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Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 27. Februar 2010

Eis und Schnee machen nicht froh

AUSERKOREN: Nun hat Oldesloe also einen Architekten für den Umbau des Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum. In einem großen Geheimverfahren, aber angeblich absolut objektiv, wurde das Büro Sunder-Plassmann ausgewählt. Jetzt haben es die Stadtverordneten bestätigt. Das Büro hatte zwar schon den Architektenwettbewerb gewonnen, aber das zählt nicht. Nein, wenn die öffentliche Hand baut, muss noch ein Vergabeverfahren folgen. Dabei kann es durchaus passieren, dass am Ende jemand gewinnt, dessen Entwurf zwar keiner leiden mag, der aber ein günstiges Angebot macht und sich auch sonst gut verkaufen kann. In der Praxis wird die Kommission das aber bestimmt zu verhindern wissen ... Das Büro Sunder-Plassmann hatte als Referenz den Umbau des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald angegeben. Das ist zwar deutlich größer als unser KuB, aber in der Art durchaus vergleichbar. Fragt man am Verfahren Beteiligte, ob sie sich denn in Greifswald nach den Erfahrungen mit den Planern aus Kappeln erkundigt hätten, erntet man verständnislose Blicke. Nö, hat keiner gemacht. Supi. Der Architekt gibt sein Ehrenwort, er komme mit dem Kostenrahmen aus und alle glauben’s. Hatten wir nicht grade einen ähnlichen Fall mit einem kleinen Anbau vor Ort, sollte damit nicht der Beweis angetreten werden, dass auch bei öffentlichen Bauprojekten ... ach, lassen wir das. Jedenfalls, um es aufzulösen: In Greifswald ist man voll des Lobes über Sunder- Plassmann. Das Projekt liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, aber an „Skandale“ erinnert man sich dort nicht. Das klingt verheißungsvoll. Wenn jetzt noch Fördermittel fließen, könnte es los gehen.

AUSGESPROCHEN: Bernd Neppeßen hat sich in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung zu Wort gemeldet. Der Mann ist Politiker, Polizist und im Sportsektor sehr engagiert. Permanent, manche sagen auch penetrant, kämpft er für Volleyball und Beachvolleyball. Hier vor Ort bis hoch zur Landesebene. Die einzige Dreifeld-Sporthalle in der Stadt sei wegen Einsturzgefahr seit Wochen gesperrt. „Und was tun wir dagegen? Abwarten und zugucken ob sie tatsächlich einstürzt?“, fragte Neppeßen. Drei Klassen pro Stunde in der Halle, mal nur sechs Schulstunden gerechnet – da fallen täglich 18 Stunden Sport aus, 90 Stunden pro Woche, die Vereine gar nicht gerechnet. Bürgermeister Tassilo von Bary rechtfertigte die Entscheidung damit, dass das Dach bautechnisch schwer zu betreten sei. Nun wissen wir das also. Supermärkte bekommen das allerdings hin – klar, damacht sich die Schließung ja auch direkt in der Kassebemerkbar, aber Sportunterricht rangiert wohl nur unter ferner liefen. Aus welchen Gründen auch immer: Tags drauf wurde die Halle wieder frei gegeben.

AUSGEFROREN: Der Winter scheint auf dem Rückzug zu sein. Schnee und Eis sind nicht mehr weiß, sondern schmutzig-dreckig. Und wo die einstigen Berge dahinschmelzen , tun sich im wahrsten Sinne des Wortes Abgründe auf. Nicht nur Unmengen von Dreck, Müll und Hundefäkalien tauchen auf, sondern auch die geballten Frostschäden: hohe Buckel hier, tiefe Schlaglöcher dort. Das wird uns wohl noch deutlich länger und schmerzhafter begleiten als der Winter an sich. Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt, aber beim Kreis fängt man vorsichtshalber schon mal an, Mittel umzuschichten und dem Straßenbauamt zu signalisieren, dass die eigentlich ausgehandelte Pauschale nicht reicht. Als nächstes wird dann wohl das Gefeilsche losgehen, wer für welche Straße zuständig ist und wo eine Reparatur am dringlichsten zu erfolgen hat. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich mit dem holprigen Thema „Schlaglöcher“ und der anhaltenden Finanzkrise mal wieder auf seine ganz eigene Art und Weise auseinander gesetzt.

Andreas Olbertz

Jetzt wird groß geplant

Entwurf: Vom Alten Rathaus zieht sich ein Foyer zum Amtsgericht – frei schwebend über die Trave.

Stormarner Tageblatt vom 24. Februar 2010

Kappelner Architektenbüro siegt mit 5,75 Millionen-Entwurf für Umbau des Amtsgerichts

Bad Oldesloe

Nun ist es also raus: Das Büro Sunder-Plassmann hat nicht nur den Architektenwettbewerb für sich entschieden, sondern auch das anschließende Vergabeverfahren – so haben es die Oldesloer Stadtverordneten beschlossen. Doch noch wird nicht gebauten im alten Amtsgericht. Die Kostenschätzung der Planer beläuft sich auf 5,75 Millionen Euro. Vier Millionen hatte die Stadt als Richtschnur ausgeben. Da lagen alle drei Büros klar drüber. Sunder-Plassmann waren deutlich die teuersten im Verfahren, wurden aber als die „Wirtschaftlichsten“ gelobt. Bürgermeister Tassilo von Bary erklärt den scheinbaren Widerspruch: „Das Verhältnis Quadratmeter zu Kosten ist bei denen einfach am besten.“ Die Stadt bekomme mehr für ihr Geld.

Doch die Kosten sind nicht das einzige Argument für die Kappelner Planer. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach: „Das hatte Hand und Fuß. Es kam deutlich der partnerschaftliche Gedanke rüber, es ist ein Oldesloer Projekt, das gemeinsam entwickelt werden muss. Für mich wäre es mit den anderen nicht gegangen.“

Horst Möller, Chef der CDU-Fraktion, hatte diese Prioritäten: „Sie haben das Raumprogramm bestens abgedeckt und konnten nachvollziehbar darlegen, dass sie den Budget- und Terminplan einhalten werden.“ Und Tassilo von Bary meint: „Mich hat die Professionalität beeindruckt. Die haben sich inhaltlich stark mit dem Projekt beschäftigt, stehen voll dahinter.“ Vorerst wird allerdings nur ein Auftrag bis zur sogenannten „Leistungsphase vier“ vergeben – das Büro erstellt eine genehmigungsfähige Planung. Sie wird nicht nur die Grundlage für den Bauantrag sein, sondern auch für den Förderantrag beim Innenministerium. „Die haben schon so viel gefördert, ich gehe davon aus, dass sie uns jetzt nicht sitzen lassen“, sagt Hagen von Massenbach. Das sieht auch Horst Möller so: „Wir sind bislang gut begleitet worden.“ Wenn die Finanzierung steht und Ministerium sowie Stadtverordnete grünes Licht geben, wird mit Sicherheit nicht im einem Durchgang gebaut. Das Projekt lässt sich in bis zu sechs Bauabschnitte einteilen, die je nach Finanzlage umgesetzt werden könnten.

Bürgermeister von Bary verbreitet schon Optimismus: „Bei der Einweihung des Kultur- und Bildungszentrums feiern wir ein schönes Fest.“ Andreas Olbertz

Kulturzentrum: Es kann losgehen

Von der Idee zur Planung: 5,7 Millionen Euro soll der Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes in Bad Oldesloe zum Kultur- und Bildungszentrum kosten. Der Siegerentwurf des Architektenbüros Sunder-Plassmann aus Kappeln sieht unter anderem eine Wandelhalle vor, die vom historischen Rathaus bis zur Trave reicht. Zeichnung: SUNDER-PLASSMANN
Von der Idee zur Planung: 5,7 Millionen Euro soll der Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes in Bad Oldesloe zum Kultur- und Bildungszentrum kosten. Der Siegerentwurf des Architektenbüros Sunder-Plassmann aus Kappeln sieht unter anderem eine Wandelhalle vor, die vom historischen Rathaus bis zur Trave reicht. Zeichnung: SUNDER-PLASSMANN

Lübecker Nachrichten vom 24. Februar 2010

Bad Oldesloe – Aus dem Siegerentwurf soll jetzt eine Planung werden: Oldesloes Politiker stimmten für den Bau aus der Feder von Sunder-Plassmann aus Kappeln.

Die Würfel für das Kultur- und Bildungszentrum sind gefallen, die Bad Oldesloes Stadtvertreter entschieden sich jetzt für die Entwürfe des Architekturbüros Sunder- Plassmann aus Kappeln, das beim Architektenwettbewerb zum Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes auch den ersten Platz gemacht hat. Das ist das Ergebnis des Vergabeverfahrens, das auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vorgestellt wurde. Geprüft wurde hier die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Vorschläge.

Demnach, so Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU), erhält das Büro jetzt den Auftrag für die Gesamtplanung des Kultur- und Bildungszentrums im ehemaligen Amtsgericht unter Einbeziehung des Rathauses, der Verwirklichung einer Theaterwerkstatt und eines offenen Ateliers.

Rund 5,7 Millionen Euro, so die Rechnung von Sunder-Plassmann, soll die Realisierung kosten. Erst nachdem die endgültige Planung vorliegt, folgt durch die Stadtverordneten auch die abschließende Entscheidung zur Umsetzung des Projektes – wenn denn genügend Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West zur Verfügung stehen.

Horst Möller, Fraktionsvorsitzender der CDU, betont noch einmal, dass der Umbau „nur davon abhängig ist, inwieweit Fördermittel vom Land fließen“. Das sei der Knackpunkt. „Wir glauben aber, dass das Land uns nicht im Regen stehen lässt.“ Wenn jetzt der Vertrag mit dem Architekturbüro abgeschlossen wird, soll auch noch einmal über Einsparpotentiale diskutiert werden, 5,7 Millionen Euro seien eine ganze Menge Geld. Möller glaubt aber, mit Sunder-Plassmann auch deshalb ein gutes Architekturbüro an der Hand zu haben, weil „sie Erfahrung in der schleswig-holsteinischen Förderlandschaft haben“.

Dem widerspricht Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der SPD, nicht. Für ihn ist das der „richtige Architekt, für das richtige Projekt, für die richtig Stadt“. Mit 5,7 Millionen Euro ist es aber auch der teuerste Entwurf, der nach Angaben von Massenbachs aber auch der wirtschaftlichste ist. „Das wird kein Luxusbau.“

Auch Karl-Reinhold Wurch, Fraktionsvorsitzender der FDP, bestätigt den teuren Entwurf, aber „da sind Sachen drin, die bei anderen nicht drin waren“. Zudem könne abschnittsweise gebaut werden. „Das ist ein Vorteil.“ Das Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum könne nur entstehen, wenn die Förderung stimme, sonst, so Wurch, „haben wir in der Schublade ein Programm für das nächste Konjunkturpaket.  Von K. Kuhlmann-Schultz

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 20. Februar 2010

Zwischen Rotlicht und Grünphase

Rotlichtbezirk: Du kommst rein und du kommst rein, aber du musst draußen bleiben. Schwuppdiwupp sind die besten Räumchen im Amtsgericht verteilt. Da hat der Bürgermeister Fakten geschaffen. Nicht lange die Politik fragen, sondern gleich Zusagen verteilen. So macht man das – besonders in Wahlkampfzeiten. Hinter vorgehaltener Hand wird schon von „vorzeitiger Annektierung“ gesprochen. Die Quittung kam jetzt im Hauptausschuss in Form von unbequemen Fragen: Was kostet das Ganze denn? Wer ist für die Verkehrssicherungspflicht zuständig? Ist sicher, dass die Gruppen beim Umbau wieder draußen sind? Da konnte Tassilo von Bary nicht mit überzeugenden Antworten aufwarten. Aber inzwischen hat er reagiert und seine Rechtsabteilung eingeschaltet. Die soll krisenfeste Mietverträge entwickeln. „Notfalls vergeben wir die Räume minutenweise, damit nur ja kein Mietverhältnis zustande kommt“, erklärte der Bürgermeister. Da gewinnt das Wort Stundenhotel ja eine ganz neue Deutung, wie unser Karikaturist Götz Wiedenroth veranschaulicht – wieder Besucherverkehr im einstigen Amtsgericht.

