert worden. Sie könnte Gebundene Ganztagsschule werden. Die Umwandlung wäre mit Umbaukosten in Höhe von 4 Millionen Euro verbunden, abzüglich einer Million Fördermittel. Und dann sind da immer noch die Personalkosten. Das ganze wird heftig diskutiert. Stand der Dinge ist, dass die Umwandlung für das Schuljahr 2010 beantragt wird. Baulich ist das ganze nicht zu schaffen, aber das Ministerium lehnt bislang eine Verschiebung um ein Jahr ab.

Abgeurteilt – Amtsgericht wird geschlossen
Und noch eine Behörde weniger. Ende September schließt das Amtsgericht – die Kreisstadt ist der Verlierer der Gerichtsreform. Ahrensburg und Lübeck werden die Aufgaben zukünftig übernehmen. Schon Anfang September beginnt der große Umzug. Akten, die teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert stammen, müssen verladen werden.
Die Stadt bekommt die Immobilie vom Land quasi geschenkt, jetzt steht sie erst mal leer. Das Gebäude soll zum Kultur- und Bildungszentrum für VHS und Musikschule umgebaut werden – mit großem Saal. In einem späteren Bauabschnitt könnte auch ein Probenraum für die Oldesloer Bühne entstehen. Für Klangstadt sollen Bandräume eingerichtet werden. Das ist das Ergebnis aufwändiger Beteiligungsverfahren.
Die Umbaupläne sind ein Leuchtturmprojekt, mit dem auch die Oldesloer Innenstadt belebt werden soll, es fließen voraussichtlich Fördermittel aus dem Stadtumbau. Im Dezember findet ein Architektenwettbewerb statt und die Stadt startet ein Vergabeverfahren, um ein geeignetes Büro für den Umbau zu finden. ol
Oldesloe sucht weiterhin das geeignete Planungsbüro

Stormarner Tageblatt vom 22. Dezember 2009
Auch nach Wettbewerbsende wurde noch kein Auftrag für Umbau des alten Amtsgerichts vergeben
Bad Oldesloe
Der Architektenwettbewerb für die Umwandlung des einstigen Amtsgerichts in ein Kultur- und Bildungszentrum ist gelaufen. Eindeutiger Sieger wurde das Büro Sunder-Plassmann aus Kappeln mit seinem großzügigen Lobby-Entwurf und dem über der Trave „schwebenden“ Glasatelier (wir berichteten).
Das bedeutet aber noch nicht, dass diese Planung auch tatsächlich umgesetzt wird. Die Stadtverordneten hatten sich nämlich ein Hintertürchen offen gehalten und beschlossen, dass die Vergabe unter den ersten drei Preisträgern erfolgen soll. Im Hauptausschuss bekamen die drei Siegerbüros deshalb jetzt die Chance, ihre Vorschläge ausführlich der Öffentlichkeit vorzustellen. Entsprechend voll war auch der Saal.
Alf Michael Prasch vertrat das Büro nps tchoban voss, das den dritten Platz belegte. Prasch lobte die Architektur des historischen Rathauses von C.F. Hansen, über den er seine Diplomarbeit geschrieben hat: „Am liebsten hätte ich den Anbau hinten abgerissen. Aber dann habe ich die Bausumme gesehen und gedacht, da lässt du lieber die Finger von.“ Die Preisrichter lobten seinen „sensiblen“ Umgang mit dem Altbau.
Die Planer greifen die Farbe Weiß des Rathauses auf. Als „großzügige Geste“ gibt es einen vorn liegenden gläsernen Gang, den Saal als verbindendes Zwischenelement und als Kontrastelemente dunkle Hinzufügungen. Auch die Probenbühne soll ein bewusster dunkler, aber moderner Akzent werden.
Das Büro von Peter Dinse, das den zweiten Preis errungen hatte, ließ kein gutes Haar am Umfeld des Amtsgerichts. Deshalb wolle man einen Riegel schnell wachsender Bäume pflanzen, „um die Gewalttätigkeit auf der anderen Seite zu verdecken. Und dann gibt es in Verlängerung der Sparkasse noch etwas Hässlicheres.“ Aus Kostengründen soll im Amtsgericht nur eine „Pinselstrichsanierung erfolgen. Auch das Büro von Peter Dinse plant den Saal zwischen Gericht und Rathaus. Eine große Eingangshalle stellt die Verbindung zum Gericht her. Sowohl im Foyer als auch bei den Ateliers an der Traveseite ist Gastronomie vorgesehen. Die Fassade ist mit weißen Fließen und Glas gestaltet.
Jetzt könnte die Politik also entscheiden, welchen Entwurf sie favorisiert und dann mit dem Architekten in detaillierte Planung einsteigen. Stattdessen hat der Hauptausschuss einstimmig die Einleitung eines VOF-Verfahrens beschlossen – „zur rechtlichen Absicherung nach dem Vergaberecht.“
„Ich weiß auch noch nicht, was wir da abfordern werden. Zu den Kriterien haben wir uns noch keine Gedanken gemacht“, räumt Kämmerin Mandy Treetzen ein. Ein entsprechender Katalog müsse erarbeitet und dann im Hauptausschuss diskutiert werden. Kosten, Sparpotenzial, Qualifikation der Architekten und Kontrolle der Anforderungen schweben ihr vor. Treetzen: „Das könnte man auch einfach im Gespräch machen. Aber wir brauchen ein eindeutiges Verfahren, damit ein Büro beauftragt werden kann.“ Kostenpunkt des Prozederes: 20 000 Euro. Nach erster Terminplanung könnte Anfang April der Auftrag an eines der drei Architektenbüros vergeben werden. A. Olbertz
Wo geht's zum Weihnachtsmarkt?

Stormarner Tageblatt vom 19. Dezember 2009
In Bad Oldesloe ist offenbar nichts zu verdienen mit Spiel, Spaß und Unterhaltung – nicht nur in der Adventszeit
Bad Oldesloe
Die schmucke Weihnachtsbeleuchtung leuchtet in der Fußgängerzone, auf dem Markt und der Hude steht jeweils eine große Tanne – aber das war es dann schon mit dem weihnachtlichen Ambiente in der City. „Es gibt leider keinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt“, bedauert Stadtmarketing-Mann Joachim Wiebers: „Vergangenes Jahr hatten wir die Firma ‚4 Events‘ auf der Hude. Deren letzter Überlebender hat dieses Jahr eine Bude auf dem Mühlenplatz.“ Dann noch die traditionelle Punschbude an der Ecke Hindenburg- / Mühlenstraße – mehr gibt's dieses Jahr nicht.
Fakt ist: Für einen Standbetreiber muss es sich rentieren, seine Bude irgendwo aufzustellen. „Sonst passiert das, was man jetzt in Segeberg beobachten kann: Einer nach dem anderen zieht ab“, erklärt Wiebers. Attraktive Stände müssten geködert werden. Als Beispiel nennt er die kleine Eisenbahn beim Adventsmarkt in der Stormarnhalle. „Die hat 600 Euro gekostet. Ansonsten sagt der: Für zwei Tage komme ich doch nicht nach Oldesloe“, so Wiebers. Auch für eine Eisbahn habe er sich mal Angebote eingeholt: 20 000 Euro kostet so etwas. Wiebers: „Damit sind ja selbst die Lübecker gescheitert. Das würde ich für sehr mutig halten.“
GOK-Vorsitzende Ilona Rehme gibt ihm Recht: „Die wirklich interessanten und lukrativen Aussteller haben Beziehungen. Die machen ihre Termine gleich fürs nächste Jahr fest und sind mit guten Standplätzen quasi verheiratet.“ Halbgare Lösungen kommen für sie nicht in Frage. „Eh wir etwas Unangenehmes haben, dann lieber gar nichts“, stellt Buchhändlerin Ilona Rehme klar: „Mit etwas Negativem machen wir uns keine Freunde.“
Die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute habe kein Geld für zusätzliche Veranstaltungen. Der Etat sei mit den bekannten Terminen aufgebraucht. Hinzu komme etwas anderes: „Aus kaufmännischer Sicht werden wir in den ersten Jahren nicht mehr Geld in der Kasse haben. Das braucht einen langen Atem.“
Nach Ansicht von Elke Baum wird nicht mal der reichen. Die Trittauerin ist Marktorganisatorin. Bis vor einigen Jahren hat sie auch in Bad Oldesloe einen Adventsmarkt auf die Beine gestellt. Auf dem Marktplatz, im Stadt- und im Rathaus hatte sie Stände mit Kunsthandwerkern. „Ich habe jedes Jahr rund 600 Euro an Miete und Gebühren bezahlt. Bürgermeister von Bary wollte mehr verlangen, da habe ich gesagt, ich mache es nicht mehr. Der dachte wohl, er könne es selber besser hin bekommen“, beklagt Elke Baum.
Bad Oldesloe sei ein sehr schwieriges Pflaster. „Eine Weile lief es richtig gut“, so die Fachfrau: „Aber seit zwei-drei Jahren ist die Stadt regelrecht tot. Die Leute essen sich zu Hause satt und kommen dann, um unsere kostenlose Musik zu hören. Wenn der Wurstmann keinen Umsatz macht, brauche ich da nächstes mal keinen mehr hin zu stellen. Wenn einer keinen Umsatz macht, kommt er im nächsten Jahr nicht wieder und vor allem erzählt er herum: Nach Oldesloe brauchst du gar nicht zu gehen, da läuft nichts.“ Sie habe in jüngster Zeit in der Kreisstadt nur noch Verluste eingefahren. Deshalb sind Gänseliesels Frühlingsmarkt und das Weinfest 2010 gestrichen. Elke Baums Kritik reicht noch weiter: „Die Geschäftsleute wollen keine Buden vor ihren Läden haben. Was war das immer für ein Theater, wenn wir nur ein Kabel unter der Fußmatte verlegen wollten. “ Davon können auch die Altstadt-Leute beim Stadt- oder Treidler- und Hafenfest ein Lied singen.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 19. Dezember 2009
Vorweihnachtliche Bescherungen
Besser: Die gute Nachricht vor dem Fest gab es in dieser Woche ausgerechnet von der Wirtschaft, die in letzter Zeit eher für die schlechten Botschaften zuständig war. Aus Sicht des Verbands VSW spricht nichts dagegen Weihnachten zu feiern, weil die Lage der Unternehmen wesentlich besser geworden ist. Nach den vielen Negativ-Meldungen hört man das gerne. Verantwortlich für die Krise war ja auch nicht die „Realwirtschaft“, sondern die Investment-Banken. Wieso hat die noch keiner Irreal-Wirtschaft genannt?
Besuch: Das Landeskriminalamt ist nicht gerade der Besuch, den man sich vor Weihnachten wünscht. In Ahrensburg kamen die Ermittler trotzdem und beschlagnahmten Akten. Der Verdacht klingt hart: Bestechlichkeit. Es geht um regelmäßige Zahlungen eines Stromkonzerns und die Frage, ob das mit Gegenleistungen, zum Beispiel bei der Konzessionsvergabe, verknüpft war. Die Bürgermeisterin sieht die Stadt auf der sicheren Seite. Deshalb hat sich unser Karikaturist Götz Wiedenroth auch auf Pleitenbüttel konzentriert. Denn pleite ist die Schlossstadt trotz Haushaltsloch noch lange nicht.
Spendierhosen: Eine Expertenkommission hat manchmal eigene Vorstellungen von gut und schlecht – da ist es schon sinnvoll, wenn diejenigen, die nachher das Geld bewilligen, sich ein Hintertürchen offen halten und ein Mitspracherecht sichern – wie beim Oldesloer Amtsgericht. Beim Wettbewerb für den Umbau zum Kultur- und Bildungszentrum gibt es einen klaren Sieger. Jetzt stellten im Hauptausschuss neben dem Gewinner auch die Zweit- und Drittplatzierten ihre Entwürfe vor. Das hätten die Politiker sacken lassen können, aber das ist vermutlich zu einfach. Stattdessen wird jetzt ein Vergabeverfahren eingeleitet. Da sollen die Planer ihre Kompetenz nachweisen, Kosten schätzen und darlegen, ob sie alle Anforderungen an das KuB erfüllen. Klingt ganz sinnvoll. nur muss man sich fragen, wofür es die Ausschreibung gab. Da stand das doch alles schon drin. Und zur Kontrolle hatte die Stadt ein Beraterbüro, das im Vorwege kräftig gesiebt hat. Zwei Gremien haben die Entwürfe auf Herz und Nieren geprüft. Und jetzt braucht man noch ein Vergabeverfahren? Und dafür wieder ein Beratungsbüro (das selbe, das im Vorwege schon beraten hat)? Kost' ja nur 20 000 Euro. Das Schönste ist: Aus der Thermalbadgeschichte wissen wir, so ein Verfahren ist an Vergabeabsicht gekoppelt, es muss also gebaut werden. Was ist, wenn das Land sagt: „Sorry Oldesloe, wir sind pleite, wir können nicht weiter fördern“?
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Der neue Bauamtsleiter fängt im Januar an

Stormarner Tageblatt vom 19. Dezember 2009
Bad Oldesloe
Der Ingenieur Frank Duwe wird Nachfolger des Bauamtleiters Rolf Steinhoerster. Der 44-Jährige wohnt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Fredersdorf-Vogelsdorf, einer 13 000 Einwohner-Gemeinde östlich Berlin mit Anschluss an das S-Bahn-Netz.
Geboren wurde Frank Duwe in Celle. An der Technischen Universität Braunschweig machte er 1994 senen Abschluss als Diplom-Bauingenieur. Bevor er 1999 als Bauamtsleiter nach Fredersdorf-Vogelsdorf ging, war sammelte er Erfahrungen im Tiefbau und als Statiker, war in Hamburg und Berlin Bauleiter im Spezialtiefbau tätig und erstellte für ein Berliner Baugrund- und Umweltgutachten. In Berlin-Brandenburg schlossen sich die Lehrgänge für Angestellte im kommunalen Verwaltungsdienst an.
2007 war Frank Duwe als einer von acht Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Fredersdorf-Vogelsdorf angetreten. „Ich habe gesehen, wer alles antritt, und wollte einen Akzent dagegen setzen“, sagt der parteilose Ingenieur. In den Gemeinden östlich von Berlin sind absolute Mehrheiten für die Linken normal, und „Fredersdorf-Vogelsdorf war legendär für politisches Gezanke“, sagt Duwe, der seine „Erfahrungen gemacht“ hat wieder fachlich an verantwortlicher Stelle arbeiten wollte.
Nach Umstrukturierungen war er dort nur noch als Sachbearbeiter beschäftigt. Deshalb hatte er den Bürgermeister schon vorher über seine Wechselabsichten informiert und wird sofort freigestellt. Bereits am 4. Januar will Frank Duwe in Bad Oldesloe am Schreibtisch sitzen. Vorteil: Rolf Steinhoerster, der im Mai in die Freistellungsphase geht, kann seinen Nachfolger noch einarbeiten.
Nachteil: Frank Duwe wird erstmal ohne Familie nach Bad Oldesloe kommen. „Ich freue mich aber auf die Tätigkeit, und denke, dass es in der ersten Zeit genug zu tun gibt“, sagt der 44-Jährige, der „ein Gefühl für die Stadt entwickeln“ will. „Ich bin aus Celle, meine Frau kommt aus Dithmarschen. Deshalb kennen wir Bad Oldesloe ein bisschen und haben beide einen guten Eindruck.“
rob
Ganz, ganz schnelle Sitzung: 13 Punkte in 15 Minuten
Lübecker Nachrichten vom 18. Dezember 2009
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
BAD OLDESLOE –Eine tolle Bescherung –allerdings ohne Kekse und Punsch: Keine Viertelstunde hat der öffentliche Teil der letzten Stadtverordnetenversammlung in diesem Jahrzehnt in Bad Oldesloe gedauert – dann war Schluss für dieses Jahr.
Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) wünschte schon allseits Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, bevor die Tagesordnung – immerhin 17 Punkte stark – abgearbeitet war. Geschenke gab es keine, zum Glück auch keine Ruten, dafür aber Enttäuschungen: Die aktiven Ehrenamtler des Bad Oldesloer Seniorenbeirates scheiterten mit ihrem Antrag auf Erhöhung ihrer Entschädigung. Die Politiker veränderten die Entschädigungssatzung der Stadt nicht, das hatten sie bereits im Hauptausschuss einstimmig beschlossen.So müssen die Senioren trotz erheblich gestiegener Kosten weiter mit 20 Euro vorlieb nehmen. Sie hatten um eine Aufstockung um zehn Euro gebeten. Diese Gabe hatten die Wichtel vom Weihnachtsmann nicht im Sack.
Dafür bringt die Stadt Bad Oldesloe eine Resolution zum Kommunalen Wahlrecht für Migranten auf den Weg nach Berlin. Adressaten: Bundestag und Bundesrat. Alle Parteien unterzeichnen diese Resolution, bis auf die CDU. Sie hätte gerne noch mit den Bürgern der Stadt darüber diskutiert. Und letztlich macht sich Bad Oldesloe doch selbst ein Geschenk: Die Parteien verabschiedeten das – lange diskutierte – Integrierte Stadtentwicklungskonzept Isek. Wie Hagen von Massenbach (Fraktionschef der SPD), erklärte, zählt Isek als Arbeitsprogramm für die Gesamtentwicklung der Stadt und soll Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln sein.
Bad Oldesloe: Bahn frei für Hallenbad-Sanierung

- Im Frühjahr 2011 – so die Planungen – rücken die Bautrupps im Bad Oldesloer Hallenbad an. Badegäste müssen auf das Schwimmen ihrer Bahnen dann bis zum Herbst verzichten. Foto: Joachim Strunk
Lübecker Nachrichten vom 16. Dezember 2009
Bad Oldesloe - 4,6 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Bad Oldesloe in die Sanierung ihres Hallenbades. Ob die Preise danach steigen, ist unklar.
Jetzt geht es tatsächlich los: Die erste europaweite Ausschreibung für die Sanierung des Bad Oldesloer Hallenbades wird in Auftrag gegeben. Damit endet ein jahrelanges Planen und Verhandeln um die Zukunft des Bades. Einen Bürgerentscheid hat es zu diesem Thema gegeben – FDP und CDU waren vor drei Jahren mit der Idee eines Thermalbades am Sandkamp gescheitert –, zuletzt standen Urheberrechtsverhandlungen mit dem Architekten an, der das Bad 1975 gebaut hat.
Dass es jetzt endlich losgehen soll, bewertet Jürgen Fahl von den Stadtwerken als „wirklich positiv“. Die Stadtwerke Oldesloe sind Eigentümerin des Hallenbades. „Wir haben uns immer mit den Problemen herumgeschlagen, haben aber Maßnahmen zurückgestellt, weil die große Sanierung kommen sollte.“ Diverse tausend Euro sind so noch in die Technik oder auch zur Abdichtung des Daches geflossen. Damit ist jetzt Schluss. Kommendes Jahr, so hat es jetzt der Hauptausschuss beschlossen, geht es an die – europaweite – Ausschreibung für den Architekten, nach entsprechenden Planungen sollen im Frühjahr 2011 die Arbeiten beginnen. Die, so vermutet Werkleiter Fahl, ziehen sich bis Herbst hin und kosten knapp 4,6 Millionen Euro.
Eine Investition in die Zukunft des Bades, eine Investition, um das Bad technisch in die Gegenwart zu heben, es attraktiver zu machen. Das Gebäude und das Dach müssen saniert werden. „Wir werden das Dach mit einer Folie überziehen“, so Fahl. Andere Möglichkeiten bieten sich aus statischen Gründen nicht. „In den 70er Jahren sind Fehler gemacht worden“, diese seien später durch Zugstangen wieder korrigiert worden. „Statisch ist alles okay“, versichert der Experte.
Die Fassade soll – auch aus energetischen Gründen – saniert werden. Nicht zu vergessen der Innenbereich des Hallenbades. Dringend auf Vordermann gebracht werden muss die Badewassertechnik, die Wasser- und Abwasserleitungen, die Umkleiden, der Sanitärbereich. Der Zahn der Zeit hat auch hier kräftig genagt.
Hagen von Massenbach (SPD), Vorsitzender des Hauptausschusses, bedauert, dass sich SPD und Grüne nicht mit dem Wunsch nach einer Sauna durchsetzen konnten. Statt dessen wird es einen Schwitzraum geben. „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Wir machen einen Fehler, wenn keine Sauna gebaut wird“, sorgt sich von Massenbach um die Attraktivität des Bades. Die soll jedoch mit einem großen Bewegungsbecken (therapeutisches Warmbecken) und auch der Einrichtung eines Trockensportraumes gesteigert werden. Dieser Raum soll für „Kursangebote wie Yoga oder Pilates“ zur Verfügung stehen, so Fahl. Die Gastronomie bleibt. Die Idee, eine Automatengastronomie einzurichten, ist vom Tisch. Und das Bad soll durch einen Fahrstuhl behindertengerechter werden.
Die 4, 6 Millionen Euro für die Sanierung müssen die Stadtwerke aufbringen. Fahl hofft auf zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse – gerade für energetische Maßnahmen. Ob die Eintrittspreise – ein Erwachsener zahlt zur Zeit vier Euro – steigen, „steht noch nicht fest“. Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Wunschzettel für Kandidaten

- Hagen von Massenbach sammelt Wünsche ein ... Foto: st
Stormarner Tageblatt vom 15. Dezember 2009
Bad Oldesloe
Bürgermeisterwahlkampf mitten im Weihnachtsgetümmel: Engel und Nikoläuse gesellten sich zu SPD-Bürgermeisterkandidat Hagen von Massenbach, der in der Heiligengeiststraße Wünsche der Oldesloer einsammelte. Ein geschmückter Tannenbaum und viele weiß-rot verpackte Pakete luden ein. Auf die Pakete schrieben sie ihre Wünsche, so zum Beispiel ganz konkret: „Die Baustelle an der B 75 soll fertig werden“, „ein richtiger Weihnachtsmarkt in der Innenstadt“, aber auch Forderungen nach „mehr Krippenplätzen“, „Geld für Bildung“ oder „einer Sauna“ waren zu lesen. Der Standort und die Nähe zum Traveparkplatz waren dabei nicht zufällig gewählt. Der vernachlässigte Platz ist für viele Bürger immer wieder Anlass für Kritik und Wünsche. st
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 12. Dezember 2009
Bäume runter – Gebühren rauf
Am Moordamm wurden kurzerhand Fakten geschaffen, davon können die Gegner der Gewässerpflegeverbände nur träumen
Kurzer Prozess: Warum Vertragstexte lesen und lange verhandeln? Heutzutage sind Macher gefragt, keine Laberköpfe, die ewig diskutieren. Die freikirchliche Gemeinde am Moordamm, das sind solche zupackenden Typen: Raus mit der Kettensäge und weg mit den ollen Bäumen (siehe Karikatur). Das Grundstück gehört uns gar nicht? Egal. Die Stadt wollte die Bäume erhalten? Egal. Schaffen, schaffen, Fakten schaffen. Die einen reden sich raus, alles sei ein Missverständnis, andere wollen der Politik die Schuld in die Schuhe schieben oder argumentieren mit diversen Notwendigkeiten, und auf der Homepage des Kindergartens wird offen gejubelt, dass es endlich los geht. „Plötzlich ist so viel Licht auf unserem Spielplatz und man kann so weit sehen“, steht dort. Na, toll. Glaubt jetzt ernsthaft noch jemand an ein „Missverständnis“?
Kostenmonster: Weil sich in kommunalen Haushalten Millionenlöcher auftun, streichen Gemeinden Zuschüsse an Vereine, erhöhen Eintrittspreise und Gebühren. Das tut weh. Am lautestens schreien zurzeit aber Grundeigentümer in Ammersbek und Ahrensburg. Die Summe kann nicht der Grund sein: Es geht um nicht mal 60 Cent im Monat, die die Gewässerpflegeverbände haben wollen. Nun gut, es ist verständlich, dass sich Bürger über zu hohe Verwaltungskosten aufregen und sich zudem nicht „zwangsverpflichten“ lassen wollen. Die Horrorgemälde, die die Gegner an die Wand malen, sind aber absurd. An der Aufgabe, die Gewässer zu pflegen, wird sich auch nichts ändern, wenn statt der Grundeigentümer die Gemeinden Mitglieder der Verbände werden. Erstens könnte das nur das Land festlegen, und zweitens kann es gut sein, dass dann alles teurer wird. Bis jetzt wird die meiste Arbeit nämlich von Ehrenamtlichen erledigt. Ob die sich noch in der Pflicht sehen, wenn die Aufgabe bei den Gemeinden liegt, ist zumindest fraglich.
KRisenregion: Teile von Bad Oldesloe sind ein Sanierungsfall. Das wird niemand anzweifeln und das ist mittlerweile auch amtlich anerkannt. Was bedeutet das? Es fließen ordentlich Fördermittel in die maroden Ecken der Kreisstadt. Bahnhofstraße und Reimer-Hansen-Straße sollen angehübscht werden, um eine bessere Anbindung des Bahnhofs an die Innenstadt zu ermöglichen. An den vorgelegten Entwürfen kann man im Detail noch etwas feilen, aber im Grunde sind sie gut. Man muss sich allerdings fragen, ob das die Lösung der Probleme bringt. Kommt tatsächlich eine nennenswerte Zahl Ortsfremder am Bahnhof an, die man in die Innenstadt locken könnte? Und wenn ja, werden die nicht eher durch halbverfallene Häuser, Spielhöllen und Schmuddelgrundstücke abgestoßen als von rumpeligen Straßen?
Rolf Blase, Andreas Olbertz
SPD-Antrag zur Bebauung des Exers
Stormarner Tageblatt vom 12. Dezember 2009
Bad Oldesloe
Die SPD-Fraktion stellt für die nächste Sitzung des Hauptausschusses am Montag, 14. Dezember, ab 19 Uhr im Sitzungszinmmer des Stadthauses den Antrag, sämtliche Planungen für eine Bebauung des Exers einzustellen.
„Eine mögliche Bebauung des Grandplatzes neben dem Exer mit einem Supermarkt und Fußballfeld auf dem Dach wird von der SPD als stadtplanerischer Fehler gesehen“, begründet der Hauptausschussvorsitzende Hagen von Massenbach den Antrag. Er und seine Mitstreiter hatten Anfang November mit einer überdimensionalen Bodenzeitung vor Ort auf die mögliche Bebauung aufmerksam gemacht. „Wir waren überwältigt von der Beteiligung“, so von Massenbach. Nach zwei Stunden war die Bodenzeitung voll. Sein Fazit: „Das Thema Exerbebauung ist den Oldesloern ganz eindeutig eine Herzensangelegenheit.“ Unterstützt durch das eindeutige Stimmungsbild der Bürger will die SPD dem Bürgermeister eine klare Absage für das Projekt erteilen. ol
SPD fordert Planungsstop für den Exer

- Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hagen von Massenbach, ist gegen eine Exerbebauung. Foto: STRUNK
Lübecker Nachrichten vom 11. Dezember 2009
Bad Oldesloe – Die SPD Fraktion der Kreisstadt stellt im Hauptausschuss am kommenden Montag (19 Uhr, Bürgerhaussaal) den Antrag, sämtliche Planungen für eine Bebauung des Exers einzustellen.
„Eine mögliche Bebauung des Grandplatzes neben dem Exer mit einem Supermarkt und mit bespielbarem Fußballfeld auf dem Dach wird von der SPD als stadtplanerischer Fehler gesehen“, begründet der Hauptausschussvorsitzender Hagen von Massenbach den Antrag. Fraktionschef von Massenbach und seine Mitstreiter hatten Anfang November mit einer überdimensionalen Bodenzeitung die Bürger vor Ort noch mal auf die Bebauung aufmerksam gemacht und kritisch nachgefragt – obwohl sie anfänglich dem Projekt selbst einen „gewissen Charme“ abgewinnen konnten.
Nach dem Motto „Ich hab da mal ’ne Frage“ fühlten die Sozialdemokraten den Oldesloern auf den Zahn. „Wir waren überwältigt von der Beteiligung“, so von Massenbach. „Das Thema Exerbebauung ist den Oldesloern ganz eindeutig eine Herzensangelegenheit“, freute sich von Massenbach nach der Aktion.
Unterstützt durch ein eindeutiges Stimmungsbild der Bürger will die SPD-Fraktion dem Bürgermeister nun eine klare Absage für dieses Projekt erteilen. „Das letzte in städtischer Hand befindliche Herzstück Oldesloes soll den Oldesloern als Bürgerpark erhalten bleiben“, so der Politiker. „Deshalb stellen wir am kommenden Montag im Hauptausschuss den Antrag, kein Geld für Planungen zu verschwenden und das Projekt endgültig zu beenden.
Unter anderem ist angedacht, auf dem Exer einen Supermarkt mit Kunstrasenfußballplatz auf dem Dach anzusiedeln. Nutzen will die Stadt den Mangneteffekt, den eine solche Ansiedlung haben und der andere große Unternehmen in die Kreisstadt bringen könnte. Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Im Oldesloer Bahnhofsviertel wird gebuddelt

- Soll ein attraktives Entree für Bad Oldesloe werden: die Reimer-Hansen- Straße. Foto: Kuhlmann-Schultz
Lübecker Nachrichten vom 11. Dezember 2009
Bad Oldesloe - Ein schönes Entree für Bad Oldesloe: Für rund eine Million Euro wird das Bahnhofsviertel saniert.
Der erste Spatenstich für das Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ könnte – wenn alles klappt – im Herbst 2010 erfolgen. Das vermutet der Leiter des Bauamtes, Rolf Steinhoerster. Er hat die Planungen jetzt zusammen mit den anderen Beteiligten beim „Talk im Quartier“ im Bella Donna Haus vorgestellt. Betroffen von der Sanierung im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West sind die Reimer-Hansen-Straße, die Bahnhofsstraße sowie ein kleiner Teil der Brunnenstraße.
„Es war eine positive Veranstaltung, es ist keine Stimme laut geworden, die sich gegen diePlanung gewandt hat“, fasst der Bauamtsleiter den Talk im Quartier zusammen. Konstruktive Vorschläge seien von den Grundstückseigentümern gekommen, die in die weiteren Planungen Eingang finden. In den Straßen, so Steinhoerster, ist eine grundsätzliche Neuordnung geplant. Geparkt wird in der Bahnhofsstraße künftig nur noch auf der linken Seite. Damit befolgen die Planer den Rat des Behindertenbeirates. Die Mitglieder hatten diese Lösung empfohlen, damit es behinderten und eingeschränkten Autofahrern möglich ist, in aller Ruhe auf der Fußgängerwegseite auszusteigen.
Der obere Teil der Bahnhofsstraße wird zur Tempo-30-Zone und damit verkehrsberuhigt, ab Einbiegung Reimer-Hansen-Straße wird die Bahnhofsstraße zur Spiel-und Fußgängerzone, die allerdings von Autos befahren werden kann und darf. „Priorität hat nicht mehr das Auto“, erklärt Steinhoerster. Fußgänger, Radfahrer und Autos gelten in diesem Bereich als gleichberechtigt, dieser Eindruck soll auch mit einer entsprechenden Pflasterung verstärkt werden – es wird nur eine Ebene geben.
Das Entree der Stadt, die Reimar-Hansen-Straße, wird ebenfalls attraktiver gestaltet. Hier wird sich auch die Parksituation ändern. Statt wie bisher einmal längs und auf der anderen Seite quer zu parken, kann dort künftig nur noch längs geparkt werden. Das bedeutet – wie auch in der Bahnhofstraße – einen leichten Verlust an Parkplätzen. Optisch sollen zum einen Lichtstelen den Weg in die Oldesloer Innenstadt weisen, zum anderen aber auch ein so genanntes „Führungsband“, in Form von eingelassenen Lichtsteinen oder ähnlichem.
Gemeinsam mit dem Kreis wird der Bereich direkt am Anfang der Reimer-Hansen-Straße überplant, um die Attraktivität zu steigern und Appetit auf die Innenstadt zu machen. An der Ecke Mewesstraße/Reimer-Hansen-Straße wird die Fußgängerbedarfsampel verlegt, die Fortführung der Straße in Richtung Bahnhofsstraße wird gepflastert. Der schräge Verlauf des Fußweges in diesem Bereich lässt sich nicht ändern, „Der Höhenunterschied ist da, den können wir nicht wegplanen“, erklärt Steinhoerster. Für Rollstuhlfahrer sind Geländer geplant und eine Art Bodenwellen, damit sie nicht zurückrollen können.
Wichtig ist eine enge Abstimmung mit den Stadtwerken – in den betroffenen Straßen müssen Ver- und Entsorgungsleitungen komplett neu gelegt werden – damit ein Zeitplan für die Sanierung entwickelt werden kann. Im Februar sollen die endgültigen Planungen im Bauausschuss vorgestellt und später wieder beim „Talk im Quartier“ den betroffenen Bürgern vermittelt werden. „Bis Ende 2011“, so hofft der Bauamtsleiter, soll die Sanierung abgeschlossen sein.
Von K. Kuhlmann-Schultz
Das große Buddeln in der Bahnhofstraße

- Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster präsentiert den ersten Entwurf für Bahnhof- und Reimer-Hansen-Straße. Foto: Olbertz

- Kein schöner Anblick: Die Bahnhofstraße Richtung Innenstadt.
Stormarner Tageblatt vom 11. Dezember 2009
Stadtumbau: Erste Entwürfe zur besseren Anbindung der Innenstadt vorgestellt
Bad Oldesloe
Bis die Bagger anrollen wird noch reichlich Zeit vergehen, aber so langsam nimmt die Sanierung der Bahnhof- und Reimer-Hansen-Straße konkrete Formen an. Beim „Talk im Stadtteil“ wurden jetzt erste Entwürfe vorgestellt.
Die Stadt will die Anbindung des Bahnhofs an die Innenstadt verbessern. Wenn auswärtige Fußgänger den Weg Richtung Fußgängerzone überhaupt finden, bietet sich ihnen kein sonderlich attraktives Bild. Das soll sich ändern. Ein „Leitband“ soll zukünftig die Richtung vorgeben. Wie genau das aussehen soll, ist allerdings noch offen.
„Es wird etwas Optisches werden und auch Menschen mit Behinderung Orientierung geben“, kündigt Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster an. Denkbar sei eine farbig abgesetzte Riffelung, wie sie beispielsweise an Bahnsteigkanten zu finden ist. Leucht-Stelen an markanten Punkten sind ebenfalls angedacht, eventuell auch ins Pflaster integrierte Lampen. „Da muss man mal sehen, wie sich das in der Unterhaltung darstellt. Wir wollen kein Kunstwerk schaffen“, bremst der Bauexperte zu euphorische Gedankenspiele.
Lag in der Vergangenheit der planerische Fokus hauptsächlich auf Autofahrern, so soll zukünftig mehr Wert auf Fußgänger und Radfahrer gelegt werden: Breitere Fußwege, verkehrsberuhigte Bereiche, weniger Bordsteine.
Wenn die Fahrbahn gepflastert wird, macht es Sinn, in einem Abwasch auch gleich die in der Tiefe liegenden Leitungen zu sanieren oder zu erneuern. „Das wird sehr aufwändig, zumal es teilweise sehr schmal wird“, erklärt Tiefbauer Steinhoerster. Wo und wie gebaut wird steht noch nicht fest, aber dass es auf jeden Fall Beeinträchtigungen geben wird“, so der Bauamts-Leiter.
Doch das ist es gar nicht, was Kritiker auf den Plan ruft. Vor allem die Geschäftsleute in der Bahnhofstraße fordern den Erhalt der Stellflächen. Reisebüro-Chef Hans-Jürgen Schügner wird deutlich: „Für die ganzen unterirdischen Sachen haben wir ja Verständnis, auch wenn wir dadurch Verluste haben. Aber wenn hier Parkplätze weg kommen, geht es noch weiter bergab.“ Und Schügner äußert auch grundsätzliche Kritik: „Wir haben kein Geld zur Sanierung der Schwimmhalle, aber hier wird so viel Geld ausgegeben? Einige Häuser sind so unansehnlich, dass man sich schämen muss. Daran wird sich nichts ändern.“ Zudem bemängelt er, dass in der Bahnhofstraße keine Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt wurde.
Es gibt aber auch Zustimmung. Anke Kleesiek vom Bella Donna-Haus beispielsweise sagt: „Ich finde das alles sehr spannend.“ Sie regt an, Verweil-Inseln zu gestalten, Spielplätze einzurichten und schon äußerlich deutlich zu machen „dass das ein besonderer Bereich ist“.
Bis Februar sollen die Entwürfe konkretisiert werden. Dann geht die Planung in die politischen Gremien und die Bürgerbeteiligung. Nach der Abstimmung mit dem Innenministerium wird ausgeschrieben, in der zweiten Jahreshälfte könnte dann mit den Arbeiten begonnen werden. Rolf Steinhoerster rechnet damit, dass sich die Arbeiten bis Ende 2011 hinziehen. Andreas Olbertz
Hier zu Hause
Stormarner Tageblatt vom 10. Dezember 2009
Wunschaktion in der Innenstadt
Bad Oldesloe
Viel Platz für Wünsche bietet Bürgermeisterkandidat Hagen von Massenbach diesen Sonnabend ab 10 Uhr in der Fußgängerzone/ Heiligengeiststraße vor dem Spielzeugladen. „Die Zeit um den Jahreswechsel ist die Zeit der Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen“, so von Massenbach. Was erwarten die Bürger vom nächsten Jahr? Welche Wünsche haben sie für ihre Stadt und persönlich? Diese und ähnliche Fragen möchte er bei der Aktion beantwortet haben. Der Standort sei bewusst gewählt. Hagen von Massenbach wünscht sich beispielsweise endlich eine Neuordnung des Traveparkplatzes. Deshalb ist er genau dort am Sonnabend zu finden. st.
Leserbrief
Stormarner Tageblatt vom 10. Dezember 2009
Was zählt ihr Wort Frau Fehrmann?
Zur Verkleinerung der Oldesloer Bücherei!
„Es geht auf keinen Fall darum, die Bücherei zu verkleinern... Alle Beteiligten sollen in die Lösung des Raumproblems einbezogen werden….“ Das waren die Äußerungen der Oldesloer BSKA-Vorsitzenden (CDU) noch im Juni dieses Jahres. Nur ein halbes Jahr später beenden CDU und FDP die Diskussion und schaffen im Ausschuss Fakten. Links des Treppenaufganges wird eine Wand gezogen, der Raum wird dem Heimatmuseum zugeschlagen. Basta.
Die Freunde der Bücherei stehen da und sind fassungslos. Hatten wir nicht das Wort der Ausschussvorsitzenden? Sollte nicht der Büchereiverein mitsprechen können? Sollten nicht alle Beteiligten im Vorwege einer Entscheidung mitsprechen können? Jetzt also doch ein Bastabeschluss gegen die Arbeit der Bücherei, gegen die Interessen der zahlreichen Oldesloer, die ihre Bücherei ausgebaut und nicht verkleinert sehen wollen. Gibt es nicht zahlreiche Varianten für einen Umbau, die eine teuer bezahlte Architektin vorlegte? Diese wurden aus Geldmangel zu den Akten gelegt. Wie dürfen wir uns unsere Bücherei zukünftig vorstellen? Das Gebäude ist zurzeit innenarchitektonisch ausgewogen. Auch dies trägt zur entspannten Atmosphäre in den Räumlichkeiten bei.
Es ist unerträglich, wie mit den Interessen der Leser der Oldesloer Bibliothek umgegangen wird. Es gibt in meinen Augen keine Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen. Ein Bibliotheksbesuch ist für sich stehend, er Bedarf keinerlei zusätzlicher Amüsements. Wir haben nur Nachteile aus diesem Beschluss. Raumverknappung, Titelreduzierung, keine Angebote mehr für Gruppen.
Es ist unerträglich, wie mit der Arbeit des Büchereiteams umgegangen wird. Anstelle der Unterstützung moderner Konzepte sieht die Stadt Raumverkleinerung und Zusatzarbeit durch die erzwungene Zusammenarbeit mit dem Museum, aus der für die Bibliothek kein Vorteil erwächst vor.
Das Gebäude ist für die Entwicklungswünsche der beiden Einrichtungen ohne erweiternden Umbau zu klein. Dies ist mehrfach festgestellt. Dieser Bastabeschluss behindert die Arbeit der Bibliothek nachhaltig und gefährdet die Zuschüsse durch den Büchereiverein. Solange kein Geld für eine echte Lösung da ist, gibt es nur eine Antwort: Status Quo. Es ist die Zeit der Wünsche: Ich wünschte, Sie erinnerten sich ihres gegebenen Versprechens, Frau Fehrmann, keine Raumverkleinerung der Bücherei!
Sybille Klingner
Bad Oldesloe
Ersatz für Kahlschlag gefordert
Stormarner Tageblatt vom 9. Dezember 2009
Baumfällaktion am Moordamm hat Nachspiel im Bauausschuss – alle Parteien sind sich einig
Bad Oldesloe
Das Thema ist wohl noch lange nicht gegessen. Die Baumfällaktion rund um den Spielplatz am Moordamm hat jetzt die Mitglieder des Bauausschusses beschäftigt. In seltener Einmütigkeit ist Schadenersatz gefordert worden.
Was war geschehen? In der vergangenen Woche knatterten am Moordamm lustig die Motorsägen. Ein Baum nach dem nächsten wurde gefällt, um Platz für den Kindergartenneubau zu schaffen. Bauherr ist ein Trägerverein, dem aber das Grundstück zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gehörte. Ein entsprechender Erbbaurechtsvertrag ist erst später unterschrieben worden. Er sieht ausdrücklich vor, dass die Bäume erhalten werden sollen. Fällungen seien nur nach Rücksprache mit der Stadt zulässig. So hatte es der Ausschuss einstimmig beschlossen, aber das ist nun hinfällig.
„Da fragt man sich schon, wofür wir solche Beschlüsse eigentlich fassen und welchen Stellenwert wir als Politiker überhaupt haben“, klagt der FPD-Abgeordnete Frank Fiedler. Vereinsvorsitzende Martina Peters sieht das ganze eher gelassen. „Wenn es abgesprochen gewesen wäre, hätte es sich alles aufgelöst“, ist sie überzeugt. Ausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) bringt das auf die Palme: „Es gibt keinerlei Unrechtsbewusstsein. Verantwortlichkeiten werden hin und her geschoben und zur Schadensbegrenzung geht der Verein in die Offensive.“ Besonders ärgert sie sich darüber, dass aus Kreisen von Moordamm-Elternvertretern behauptet werde, Politik hätte den Beschluss bezüglich der Bäume gar nicht fassen dürfen, damit werde ein falsches Signal ausgesendet. „So ein Satz steht dem Moordamm nicht zu“, findet Maria Herrmann: „Wir Politiker haben schließlich mehrere Interessen gegeneinander abzuwägen. Wenn man mit uns geredet hätte, wären wir zu einer Einigung gekommen, aber hier sind ja kurzerhand Fakten geschaffen worden.“ Zuspruch bekommt sie von Frank Fiedler: „Der Ausspruch des Elternvertreters war sehr unglücklich. Der Ausschuss hätte da mit Sicherheit eine pragmatische Lösung gefunden.“
Die Ausschussmitglieder waren sich darin einig, dass die Verwaltung ermitteln soll, welcher Schaden mit der Fällung entstanden ist. Mit den Kindergartenbetreibern soll dann über einen notwendigen Ausgleich auf dem Gelände verhandelt werden.
Andreas Olbertz
Ersatz für Fällaktion
Lübecker Nachrichten vom 9. Dezember 2009
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
BAD OLDESLOE – War es nur Schadensbegrenzung? „Ich habe nicht das Gefühl, dass sie ein Unrechtsbewusstsein haben“, kommentiert die Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses (BPA) der Stadt Bad Oldesloe, Maria Herrmann (SPD), die Erklärungen der Verantwortlichen der Baumfällaktion beim Kindergarten Moordamm.
Die Vorsitzende des Trägervereins Kindergruppe Moordamm, Martina Peters, hatte auf Grund eines Missverständnisses die Bäume fällen lassen, obwohl es keine Abstimmung mit der Stadt gegeben hatte – und auch noch keine Unterschrift auf dem Erbbaurechtsvertrag zwischen Stadt und Trägerverein.
Schließlich, so argumentiert Herrmann weiter, ginge es hier nicht darum, ob die Bäume früher oder später doch gefällt würden, sondern darum, dass es keine Klärung mit der Stadt gegeben habe (die LN berichteten). „Ich bleibe dabei, es sind wissentlich Tatsachen geschaffen worden“, so Herrmann.
Die Mitglieder des BPA haben auf ihrer jüngsten Sitzung „unisono“ beschlossen, dass die Verwaltung aufgefordert wird, jetzt zu zählen, wieviele Bäume bei der von Martina Peters in Auftrag gegebenen Baumfällaktion gekappt wurden. „Die Stadt soll den Schaden aufnehmen und über einen Ausgleich nachdenken“,erklärt die Ausschussvorsitzende.
Ob es zu einem Ausgleich auf dem Grundstück, den der Trägerverein Kindergruppe Moordamm jetzt von der Stadt gepachtet hat, kommt, muss abgewartet werden. „Das Grundstück ist sehr klein, in Abstimmung mit der Stadt muss geklärt werden, wo der Ausgleich stattfindet.“ Damit wollen die Politiker auch ein Signal setzen. Frei nach demMotto „wehret den Anfängen“, sollen sich Bauherren an die Regeln halten. Der Trägerverein muss sich jetzt mit der Stadt abstimmen.
„Im Nachhinein wird noch einmal nachgearbeitet“, versichert die Vorsitzende des Trägervereins. „Wir wollten sowieso neue Bäume pflanzen“,so Peters. „Wir werden jetzt in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung planen.“
Platz für den Öko-Garten?

Stormarner Tageblatt vom 5. Dezember 2009
Wie ein Kommunikationsproblem dafür sorgte, dass im Moordamm viele Bäume gefällt wurden
Bad Oldesloe
Rund 15 Bäume auf dem Gelände der Kita Moordamm sind „einem klassischen Missverständnis“ zum Opfer gefallen. „Auf dem Gelände wurde Tabula rasa gemacht“, empören sich Hartmut Jokisch (Grüne) und Maria Herrmann (SPD). Gefällt wurden die teilweise sehr großen Bäume auf Veranlassung des Kindergarten-Trägervereins – ohne Absprache mit der Stadt und und bevor der Erbbaurechtsvertrag überhaupt unterzeichnet war.
„Das ist ein Skandal. Hier werden Tatsachen geschaffen, bevor die Besitzverhältnisse geregelt sind. Bei allem Engagement des Vereins, auch er muss Regeln einhalten, die für jeden anderen Bauherren gelten“, so Maria Herrmann. Die Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, der einstimmig beschlossen hatte, dass beim Neubau der Kita die Bäume möglichst erhalten bleiben sollen, hatte die Stadt erst von der Fällaktion in Kenntnis gesetzt.
Die sei „richtig ärgerlich“ und „nicht nachvollziehbar“, so Bürgermeister Tassilo von Bary: „Das hätte mit uns abgestimmt werden müssen, und zwar bei der Ausführungsplanung.“ Martina Peters, Vorsitzende des Trägervereins für den Moordamm, hatte sich mit dem Architekten und der Firma abgesprochen. „Ich war davon ausgegangen, dass der Architekt es mit der Stadt abspricht“, erklärt sie das Kommunika-tions-Desaster. Der Trägerverein wird Bauherr des Kindergarten-Neubaus. Den hatte die Stadt 2008 beschlossen.Oldesloe zahlt knapp 600 000 Euro der Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Der Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt wurde am Donnerstagabend unterzeichnet.
„Das wird ein sehr großer Baukörper. Wir brauchten Platz für Stellplätze und um überhaupt aufs Grundstück zu kommen. Außerdem wären die Bäume sowieso bei den Erdarbeiten beschädigt worden“, sagt Martina Peters und will das am Montagabend auch dem Bau- und Planungsausschuss erklären.
Bis dahin haben die Verwaltung und ihr Chef Zeit, sich Gedanken über Sanktionen zu machen. Auch wenn die Stadt keine Baumschutzsatzung mehr hat und die Bäume nicht ortsbildprägend waren, „es waren städtische Bäume auf einem städtischen Grundstück“, so Bürgermeister Tassilo von Bary: „Normalerweise wird in solchen Fällen Schadensersatz geltend gemacht.“
Für den pensionierten Pädagogen Hartmut Jokisch ist die Fällaktion vor den Augen der Kinder zusätzlich eine Erziehungskatastrophe. „Konflikte erleben und zu Lösungen kommen ist eines der Erziehungsziele des Kindergartens. Hier hat man durch widerrechtliches Handeln Lösungen erzwungen. Welche Werte wurden dabei vermittelt?“, fragt er sich.
Immerhin: Die Fläche soll nicht so kahl bleiben, wie sie jetzt ist. Die Kita Moordamm plant eine naturnahe Außenspielfläche, nach ökologischen Kriterien.
Rolf Blase
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 5. Dezember 2009
Wie viel Quadratmeter hat ein Hektar?
Das war keine gute Woche für den Kreis und auch nicht für Ahrensburg, wo am Haltepunkt nichts halten wird
Statt Patt: Ist das einfach nur klug oder doch eher gemein? Im Oldesloer Sozial- und Kulturausschuss wollten CDU und FDP die Diskussion um Heimatmuseum und Bücherei endlich vom Tisch haben. Ging aber nicht, so lange Gudrun Möllnitz nicht da war. Dann hätte es nämlich ein Patt und damit überhaupt keinen Beschluss gegeben – genau das, was die SPD beantragt. So zog Vorsitzende Angela Fehrmann die nicht öffentlichen Punkte vor, machte eine Pause und ließ Studenten erklären, wie wertvoll die Bücherei für die Kreisstadt ist. Als die Mehrheit für Christ- und Freidemokraten stand, wurde abgestimmt – was die Sozialdemokraten und Grüne gar nicht witzig fanden.
Nichts hält: Ahrensburg hat einen neuen Haltepunkt. Nur halten wird da vorerst kein Zug. Im Gartenholz baute die Stadt für die DB den neuen Bahnhof, aber irgendwie war man mit den Regeln für so ein Bauwerk wohl nicht so ganz vertraut. Man kann durchaus darüber streiten, welchen Sinn europäische Vorschriften machen, das Licht auf dem Bahnsteig zu Testzwecken eine Woche brennen zu lassen, aber als Bauherr sollte man die Vorschriften zumindest kennen. Dann wäre man jedenfalls nicht in die unangenehme Situation geraten, die schlechte Nachricht so kurz vor der geplanten feierlichen Eröffnung zu verkündigen.
Kommafehler: Die Ahrensburger Peinlichkeit wird vom Kreis allerdings noch getoppt. Bei der ohnehin umstrittenen Zwangsmitgliedschaft aller Grundeigentümer im Gewässerpflegeverband verrutschte das Komma um ein paar Stellen. 900 Quadratmeter große Grundstücke wurden 0,09 qm groß – weil das eine Computerprogramm in Quadratmetern, das andere in Hektar rechnete. Ob die Bescheide trotzdem gültig sind, wie das Umweltamt meint, oder eher nicht, wie der Kreistagsabgeordnete und Rechtsanwalt Karl-Reinhold Wurch befürchtet, muss wohl noch geklärt werden. Verfahren war die Lage aber schon vorher.
Unser Karikaturist Götz Wiedenroth fühlte sich jedenfalls an die Zwangsgebühren-Eintreiber der GEZ erinnert.
Kommafehler: Kiel ist zwar nicht wirklich weit weg von Stormarn, aber zu weit, um zu wissen, was dort in den Ministerien und den Büros der Beteiligten hinter den Kulissen so alles läuft. Das Thema Krankenhaus-Neubau in Ahrensburg hatte bei Stormarns Politiker jedenfalls seit Jahren für Frust gesorgt, weil es zwar viele Modelle aber keine Entscheidungen gab. Nach einem neuen Anlauf bei einem neuen Minister gibt es neue Hoffnung. Die Wahrscheinlichkeit, dass bald eine Entscheidung fällt, steigt allerdings schon deshalb, weil der Pachtvertrag für die Klinik Ahrensburg 2011 ausläuft und ein neues Krankenhaus nicht nur gebaut, sondern auch geplant werden muss. Ob aber Asklepios und die Klinik Ahrensburg oder die Park-Klinik oder alle in neuer Konstellation den Zuschlag bekommen– das wird in Büros abseits von Stormarn entschieden.
Rolf Blase
Bäume platt: Politik wittert Skandal im Kindergarten

- Die Bäume am Kindergarten Moordamm in Bad Oldesloe sind weg – abgeholzt. Die Grünen und die SPD der Kreisstadt sind empört. Foto: HFR
Lübecker Nachrichten vom 5. Dezember 2009
Bad Oldesloe – Es war ein Missverständnis, aber eins mit gewaltigen Folgen: Die Bäume am Kindergarten Moordamm in Bad Oldesloe wurden gefällt, ohne dass eine Genehmigung dafür vorlag.
Ganz im Gegenteil, wie Hartmut Jokisch von den Grünen und Maria Herrmann von der SPD jetzt deutlich machten. „In der vergangenen Woche“, so monieren beide, „wurde auf dem Gelände am Moordamm auf Veranlassung des Kindergartens Moordamm Tabula rasa gemacht. Und das, bevor der Erbbaurechtsvertrag unterzeichnet wurde“. Nicht nur das. Auch die Stadt, so erfuhr Maria Herrmann, Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses (BPA), war über die Fällaktion nicht informiert worden.
Dabei sollte der Neubau des Kindergartens so gestaltet werden, dass die Bäume auf dem städtischen Grundstück möglichst erhalten bleiben sollen. So jedenfalls lautete der Beschluss im BPA. Dafür ist es jetzt zu spät. „Das ist ein Skandal – nicht nur, dass man sich über Beschlüsse hinwegsetzt. Hier werden Tatsachen geschaffen, bevor die Besitzverhältnisse geregelt sind und ohne Abstimmung mit der Stadt. Bei allem Engagement des Vereins, auch er muss die Regeln einhalten, die für jeden anderen Bauherren auch gelten“, sind sich Jokisch und Herrmann einig.
Fakt ist, der Erbbaurechtsvertrag, der zwischen dem Trägerverein Kindergruppe Moordamm und der Stadt Bad Oldesloe gelten soll, wurde erst vergangenen Donnerstag unterzeichnet. Auf dem Gelände soll ein Kindergarten entstehen, mit 25 Krippen- und 30 Kindergartenplätzen. Der Neubau kostet mit Außenfläche und Inventar rund 1,2 Millionen Euro. Das Geld fließt aus dem Bundesfördertopf für Krippenplätze und dem Konjunkturprogramm II.
„Konflikte erleben und zu Lösungen zu kommen“, so Jokisch, „ist auch eines der Erziehungsziele des Kindergartens. Hier ist man dem Konflikt ausgewichen und hat durch widerrechtliches Handeln Lösungen erzwungen. Vor den Augen der Kinder hat man nicht nur einen Baum, sondern fast alle dahingemetzelt. Welche Werte werden hier vermittelt? Welch eine Erziehungskatastrophe“.
„Ich war der Annahme, dass das alles mit der Stadt abgesprochen war“, bedauert Martina Peters, Vorsitzende des Trägervereins Kindergruppe Moordamm, das große Missverständnis. Deshalb habe sie auch den Auftrag zum Fällen der Bäume gegeben. „Der Zeitpunkt war unglücklich“, räumt sie ein, denn tatsächlich gab es noch keine Unterschrift unter dem Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt. Aber „wir sind unter Zeitdruck, sollen zum 1. August fertig werden“.
Unterstützung für Martina Peters kommt vom Architekten Michael Klinck, der den Neubau verwirklicht. Er bestätigt die „Verkettung unglücklicher Umstände“. Er betont aber auch, dass die Bäume gefällt werden mussten – nicht nur aus bautechnischen Gründen. Sondern auch, weil es „abgängige“ Bäume waren. Dies sei sowohl von Seiten einer Mitarbeiterin der Stadt als auch vom Kreis bestätigt worden. Der Beschluss des Bau- und Planungsausschusses, möglichst keine Bäume zu fällen, „hätte so eigentlich gar nicht gefasst werden können“, so Klinck.
Montag kommt es wegen des Missverständnisses noch einmal zu einem klärenden Gespräch bei der Stadt.
Von K. Kuhlmann-Schultz
Bildung weiter unter einem Dach

- Lange Zeit machte sich der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss der Stadt Bad Oldesloe Gedanken über den Standort des Heimatmuseums. Nun bleibt er mit der Bibliothek (Foto) im selben Haus. *Foto: Strunk
Lübecker Nachrichten vom 4. Dezember 2009
Bad Oldesloe - Aus Kostengründen bleiben das Heimatmuseum und die Stadtbibliothek weiterhin zusammen – in der alten Stadtschule.
Ist mit dem Mehrheitsbeschluss von knappen 5:4 Stimmen von CDU und FDP im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss nun endgültig der Knoten geplatzt? Schon seit Monaten wurde in der Kreisstadt heftig die Standortfrage für die beiden städtischen Einrichtungen diskutiert.
Beide wollten vor allem eins: mehr Platz als bisher. Für das Heimatmuseum war kurze Zeit sogar ganz exklusiv das Historische Rathaus als angemessenes Domizil im Gespräch. Dann sollten Teile in das geplante Kultur- und Bildungszentrum integriert werden.
Seit Sommer stand auch ein Neubau auf dem Parkplatz der Stadtschule im Raum. Doch angesichts der Kosten soll nun doch (fast) alles beim Alten bleiben. Wenn es nach der SPD gegangen wäre, die zuerst ihren Antrag zückte, sollte sogar komplett der bisherige Zustand erhalten bleiben. „Die Instandsetzungsmaßnahmen sowie die notwendigen Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zur Barrierefreiheit sind selbstverständlich weiter zu bearbeiten und umzusetzen“, so Jens-Pieter Friese.
Danach fegte die CDU mit Mehrheit den alten Ostflügel-Beschluss vom Tisch. „Das Gebäude der alten Stadtschule ist der Bibliothek und dem Museum zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung zu stellen“, startete Gudrun Möllnitz (CDU) den Antrag, den die FDP mit übernahm.
Der beschlossene Antrag sieht vor, dass die Kinderbuchabteilung im Erdgeschoss verbleibt. Diesen Platz hätte gemäß der Ostflügel-Variante das Heimatmuseum bekommen. Das soll nun komplett im Obergeschoss verbleiben. Allerdings soll die Bibliothek Platz abgeben. Der Antrag: „Das erste Obergeschoss ist von den bisherigen Räumlichkeiten bis zur ersten Treppe dem Museum zur Verfügung zu stellen.“ Das Dachgeschoss soll danach von beiden Einrichtungen gemeinsam für Sozial- und Veranstaltungsräume genutzt werden. Die Verwaltung hat jetzt ein Vierteljahr Zeit, um Planungen und Kostenschätzungen zu präsentieren.
„Beides sind wichtige kulturelle Einrichtungen. Ein Miteinander der beiden städtischen Einrichtungen muss möglich sein“, so Angela Fehrmann (CDU). Ein Extrabau sei nicht bezahlbar. Der neue Vorschlag erfolge aus „reinen Kostengründen“. Fehrmann: „Ich stehe voll und ganz hinter dem Antrag.“ Er stehe „auf sicheren Füßen“.
„Ich verstehe die Beweggründe nicht“, so Jens-Pieter Friese (SPD). „Warum bevorzugt die CDU das Heimatmuseum?“ Die Bücherei verliere 60 bis 100 Quadratmeter. Die barrierefrei ausgerichteten Regale enger zu stellen, damit sei es nicht getan. Er befürchtet, dass der Büchereiverein wie angekündigt seine jährliche Unterstützung reduziere.
Er wolle keine der Bildungseinrichtungen bevorzugen. Jedoch habe die Bücherei eindeutig „eine wesentlich höhere Frequenz“, einen höheren Bildungswert. Die SPD wolle den Ist-Zustand behalten, „bis wir im Lotto gewonnen haben“. Denn Oldesloe habe noch viele andere Baustellen, fügte Friese mit einem Blick auf die Sportstätten und die Stadtschule hinzu. Die Kosten für die notwendige Dachsanierung im alten Stadtschulgebäude, das Bibliothek und Heimatmuseum beherbergt, von rund 900 000 Euro seien bereits im Oldesloer Haushalt eingeplant.
Von Susanna Fofana
Bücherei soll für Museum Platz machen
Stormarner Tageblatt vom 4. Dezmeber 2009
CDU und FDP beenden monatelange Debatte
Bad Oldesloe
Im Sozial- und Kulturausschuss wurde die „Flügelvariante“ für Stadtbücherei und Heimatmuseum wieder belebt. Auf Antrag von CDU und FDP soll die Bibliothek rund 60 Quadratmeter im Obergeschoss abgeben. Der SPD-Antrag, die Planungen aus finanziellen Gründen bis auf Instandsetzung einzustellen, wurde nicht abgestimmt.
An der linksseitigen Treppe, die dann direkt ins Heimatmuseum führen würde, soll die Trennwand gezogen werden. Gemeinsam genutzte Sozial- und Veranstaltungsräume, so die Idee von CDU und FDP, könnten im Dachgeschoss entstehen. Dadurch wäre der Veranstaltungsraum im Obergeschoss für die Bücherei frei.
Christ- und Freidemokraten sind in diesem Punkt den Fürsprechern des Museums gefolgt, einer neuen konzeptionellen Ausrichtung erteilen sie aber eine Absage: Vor- und Frühgeschichte, regionale, Stadt- und Zeitgeschichte sollen dort ihren Platz haben, heißt es im Antrag. Und die „Leitungen der beiden Einrichtungen“ sollen am Raum und Nutzungskonzept mitarbeiten.
Dass Bücherei-Chef Jens-A. Geißler von dem Beschluss nicht begeistert ist, leuchtet ein. „Wir müssen 5000 Medien bewegen“, sagt der Bibliothekar und sieht das Ziel von 48 000 Medien für die Stadtbücherei in Gefahr. Das steht im Vertrag mit dem Büchereiverein, aus dem Bad Oldesloe jährlich 65 000 Euro erhält. Und dort steht auch, dass der Verein bei Umbauten mitreden darf. Ohne Zustimmung könnten die Fördermittel auf 25 000 Euro gekürzt werden. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann: „Das ist ein Knackpunkt, über den wir mit dem Verein reden müssen.“
rob
Richtfest für Oldesloer Tafel

Stormarner Tageblatt vom 4. Dezember 2009
Bad Oldesloe
Rund 180 Familien sind Stammkunden bei der Lebensmittelausgabe der Oldesloer Tafel – Tendenz steigend. Die gespendeten Lebensmittel wurden bisher in zwei großen Containern des Vereins EfA (Essen für Alle) in der Turmstraße gelagert und ausgegeben. Sie aber platzten aus allen Nähten, sind kalt, zugig und ungemütlich. Jetzt können sich die 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel auf einen Neubau in unmittelbarer Nähe des „Drachenturms“ und des Inihauses freuen. Gestern wurde nach zweimonatiger Bauzeit Richtfest gefeiert. Auf rund 90 Quadratmetern Fläche sind Küche, Kühlzelle, Verkaufsraum und ein kleiner Vorbereitungsraum untergebracht. Rund 150 000 Euro lässt sich die Stadt den Bau kosten, was im Vorfeld der Planungen nicht ohne politische Querelen abging. Weitere 40 000 Euro wird der Verein EfA zusteuern, hauptsächlich aus Spenden finanziert. „Endlich haben es Kunden und Mitarbeiter warm und trocken. Wir hoffen, dass im Frühjahr der Betrieb laufen kann“, sagte Eva Tyrell vom beauftragten Architekturbüro.
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Richtfest am Anbau der Oldesloer Tafel

- Die Richtkrone schwebt seit gestern über dem Anbau der Oldesloer Tafel an das Gebäude von Inihaus und Drachenturm. Bis zum Frühjahr soll der Bau fertig werden. Die Ehrenamtler geben dann von dort aus Lebensmittel an bedürftige Familien aus. Foto: Fofana
Lübecker Nachrichten vom 4. Dezember 2009
Bad Oldesloe – Bürgermeister Tassilo von Bary hätte sich gewünscht, dass der Anbau für die Oldesloer Tafel schon in diesem Winter zur Verfügung gestanden hätte, damit die Mitarbeiter nicht länger frieren müssen. Doch mit dem gestrigen Richtfest ist zumindest ein Ende der Provisorien in Sicht. Im April wird mit der Eröffnung gerechnet.
„Dieser Bau ist ein Zusammenwirken aller gutwilligen Menschen“, fasste Architektin Ulrike Tyrell zusammen. 147 000 Euro hätte der Austausch der undichten Container gekostet. Nach vielen Diskussionen um Standorte und Lösungen kam schließlich der Anbau an Inihaus und Drachenturm in der Turmstraße ins Spiel.
Nur 3000 Euro mehr kostet diese gute Lösung die Stadt. 40 000 Euro will der Verein Oldesloer Tafel/EfA durch Spenden und Eigenleistung selbst dafür aufbringen. So wird am Freitag in einer Woche das Dach des Anbaus mit Pflanzen begrünt.
„Wir hoffen, dass die Oldesloer ganz doll mithelfen“, so Tyrell. Im Oktober sei Baubeginn gewesen, acht Wochen später konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. Vereinsvorsitzende Marion Kattler-Vetter erinnerte noch einmal an die Vorgeschichte der Tafel.
Vor zehn Jahren hatte der Laden ohne Theke im Keller des Oldesloer Kinderhauses angefangen. Zuerst kamen rund zehn Familien zur Lebensmittelausgabe – mittlerweile sind es 170, hinter denen 600 bis 700 Personen stehen, die versorgt werden.
„Ohne Ehrenamtler würde es nicht gehen“, sind sich die Mitglieder einig. Die knapp 30 Ehrenamtler freuen sich darüber, dass sie bald nicht mehr sechs Stunden im Kalten stehen müssen und Erkältungen riskieren. „Wir sind natürlich sehr froh“, sagt Tafelleiterin Claudia Franke zum Neubau. Von den beiden Containern aus könne man täglich den Baufortschritt beobachten. „Die Kunden sind auch neugierig“, verrät sie.
Alles sei künftig hell und freundlich. 91 Quadratmeter stehen zur Verfügung für Küche mit Büroecke, Lager, Kühlraum und Ausgabe. Wenn der Anbau fertig ist, sollen auch die Drachenturm-Räume, in denen der Verein Kinderbetreuung anbietet, umgestaltet werden. Die Räume stehen zudem für einen Frauentreff, Fit- und Diakonie-Aktivitäten zur Verfügung. Zudem findet dort Sprachförderung für Migranten statt.
Grüne Brücke – wer entscheidet über Einstellung der Pumpe?