Kulturhochburg: Da taucht ein altes Klavier in der Stormarnhalle auf und aus welchen Gründen auch immer setzt ein Hype ein ... das Krokodil im Badesee war nix dagegen. Ein stolzer Finder mit Fieber, potenzielle Besitzer, die es dann aber doch nicht sind, ein Bürgermeister der Akten wälzt, eine Gleichstellungsbeauftragte, die hochgradig genervt ist, eine Musikschule, die das Klavier nur nimmt, wenn es von der Stadt vorher restauriert wird, eine Sopranistin, die vierhändig spielen möchte ... und das Ganze wird in dutzenden Mails an aberdutzende Empfänger ventiliert. Schau’n wir mal, was am Ende an konkreter Kultur raus kommt. Sollte es mit diesem Klavier nichts werden: In der Festhalle soll übrigens noch ein alter Flügel stehen ...

Beharrlichkeit: Eines kann man der Ahrensburger Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Ursula Pepper nicht vorwerfen: Dass sie nicht beharrlich wären. Die Neugestaltung Schlosspark – Aue Innenstadt gehörte schon zum Konzept für die seinerzeit abgelehnte Landesgartenschau Ahrensburg – tauchte mehrfach wieder auf, um vertagt zu werden. Als es mit der Aussicht auf eine 50-prozentige Förderung zurückkehrte, hatte schon die Finanzkrise zugeschlagen. 3,2 Millionen Euro städtischer Anteil, das war den Politikern quer durch alle Fraktionen zu viel. Allzu rechnete die Verwaltung noch mal nach, speckte das Programm ab und kam auf 2,55 Millionen Euro. Als auch das nicht reichte, um die Politik zu überzeugen, kam in dieser Woche eine Tischvorlage in den Bau- und Planungsausschuss. Thema: Was muss die Stadt eigentlich in den nächsten Jahren sowieso beim Schlosspark machen? Dabei kommen 1,6 Millionen Euro raus, also nicht mal eine Million weniger als beim abgespeckten Konzept, bei dem man dank Förderung über fünf Millionen verbauen könnte. Da kamen die Politiker doch ins Grübeln. Dieses Wochenende haben sie noch Zeit zum Überlegen. Am Montag berät die Stadtverordnetenversammlung den Haushalt. Eine Sitzung, die wohl in die Verlängerung geht.

klimaschutz: Weniger ist mehr – und weniger wäre bei der grünen Podiumsdiskussion „Energiewende in Bargteheide“ auch für das Publikum bekömmlicher gewesen. Was da an fachspezifischen Infos auf die Zuhörer niederging, war des Guten zu viel. Es ist ja schön und gut und auch gestattet, dass der jeweilige Experte seine regenerative Energiequelle anpreist. Aber sich nur auf Zahlen und Fakten zu beschränken, ohne sie auf Bargteheide, auf die Einwohner herunterzubrechen, ist einfach zu wenig. Auch von den Grünen hätte sich manch einer im Saal des Ganztagszentrums sicher mehr versprochen. Aber weder auf den Punkt kommende Sichtweisen noch Vorschläge wurden zum Besten gegeben. Ein klares Konzept konnte niemand ernsthaft erwarten. Dafür ist die ganze Klima-Energie-Thematik ein viel zu weites Feld mit vielen Unwegbarkeiten. Aber wenn man eine Energiewende einleiten will, sollte man auf die Belange, auf die Gegebenheiten der Stadt fokussieren. Das tat, mit Verlaub, nur der Bürgermeister (aber wenn nicht der, wer sonst?). Gleichwohl ist es zu begrüßen, dass der neue Ortsverband um Dr. Ruth Kastner die Grünphase einleitet und zum Türöffner für eine klimafreundlichere Stadt wird. Holpriger Start hin oder her. Es kann nur besser werden.

Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten

Erste Gerichtstermine

Stormarner Tageblatt vom 18. Februar 2010

Klangstadt und Oldesloer Bühne dürfen ins KuB einziehen, auch altStadt und Stormini bekommen Räume

Bad Oldesloe

Noch ist das zukünftige Kultur- und Bildungszentrum (KuB) nur ein leer stehendes Amtsgericht, aber schon bald wird es mit Leben erfüllt. Bürgermeister Tassilo von Bary verkündete im Hauptausschuss: „Ab nächster Woche gibt es Schlüssel.“ Klangstadt hat gestern bereits die ersten Möbel angeliefert. Die Oldesloer Bühne bekommt ein Büro, die Ausbildung von Tagespflegepersonen soll im KuB stattfinden, VHS und Musikschule, aber auch altStadt und Stormini zählen zu den „Frühbuchern“.

Diese Raumvergabe wurde gleich kritisch hinterfragt – sowohl von Maria Herrmann (SPD) als auch von Karl-Reinhold Wurch (FDP). Unisono finden beide: „Die Idee ist ja gut.“ Ein leeres Gebäude verleite nur zum Vandalismus. Doch dann kommt das Aber. „Muss das ganze Gebäude geheizt werden, damit im Erdgeschoss ein paar Büros genutzt werden können?“, will die SPD-Frau im Hauptausschuss wissen: „Ich hoffe, es gibt in der Bauzeit keine Probleme, weil Räume belegt sind.“ Das verneinte der Verwaltungs-Chef: „Alles nur bis auf Widerruf.“

Doch Jurist Wurch hat so seine Zweifel: „Das ist ein Mietverhältnis, da gelten gesetzliche Fristen, die nicht einfach ausgehebelt werden können.“ Auf Nachfrage brachte er seine Verwunderung zum Ausdruck: „Sonst wird jeder Pups im Ausschuss berichtet, aber sowas erfahren wir nur nebenbei!“ Er wisse nicht, ob der Bürgermeister derartige Entscheidungen im Alleingang fällen dürfe. „Aber wenn er es darf, muss er es ordentlich machen.“ Wurch und Herrmann sind sich einig, die Vergabe muss transparent sein, Absprachen und Pflichten müssen klar geregelt werden. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, hier werde nur ein ’inner circle’ bedient. Es gibt in Oldesloe viele Vereine, die Raumbedarf haben“, sagt Maria Herrmann. Wurch wittert Wahlkampf: „Die Oldesloer Bühne tut ihm ja gleich den Gefallen, 100 Jahre Bad zu feiern, obwohl die Politik gesagt hat, das kommt in diesem Jahr zur Unzeit.“

Derartige Diskussionen lassen Ralf Denert von der Oldesloer Bühne kalt: „Da ist es warm und trocken. Alles andere ist uns egal. Wenn wir nach 14 Tagen wieder raus müssen, hatten wir wenigstens 14 schöne Tage – das ist immer noch besser als unser Keller. Da hatten wir grade wieder Wassereinbruch.“ Er freut sich bereits auf Treffen mit anderen Nutzern. Und darin sieht Tassilo von Bary den großen Nutzen: „Es ist allen klar, dass an dem Ort etwas zusammenwachsen muss.“

Andreas Olbertz

Profis sollen Stadt retten

Mario Mensing, CIMA-Experte
Mario Mensing, CIMA-Experte

Stormarner Tageblatt vom 17. Februar 2010

Experte rät zu zwei Stellen, um wieder Leben ins Zentrum zu bringen

Bad Oldesloe

Wie geht es weiter in Sachen Stadtmarketing und Innenstadt? Andreas Thomaschewski ist ins Amt des Rechnungsprüfers gerutscht. Vor einer schlichten Neubesetzung der Stelle, wollte die Politik generelle Überlegungen zu dem Thema anstellen. Mario Mensing von der Cima in Lübeck sollte zur Aufklärung beitragen.

Er hatte im Oktober drei Bausteine angeregt: Ein klares Profil für Bad Oldesloe mit einer Fachkraft für Stadtmarketing in der Verwaltung. Zweitens ein Projektmanagement zur Innenstadtentwicklung und als drittes die Neuerfindung der GOK.

Grundsätzlich kann sich Politik damit anfreunden. Aber etwas konkreter sollten die Visionen schon definiert werden, kam als Forderung aus dem Hauptausschuss. Konkret geht es um die Frage, was der Spaß denn kosten wird. Also musste Mario Mensing noch mal wieder ran.

Es ist ja nicht so, dass Bad Oldesloe nichts vorzuweisen hätte. Darauf, so klang es jetzt in den Ausführungen des Diplom-Betriebswirts mehrfach an, könne aufgebaut werden. Konzentration auf das Wesentliche ist gefragt. Um aus dem bestehenden Marketingkonzept einen knackigen Slogan, eine „Marke Bad Oldesloe“ zu machen seien vermutlich 5000 bis 6 000 Euro notwendig.

Für die Stabsstelle Stadtmarketing empfiehlt der Experte eine „Entschlackung an den Rändern“. Das Anforderungsprofil umfasst ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Raumplanung oder Wirtschaftsgeographie. Ein bis drei Jahre Berufserfahrung im Stadtmarketing, gute kommunikative Fähigkeiten, überdurchschnittliches Engagement. 52 000 Euro müsse die Stadt an Personalkosten veranschlagen. Mit Arbeitsplatz und Sachkosten kommt da einiges zusammen.

In Sachen Projektmanager Innenstadt hat Mario Mensing ganz klare Vorstellungen: „Gegen den Citti Park müssen alle Register gezogen werden. Es geht um Läden und Angebote, nicht darum, irgendwelche Fugen enger zu machen.“ Da muss ein Profi ran, einer der sich mit Politik, Verwaltung und Geschäftswelt auskennt, der Ahnung von Wirtschaftsförderung und Immobilienwirtschaft hat und über sehr gute kommunikative Fähigkeiten verfügt. So jemanden bekommt man nicht umsonst. 70 000 Euro allein an Personalkosten. Mit weiteren Posten summiert sich das schnell auf 120 000 Euro.

Die GOK erklärte Mensing faktisch für tot: „Die sind mit sich selber beschäftigt und ambitionsfrei. Die müssen sich erst selber finden, sammeln und organisieren.“ Die Kaufleute verfügten zudem nicht über die finanziellen Reserven, um neue Projekte auf die Beine zu stellen.

„Der einzige, der noch etwas zu verlieren hat, ist der private Hauseigentümer. Denen muss man deutlich sagen, in zehn oder 20 Jahren habt ihr nichts mehr zu vererben. Es kann nicht mehr so weiter gehen“, prophezeite Mensing. Ein Ausweg aus der Krise könnte „Pact“ sein. Grundbesitzer in einem speziell umrissenen Gebiet zahlen quasi eine Sondersteuer. Von der Stadt gibt es auch Geld. Aus diesem Topf können spezielle Maßnahmen finanziert werden. Mensing zeigte auf, wie „Pact“ am Norderstedter Schmuggelstieg funktioniert. Bürgermeister Tassilo von Bary hatte bereits mehrere Vorstöße in diese Richtung unternommen, war aber abgeblitzt. Das Thema soll aber weiter verfolgt werden.

Andreas Olbertz

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 13. Februar 2010

Das hat man ja toll hinbekommen

STANDPFEST: Die Sparkasse Holstein hat 2009 eines ihrer besten Jahresergebnisse vorgelegt, andere Sparkassen im Land stehen nicht erst seit der Finanzkrise am Abgrund und schon einen Schritt dahinter. Rettung soll nun von der Haspa nahen: Nach dem Willen der Regierung sollen sich die Hamburger in schleswig-holsteinische Sparkassen  einkaufen dürfen. Dass man das Gesetz jetzt ändere, habe aber nichts mit der Schieflage einiger Sparkassen zu tun, beteuert der Ahrensburger Landtagsabgeordnete Tobias Koch (CDU). Glauben wir dem gelernten Banker der bei einem großen deutschen Institut tätig war, dass es grundsätzliche Erwägungen gibt. Genau das glauben die Kritiker ja auch: Dass es ein Einstieg für Großbanken werden könnte. Aber selbst wenn nicht: Jeder Euro kann nur einmal ins Eigenkapital fließen, entweder bei der Haspa selbst oder bei der Sparkasse.