Stormarner Tageblatt vom 3. Dezember 2009
Bad Oldesloe
Die Grünen fordern, die Pumpe in der Wolkenweher Niederung sofort abzustellen. Als eines der wichtigsten Moore in Schleswig-Holstein mit seltenen Salzquellen und der damit verbundenen Pflanzen- und Tierwelt sei ein Teil der Wolkenweher Niederung, das Brenner Moor, bereits unter Naturschutz gestellt. Die angrenzenden Flächen werden bislang in die Trave entwässert.
„Um den Charakter eines Moorbiotops zu stärken, etwas für den Klimaschutz zu tun und den Erholungswert zu steigern, wurden die Flächen in öffentliches Eigentum übernommen, damit sie vernässt werden können“, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende Gerold Rahmann: „Dafür muss die Pumpe abgestellt werden.“
Das geht allerdings nicht so einfach. Für die Abschaltung ist ein aufwändiges Planfestellungsverfahren nötig – das läuft (wir berichteten). „Die Unterlagen liegen zur Prüfung beim Kreis“, erklärt Umweltamtsleiter Dr. Kurt Soeffing. „Die Stadt hat unvollständige Unterlagen eingereicht. Da muss nachgebessert werden“, kontert Hans Gerd Eissing, Amtsleiter in der Kreisverwaltung.
Das kann also noch dauern. Weil jedem bewusst ist, dass das Verfahren nicht von heute auf morgen entschieden sein wird, hat der Umweltausschuss bereits mehrfach beschlossen, die Pumpenleistung bis dahin auf ein Minimum zu drosseln. So wurde es beispielsweise im März beschlossen. Doch passiert ist bislang nichts.
Das Pumpen verursacht Stromkosten in Höhe von 6000 bis 7000 Euro jährlich. Und das, obwohl die entwässerten Flächen der Stadt und der Stiftung Naturschutz gehören – beide wollen gar nicht, dass gepumpt wird.
Kurt Soeffing will sich nicht zu den Gründen äußern, warum der Beschluss des Umweltausschusses nicht umgesetzt wird – er verweist wieder an den Kreis. Aber Hans Gerd Eissing weist jede Verantwortung entschieden von sich: „Dafür sind wir gar nicht zuständig. Wir sind doch nicht der Betreiber der Pumpe.“ Das sei der Wasser- und Bodenverband.
Dessen Chef, Leuer von Hinüber, sperrt sich: „So, wie die Pumpe jetzt eingestellt ist, ist es optimal!“ Bei einem höheren Wasserstand bestehe die Gefahr, dass der Weg oder seine Böschung beschädigt werden. Außerdem hat er rechtliche Bedenken: „Ich bin verpflichtet, den Stand so zu erhalten wie ich ihn übernommen habe. Ich habe keine Lust, Voraussetzungen zu schaffen, die sich auf den Ausgang des Planfeststellungsverfahrens auswirken könnten.“
Das Thema soll kurzfristig auf die Tagesordnung der nächsten Umweltausschuss-Sitzung am heutigen Donnerstag um 19 Uhr im Stadthaus gehoben werden.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 28. November 2009
Wer am Futternapf sitzt, sitzt gut
Egoismus: Der Spaltpilz der CDU geht auf. Da stellen sich doch tatsächlich die Elternvertreterinnen von IGS, TSS und TMS in der Stadtverordnetenversammlung hin und machen gegen die Umwandlung der Stadtschule Front. Sie befürchten, dass dann für „ihre“ Schulen kein Geld mehr über ist. Egoismus pur und bloß nicht mal nachdenken, sondern kurzerhand die Argumentation der CDU übernehmen. Der städtische Haushalt hat ein Volumen von knapp 40 Millionen Euro und da soll eine jährliche Belastung von 500 000 Euro den Ruin bedeuten? Ein Haushalt ist immer das Zusammenspiel tausender Einzelposten – auf der Einnahmen- wie auf der Ausgabenseite. Eine neue Drehleiter für die Feuerwehr, eine Brücke im Steinfelder Redder, das Kultur- und Bildungszentrum, Außengelände IGS, Kindergarten Moordamm, ein neuer Bauhof, Sozialpädagogen, Bauamtsmitarbeiter ... für all das ist Geld da. Wie sagte FDP-Fraktions-Chef Karl-Reinhold Wurch ganz richtig: Da müssen Prioritäten gesetzt werden. Er hat seine gesetzt, die CDU andere – das nennt man Politik.
Gerade bei der IGS scheint man sehr schnell vergessen zu haben, wie die Schule mal angefangen hat. Sie musste gegen erbitterte Widerstände durchgekämpft werden. Was gab es vor eine Weile wieder für ein ideologisches Theater, als es um die Umsetzung des neuen Schulgesetzes ging. Und jetzt die Gebundene Ganztagsschule.
Egoismus II: „Es kann nicht sein, dass wir von Fördergeldern der EU abgeschnitten werden“, beschweren sich Trittaus Bürgermeister Walter Nussel und Sieks Amtsvorsteher Uwe Tillmann-Mumm. Trittau und die Amtsgemeinden waren bei der Aktivregion abgeblitzt, in der jährlich 300 000 Euro verteilt werden. Nussel und Tillmann-Mumm haben sich schriftlich an das Landwirtschaftsministerium gewandt und hoffen auf Hilfe aus Kiel. Man könnte hämisch sagen, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, aber das wird Trittau nicht gerecht, das zuvor keine Beitrittschance hatte, und eigentlich spricht auch nichts dagegen, das jemand dem Egoismus derer Einhalt gebietet, die allein am Futtertopf bleiben wollen.
Inspiration: Die Würfel sind gefallen, es gibt einen Sieger beim Architektenwettbewerb zum Umbau des Amtsgericht in ein Kultur- und Bildungszentrum. Ein Büro aus Kappeln hat sich durchgesetzt. Vor einer Woche hat das Team bereits den Wettbewerb für die Kieler Kunsthalle gewinnen können. Die Architekten schlagen ein langes Band vom Rathaus, am Amtsgericht vorbei bis an die Trave vor. Ein Saal ist integriert, ein Mehrzweckraum, Ausstellungsflächen, Werkstätten und als besonderer Clou ein gläsernes Atelier, frei schwebend über der Trave. Bestimmt schon idyllisch. Und was sieht der Künstler wenn er zukünftig auf die andere Seite der Trave guckt? Einen Supermarkt mit Kunstrasendach? Ob das inspirierend wirkt, darf ja wohl angezweifelt werden.
Vision: Nach Ahrensburg versucht es Klaus Schädel in Bad Oldesloe. Der Umzugsunternehmen und Privatdetektiv hatte sich vorher mit der CDU angelegt, wollte dann das Ahrensburger Rathaus auskehren. Jetzt will er seinen „Kampf gegen Filz und Korruption“ in der Travestadt fortsetzen. Karikaturist Götz Wiedenroth ahnt, wie das ausgehen könnte.
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Bahnhofsviertel soll schöner werden

- Reges Interesse zeigten die Bürger an der Umgestaltung des Gebietes vom Bahnhof bis zur Oldesloer Innenstadt. Foto: SUSANNA FOFANA
Lübecker Nachrichten vom 28. November 2009
Über das Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ informierte die Stadt Bad Oldesloe jetzt ihre Bürger. Da wieder Geld im Topf ist, kann die Stadt jetzt das verschönern, was sie schon 1988 vorhatte.
VON SUSANNA FOFANA BAD OLDESLOE – „Nach langen Jahren der Abstinenz kommt Bad Oldesloe wieder in den Genuss von Fördergeldern“, so Bürgermeister Tassilo von Bary. „Reimar- Hansen-Straße und Bahnhofstraße sind heruntergekommen“, wurde der Bürgermeister (parteilos) deutlich. „Da hat er Recht“, raunten sich einige der mehr als 100 Gäste in der Festhalle zu. Von Bary weiß genau, wovon er spricht. Er hat selbst in der Bahnhofstraße gewohnt und war 34 Jahre Hamburg-Pendler. In dieser Zeit hat er noch etwas von Auswärtigen erfahren: „Wer findet die Innenstadt?“
Der Bruch in der Stadtentwicklung, die bald nach 1988 abrupt endete, als alles Geld gen Osten floss, soll jetzt gekittet werden. Das, was nun neu in den Plänen steht und im Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ verwirklicht werden soll, „haben wir im Rahmenplan 1988 schon vorgehabt“, sagt Oldesloes Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster. „Schon vor 20 Jahren hätte man loslegen müssen.“
Doch Geld für den Stadtumbau West sei erst seit 2004 wieder im Sanierungstopf, der je zu einem Drittel von Bund, Land und Gemeinde gefüllt wird. Drei Jahre brauchte die Stadt, um alle Pläne und Gutachten zu erarbeiten, um 2007 schließlich in das Programm aufgenommen zu werden. Mit Erfolg: Seit 16. Oktober dieses Jahres ist die Sanierungssatzung rechtskräftig. Sie ermöglicht auch Grundeigentümern, städtebauliche Missstände mit finanzieller Unterstützung zu korrigieren. Für alle Anwohner sind weiterhin Talks im Stadtteil geplant. Der nächste ist am 8. Dezember um 19.30 Uhr im Bella-Donna-Haus. „Nutzen Sie die Chance der Wertsteigerung für ihr Grundstück“, forderten die Städteplaner von der DSK (Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft). Beratungstermine können mit Thomas Reinertz, Tel. 045 31/16 94 44 vereinbart werden.
Die Neugestaltung von Bahnhofstraße und Reimer-Hansen-Straße ist als Starterprojekt 2010 vorgesehen. Diese Straßen bilden das Tor zur Innenstadt, das Scharnier zwischen Ost und West. In dem Bereich sei der Einzelhandel bereits deutlich zurückgegangen. Nun soll alles attraktiver werden. Für die Kreuzung Sülzberg/Kurparkallee und Brunnenstraße bietet sich ein Kreisel an, im Kurpark könnte ein Spielplatz für alle Generationen entstehen, der historische Friedhof als Nachbarschaftspark dienen und die Wegeverbindung zu den Flüssen verbessert werden. Anders als sonst, werden die Anlieger im Sanierungsgebiet nicht an Straßenausbaukosten beteiligt. Sie zahlen lediglich zum Ende der Sanierung nach rund 10 bis 15 Jahren einen Ausgleichsbetrag für die sanierungsbedingte Bodenwertsteigerung. Dieser betrage in der Regel „zwischen Null und fünf Prozent“. Wer etwas außen an seinem Haus verändern möchte, muss dies künftig bei der Stadt genehmigen lassen. Reinertz betonte, dass er in 20 Jahren erst zwei Mal erlebt habe, dass ein Bauwunsch nicht genehmigt wurde. Von Barys Hoffnung für das Gebiet: Es möge in den nächsten Jahren zum Schönsten von Bad Oldesloe werden.
Oldesloe: Stadtsanierung wirft viele neue Fragen auf

- Foto: nie
Stormarner Tageblatt vom 28. November 2009
Es besteht reges Interesse an Umgestaltungsplänen der Südlichen Innenstadt von Bad Oldesloe
Bad Oldesloe
380 Anwohner aus dem neuen Oldesloer Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ waren zur Informationsveranstaltung in die Festhalle eingeladen worden. Etwa 150 waren gekommen. Eine „Aufbruchstimmung“ hatte sich Bürgermeister Tassillo von Bary von der Veranstaltung versprochen.
Mit skeptischem Interesse, subjektiver Neugier und vielen Fragen waren die Bürger gekommen. Der Bereich zwischen Kurpark und Besttorstraße, Reimer-Hansen-Straße und Bahnhofsstraße sei schon vor 30 Jahren in einem Zustand gewesen, der stark sanierungsbedürftig erschien, stellte Bürgermeister Tassilo von Bary fest: „Vor allem in den letzten Jahren hat sich die Situation aber noch verschlechtert.“
Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster zeichnete die lange Vorgeschichte der geplanten Sanierung nach: Schon vor 20 Jahren hätte man loslegen wollen, wenn es denn vom Etat her möglich gewesen wäre. Seit 2004 bestehe wieder die Möglichkeit entsprechende Gelder zu bekommen. „Es gab seitdem viele Gutachten zum Sport, zum Einzelhandel und zum Verkehr. Und auch viele Bürger haben sich eingebracht“, so Steinhoerster. All diese Ergebnisse würden jetzt mit in die Planung einfließen.
Karsten Schwormstede vom beauftragten Architektur- und Stadtplanungsbüro zeigte die „Missstände und Funktionsverluste“ im Sanierungsgebiet auf und benannte konkrete Ziele: So soll die „überdimensionierte“ Kreuzung am Kurpark zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Der „Hauptradweg“ soll die Bangertstraße hinabführen, und der Fußweg vom Bahnhof in die Innenstadt durch die Reimer Hansen-Straße soll deutlicher und durchgängig gestaltet werden. Der nördliche Kurpark wäre zu einem „echten Park für alle Generationen“ umzugestalten, und der alte Friedhof mit den Kriegsgräbern könne zu einem „Nachbarschaftspark“ umfunktioniert werden, in dem auch Kultur stattfinden könne.
Thomas Reinertz, der sozusagen oberster „Bauleiter“ des Projekts ist und als Treuhänder zwischen Anwohnern und Verwaltung fungiert, stellte das Sanierungsgesetz aus rechtlicher Sicht vor und betonte die Chance für die Grundstückbesitzer in Sachen Förderung und Steuererleichterungen.
Am Ende kamen dann die Fragen auf. Auf wenig Gegenliebe stieß zum Beispiel die Aussage, dass in dem Sanierungsgebiet in Zukunft neue Mietverträge, die länger als ein Jahr sind, von der Stadt genehmigt werden müssen. Auch dass die Eigentümer der Grundstücke nach Ende der Maßnahmen in zehn bis 15 Jahren die ermittelte „sanierungsbedingte Aufwertung“ ihres Grundstücks aus eigener Tasche zurückzahlen sollen, gefiel den meisten nicht. Ein Geschäftsmann monierte, dass nur mit Hausbesitzern, nicht aber nicht den Ladenbetreibern gesprochen würde. Sie hätten sich dort angesiedelt, weil in Sachen Parkplätze und Verkehr die Situation so ist, wie sie momentan ist. Jetzt höre man von weniger Parkplätzen, verkehrsberuhigten Zonen und vielleicht sogar einer Art Fußgängerzone. „Davon kann nicht die Rede sein“, wies Bürgermeister von Bary die Vermutungen zurück. Doch Gerüchte scheint es viele zu geben. Auch nach möglichen „Enteignungen“ wurde gefragt. „Die wird es im Rahmen dieser Maßnahmen nicht geben“, so von Bary. „Enteignung hat auch absolut nichts mit dem Sanierungsgesetz zu tun. Davon steht dort nichts“, fügte Reinertz hinzu.
Die Antwort auf die Frage nach Unterstützung bei der Neugestaltung der Vorgärten in der Reimer-Hansen-Straße hatte von Bary parat: „Wir haben gerade erstaunt festgestellt, dass die eh alle auf städtischem Besitz liegen“. Zu guter Letzt stellte ein Zuhörerin beim Blick auf den Sanierungsplan erstaunt fest, „dass da ein neues Haus in meinem Garten steht“. Antworten auf diese und andere Fragen sollen es nun beim nächsten „Talk im Stadtteil“ am Dienstag, 8. Dezember, im Bella-Donna-Haus geben. „Die Einbindung der Anwohner ist uns sehr wichtig“, so Reinertz und von Bary.
Patrick Niemeier
Eine Wandelhalle zur Trave

- Mit der Flaniermeile gewann das Architekturbüro Sunder-Plassmann aus Kappeln den 1. Preis.

- Platz 2 ging an die Hamburger Architekten Dinse, Feest, Zurl

- Platz 3 an nps tchoban voss, Architektur und Städtebau aus Hamburg.
Lübecker Nachrichten vom 27. November 2009
Die Entscheidung ist gefallen: Ein Preisgericht hat einen Entwurf für den Umbau des alten Amtsgerichts zum Kulturzentrum ausgewählt.
VON SUSANNA FOFANA
BAD OLDESLOE – „Der absolute Glücksgriff für Bad Oldesloe“, schwärmt Hagen von Massenbach (SPD) über den Sieger-Entwurf des Architektenwettbewerbs für das Oldesloer Kulturund Bildungszentrum (KuB). Jetzt bleibt zu hoffen, dass das Projekt, von dem alle schwärmen, auch bezahlbar ist.
Der mutige Entwurf des Architektenbüros Sunder-Plassmann aus Kappeln ist der, der das Preisgericht überzeugte. Den ersten Preis holte das Team aus Hans-Christian Rieck, Stephanie Kausior-Bialy und Cristina Treiber, das bereits vorige Woche den 1. Preis im Wettbewerb für das neue Entrée der alten Kunsthalle Kiel gewann.
„Wir glauben, dass der Architektenentwurf Leuchtturmfunktion für Bad Oldesloe hat,“ sagt Bürgermeister Tassilo von Bary. Die Verzahnung der Gebäude sei gut gelöst. Erfahrung beim Verbinden mit einem historischen Gebäude brachte das Kappeler Büro vom Pommerschen Landesmuseum Greifswald mit.
Schon dort stand der Foyergedanke im Vordergrund, der nun hier die Verbindungsachse vom Bürgerpark zur Innenstadt stärken soll. „Eine Flaniermeile“, so nannte es Architekt Gregor Sunder-Plassmann. In dieser Wandelhalle, die sich vom Rathaus bis zum Fluss erstreckt, ist Platz für Gastronomie und Ausstellungen. Den krönenden Abschluss bildet ein quasi über dem Fluss schwebendes Atelier.
Der ehemalige Sitzungssaal des Amtsgerichtes wird zum Mehrzweckraum, oben ist eine Terrasse vorgesehen. Als kompaktes Gebäude fügt sich hinter den Innenhof des historischen Rathauses der Veranstaltungssaal für 200 Personen an, der streng nach akustischen Maßstäben konzipiert wird. „Das Herzstück des Kultur- und Bildungszentrums“, so von Bary. Hinter dem alten Amtsgericht könnte in einem späteren Bauabschnitt ein Gebäude für die Oldesloer Bühne entstehen, das sich zur Trave hin öffnet. Sowohl Horst Möller (CDU), als auch Hagen von Massenbach (SPD), die mit im Preisgericht saßen, sind begeistert von der Sieger-Variante, die die Gebäude zu einer Einheit zusammenbringt. „Das Entrée bringt Leichtigkeit mit sich“, findet von Massenbach. Bad Oldesloe erhalte „ein neues Gesicht“. Die Innenstadt werde belebt.
Jetzt wird an der Idee weitergearbeitet. Sie werde „verfeinert, ohne den Kern zu verlieren“, nannte es Sunder-Plassmann. Er glaubt, dass die Kosten von vier Millionen Euro realistisch sind. Für den vom Beratungsbüro drost-consult ausgelobten Wettbewerb haben sich Architekten aus ganz Europa gemeldet. Einige der mehr als 100 Bewerbungen kamen aus London, Mailand und Madrid, sagt Lennart Beier. Zehn von ihnen landeten in der engeren Wahl. Schon in der zweiten Runde hatte das Preisgericht drei davon ausgewählt.
Die Sieger erhalten 12 500, 7500 und 5000 Euro. Vom 9. bis 18. Dezember werden die KuB-Entwürfe und Modelle im Stadthaus ausgestellt, am 14. Dezember im Hauptausschuss vorgestellt.
Klarer Sieg für Foyerband
Stormarner Tageblatt vom 27. November 2009
Kappelner Architekturbüro Sunder-Plassmann gewinnt Wettbewerb zur Umgestaltung des Amtsgerichts
Bad Oldesloe
„Suuper Entwurf!“ „Einfach geil!“ „Wenn ihr das nicht genommen hättet, hätte ich euch erschossen.“ Die Reaktionen der am Architektenwettbewerb für das Kultur- und Bildungszentrum beteiligten Juroren fallen eindeutig aus. Das Büro Sunder-Plassmann hat mit seinem Entwurf den Sieg eingefahren. 109 Büros aus London, Madrid, Rom, Mailand und Tallinn hatten sich an dem Wettbewerb beteilig, zehn kamen in die engere Wahl. Am Ende hatten die Kappelner die Nase einstimmig vorn.
Wie Büro-Chef Gregor Sunder-Plassmann gestern erläuterte, ist sein Kerngedanke, das historische Rathaus und den Bürgerpark mit einer Foyer- und Flaniermeile zu verbinden. Eines der besonderen Highlights: Das Gebäude endet zieht sich bis über die Trave. „Das wird ein schwebendes Plain-Air-Atelier“, erklärte der Architekt.
Für Hagen von Massenbach (SPD) das entscheidende Argument für dieses Konzept: „Es findet eine Übergabe an der Trave statt bis zum Marktplatz. Das Gebäude hat etwas Mutmachendes.“ Sein Kollege Horst Möller von der CDU empfindet es ähnlich: „Von der Funktionalität sind alle gleich, aber dieses hat den entscheidenden Kick. Ich sehe nicht, dass es exorbitant teuer wird.“
„Wir glauben, dass dieser Entwurf Leuchtturmfunktion haben wird“, schwärmte Bürgermeister Tassilo von Bary. Juror Uwe Stephenson hebt hervor, dass die Akustik „besonders gut“ berücksichtigt worden sei. Der Saal habe leicht aufsteigendes Gestühl und sogar einen Rang. „Das ist ein Knüller für Bad Oldesloe“, ist er überzeugt.
Am Montag, 14. Dezember, werden die drei Erstplatzierten im Hauptausschuss vorgestellt. Es ist denkbar, dass Politik mehrheitlich für einen anderen Entwurf stimmt. „Dann müssen wir in die Details gehen und in die Finanzierung“, macht Projektleiterin Mandy Treetzen das weitere Prozedere deutlich. Eine Realisierung in mehreren Bauabschnitten ist möglich und wahrscheinlich. Etwas 2015 könnte alles komplett fertig sein. Architekt Gregor Sunder-Plassmann beteuerte „mit Augenmaß“ geplant zu haben. Der Kostenrahmen von vier Millionen Euro könne eingehalten werden.
Andreas Olbertz
Grüne kritisiert Schulelternbeiräte
Lübecker Nachrichten vom 27. November 2009
BAD OLDESLOE – „Schofelig und egoistisch ist für mich die negative Erklärung der Schulelternbeiräte der weiterführenden Schulen zur Umwandlung der Stadtschule“, erklärt jetzt Karin Hoffmann von den Grünen.
Die Schulelternbeiräte hatten auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ihrer Angst Ausdruck verliehen, dass bei der hohen finanziellen Förderung der Stadtschule bei der Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule für die anderen Schulen kein Geld mehr vorhanden sein wird. „Dass sie sich so leicht vor den Karren der CDU spannen lassen, die nun die Schulen, Kindergärten und Sportstätten gegeneinander auszuspielen versucht, um durch die Hintertür ihre ideologischen Bremsklötze auszuwerfen, hätte ich nicht vermutet“, führt Hoffmann weiter aus. Und gerade die IGS solle mit gutem Beispiel vorangehen. Sei sie nicht auch einmal eine kleine Minderheit gewesen? „Wir Grüne haben damals mit der SPD gegen alle ideologischen Anfeindungen hinweg dieses Modell durchgesetzt, und es ist ein Erfolgsmodell geworden. “Nun gelte es, weitere Pionierarbeit zum Wohle der Bildung der Kinder zu leisten. „Etwas über den Tellerrand geblickt, wissen wohl die meisten, dass durch familiäre und soziale Umgestaltungen für die Zukunft gerade diese Schulart dringend benötigt wird.“
Da könne sich keiner mit Schlagworten wie „keine solide Finanzierung“ herausreden. Die CDU weise permanent neue Baugebiete aus und wundere sich dann, dass Oldesloe Schulen, Kindergärten und Sportstätten brauche. „Ist das solide?“ kks
Jetzt sind’s drei: Klaus Schädel möchte Bürgermeister werden

- Klaus Helmut Schädel möchte ins Oldesloer Rathaus. Foto: JEB
Lübecker Nachrichten vom 27. November 2009
BAD OLDESLOE – Er ist der dritte Mann in Bad Oldesloe: Der Ahrensburger Klaus Helmut Schädel (parteilos) will sich neben dem amtierenden Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) und Hagen von Massenbach (SPD) um das Amt des Bürgermeisters in der Kreisstadt bewerben.
Im kommenden Monat sammelt Schädel auf dem Marktplatz Unterschriften der Oldesloer Bürger, um zur Wahl zugelassen zu werden. 135 gültige Unterschriften braucht der Ahrensburger, der als fraktionsloser Bewerber antreten möchte. Damit hat er bereits Erfahrung. Schädel war einer von fünf Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Ahrensburg. Der Parteilose kam im ersten Wahlgang auf 12,5 Prozent der Stimmen (2349 von 18 729 gültigen Stimmen). Das reichte weder für die Stichwahl noch für den Einzug ins Rathaus. Michael Sarach gewann die Abstimmung und lenkt ab kommendem Jahr die Geschicke in der Schlossstadt.
Jetzt lockt die Kreisstadt als Betätigungsfeld. „Bad Oldesloe ist eine schöne Stadt in einer wichtigen Region in Deutschland“, erklärt Schädel gegenüber den LN. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte hat er sich in der Kreisstadt umgesehen. „Die Stadt spricht uns an“, schwärmt er. Er will eintreten für Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Gerechtigkeit für die Bürger. „Ich möchte mich gegen Filz und Korruption stellen, gegen eigennützige Politiker. Ich weiß nicht, ob das in Bad Oldesloe so ist, in Ahrensburg ist das so“. Er werde sich schlau machen, kündige der Ahrensburger an.
Schädel ist ehemaliges CDU-Mitglied. Er legte sich 2005 mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Carl-Eduard von Bismarck (CDU) an, sah bei ihm Kontakte zu einem angeblichen Scientology-Mitglied und ging dafür sogar im vergangenen Jahr ins Gefängnis – Schädel lässt sich den Mund nicht verbieten. Und so wirbt der gelernte Elektroingenieur und jetzige Möbelspediteur und Privatdetektiv mit seinem Engagement für sich selbst. Er sagt Dinge wie „Moral und Werte müssen wieder verstärkt in unsere Gesellschaft eingebracht werden“. Schulen müssten gestärkt werden, die Verwaltung solle parteineutral arbeiten, „so weit es geht“ und Klüngel – soweit vorhanden – beseitigt werden. Schädel, der keine Verwaltungserfahrung hat, beschäftigt sich jetzt intensiv mit der Kreisstadt und möchte von den Bürgern Bad Oldesloes hören „wo der Schuh drückt“. Hagen von Massenbach, der von der SPD-Fraktion ins Rennen um das Bürgermeisteramt geschickt wird, begrüßt die Bemühungen des dritten Mannes. „Topp wären allerdings fünf Bewerber“, findet der Sozialdemokrat. Ob es dazu kommt? Die Oldesloer CDU ist noch in der Findungsphase, und die Grünen lassen „die Katze“ erst bei der Neujahrsfeier aus dem Sack. Das macht die FDP ähnlich: Karl-Reinhold Wurch berichtet von einem „ersten Casting“ und präsentiert den Kandidaten oder auch die Kandidatin beim Neujahrsempfang.VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
Klaus Schädel kandidiert in Oldesloe

Stormarner Tageblatt vom 26. November 2009
Nach 12, 5 Prozent in Ahrensburg ein neuer Anlauf
Bad Oldesloe
Das verspricht ein interessanter Wahlkampf zu werden. Hagen von Massenbach (SPD) und Amtsinhaber Tassilo von Bary haben bereits bekannt gegeben, dass sie bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr antreten werden. Und noch einer will antreten: Klaus Helmut Schädel. „Ich war gestern im Rathaus und habe mir die Formblätter geholt, um Unterschriften zu sammeln“, teilte er auf Nachfrage mit. Bewerber, die nicht von einer Fraktion vorgeschlagen werden, müssen 135 Unterschriften von Oldesloern vorweisen, um zur Wahl zugelassen zu werden.
Schädel ist bekannt geworden, weil er unlängst in Ahrensburg kandidiert hat. „Gemeinwohl statt Eigennutz“ lautete dort sein Slogan. Er hat sich den Kampf gegen Filz und Korruption auf die Fahne geschrieben. 12,5 Prozent der Stimmen bekam er.
Und warum jetzt Bad Oldesloe? „Ich muss hier weg. Ahrensburg ist so eine korrupte Stadt. Hier herrscht eine Polit-Immobilien-Mafia. Man will mir meine Firma kaputt machen“, behauptet der 50-Jährige. Die Sorge um die Demokratie und den Zustand des Rechtsstaats trieben ihn an. Deshalb würde er als zukünftiger Bürgermeister den Einfluss von Politik auf die Verwaltung eindämmen. Ein bürgernaher und offener Verwaltungs-Chef wolle er sein.
Zu Bad Oldesloe direkt und was es hier anzupacken gebe, konnte er noch nichts sagen. Schädel: „Ich habe schon einiges gehört. Bauhof und so, muss mich jetzt aber erst mal informieren. Ich werde mit den Bürgern reden und hören, wo der Schuh drückt.“
2003 war der Ahrensburger in die CDU eingetreten. „Aber da wird man ja abserviert“, so sein Fazit. Er hatte kritische Fragen gestellt, welche Auswirkungen es auf die Politik und die CDU habe, dass der damalige Bundestagsabgeordnete Carl-Eduard von Bismarck mit einem angeblichen Scientology-Mitglied ein Unternehmen betreibe. Daraus entwickelte sich ein juristischer Streit, Schädel ging in Beugehaft, Bismarck trat aus der Partei aus, Schädel wurde ausgeschlossen. Davor war er im Parteivorstand und engagierte sich als bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss.
Klaus Schädel ist verheiratet, Elektroingenieur betreibt aber seit 15 Jahren ein Umzugsunternehmen und ist als Privatdetektiv tätig.
Andreas Olbertz
Stadtschule im Haushalt 2010: CDU enthält sich
Lübecker Nachrichten vom 25. November 2009
BAD OLDESLOE – Die Umwandlung der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule ist im Haushalt 2010 der Stadt Bad Oldesloe verankert, und die CDU machte auf der Stadtverordnetenversammlung wahr, was sie bereits letzte Woche angekündigt hatte: Sie trug den Haushalt 2010 nicht mit, sondern enthielt sich der Stimme.
„Wir haben nichts gegen die Stadtschule“, wiederholte CDU-Fraktionschef Horst Möller noch einmal. Aber: „Es wird für die Stadt zu teuer.“ Sein Antrag, die Ansätze für die Stadtschule aus dem Haushalt zu streichen und stattdessen 600 000 Euro für den Bau der Mensa einzubringen, wurde abgelehnt – als Konsequenz enthielten sich die Christdemokraten. CDU-Kollege Uwe Rädisch sieht in den kommenden Jahren sogar eine Kreditsperre auf die Stadt zukommen. „So etwa enden wir, wenn wir so weitermachen.“ DieVorsitzende des Finanzausschusses, Birgit Reichardt-Mewes (CDU), spricht von einer „anhaltend hohen Investitionstätigkeit“ und vermutet: „Wir werden kein Auskommen mit dem Einkommen haben.“. Der Haushalt 2010 schließt mit einem Minus von 778 500 Euro und einer Kreditaufnahme von 2,5 Millionen (bei einem Gesamtvolumen im Ergebnisplan von rund 38 Millionen und im Finanzplan von rund 34 Millionen Euro).
Trotzdem sprach sich Karl-Reinhold Wurch, Fraktionsvorsitzender der FDP, noch einmal für die Gebundene Ganztagsschule aus, die rund vier Millionen Euro kosten soll. „Diese Ganztagsschule wollen wir uns leisten, wir werden an der Zahl aber noch feilen müssen.“ Den Mitgliedern der Schulkonferenz der Stadtschule empfahl er dringend, noch einmal den Beschluss zu überdenken, diese Schulform erst zum Schuljahr 2011/2012 einzuführen. „Wenn Sie uns mit diesem Beschluss Knüppel zwischen die Beine werfen, findet die nicht statt.“ Nur bei einem Start im kommenden Schuljahr 2010/2011 kann es die zugesagte Förderung von rund einer Million Euro aus Kiel geben. Das bestätigte auch Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos), der vor der Sitzung noch mit dem Bildungsministerium in Kiel telefoniert hatte. „Das Bildungsministerium wird weiterhin an der Förderung für 2010/2011 festhalten.“ Zu einem späteren Zeitpunkt gibt es „keine Chance“.
Das ist allen klar. „Ich kann die Sorgen der Stadtschule verstehen“, so Hagen von Massenbach (Fraktionschef der SPD). Die Schule hat Umsetzungsschwierigkeiten, „weil wir immer wieder geschoben haben. Wir müssen der Stadtschule die Hand reichen und schauen wie es gehen kann“. Fakt ist, „der Prozess der Stadtschule wird über Jahre gehen“. Zu Lasten anderer Projekte an den Schulen und im Sport- und Kindergartenbereich, die dringend auf Vollendung warten? „Auch da haben wir geschoben, aber wir sind dran.“
Sabine Prinz, Schulleiterin an der Stadtschule, ist froh, „dass die Politik Verantwortung für zukünftige Bildung übernommen hat“. Sie lädt in der kommenden Woche erneut zur Schulkonferenz. „Wir werden einen Beschluss fassen, der es ermöglicht, den Antrag zu stellen.“ Unddamit wird die Gebundene Ganztagsschule bereits 2010/2011 beginnen. VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
Geld für Stadtschule bewilligt
Stormarner Tageblatt vom 25. November 2009
38-Millionen-Haushalt einstimmig verabschiedet – nur CDU hat sich enthalten
Bad Oldesloe
Da verabschieden die Stadtverordneten den städtische Haushalt mit einem Volumen von gut 38 Millionen Euro, aber eigentlich ging es nur um ein Thema: Stadtschule. Und das von Anfang an. CDU-Fraktions-Chef Horst Möller wollte die Tagesordnung ändern. Der Haushaltsbeschluss solle gestrichen werden. Sein Argument: Die Stadtschule habe einen Umwandlungsbeschluss für das Jahr 2011/12 gefasst. Damit gebe es keinen Beschluss, der mit den Förderrichtlinien kompatibel sei, die Stadt werde deshalb keinen Zuschuss bekommen, also dürfe der Haushalt nicht verabschiedet werden.
Schon in der Bürgerfragestunde ging es um die Gebundene Ganztagsschule. Die Elternbeiratsvorsitzenden der drei Schulen in der Olivet-Alle äußerten ihre Bedenken, „dass so viel Kapital gebunden wird, dass kein Geld mehr über ist.“ 2 900 Schüler müssten unter schlechten Bedingungen lernen, damit es Verbesserungen für eine kleine Gruppe gebe.
Und dann natürlich zum Tagesordnungspunkt direkt. Horst Möller machte den Anfang. Die CDU habe nichts gegen die Stadtschule, aber die Summe sei nicht vertretbar. „Es wird von den vier Millionen Euro nicht ein Schüler mehr unterrichtet werden“, argumentierte er. Ansonsten wiederholte Möller die bereits aus einer Pressemitteilung (wir berichteten) bekannten Argumente: Kein Geld mehr für Sportplätze, für Krippen oder Kindergärten.
Diese Argumentation griff Hagen von Massenbach auf. Die CDU rühme sich zwar, den Schuldenberg abgebaut zu haben. „Vielleicht haben sie auch nur Glück gehabt mit den Steuereinnahmen. Gewisse Probleme sind einfach aufgeschoben worden. Die drängen jetzt auf Lösung“, kritisierte der SPD-Fraktions-Chef. Ob Schule, Sportverein oder Kita, die Sorgen seien bekannt und sollen nicht hinten runter fallen. „Nur wenn man Probleme anspricht, kann man sie lösen“, lautet seine Devise. Woher das Geld kommen soll, sagte er allerdings nicht.
Karl-Reinhold Wurch bekannte sich für die FDP zu seiner Verantwortung: „Die Reise geht in eine Schuldenfalle. Da muss man politisch entscheiden und Prioritäten setzen. Die Stadtschule habe eindeutig Priorität. „Stadtumbau und Kulturzentrum stehen da auf wesentlich tönernen Füßen“, mahnte er.
Der Haushalt wurde einstimmig bei Enthaltung der CDU beschlossen.
Stadtschulrektorin Sabine Prinz kündigte gestern auf Nachfrage an, umgehend die Schulkonferenz einzuberufen: „Ich denke, dass wir einen Beschluss fassen werden, der die Antragstellung ermöglicht.“
Andreas Olbertz
Wer integriert am besten?