VORBILDLICH: Auf der zukünftigen Baustelle des Kindergartens Moordamm ist vor Monaten großzügig abgeholzt worden. Eine Genehmigung gab es nicht, und das Grundstück gehörte der Freikirche auch noch nicht. Aber erst mal Fakten schaffen, obwohl die Politik gefordert hatte, möglichst wenig abzuholzen. Jetzt stellte Sunna Wachholz im Bauausschuss vor, wie das fertige Außengelände zukünftig aussehen soll. Ein nett anzuschauender Plan, der allgemein Zustimmung fand. 16 Bäume sollen gepflanzt werden. Damit ist für die Verwaltung die Sache klar: „Es wird sehr viel für eine ästhetisch ansprechende und ökologisch sinnvolle Gestaltung der Außenanlage getan.“ Ein ganz großartiges Signal an alle Bauherren in der Stadt: Erst mal alles radikal fällen, dann problemlos bauen, sich nachher den Garten nach den eigenen Wünschen gestalten und dafür auch noch loben lassen.

IM BILDE: Auf CDU-Seite beömmelte man sich im Bauausschuss köstlich, als SPD und Grüne die Baumfällfrage und vor allem den Ersatz etwas genauer diskutieren wollten. „Hahaha, die sind doch längst weg“, klopften sich Siegfried Wobig und Hauke Heesch auf die Schenkel. Uwe Rädisch protestierte, er könne seine Zeit auch sinnvoller verbringen. Als der Verwaltungsvorschlag mangels Mehrheit – es fehlte ein CDU-Abgeordneter – abgelehnt wurde, bekam Rädisch einen seiner Meckeranfälle. „Das habt ihr ja toll hinbekommen. Dann wird eben gar nicht gepflanzt“, grantelte der Christdemokrat lautstark. Warum eigentlich? Wer lesen kann, ist im Vorteil. Es ging nicht um eine Ablehnung der Kindergartenplanung, da hat die Stadt eh nur wenig mitzureden, sondern ausschließlich um die Frage, ob weitere Ausgleichsmaßnahmen gefordert würden. Da die Frage weder mit ja noch mit nein beantwortet wurde, wird auch nichts gefordert. Genau dafür hatte Rädisch vorher seine Hand gehoben.

IDEEN: Das wird noch was werden mit der Bahnbrücke am Steinfelder Redder, da ist sich Karikaturist Götz Wiedenroth ganz sicher. Nicht so, wie sich die Fraktionen das mal gedacht haben, weil ja auch niemand mehr versteht, wer zu welchem Zeitpunkt der Diskussion gegen eine breite, eine schmale oder überhaupt eine Brücke, lieber für einen Tunnel oder doch eher dagegen war und ist. Egal, Rom wurde auch  nicht an einem Tag erbaut. Da kann man bei der Abstimmung über Anregungen über Bedenken ruhig das Ganze noch mal kippen, weil es gerade mal wieder eine Zufallsmehrheit gibt.

Rolf Blase, Andreas Olbertz

Schwarzfahrer: Kreis zahlt ÖPNV nicht

Stormarner Tageblatt vom 11. Februar 2010

Bad Oldesloe will Defizit nicht länger alleine tragen – Kommunalaufsicht und Verkehrsministerium mit unterschiedlichen Meinungen

Bad Oldesloe

Wohin wird die Reise gehen? In Sachen öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV) – konkret geht es um die Buslinien in der Stadt – bahnt sich ein Streit zwischen Stadt und Kreis an. Die Aufgabenträgerschaft liegt laut Gesetz beim Kreis. Der bestimmt, wann, wo, welche Busse fahren. Dafür bekommt er vom Land 6,8 Millionen Euro. Klingt gewaltig, aber die Summe reicht nicht. Busse sind defizitär.

In Oldesloe liegt der Fall etwas anders. Hier organisieren die Stadtwerke die Stadtlinien – und bleiben auf dem Defizit sitzen. Das lag in den vergangenen Jahren jeweils bei rund 160 000 Euro. Von den 6,8 Millionen gibt der Kreis ganze 1 600 Euro an die Stadt weiter.

Im Sommer kommenden Jahres soll der Stadtverkehr neu ausgeschrieben werden. Eine Arbeitsgruppe bereitet die Ausschreibung vor. In diesem Zusammenhang tauchte die Frage auf, warum die Stadt das Defizit zukünftig eigentlich weiter tragen sollte. Das ganze wurde jetzt im Bau und Planungsausschuss beraten.

Für Uwe Rädisch, Stadtverordneter und Kreistagsabgeordneter der CDU ist die Sache klar: „Den Zahn können sie gleich ziehen lassen“, wetterte er: „Wenn wir beim Kreis was werden wollen, müssen wir mal etwas mehr political correctness walten lassen.“ Er habe in Erinnerung, dass die Stadt Mitte der 90er Jahre großspurig angetreten sei: „Wir können das alles besser als der Kreis!“

Dem widerspricht der heutige Bürgermeister Tassilo von Bary heftig: „Wir haben keinerlei Beschlüsse der Stadtverordneten oder des Magistrats finden können.“ Die seien aber Voraussetzung dafür, dass die Stadt etwas übernehmen könne. Es gebe lediglich Gesprächsnotizen.

Inzwischen hat es ein Treffen bei der Kommunalaufsicht gegeben. Ergebnis laut Justiziarin Anne Jacobi: „Selbst wenn wir das mal übernommen haben sollten, müssen wir da wieder raus kommen.“

Da es im Hintergrund hauptsächlich ums Geld geht, widerspricht sogar CDU-Grande Siegfried Wobig seinem Parteifreund Rädisch offen: „Ich finde es äußerst ungerecht, wie der Kreis die Stadt behandelt. Oldesloe wird einfach ausgesperrt.“ Er appellierte, dass alle Fraktionen ihre Kontakte zu den Kreistagsabgeordneten nutzen sollten. Hans-Hermann Roden (SPD) winkte frustriert ab: „Sie kennen doch Sigrid Kuhlwein.“ Die SPD-Frau ist Vorsitzende des Verkehrsausschusses.

Während die Kommunalaufsicht die Stadtposition stützt, steht das Verkehrsministerium eher auf Seiten des Kreises. Die SPD-Abgeordnete Dr. Tamara Thiesen hatte ausgerechnet, bei einer Pro-Kopf-Verteilung der ÖPNV-Mittel würden der Stadt 700 000 Euro zustehen. Doch so einfach ist es leider nicht. Referatsleiter Christian Sörensen vom Verkehrsministerium stellt klar, dass es einen solchen Schlüssel bewusst nicht gibt: „Wie der Kreis das Geld ausgibt, ist allein seine Sache.“ Kommunale Selbstverwaltung lautet das Zauberwort. Sörensen: „Im schlimmsten Fall fährt die Buslinie dann eben nicht mehr.“ Das Land habe da keine Handhabe. Dann müsse der Kreis aber auch verantworten, warum Oldesloe ein weißer Fleck auf der ÖPNV-Landkarte sei.

Die Ausschussmitglieder sind sich einig, dass der Kreis die Aufgabenträgerschaft und auch die Finanzverantwortung endlich wahrnehmen muss. Die bisherige Angebotsqualität müsse erhalten bleiben, über eine Kostenbeteiligung bei Verbesserungen könne geredet werden. Andreas Olbertz

Umkleidegebäude am Wendum soll 2011 renoviert werden

Lübecker Nachrichten vom 11. Februar 2010

Bad Oldesloe – Was lange währt, wird endlich gut. Zu diesem Ergebnis können die Sportler des VfL Oldesloe kommen: Ihr Umkleidegebäude auf dem Sportplatz Wendum soll – so die Planungen – 2011 saniert werden.

427 150 Euro (davon sind allein 50 000 Euro Planungskosten) kostet die Sanierung, die unter anderem die Beibehaltung der Hausmeisterwohnung und auch den Umbau und die Sanierung des vorhandenen Dusch- und Umkleidebereiches beinhaltet. Während sich Dieter Thom vom VfL Oldesloe auf der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses erfreut über das Ergebnis äußerte („Ich begrüße es, dass es losgeht. Das Gebäude ist in einem desolaten Zustand“), zeigte sich die Stadtverordnete Dr. Tamara Thiesen (SPD) befremdet. „So eine unglaubliche Summe für einen Umbau“, merkte sie an. Und fragte sich, ob man dafür nicht einen Neubau hätte planen können.

Seit 2006 befasst sich die Stadt Bad Oldesloe zusammen mit dem VfL mit der Problematik und hatte bereits eine Bestandsaufnahme des Gebäudes vornehmen lassen: Die Baumängel sollten in einer Gesamtmaßnahme beseitigt werden. Deswegen wurden seitdem nur die notwendigsten Reparaturen am und im Gebäude durchgeführt.

Die Umsetzung der Planungsvorstellungen des VfL scheiterten – so die Angaben der Verwaltung – an der bis heute nicht geklärten Nutzungsvereinbarung zwischen dem Verein und der Stadt und der bisher nicht abgeschlossenen endgültigen Raumkonzeption. „Das ist bis heute nicht geklärt“, moniert Uwe Rädisch (CDU).

In diesem Jahr erfolgt deshalb eine weitere Abstimmung zwischen der Stadt und dem VfL Oldesloe. Auf dieser Basis soll dann die weitere Planung und Vorbereitung der Sanierungsmaßnahme erfolgen, damit es 2011 losgehen kann. kks

Stillstand bei den Planungen der „Redder-Brücke“

Lübecker Nachrichten vom 11. Februar 2010

Bad Oldesloe – Die Planungen für die Brücke über die Bahngleise zwischen Poggenbreeden und dem Baugebiet Steinfelder Redder sind erst einmal zum Stillstand gekommen.

Die Mitglieder des Bau-und Planungsausschusses der Stadt Bad Oldesloe sollten auf ihrer jüngsten Sitzung über die Ergebnisse der Stellungnahmen der Behörden (Polizei, Kreis und Naturschutzverbände) beschließen, die jetzt im Planungsverfahren angehört wurden und damit unter anderem den Weg frei machen für die anstehenden Gehölzrodungen. Die Baumfällaktion kann nur noch – aus naturschutzrechtlichen Gründen – bis zum 28. Februar durchgeführt werden. Der Beschluss kam nicht zustande, Grüne und SPD stimmten mit vier Stimmen gegen FDP und CDU. Weil ein Christdemokrat fehlte, entstand ein Patt, damit wurde der Beschluss abgelehnt.

Und das, obwohl Rolf Steinhoerster, Bauamtsleiter der Stadt, noch einmal deutlich machte, dass die Brücke im September stehen solle, „wir müssen auch die Sperrung bei der Bahn beantragen“. Die Zeit drängt also. Jetzt muss Steinhoerster eine Sondergenehmigung einholen.

Damit verbunden sei, ärgerte sich Frank Fiedler (FDP) nach der Sitzung, „dass der Eingriff in die Natur weitaus größer wird als notwendig, denn nun werden die erforderlichen Baumfällarbeiten voraussichtlich erst mit einer Sondergenehmigung während der Vegetations- und Nistperiode vorgenommen werden können“. Die Stadtverordneten hatten 2009 den ersten Teilbetrag für die Planungen der Brücke bereitgestellt und 660 000 Euro für die Vollendung des Bauwerkes in den Haushalt 2010 gestellt. Jetzt gibt es eine Neuauflage der Sitzungsvorlage – ergänzt auch um die Stellungnahme der Stadtwerke.

Von K. Kuhlmann-Schultz

Redder-Brücke vorerst gekippt

Stormarner Tageblatt vom 10. Februar 2010

CDU nicht komplett an Bord – SPD und Grüne stoppen B-Plan-Änderung

Bad Oldesloe

So schnell kann es gehen: Knappe Mehrheitsverhältnisse, nicht alle Mann an Deck, und schon kippen sicher geglaubte Beschlüsse. Diesmal erwischte es die am Steinfelder Redder geplante Brücke.