Stormarner Tageblatt vom 23. November 2009
Oldesloe auf dem Weg zum Integrationsbeauftragten – oder wird es doch gleich ein Beirat
Bad Oldesloe
Bekommt die Kreisstadt einen Integrationsbeauftragten oder einen Integrationsbeirat? Bei einem Runden Tisch im Bürgerhaus ging es jetzt darum, welche Aufgaben dieses Gremium oder diese Person übernehmen sollte und wer für dieses Amt in Frage kommen könnte.
Der Einladung von Bürgermeister Tassilo von Bary waren rund zwei Dutzend Privatleute und Vertreter von Institutionen gefolgt, die sich mit Integration befassen, etwa vom Fit-Verein, von Sportvereinen, der Awo, der Moschee oder dem Diakonischen Werk. Dabei waren auch Bürgerworthalter Rainer Fehrmann sowie Marion Arpe, Leiterin des Hallenbads, die sich seit einiger Zeit um die Einbindung muslimischer Frauen bemüht.
Auf Vorschlag von Fachbereichsleiter Thomas Sobczak wurde über die Aufgaben und Handlungsfelder der künftigen Institution gruppenweise eine Stunde diskutiert. Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurde schnell klar, dass über die Wichtigkeit von Bildungsförderung, Erziehung zu Toleranz oder Hilfe zur Selbsthilfe große Einigkeit besteht.
Auseinander gingen die Ansichten allerdings bei der Frage, ob eine Einzelperson mit der Integrationsförderung beauftragt werden soll, oder ob ein Gremium – ähnlich wie der Senioren- oder der Behindertenbeirat – die bessere Lösung sei. Während die meisten Sprecher sich angesichts des bereits bestehenden Netzwerks von Institutionen für eine Gruppe aussprachen, warb der Fit-Vorsitzender Gerd Günter Finck entschieden für eine einzelne Person, die dann die Bildung eines Rates vorbereiten sollte: „Die Vernetzung der bestehenden Aktivitäten ist eine Sisyphos-Arbeit, die nur jemand machen kann, der sich gut auskennt und selber auch einen Migrationshintergrund hat“.
Fazit des Bürgermeisters: „Wir sollten die vorhandene Fachkompetenz nutzen und auf diesem Weg weiter machen.“ Die nächste Gesprächsrunde, zu der auch weitere Teilnehmer willkommen sind, wird im Januar stattfinden. Anette Kröning
Start für Stadtumbau

Lübecker Nachrichten vom 21. November 2009
Kommendes Jahr soll es losgehen: Im Rahmen der Städtebauförderung Stadtumbau West beginnen die ersten Umbaumaßnahmen im Gebiet „Südliche Innenstadt“.
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ
BAD OLDESLOE – Die ersten Spatenstiche für die Sanierung des Gebietes „Südliche Innenstadt“ in Bad Oldesloe sollen im kommenden Jahr in der Bahnhofstraße und der Reimer-Hansen-Straße erfolgen.
Möglich wird dies durch das Förderprogramm „Stadtumbau West“, in das Bad Ol- desloe bereits 2007 aufgenommen wurde – Maßnahmen mit einem Volumen von insgesamt sechs Millionen Euro sollen in der Kreisstadt umgesetzt werden. Bewilligt wurden bisher 1,4 Millionen Euro. An diesem Programm beteiligen sich Bund und Land mit jeweils einem Drittel der Kosten, das letzte Drittel zahlt die Stadt selbst – in den Topf des Sanierungsträgers DSK (Deutsches Stadtentwicklungsgesellschaft), der als Treuhänder für die Stadt arbeitet. Richtschnur ist das integrierte Stadtent- wicklungskonzept Bad Oldesloe (ISEK) 2010, so Bad Oldesloes Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster, werden die beiden genannten Straßen saniert. „Sie stammen noch aus den 60-er Jahren“, erklärt der Fachmann, und sollen jetzt im Rahmen des Stadtumbau West attraktiver gemacht werden. Zwei „Talks im Quartier“ hat es deshalb mit den Anwohnern bereits gegeben, am Dienstag, 8. Dezember, soll ein weiterer folgen (19.30 Uhr im Bella-Donna-Haus). „Es wird jetzt konkret.“ Details verrät Steinhoerster jedoch nicht, sondern verweist auf die Versammlung der Grundeigentümer.
Ihnen wurden schon einmal Pläne vorgestellt, nach denen in der Bahnhofstraße sechs Parkplätze im engsten Bereich der Straße wegfallen sollen. Für die Reimer-Hansen-Straße war eine Umwandlung der Parkplätze angedacht – was den Wegfall von zwei Parkplätzen bedeutet. Durch die Verlegung der Ampelanlage sollen die Fußgänger besser in das Zentrum geführt werden. Am 8. Dezember wird es klarer.
Es ist eine von vielen Maßnahmen, Bad Oldesloe für die Zukunft lebenswerter zu gestalten. Und damit die Fortsetzung zur Verschönerung der Kreisstadt mit Städtebauförderungsmitteln, die 1998 eingestellt werden musste. Die Stadt ist wieder im neu aufgelegten Förderprogramm, weil auch sie von den gesamtgesellschaftlichen Veränderungen in den kommenden Jahrzehnten besonders betroffen sein wird: Sinkende Geburtenzahlen, der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung nimmt zu, Längere Arbeits- und Lebenszeiten erfordern neue Formen von Bildung, Freizeit und Verkehr. Die Umgestaltung der Straßen vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Fußgängerzone sind ein Baustein für die Stärkung der Innenstadt, sie soll für ein attraktives „Entree“ sorgen, haben sich die Planer überlegt.
Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt Bad Oldesloe unter www.badoldesloe. de. Stichwort Stadtumbau West.
Sanierungsgebiet
Die Gesamtmaßnahme Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ ist rechtsverbindlich. Welche Bedeutung das für die Grundeigentümer in dem rund 43 Hektar großen Bereich haben wird, darüber informieren die Stadt und auch der Sanierungsträger Deutsche Stadtentwicklungsgesellschaft (DSK) am Donnerstag, 26. November, ab 19.30 Uhr in der Festhalle der IGS, Olivet-Allee 4 bis 6.
Die Problematik ist, dass sich Grundeigentümer in Sanierungsgebieten fast alles von der Stadt genehmigen lassen müssen. Wollen sie ihr Grundstück teilen, brauchen sie die Erlaubnis der Stadt, Verkäufe von Grundstücken sind genehmigungspflichtig, und die Aufnahme einer Hypothek ebenso (Baugesetzbuch Paragraph 141 und folgende). Wie genau die Auswirkungen für die Betroffenen aussehen, dazu wollte sich Thomas Reinertz, vom DSK-Regionalbüro Bad Oldesloe, gegenüber den LN nicht äußern. Die Vorsitzende des Oldesloer Bauausschusses, Maria Herrmann (SPD), spricht jedoch schon jetzt von Konsequenzen für die Eigentümer: „Es gibt Regeln, die die Anwohner zu etwas zwingen. Auch wenn jemand mit etwas nicht einverstanden ist, muss er sich fügen.“ Interessierte Bürger können sich unter 045 31/16 94 44 für den Abend anmelden. kks
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 21. November 2009
Von Kleinholz und Gartenarbeit
Streichliste: Sichtlich angesäuert beantragte CDU-Fraktions-Chef Horst Möller im Hauptausschuss die Streichung von Punkt 8 – Entschädigungssatzung. „Da werden wir keine Änderungen mehr mitmachen. Das brauchen wir in den nächsten Jahren auch nicht wieder auf die Tagesordnung zu nehmen“, grantelte Möller, der die Liste selbst erstellt hatte. Für einige Posten wollte die CDU deutlich mehr Geld ausgeben, unterm Strich wären 6500 Euro Mehrkosten herausgekommen. Für einen 40-Millionen-Haushalt eine lächerliche Summe. Aber wenn Politiker zu Sparsamkeit aufrufen und Zuschüsse streichen, passt es eben nicht ins Bild, sich selber mehr Geld zu genehmigen. SPD und Grüne hatten vorher schon gesagt, dass sie den Weg nicht mitgehen. Also verschwand die CDU-Liste sang- und klanglos in der Tonne.
Großauftritt: Uwe Rädisch hat sich zum „elder statesman“ in der Oldesloer Politik entwickelt. Ein Vorschlag hier, ein lockerer Spruch da, und er stimmt auch längst nicht immer auf Fraktionslinie ab. Jetzt hatte er im Hauptausschuss einen großen Auftritt. Der Bürgermeister hatte den Stil des Miteinanders angemahnt und ihm damit ein Stichwort geliefert. „Das lassen wir uns nicht mehr bieten. Das ist für die CDU-Fraktion unakzeptabel. In meiner früheren Zeit hätte es hier Kleinholz gegeben“, wetterte der alte Kämpe. Was für ein Beispiel für sachlichen Umgang.
GrünZeug: Fehlt nur noch die Hymne von Alexandra: „Mein Freund der Baum.“ Denn wie sich Stormarn aufbäumte, um den drohenden Kahlschlag des Kulturguts in Jersbek doch noch zu verhindern, verdient Respekt. Das war große Gartenarbeit! Statt Kreis beackern 2010 Eigentümer und Förderverein das weite Feld des Barockgartens. Es hätte vielleicht auch anders geklappt – siehe Karikatur. Andreas Olbertz Volker Stolten
Wegen Stadtschule kein CDU-Ja zum Haushalt

Stormarner Tageblatt vom 20. November 2009
Bad Oldesloe
Aus der Traum von der großen Harmonie und dem einstimmig verabschiedeten Haushalt. Die CDU-Fraktion hat ihre Finanzausschuss-Leute auf den Boden der Tatsachen zurück geholt und mit Mehrheit anders entschieden.
Die Christdemokraten haben nie ein Geheimnis daraus gemacht: Die Umwandlung der Stadtschule in eine gebundene Ganztagsschule lehnen sie ab. Begriffe wie „Luxusschule“ und „können wir uns nicht leisten“ fielen. Das ganze ist nämlich mit Umbaukosten von vier Millionen Euro und Personalkosten verbunden.
Bislang hatte die FDP einen endgültigen Beschluss verhindert, weil sie die Finanzierung als nicht gesichert ansah. Das hat sich, seit klar ist, dass eine Million Euro an Zuschuss fließt, geändert. Auch die Liberalen sind nun für eine Finanzierung über ein PPP-Modell. „Damit hat sich die FDP von einer soliden Haushaltspolitik verabschiedet“, findet CDU-Ortsvorsitzender Heinz Drenkberg. Angesichts von jährlichen Zahlungen von 500 000 Euro allein für die Stadtschule könne nicht von einer gesicherten Finanzierung gesprochen werden.
Angeblich wegen der Umwandlung der Stadtschule steigt nach Ansicht der CDU der Schuldenberg der Stadt in den kommenden Jahren von 7,7 auf 16,4 Millionen. Heinz Drenkberg skizziert schon mal Horrorszenarien: „Damit werden in Zukunft keine Mittel mehr für die Beseitigung der Raumengpässe in der TMS, TSS und anderen Schulen zur Verfügung stehen.“ Die Schaffung von Krippenplätzen sei nicht mehr finanzierbar und die Umsetzung des Sportentwicklungskonzepts werde verschoben. Ganz zu schweigen von den Wünschen der Sportvereine oder der dringend benötigten Bleibe für den Kindergarten Luftballon.
Die Zahlen lagen zur Haushaltsklausur bereits auf dem Tisch. Da haben die Christdemokraten noch zugestimmt und lediglich zu Protokoll geben lassen, dass sie gegen die Stadtschule sind. Fraktionsvorsitzender Horst Möller: „Da hatten wir vielleicht noch nicht so genau hingeschaut. Jetzt sind die Zahlen gesackt.“ Zur Sitzung der Stadtverordneten am Montag wird deshalb der Antrag gestellt, die Stadtschule aus dem Haushalt zu streichen. Sollte das abgelehnt werden, werde die CDU den Haushalt „nicht mittragen“ – Enthaltung. An einer Mehrheit für Etat und Umwandlung wird das aber nichts ändern.
Andreas Olbertz
Wahlrecht für Migranten?
Lübecker Nachrichten vom 19. November 2009
BAD OLDESLOE – Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) hat jetzt von den Mitgliedern des Hauptausschusses den Auftrag erhalten, eine Resolution für ein kommunales Wahlrecht zu erarbeiten. Die Idee dazu entstand bei der Interkulturellen Woche in Bad Oldesloe. Bei der Veranstaltung „Kommunales Wahlrecht“ für Migrantinnen und Migranten wurde der Bad Oldesloer Gleichstellungsbeauftragten Marion Gurlit und der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin Maria Herrmann (SPD) sowie Kreispräsidentin Christa Zeuke (CDU) eine Unterschriftenliste überreicht. Die Unterzeichner fordern sowohl den Kreis als auch die Stadt auf, sich für ein kommunales Wahlrecht auch für Migranten einzusetzen. „Es geht nicht darum, dass Menschen, die ein Jahr hier leben, das Wahlrecht erhalten“, erklärt Herrmann. Migranten lebten im Schnitt mindestens 16 Jahre in Bad Oldesloe. „Sie verbringen ihr Leben in unserem kommunalen Alltag.“ Und sollten auch ein Wahlrecht erhalten. Herrmann ist klar, dass eine Resolution nicht viel bewegen wird, aber „es ist ein Signal“. Es sei ein langwieriger Prozess. Horst Möller, Fraktionsvorsitzender der CDU, begründet, warum seine Partei im Hauptausschuss gegen die Ausarbeitung der Resolution zum jetzigen Zeitpunkt gestimmt hat: „Es geht nicht um den Inhalt, aber wir wollten das mit dem Bürgern diskutierten“. Es sei nicht genug Zeit gewesen. Er fragt sich, warum das jetzt so schnell gehen muss. kks
CDU kündigt Kehrtwende bei der gebundenen Ganztagsschule an
Lübecker Nachrichten vom 19. Novembe 2009
Bad Oldesloe – Rein in die Kartoffeln raus aus den Kartoffeln: Stimmte die Bad Oldesloer CDU am Sonnabend in der Finanzausschusssitzung noch für den Haushalt 2010 – und damit auch für die gebundene Ganztagsschule –, so zieht sie jetzt diese Entscheidung wieder zurück.
Einen entsprechenden Antrag auf Streichung des Haushaltsansatzes für die Schule wollen sie am Montag auf der Stadtverordnetenversammlung einbringen, haben sie damit keinen Erfolg so drohen die Christdemokraten mit der Ablehnung des Haushalts 2010. Das haben sie jetzt – mehrheitlich – auf ihrer Fraktionssitzung beschlossen. „Wir verschulden uns dermaßen stark, steuern so dermaßen in die Miesen“, so Heinz Drenkberg, Stadtverbandsvorsitzender der CDU. Der Haushalt sei dann nicht mehr ausgeglichen und somit genehmigungspflichtig. „Wir haben immer gesagt, wir sind gegen die gebundene Ganztagsschule, wenn sie nicht bezahlbar ist.“ Und auch wenn es eine Zusage zur Förderung in Höhe von 25 Prozent gibt – immerhin rund eine Million Euro – sei die Finanzierung des Vorhabens damit noch lange nicht gesichert. „Wir werden 20 Jahre lang jährlich etwa eine halbe Million Euro an Zusatzkosten allein für die Stadtschule zahlen müssen, so dass von einer gesicherten Finanzierung auch trotz des Zuschusses nicht die Rede sein kann. Damit sind die Voraussetzungen für die Umwandlung der Stadtschule gemäß Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nicht gegeben.“ Drenkberg sieht keinen finanziellen Spielraum mehr für Maßnahmen an anderen Schulen, für die Schaffung von Krippenplätzen und die Umsetzung des Sportentwicklungskonzeptes. Warum die CDU im jüngsten Finanzausschuss mit für den Haushalt 2010 stimmte, obwohl doch alle Zahlen und Fakten bereits lange auf dem Tisch lagen, diese Frage kann Drenkberg nicht beantworten, er war nicht dabei.
Die Stadtverordnete Anita Klahn (FDP) war mehr als überrascht über die Kehrtwende der CDU. Sie, die sich als frisch gewählte Landtagsabgeordnete in Kiel für die Förderung noch einmal stark gemacht hat, kann das nicht verstehen und bleibt bei ihrer Richtung: „Die gebundene Ganztagsschule ist eine Schulform der Zukunft“. Natürlich hätte auch sie gerne mehr Förderung aus Kiel. Förderhöhen von bis zu 80 Prozent seien einmal in Aussicht gestellt worden. „Jetzt haben wir eine Million, das ist erheblich weniger.“ Sie bedauert, dass die CDU, im Nachgang, nach der Finanzausschusssitzung, so reagiert. Wobei sie auch sagt, „die CDU hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie das Konzept ablehnt“. Klahn betont noch einmal, nicht ohne das klare Votum der Bürger entscheiden zu wollen – es fehlt dafür noch das Votum der Schulkonferenz der Stadtschule. Das wird gestern Abend gefallen sein.
Auch Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der SPD, ist fassungslos und fragt sich, „wieso haben sie dem Haushalt zugestimmt, wieso haben wir den Haushalt gemeinsam auf den Weg gebracht?“ Seine Antwort auf den Rückzieher der CDU ist: „Wir werden an der gebundenen Ganztagsschule festhalten, wir stehen vor einer große Aufgabe“.
Das Argument der CDU – „ . . . die Verschuldung der Stadt steigt von 7,7 Millionen Euro (noch ohne Stadtschule) auf 16,4 Millionen Euro und mehr in den Folgejahren . . .“ sei so nicht richtig. „Wir verschulden uns nicht nur wegen der Stadtschule.“ So seien die Zahlen zudem nicht richtig. Von Massenbach: „Ich bin platt.“
Die Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung sind eindeutig: Grüne, FDP und SPD haben zusammen 17 Stimmen, die CDU zehn. Wenn die CDU ihre Drohung wahrmacht und bei Ablehnung ihres Antrages den Haushalt nicht mitträgt, kann er trotzdem beschlossen werden.
Die üblichen Verdächtigen
Stormarner Tageblatt vom 18. November 2009
Hauptausschuss bewilligt gut 3 000 Euro für Stadtmarketing und besetzt neues Gremium
Bad Oldesloe
Der Beschluss war fast schon vorherzusehen: Im Oktober hatte Mario S. Mensing vor dem Hauptausschuss zum Thema Stadtmarketing referiert und dabei ein mehrstufiges Konzept vorgeschlagen. Natürlich sollte seine Firma, die Lübecker Cima, es mit der Stadt umsetzen. Aber so recht hatte im Hauptausschuss damals niemand Lust, den Auftrag über gut 3000 Euro zu vergeben. Die Entscheidung wurde wegen Beratungsbedarfs vertagt. Jetzt stand das Thema erneut auf der Tagesordnung: 3120 Euro sollen bereit gestellt werden und eine Expertengruppe mit Vertretern der Verwaltung, der Wirtschafts- und Aufbaugesellschafts Stormarn (WAS) und der Gemienschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) gebildet werden, die dann zusammen mit der Cima die nächsten Schritte vorbereitet. „Das sind doch die üblichen Verdächtigen“, kritisierte Karl Reinhold Wurch (FDP): „Genau die, die uns in die Situation gebracht haben, dass wir wieder einen Berater bezahlen müssen.“ Wurch regte an, einen Vertreter eines florierenden Unternehmens aus dem Gewerbegebiet in den Expertenkreis aufzunehmen. Die WAS solle um Vermittlung gebeten werden. Auch die SPD ist unzufrieden. „Ich hatte gebeten, Alternativen aufzuzeigen“, bemängelte Hagen von Massenbach. Bürgermeister Tassilo von Bary konnte zwar eine Reihe von ähnlichen Agenturen aufzählen, aber Konzepte und Preise hatte er nicht eingeholt. Von Massenbach regte einen zusätzlichen Kandidaten für die Expertenrunde an: Er wollte einen Vertreter der Hude AG aufgenommen haben. Das Ganze wurde einstimmig beschlossen. Andreas Olbertz
Bad Oldesloe – was für eine Marke?
Lübecker Nachrichten vom 18. November 2009
Stadtmarketing für Bad Oldesloe – eine Expertengruppe ist jetzt auf der Suche nach d e m Profil. Damit soll das Image der Stadt endlich vernünftig aufgewertet werden.
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ BAD OLDESLOE – „Bad Oldesloe – fast wie Urlaub“, fällt dem Fraktionsvorsitzenden der FDP, Karl Reinhold Wurch, spontan zu seiner Heimatstadt ein. Die soll nach vielen vergeblichen Versuchen jetzt endlich richtig vermarktet werden – bevor es dafür zu spät ist.
Im Hauptausschuss ist jetzt beschlossen worden, in zwei Schritten das Profil, dieMarke Bad Oldesloe zu entwickeln. Erstens: eine kurze, knappe Aussage muss her. Mit Psychografie, also dem, „was die Stadt authentisch macht“, wie Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) erklärt, mit Kompetenzen, Nutzen, Stärken, Differenzierung- und Alleinstellungsmerkmalen. Eine kleine Expertenrunde ist jetzt dafür zuständig, genau dieses Markenprofil zu entwickeln – mit Hilfe der Firma Cima (Kompetenzzentrum für Stadt- und Regionalentwicklung). „Wir wollen für Bad Oldesloe die Außendarstellung verbessern, dafür ist es erforderlich, eine Marke zu sein“, erklärt von Bary. „Das ist nicht so einfach, weil ein Leuchtturm fehlt, die Leitbilder sind zu vage“. Das Kultur- und Bildungszentrum – es soll jetzt im Haushalt 2010 verankert werden – könnte so ein Leuchtturm sein, findet der Bürgermeister. Dennoch „Bad Oldesloe hat was“, formuliert er – einen Slogan.
Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Holger Möller, kann auch nicht in einem knappen Satz sagen, worauf man in seiner Heimatstadt „abfahren“ kann. „Gewachsene Kleinstadt, wunderschöner Innenstadtkern, eine herrliche Lage im Grünen“, und noch so vieles mehr.
Die Expertenrunde, unter anderem gehören Norbert Leinius von der WAS und Ilona Rehme von der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) dazu, muss eine knackige, eingängige Marke entwickeln. Eine Marke, mit der sich die Bad Oldesloer identifizieren können, eine Marke, die Besucher, Investoren und künftige Neubürger anspricht. „Wir sind Bildungsstadt“, wirbt Hagen von Massenbach (Fraktionschef der SPD und Hauptausschussvorsitzender) für die „BesteTravestadt“. Alternativ „Bildungsstadt-Südholstein“, zudem „haben wir die schönste Innenstadt in Stormarn“, findet der Sozialdemokrat, der auf Bad Oldesloe auch als Stadt der Generationen setzt. Die Entwicklung des Profils ist der erste Schritt auf dem Weg zur guten Vermarktung der Stadt. Dieser Schritt hat bisher mit rund 3120 Euro für die Cima den Haushalt belastet. Als zweiter Schritt folgt dann die Installation einer Fachkraft Stadtmarketing mit Budget im Rathaus, die das Stadtmarketing-Konzept und einzelne Maßnahmen umsetzen soll. Mit Hintergrundbegleitung durch die Cima. Möller findet diesen Schritt ganz wichtig. „Sie sollen uns aufs Gleis setzen und aufpassen, dass wir nicht wieder runterfahren.“
Kurz-Klausur: Einstimmig für Haushalt
Stormarner Tageblatt vom 16. November 2009
CDU gegen Stadtschule, stimmt Etat aber zu
Bad Oldesloe
Das hat es lange nicht mehr gegeben: Bei der großen Klausurtagung am Wochenende wurde am Ende tatsächlich ein einstimmiges Haushaltspaket verabschiedet. Teilnehmer lobten die Stimmung als „konstruktiv und harmonisch“ – entsprechend schnell waren sich alle einig.
Der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr hat ein Volumen von gut 38 Millionen Euro. Allerdings wird die Stadt nach heutigem Stand vermutlich gut 800 000 Euro mehr ausgeben als sie einnehmen wird. „Unsere Verschuldung ist in zwei, drei Jahren wieder auf 16 Millionen“, klagt Ausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU).
Das Bauhof-Quartier am Moordamm ist nur ein Provisorium. Ein Neubau am Sandkamp soll her. Der sollte zusammen mit dem Umwandlungs-Umbau der Stadtschule in einem gemeinsamen PPP-Projekt ausgeschrieben werden. Der Beschluss ist vom Tisch, die Vorhaben werden getrennt. „Mit der Stadtschule brauchen wir bestimmt noch ein halbes oder dreiviertel Jahr“, argumentiert Birgit Reichardt-Mewes. Die Bauhofplanung sei fast fertig und soll deshalb auf den Weg gebracht werden – auch wenn das Projekt dadurch teurer wird. „Ich halte das für falsch. Der Druck muss drauf bleiben, aber wir konnten uns nicht durchsetzen“, kritisiert SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach.
Durchsetzen konnte er sich bei neuen Fahrradboxen am Bahnhof – die werden kommen. Die Grünen freuen sich, dass sie die Stelle eines Klimamanagers durchsetzen konnten. Der Posten soll mit 80 Prozent gefördert werden. Ungefördert, aber befristet wird im Bauamt für zwei Jahre eine Stelle eingerichtet.
Andreas Olbertz
Wer hat was vom Solardach?

Stormarner Tageblatt vom 14. Nove,ber 2009
Debatte im Finanzausschuss über Sonnenkollektoren und Bürgerkraftwerke
Bad Oldesloe
Im Oktober lehnt die CDU Solarmodule auf dem Dach des künftigen Bauhofs am Sandkamp noch ab. In der Novembersitzung des Bauausschusses wurde immerhin einstimmig beschlossen, die Hallendächer optional so auszuschreiben, dass darauf ein Bürgersolarkraftwerk möglich wäre (wir berichteten).
Im Finanzausschuss sah die Sache jetzt plötzlich ganz anders aus. „Wir sollen einzelnen Bürgern die Möglichkeit geben, Geld zu verdienen – zu Lasten der Stadt? Das kann doch wohl nicht sein“, kritisierte die Ausschussvorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Der Grüne Wilfried Janson hielt dagegen. Die Stadt würde für die Dachfläche 20 000 Euro Pacht bekommen. Die Summe sei sicher. Bauhof-Leiter Axel Ruster gehe in seiner Kalkulation davon aus, dass die Stadt im Eigenbetrieb 28 000 Euro Gewinn macht. Eine Differenz von 8000 Euro – für die die Stadt aber auch das alleinige Risiko zu tragen habe. Obendrein fehlten in der Kostenaufstellung Posten wie die Entsorgung der Anlage und eine benötigte Spezialfolie, so Janson.
Der Bauhof-Chef plant den Einsatz von Solyndra-Solarröhren. Eine noch recht junge Technologie. „Das System ist genial“, lobte auch Bürgersolarkraftwerksinitiator Wolfgang Bartolain: „Aber zu teuer und deshalb nur für Dächer sinnvoll, auf denen nichts anderes geht.“
Maria Herrmann (SPD) machte eine Verbindung publik: „Wolfgang Gerstand aus ihrer Partei macht die Vertretung von Alwitra und die haben den Vertrieb für Solyndra.“ CDU-Fraktions-Chef Horst Möller war auf der Palme: „Das finde ich unverschämt. Warum sollen die Zahlen, die Herr Gerstand liefert, falsch sein?“ Falsch sind sie höchstwahrscheinlich nicht, aber sie könnten eine Erklärung sein, warum die Christdemokraten von der Maxime ihres Parteikollegen Uwe Rädisch abweichen, der immer wieder fordert: „Liquidität geht vor Rentabilität.“
Andreas Olbertz
SPD gegen Erhöhung der Entschädigung
Stormarner Tageblatt vom 14. November 2009
Bad Oldesloe
Wenn am Montag, 16. November, die Mitglieder des Hauptausschusses um 19 Uhr im Sitzungszimmer des Stadthauses zusammenkommen, wird es erneut um eine neue Entschädigungssatzung gehen. Die SPD teilt jetzt in einer Pressemitteilung mit, dass sie einer Erhöhung nicht zustimmen werde. Die Sozialdemokraten sprechen sich lediglich für eine Angleichung der Sätze der Beirats-Mitglieder aus. Dafür soll bei dem Hauptausschuss gekürzt werden. „Bei der angespannten Haushaltslage ist eine Erhöhung der Entschädigungen nicht zu vertreten“, sagt Björn Wahnfried, der finanzpolitische Sprecher der SPD. ol
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 14. November 2009
Teurer Stuhlgang, nackte Gäste
Stadtmarketing kann so schön sein, wenn man weiß wie’s geht
Stilles Örtchen: Die Stadt Bad Oldesloe hat eine Hand voll Leitwerte. Daran sollen sich die politischen Entschlüsse der Stadtverordneten orientieren. Das ist auch kein Problem, denn diese Sätze sind deratig allgemein und schwammig gehalten, dass sich für jeden Beschluss ein passender finden lässt.
Jetzt ging es im Bauausschuss mal wieder um die Toilette an der Hude – wegen Vandalismus ist die schon ewig geschlossen. 2010 soll mal wieder ein Anlauf unternommen werden. Ein Reinigungsdienst soll regelmäßig vorbeischauen und so vor Missbrauch schützen. Das günstigste Angebot belief sich auf gut 22 000 Euro. Die Firma musste aber zurückziehen, weil sich kein Bewerber fand. Das wundert bei der Summe nicht. 22 000, der Chef will was verdienen, Väterchen Staat zwackt seinen nicht unerheblichen Anteil ungefragt ab, da bleibt nicht mehr so wahnsinnig viel für einen Job an sieben Tagen in der Woche, zwölf Monate im Jahr von 8 bis 20 Uhr alle drei Stunden. Und welcher Leitwert muss für das Innenstadt-Klo herhalten? „Innenstadt als Einkaufs- und Kommunikationsschwerpunkt.“ Wow. Frauen gehen ja grundsätzlich nur paarweise aufs stille Örtchen. Da kann man davon ausgehen, dass das durchaus einen kommunikativen Aspekt hat. Aber ist die Hude-Toilette dafür groß genug? Männer am Urinal – da wird mehr gestrullert und weniger gesabbelt, das ist eine tedenziell eher ruhige Angelegenheit. Unser Zeichner Götz Wiedenroth hat seine Gedanken dazu mit spitzer Feder zu Papier gebracht.
Nackte Tatsachen: Wie sich die Zeiten ändern: Früher gab es Ärger mit der Aufsicht im Schwimmbad, wenn man keine Badekappe dabei hatte. Heute Abend lädt das Schwimmbadteam zum ersten Nacktbaden ein. So ist Marion Arpe immer für eine neue Idee zu haben und wenn man das Programm so liest: Obstbüfett, Lagerfeuer und Schwitzhütte, Kerzenschein – die geben sich Mühe, da wird was auf die Beine gestellt. Um keine falschen Hoffnungen zu wecken: Das Bad-Personal behält seine Klamotten natürlich an.
Gute Besserung: Bargteheide hängt am Tropf – eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht. Zwar hat die „Stadt der Linden“ viel zu bieten, aber eben nicht auf dem Sektor der Gesundheit. Dabei ist gerade die Gesundheit das höchste Gut. Spezial-Mediziner fehlen an allen Ecken und Enden. Weder ein Urologe noch ein Orthopäde ist derzeit ansässig. Von einem Augenarzt ganz zu schweigen. So muss der betroffene Bürger nach Ahrensburg oder Bad Oldesloe ausweichen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Was sind die Gründe für die Facharzt-Abstinenz? Antworten auf die Mediziner-Misere versucht eine Expertenrunde am Dienstag, 17. November, ab 17 Uhr im Stadthaus zu finden. Hoffentlich wird die öffentliche Veranstaltung nicht zur Plauderstunde. Klartext ist angesagt. Der Weg muss geebnet werden, damit Bargteheide gesundheitlich bald wieder auf dem Damm ist.
Andreas Olbertz und Volker Stolten
Jetzt ist Eile geboten