Im Zuge der Redderplanung war die CDU absolut gegen eine Brückenverbindung Richtung Poggenbreeden – gegen alle Expertenratschläge. Die CDU hatte die Mehrheit, also wurde im südlichen Bereich ein Tunnel geplant. Seit der Kommunalwahl sind die Mehrheitsverhältnisse nicht mehr so eindeutig: Plötzlich gab es eine „Mehrheit“ für eine Fußgänger- und Radfahrer-Brücke im nördlichen Bereich. Dafür muss der B-Plan geändert werden. Da waren dann FDP und Grüne mit je einer Stimme dafür – SPD und CDU enthielten sich. Das Verfahren wurde eingeleitet.

Im Zuge der B-Plan-Änderung kam dann aber heraus, dass es nicht bei Fußgängern und Radfahrern bleiben wird. Die Brücke soll so breit werden, dass sie notfalls auch von Rettungsfahrzeugen befahren werden kann. Die Polizei wird nicht müde, entsprechende Forderungen zu erheben. Spätestens, als sich herausstellte, dass die Brücke aus optischen und statischen Gründen mindestens 2,50 Meter breit sein muss (im B-Plan-Entwurf stehen sogar 4,50 Meter), war die SPD nicht mehr dabei. Sie will definitiv keine Berfahrbarkeit – auch nicht in „Notfällen“. Aber die CDU. Also wechselte die Mehrheit mal wieder.

Inzwischen ist die B-Plan-Änderung so weit gediehen, dass im Bauausschuss über die vorgebrachten Bedenken zu entscheiden war. Das ganze ist nicht ganz unproblematisch, denn das Brückenprojekt steht unter einem gewissen Termindruck. Schon jetzt muss der Bahn ein verbindlicher Termin genannt werden, wann die Strecke für die Brückeninstallation gesperrt werden muss. Davon, so erläuterte es Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster den Ausschussmitgliedern, werde die zeitliche Planung rückwärts entwickelt. Aber es gibt noch einen anderen Termin: Ab 1. März darf nicht mehr gefällt werden. Für die Brücke müssen aber vier große Bäume weichen. Von dieser Seite gibt es also gewissen Druck. Der Termin drängt.

Die Stadtwerke haben aber auf Probleme hingewiesen, die nicht so einfach mit „wird berücksichtigt“ oder ähnlichen Floskeln abgearbeitet werden können. Es geht um Leitungsrechte und Kosten für neue Hausanschlüsse. Da besteht noch Abstimmungsbedarf. Über die Stellungnahmen der anderen Träger öffentlicher Belange hätte aber abgestimmt werden können. Dann wäre der „Stand nach Paragraph 33“ erreicht gewesen und die Arbeiten hätten beginnen können.

Doch es kam anders: Tim Höschler von der CDU fehlte. Sein Stellvertreter Rainer Fehrmann war auch nicht da. Die Stimme fehlte den Christdemokraten zur Mehrheit. Da half es auch nichts, dass Ulrich Langenberg von der städtischen Planungsabteilung noch einwarf, der B-Plan habe nichts damit zu tun, ob die Brücke befahrbar sei oder nicht, SPD und Grüne waren dagegen. Das bedeutete Stimmengleichheit – der Antrag ist abgelehnt.

Damit hat sich die Brückenplanung aber trotzdem nicht erledigt. Der Punkt kommt in der nächsten Sitzung natürlich wieder auf die Tagesordnung. Dann werden die Karten neu gemischt. Bäume können diesen Monat nicht mehr gefällt werden. Auf Nachfrage kündigte Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster an: „Dann werden wir eben eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir dieses Jahr nicht mehr bauen können.“ Andreas Olbertz

„Hoffentlich sind die Bäume dialogfähig“

Lübecker Nachrichten vom 10. Februar 2010

BAD OLDESLOE – Die Bäume vor der Kita Moordamm sind seit Dezember weg – sie wurden ohne Genehmigung gefällt –, Neuanpflanzungen stehen an, und doch ist das Thema in Bad Oldesloe noch immer nicht erledigt: „Wir wollten eine Bestandsaufnahme der Fällung, wollten eine Bestandsaufnahme des Schadens“, empörte sich die Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses der Stadt Bad Oldesloe, Maria Herrmann (SPD), auf der jüngsten Sitzung. Die hat sie nicht bekommen. Stattdessen einen Beschlussvorschlag der Verwaltung, über die Pflanzungen auf und vor dem neu zu bebauenden Gelände der Kindertagesstätte hinaus keine weiteren Ausgleichmaßnahmen vom Bauträger zu fordern.

„Der Sachverhalt wird in den Unterlagen ziemlich heruntergespielt“, so Herrmann weiter, da könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Die Bäume sind weg und der Kindergarten entschädigt uns und die Natur, was sollen wir da mit einer Bilanz?“, fragte sich Siegfried Wobig (CDU), während sein Parteikollege Uwe Rädisch Schwierigkeiten mit seinem Geduldsfaden bekam: „Es ist doch nun wirklich durch.“ Hartmut Jokisch
(Grüne) vermutet, dass wir „in Zukunft jeden Baum ansprechen müssen“ und plädiert mit Hermann Roden (SPD) für eine Baumschutzsatzung. Wobei Rädisch hofft, dass die Bäume „hoffentlich dialogfähig sind“. Der Beschlussvorschlag wurde abgelehnt. kks

Oldesloe will den Kreis in die Pflicht nehmen

Lübecker Nachrichten vom 10. Februar 2010

BAD OLDESLOE –„Die Finanzierung lag bisher bei der Stadt, wir würden den Kreis jetzt gerne in die Pflicht nehmen“, formulierte Maria Herrmann (SPD), Vorsitzende des Bad Oldesloer Bau und Planungsausschusses den Wunsch der Stadt, den Stadtverkehr künftig vom Kreis übernehmen zu lassen. Bisher habe die Stadt nie einen Antrag auf Übernahme der Aufgabenträgerschaft gestellt. Gemäß des Gesetzes über den Öffentlichen Personennahverkehr des Landes Schleswig-Holstein liege diese Trägerschaft aber beim Kreis und gelte somit auch für die vier Stadtbuslinien 8101 bis 8104 sowie für das Anrufsammeltaxi.

„Ich finde es ungerecht“, so Siegfried Wobig (CDU), „wie der Kreis die Stadt Oldesloe in dieser Frage behandelt. Das kann nicht sein“. Das wird von anderen Oldesloer Politikern ähnlich gesehen. Auch Hartmut Jokisch (Grüne) fordert vom Kreis die Übernahme des ÖPNV (für den Schulbusverkehr zeichnet der Kreis bereits verantwortlich) in Bad Oldesloe. Jokisch, der nicht nur Stadtvertreter, sondern auch Kreistagsabgeordneter ist, stellt fest: „Der Kreis muss Bad Oldesloe genauso behandeln wie andere. Da müssen wir uns stark machen.“

Als Kreistagsabgeordneter will er sich dafür einsetzen und natürlich positiv darüber abstimmen. Uwe Rädisch (CDU), der ebenfalls in Doppelposition politisch aktiv ist, rät „vernünftig mit dem Kreis zu sprechen“. Hoffnungen macht er aber nicht. Und warnt vor Veränderungen im Angebot. „Wenn wir das dem Kreis übergeben, dann bestimmt der auch, dann legt er die Linien fest.“

Und der Kreis hat tatsächlich kein Interesse, den Stadtverkehr zu übernehmen. Der Leiter des Fachbereichs Bau beim Kreis, Klaus Kucinski, verweist auf eine Einigung aus dem Jahre 1996, aus der hervorginge, dass die Stadt Bad Oldesloe ihren Stadtverkehr selbst übernimmt. „Der Vertrag wurde damals einvernehmlich und dauerhaft geschlossen“, so Kucinski. Die Stadt sei der Meinung gewesen, sie könne es selbst billiger machen. Anfragen der Stadt aus den Jahren 2002 und 2005 auf Wahrnehmung der Aufgabenträgerschaft wurden vom Kreis jeweils abgelehnt. Und auch das jüngste Treffen bei der Kommunalaufsicht des Landes hat auf Kreisseite zu keiner Meinungsänderung geführt. „Die Kommunalaufsicht hat uns nicht weitergeholfen“, kommentiert Kucinski das Treffen. Er räumt ein, dass grundsätzlich die Kreise für den ÖPNV zuständig seien, es sei denn, Gemeinden nehmen diese Aufgaben freiwillig wahr, „dann gilt die Aufgabe als übertragen“. So wie in Bad Oldesloe. Die Stadt interpretiert dasTreffen bei der Kommunalaufsicht anders: Zwar könne die Trägerschaft für den örtlichen ÖPNV auf kreisangehörige Gemeinden übertragen werden, dieses aber nur einvernehmlich und in jedem Fall mit der Möglichkeit einer späteren Rückübertragung. Ohne den Stadtverkehr könnte Bad Oldesloe rund 90 000 Euro pro Jahr einsparen. Geld, dass allerdings wieder für eine Angebotsverbesserung im Stadtverkehr ausgegeben werden müsste. Denn, sollte der Kreis den Nahverkehr in Bad Oldesloe– vielleicht nach einer rechtlichen Auseinandersetzung– doch übernehmen, wäre nur für eine Grundversorgung gesorgt. „Wenn sie zusätzlich noch etwas anders wollen, müssen sie die selber bezahlen“, erklärt Sigrid Kuhlwein (SPD), Vorsitzende des Kreisverkehrsausschusses. Auch sie bezieht sich auf eine Vereinbarung mit dem früheren Bürgermeister Gerd Achterberg. Bad Oldesloe Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) weiß von dieser Vereinbarung nicht viel. „Es gibt keinen Beschluss, der Kreis muss uns so behandeln wie andere auch.“

VON K. KUHLMANN-SCHULTZ

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 6. Februar 2010

Nachhaltig und ganzheitlich geprüft

VOKABULAR: Nachhaltigkeit - das ist eine tolle neue Vokabel. Kindergärten müssen jetzt nachhaltig sein. Dabei geht es nicht um die Frage, ist das Konzept gut, bringt es dem Kind was für die Zukunft? Nein, das ist egal. Es geht ausschließlich um die Frage, ob ein Kindergarten auch in 50 Jahren noch voll sein wird. Pech gehabt lieber Luftballon. Die Verwaltung sieht nur eine Perspektive von 15 Jahren. Da lohnt ein Neubau nicht. Also hofft man, dass die Baracke noch lange hällt. Wenn sich dann in 20 Jahren rausstellt, dass die Prognose falsch war. Tja, Pech gehabt. Nachhaltigkeit ist ziemlich universell. Raumnot im Schulzentrum? Nicht nachhaltig! So viel kann hier schon mal gesagt werden, denn Besserung ist ja in Sicht: 2025 wird das Gymnasium nämlich nur noch vierzügig sein. So steht es im Schulentwicklungsplan des Kreises. Bis 2033 wird mit einem Rückgang der Grundschülerzahlen um 30 Prozent gerechnet. Das wird sich logischerweise an den weiterführenden Schulen nahtlos fortsetzen. Mit anderen Worte: Es lohnt nicht mehr, dort zu investieren. Steht sowieso bald alles leer. Jens-Pieter Friese von der SPD hat mit solchen Zahlen so seine Erfahrungen gemacht. Im Sozialausschuss führte er ein Beispiel an: "Die Grundschule West war mal einzügig geplant, wurde zweizügig gebaut und wird jetzt dreizügig betrieben. Und im Schulzentrum haben wir seit 20 Jahren Probleme."

ARBEITSPLATZSICHERUNG: »Wir hatten mal wieder Besuch von Frau Grothe." Als Bürgermeister Tassilo von Bary den Namen der Brandschutzingenieurin fallen ließ, zuckten alle im Sozialausschuss zusammen. Kirsten Grothe habe die IGS heimgesucht und die fehlende Brandmeldeanlage bemängelt. »Wenn wir was machen", so der Verwaltungs-Chef, »würden wir es mit Winnenden zusammen machen." Mit was? Nach dem Amoklauf habe das Bildungsministerium Handlungsempfehlungen herausgeben. Die sehen eine Durchsage mit einem Kennwort vor. Dafür müsste aber eine Lautsprecheranlage installiert werden. Auf 260000 Euro werden die Kosten geschätzt – allein für die IGS. »Tja", sagte daraufhin Karin Hoffmann von den Grünen: »Wenn man so einen Posten hat, muss man ihn auch ausfüllen. Sonst ist man ihn los." Da dürfte viel Wahrheit drin sein.

KONTROLETTI: Die Kreisstadt Bad Oldesloe hat einen neuen Ober-Schupo. Eckart von Kleist ist jetzt Chef des Bezirksreviers. „Verkehrssicherheit“ ist das Thema, das der "Neue“ ganz groß auf dem Zettel hat, und noch konkreter sind es die Drogen im Straßenverkehr, auf die er ein besonderes Augenmerk richten will. Okay, nicht dass das nicht wichtig wäre, aber was ist, mit Kriminalität? Ja, erklärt der Polizeihauptkommissar, man werde selbstverständlich »ganzheitlich kontrollieren". Will heißen, wenn im Rahmen einer Alkoholkontrolle ein Fahrer zwar nüchtern, aber mit einem Kofferraum voll Diebesgut erwischt wird, wird er auch bei einer Drogenkontrolle festgenommen. Was unser einer Zufallstreffer nennt, firmiert bei der Polizei also unter ganzheitlicher Kontrolle. Da kann der "Ede" ja ruhig weiterhin Kindergärten heimsuchen, Wohnungen plündern, Autos mitgehen lassen oder Buntmetall einsacken. Wie sagte neulich ein anderer Polizist: "Es ist wahrscheinlicher, dass sich zwei Einbrecher auf Diebestour begegnen, als dass sie auf eine Polizeistreife treffen."

WINTERHILFSWERK Wenn das Dach wegen der Schneemassen einzustürzen droht, sollte man lieber das Technische Hilfswerk als die Feuerwehr rufen. Das THW nimmt pro Mann und Stunde nämlich nur drei Euro, die Feuerwehr 39 - zumindest in Oldesloe. Auf Lagerhallen, Baumärkten, Schulen und Turnhallen waren die freiwilligen Helfer diese Woche im Einsatz. Ob Schneeräumen wirklich eine Aufgabe für die Feuerwehr ist, daran hat Kreisbrandmeister Gerd Riemann so seine Zweifel. Er weiß um die Probleme, die Feuerwehrleute auf ihrer Arbeitsstelle bekommen können, weil manche Betriebe es gar nicht gern sehen, wenn Mitarbeiter "abkommandiert" werden. Für Brand- und Unfall-Einsätze dürften die meisten „Chefs“ Verständnis haben, bei Schnee schieben oder auch beim Abstreuen von Ölspuren sieht das anders aus. Die Diskussion darum, was die Freiwillige Feuerwehr leisten kann oder muss,  dürfte gerade erst losgehen.

Rolf Blase,  Andreas Olbertz

Krippenkonzept Fehlanzeige

Stormarner Tageblatt vom 5. Januar 2010

Große Vorstellung von Krippenplänen, aber weder Debatte noch Beschluss im Sozialausschuss

Bad Oldesloe

Ab dem Jahr 2013 gilt ein Rechtsanspruch auf Krippenplätze – die Stadt Bad Oldesloe muss zusehen, dass sie bis dahin Herr des möglichen Bedarfs wird. Eine Zahl von 35 Prozent steht im Raum. Das wären 140 Plätze (wir berichteten). „Einige Bürgermeister gehen sogar von 60 Prozent aus“, erklärte Fachbereichsleiter Thomas Sobczak jetzt im Sozialausschuss: „Wenn die Nachfrage größer ist, gilt der Rechtsanspruch.“ Das kann teuer werden.

Für etliche Kindergärten liegen Planungen fertig in der Schublade. Sie wurden jetzt im Ausschuss präsentiert. Es hapert nur an einem Konzept, was wann umgesetzt werden soll. Und natürlich am Geld. Um auf 140 Krippenplätze zu kommen, müsste die Stadt tief in die Tasche greifen und Millionen investieren, die nicht da sind. Ganz zu schweigen von den Folgekosten.

Doch es geht nicht nur um Krippenplätze. Für den Fall dass die VHS irgendwann ins Amtsgericht zieht, soll auch der Kindergarten Brummkreisel einen Neubau bekommen – für 2,6 Millionen neben dem Schwimmbad. Darüber wollten CDU und FDP nicht mehr diskutieren. Der wurde quasi schon vergangenen April mit der Formulierung „Planung vorantreiben“ bewilligt. Die Baracke des „Luftballons“ ist marode (wir berichteten). Es müsste dringend Ersatz her. Der könnte für anderthalb Millionen Euro am Steinfelder Redder entstehen. Darüber wollte FDP-Frau Anita Klahn auch nicht diskutieren. Sie warf der Verwaltung vor, eine „Gemengelage“ aus Schaffung von Krippenplätzen und Ersatz einer Kita geschaffen zu haben. Es dränge sich auf, über den Luftballon zu diskutieren. Das sei aber allen anderen gegenüber ungerecht, „die wegen Krippenplätzen angetreten sind“. Dass frei werdende Räume in der Klaus-Groth- oder der Kurparkschule nicht geeignet sind, zog sie in Zweifel.

Mittlerweile gibt es konkurrierende Zahlen, wie die zukünftige Entwicklung aussieht. Bislang galt, dass bis 2022 in Oldesloe mit konstant 200 Geburten jährlich zu rechnen sei. Die aktuelle Schulentwicklungsplanung des Kreises spricht aber davon, dass in den vergangenen zehn Jahren 300 Grundschüler weniger angemeldet worden sind. Bis 2033 sei in der Kreisstadt mit einem weiteren Schwund von 400 Kindern zu rechnen. Daraus folgt für Thomas Sobczak: „Zehn bis 15 Jahre werden wir den Luftballon noch brauchen. Aber bei nachhaltigem Denken sprechen wir von 50 Jahren oder mehr.“ Deshalb müsse die Nachhaltigkeit genau betrachtet werden. Zusammen mit der CDU bombardierte sie die Verwaltung mit einer Flut von Arbeitsaufträgen. Von den Öffnungszeiten, der Verteilung im Stadtgebiet bis hin zur Aufschlüsselung der Betriebskosten wurde alles hinterfragt. Im Mai soll das Thema erneut auf die Tagesordnung. Damit hatten sich die beiden Prioritätenlisten von Verwaltung und SPD (wir berichteten) erledigt.

Ohne jede Diskussion waren sich ausnahmsweise alle einig, dass am Ehmkenberg um- und angebaut werden soll. 310 000 Euro wird dort die Schaffung von zwei Krippengruppen kosten. Die konkrete Planung soll ebenfalls im Mai vorgestellt werden. Andreas Olbertz

Standpunkt

Planlos

Chaotische Krippenplanung

Andreas Olbertz

Das war doch mal wieder ein Abend für die Katz. Stundenlang getagt, aber im Grunde nichts beschlossen. Super!

Wenn die Sitzung neue Sachverhalte zu Tage gefördert hätte, wäre zusätzlicher Beratungsbedarf ja verständlich, aber in diesem Falle wirkt das ganze abgekartet, stinkt zum Himmel. Es gab einen Beschlussvorschlag der Verwaltung und einen Gegenvorschlag von der SPD. Beides wurde von CDU und FDP süffisant vom Tisch gestimmt. Beratungsbedarf halt. Im Plenum wurde nicht mal groß diskutiert. Aber die Spontan-Planung der Kirche für 300 000 Euro wurde einfach so durchgewunken. Auch die immer umfangreicher werdenden Entwürfe der Lebenshilfe dürfen weiter verfolgt werden. Wahllos werden Eckpfeiler eingeschlagen – Moordamm, Brummkreisel, Ehmkenberg – aber von einem schlüssigen Konzept sind wir weiter entfernt denn je. Schade.

Oldesloe startet Krippenplanung

Lübecker Nachrichten vom 5. Februar 2010

Wie viele Krippenplätze braucht die Stadt Bad Oldesloe bis 2013? 140 mindestens, glauben Stadt und Politiker. 100 davon in Einrichtungen, 40 bei Tagesmüttern.

VON SUSANNA FOFANABAD OLDESLOE – Die Hälfte der in Einrichtungen benötigten Krippenplätze ist bereits beschlossene Sache. 20 gibt es seit September im Kindergarten Masurenweg, fünf weitere existieren im Möhlenbecker Weg und 20 entstehen gerade im Neubau des Kindergartens Moordamm.

Wenn Bad Oldesloe noch weitere rund 50 Krippenplätze baut, sind auf dem Weg zu einem Rechtsanspruch von Kindern unter drei Jahren 35 Prozent erfüllt. Diese Zahl von 35 Prozent wird von Fachleuten geschätzt. Doch viele Bürgermeister gehen von einem weitaus höheren Bedarf, die Rede ist von 60 Prozent, aus. Falls die Nachfrage in Bad Oldesloe größer sein sollte, besteht auch hier ein Rechtsanspruch.

Fünf Einrichtungen trugen dem Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss auf seiner jüngsten Sitzung ihre Vorschläge vor, um diese Ziele für Bad Oldesloe zu verwirklichen. Das DRK könnte sich einen Anbau für zwei Krippengruppen an den Kindergarten „Wichtelhausen“ vorstellen, der bis höchstens 17 Uhr geöffnet hätte. Das Gebäude gehört der Stadt. Auch der katholische Kindergarten St. Vicelin bot einen Anbau von zwei Krippengruppen an. Dieser könnte im Bestand stattfinden und sei nicht ganz preiswert. Der Lebenshilfewerk Stormarn GmbH, seit 1993 mit dem Integrationskindergarten „Brummkreisel“ in Bad Oldesloe vertreten, würde wegen des geplanten Verkaufs des VHS Hauses in der Königsstraße mit der Einrichtung in einem auf einem städtischen Grundstück neben der Schwimmhalle zu errichtenden Neubau umziehen wollen und dort ebenfalls zwei Krippengruppen anbieten. Die evangelische Kirchengemeinde erhöhte ihr Angebot in der Sitzung. Statt einer Krippengruppe für zehn Kinder im Altbau-Bestand, einer Wohnung, im Gemeindehaus Ehmkenberg, wäre nun dort die Einrichtung einer zweiten Gruppe möglich. Zwei Krippengruppen könnte sich auch der Eltern-Trägerverein des Kindergartens „Luftballon“ vorstellen, wenn es zum Neubau im Steinfelder Redder kommt. Die Zeit dränge, da der Kindergarten an seinem jetzigen Standort in seiner Existenz bedroht ist: Die Holzbaracke ist marode und sackt immer weiter ab.

Gudrun Möllnitz (CDU) drängte vor allem auf eins: auf eine Gleichbehandlung. Thomas Sobczak von der Stadt führte aus, dass die Stadt kurz- und mittelfristig auf die Regelkindergartenplätze im „Luftballon“ angewiesen sei. Im Haushalt der Stadt Bad Oldesloe sei bisher jedoch kein Geld für alle diese Maßnahmen eingeplant. Er könnte sich jedoch vorstellen, die preisgünstige Krippen-Lösung am Kindergarten Ehmkenberg über den Nachtrag abzuwickeln und alle anderen Maßnahmen zur Haushaltsberatung des nächsten Jahres anzumelden. Die SPD forderte, dass die Diskussion über die Zukunft des „Luftballon“ zeitnah erfolgen müsse. Mit einem Antrag über die von ihnen gesehenen Prioritäten konnte sie sich nicht durchsetzen.

FDP und CDU kündigten Beratungsbedarf an. Schließlich sei die Dimension bisher nicht bekannt gewesen. Die Verwaltung soll vor einer Entscheidung vergleichbare Zahlen erstellen.

Meinung

VON SUSANNA FOFANA
Gleichbehandlung aller Schulen ist ein Wert, auf dessen Einhaltung die Mitglieder im Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses stets stolz waren. Dieses Ziel sollte auch für Kindergärten und Krippen gelten. Da die Stadt Oldesloe dem Kindergarten Moordamm mit Raum-Problemen bereits für einen Neubau grünes Licht gab, müsste diese Option auch für den Kindergarten Luftballon gelten. Denn dessen Baracke und tragenden Balken sind inzwischen so marode, dass das Gebäude immer mehr im Feuchtgebiet versackt. Hier hat eine Lösung besondere Eile.