Stormarner Tageblatt vom 13. November 2009
Stadtschulen-Umbau befürwortet / Für Millionen-Zuschuss schneller Beschluss notwendig
Bad Oldesloe
Plötzlich sind sie sich wieder einig. Unabhängig voneinander präsentierten SPD und FDP bei der Sitzung des Finanzausschusses fast gleich lautende Anträge zur Umwandlung der Stadtschule. Nun soll es also doch los gehen.
Für die Umwandlung der Stadtschule in eine gebundene Ganztagsschule sind Umbauten von vier Millionen Euro notwendig. Dieser Tage war bekannt geworden, dass die Stadt aus dem Investitionspakt deutlich mehr als eine Million Euro bekommt – die Stadt muss aber bis 20. November beschließen, dass sie wirklich umbauen will. Sonst ist das Geld weg. Es ist Eile geboten, deshalb präsentierten sowohl SPD und FDP ihre Dringlichkeitsanträge. Um sie auf die Tagesordnung zu bekommen, ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. CDU-Fraktions-Chef Horst Möller ließ wissen, er sehe zwar keine Notwendigkeit, wolle aber auch nicht im Weg stehen und sich deshalb enthalten. Da mit Christoph Rietzke und der Ausschuss-Vorsitzenden Birgit Reichardt-Mewes auch zwei Christdemokraten die Dringlichkeit sahen, war eine breite Mehrheit für Rot, Gelb und Grün vorhanden.
In der Sache war dann schnell entschieden. Der Umbau der Stadtschule soll über ein PPP-Model finanziert werden. Nach den Berechnungen der Kämmerei von September wird das über einen Zeitraum von 20 Jahren jährlich gut 237 000 Euro kosten und damit deutlich günstiger sein als eine konventionelle Finanzierung. Vermutlich wird der Umbau zusammen mit dem Neubau des städtischen Bauhofs in einem PPP-Projekt abgewickelt werden. Die Stadt verspricht sich davon eine Kostenersparnis von rund sieben Prozent. Für die FDP legte Heiko Vosgerau wert auf die Feststellung, dass die Umwandlung seitens der Stadt bereits im Juli beschlossen worden sei. Noch im September mochten die Liberalen dem jetzt aufgewärmten SPD-Antrag nicht folgen. Erst jetzt seien auf städtischer Seite die Voraussetzungen gegeben, die finanzielle Ordnung herzustellen und die Umwandlung beim Ministerium zu beantragen. Für die morgige Haushaltsklausur sollen die endgültigen Zahlen vorliegen. Am 18. November tagt die Schulkonferenz der Stadtschule. Dort soll der Umwandlungsbeschluss für das Schuljahr 2011/12 gefasst werden.
Laut Björn Wahnfried von der SPD gebe es Signale der Stadtschule, dass auch ein provisorischer Start bereits zum nächsten Sommer denkbar wäre. Bislang schreibt das Bildungsministerium eine Umwandlung bereits zum Schuljahrsbeginn 2010/11 vor. Es gibt allerdings auch von dort Hinweise, dass diese starre Vorgabe ins Wanken geraten könnte. Bislang aber, so die jüngste Auskunft aus der Pressestelle, habe der Minister zu viele auswärtige Termine, um sich des Problems anzunehmen.
Andreas Olbertz
Finanzierung für Stadtschule in Bad Oldesloe gesichert
Lübecker Nachrichten vom 13. November 2009
Bad Oldesloe – Jetzt ist sie doch drin im Entwurf des Haushaltes 2010 der Stadt Bad Oldesloe: Die Umwandlung der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule, Kostenpunkt vier Millionen Euro. Ein Antrag von FDP und SPD, bestätigte jetzt die Vorsitzende des Finanzausschusses, Birgit Reichardt-Mewes (CDU), hat den entscheidenden Anstoß gegeben.
Grundlage dafür, erklärte der Stadtverordnete Heiko Vosgerau (FDP), sei die jetzt erfolgte Zusage des Bildungsministeriums mit einer Förderung in Höhe von über einer Million Euro. „Dadurch sind wir jetzt in der Lage, die Finanzierung zu beschließen.“ Die Politiker haben als Grundlage das im September vorgestellte Public-Private-Partnership-Modell (PPP-Modell) genommen, das eine gemeinsame Ausschreibung mit dem Neubau des städtischen Bauhofes vorsieht. Macht damit insgesamt sechs Millionen Euro für die gemeinsame Finanzierung, die im Haushaltsentwurf stehen. Die, so Reichardt-Mewes, kämen allerdings noch nicht in voller Höhe zum Tragen.
„Damit hat die Politik ihre Hausaufgaben erledigt“, so Heiko Vosgerau weiter. „Jetzt hoffen wir auf ein positives Votum der Schulkonferenz der Stadtschule, damit der Umwandlungs-Antrag fristgerecht in Kiel gestellt werden kann.“ Unklar bleibt, wann die Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule umgewandelt werden kann. Das Land hat einen Schulstart für diese Schulform zum Schuljahr 2010/2011 gefordert. Ein Zeitpunkt, den die Stadtschule auf Grund der erforderlichen Umbaumaßnahmen und der organisatorischen Vorarbeit nicht einhalten kann.
„Unsere Landtagsabgeordnete Anita Klahn verhandelt in dieser Frage mit dem Bildungsministerium. Wir sind optimistisch, dass es zu einer flexibleren Regelung kommen wird“, so Vosgerau. Trotzdem appelliert er an die Schulkonferenz der Stadtschule, notfalls auch einen Beginn im Schuljahr 2010/2011 zu akzeptieren, damit die Gebundene Ganztagsschule auf jeden Fall kommt.
Am kommenden Sonnabend beraten die Bad Oldesloer Politiker über die komplette Haushaltssatzung 2010 der Stadt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 9 Uhr im Sitzungszimmer 2.09 des Verwaltungsgebäudes, Am Markt 5.
50 000 Euro für offenes Klo

Stormarner Tageblatt vom 12. November 2009
Toilette an der Hude soll nächstes Jahr wieder geöffnet werden, die Reinigung geht aber ins Geld
Bad Oldesloe
Die Stadt und ihre öffentlichen Toiletten oder vielmehr deren Nichtvorhandensein – eine unendliche Geschichte. Jetzt wird mal wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Es gibt in der Stadt zwar Toiletten, aber die sind eben nicht ständig geöffnet. Für die Toilette hinterm Stadthaus müssen sich Menschen, die mal dringend müssen, einen Schlüssel im kleinen italienischen Restaurant holen. Im Stadthaus gibt es Klos, im Bürgerhaus und auch an der Hude. Die Toilette dort ist eigentlich die einzig wahre öffentliche. Wenn sie nicht ständig geschlossen wäre - Vandalismusschäden, Obdachlose hatten sich dort nieder gelassen ...
Bürgermeister Tassilo von Bary überraschte die Bauausschuss-Mitglieder kürzlich damit, dass er Gespräche mit Reinigungsfirmen geführt habe. Seine Idee: Wenn jemand alle paar Stunden dort sauber macht, werde damit gleichzeitig die ordnungsgemäße Nutzung sicher gestellt. Die günstigste Firma würde das für gut 22 000 Euro übernehmen. Da hat die Ausschuss-Mehrheit nicht lange gefackelt und beschlossen, dass die entsprechenden Mittel kommendes Jahr im Haushalt bereit gestellt werden sollen.
Dummerweise hat mittlerweile ausgerechnet die günstigste Firma ihr Angebot zurück gezogen, weil sie kein Personal für die Aufgabe findet. Also muss der nächste Bieter zum Zuge kommen. Dessen Angebot beläuft sich allerdings schon auf satte 37 282,20 Euro. Mit Nebenkosten macht das knapp 50 000 Euro für die Öffnung der Toilette an der Hude – erst mal nur für ein Jahr.
Angesichts dieser Summe war auch die Verwaltung skeptisch und schlug vor, vorerst auf die Öffnung zu verzichten. CDU, FDP und Grüne sahen das aber anders, wollten die Toilette unbedingt. Lediglich die SPD sprach sich dagegen aus. „So viel Geld ist uns das nicht wert. Eine Lösung am Zob zeichnet sich doch ab“, argumentierte Ausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann. Die Buslinien sollen neu geregelt und der Platz an der Hagenstraße umgestaltet werden. Aber das dauert noch bis voraussichtlich 2011. In der Zwischenzeit sollte Werbung für die bestehenden Möglichkeiten wie beispielsweise die Toiletten im Stadthaus gemacht werden. Herrmann: „Im Zweifelsfall wären wir für das Projekt ‚Nette Toilette‘. Die Verwaltung könnte ja mal prüfen, wer sich beteiligen würde.“ Das System wird in zahlreichen Kommunen bereits praktiziert. Gastwirte stellen ihre Toiletten kostenlos zur Verfügung und bekommen von der Stadt einen Obulus für die Reinigungskosten. Dafür dürfen die Betriebe mit einem entsprechenden Logo werben. Wegen der bevorstehenden Haushaltsberatungen wurde diese Idee allerdings verworfen.
Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster ist jedoch zuversichtlich, dass der vorgesehene Betrag nicht in voller Höhe benötigt wird. „Wir sind mit Subway im Gespräch“, erklärte er auf Nachfrage: „Da zeichnet sich eine Lösung ab.“Andreas Olbertz
Mehr als eine Million für Stadtschul-Umbau

- "Ich freu mich, dass wir es für Oldesloe tatsächlich schaffen können" Hagen von Massenbach, SPD-Fraktions-Chef
Stormarner Tageblatt vom 11. November 2009
Bad Oldesloe
Für den Umbau der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule bekommt die Stadt einen Zuschuss von 1,026 Millionen Euro aus dem Investitionspakt. Bei geschätzten Baukosten von vier Millionen Euro wäre das mehr als ein Viertel. Bislang war verbreitet worden, es gebe 900 000 Euro, aber eben nur als unverbindliche, mündliche Aussage. Jetzt gibt es eine verbindliche Mail.
Die freudige Botschaft hat allerdings einen ganz gewaltigen Haken: Das Bildungsministerium erwartet bis spätestens 20. November eine verbindliche Rückmeldung der Stadt Bad Oldesloe. Andernfalls verfallen die Mittel, dann wären eine Million Euro weg. Erst passiert monatelang gar nichts, dann muss es plötzlich hoppla hopp gehen. Nächster regulärer Termin der Stadtverordnetenversammlung ist am 23. November. Das wäre zu spät.
„Jetzt haben wir ordentlich Druck auf dem Kessel“, findet SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach und meint das durchaus positiv: „Ich bin mir ganz sicher, dass die Verwaltung alles möglich machen wird, um uns das Geld zu sichern. Jetzt sind wir am Zuge.“
Heute Abend tagt der Finanzausschuss. Dort könnte eine erste Weichenstellung erfolgen. Immerhin steht zur Diskussion, die Baukosten zusammen mit dem Neubau für den Bauhof (siehe links) über ein so genanntes PPP-Modell zu finanzieren. Ein weiterer wichtiger Termin ist die Haushalts-Klausur der Fraktionen am Sonnabend. Am Montag, 16. November, kommen die Hauptausschuss-Mitglieder zusammen.
Andreas Olbertz
Wieder ein stilles Örtchen an der Hude

- In Dorsten gibt es die Alternative zum öffentlichen Klo, die „Nette Toilette“ beim Bäcker nebenan. Foto: HFR
Lübecker Nachrichten vom 11. November
VON K. KUHLMANN-SCHULTZ BAD OLDESLOE – Die öffentliche Toilette an der Hude in Bad Oldesloe: immer wieder mutwillig zerstört, immer wieder als Aufwärmhalle genutzt. Aus Frust schloss die Stadt den Ort der Erleichterung im April 2005, öffnete ihn nur noch bei Veranstaltungen. Aber jetzt soll das Wasser doch wieder täglich rauschen, sollen die Einwohner in Not einen kurzen Weg haben, um das stille Örtchen aufzusuchen.
Mit fünf zu drei Stimmen entschied sich der Bau- und Planungsausschuss (BPA) die Toilettenanlage an der Hude zu Beginn des kommenden Jahres wieder zu öffnen. Reinigung, Schließdienst und Kontrolle sollen im Ausschreibungsverfahren vergeben, 38 000 Euro dafür im Haushalt eingestellt werden. Drei Bewerber gab es, die sieben Mal die Woche, vier MalamTag die Unterhaltung übernehmen wollten. Die Angebote lagen zwischen 23 000 und 39 000 Euro. Der günstigste Anbieter hat seinen Vorschlag mittlerweile zurückgezogen.
Für die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) hätte es durchaus eine kostengünstigere Alternative gegeben – die „Nette Toilette“. Das ist eine – vom Deutschen Städtetag unterstützte – Aktion, bei der Wirte oder Geschäftsleute ihre Toiletten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. „Die Bürger hätten die Möglichkeit, zu den normalen Öffnungszeiten auf die Toilette zu gehen.“ Dafür erhalten die Kooperationspartner von der Stadt einen Obolus.
Herrmann könnte sich vorstellen, eine Bäckerei zu bitten, bei der Aktion „Nette Toilette“ mitzumachen. 10 000 Euro könnte man dem Betreiber, der mit einem entsprechenden Aufkleber auf seinen so erlösenden Dienst aufmerksam macht, pro Jahr für die Reinigungs- und Pflegearbeiten anbieten. „Das wäre ein bequemer Weg“, so Maria Herrmann. Und ein günstiger. Zumal 2010 im Rahmen der Umbauten an der Bushaltestelle Hagenstraße auch ein Toilettenhaus gebaut werden soll.
Die Stadtverordneten entscheiden auf ihrer Sitzung am Montag, 23. November, die 38 000 Euro zur Wiedereröffnung des stillen Örtchens an der Hude in den Haushalt zu stellen.
Solardach für Bauhof vorerst nur Option

- Eine Bürgersolaranlage wie in Meddewade möchte Wolfgang Bartolain auch auf den Hallendächern des Oldesloer Bauhofs installieren, der im Sandkamp gebaut werden soll. Foto: Blase
Stormarner Tageblatt vom 11. November 2009
Ausschuss kann sich nicht zu alternativer Energieerzeugung durchringen
Bad Oldesloe
Auf dem Neubau des Oldesloer Bauhofs am Sandkamp könnte die größte Bürgersolaranlage Schleswig-Holsteins entstehen. Wolfgang Bartolain, der auch die Bürger-Anlagen auf der Oldesloer Stadtschule und in Meddewade plante, möchte auch auf den drei Bauhof-Hallen Dünnschicht-Module für die Stromerzeugung montieren. „Ich habe genug Anfragen von Investoren“, so Bartolain.
Im Oldesloer Bau- und Planungsausschuss konnten sich die Politiker aber noch nicht dazu durchringen. Bislang war ein Flachdach geplant, und dafür hatte Bauhof-Leiter Axel Ruster zwei Angebote eingeholt. Solarfolie würde 150 000 Euro kosten, das Solyndra-Röhrensystem 195 000 Euro. Allerdings nur für einen Teil des Daches, so dass die Spitzenleistung nur bei 30 Kilowatt liegen würde.
Bartolain hat Größeres vor. Nicht nur auf der 1280 Quadratmeter großen, sondern auch auf den beiden kleinen Hallen mit je 440 qm sollen Zellen montiert werden. Die Spitzenleistung würde bei über 170 Kilowatt liegen. Zum Vergleich: In Meddewade sind es 33 kW aus 330 Quadratmetern, das größte Bürgersolarkraftwerk Schleswig-Holsteins in Eckernförde kommt auf 90 kW.
Die Entscheidung, ob und wenn ja, welches System gebaut wird, dürfte sich aber erst nach der Ausschreibung entscheiden. Vor allem die Christdemokraten wollten sich im Planungsausschuss noch nicht festlegen. Allerdings wollte man sich die Möglichkeiten offen halten. Da bei Dünnschichtmodulen eine Dachneigung von sieben bis zehn Prozent notwendig ist, wird sie als Option in die Ausschreibung aufgenommen. Siegfried Wobig: „Wir brauchen Zahlen auf dem Tisch. Ich finde, es ist ein sauberer Weg.“
Der Ausschuss wollte auch den Bau einer Hackschnitzel-Heizanlage nicht durchwinken, die sich selbst finanziert. 27 000 Euro wurden auf dem alten Bauhof in der Industriestraße jährlich verheizt. Die Hackschnitzel-Heizung wäre für 70 000 Euro zu haben. Das Holz ist durch den Schnitt in städtischen Grünanlagen ohnehin vorhanden, und gehäckselt wird es heute auch schon. Trotzdem wird auch die Heizung nur als Option ausgeschrieben. Wobig: „Wir haben kein Interesse daran, die Kosten in der Ausschreibung nach oben zu schrauben.“
Von 1,4 Millionen Euro für den Neubau war die Stadt bei den ersten Planungen ausgegangen, mittlerweile ist man bei knapp 2,6 Millionen angekommen. Die Stadt will den Bauhof nicht selbst errichten, sondern im Rahmen eines so genannten PPP-Modells an private Investoren vergeben.
Rolf Blase
Kicken auf Exer-Supermarkt? – SPD befragte Oldesloer

- Mehr als rege war die Beteiligung an der SPD-Aktion am Sonnabendvormittag zwischen dem Bad Oldesloer Exer und der Innenstadt. Die Sozialdemokraten wollten wissen, was die Bürger von einem neuen Supermarkt auf dem Exer halten. Foto: HFR
Lübecker Nachrichten vom 10. November 2009
BAD OLDESLOE – Einmal anders nachgefragt hat die SPD der Kreisstadt am Sonnabend bei den Oldesloern, die vom Exer in die Innenstadt wollten. Vor der kleinen Trave-Brücke lag eine überdimensionale Bodenzeitung. „Ich hab’ da mal ’ne Frage“, stand drauf. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hagen von Massenbach und sein Team wollten sich ein Stimmungsbild verschaffen. Durchaus provozierend standen da provozierende Fragen wie „Macht ein zusätzlicher Supermarkt nicht die Innenstadt kaputt?“ oder „Belebung für die Innenstadt oder nur mehr Verkehr?“ Kaum lag die Bodenzeitung, blieben die ersten Passanten stehen, um das „Hindernis“ zu betrachten. Dabei blieb es nicht – die Provokation lockte verschiedenste Äußerungen bei den Passanten – egal ob Einwohner oder Besucher – hervor. Ob nun Zustimmung oder nicht, alles wurde auf der Bodenzeitung notiert. Stark überwogen allerdings Aussagen gegen einen Bau des Supermarktes: „Schwachsinn“, „Wir haben schon genügend Märkte in Bad Oldesloe“, „Aprilscherz“, „ein Supermarkt versaut die Schönheit des Platzes“, sagten die einen. „Wer holt den Ball?“ fragten amüsiert andere oder „Wir brauchen keinen Stall im Park“. Das Anliegen des Sports nach einem Kunstrasenplatz und der Bau eines Supermarktes auf dem Exer müssen anscheinend voneinander getrennt werden. Nach zwei Stunden war die Bodenzeitung voll. Von Massenbach war begeistert: „Das Thema Exerbebauung ist den Oldesloern eine Herzensangelegenheit. Mit so einer starken Rückmeldung hätte ich nicht gerechnet.“ Mit diesem Stimmungsbild im Rücken will die SPD-Fraktion dem Bürgermeister eine klare Absage für dieses Projekt erteilen. „Das letzte in städtischer Hand befindliche Herzstück Oldesloes soll als Bürgerpark erhalten bleiben“, so von Massenbach .
Oldesloer SPD für Stegner
Stormarner Tageblatt vom 10. November 2009
Die Analyse: „Basta-Politik, Hartz IV und Rente mit 67 sind Schuld am Wahldebakel im September“
Bad Oldesloe
„Offen, schonungslos und selbstkritisch“ habe die Oldesloer SPD in ihrer Mitgliederversammlung die Ergebnisse der Land- und Bundestagswahl diskutiert, so Ortsvorsitzender Hans-Hermann Roden: „Die ,Basta-Politik' der SPD-Führungen in den vergangenen Jahren wurde angeprangert und die Rückkehr zu innerparteilicher Demokratie angemahnt.“
In der Hartz-IV-Gesetzgebung sahen die Oldesloer Sozialdemokraten einen Hauptgrund für die von vielen als unsozial empfundene Politik. Handwerkliche Fehler seien zudem für zunehmende Kinderarmut verantwortlich. Auch Altersarmut sei eine ernst zu nehmende Gefahr, Rente mit 67 unsozial, weil kaum noch ein Arbeitnehmer über 55 Jahre arbeiten dürfe. „Diese Politik war ein Fehler, dieser Fehler muss korrigiert werden“, so Roden. Bei den Wahlen hätten davon die Linken profitiert.
Allein die Rentenpolitik mache deutlich, dass die SPD den Kontakt zu den arbeitenden Menschen verloren habe, der verloren gegangene Schulterschluss mit den Gewerkschaften sei ein Alarmzeichen. „Wenn Betriebsräte von der SPD als Partei des Sozial-Abbaus reden, fühlt es sich wie ein Stich ins Herz eines jeden Sozialdemokraten an“, so Roden, der betont: „Dieses Vertrauen gilt es, zurück zu gewinnen“, fasst Roden zusammen.
Gut weg kommt bei den Oldesloer Sozialdemokraten Ralf Stegner. Die Mitgliederversammlung hat sich einstimmig für den Landesvorsitzenden ausgesprochen und ihm auch weiterhin Unterstützung zugesichert. Die Mitgliederkonferenzen im November und ein Landesparteitag Anfang 2010 wurden ausdrücklich begrüßt. „Der SPD stehen harte Zeiten ins Haus, aber wenn wir die richtigen Schlüsse ziehen und uns auf unsere Wurzeln besinnen, werden wir dieses Jammertal auch bald wieder verlassen“, so Rodens Fazit nach der Mitgliederversammlung.
„Ich habe da mal 'ne Frage ...“

Stormarner Tageblatt vom 9. November 2009
Bad Oldesloe
Der Weg vom Exer in die Innenstadt warf eine Frage auf: Bürgermeisterkandidat Hagen von Massenbach (SPD) hatte nämlich mit einigen Parteigenossen eine „Bodenzeitung“ quer über den Weg gelegt: Darauf konnten Bürger per Stift ihre Meinung zum Thema Bebauung Exer hinzufügen. „Das ist besser als ein Infostand, an dem viele einfach vorbeigehen“, erklärte Maria Herrmann. „Edeka mit Fußballdach?“ war ein heikles Thema. Während zahlreiche Passanten sich interessiert zeigten, monierten andere, dass der Weg dadurch versperrt werde und sie nun durch „Laub und Schlamm gehen“ müssten, um dieser besonderen Art der bürgernahen Kommunikation auszuweichen.
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Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 7. November 2009
Von Machtkampf und „Mitessern“
Stadtmarketing kann so schön sein, wenn man weiß wie’s geht
Aufgedeckt: Das Aufdecken schlampiger Anträge ist die Domäne des FDP-Fraktionsvorsitzenden Karl-Reinhold Wurch. Dann schlendert er ans Rednerpult und seziert die Papiere genüsslich mit all seiner lokalpolitischen Erfahrung und juristischen Kompetenz. Und was ist das jetzt? Für den jüngsten Sozialausschuss kamen die Liberalen mit einem Antrag zum Obdachlosenwesen. Irgendein Träger soll Wohnungen anmieten und dort Obdachlose betreuen. Und zur Finanzierung schreibt Wurch: „Es ist davon auszugehen, dass diese Lösung zumindest mittelfristig für die Stadt günstiger ist, da eigenes Personal nicht vorzuhalten ist ...“
Was würde er über so einen Satz herfallen, wenn er von einer anderen Fraktion käme. „‚Es ist davon auszugehen ...‘ Also, ich gehe immer noch von Fakten aus, und die vermisse ich hier“, oder so ähnlich würde er vermutlich sagen. Dann würde er darauf hinweisen, dass die Stadt bislang kaum Personalkosten hat, weil es noch gar keinen Sozialarbeiter gibt und der Bereich so mitlaufen muss, ergo kann es kaum billiger werden. Er würde Konzepte einfordern und natürlich zu Recht darauf pochen, dass vor einem Beschluss ja wohl belastbare Zahlen her müssen. Komisch nur, dass er diese Maßstäbe nicht vorab an den eigenen Antrag angelegt hat.
Aufgeschreckt: So kann es kommen: Früher hat sie immer gerne Richtung Kiel geschimpft – und hatte damit auch meistens Recht. Aber jetzt sitzt Anita Klahn dort höchstpersönlich in der Regierungsfraktion, jetzt ist sie eine von denen in Kiel und dann geht das natürlich nicht mehr. Im Gegenteil. Jetzt muss sie damit rechnen, dass beispielsweise von Parteifreund und Bildungsminister Ekkehard Klug kritische Fragen kommen, warum der Oldesloer Fachbereichsleiter sagen kann, der Kontakt zum Ministerium sei abgerissen. Also hakte sie jetzt kritisch im Ausschuss nach. „Ja, das habe er so gesagt“, bestätigte Thomas Sobczak. Vor den Herbstferien wollte das Ministerium bekannt geben ob und wie viel Geld Oldesloe aus dem Investpakt bekommt, aber es gibt immer noch keine verbindliche Aussage. Anfang Oktober hatte die Stadt angefragt, ob eine Verschiebung der Stadtschulumwandlung um ein Jahr möglich sei und um Antwort binnen zwei Wochen gebeten – dann tagten nämlich Hauptausschuss sowie Stadtverordnete und hätten beschließen sollen. Aber es kam nichts. Ist das ein abgerissener Kontakt?
Inzwischen gibt es ein Antwortschreiben aus Kiel, ob da nicht drin stehe, dass es nicht an der Politik hapere, sondern der Beschluss der Schulkonferenz nötig sei, hakte die FDP-Frau nach. Nein, der Brief enthalte nur einen allgemeinen Hinweis auf das Verfahren. Und dann erläuterte er nochmals seine Rechts-Sicht: „Ich vertrete die Auffassung, dass erst mal die Verwaltung von Politik beauftragt werden muss. Wir arbeiten das dann ab.“ Und im Übrigen gebe es ja bereits einen Schulkonferenzbeschluss. Nein, der sei untauglich, konterte Klahn. So ging es munter hin und her, bis es Gudrun Möllnitz von der CDU zu dumm wurde und sie ganz nüchtern feststellte: „Es kommt mir so vor, als wird hier der schwarze Peter hin und her geschoben.“ Am Ende wird der dummerweise bei den Eltern und Kindern hängen bleiben, die gerne eine gebundene Ganztagsschule hätten.
Aufgewühlt: Auf der Bühne hui, hinter den Kulissen pfui! Um die besten Vorstellungstermine im Kleinen Theater ist einmal mehr ein „Machtkampf“ entbrannt. Dieses Mal beharken sich „David und Goliath“ – die Chefin der Laiendarstellertruppe des Verschönerungsvereins (VVB), Elke Heilsberger, und „Hausherrin“ Kirsten Martensen. Beide beanspruchen für sich die Toptermine gerade in der Weihnachtszeit, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen. Und weil beiden das Hemd näher als der Rock sitzt, werfen sie alles in die Waagschale und versuchen öffentlich zu punkten. Ergebnis: 1:1. In diesem Jahr hat Martensen das bessere Ende für sich und spielt im Märchenmonat Dezember. Da die Intendantin aber kompromissbereit ist, kann die VVB-Truppe im Dezember 2010 die Bühne in Anspruch nehmen. Ende gut, alles gut!? Man wird sehen.
Aufgelaufen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das haben jetzt Siek sowie Trittau und seine Amtsgemeinden zu spüren bekommen. Sie hätten bei der Gründung der Aktivregion Alsterland dabei sein können, entschieden sich damals aber anders. Als sie jetzt an die Tür klopften, wurde ihnen nicht mehr geöffnet. Die, die schon an den Fleischtöpfen der EU-Fördermittel sitzen, wollten offenbar keine weiteren Mitesser. Das ist vielleicht verständlich, aber bestimmt nicht im Sinne des Erfinders. Alsterland wäre mit den neuen Gemeinden attraktiver geworden. Und ist die Idee der Aktivregionen nicht gerade der Abschied vom Kirchturmdenken? Unser Karikaturist Götz Wiedenroth zeigt seine Sicht der Dinge.
Aufgeweckt: BiZ bei Nacht. Donnerstag war Berufsberatung für Jugendliche zu später Stunde – gute Idee, gute Resonanz. Aber mal ganz ehrlich: 17 bis 21 Uhr, was hat das mit „Nacht“ zu tun? Für einen gestressten Behördenmitarbeiter, der freitags um 12 Uhr Feier-Abend macht, mag 17 Uhr schon Nacht sein, aber Jugendliche ... die fangen gegen 21 Uhr erst an, langsam munter zu werden.
Rolf Blase, Andreas Olbertz und Volker Stolten
Verbaut – 18 Klassen fehlen

Stormarner Tageblatt vom 7. November 2009
Prekäre Situation im Schulzentrum: Akuter Raummangel aber es fehlt an Erweiterungsmöglichkeiten
Bad Oldesloe
Das Oldesloer Schulzentrum platzt aus allen Nähten. In der Summe fehlen dort fast mehr Räume als einzelne Schulen Klassen haben. TMS-Rektor Dr. Rolf Kuhl beziffert seinen Bedarf mit zehn Klassenräumen plus Oberstufenbibliothek und Aufenthaltsraum. Von der Realschule werden acht Klassen plus Nebenräume angemeldet. An der IGS zeichnet sich leichte Entspannung ab, da kommt ein Erweiterungsbau, aber es fehlen immer noch weite Teile der Räume für den gebundenen Ganztagsbetrieb.
Bürgermeister Tassilo von Bary bezeichnet die Raumsituation als „prekär“ Er warnte allerdings ausdrücklich vor Anbauten. „Der Platz dort ist endlich, wir bauen uns zu“, so der Verwaltungs-Chef. Damit zielt er in Richtung Gymnasium, das schon fast fertige Pläne für einen Anbau in der Schublade hat – der Containertrakt mit den Naturwissenschaften soll nach hinten erweitert werden. Dafür müssten „nur“ 80 Quadratmeter Schulhof geopfert werden, denn die Vorstellungen von Rolf Kuhl gehen in die Höhe. Kostenpunkt knapp eine Million Euro. Rolf Kuhl: „Wir wären in der Lage das bis Sommer 2010 fertig zu stellen. Damit würden auch die anderen Schulen entlastet.“ Für Anita Klahn ( FDP ist klar, wer Schuld an der Misere ist: „Politische Fehlentscheidungen der 80/90er Jahre werden auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen.“ Die Erschließung des Westens ging viel zu schnell, im Redder zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Eine Schulart hätte längst komplett ausgegliedert werden müssen, die Festhalle hätte zu Klassenräumen werden sollen.
Die Verwaltung schlägt vor, Schulteile auszulagern. Die Zahlen der Grundschüler sind deutlich rückläufig. Hinzu kommt, dass an der Klaus-Groth-Schule der Hauptschulzweig ausläuft – in wenigen Jahren ist die KGS nur noch Grundschule (momentan 2,5 Züge). Die Schule am Kurpark könnte bald Schule ohne Schüler sein, weil die Kinder in den Regelschulen integriert werden. Es wird also Schulraum leer stehen.
„Nutzung im Bestand – der Vorschlag der Verwaltung ist der richtige Weg“, befand Jens-Pieter Friese von der SPD. Dem hatten auch die andere Fraktionen kaum etwas entgegen zu setzen.
Aus der CDU kam der Vorschlag sicherheitshalber zumindest 50 000 Euro Planungskosten bereit zu stellen, falls doch gebaut werden muss. Anita Klahn regte an, Kaufverhandlungen für das Haus Hamburger Straße 40 zu führen. Das Paket wurde einstimmig bewilligt. Aber erst im März wird entschieden wie es konkret weiter gehen soll. Andreas Olbertz
Nichts geschrieben oder nichts gelesen ?
Stormarner Tageblatt vom 6. November 2009
Das Thema Obdachlose erhitzte im Sozialausschuss die Gemüter – mal wieder. Nur vernünftige Beschlüsse gibt es nicht – mal wieder nicht, denn auch bei zwei vorherigen Sitzungen wurden Konzepte bei der Verwaltung eingefordert.
Bad Oldesloe/ol
– Ratzfatz war die Stimmung wieder auf dem Tiefpunkt und die Emotionen kochten hoch – beim Thema Obdachlosenwesen geht es im Oldesloer Sozialausschuss sehr schnell rund. So auch diesmal wieder.
Schon in der Septembersitzung waren regelrecht die Fetzen geflogen, als die stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann nach einer verklausuliert geführten Debatte deutlich aussprach, dass an der Hamburger Straße eine Sammelunterkunft für Obdachlose geplant sei. Ein fertiger Beschluss bis hin zu den Kostenstellen lag dem Ausschuss vor. Dabei hätte die Verwaltung eigentlich laut dem Beschluss vom April ein Konzept vorlegen sollen.
Nach dem Eklat im September wurde nochmals ein Konzeptbeschluss gefasst. Zwischenzeitlich ist aber die FDP auf den Plan getreten und fordert in einem Antrag, die Versorgung und Unterbringung von Obdachlosen von der Verwaltung loszulösen und in die Hand eines „fachlich kompetenten, gemeinnützigen, privaten“ Trägers zu geben. Dieser Träger soll Wohnungen anmieten und Obdachlosen zur Verfügung stellen, gleichzeitig sollen sie fachlich betreut werden, um nach etwa einem Jahr eigenverantwortlich und selbstständig in einer Wohnung leben zu können. „Verwaltung muss sowas nicht leisten und kann das auch nicht“, argumentierte die Liberale Anita Klahn. Ihr schwebt eine Angliederung an Haus Ingrid vor, die Awo könnte Vertragspartner werden oder die Lebenshilfe, nannte sie einige potenzielle Träger.
Soweit war ja noch alles gut. Aygün Caglar brachte für die CDU das Bielefelder Modell ins Gespräch: Häuser aus Beton mit Betten aus Stahl, Alkoholverbot, der Hausmeister hat eher die Funktion einer Security. Fachbereichsleiter Thomas Sobczak berichtete, dass es in Kaltenkirchen ein derartiges Gebäude neu gebe – 700 000 Euro teuer mit Platz für 15 Personen. „Das soll ganz gut funktionieren“, erklärte er. Gleichzeitig äußerte er Zweifel, dass eine Privatisierung möglich sei, schließlich sei das Obdachlosenwesen eine kommunale Pflichtaufgabe.
Dann ergriff Jens-Pieter Friese von der SPD das Wort: „Wir haben uns verwundert die Augen gerieben. Es gibt einen Beschluss, dass ein Konzept vorgelegt werden soll – was soll da jetzt die Fahnenflucht? Was kostet das überhaupt?“ Das war das Stichwort für Anita Klahn. Die FDP habe extra einen sehr ausführlichen Antrag geschrieben, aber wenn die Kollegen die Vorlagen nicht läsen, könnten sie sie auch nicht verstehen, stichelte Klahn. Das wollte SPD-Mann Peter Stoltenberg so nicht akzeptieren: „Letztes Mal hat Frau Klahn noch versucht, die Hamburger Straße durchzusetzen und jetzt kommt sie mit sowas. Da steht doch nichts drin. Nicht wer? Nicht wo? Was kostet das überhaupt? Hier steht überhaupt nichts drin.“ Das brachte die FDP-Frau auf die Palme: „Ich habe überhaupt nicht versucht, die Hamburger Straße durchzuboxen. Dagegen verwehre ich mich.“ Sie wolle prüfen lassen, ob sie gegen derartige Aussagen juristisch vorgehen könne. Harter Tobak.
Als sich die Wogen wieder einigermaßen geglättet hatten, wurde abermals einstimmig ein Konzeptbeschluss gefasst – etwas deutlicher formuliert aber im Grunde nichts wesentlich Anderes als bereits im April beschlossen. Die Verwaltung soll untersuchen, ob der FDP-Antrag umsetzbar ist, eventuell wird ein Vertreter eines möglichen Trägers als Gast eingeladen, aber alternativ soll auch die kommunale Schiene weiter verfolgt werden und Erfahrungen anderer Städte eingeholt werden. Als Termin wurde das zweite Quartal des nächsten Jahres festgelegt.
Andreas Olbertz
Was soll aus dem Exer werden ?
Stormarner Tageblatt vom 6. November 2009
Bad Oldesloe/st
Mittlerweile gibt es drei Interessenten, die auf dem Oldesloer Exer einen Supermarkt mit Kunstrasenplatz auf dem Dach bauen wollen. Das scheint lukrativ zu sein. Der Hauptausschuss-Vorsitzende und SPD-Bürgermeister-Kandidat Hagen von Massenbach will wissen, was die Bürger von der möglichen Exer-Bebauung halten. Bringt ein zusätzlicher Supermarkt an diesem Standort tatsächlich Leben in die Innenstadt? Soll weiter geplant werden, oder müssen neue Ideen her? Brauchen wir wirklich noch einen Markt in Bad Oldesloe, oder wäre es nicht besser den Exer zu belassen wie er ist? Vielleicht sollte der Exer auch wieder viel mehr als Bürgerpark und Treffpunkt genutzt werden. Fragen auf die von Massenbach Antworten finden will. Deshalb steht er mit seinen SPD-Mitstreitern Sonnabend, 7. November, von 10 bis 12 Uhr auf dem Exer vor der Brücke zum Beer Yaacov-Weg.
Stadtschule – kennt Kiel keinen Kompromiss ?