Obwohl die Politiker seit langem um diese Probleme wussten, sind sie hier bisher nicht tätig geworden. Das sind sie allerdings für einen weiteren Kindergarten, obwohl dort sogar noch ein bestehender Mietvertrag bis 2017 besteht. Der „Brummkreisel“ sollte im Rahmen des Umzugs von Volkshochschule und Musikschule ins geplante KuB den Altbau in der Stadt verlassen. Die Politiker sollten, abgestuft nach Dringlichkeit, beide Neubauten zügig auf den Wegbringen. Oder aber nach dem Gleichheitsgrundsatz versuchen, beide Einrichtungen in freien Schulräumen in der Klaus-Groth-Schule und der Kurparkschule unterzubringen.

Schieflage: Kindergarten „Luftballon“ sackt ab

Die Holzbaracke des Oldesloer Kindergartens Luftballon ist marode und sackt ab. Der Elternverein hofft auf die Unterstützung der Stadt bei der Verwirklichung eines Neubaus.
Die Holzbaracke des Oldesloer Kindergartens Luftballon ist marode und sackt ab. Der Elternverein hofft auf die Unterstützung der Stadt bei der Verwirklichung eines Neubaus.
Ganz schön schief: Mit der Wasserwaage maßen Karin Hoffmann (Grüne, v.li.), Heinz Drenkberg (CDU) und Hagen von Massenbach (SPD) beim Ortstermin nach. Fotos: SUSANNA FOFANA
Ganz schön schief: Mit der Wasserwaage maßen Karin Hoffmann (Grüne, v.li.), Heinz Drenkberg (CDU) und Hagen von Massenbach (SPD) beim Ortstermin nach. Fotos: SUSANNA FOFANA

Lübecker Nachrichten vom 3. Februar 2010

BAD OLDESLOE – Einer der ältesten Oldesloer Kindergärten ist in seiner Existenz bedroht: Die Holzbaracke des „Luftballons“ ist total marode. Die Holzpfeiler, auf denen das Kindergartengebäude steht, faulen weg. Zwölf Zentimeter im Bewegungssaal sind bereits abgesackt.Kommunalpolitiker der Stadt sahen sich jetzt die Schäden vor Ort – insbesondere das Gefälle – an. Der Elternverein mit Annette Steinbach an der Spitze hofft auf schnelle Abhilfe – zum Beispiel durch einen Neubau im Steinfelder Redder.

„Ich habe jeden Tag Angst, dass wieder irgend etwas Neues passiert“, sagt Leiterin Gisela Stoltenberg. Mal ist die Abflussleitung verstopft, mal geht die Heizung nicht. Einige Fenster und Türen lassen sich nicht mehr schließen, Leitungen frieren ein. „Es gibt seit Jahren Kompromisse. “Ein Statiker hat im vorigen August festgestellt, dass die Stützen die Last des Hauses nicht mehr tragen – ein Fundament hat die Baracke nicht. Doch eine akute Einsturzgefahr wurde nicht gesehen.Trotzdem haben die Eltern Angst, dass es irgendwann mal so kommt. „Wir können im Prinzip den Kindergartenbetrieb nicht mehr garantieren,“ fasst Kassenwartin Heike Kunst zusammen. Reparabel ist die Baracke im Feuchtgebiet, die lediglich einen Bestandsschutz genießt, nicht mehr.

Der Kindergarten, der nächstes Jahr 40 Jahre alt wird, bezog die ehemalige Baracke des Kreiswehrersatzamtes 1982. Seit Jahren schon ist der Verein auf der Suche nach neuen Räumen. Vor zwei Jahren hat der Elternverein bei der Stadt Bad Oldesloe um einen neuen Platz gebeten. Vorigen September wurde bei einem Ortsterminin der Klaus-Groth-Schule festgestellt, dass die dort freien Räume für Kindergarten- und Krippenkinder ungeeignet sind, der Umbau teurer als ein Neubau werde.

In den setzt der „Luftballon“ nun seine Hoffnung. Die Stadt hat bereits ein Gelände im Steinfelder Redder, am Hang hinter „Penny“, in Aussicht gestellt. „Das ist ein tolles Grundstück“, sagt Vorstandsmitglied Heike Kunst. Der Standort sei optimal. Der Verein könnte dort zusätzlich zu den jetzt 30 Kindergartenplätzen 20 Krippenplätze anbieten. Und zeigt sich auch flexibel, was altersgemischte und größere Gruppen als bisher anbelangt.

Lieber allerdings würde er bei den je zehn Kindern in altersgleichen Gruppen bleiben. Das Konzept, das es sonst nicht in Bad Oldesloe gibt, sei bei den Eltern sehr gefragt. „Die Wartelisten sind voll. Jeden Platz hätten wir vierfach belegen können“, so Gisela Stoltenberg.

Die Kosten für den Neubau werden mit 1,1 Millionen Euro angegeben – ob nun in Modulbauweise oder in konventioneller Bauweise. Heute Abend im Bildungs-, Sozial und Kulturausschuss werden sämtliche Oldesloer Pläne für den Ausbau der Betreuung von unter dreijährigen Kindern vorgestellt. Beginn ist um 19 Uhr im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes.

Kindergarten droht wegzubrechen

Ordentlich Gefälle bestaunen (v. li.) Karin Hoffmann (Grüne), Heinz Drenkberg (CDU), Hagen von Massenbach (SPD) und Dagmar Danke-Bayer (Grüne). Foto: Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 3. Februar 2010

Bad Oldesloe

Da hängt der Haussegen im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich schief. Der Bewegungsraum im Kindergarten Luftballon ist vergangenen August extrem abgesackt – Türen ließen sich nicht mehr schließen, Fenster nicht mehr öffnen, bis zu zwölf Zentimeter Versatz. Die Abwasserleitung hat Kontergefälle bekommen – mehrmals im Jahr muss der Spüldienst kommen.

Das Gutachten von Statiker Kay Gladigau fällt vernichtend aus. Akute Einsturzgefahr bestehe zwar nicht, aber die Verformungen werden zunehmen. Da die Gründung erneuert werden müsse, die ehemalige Musterungsbaracke steht nur auf Pfählen ohne Fundament, sei eine Reparatur nicht wirtschaftlich, das Gebäude „abgängig“. Kindergartenleiterin Gisela Stoltenberg: „Wir haben uns hier immer sehr wohl gefühlt, hoffen jetzt aber, dass wir rechtzeitig eine Alternative finden.“

1971 wurde der Trägerverein gegründet. Anfangs handelte es sich um eine kindergartenähnliche Einrichtung – 60 Plätze an drei Tagen in der Woche. 2001 wurde das Konzept an den Bedarf angepasst: Nur noch 30 Plätze, die aber an fünf Tagen in der Woche. Luftballon bekam eine Betriebserlaubnis als Kindergarten – befristet, denn schon damals gab es Mängel, die bislang nicht beseitigt werden konnten. Der Flur wird als Garderobe genutzt, was eigentlich nicht zulässig ist, es fehlen Gruppennebenräume sowie Fluchtwege. Küche und Büro sind ein sieben Quadratmeter „großer“ Raum. „Da müssen Elterngespräche stattfinden sowie Mitarbeiter- und Teambesprechungen. Ungestörtes Arbeiten ist dort kaum möglich“, klagt Gisela Stoltenberg.

Seitdem sei der Kindergarten im Gespräch mit der Stadt, vor zwei Jahren gab es die erste schriftliche Einwendung an die Verwaltung. Ein Ergebnis der Verhandlungen war eine Besichtigung der Klaus-Groth-Schule. Gisela Stoltenberg: „Die Brandschutzingenieurin hat dringend davor gewarnt, das in Betracht zu ziehen. Der Umbauaufwand wäre enorm aber das Ergebnis trotzdem nur ein Kompromiss.“ Die Kurparkschule war schon im Zuge der Moordamm-Debatte als untauglich aussortiert worden.

Also bleibt vermutlich nur ein Neubau. Der, so die bisherigen Überlegungen, könnte auf einer Grünfläche am Steinfelder Redder entstehen. In der Vorlage der Verwaltung zum Luftballon für die heutige Sitzung des Sozialausschusses heißt es allerdings: „Insbesondere ist auch die Nutzung freigesetzter Raumkapazitäten in den Schulen einzubeziehen.“ Die Nachhaltigkeit wird ebenfalls angezweifelt, was die Kitaleiterin überhaupt nicht nachvollziehen kann, sie warnt: „Trotz des Neubaus fallen im Sommer zehn Plätze am Moordamm weg.“ Die Stoppelhopser sollen im Sommer im Hölk ebenfalls schließen. Und dann noch 30 Plätze vom Luftballon streichen? Gisela Stoltenberg ist entsetzt: „Was ist das für ein Umschwung? Wir sehen ein bisschen unsere Felle wegschwimmen. Vielleicht hätten wir viel früher Alarm schlagen sollen.“

Jetzt hatte der Kindergarten Vertreter der Fraktionen zu einer Besichtigung eingeladen. Deren Meinung war einhellig. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach: „Die Einrichtung ist in Gefahr. Der Steinfelder Redder bietet sich für einen Neubau an.“ Zustimmung kommt vom CDU-Vorsitzenden Heinz Drenkberg: „Der Bedarf und die Nachhaltigkeit sind eindeutig gegeben. Wir müssen sehen, wie wir das finanziell geregelt kriegen.“

Andreas Olbertz

SPD: Klare Kriterien für Krippen-Bau

Stormarner Tageblatt vom 30. Januar 2010

Eigene Liste für Sozialausschuss vorgelegt

Bad Oldesloe

Kommenden Mittwoch wird der Sozialausschuss über das Thema Krippenplätze beraten. Bislang hat Oldesloe 35 Plätze, rein rechnerisch werden bis 2013 140 benötigt. Experten gehen aber davon aus, das in wirtschaftlich starken, städtischen Regionen der Bedarf weitaus höher sein wird.

Bei einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro könnten in Bad Oldesloe 145 Plätze geschaffen werden. Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat der SPD, freut sich: „Bad Oldesloe bietet eine Vielfalt unterschiedlicher Angebote. Dies ist ein wahrer Schatz dieser ‚jungen’ Stadt.“ Die SPD hält alle von der Verwaltung vorgestellten Maßnahmen für förderungswürdig. Es sei klar, dass diese nicht in einem Rutsch finanzierbar sind. Aus diesem Grund hat die SPD-Fraktion einen Prioritätenkatalog erarbeitet. Folgende Kriterien sollen zugrunde gelegt werden: An erster Stelle schnelle Maßnahmen, gefolgt von der Dringlichkeit. Die Höhe der Investitionskosten und der jährlichen Betriebskosten steht an dritter Stelle. Hagen von Massenbach betont: „Wir wollen von vornherein klarstellen, dass es uns hier nicht um eine Bewertung der jeweiligen Einrichtung geht. Gerade die Vielfalt an Kindergärten zeichnet uns aus.“

Nach diesem Kriterienkatalog schlägt die SPD vor, zehn Krippenplätze an der evangelischen Kita Ehmkenberg zu schaffen. Dieses Projekt sei schnell und günstig. Auf Rang zwei folgt ein Neubau des Kindergartens Luftballon mit der Schaffung von 20 Krippenplätzen. Der Neubau ist besonders dringend, da der weitere Betrieb des Kindergartens wegen schlechter Bausubstanz gefährdet ist. Die Investitionskosten und der jährliche Betriebskostenzuschuss der Stadt liegen im Rahmen bislang geförderter Maßnahmen. Die Schaffung von 20 Krippenplätzen durch einen Anbau an die DRK-Kita Wichtelhausen steht für die SPD auf dem dritten Platz. Diese Maßnahme sei schnell umsetzbar und liege wirtschaftlich im Rahmen. Der Neubau des Integrationskindergartens Brummkreisel mit 20 Krippenplätzen rangiert demnach auf dem vierten Platz. Da der Kindergarten im VHS-Gebäude nicht gefährdet ist, sei der Neubau nicht dringend. Die Investitions- und Betriebskosten seien vergleichsweise hoch. Auf dem letzten Platz steht ein Anbau für den katholischen Vicelin-Kindergarten. 20 Krippenplätze könnten dort gebaut werden. Die Maßnahme sei zwar schnell umsetzbar, die Kosten aber höher als bei bislang geförderten Plätzen. Das komplette Paket soll schrittweise bis 2013 umgesetzt werden.

Die Stadt geht in ihrer Vorlage davon aus, dass die Verhandlungen mit der Lebenshilfe wegen Brummkreisel kompliziert werden und deshalb Vorrang haben sollten. Darüber hinaus genießt Ehmkenberg Priorität weil es schnell und billig realisierbar wäre. Das Wichtelhausen-Gebäude gehört der Stadt, deshalb soll auch das weiter verfolgt werden. Luftballon wird als nicht nachhaltig betrachten und die katholischen Pläne als zu teuer.

Andreas Olbertz

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 30. Januar 2010

MITEINANDER? Ist das nett oder böse, Ergänzung oder Retourkutsche? Mit ihrer Agentur Feljon hatte Felizitas Thunecke vor vier Jahren die Ahrensburger Musiknacht ins Leben gerufen: Viele Konzerte in Geschäften, Kneipen oder Tiefgaragen an einem Abend zu einem Preis. In diesem Jahr werden es nicht nur zwei Nächte voller Musik sein, am Sonnabend gibt es auch noch eine Parallel-Veranstaltung: „Musik for free“. Dahinter steckt das Ahrensburger Stadtforum mit seinem Vorsitzenden und „Berlin Milljöh“- Inhaber Götz Westphal. Zwar propagieren sie ihr Angebot ohne Eintritt als „Ergänzung“ der Musiknacht, man darf es aber auch als Konkurrenz sehen. Vor allem, wenn als Grund für die Parallel-Veranstaltung genannt wird, dass einige Lokalitäten gar nicht gefragt worden seien, ob sie wieder bei der Musiknacht mitmachen würden. Was vielleicht noch wichtiger ist, aber nicht gesagt wurde: Feljon hat sich für die Ausrichtung des Ahrensburger Stadtfestes beworben, das bislang in der Hand des Stadtforums lag. „Musik für free“ als Retourkutsche? Das wäre schade. Schließlich geht es beiden Veranstaltern darum, Ahrensburg attraktiver zu machen. Und das geht miteinander besser als gegeneinander.

GEGENEINANDER? Am Montag haben die Oldesloer Stadtverordneten getagt. Eigentlich hätte die Sitzung gut ausfallen können, weil eigentlich nichts anlag. Dann kam der Antrag der Grünen. Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) hatte da nicht lange gefackelt – die Sitzung musste stattfinden. Der Grüne Antrag war dann aber doch nicht der einzige Tagesordnungspunkt. Es ging auch noch um den Bebauungsplan 105. Unterhalb der Mühle in Wolkenwehe sollen Häuser entstehen. Das Thema geht schon seit Ewigkeiten immer wieder durch den Ausschuss. Jetzt also der abschließende Beschluss der Stadtverordneten. Doch daraus wurde nichts. Uwe Rädisch fehlte wegen eines Krankenhausaufenthalts. Damit gab es Stimmengleichheit – und das bedeutet: Antrag abgelehnt. Das hatte CDU Fraktionschef Horst Möller natürlich kommen sehen und deshalb vorher um „Fairness und Clearing“ gebeten. Aber weder bei den Grünen, noch bei der SPD fühlte sich jemand angesprochen. Auf der einen Sitzung der Gegenseite ohne Beweise quasi unterstellt, sie würde gefälschte Leserbriefe verschicken, und ein paar Wochen später an Fairness appellieren? „Wenigstens einer könnte sich enthalten oder pullern gehen“? Hallo? Sowas ist keine Einbahnstraße. In Oldesloe funktioniert Politik noch nach alttestamentarischen Prinzipien. Bis sich da was ändert wird noch sehr viel Wasser die Trave runterfließen. Obwohl man auch sagen muss, der demokratische Wählerwille war das nicht. Und da jeder weiß, dass der B-Plan nächsten Monat wieder auf der Tagesordnung erscheinen wird und dann vermutlich alle an Bord sein werden, bekommt das Ganze doch mal wieder den Anschein einer Show-Veranstaltung.

MACHTFRAGE Die Oldesloer Asklepios-Klinik und die Klinik Ahrensburg klagen vor dem Verwaltungsgericht dagegen, dass die Großhansdorfer Klinik Manhagen 3,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II erhält. Dass sie allein vom Streben nach Gerechtigkeit getrieben wurden, mag man nicht glauben. Im Dezember hatte Kiel endgültig den Neubau eines Krankenhauses in Ahrensburg abgelehnt, ein Ableger der Oldesloer Klinik, den Asklepios mit den Ahrensburgern betreiben wollte. Beide sind im Landesplan als zuständige chirurgische Krankenhäusern aufgeführt, und fürchten nun, dass Manhagen die Notfallversorgung an sich ziehen könnte, wenn 2011 der Mietvertrag für die Klinik Ahrensburg ausläuft. Vor dem Verwaltungsgericht wird es nur formal um die Kriterien der Finanzförderung gehen, in Wahrheit wohl eher um Macht, Einfluss und Reputation im Gesundheitsmarkt. Und da wird offenbar mit harten Bandagen gekämpft. Aber wie sagt ein türkisches Sprichwort: „Allah beschütze mich vor dem Richter und dem Doktor.“

VISIONÄR Die erste Sitzung der Oldesloer Stadtverordneten im neuen Jahr – da teilte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann mit, dass er immer noch einen gemeinsamen, städtischen Neujahrsempfang aller Fraktionen auf dem Zettel habe und dieses Thema nochmals angehen will. Mit Hagen von Massenbach hat ja auch der erste Bürgermeisterkandidat angedeutet, wenn er gewählt werde, könne er sich das in Zukunft auch vorstellen. Tja, und woran hapert es? Bislang hat eben jede Fraktion ihre eigene Botschaft zu verkünden und dabei auch ihren eigenen Stil entwickelt. Da sind schon deutliche Unterschiede zu erkennen. Wollen wir auf dieses Stück Vielfalt verzichten? Offensichtlich nicht, denn es wird zwar reichlich gelästert, aber unterm Strich gehen eben doch viele zu allen Empfängen hin. Also kann der Leidensdruck ja noch nicht so groß sein. Und schaut man mal über den Tellerrand: Das viel gelobte Bargteheide: Gibt es da außer der CDU noch andere? Reinfeld: Da macht die CDU trotzdem noch einen eigenen Empfang.

Rolf Blase, Andreas Olbertz   

Kein eigener Bürgermeister-Kandidat: Grüne unterstützen von Massenbach

Die drei sollen Bürgermeister werden? Karin Hoffmann, Klaudia Rahmann und Willi Janson (v. li.) präsentierten ein witziges Kandidaten Quiz. Foto: Olbertz

Stormarner Tageblatt vom 30. Januar 2010

Bad Oldesloe

Das dürfte wohl der mit Abstand lustigste Neujahrsempfang in diesem Jahr gewesen sein. Die Grünen hatten ins Bürgerhaus geladen und präsentierten politische Comedy und Kabarett.

Im Mittelpunkt des launigen Abends stand die Suche nach einem Grünen-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in diesem Jahr. Mit einer Videokamera wurden die Bemühungen bei der Kandidatenfindung dokumentiert: 534 Krisensitzungen und Umfragen bis hin zu Burger-King (laut den Grünen: englisch für Bürgermeister) in Hamburg. Bis auf Karl-Reinhold Wurch (FDP) der freudig sagte, er würde es gerne machen, sei aber leider zu alt, fand sich im Stadtbild kein Bewerber. Also musste doch noch mal verstärkt in den eigenen Reihen Ausschau gehalten werden: Klaudia Rahmann, Karin Hoffmann und Willi Janson wurden als Trio ins Rennen geschickt. In Anlehnung an Johanna von Koczian sang Karin Hoffmann: „Das bisschen Rathaus kann so schwer nicht sein, dass bisschen Rathaus macht sich von allein ...“ In einem „Wer wird Bürgermeister-Kandidat“-Spiel fielen die drei dann durch – sie mussten für vier Fragen gleich vier Joker nutzen. Die Grünen verzichten also auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten. Stattdessen haben sie sich – und das völlig ernsthaft – einstimmig für die Unterstützung von SPD-Kandidat Hagen von Massenbach ausgesprochen. ol

Grüne unterstützen von Massenbach

Große Freude bei Hagen von Massenbach (SPD, Mitte): Die Grünen (links Gerold Rahmann, rechts Hartmut Jokisch) möchten ihn als nächsten Bürgermeister von Bad Oldesloe haben. Foto: Strunk
Große Freude bei Hagen von Massenbach (SPD, Mitte): Die Grünen (links Gerold Rahmann, rechts Hartmut Jokisch) möchten ihn als nächsten Bürgermeister von Bad Oldesloe haben. Foto: Strunk

Lübecker Nachrichten vom 30. Januar 2010

Bad Oldesloe - Keine Überraschung: Im Rennen um das Amt des Bürgermeisters in Bad Oldesloe bevorzugen die Grünen den SPD-Kandidaten.

„Er macht eine gute Politik, und wir können gut miteinander“, erklärte Gerold Rahmann, Noch-Fraktionsvorsitzender der Grünen, am Donnerstagabend nach dem offiziellen Teil ihres Neujahrsempfangs. Gemeint ist Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der SPD und deren Kandidat für den Bürgermeisterposten in Bad Oldesloe. Gewählt wird im kommenden Juni. Grundlage der grünen Entscheidung sei eine Internet-Befragung unter den – 18 – Oldesloer Mitgliedern der Grünen, die „eine überwältigende Mehrheit“ für von Massenbach ergeben habe.

Drei der bisher vier Kandidaten, nämlich Gerhard Horn (parteilos, Kandidat von CDU und FDP), der bisherige Amtsinhaber Tassilo von Bary (parteilos) und von Massenbach waren auf dem Empfang im Bürgerhaus anwesend, wussten aber von der Entscheidung vorher nichts. Rund anderthalb Stunden mussten sie sich gedulden (siehe Bericht unten), ehe die Entscheidung von Rahmann bekannt gegeben wurde. Da waren viele Zuhörer und Zuschauer von den kabarettistischen Einlagen der Grünen so beeindruckt, dass viele noch länger im Zweifel waren, ob diese Ankündigung auch tatsächlich ernst gemeint war.

Während der Ahrensburger parteilose (ehemaliger Christdemokrat) Klaus Schädel und der CDU/FDP-Kandidat Gerhard Horn für die Oldesloer Grünen fast schon aus Prinzip nicht in Frage kommen, sei von Massenbach derjenige mit der größten Akzeptanz, so Rahmann.

Wichtig sei es, diesen Kandidaten jetzt zu unterstützen. In einer langen, aber amüsanten Videopräsentation hatten die Grünen die Suche nach ihrem bevorzugtesten Bürgermeisterkandidaten dem anwesenden Publikum – rund 70 bis 80 Besucher, weit mehr als die Organisatoren um Hartmut Jokisch erhofft hatten – präsentiert. Letztlich blieb Hagen von Massenbach – in einer Küche fotografiert mit einem Topf in der Hand – übrig. Die passenden Zeilen formulierte Rahmann: „Hagen von Massenbach soll die Suppe nicht alleine auslöffeln müssen“ und die Grünen wollten helfen, dass beim kommenden Bürgermeisterwahlkampf für den SPD-Kandidaten nichts anbrennen solle.

Hintergrund für diese Anmerkungen ist, so Rahmann, die Tatsache, dass „die SPD nicht so gut aufgestellt ist. Wir sind mobiler und haben zurzeit mehr Rückhalt vor allem in den jüngeren Wählerschichten“. Entscheidend sei ohnehin, ob es zu einer Stichwahl komme und wer dann die beiden stärksten Wahlkämpfer seien. Sollte es von Massenbach nicht dahin schaffen und statt dessen Horn und von Bary, wollen die Grünen den jetzigen Bürgermeister unterstützen.