Stormarner Tageblatt vom 3. November 2009
Die von der Stadt angeregte spätere Umwandlung der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule lehnt das Ministerium in Kiel aus Prinzip ab.
Bad Oldesloe/ol
– Kiel antwortet doch. Nachdem Fachbereichsleiter Thomas Sobczak im Hauptausschuss beklagt hatte, der Kontakt nach Kiel in Sachen Umwandlung Stadtschule sei abgerissen, stellt der Sprecher des Bildungsministeriums, Carsten Maltzahn, jetzt klar: „Es hat eine Antwort gegeben.“ Nach drei Wochen, und die fällt nicht im Sinne von Oldesloe aus.
In Oldesloe gibt es keine klare Beschlusslage und zu allem Überfluss auch noch immer keinen Förderbescheid. Angeblich sollen aus dem Investitionspakt 900 000 Euro fließen – ein nettes Sümmchen, aber schwarz auf weiß liegt nichts vor. Aber in den nächsten Tagen sollen Eltern ihre Kinder an den Grundschulen anmelden. Was wird denn aus der Stadtschule? Eine Offene oder eine Gebundene Ganztagsschule? Ein Jahr mehr Zeit würde Sinn machen.
Für das Bildungsministerium ist die Sache klar: „Eine Verschiebung auf das Schuljahr 2011/12 ist nicht möglich“, stellt Sprecher Maltzahn klar: „Es muss das Schuljahr 10/11 sein. Wir unterstützen die Stadt da sehr gerne bei.“ Dabei beruft sich das Ministerium auf Formalien. Carsten Maltzahn: „Es hat eine Ausschreibung mit ganz klaren Regeln gegeben. Die haben alle gekannt. Jetzt kann man nicht nachträglich hingehen und ständig verlängern.“ Eigentlich hätte das Programm bereits 2009/10 starten sollen, aber um den Schulen mehr Zeit bei der Entwicklung von pädagogischen Konzepten zu geben und zur Sicherstellung der räumlichen Voraussetzungen sei die Möglichkeit eingeräumt worden, erst 2010/11 den gebundenen Betrieb aufzunehmen. Diese Variante sei besonders für jene Standorte gedacht, die noch keinen Ganztagsbetrieb haben.
Und genau das ist Teil der Krux in Bad Oldesloe. Die Stadtschule ist bereits seit vielen Jahren Offene Ganztagsschule. Aber es ist nie etwas baulich verändert worden. Bestes Beispiel: An der Stadtschule muss der Werkraum als Mensa herhalten, während alle anderen Schulen bereits Speisesäle haben – dort essen aber weniger Kinder als an der Stadtschule. Sabine Prinz wird deshalb nicht müde zu betonen: „Unser Kernproblem ist die Raumsituation. Andernorts ist schon früher in den Ganztagsbetrieb investiert worden.“
„Es muss ja nicht alles auf einen Schlag gemacht werden“, versucht Carsten Maltzahn einen Kompromiss ins Gespräch zu bringen. „Mittelfristig“ lautet das Zauberwort aus Kiel. Aber er kennt die „Oldesloer Verhältnisse“ nicht. Unter dieser Prämisse war auch die IGS gestartet – Jahrzehnte später sind immer noch nicht alle seinerzeit versprochenen Räume gebaut. Eine solche Situation will die Stadtschul-Chefin auf alle Fälle vermeiden.
38 Schulen von 18 Trägern hatten sich am Interessenbekundungsverfahren beteiligt. Drei sind bereits diesen Sommer gestartet, weitere 20 Schulen sollen 2010/11 umgewandelt werden. Hier und da gebe es Probleme, so Carsten Maltzahn aber: „Unseres Wissens ist die Stadt Bad Oldesloe die einzige, die später starten möchte.“ So ganz kann das nicht stimmen. Boris Pawlowski, Sprecher der Stadt Kiel, die mit immerhin acht Schulen im Rennen ist: „Wir haben die gleichen Probleme. Zudem ist die Lehrer- und Stundenbemessung zu eng, das Land viel zu wenig einsichtig.“ Aus Abstimmungsgesprächen mit anderen kreisfreien Städten wisse er, dass die Situation dort ähnlich gesehen werde. Pawlowski: „Wir hoffen auf Verlängerung und weitere Gespräche mit dem Land.“
Gestern Abend dann die überraschende Wende. Minister Dr. Ekkehard Klug habe sich des Themas angenommen. Heute soll bei ihm eine Gesprächsrunde stattfinden. Maltzahn: „Vielleicht tut sich da ja was.“
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 31. Oktober 2009
Vertrag, Geldbetrag, Auftrag
Entscheidungsunlust
Andreas Olbertz
Langsam wird es irgendwie zur großen Lachnummer. Schon X mal ist in den vergangenen Jahren über ein Baugebiet an der Wolkenweher Dorfstraße am Fuße der Mühle, dort wo früher die Gewächshäuser standen, diskutiert worden – sollen es vier oder sieben Häuser sein, bogenförmig angeordnet oder treppenförmig, wie nah darf ans Brenner Moor heran und wie weit muss von der Straße weg gegangen werden? Das ganze ging munter hin und her. Im Juni kam dann die überraschende Aussage, das ganze Projekt liege auf Eis, weil sich einer der beiden Grundstückseigentümer weigere, den städtebaulichen Vertrag zu unterschreiben.
Jetzt stand das ganze wieder auf der Tagesordnung des Bauausschusses es sollte doch noch mal eine Satzungsbeschluss gefasst werden. CDU und FDP waren dafür, also ging der B-PLan knapp durch. Diese Woche hätten die Stadtverordneten den Sack zu machen können. Der städtebauliche Vertrag sei mit den Grundeigentümern geschlossen worden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Also eine klare Sache, das wird durchgewunken – denkste. Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) hatte da noch ein paar Fragen: Der Ausschuss habe doch beschlossen, der Stadt sollen keine Kosten entstehen. Warum enthalte der Vertrag mit den Herren Adam und Evers dann eine Passage, dass die Stadt nicht nur auf die Erhebung der laut Satzung fälligen Kosten verzichtet, sondern auch gleich noch die Notarkosten trage, wollte sie wissen. Und wie hoch diese Summe denn sei? Der Bürgermeister druckste rum, der Beschluss habe sich doch lediglich auf die Planungskosten bezogen, zur Gesamtsumme könne er nichts sagen, aber der Clou: Es ist gar kein Vertrag geschlossen worden. Es gab abermals Streit wegen der Ausgleichsflächen, der Satzungsbeschluss kam von der Tagesordnung. Hoffentlich nicht nur, weil zufällig nachgefragt worden ist.
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Der Hauptausschuss diese Woche, das war irgendwie die Sitzung des großen Schweigens. Klar, es wird keine Gelegenheit ausgelassen, darauf hinzuweisen, wie schlecht die Kassenlage ist. Da werden Zuschüsse gestrichen oder gekürzt, Maßnahmen zurück gestellt, aber wenn es um die Entschädigung der ehrenamtlichen Politiker geht, soll das plötzlich nicht mehr gelten? Um mal die Kirche im Dorf zu lassen, sei hier deutlich erwähnt, es geht „nur“ um 6 500 Euro und die geltende Satzung ist seit 13 Jahren nicht mehr angepasst worden. Aber wenn Politiker sich selber was gönnen, gibt es eben Diskussionen – und das wollen die meisten nicht, gleichwohl hätten sie gerne das Geld.
Die CDU ist in Vorleistung getreten, hat eine eindeutige Liste mir ihren Vorstellungen erarbeitet. Dem Einen bekommen aber die Ausschuss-Vorsitzenden zu viel Geld, dem Anderen der Jugendbeirat zu wenig. Müssen Hauptausschussmitglieder mehr bekommen als alle anderen? Man hätte das im Ausschuss sicher diskutieren können und durch ein wenig Verschiebung zu einer Einigung kommen können, selbst mit der SPD, die die Diskussion für „unangemessen“ und „unnötig“ hält und keine Erhöhung will – aber das war nicht gewünscht. Stattdessen wurde schnell einer „interfraktionellen Runde“ zugestimmt, um das heikle Thema in aller Ruhe hinter verschlossenen Türen ausbaldowern zu können.
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Bad Oldesloe und sein Stadtmarketing – zwei Welten treffen aufeinander. Mein Gott, was ist da nicht schon alles diskutiert worden, Berge von Papier wurden bedruckt, Experten befragt, Studenten haben ein dickes Konzept erstellt – nur in der Umsetzung hapert es. Stadtmarketing war bislang vor allem die Organisation von Weihnachtsmarkt, Entenrennen und Auszubildenden-Messe, und zu allem Überfluss ist die Stelle in der Verwaltung jetzt auch schon geraume Zeit verwaist. Diese Woche war mal wieder ein Experte im Hauptausschuss. Mario S. Mensing, der schon in Lübeck ordentlich gewirbelt hat. Eine Powerpoint Präsentation ist da natürlich Pflicht. Einer wie Mario S. Mensing findet deutliche bis deftige Worte. Muss er auch, denn wo alles gut ist, braucht man ihn nicht. Trotzdem hat er kaum Neues verraten. Und wie geht es nun weiter? Zusammenfassung, Beratungsbedarf, vertagt ... Schaumer mal, ob es dann noch Leben in der Innenstadt gibt, bis wir ein Stadtmarketing bekommen. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth wagt schon mal einen Blick in die Zukunft.
Ganztagsschule – kein Kontakt mehr nach Kiel
Stormarner Tageblatt vom 31. Oktober 2009
Bildungsministerium schweigt
Bad Oldesloe/ol
– Wie schon in den vergangenen Jahren gibt es auch in diesem Jahr in der Stadtschule einen Tag der offenen Tür – Sonnabend, 7. November. Dabei haben alle Interessierten die Möglichkeit, sich über die Schule im Allgemeinen und vor allem über das Konzept der Stadtschule als offene Ganztagsschule zu informieren.
Offene Ganztagsschule? War nicht die Rede von der Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule? Das Thema hat sich wohl ziemlich erledigt. Noch immer liegt kein Bescheid vor, ob der vermutlich vier Millionen Euro teure Umbau aus dem Investitionspakt gefördert wird. Hinter vorgehaltener Hand ist aus dem Bildungsministerium zu hören, die Liste liege beim Bund und es gebe erhebliche Probleme. Oldesloe sei ausdrücklich ausgenommen, aber da der Bund die Liste nur komplett veröffentlichen wolle, bekommt die Stadt keine Zusage. Gerüchteweise sickerte auch durch, dass es sich um 900 000 Euro Zuschuss handeln soll. Die Zahl hat Bürgermeister Tassilo von Bary jetzt auch in der Stadtverordnetenversammlung genannt. Aber alles eben nur inoffiziell und damit unverbindlich.
Die FDP ist das Zünglein an der Wage, sie hat klare Vorgaben gemacht, unter welchen Bedingungen sie einer Antragstellung zustimmen könnte. Die nach ihrer Meinung notwendigen Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Schulkonferenzbeschluss, Stellungnahme der Schulaufsicht und Berücksichtigung im Schulentwicklungsplan. „Dass das nicht der Fall ist, ist nicht unsere Schuld“, rechtfertigt Karl-Reinhold Wurch (FDP) seine ablehnende Haltung. „Die Schule hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Wenn man seit dem 15. Juli gearbeitet hätte, hätten die Voraussetzungen erfüllt sein können“, schiebt er den schwarze Peter zu Rektorin Sabine Prinz. Die Schulleiterin und die Schulkonferenz sind allerdings der Meinung, erst müsse Politik den Schulträger beauftragen, die Umwandlung zu beantragen, dann könne die Schule die geforderten Beschlüsse fassen – nicht umgekehrt.
Eine Umwandlung zum Schuljahresbeginn 2010 erscheint kaum noch möglich. Wesentlich sinnvoller wäre ein Start ein Jahr später. Aus dem Bildungsministerium ist keine Aussage zu bekommen, ob das möglich wäre. Fachbereichsleiter Thomas Sobczak im Hauptausschuss: „Der Kontakt nach Kiel ist abgerissen.“
KuB-Förderung auf der Kippe?

Stormarner Tageblatt vom 30. Oktober 2009
Die Umwandlung des Amtsgerichts soll das Leuchtturmprojekt für die Innenstadt werden. Wie jetzt durchsickerte, ist noch völlig offen, in welchem Umfang Fördermittel fließen werden.
Bad Oldesloe/ol
– „Das KuB ist geplatzt!“ Wie eine Bombe schlug dieses Gerücht gestern ein. Große Bürgerbeteiligung und unzählige Arbeitskreis-Sitzungen unter der Leitung eines Moderators, Besichtigungstouren zu anderen Zentren, politische Diskussionen, der Kauf der Immobilie „Amtsgericht“, um sie in ein Kultur- und Bildungszentrum umzuwandeln sowie als einer der jüngsten Schritte der Architektenwettbewerb – das alles soll für die Katz gewesen sein, weil Kiel die Fördermittel streicht?
Anita Klahn, FDP-Stadtverordnete und frisch gebackene Landtagsabgeordnete, die zukünftig im Kieler Finanzausschuss sitzen wird, kann es nicht glauben: „Es wird am 18. November eine Regierungserklärung geben. Davor wird mit Sicherheit keine Entscheidung mit solcher Tragweite gefällt.“ Sie ist überzeugt, dass trotz Regierungswechsels in den Ministerien – in diesem Fall ist das Innenressort federführend – sehr vorsichtig mit Zusagen umgegangen wird.
Wobei es wohl nicht um die neue Regierung geht. Eine Sachbearbeiterin hat schon deutlich vor der Wahl gewechselt. Plötzlich war vieles, was in Sachen Stadtumbau schon in trockenen Tüchern schien, wieder fraglich. Handelt es sich um ein Sanierungsgebiet oder ein Stadtumbaugebiet, führte Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster im Planungsausschuss als einen der strittigen Punkte an. Jetzt also das KuB?
CDU Fraktionsvorsitzender Horst Möller bleibt gelassen: „Diese Mitarbeiterin denkt eben etwas anders. Aber noch ist nichts entschieden, die Verwaltung ist da mit Sicherheit hinter her. Der südliche Stadtrand ist ja auch nach langer Prüfung Sanierungsgebiet geworden – deshalb bin ich nach wie vor optimistisch.
Sein Gegenpart von der SPD, Hagen von Massenbach, sieht es weniger gelassen: „Wir sind doch in Kiel nicht von einer einzelnen Person abhängig. Das klingt mir alles zu sehr nach Willkür. Wir müssen doch Planungssicherheit haben.“ Er fragt sich, wer solche Gerüchte aus welchen Gründen streut.
Thomas Giebeler, Sprecher des Innenministeriums schaffte gestern etwas Klarheit. Zuschüsse seien „in Aussicht gestellt worden. Über den Umfang der Förderung und die Förderkonditionen wurden noch keine Entscheidungen getroffen.“ Darüber werde mit der Stadt noch verhandelt. Positive Nachrichten klingen anders.
Alle bislang unternommenen Schritte waren bislang in enger Abstimmung mit dem Innenministerium erfolgt. Gut drei Millionen Euro soll der Umbau kosten, zwei Drittel werden gefördert – so wurde es bislang kommuniziert. Aber offensichtlich ist das längst noch nicht definitiv. Dabei waren einige Abgeordnete unschlüssig, ob sich die Stadt eine Million Eigenanteil leisten könne.
Bürgermeister Tassilo von Bary: „Bei Fördermitteln weiß man es nie – erst wenn man den Bescheid in der Hand hält.“ Das Projekt werde zukünftig wohl kritischer geprüft. „Da müssen wir in unserer Argumentation eben noch besser werden“, so der Verwaltungs-Chef. Es werde weiter an einem Betreibermodell gefeilt, der Architektenwettbewerb werde stattfinden und voraussichtlich im Frühjahr könne dann der Förderantrag gestellt werden. Tassilo von Bary: „Ich gehe nicht davon aus, dass uns die lange Nase gezeigt wird.“
Andreas Olbertz
Wackelt das Kulturzentrum?
Lübecker Nachrichten vom 30. Oktober 2009
Bad Oldesloe - Förderung ja oder nein? Scheitert das knapp vier Millionen Euro teure Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum im Alten Amtsgericht an der Geldfrage?
Es ist ein Vabanque-Spiel. Die Planungen für die Umgestaltung des Alten Amtsgerichtes zum Kultur- und Bildungszentrum in Bad Oldesloe laufen auf Hochtouren – der Architektenwettbewerb soll im November abgeschlossen sein. Doch gleichzeitig ist unklar, ob die in Aussicht gestellte, bis zu 80-prozentige Förderung überhaupt fließt.
„Der Architektenwettbewerb läuft“, bestätigt Bürgermeister Tassilo von Bary. Sowohl für diesen Wettbewerb als auch für den Ankauf des Gebäudes sind bereits Fördermittel von Land und Bund geflossen. Allein für den Grunderwerb des Amtsgerichtsgebäudes an dem „Weg zum Bürgerpark 1“ gab es nach Angaben des Kieler Innenministeriums 800 000 Euro aus dem Topf der Städtebauförderung. Diskutiert wird auch die Betriebsnutzung – geplant ist unter anderem der Einzug der Volkshochschule und der Musikschule in das ehemalige Gerichtsgebäude. Erst wenn der Wettbewerb abgeschlossen ist und das Betriebsmodell steht, so der Bürgermeister, wird der Antrag auf Förderung beim Land gestellt. Dann heißt es abwarten. Von Bary vermutet, dass auf Grund knapper werdender Haushaltsmittel die Anträge intensiver geprüft werden.
„Wir haben im Moment Schwierigkeiten mit der Finanzierung“, spricht der Fraktionsvorsitzende der FDP, Karl Reinhold Wurch, deutlichere Worte. Nach einem Sachbearbeiterwechsel im Innenministerium sehe die Sachlage anders aus als vorher. „Der Sachbearbeiter scheint anderer Ansicht zu sein“, was die Mittelvergabe angehe. Auf einmal stelle sich die Frage, ob das künftige Kulturzentrum überhaupt im Städtebauförderungsgebiet liege. Bisher sei eine Verbindung gesehen worden, entsprechend seien bereits die Zuschüsse geflossen. Wurch: „Es sieht nicht rosig aus.“
Horst Möller, Fraktionschef der CDU in Bad Oldesloe, bestätigt den neuen Kieler Blickwinkel. „Wir haben im Moment ein Problem.“ Er vertraut aber auf die in Aussicht gestellten Fördermittel. Und wirbt um Verständnis für den neuen Sachbearbeiter – „wenn jemand sich in ein neues Gebiet einarbeitet . . .“.
Gewisse Ungereimtheiten nach dem Personalwechsel sieht auch Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Da ist irgendetwas schief gelaufen, entweder von Seiten der Verwaltung oder in Kiel“, mutmaßt der Sozialdemokrat. „Die Sachbearbeiter wechseln, und auf einmal stimmt alles nicht mehr?“ Das Kultur- und Bildungszentrum ist „unsere Motivation für die Innenstadt“, ist das Impulsprojekt für den Stadtumbau West. Von einem „Desaster“ spricht Dr. Gerold Rahmann von den Grünen, sollte es tatsächlich keine Förderung mehr geben. Im Innenministerium versteht man hingegen die Aufregung nicht. „Über den Umfang der Förderung und die Förderkonditionen wurden noch keine Entscheidungen getroffen“, heißt es. Darüber gebe es noch Gespräche mit der Stadt. „Daher kann nicht von einem Ende des Projektes gesprochen werden.“
Lesermeinung
Geld leicht verdient
Zu: „Marketing – Teurer Vortrag, kein Beschluss“, 28. 10. Mir fiel an erster Stelle auf, dass sich der Herr Mario S. Mensing schnell 2500 Euro aus dem Oldesloer Steuersäckel verdient hat. Viel Zeit hat er wohl nicht angesetzt für seine „Recherche“. 1. Als Ausstellerin des Adventsmarktes erhielt ich kürzlich vom Oldesloer Stadtmarketing ein professionelles Schreiben mit Zusage und perfekter Ausführung für die Rahmenbedingungen für die Teilnahme. Unterschrieben von Herrn Wiebers, dem bis dato Mitarbeiter von Herrn Thomaschewski. Also: Das Stadtmarketing funktioniert zur Zeit noch. 2. Hat Herr Mensing auch etwas von der sehr erfolgreich agierenden „Hude AG“ unter Leitung von Herrn Stephan Schubert von „Stinshoff-Schuhe“ gehört und vielleicht (wohl eher nicht) erfahren, dass 16 Oldesloer Läden aus dem Hude-Bereich (einschließlich Deutsche Bank) fast monatlich sehr erfolgreiche Aktionen mit toller Kundenresonanz durchführen und die Hude z. B. mit Modenschauen und saisonalen Kinderaktionen belebt? 3. Wurde dem Herrn eigentlich gesagt, dass das beliebte „Café am Markt demnächst schließen wird, weil die Stadt Bad Oldesloe zu hohe Mietkosten von 5000 Euro (allgemeines Gerücht in der Stadt) verlangt? 4. Warum wird (laut Artikel) behauptet, dass „die Politiker sich nicht aus der Deckung wagen“, aber Maria Herrmann von der SPD (wahrscheinlich auch andere) wurde überhaupt nicht angesprochen?
Ich habe nach dem Lesen des Artikels den Eindruck, dass sich der Herr Mensing locker ein paar Tausender verdiente, mit denen sich unsere Stadtverwaltung auf einfache Art ein „wir tun was“-Alibi verschafft. Außerdem glaube ich, dass in unserer Stadt Politik und Stadtverwaltung kontraproduktiv zusammenarbeiten. Was nützen dann alle paar Jahre neue teure Gutachten, wenn aus dem Grunde kaum etwas durchgesetzt werden kann. Die Besitzer der vom Stormarner Tageblatt gezeigten Schandflecke könnten doch zum Beispiel ganz einfach von der Stadt abgemahnt werden. Passiert daraufhin keine Verbesserung, repariert die Stadt im Interesse des Gesamtbildes das Objekt und stellt dem Besitzer die Rechnung aus. Aber solche einfache Logik ist wohl verwaltungstechnisch nicht machbar.
BRIGITTE SCHWITZKE
Bad Oldesloe
Wer kandidiert? Parteien auf der Suche
Stormarner Tageblatt vom 29. Oktober 2009
Bürgermeister Tassilo von Bary will wiedergewählt werden, Hagen von Massenbach von der SPD macht ihm den Posten streitig. Die anderen Fraktionen halten sich noch bedeckt, was die Kandidatenkür für die Wahl im Juni angeht.
Bad Oldesloe/ol
– Die Amtszeit von Bürgermeister Tassilo von Bary endet im kommenden Jahr. Am 13. Juni wird deshalb ein Bürgermeister gewählt – „gesucht wird eine kreative, verantwortungsfreudige, zielstrebige und dynamische Persönlichkeit mit Entschlusskraft“, so der jetzt im Hauptausschuss beschlossene Text für die Stellenausschreibung. Leitungserfahrung aus einer Verwaltung wären vorteilhaft, der zukünftige Stadt-Chef soll vertrauensvoll mit den Bürgern, der Wirtschaft, Vereinen und Verbänden zusammenarbeiten. Papier ist geduldig, Wünsche dürfen gerne geäußert werden, die Kandidaten werden bis zur Entscheidung sicher noch viel zu ihren Qualifikationen erzählen. Ab 1. Oktober 2010 sitzt derjenige auf dem Amtssessel, der 50 Prozent der Stimmen bekommen hat – egal warum.
Nach dem Wunsch der Verwaltung sollte die Stellenausschreibung nur regional erscheinen. Das hat Politik aber mehrheitlich anders gesehen. Maria Herrmann von der SPD war die erste: „Uns könnte es egal sein, wir haben einen guten Kandidaten, aber salopp formuliert wollen wir doch nicht nur die Kandidaten aus dem Nachbardorf.“ Das sah Karl-Reinhold Wurch von der FDP genau so: „Auch wenn es kostet, das sollte uns ein guter Bürgermeister wert sein. Vielleicht finden wir damit ja einen besseren Kandidaten.“ Willi Janson von den Grünen hält das für Geldverschwendung: „Das können die Parteien selber machen in ihren Parteiblättern.“ CDU-Frau Angela Fehrmann kam dann mit dem letztlich befürworteten Kompromissvorschlag: Landesweit inserieren, aber nicht den kompletten Text. Die genauen Bedingungen könnten sich Interessenten aus dem Internet holen.
Amtsinhaber Tassilo von Bary hat sich bereits klar Positioniert. Er will es noch mal wissen und tritt wieder an. Als erster Gegenkandidat steht SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach fest. Er ist von seiner Fraktion nominiert worden.
CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller, dem Ambitionen nachgesagt wurden, lehnt entschieden ab: „Unsere Kommission kann noch so viel suchen, aber ich kandidieren nicht. Ich kann mich nicht für sechs Jahre abmelden.“ Ein dreiköpfiges Team des Parteivorstands sei mit der Kandidatenfindung betraut worden und werde sich damit auch Zeit bis Anfang nächsten Jahres lassen. Möller: „Uns treibt doch nichts – bloß weil die SPD schon ein Jahr vorher einen Kandidaten ins Rennen schickt, der sich tot läuft.“
Zu den Ansprüchen seiner Partei an den Kandidaten wollte sich Horst Möller nicht äußern. „Es muss ein guter Mann oder eine gute Frau sein. Wir müssen einen Kandidaten haben, der hier schon bekannt ist, sonst hat er keine Chance“, erklärt er. Dass es in Ahrensburg grade genau anders gelaufen ist, lässt er nicht gelten: „Da hat die Fraktion ja auch alles getan, um ihren eigenen Kandidaten zu verbrennen.“
Auch die Liberalen sind auf der Suche, wollen sich aber ebenfalls nicht in die Karten gucken lassen. „Wir stehen mit zwei Kandidaten in konkreten Gesprächen“, verrät Karl-Reinhold Wurch. Vermutlich beim Neujahrsempfang seiner Partei im Januar werde das Geheimnis gelüftet. Mit der FDP werden immer wieder diverse Namen ins Spiel gebracht. Allen voran der Fraktions-Chef selber. Wurch: „Wenn ich nicht schon über 60 wäre, wäre das ein Gedanke. Ich habe in meiner kommunalpolitischen Zeit so viel erlebt, dass ich den Ehrgeiz hätte, zu beweisen, dass es besser geht.“ Das Haus sei bezahlt, die Kinder versorgt, da könne er sich das als Hobby leisten. Gerhard Horn? Wurch winkt ab: „Der ist ja nun in Reinfeld Bürgermeister.“ Wolfgang Leinius? „Der wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert wenn er das machen würde“, stellt Wurch leicht amüsiert klar. Auch der Name des Umweltausschussvorsitzenden Michael Klahn fällt gelegentlich. Doch bei ihm winkt Wurch ebenfalls ab: „Der würde sich doch finanziell verschlechtern.“
Verwaltungserfahrung, Durchsetzungsvermögen, Kreativität und Erfahrung mit Vereinen, Verbänden und Investoren sind der FDP wichtig. Lokale Prominenz hingegen nicht. „Jemand aus dem näheren Umfeld ist vielleicht eher hinderlich. Der wird mit einer Partei und dem lokalen Klüngel in Verbindung gebracht“, befürchtet Wurch.
Die Grünen halten eine Positionierung für verfrüht: „Wir werden uns sicher nicht in diesem Jahr festlegen“, erklärt Sprecher Hartmut Jokisch: „Wir haben unsere diversen Diskussionen noch nicht abgeschlossen.“
Andreas Olbertz
Marketing – teurer Vortrag, kein Beschluss

- Patient Innenstadt: Parkgebühren, Leerstände, Übernachtungsmöglichkeiten – für einen Marketingexperten gäbe es in Oldesloe viel zu tun.
Stormarner Tageblatt vom 28. Oktober 2009
Der Oldesloer Hauptausschuss hatte mit Mario S. Mensing einen Experten für Stadtmarketing zu Gast. Zur Rettung der Innenstadt schlägt er drei Bausteine vor.
Bad Oldesloe/ol – Der wievielte Experte ist das nun, der sich mit dem Thema Innenstadt beschäftigt? Das Lademann-Gutachten liegt seit Jahren vor, neuerdings gibt es ein Einzelhandelsgutachten, die Mitglieder des Marketingrats haben fleißig getagt, die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) wird nicht müde Maßnahmen zu fordern, Politik wollte etwas zur Attraktivierung der Innenstadt tun und dann ist da noch die Stabsstelle Stadtmarketing – verwaist, weil Andreas Tomaschewski auf den Sessel des Rechnungsprüfers gewechselt ist. Mit dieser Personalie hatte der neuerliche Aktionismus begonnen. Statt die vakante Stelle schnell, möglicherweise gar intern, zu besetzen, verlangte Politik ein Konzept. Im Raum standen Überlegungen, vor allem Seitens der FDP, Stadtmarketing extern zu vergeben oder eine GmbH zu gründen. Die SPD legt den Fokus auf einen Quartiers- oder Flächenmanager, dessen Schwerpunkt die Beseitigung von Leerständen und Neuansiedlungen sein könnten. Die CDU hatte, vor allem vor der Wahl, die Neu- Möblierung der Innenstadt auf dem Zettel.
Vor diesem Hintergrund hat Bürgermeister Tassilo von Bary nun Mario S. Mensing, ehemals Stadtmanager von Lübeck, jetzt in Diensten der Beratungsfirma „Cima“ verpflichtet. Er sollte den Hauptausschussmitgliedern aufzeigen, wohin die Marketing-Reise gehen könnte.
Stärken und Schwächen der Innenstadt, da hat auch Mario S. Mensing nichts wirklich Neues ausgegraben – viele Schlagworte, schon oft gehört. Auch sein Fazit war nicht überraschen: „Als Einzelhandelsstandort steht Bad Oldesloe am Scheideweg. In zehn Jahren ist die Innenstadt Nahversorgungsstandort. Es ist fünf nach zwölf für eine Richtungsänderung. Kleine neue Boutiquen oder Entenrennen bringen da gar nichts.“ Diese Erkenntnisse basieren zum Großteil auf „Expertengesprächen“. Mensing hätte im Vorwege, wie er ausdrücklich erwähnte, dazu gerne mit Politikern gesprochen, doch der Zugang sei im verwehrt worden. Und schon gab es den ersten Disput. Maria Herrmann von der SPD wunderte sich: „Mich hat überhaupt niemand gefragt.“ Ihr Gegenpart Horst Möller (CDU) sah das ganz anders: „Wir wollten einen Experten von außen ran holen und sollten uns da nicht einmischen.“
Immerhin: Einige konkrete Punkte verriet der „Cima“-Experte dann doch. Oldesloe braucht ein Profil, eine Marke. Bloß kein umfassendes Leitbild, sondern kurz und prägnant. Eine Fachkraft in der Stadtverwaltung mit einem Sachkostenbudget wie bisher sei völlig ausreichend.
Mensings zweiter Baustein ist ein „professionelles Projektmanagement“ mit einem „Masterplan Innenstadt“ bei dem es um Projektentwicklung auf Schlüsselgrundstücken gehe. „Schon ein Erfolg kann zwei, drei weitere nach sich ziehen“, ist der Fachmann überzeugt. An dritter Stelle steht „eine Neuerfindung der GOK. Die sind von Selbstzweifeln geprägt, in der Rückwärtsbewegung und machen alles andere als dicke Backen“, so Mensing. Eine neue Mitgliederstruktur müsse her. Da sieht Mensing vor allem die potenten Haus- und Grundeigentümer, aber auch die Produktionsbetriebe sowie Dienstleister.
Und wie geht es jetzt weiter? GOK-Vorsitzende Ilona Rehme könnte sich durchaus eine Neuorganisation der GOK vorstellen. WAS-Chef Norbert Leinius machte deutlich: „Der Knackpunkt ist das Projektmanagement.“ Mario S. Mensing spekulierte auf Folgeaufträge, doch so recht mochte sich kein Politiker aus der Deckung wagen. Allein die Cima „Diagnose“ hat 2500 Euro gekostet. Für „Dialog“ und „Strategie“ wären nochmals 3800 Euro zu veranschlagen. Das wollte diesmal aber noch (?) keiner entscheiden. Das Thema wurde also vertagt. ANDREAS OLBERTZ
Stadtentwickler Mensing: Für Bad Oldesloe ist es fünf nach Zwölf!

- Kein Weg zu mehr Anerkennung: „Das Imageproblem von Bad Oldesloe bekommen Sie nicht mit Entenrennen in den Griff!“, sagte der Stadtentwickler Mario Mensing vor dem Hauptausschuss.

- Dipl.-Betriebswirt Mario Mensing (43). Foto: DRESSEN
Lübecker Nachrichten vom 28. Oktober 2009
Bad Oldesloe - Seit Jahren will die Stadt Bad Oldesloe ihr Image aufwerten, die Innenstadt attraktiver machen. Bislang ohne Erfolg. Jetzt soll „Super-Mario“ Mensing helfen.
Horst Möller, Fraktionschef der CDU, sprach von einem „Offenbarungseid“, Karl-Reinhold Wurch, Vorsitzender der Liberalen, meinte, „wir haben als Politiker bewiesen, dass wir es nicht können“. Die Rede ist von einem Stadtmarketing für die Stormarner Kreisstadt, das diesen Namen auch verdient.
Anstrengungen, die die seit Jahren darbende und vor sich hindümpelnde Innenstadt aufpolieren und für Käufer und Besucher aus dem Umland attraktiver machen sollten, sind viele unternommen worden, verliefen aber alle im Sande. Jetzt also wurde die Cima GmbH (www.cima.de) eingeschaltet, die sich als „Kompetenzzentrum für Stadt- und Regionalentwicklung und für Marketing im öffentlichen Sektor im gesamten deutschsprachigen Raum“ sieht. Und in Person trat Mario S. Mensing (siehe Artikel rechts), Geschäftsführer und Projektleiter der Cima, vor dem Hauptausschuss auf. Unter Zuhilfenahme bisheriger Gutachten und Untersuchungen etwa im Rahmen des ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) und der Auswertung von Gesprächen mit Ilona Rehme und Michael Hänchen von der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK), Ilse Fischer von der Verbrauchergemeinschaft, Ulrike Tyrell (TIK) sowie Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), präsentierte Mensing den Ausschussmitgliedern seine ersten Ergebnisse. Die waren niederschmetternd: „Bad Oldesloe steht als Einzelhandelsstandort am Scheideweg“, eigentlich sei es „schon fünf nach Zwölf!“. Wenn nicht sofort etwas unternommen würde, könne man im Prinzip dicht machen.
Zwar habe er aus den Expertengesprächen eine Menge Stärken von Bad Oldesloe heraus gefunden. Jedoch: „Profil entsteht durch Konzentration und Weglassung“, eine Bündelung aller Vorzüge würde ein verschwommenes Bild von der Stadt vermitteln. Und ein solches Imageproblem „kriegen Sie nicht mit Entenrennen in den Griff“.
Mensing kritisierte, dass sich die Politik aus den Expertengesprächen fern gehalten habe. CDU-Chef Möller: „Wir wollten bewusst erst die Expertenmeinung von außen hören, ehe sich die Politik einmischt.“ Das wiederum ließ Maria Herrmann von der SPD verwundert fragen: „Wir hätten schon mitgemacht, aber wir wussten davon gar nichts!“
Für das weitere Vorgehen in Sachen Stadtmarketing empfiehlt Mensing drei Bausteine: zuerst die Erarbeitung eines „glasklaren, kurzen und knappen“ Profils, einer „Marke Bad Oldesloe“ mit einem Marketingkonzept. Der zweite Baustein ist das Projektmanagement zur Innenstadtentwicklung, das durchaus nur von einer Person aus der Verwaltung heraus getätigt werden könne. Und als dritte Voraussetzung sieht er die „Neuerfindung“ der GOK. Diese solle nicht mehr nur aus den Kaufleuten der Innenstadt, sondern vielmehr auch aus den zahlreichen, kraftvollen (Industrie-)Unternehmen aus den Gewerbegebieten bestehen. „Die Stadt braucht einen ernst zu nehmenden und handlungsfähigen Partner als Gegenüber.“
Mensings Ausarbeitungen werden nun in den Fraktionen beraten, in der Novembersitzung des Hauptausschusses soll dann über das weitere Vorgehen beraten werden. Möller: „Ich bin überzeugt, dass wir mit der Cima in die richtige Richtung gehen. Wir brauchen keinen billigen Berater, sondern einen mit Erfolg.“
Von Joachim Strunk
Zur Person
Mario Mensing wurde 1966 in Bonn geboren. Unmittelbar nach seinem Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg (1989–1992) begann er im November 1992 im Auftrag des Vereins für Wirtschaft und Kultur in Lübeck ein City- und Stadtmanagement aufzubauen. Im März 1994, als 28-Jähriger, hatte er es bereits zum Geschäftsführer des Lübeck-Managements gebracht. In seiner insgesamt sechsjährigen Tätigkeit in der Hansestadt erarbeitete er sich bundesweites Ansehen. 1998 wechselte Mensing als Geschäftsführer und Projektleitender Berater zur Cima Stadtmarketing GmbH mit Sitz in München, wo er sich auf Kommunalberatung spezialisierte. Mensing selbst leitet seitdem das Büro in Lübeck. Mensing ist bekannt für pointierte, manchmal auch provozierende Aussagen. So bezeichnete er bei einer Präsentation in Bad Segeberg die Anbindung der Innenstadt zum See als „Traurigkeit“, beim Test-Bummel durch die Stadt fand er Läden, die manchmal wie ein „sozialistisches Warenlager“ wirkten. Der ehemalige Lübecker Wirtschaftssenator Gerd Rischau sagte über ihn: „Mensing hat uns auch dann geholfen, wenn er uns genervt hat.“ unk
Gerangel um Bürgermeisterposten beginnt
Lübecker Nachrichten vom 28. Oktober 2009
Die Bürgermeisterstelle von Bad Oldesloe soll in ganz Norddeutschland ausgeschrieben werden. Darauf einigten sich die Mitglieder des Hauptausschusses der Kreisstadt am Montagabend mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP bei einer Gegenstimme der Grünen.
Letztere argumentierten durch ihr Ausschussmitglied Wilfried Janson, dass es nicht Aufgabe der Stadt sein könne, für diese Stelle eine kostspielige Anzeige in mehreren Zeitungen oder anderen Medien zu schalten. Das sahen die übrigen Politiker des Ausschusses anders und votierten für die Ausschreibung im Amtsblatt Schleswig-Holstein, in den Lübecker Nachrichten, im SHZ-Verlag, im Hamburger Abendblatt sowie auf der eigenen städtischen Homepage www.badoldesloe.de.
Wie aber steht es überhaupt um die Kandidaten für die Stelle des hauptamtlichen Verwaltungschefs, der direkt von den Oldesloer Bürgern am Sonntag, 13. Juni 2010 (Stichwahl: 27. Juni 2010) gewählt werden soll?
Als erster Kandidat steht Tassilo von Bary schon fest. Der parteilose Bürgermeister amtiert seit 2004 und wohnt in Nütschau. Zweiter Kandidat ist Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der Oldesloer SPD und Hauptamtsleiter im Amt Bad Oldesloe-Land. Er hatte sich bereits im Frühjahr 2009 für das Amt des Bürgermeisters in Mölln beworben, hier seine Bewerbung nach einigen Wochen aber wieder zurückgezogen. Darüber hocherfreut, stellten ihn seine Oldesloer Parteigenossen als Nachfolgekandidaten für Tassilo von Bary auf.
Bei der CDU hatte der Fraktionsvorsitzende Horst Möller mit einer Bewerbung „kurz mal geliebäugelt“, hat die Ambitionen aber „aus persönlichen Gründen“ wieder aufgegeben. Die CDU hat ein Dreier-Gremium gebildet, das derzeit „das eine oder andere konkrete Gespräch“ mit möglichen Kandidaten führt. Bis Ende des Jahres will man sich festlegen.
Auch die FDP führt laut Fraktionschef Karl-Reinhold Wurch bereits konkrete Gespräche mit zwei Personen. Wer letztlich unterstützt werden soll, will man beim Neujahrsempfang bekannt geben. Die Grünen haben zwar auch schon über die Thematik diskutiert, aber laut Sprecher Hartmut Jokisch „noch keine Beschlüsse gefasst“.unk
Nix mit gebunden – weiter alles offen an der Stadtschule
Stormarner Tageblatt vom 26. Oktober 2009
Muss heute Abend im Hauptausschuss die Vision einer Stadtschule im gebundenen Ganztagsbetrieb beerdigt werden? Vieles deutet darauf hin.
Bad Oldesloe/ol
– Fehlende Förderzusagen, vorgeschobene Argumente und ausgessene Entscheidungen – die ganze Angelegenheit zieht sich schon eine Weile hin. Ein
Interessenbekundungsverfahren hatte ergeben, dass die Stadtschule in ein entsprechendes Landesprogramm zur Umwandlung in eine Gebundene Ganztagsschule für das Jahr 2010/11 aufgenommen würde – das war bereits im Juni. Doch bislang gab es in der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit, einen entsprechenden Antrag auch zu stellen und das Verfahren einzuleiten.
Das Land würde sich nur an den Personalkosten beteiligen. Aber für die Umwandlung wären Um- und Neubauten in Höhe von etwa vier Millionen Euro notwendig. Das ist der CDU entschieden zu viel. Sie spricht von einer „Luxusschule“, die sich die Stadt nicht leisten könne. Sie ist dagegen.
Die Stadt versucht, zumindest aus dem Investitionspakt Fördermittel zu erhalten. Die Anträge sind gestellt. Als Hausnummer kursieren eine Million Euro Zuschuss. Ob und wenn ja wie viel Geld die Stadt bekommt, ist allerdings bislang absolut offen.
Ginge es nach der SPD, wären die Umwandlung längst beantragt und die Baumaßnahmen in Vorbereitung. Doch da wollte im September die FDP nicht mitspielen. Zusammen mit der CDU wurde der Antrag abgelehnt.
Kurz darauf präsentierten die Liberalen im Finanzausschuss dafür ihrerseits einen Antrag, das Thema auf die Tagesordnung des Hauptausschusses heute Abend zu nehmen. Aber da immer noch keine Aussage über Fördermittel vorliegt, kann kein Finanzierungsmodell vorgelegt werden, also auch kein Beschluss gefasst werden. Und auch die weiteren von der FDP geforderten „notwendigen Voraussetzungen“ liegen nicht vor. An der Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz. Die FDP verlangt von der Schule einen Beschluss und ein Konzept. Die Schulkonferenz hat zwar ihre „grundsätzliche Bereitschaft“ bekundet, lehnt aber einen Beschluss „aufgrund der aktuellen, negativen politischen Beschlusslage“ ab. In der Sitzungsvorlage stellt die Verwaltung zudem klar, dass die benötigten Aussagen von Schulaufsicht und Kreisverwaltung erst nach einer Entscheidung der Stadtverordneten herbeigeführt werden können.
Zu allem Überfluss würde die Stadt natürlich erst mit der Ausschreibung der Baumaßnahme beginnen, wenn eine endgültige Umwandlungszusage des Bildungsministeriums vorliegt. Rein theoretisch könnte ab Anfang 2010 gebaut werden. Etwa mit Beginn des Schuljahres 2011/12 wären die Arbeiten abgeschlossen. Das Ministerium erwartet aber, dass bereits nächsten Sommer der Ganztagsbetrieb aufgenommen wird – bislang kann den zukünftigen Eltern, die ihre Kinder in den nächsten Tagen anmelden sollen, nicht gesagt werden, ob die Stadtschule offen oder gebunden sein wird.
Die Verwaltung schlägt deshalb vor, abzuwarten, wie sich das Ministerium bezüglich einer Verschiebung der Umwandlung auf das Jahr 2011/12 positioniert.
Andreas Olbertz
Stadtschule: Wer lässt eigentlich wen hängen?

- Die Stadtschule an der Salinenstraße in Bad Oldesloe. Hinten links das gelbe Gebäude ist der historische Teil der Schule, vorn rechts der später hinzugefügte Anbau. Im nächsten Jahr soll die Stadtschule auf jeden Fall eine Mensa bekommen. Foto: LN
Lübecker Nachrichten vom 25. Oktober 2009
Die Umwandlung zur gebundenen Ganztagsschule ist gewollt. Aber nur, wenn Geld vom Land fließt.
VON JOACHIM STRUNK
BAD OLDESLOE –Die Stadtschule, eine vierzügige Grundschule an der Salinenstraße in Bad Oldesloe, arbeitet seit Jahren so engagiert, auch schon im offenen Ganztagsbetrieb, dass aus der Politik angeregt wurde, sich um Fördermittel zu bemühen, die einen gebundenen Ganztagsbetrieb ermöglichen soll. Die Stadtschule bewarb sich beim Land – erfolgreich. Zumindestens, was die Förderfähigkeit betraf. Über das tatsächliche „Ob“ und „Wie viel“ der Fördergelder gab es seitdem aus Kiel keine Aussage.
Was die Oldesloer Politiker in eine echte Bredouille brachte. Während SPD und Grüne die Umwandlung quasi „auf Gedeih und Verderb“ schnellstmöglich umsetzen wollen, kann und will die auf den (verschuldeten) Haushalt der Stadt bedachte CDU sich nicht mit den Ausgaben für die dann nötigen Ausbaumaßnahmen an der Schule anfreunden und lehnt die Umwandlung daher konsequent ab.
Die FDP möchte die Umwandlung zwar auch, aber nur, wenn die Finanzierung steht. Unabdingbare Voraussetzung ist dafür der Förderbescheid des Landes über rund eine Million Euro (vermutliche Gesamtkosten: vier Millionen Euro). So jedenfalls die Entscheidung von CDU und FDP in der letzten Stadtverordnetenversammlung im September. Eigentlich erwarten die Befürworter der Umwandlung den Zuwendungsbescheid seit Wochen. Doch nichts tut sich – kein Wunder angesichts der immer noch laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP in Kiel.
Um schnellstmöglich zu einer Entscheidung pro gebundene Ganztagsschule kommen zu können, beantragte die FDP nun für die Sitzung des Oldesloer Hauptausschusses (Montag, 26.10., 19 Uhr, Zimmer 2.09, Verwaltungsgebäude) ein entscheidungsfähiges Finanzierungsmodell seitens der Verwaltung. Doch diese blockt ab: Die gewünschten Unterlagen können nicht beigebracht werden, „weil die Schulkonferenz in den Herbstferien nicht einberufen wird“. Die Schulkonferenz hatte bislang nur eine Absichtserklärung für die gebundene Ganztagsschule abgegeben. Schulleiterin Sabine Prinz: „Was sollen wir anderes sagen, wenn sich die Politik nicht eindeutig äußert?“ Somit wird die Verantwortung von einem zum anderen geschoben. Fest steht: Einen gebundenen Ganztagsbetrieb wird es zum Schuljahresbeginn 2010/11 nicht geben.
Politikern geht es um die Wurst

Szormarner Tageblatt vom 24. Oktober 2009
Nach 13 Jahren steht eine Neuregelung der Entschädigungssatzung an. Alle Politiker sollen mehr Geld kriegen, nur die Mitglieder im Hauptausschuss weniger.
Bad Oldesloe/ol
– Es geht mal wieder ums liebe Geld, nicht um Zuschüsse oder Löcher im Haushalt, sondern darum, was sich die Oldesloer Politiker bewilligen. Von wegen Ehrenamtler, wer ein Mandat hat, wird dafür auch bezahlt.
2003 haben die Stadtverordneten eine Entschädigungssatzung beschlossen. Sie basiert auf einer Landesverordnung von 1996, wobei nicht die Höchstsätze ausgeschöpft wurden. Bad Oldesloe bleibt 20 Prozent darunter. 2008 erfolgte die jüngste Änderung dieser Verordnung, um die man sich in der Kreisstadt bislang nicht gekümmert hat.
Im Juni kam dann vom Seniorenbeirat der Antrag, das Sitzungsgeld von 20 auf 30 Euro zu erhöhen. Der Hauptausschuss beauftragte daraufhin die Verwaltung, bis zum Herbst auszurechnen, was eine Erhöhung für alle kosten würde.
Der Herbst ist da und auf der Tagesordnung für die Sitzung des Hauptausschusses am Montag steht ein Vorschlag der CDU. Fraktionsvorsitzender Horst Möller hat in einer Tabelle sehr anschaulich dargestellt, wer wie viel bekommt und was sich die CDU für die Zukunft vorstellt. „Ich bin der Meinung, wenn der Seniorenbeirat einen Antrag stellt, müssen wir aktiv werden“, begründet Möller sein Engagement. Bei der Tabelle hat er sich an den Höchstsätzen und der Kreissatzung orientiert.
Die Landesverordnung sieht drei Höchstsätze vor: Für Bürgerworthalter wären es pauschal 502 Euro im Monat, für Stadtverordnete 118 und an Sitzungsgeld 29 Euro. Die CDU schlägt vor, 20 Prozent unter diesen Werten zu bleiben. Die Vergütung für den Bürgerworthalter steigt demnach von 323 auf 401 Euro monatlich (80 Prozent von 502 Euro). Der erste Stellvertreter bekommt 100 (vorher 64) Euro, der zweite 50 (32). Das Salär der Stadtverordneten klettert analog von 76 auf 94 Euro – darin sind auch alle Sitzungsgelder enthalten. Nur bürgerliche Mitglieder erhalten Sitzungsgeld: 23 (20) Euro, auch für Fraktionssitzungen.
Nach den Plänen der CDU sollen Ausschussvorsitzende 100 (20) Euro monatlich bekommen, die Fraktionsvorsitzenden 175 (145) Euro. Die Stellvertreter des Bürgermeisters erhalten, wenn sie ihn einen ganzen Tag im Büro vertreten 50 (28) Euro.
Das Sitzungsgeld des Seniorenbeirats und des Behindertenbeirats klettert von 20 auf 23 Euro, die Vergütung der Vorsitzenden von 61 auf 75 Euro monatlich. Die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats erhalten für ihre Sitzungen 12 (10) Euro, die Vorsitzende monatlich 38 (30) Euro.
Hauptausschussmitglieder erhalten bislang eine Pauschale von 163 Euro. Sie soll auf 50 Euro gekappt werden.
Unterm Strich verursacht das Mehrkosten von knapp 6 500 Euro. Horst Möller: „Früher haben wir das Würstchengeld genannt, denn viel mehr ist es nicht. Aber die Würstchen sind im Laufe der Jahre teurer geworden. Die Meinung in der Fraktion ist, dass wir nach 13 Jahren eine Reformierung vertreten können.“ Möller betont, dass es sich um Aufwandsentschädigungen handele, nicht um Entgelte. Ganz verzichten könne Politik auf das Geld allerdings nicht. „Dann finden wir gar keinen mehr, der das macht. Außerdem ist es juristisch nicht zulässig“, so Möller.
Willi Janson von den Grünen hatte im Juni noch einer Erhöhung generell widersprochen. Mittlerweile sieht er das anders und kann einer Anpassung mit „ja, aber“ zustimmen: „Eine Verfünffachung für die Ausschuss-Vorsitzenden ist zu viel. Die Senkung beim Hauptausschuss ist zu stark, schließlich müssen die von allen fünf Ausschüssen die Vorlagen lesen. Und nach meiner Meinung ist es nicht zulässig, dem Jugendbeirat weniger als anderen Beiräten zu zahlen.“
Bei der SPD weiß man noch nicht so ganz, wohin die Reise gehen soll. „Es kostet mehr Geld und das ist grundsätzlich schlecht bei der derzeitigen Haushaltslage“, argumentiert der finanzpolitische Sprecher Björn Wahnfried. Als Kompromiss könne sich die SPD eine Erhöhung für die Beiräte vorstellen. Andererseits argumentiert der Sozialdemokrat: „Da haben sie uns damals ein Ei ins Nest gelegt. Wenn gleich die Prozentsätze beschlossen worden wären, hätten wir die Diskussion heute nicht.“ Das klingt nach: Ohne Diskussion würden wir es schon gerne nehmen. Wahnfried: „Ich kenne das Papier noch nicht so lange, es sind Ferien, wir konnten das nicht in der Fraktion beraten. Es eilt doch nicht, das müssen wir nicht bei dieser Sitzung beschließen.“
Da neben den Grünen auch die FDP dem CDU-Vorschlag offen gegenüber steht, sieht es nach einer Mehrheit aus. Liberalensprecher Heiko Vosgerau: „Grundsätzlich sind wir doch an die Landesvorgaben gebunden. Und wenn wir davon 80 Prozent nehmen, liegen wir gut im Mittelfeld.“ Er begrüßt ausdrücklich, dass mit den Prozentangaben zukünftig ein Automatismus eingeführt wird. „Über Einzelheiten können wir ja gerne reden, da müssen wir sehen, wie die Diskussion läuft“, so Vosgerau.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 24. Oktober 2009
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus
Da kann ja jede kommen
Von Rolf Blase und Andreas Olbertz
Mit den Wahlergebnissen ist das wie mit den Toren im Fußball: Sie entscheiden über Wohl und Wehe. Wenn es keine Siege gibt, trifft’s im Fußball den Trainer und in der Politik den Spitzenkandidaten. Treueschwüre von gestern sind schnell vergessen. Seit dem Debakel der SPD kann man all das auf Bundes-, Landes- und Kreisebene beobachten. Den Sprung ins Kieler Parlament schaffte gerade mal und gerade noch ein einziger Sozialdemokrat aus Stormarn, der Kreisvorsitzende Martin Habersaat. 17 Jahre hatte Klaus-Peter Puls für den Kreis im Landtag gesessen. Nach seinem Rückzug aus der „großen“ Politik muss er kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. Dass die Reinbeker SPD den Rücktritt des Landesvorstands fordert, hat vor allem deshalb Gewicht, weil Klaus-Peter Puls der Ortsvorsitzende ist. Und wenn er seinen Brief an Stegner mit den Worten „Hallo Ralf, liebe Genossinnen und Genossen“ beginnt, sagt das mehr über das Verhältnis in der SPD als alle nachfolgenden Zeilen.
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Schwarz-Gelb im Bund, Schwarz-Gelb in Kiel, das tut nicht nur der SPD, sondern auch den Grünen weh. „Für geschützte Biotope und gefährdete Arten könnte es eng werden“, befürchtet der Oldesloer Stadt- und Stormarner Kreistagsabgeordnete Gerold Rahmann. Und ganz konkret: „Vielleicht werden Krähen bald zum Abschuss freigegeben“, und dass, wo es in Stormarn „wichtige Populationen“ der Rabenvögel gebe. Das stimmt, nur sind die vielen Nicht-Grünen ein Dorn im Auge und bestimmt kein Beleg dafür, dass die Krähen vom Aussterben bedroht sind. Im Gegenteil: Sie nehmen anderen, heimischen Vogelarten den Lebensraum. Das könnte man ideologiefrei betrachten, aber die Grünen hatten die Krähe ja schon in der Vergangenheit zum Symbolvogel für Umweltschutz erhoben. Das scheint sich auch in der Opposition nicht zu ändern.
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Manchmal steckt auch in kleinen Dingen eine ganze Welt. Ein herrenloses Damenfahrrad sei am Oldesloer Bahnhof gefunden worden, meldete die Polizei in dieser Woche. Offenbar wissen die Beamten mehr, als sie verraten. Schon verdächtig, dass sie die Marke, die Größe, und die Farbe mitgeteilt haben. Da kann ja nun jede kommen und behaupten, dass sie ihr silber-blaues 26er Conquest-Rad vermisst. Und schwupps – schon in die Falle getappt. Schließlich handelt es sich um ein herrenloses Damenrad und nicht um ein damenloses Herrenrad. Man sollte die Polizei besser nicht unterschätzen.
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Endlich hat Bad Oldesloe also auch einen Weg, der nach der israelischen Partnerstadt Beer Yaacov benannt ist. Ein mehr als überfälliges Signal. Nun ist der ehemalige „Weg zum Bürgerpark“ nicht unbedingt die repräsentativste Straße in Oldesloe, aber wenn das Amtsgericht erst mal zum Kultur- und Bildungszentrum umgebaut ist, tut sich da ja vielleicht noch etwas positives. Aber irgendwie … es bleibt ein schaler Nachgeschmack. 22 Jahre hat es gedauert bis ein Sträßchen gefunden wurde, und der Umbennung wurde auch nur so großzügig zugestimmt, weil es keine Anlieger mehr gibt, denen Kosten erstattet werden müssen. Eine Zeremonie am Sonntagvormittag, damit es nur ja niemand mitbekommt. Ein in eine Mülltüte gehülltes Straßenschild, ordentlich mit Klebeband umwickelt – festlicher ging’s nicht. Und zu allem Überfluss stimmt die Stadtgarde auch noch „In the Navy“ an, schön schmissig aber letztlich doch reichlich martialisch. Und dafür ist eigens eine Delegation aus Israel angereist?
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Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und darüber, was Kunst ist genau so wenig. Oder eben genau so heftig. Aber es ist sicherlich ein taktisch kluger Schachzug von Eon, in Trittau eine Ortsnetzstation professionell besprühen zu lassen. Die Erfahrung zeige, so Eon-Sprecher Volker Mielisch, dass sich „Schmierfinken“ dann zukünftig deutlich zurück halten. „Präventive Graffiti“ nennt unser Karikaturist Götz Wiedenroth diese Taktik, die sich seiner Meinung nach auch auf andere Gebäude ausweiten ließe. Der vorbeugende Aspekt wäre aber garantiert noch größer, wenn der Energie-Riese nicht nur Fassadengestalter aus Potsdam geholt hätte. Mit Sicherheit gibt es auch in Trittau und Umgebung junge, kreative Künstler, die mit Spraydosen trefflich umzugehen wissen und die sich über einen solchen Auftrag sehr gefreut hätten. Auch wenn es angeblich nur um „ein paar hundert Euro pro Kasten“ geht.
Oldesloe hat nun einen „Beer-Yaacov-Weg“

- Die Umbenennung einer Straße nach der israelischen Partnerstadt: Beer-Yaacov-Weg
Lübecker Nachrichten vom 21. Oktober 2009
Die Umbenennung einer Straße nach der israelischen Partnerstadt hat Symbolcharakter: Am Beer-Yaacov-Weg wird Bad Oldesloes neues Kultur- und Bildungszentrum entstehen.
VON SIGRID RUTH STEPHENSON
BAD OLDESLOE – Der Freundeskreis der israelischen Partnerstadt Beer Yaacov hatte sich für eine Straßenumbenennung eingesetzt, der Beschluss der Bad Oldesloer Stadtverordnetenversammlung, diesem Wunsch Rechnung zu tragen, war gefällt worden, und jetzt war es endlich soweit: Die kleine Straße „Weg zum Bürgerpark“ wurde feierlich umbenannt.
Neben den beiden Bürgermeistern Nissim Goslan und Tassilo von Bary waren auch fast alle Stadtverordneten beider Städte erschienen. In Berlin war die israelische Delegation am vergangenen Mittwoch von Dr. Helmut Jokisch, Beauftragter für die Städtepartnerschaft mit Beer Yaacov, in Empfang genommen und durch die Hauptstadt geführt worden. Die Nacht von Sonnabend auf Sonntag verbrachten die Gäste in Oldesloer Gastfamilien.
Bürgermeister Tassilo von Bary betonte in seiner Rede, dass diese Würdigung von Beer Yaacov überfällig sei, nachdem bereits vor längerer Zeit Bad Oldesloer Straßen nach den Partnerstädten Kolberg und Olivet benannt worden waren. Die neu benannte Straße habe es in sich, unter anderem, weil bald „das kulturelle Herz Bad Oldesloes“ dort schlagen werde. Der Hintergrund: Nachdem das Amtsgericht sein Domizil am bisherigen „Weg zum Bürgerpark“ am 1. Oktober verlassen hatte, soll in das Gebäude nun ein Kultur- und Bildungszentrum einziehen.
Bürgermeister Goslan bedankte sich mit der Zusicherung, demnächst auch in seiner Stadt eine Straße nach Bad Oldesloe zu benennen. Der israelische Botschafter in Berlin ließ in einer Grußbotschaft wissen, „Garanten für engere Beziehungen als je zuvor seien die Menschen beider Länder, die in engem freundschaftlichen Kontakt stünden“.Smadar Raveh-Klemke, in Hamburg ansässige Hebräisch-Lehrerin von Jokisch, fungierte als Übersetzerin. Frauenbeauftragte Ronit Moderhay aus Beer Yaacov, die Englisch sprach, nannte ihre Stadt eine alte Lady, die eine kosmetischen Generalüberholung nötig hatte. Inzwischen habe sie ein neues Gesicht – mit neuen Häusern, neuen Straßen, schönen Parks und vielen jungen Familien.
Nach den Reden stieg Oldesloes Bürgermeister von Bary schließlich auf eine Leiter,um die blaue Plastikfolie vom neuen Straßenschild zu entfernen, das auch in hebräischer Schreibweise zu sehen ist. Die Oldesloer Stadtgarde spielte die Hatikwa, die israelische Nationalhymne, die Gäste sangen mit. Im Anschluss an die Enthüllungszeremonie schritt man ins Stadthaus, um sich im Goldenen Buch der Stadt einzutragen. Danach waren alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Bürgerhaus geladen. Für die vier orthodoxen Juden unter den Besuchern hatte man extra koscheres Essen aus Hamburg besorgt. Diese vier Herren hatten, so Jokisch, in Berlin auch einen großen Teil der Besichtigungstour leider nicht mitmachen können, weil ihr Glaube ihnen verbiete, am Sabbath zu arbeiten. Und dazu gehöre eben leider auch zu viel zu gehen.
Als weitere Programmpunkte für Gäste und Freunde standen nach dem Essen ein Gang durch die Bad Oldesloer Altstadt, koscheres Kaffeetrinken in der Synagoge von Bad Segeberg sowie ein Besuch der Synagoge in Lübeck an. Eine Jugendgruppe aus Bad Oldesloe ist eingeladen, im nächsten Jahr Beer Yaacov zu besuchen, die Stadt in der Nähe von Tel Aviv, die nun eine eigene Straße in Bad Oldesloe „besitzt“.
Verschwisterung ist endlich im Stadtbild sichtbar

- Zweisprachig ist die Partnerschaft zwischen Bad Oldesloe und Beer Yaacov nun deutlich sichtbar. Die ehemalige Bürgerworthalterin Ilse Siebel (Bild oben, rechts) und Rosemarie Heißenbüttel vom Freundeskreis waren die treibenden Kräfte der Partnerschaft. Foto: Kröning
Stormarner Tageblatt vom 19. Oktober 2009
Nach der Kolberg-Körlin-Straße und der Olivet-Allee hat nun auch die dritte Oldesloer Partnerstadt, das israelische Beer-Yaacov, eine nach ihr benannte Straße bekommen.
Bad Oldesloe/akr
– Punkt 11 Uhr hatten sich die Delegationen beider Partnerstädte am historischen Rathaus versammelt. Nachdem beide Bürgermeister Grußworte gesprochen hatten, stimmte die Oldesloer Stadtgarde die israelische Nationalhyme Hatikwa an. Bürgermeister Tassilo von Bary schnappte sich die bereit gestellte Leiter, platzierte sie unter dem Straßenschild, kletterte hinauf und enthüllte unter einigen Mühen das sorgfältig mit Plastikfolie verklebte neue Emblem. Und in diesem Moment war der „Weg zum Bürgerpark“ schließlich offiziell zum „Beer-Yaacov-Weg“ geworden.
Es ist zwar keine Allee wie bei Olivet oder eine Straße wie bei Kolberg, sondern nur ein kleiner Weg, „aber dieser Weg, der am Rathaus und am ehemaligen Amtsgericht vorbei führt, hat es in sich“, klärte von Bary die Gäste auf, „er wird in den kommenden Jahren, wenn hier ein Kultur- und Bildungszentrum entsteht, sein Gesicht maßgeblich verändern“.
Mit der Umtaufe hat die seit 22 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen der Stormarner und der israelischen Stadt in den Bergen von Judäa nun auch nach außen die längst überfällige Würdigung erfahren. Bürgermeister Nisim Goslan, der in Begleitung von zehn Politikern aus Beer Yaacov angereist war, bedankte sich für das Oldesloer Engagement: „Die Straßenbenennung ist eine mutige und für uns sehr wärmende Geste“. 22 Jahre lang habe man vor allem Jugendlichen aus beiden Städten den Austausch ermöglicht und sich gegenseitig immer wieder besucht. Auch im kommenden Jahr sind Austauschreisen in beide Richtungen geplant. Bei dieser Gelegenheit, kündigte Bürgermeister Goslan an, werde auch das 100 Jahre alte Beer Yaacov, dass sich derzeit in einer grundlegenden Neubauphase befinde, eine Straße nach seiner deutschen Partnerstadt benennen.
Für Rosemarie Heißenbüttel und Ilse Magdalene Siebel vom Freundeskreis Beer Yaacov eine weitere Station auf dem Weg zu festeren deutsch-israelischen Beziehungen: „Die Straßenbenennungen zeigen deutlich, dass wir verschwistert sind.“ Nach der anschließenden Eintragung ins goldene Buch der Stadt und einem Imbiss im Bürgerhaus, setzten die Gäste aus Beer Yaacov ihr Besuchsprogramm mit Visiten in Hamburg, Lübeck sowie der Synagoge in Bad Segeberg fort. Zurück nach Israel geht es am kommenden Dienstag. Die nächste Israel-Reise ist für die Zeit vom 18. bis zum 30. April nächsten Jahres geplant. Dann unternimmt der Oldesloer Freundeskreis Beer Yaacov eine Reise durch Israel, Ägypten, Jordanien und die Westbank.
Anette Kröning
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 10. Oktober 2009
Nicht alles, was ungewollt, lässt sich verhindern
Wer verhütet noch was?
Von Rolf Blase,
Andreas Olbertz
Guck mal an, ein alter Bekannter auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Eine Investorengesellschaft will an der Kampstraße bauen. Diverse Skizzen geistern schon seit Jahren immer mal wieder durch die Gremien. Eine Allianz aus CDU und Verwaltung hat die Umsetzung in der Vergangenheit erfolgreich verhindert. Seit der Kommunalwahl hat die CDU aber keine Mehrheit mehr und überhaupt, die Reddergrundstücke verkaufen sich rasant – da kann man das ruhig mal angehen.
Vor zweieinhalb Jahren haben die Investoren der Stadt noch mit Klage gedroht. Wolfgang Stumpf hatte geäußert, dass vom Bauamt regelmäßig alles mögliche an Schwierigkeiten aufgefahren worden sei. Aber jetzt ist dem Investor ganz wichtig herauszustellen, wie freundlich und fruchtbar doch die jüngsten Gespräche verlaufen seien. Komisch nur, dass davon weder in der Sitzung noch in der schriftlichen Vorlage etwas zu merken war. Aus Politikerkreisen wurde sogar deutliche Verärgerung über das Verhalten den Bauamts geäußert. Aber die können sich das ja auch leisten, die wollen ja nicht bauen.
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Der Bauhof an der Industriestraße ist abgerissen, das Grundstück an Minimax verscherbelt, jetzt muss natürlich dringend ein Neubau her. Der war mal mit 1,4 Millionen Euro kalkuliert worden. Momentan steht das Kostenbarometer bei 2,6 Millionen, kommt noch das Solardach dazu wäre es sogar satte drei Millionen. Aber auch das ist nur eine „vorläufige Kostenschätzung“. Egal, es soll ja über PPP finanziert werden.
Interessant ist nur, dass die ursprünglichen 1,4 Millionen schon im Haushalt sind. Die werden jetzt nach und nach verfrühstückt – ein Vorkaufsrecht hier, Kindergartenfinanzierung dort – da rinnt es dahin. Aber für die Stadtschule haben wir leider kein Geld.
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Bis zu den Herbstferien sollte feststehen, ob Bad Oldesloe für die Umwandlung der Stadtschule in eine gebunde Ganztagsschule Fördermittel bekommt. Gestern war der letzte Schultag, gestern kam vom Sprecher des Bildungsministeriums, Sven Runde, die Aussage: „Oldesloe wird berücksichtigt.“ Der Brüller, denn das hatte nicht wirklich jemand bezweifelt. Und welche Zahl wird auf dem Scheck stehen? Trommelwirbel. „Zur Höhe der Summe darf ich nichts sagen, weil die Rückmeldung des Bundes noch aussteht“, so Runde. Na super, wir wollen die Konjunktur ankurbeln, indem wir Förderzusagen verschleppen? Angeblich soll der endgültige Bescheid nicht mehr lange auf sich warten lassen – aber die Aussage hatte es im September auch schon gegeben.
Inzwischen gibt es in Sachen Stadtschule auch Neues von der FDP. Die präsentierte im Finanzausschuss einen Antrag, dass die Verwaltung für den nächsten Hauptausschuss rechtssichere Antragsunterlagen für die Umwandlung vorbereiten soll. Und ein Finanzierungskonzept soll auch vorgelegt werden. Der Beschluss hätte längst in der Stadtverordnetenversammlung gefasst werden können, aber da wollten die Liberalen nicht. Da darf man sich getrost wundern, denn so gravierend sind die Unterschiede zum damaligen SPD-Antrag nicht und an der Sachlage hat sich auch nicht wirklich was geändert.
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Ja, das wäre doch was, wenn der Kreis „Das Goldene Buch der Abstinenz“ herausbringen würde, wie es sich unser Karikaturist Götz Wiedenroth ausgemalt hat. Abstinenz hilft ja nicht nur gegen ungewollte Schwangerschaften, sondern gegen Alkohol- und Drogenprobleme. Prävention pur für wenig Geld. Wird aber wohl keine Mehrheit finden. Das könnte bei der Verhütung auf Kreiskosten anders sein. Da die Leidtragenden bei ungewollten Schangerschaften meistens die Kinder sind und diese Familien beim Kreis richtig ins Geld gehen, haben eigentlich schon alle Parteien grundsätzliche Zustimmung signalisiert. Entschieden wird das vermutlich ohne öffentliche Diskussion darüber, ob das überhaupt eine Kreisaufgabe ist, wer wann Anspruch haben und ob für alle Verhütungsmittel gezahlt werden soll. Diese Themen nehmen die Fraktionen mit in ihre Klausurtagungen zum Haushalt. Später wird dann höchstens noch in der so genannten Körbchen-Runde über das eine oder andere zwischen den Fraktionen gefeilscht, aber nichts mehr groß diskutiert.
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Groß diskutiert wird auch nicht in den großen Gebergremien des Kreises, Jugendhilfe- und Sozialausschuss. Dort wird durchgewunken, was man schon kennt und fördert. Überprüfung? Würde nur Arbeit und Ärger machen. Und mit neuen Anträgen muss man sich dannn auch nicht groß befassen. Denn dafür ist – außer vielleicht beim Projekt Pille – kein Geld da. Und dass man den Etablierten etwas wegnimmt – unvorstellbar.
Die Kreispolitiker werden das vermutlich bestreiten. Aber es gibt ja die Realität. Awo, SVS und andere haben verhindert, dass der Kinderschutzbund (DKSB) auch in Glinde ein Kinderhaus baut. Weil sie wissen, dass die Fördermittel endlich sind und sie sie nicht teilen wollten. Dass „jedes Engagement immer zu mehr Hilfsangeboten geführt hat“ – diesem Satz des Kinderschutzbunds wollten sie nicht so recht glauben.
Welche Stunde schlägt der Stadtschule?

- Die Pausenglocke an der Stadtschule hat Tradition. Die Schule selbst will den Aufbruch in die Moderne – in den gebundenen Ganztagsbetrieb. Fotos: STRUNK

- Schulleiterin Sabine Prinz: „Wir werden unser schulisches Konzept weiter verfeinern, auch wenn es schwer wird.“
Lübecker Nachrichten vom 10. Oktober 2009
Bad Oldesloe - Die Chancen auf die Umwandlung der Oldesloer Stadtschule in den gebundenen Ganztagsbetrieb stehen nicht mehr so gut. Der Förderbescheid des Landes steht immer noch aus. Und ohne das Geld ist das Projekt nicht zu bewältigen. Wie geht es an der Stadtschule weiter?
Der Vorstoß der FDP im Finanzausschuss überraschte. Auf Antrag der Liberalen soll die Verwaltung kurzfristig ein „entscheidungsfähiges Finanzierungsmodell“ für die Umwandlung der Stadtschule zur gebundenen Ganztagsschule vorlegen – für den Fall, dass der erwartete Förderbescheid des Landes eintreffen sollte.
„Die Nachricht hör ich wohl; allein mir fehlt der Glaube“, sagte mal Martin Luther. So ähnlich fühlt auch Sabine Prinz. Die Rektorin der Stadtschule geht „nicht mehr davon aus, dass es noch was wird“. Denn nach ihrer Information ist „ein Großteil der nächsten Erstklässler an den Oldesloer Grundschulen schon angemeldet“.
Was soll nun werden? Wie geht es weiter im Schulbetrieb der Stadtschule? Worauf müssen sich die Eltern (und Kinder) einstellen?
Frühestmöglich kann bei uns ein gebundener Ganztagsbetrieb nun erst zum Schuljahr 2011/2012 beginnen“, so Prinz. Der sähe vor, dass alle Kinder von 7.30 Uhr bis 15 Uhr in der Schule sein müssen. Der bisherige Unterricht wird um vier konzeptionelle Säulen erweitert. Damit hat die Stadtschule – sofern das unter den derzeitigen Möglichkeiten der offenen Ganztagsschule möglich ist – bereits begonnen:
Der Musikunterricht wird intensiviert. Ziel ist es, jedem Kind ein Instrument anzubieten. Dabei hilft eine 600-Euro-Spende der Lions, die sie aus den Erlösen von „Rock am Schloss“ überreichten.
Der naturwissenschaftliche Zweig wird verstärkt. „Auch Grundschulkinder haben bereits große Kompetenzen beim Forschen, Entdecken und Experimentieren, so dass man dies frühzeitig nuten und ausbauen sollte“, so Prinz.
Bilingualer Unterricht: „So weit wie die Johannes-Gutenberg-Schule in Bargteheide, die in einer Klasse komplett auf Englisch unterrichten, sind wir zwar nicht. Aber unsere Erst- und Zweitklässler erhalten zweimal in der Woche jeweils 25 Minuten Englisch-Unterricht, die Dritt- und Viertklässler sogar jeden Tag. Immer gleich zu Beginn des Schultages von 7.45 bis 8.10 Uhr.“ Dabei wird seitens der Lehrkräfte durchweg Englisch gesprochen. Die Kinder lernen quasi „by doing“.
Die vierte Säule ist die verstärkte Kooperation der Schule mit Sportvereinen wie etwa dem THC Bad Oldesloe. „Hier haben auch Kinder aus bescheideneren Familienverhältnissen die Chance, in Sportarten wie Tennis, Hockey oder Reiten hineinzuschnuppern“, sagt Sabine Prinz.
Diese vier Unterrichtssäulen könnten im Rahmen der gebundenen Ganztagsschule „natürlich intensiver und kindgerechter angeboten werden“. Damit meint die Schulleiterin vor allem auch die „Lernbiologie“: „Wenn die Erwachsenen die Möglichkeit haben, sich nach dem Mittagessen etwas auszuruhen, tun sie dies auch. Aber von den Kindern wird verlangt, dass sie hochkonzentriert ihre Schularbeiten erledigen sollen.“
Hausaufgaben gibt es übrigens an der Stadtschule nicht mehr. Stattdessen werden Wochenarbeiten verlangt, die die Kinder während des Unterrichts oder in der Lernplanzeit zwischen 13 und 14 Uhr erledigen können.
Überhaupt sieht der Tagesablauf der Schulkinder an der Stadtschule so aus: Unterrichtsbeginn für Dritt- und Viertklässler ist um 7.45 Uhr, für Erst- und Zweitklässler um 8.10 Uhr. Der Vormittag ist in vier Unterrichtsstunden à 60 Minuten aufgeteilt, „wobei die Kinder eine Stunde ,freies Lernen’ oder anders gesagt ,verordnetes Spielen’ als Ausgleich haben.“ Diese Zeit bleibt aber nicht wirkungslos. Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund, von denen es an der Stadtschule einige gibt, haben hier durch den natürlichen Umgang mit anderen Kindern und das unverfängliche Plappern dabei ein gutes Sprachtraining.
Bis 13 Uhr ist Unterricht für alle. Danach gibt es Mittagessen – zur Zeit noch im improvisierten Speisesaal des Kunstraumes. Doch eine Mensa kommt – zumindestens ist das Geld dafür im städtischen Haushalt für 2010 vorgesehen.
Von den 460 Kindern nehmen durchschnittlich 150 am Mittagessen teil – für 1,80 Euro je Mahl, bestehend aus Hauptspeise mit Gemüse oder Salat sowie einer Nachspeise und Getränken. Rund 70 Kinder, die sich selbst verpflegen, nehmen die Betreuungszeit bis 14 Uhr wahr (monatliche Kosten: vier Euro pro Stunde). Von 14 bis 15.30 Uhr werden zahlreiche Kurse im offenen Ganztagsbetrieb angeboten. Die Inhalte sind von den Themen Sport, Spiel und Freizeit bestimmt. „Ein Renner ist zurzeit das Papierfalten – Origami. Hoch frequentiert sind auch die naturwissenschaftlichen Kurse ,Wenn’s blitzt und donnert’ oder unsere Trommelkurse“, erzählt Sabine Prinz. Zweimal in der Woche wird auch ein 1,5-stündiger Schwimmkurs angeboten. „Das Tolle daran ist, diese Kurse – egal welche und wie viele das Kind mitmacht – kosten nur einen Solidaritätspreis von zehn Euro.“ Kein Wunder also, dass es kaum ein Kind gibt, das diese Angebote nicht annimmt. Die letzte Stunde von 15.30 bis 16.30 Uhr ist wieder Betreuung.
Natürlich muss das alles finanziert werden. Dafür sind neben der Stadt als Schulträgerin auch das Land – die Stadtschule erhält wegen ihres Unterrichtskonzepts allein 30 000 Euro Höchstförderung – zuständig. Der Bund hilft indirekt mit, indem er Zivis abstellt, die als so genannte FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr, siehe Kasten), insgesamt 16 an der Zahl, die Lehrkräfte den Unterrichtstag über unterstützen. Weiteres Geld wird bei Stiftungen eingeworben oder über Mitgliedsbeiträge erhoben.
Sollte es mit der Umwandlung zur gebundenen Ganztagsschule klappen, sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. „Im Altbau haben wir nur Klassenzimmer. Wir brauchen aber für jede Klasse zusätzlich einen Gruppenraum“, zählt Prinz auf. Hinzu kommen weitere funktional gestaltete Räume zum Spielen, Erholen, Toben, aber auch ein Technikraum oder ein Labor müssen her. Dringend benötigt werden zudem Arbeitsräume für die Lehrkräfte. „Wir haben es hier sehr familiär“, witzelt Prinz. So liege das gnadenlos überfüllte Lehrerzimmer direkt an den Toiletten.
Ihre Forderungen nach diesen Veränderungen und baulichen Verbesserungen hält sie für legitim. „Das sind absolute Minimalforderungen.“ Sie machten „eine gute Arbeit hier an der Schule“. Das merke man an den in der überwältigenden Mehrheit ausgeglichenen und entspannten Kindern. „Die Kinder lernen konzentriert und fühlen sich gerade deshalb wohl hier.“ Das sollte auch so bleiben.
Von Joachim Strunk
Freiwilliges Soziales Jahr
An der Oldesloer Stadtschule sind 16 FSJ-ler beschäftigt– junge Leute, die nach Verlassen der Schule ein freiwilliges soziales Jahr machen, ähnlich dem Zivildienst. Waren es anfangs hauptsächlich Mädchen, hat sich das Verhältnis jetzt umgedreht. Prinz: „Im letzten Jahr hatten wir einen absoluten Männerüberschuss, in diesem Jahr ist es wieder ausgeglichen. “Die FSJ-ler erhalten ein Taschengeld von 380 Euro im Monat; brutto, mit Sozialabgaben muss die Schule 650 Euro für jeden bezahlen. Die Bewerber für die 16 Stellen kommen in der Regel aus Oldesloe und Umgebung. „Im letzten Jahr hatten wir aber auch ein Mädchen aus Köln. “Mittlerweile haben sich die FSJ-ler zu einem wichtigen Bestandteil des Unterrichts entwickelt. „Vor allem sind sie gute Bezugspersonen für die Kinder, da sie den ganzen Tag mit ihnen zusammen sind.“ unk
Kampstraßen-Pläne nach Jahren auferstanden

- Schild mit Symbolkraft? Für das Gelände an der Kampstraße soll nun doch ein Bebauungsplan erstellt werden. Foto: Olbertz
Stormarner Tageblatt vom 8. Oktober 2009
Kommt es nun doch: Nach Jahrzehnten der Diskussion und Ablehnung wird jetzt doch ein B-Plan für den Bereich Kampstraße vorbereitet.
Bad Oldesloe/ol
– Totgesagte leben länger. Ein uralt-Projekt ist jetzt im Bauausschuss auferstanden. Die Pläne für ein Baugebiet an der Kampstraße liegen mal wieder auf dem Tisch. Auf einem knapp vier Hektar großen Gelände sollen 95 Einzel- und Doppelhäuser sowie ein Bolzplatz entstehen. Das Vorhaben kann mittlerweile auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück blicken. Immer mal wieder war es Thema. Im Februar 2007 waren die Investoren barsch abgeblitzt. Die CDU hatte seinerzeit verkündet, sie sei dagegen. Punkt aus, Thema erledigt – zu viel Verkehr, Gewerbeflächen, die keiner will, Lärm von der Bahn. Seinerzeit wurde der Verdacht geäußert, die Christdemokraten seien nur dagegen, um keine Konkurrenz für den Steinfelder Redder zu schaffen. Die Grundstücke dort verkaufen sich mittlerweile wie geschnitten Brot und siehe da, plötzlich kann sich auch die CDU mit dem Thema anfreunden. SPD und FDP waren ohnehin immer dafür, nur die Grünen sind weiterhin dagegen.
Eine breite politische Mehrheit wäre für das Bauvorhaben jetzt also vorhanden. In der Verwaltung scheint man allerdings wenig Begeisterung für das Projekt aufbringen zu können. „Von den Antragstellern sind fortlaufend neue Planungsskizzen vorgestellt worden. Es bringt zur Klärung der Gesamtproblematik nicht viel, sich in zeitlicher Abfolge immer wieder mit neuen Skizzen auseinander zu setzen“, heißt es beispielsweise in der Sitzungsvorlage des Bauausschusses. Im Klartext: Belästigt uns nicht immer mit neuen Vorschlägen. Auch in der Sitzung warnte Ulrich Langenberg von der Planungsabteilung: „Das gesamte Programm muss aufgelegt werden – mit Umweltprüfung und allem.“ Das kennen die Investoren bereits. „So war es bei Herrn Langenberg immer. Wo man etwas schwierig machen kann, hat er es getan“, sagt Wolfgang Stumpf lapidar.
Der FDP-Stadtverordnete Frank Fiedler ist verärgert. „Das ist kein Umgang mit Kommunalpolitikern und Investoren. Was da als Signal von der Verwaltung gesendet wurde, ist unter aller Kanone“, schimpft er. Es könne nicht sein, dass mit dem Investor für Königstraße/Salinenstraße regelmäßig intensive Gespräche geführt würden. „Auf deren Belange wird ständig eingegangen, das scheint mir ein Lieblingsprojekt der Verwaltung zu sein. Und andere lässt man einfach abblitzen“, prangert der Liberale an: „Ich glaube nicht, das Ulrich Langenberg da so weiter machen kann wie bisher.“
Den Investoren läuft nun langsam die Zeit davon. In dem Bereich gibt es Bodenverunreinigungen von einer ehemaligen Farbenfabrik. Dieses Grundstück gehörte der Investorengesellschaft nicht, sie wollte das Areal unangetastet lassen. In früheren Gesprächen war aber eine Sanierung des Gelände zur Bedingung gemacht worden. Wolfgang Stumpf: „Also haben wir das Grundstück von Familie Simmersbach gekauft.“
Im Kaufvertrag ist allerdings eine Rückgabeklausel bis Ende 2009 vereinbart, für den Fall dass keine Perspektive für die Realisierung des Projektes gibt. Die Verwaltung hat in der Sitzugsvorlage schon mal klar gestellt, das „es ausgeschlossen ist, bis zum Jahresende eine Zuverlässige Perspektive über die künftige Entwicklung aufzuzeigen.“ Davon unbeeindruckt hat die überwiegende Mehrheit im Bauausschuss die Verwaltung beauftragt, zur nächsten Sitzung einen Aufstellungsbeschluss vorzubereiten.
Andreas Olbertz
Betonplatte oder Recyclingbohle?

Stormarner Tageblatt vom 7. Oktober 2009
Die Brücke am Steinfelder Redder kommt. Der Bauausschuss hat jetzt mit den Stimmen von FDP, CDU und Grünen den Weg frei gemacht und erste Entwürfe „zustimmend zur Kenntnis genommen“.
Bad Oldesloe/ol
– Planer Rolf Schönfeld stellte seine erstem Skizzen im Ausschuss vor. Demnach wird die Brücke 45,20 Meter lang und fünf Meter hoch. Als Minimalbreite sind 2,50 Meter zwischen den Geländern vorgesehen. Aus diesen äußeren Rahmenbedingungen können verschiedene Variationen abgeleitet werden.
Zwischen Steinfelder Redder und Poggenbreden verläuft in einem tiefen Graben die Bahnstrecke. Erste Bohrungen haben jetzt eine böse Überraschung zu Tage gefördert. „Da muss mal enorm aufgeschüttet worden sein“, berichtete Rolf Schönfeld. Erst nach einer bis zu vier Meter starken Schicht kommt der „Sandhorizont“. „Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet,“ gibt der Brückenexperte zu. Auf Nachfrage von Ausschussvorsitzender Maria Herrmann (SPD) zeigte er sich aber überzeugt, trotzdem mit dem gesteckten Kostenrahmen von 670 000 Euro auskommen zu können. Die Gefahr eines Grundbruchs, wie sie Siegfried Wobig (CDU) äußerte, sieht der Experte nicht.
Um die 45 Meter überbrücken zu können, sind Stützpfeiler nötig. Sie können entweder links und rechts im Hang verankert werden und dann schräg ansteigen oder von der Sohle neben dem Gleisbett senkrecht nach oben führen. Schönfeld stellte auch eine Idee vor, auf der Poggenbreden-Seite einen Pilon zu errichten. Von dort aus könnten dann Tragseile für den nötigen Halt sorgen. Doch diese Studie verwarf der Planer wieder. Wegen der Vegetation könne man die Brücke ohnehin nicht sehen, die aufwändige Konstruktion sei deshalb unnötig.
Eine Sperrung der Bahntrasse während der Bauphase müsse unter allen Umständen vermieden werden. Genehmigungen und Schienenersatz-Verkehr würden extrem teuer, warnte Rolf Schönfeld. Der Bau der Pfeiler könne ohne Störung des Zugverkehrs realisiert werden. In einer Nachtschicht während der Zugpause müsse dann das mittlere Brückenteil per Kran eingesetzt werden – technisch alles kein Problem.
An der Frage der Geländerhöhe entzündete sich dann eine kleine Debatte. Vorgeschrieben sind 1,20 Meter. Dr. Tamara Thiesen und Hans-Hermann Roden von der SPD plädierten für Höhen bis 1,80 Meter, um zu verhindern, dass dort Kinder herumklettern können. Tim Höschler (CDU) fand das etwas übertrieben, plädiert für 1,50 Meter. Vermutlich wird es an den Kosten scheitern. Abweichungen von den Standardwerten werden teuer.
Betonplatte oder Bohlen? Auch diese Frage ist noch offen. Planer Schönfeld favorisiert Planken aus Recyclingmaterial. Da gebe es auch kein Problem mit Regenwasser. Bei einer Betonplatte fielen Wartungskosten für ein Abwassersystem an.
Das Thema Befahrbarkeit wurde nur ganz am Rade touchiert. Schönfeld schlug vor, an den Enden jeweils Schikanen zu installieren, die ähnlich einem Poller im Notfall umgelegt werden können. Poller oder Schikane müssen sein, da das Bauwerk andernfalls für eine Traglast von zwölf Tonnen ausgelegt werden müsste. Eine Befahrbarkeit baulich permanent auszuschließen, stand gar nicht mehr zur Diskussion. Tim Höschler befürchtet, dass schnelle Radfahrer, die nichts von der Schikane wissen, dort schwer stürzen könnten. Frank Fiedler (FDP) lehnte sie ab: „Das ist doch Müll, da kommt man mit dem Fahrradhänger nur durch, wenn man absteigt.“
Andreas Olbertz
Schikanen an der Redder-Brücke

- Hier soll die Brücke über die Eisenbahnstrecke Oldesloe-Neumünster entstehen. Foto: UNK
Lübecker Nachrichten vom 7. Oktober 2009
BAD OLDESLOE – Überraschung: Die Diskussion um die Brücke über die Bahngleise zwischen Poggenbreeden und dem Neubaugebiet Steinfelder Redder in Bad Oldesloe hat eine neue Sachlichkeit erreicht. Nach zuletzt heftigen und hitzigen Disputen zwischen der SPD einerseits und CDU/FDP andererseits, bei denen es um die Breite und um die Befahrbarkeit durch Kraftfahrzeuge ging, war die Atmosphäre am Montagabend im Bauausschuss auf gefühlt menschliche 37 Grad abgekühlt. Das lag sicherlich auch am sachlich-fachlich-fundierten Vortrag des Bauingenieurs Ralf Schönfeld aus Preetz, der seine Planungen zur Brücke vorstellte.
Die wird rund 45 Meter lang und ruht in drei Teilen auf mehreren gespreizten Stützen. Die beiden äußeren Brückenteile werden somit jeweils von den beiden Böschungsseiten gebaut, das Mittelteil schließlich in einer Zugpause des Nachts per Kran eingehängt. Zum Steinfelder Redder hin wird die Brücke ein leichtes Gefälle von drei Prozent haben – sowohl behindertengerecht als auch um den Regenablauf zu gewährleisten. Die lichte Breite von 2,50 Metern zwischen den beidseitigen Geländern erlaube den Gegenverkehr von Fahrrädern mit Kinderanhängern, aber auch das Passieren eines Rettungsfahrzeuges. Die von Schönfeld vorgeschlagene Höhe von 1,00 bis 1,20 Meter der Geländer kam Hans-Hermann Roden von der SPD und Tim Höschler von der CDU zu niedrig vor. Sie plädierten für mindestens 1,50 Meter. Jeweils an den Brückenenden sollen Schikanen, also seitlich versetzte Metallbügel, Radfahrer zwingen abzubremsen beziehungsweise auch abzusteigen. Die Brücke selbst müsste eigentlich eine Tragfähigkeit für zwölf Tonnen haben, doch laut Schönfeld seien 3,5 Tonnen ausreichend, sofern sie für den grundsätzlichen Kfz-Verkehr gesperrt bleibe. Die Vorschläge Schönfelds wurden mit sechs zu drei (= SPD) Stimmen angenommen.
Joachim Strunk
Neuer Fluchtweg, neuer B-Plan, neuer Bauhof
Lübecker Nachrichten vom 7. Oktober 2009
BAD OLDESLOE – Mit frischem Schwung startete der Oldesloer Bauausschuss (BPA) in den Herbst. Der Oldesloer Architekt Jörg Ruschke stellte den Kommunalpolitikern seine Planungen für einen zweiten FluchtwegamMehrgenerationenhaus Oase, Ratzeburger Straße, vor. Demnach geht es künftig aus dem ersten Stock durch das von der Straße aus links liegende Giebelfenster – welches dann zu einer Giebeltür umgewandelt sein wird – über das Dach des Anbaus und über eine Außentreppe nach unten. Da die Baumaßnahmen nach den Berechnungen von Ruschke statt der vorher geschätzten 72 500 Euro (für die gesamten Brandschutzmaßnahmen) nur rund 58 000 Euro betragen sollen, wäre Geld übrig, um das Flachdach des Anbaus noch einmal vernünftig abzudichten.
Mit nur einer Gegenstimme der Grünen befürwortete der Ausschuss die Einleitung eines Planverfahrens, umeinen neuen Bebauungsplan für das Gebiet südlich der Kampstraße aufzustellen. Seit Jahrzehnten bereits versuchen Investoren, die Politik dazu zu bewegen. Zuletzt war das Anliegen an der CDU gescheitert, die das Baugebiet am Steinfelder Redder präferierte. Nun aber kann es endlich losgehen.
Startschuss auch für den neuen Baubetriebshof der Stadt am Sandkamp. Der neue Bauhofchef Axel Ruster stellte die Pläne vor. Die Kosten werden auf rund 2,6 Millionen Euro geschätzt und sollen über ein PPP-Modell finanziert werden. Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung übrigens, in die Ausschreibung auch Solardächer für die Hallen mit aufzunehmen. unk
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 2. Oktober 2009
Von Nachbarschaft und Hintereinander-Sitzen
Erfahrungswerte
Von Rolf Blase,
Andreas Olbertz,
Volker Stolten
Guck mal einer an: Kaum steht im Stormarner Tageblatt, dass ein Investor plant, auf dem Grandplatz am Exer einen Supermarkt zu bauen, auf dessen Dach ein Kunstrasen-Fußballplatz könnte, meldet sich ein anderes Unternehmen und beschwert sich. Seit Jahren sei man mit der Verwaltung in Kontakt, habe genau diese Idee vorgestellt und sei immer wieder abgeblitzt. Begründung des Bürgermeisters: Politisch nicht durchsetzbar. Klar wundern die sich, dass ein Konkurrent im Hauptausschuss trotzdem für seine Visionen werben darf. Und dann hatte der noch die gleiche Idee mit dem Fußballdach! Spätestens an dieser Stelle wäre ein klärendes Wort des des Bürgermeisters fällig gewesen, dass es noch mindestens einen weiteren Interessenten für so ein Vorhaben gibt. Doch der stapelt tief – erst mit Isek und Sportstättenkonzept hätte sich eine neue Sachlage ergeben. Klingt einleuchtend, aber verlangt nicht die Fairness, ein Unternehmen, das immer wieder vorstellig geworden war, von sich aus zu informieren? Konkurrenz belebt das Geschäft. Da werden die Planer angespornt besser zu sein, grübeln vielleicht noch mal über knifflige Lösungen, und die Kaufleute im Team spitzen abermals die Griffel, damit ihr Angebot nur ja nicht schlechter ist als das der anderen. Bad Oldesloe scheint das nicht nötig zu haben.n Oder gibt es andere Gründe? Im Hauptausschuss hat der Investor damit kokettiert, dass er quasi Nachbar von Bürgermeister von Bary sei und Architekturbüro Wobig ... der Name ist hinlänglich bekannt. Schon um jeden Anschein eines Geschmäckles zu vermeiden, wäre es schlau gewesen, von Anfang an Procom in diesem Zusammenhang zu erwähnen.
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Heller, moderner, schöner – Der neue Kreistag wurde gerade rechtzeitig zur ersten Sitzung fertig. Aber Lederstühle und Laptop-Anschluss machten nicht alle Politiker glücklich. Der Ältestenrat hatte die Sitzordnung festgelegt, und die gefiel vor allem den Grünen nicht. „Wir fühlen uns schlecht behandelt“, so Sprecher Stefan Kehl, „50 Prozent der Fraktion sitzen in der letzten Reihe“. Im neuen, wegen der Ausgleichsmandate größeren Kreistag, gibt es nun drei Sitzreihen. Und da keine Fraktion auf Plätze in der ersten Reihe verzichten wollte, gibt es jetzt auch die Hinterbänkler in der dritten Reihe. Nicht bei den Linken, die konnten sich mit zwei mal zwei auf die ersten beiden Reihen verteilen, aber bei der FDP mit drei mal zwei und dann – oh Graus – bei den Grünen, wo vier von acht nach hinten verbannt wurden. Und da der Chef nach vorne muss, sitzen nun auch noch die beiden Ehepaare bei den Grünen zwei Reihen auseinander. Gerold Rahmann, der sich aus Protest von der dritten Reihe in den Zuschauerraum verdrückte, störte es allerdings nicht, dass seine Frau vorne saß. Er bedauerte, nicht mehr neben Heidi Beutin (Linke) zu sitzen. Man habe immer so viel gequatscht. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich beim Zeichnen an seine Schulzeit erinnert. Passt, schließlich ist Kreispräsidentin Christa Zeuke pensionierte Lehrerin.
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„Je öller, je döller ...“ passt auf die fidel-frivole und keck-kokette „Alters-Allianz“ mit sechs Buchstaben wie die Faust aufs Auge. Die „Oldies“ nehmen das Leben leicht, auch wenn’s schwer fällt. Sie trotzen dem Alltag die Schokoladenseiten ab und machen Ihresgleichen Mut – und das seit 20 Jahren. Bargteheides kabarettistische Allzweckwaffe hat in fast 1000 Vorstellungen unter Beweis gestellt, dass man auch mit 94 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss. Die Oldies sind zwar alt, aber aus Erfahrung gut.


