Von Joachim Strunk 

Oldesloer Kindertagesstätten wollen Krippenplätze schaffen

Lübecker Nachrichten vom 30. Januar 2010

VON SUSANNA FOFANA BAD OLDESLOE – Oldesloes erste Krippe am Masurenweg läuft „ganz supertoll“, freut sich Leiterin Nicole Kanapin. Doch die 20 Plätze reichen bei weitem nicht. Sie sind für diesen Sommer bereits wieder ausgebucht. Kanapin: „80 Kinder stehen auf der Warteliste, die ich nicht aufnehmen kann.“ Im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss geht es am nächsten Mittwoch um die Krippenpläne anderer Oldesloer Kindertagesstätten (19 Uhr, Verwaltungsgebäude) –und um Prioritäten.

Fest steht bereits, das der Kindergarten Moordamm in seinem Neubau ab 2010 25 Krippen-Plätze anbieten wird. Platz für eine Krippen- Gruppe könnte durch einen Umbau am Gemeindehaus Ehmkenberg entstehen, wie am Masurenweg unter Trägerschaft der Kirche. Zwei Krippengruppen wären im städtischen Gebäude möglich, den die Kindertagesstätte „Wichtelhausen“ nutzt. „St. Vicelin“ könnte ebenfalls zwei Krippengruppen anbauen. Auch für den Neubau des Integrationskindergartens „Brummkreisel“ in der Nähe der Schwimmhalle – jetzt im VHS-Haus – sind zwei Krippen-Gruppen vorgesehen. Der Kindergarten Luftballon möchte wegen des schlechten Gebäudezustands und der geplanten Schließung der Zuwegung zur Lübecker Straße ebenfalls neu bauen – im Steinfelder Redder – und dabei zwei Krippengruppen einplanen.

An der Reihenfolge der Umsetzung scheiden sich die Geister. Während die Verwaltung vorschlägt, den „Brummkreisel“ vor „Ehmkenberg“ und „Luftballon“ in der Prioritätenliste an die Spitze zu setzen, hat die Oldesloer SPD bereits einen Antrag mit einer anderen Reihenfolge gestellt. Sie sieht den Ehmkenberg an erster Stelle, dicht gefolgt vom Neubau des Kindergartens Luftballon im Steinfelder Redder. Die SPD: „Der Neubau ist besonders dringend, da durch die schlechte bauliche Substanz auch der weitere Betrieb des Kindergartens mit 30 Plätzen gefährdet ist.“ Danach setzt sie „Wichtelhausen“, „Brummkreisel“ – der Neubau ist nicht dringend, weil der Betrieb des Kindergartens nicht gefährdet sei – und „St. Vicelin“.

Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat, freut sich, dass voriges Jahr die drohende Schließung des Kindergartens Moordamm durch die Finanzierung eines Neubaus abgewendet werden konnte. „Dieses Jahr steht der Kindergarten Luftballon im Fokus.“ Der Trägerverein habe bereits voriges Jahr auf die marode Bausubstanz hingewiesen. Von Massenbach: „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Durch die baulichen Mängel droht die Schließung der Einrichtung.“

Wie die Stadt mitteilt, läuft die bauaufsichtliche Nutzungserlaubnis zum 31. August 2012 aus. Der Fußweg von der Lübecker Straße wird zum 30. April 2014 geschlossen. Es gibt bereits Alternativ-Planungen für den Standort Steinfelder Redder in Modulbauweise und in konventioneller Bauweise.

Insgesamt muss Bad Oldesloe bis 2013 Krippenplätze für 140 Kinder schaffen. Das entspricht 35 Prozent der Eltern, die ihren Rechtsanspruch voraussichtlich nutzen werden. Der tatsächliche Bedarf kann aber auch noch viel größer sein.

Bad Oldesloe: Rahmann gibt Fraktionsvorsitz ab

Professor Gerold Rahmann (47) tritt kürzer, will sich mehr um Umweltpolitik kümmern. Foto: Joachim Strunk/LN-Archiv
Professor Gerold Rahmann (47) tritt kürzer, will sich mehr um Umweltpolitik kümmern. Foto: Joachim Strunk/LN-Archiv

Lübecker Nachrichten vom 29. Januar 2010

Bad Oldesloe – Aufgrund beruflicher Überlastung gibt Gerold Rahmann, Fraktionsvorsitzender der Oldesloer Grünen, seinen Posten zum 1. Februar auf. Dies verkündete der Leiter des Instituts für ökologischen Landbau in Trenthorst gestern Abend auf dem Neujahrsempfang seiner Partei im Bürgerhaus.

Die Entscheidung habe er bereits im Sommer seinen Parteikollegen mitgeteilt. Sein Nachfolger wird Wilfried Janson, der im Dezember gewählt wurde. Rahmann: „Janson ist ausgewiesener Kenner der Oldesloer Stadtpolitik. Damit ist ab Februar ein profilierter Fraktionsvorsitzender im Amt, der die erfolgreiche und kompetente Arbeit der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung auf Erfolgskurs halten wird.“

Den Zeitpunkt des Wechsels bezeichnete Rahmann als „richtig, da die Grünen in der Stadtpolitik gut aufgestellt sind und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden kann“. Sieben Jahre habe er die Fraktion geführt. „Mein Beruf erfordert jedoch sehr viele Dienstreisen, die es mir sehr schwer machen, die vielfältigen Termine einzubauen und wahrzunehmen.“

Keineswegs werde er sich ganz zurückziehen. Vielmehr will sich Rahmann auf die Umweltpolitik der Stadt konzentrieren. In diesem Bereich gebe es noch genug zu tun. ,Umweltschutz-Saurier‘ versuchten verstärkt „durch Hetze, Beleidigungen, falsche Propaganda und Verleumdungen in diesem Bereich Fortschritte zu verhindern“, formulierte er in seiner bekannt provokanten Art. unk

Rahmann (Grüne) gibt Fraktionsvorsitz ab

Gerold Rahmann

Stormarner Tageblatt vom 29. Januar 2010

Bad Oldesloe

Das haben vorher nur wenige Eingeweihte gewusst. Gestern Abend, beim Neujahrsempfang der Oldesloer Grünen, hat Gerold Rahmann überraschend den Fraktionsvorsitz niedergelegt.

Bei der Stadtverordnetenversammlung am Montag hatte er noch als Frontmann für seinen Antrag bezüglich Heimatmuseum und Bücherei gekämpft. In seiner Rede brachte er aber auch Vokabeln wie „Angst“ und „Diskreditiert“. Sollten ihn die Angriffe oder Konter der CDU tatsächlich mürbe gemacht haben? „Nein! Überhaupt nicht“, dementierte Rahmann auf Nachfrage: „Ich bin ein Kämpfer. Fraktionsvorsitzender bedeutet, man muss in vielen Dingen präsent sein. Das schaffe ich nicht mehr, denn ich verbringe ein Drittel des Jahres dienstlich in Hotels. Und dann ist da auch noch die Kreistagsfraktion.“

Als er vor sieben Jahren antrat, sollte der Ortsverband aufgelöst werden. „Inzwischen steht die Fraktion gut da, ich übergebe ein geordnetes Haus“, so Rahmann. Zu seinem Nachfolger wurde Willi Janson gewählt. ol

Wo, bitte, geht’s denn zum Beirat?

Stormarner Tageblatt vom 28. Januar 2010

Lebhafte Diskussion, aber keine Einigkeit

Bad Oldesloe

Soll es ein Integrationsbeirat sein, der Institutionen und Projekte in der Migrationsarbeit vernetzt, mögliche Defizite erkennt und Verbesserungen erarbeitet? Oder doch lieber eine Einzelperson, ein Beauftragter, der die Zugewanderten bei ihrer Eingliederung fördert? Oder für die Anfangszeit eine Einzelperson und danach erst ein Beirat? Oder gar beides parallel?

Auch beim zweiten Treffen des runden Tischs im Bürgerhaus diskutierten die Teilnehmer lebhaft, konnten aber keine Einigkeit erzielen. Eingeladen hatte wieder Bürgermeister Tassilo von Bary. Gekommen waren nach dem ersten Treffen im November erneut rund 20 Vertreter von Institutionen, neben der Stadtjugendpflege, dem Diakonischen Werk, der Moschee oder aus Sportvereinen und dem Fit-Verein für Integration und Toleranz e.V.

Zunächst führte Fachbereichsleiter Thomas Sobczak kurz aus, wie ein Beirat aussehen könnte und welche Rechte und Pflichten sich für Mitglieder wie für die Gremien der Kommunalpolitik daraus ergeben würden. Dabei wies er darauf hin, dass all dies in der Gemeindeverordnung festgelegt ist. „Für einen Integrationsbeauftragen als Einzelperson ist da nichts vorgesehen“, merkte Thomas Sobczak an.

Barbara Schleth vom Team Migrationssozialarbeit beim Diakonischen Werk glaubt auch nicht, dass ein Einzelner viel bewirken könne, zweifelte aber ebenso am Sinn eines fest installierten Beirats: „Wir haben hier schon ein sehr gutes Netz in der Integrationsarbeit, das sich am ehesten durch einen regelmäßigen runden Tisch ergänzen ließe.“

Dagegen setzte Gerd-Günther Finck vom Fit-Verein seine Überzeugung, dass ein Beauftragter dieser Aufgabe zumindest am Anfang besser gerecht werden würde: „Das müsste jemand sein, der selbst einen Migrationshintergrund hat und schon darum einen ganz anderen Blick für die Nöte und Fragen der Eingewanderten.“

Im Lauf der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Teilnehmer wohl eher einem „Runden-Tisch-Modell“ zuneigten. Bürgermeister von Bary stellte schließlich fest: „Da wir hier und heute über die Fragestellung zu keiner eindeutigen Meinungsbildung gekommen sind, werden wir nun das Gespräch nach Auswertung wieder zurück an den Sozialausschuss geben.“

Voraussichtlich im April werden dann wohl die Politiker darüber entscheiden, ob die Kreisstadt künftig einen Integrationsbeirat nach dem Muster der Senioren-, oder Kinder- und Jugendbeiräte braucht und auch bekommt oder nicht.

Anette Kröning

Trotz heftiger Debatte: Mehr Raum fürs Heimatmuseum

Noch stehen hier die Bücher aus den Bereichen Naturwissenschaften, Völkerkunde, Betriebswirtschaft oder Erdkunde. Diese Fläche wird dem Heimatmuseum zugeschlagen. Foto: Kerstin Kuhlmann-Schultz
Noch stehen hier die Bücher aus den Bereichen Naturwissenschaften, Völkerkunde, Betriebswirtschaft oder Erdkunde. Diese Fläche wird dem Heimatmuseum zugeschlagen. Foto: Kerstin Kuhlmann-Schultz

Lübecker Nachrichten vom 27. Januar 2010

Bad Oldesloe - Es bleibt bei der Neu-Aufteilung: Das Oldesloer Heimatmuseum erhält mehr Platz im ersten Stock der Alten Stadtschule.

Dafür, dass eigentlich nur zwei relativ unspektakuläre Tagesordnungspunkte verhandelt werden mussten und es vorher schon Stimmen gab, die eine Einberufung der Stadtverordnetenversammlung für überflüssig hielten, rieben sich die Oldesloer Politiker doch gehörig aneinander.

Hauptstreitpunkt war erneut die Auseinandersetzung um die Unterbringung von Heimatmuseum und Stadtbibliothek in der Alten Stadtschule. Auf Antrag der CDU hatte der Bildungsausschuss (BSKA) Anfang Dezember 2009 beschlossen, beide Institutionen unter einem Dach zu belassen. Allerdings indem die Räumlichkeiten links der Treppe im ersten Obergeschoss dem Heimatmuseum zugeschlagen würden. Dafür wollte das Museum rund 100 Quadratmeter im Dachgeschoss abgeben für eine gemeinsame Veranstaltungslösung für beide Einrichtungen. Hier sieht sich die Bibliothek im Nachteil. Denn tatsächlich würde man bis zu 100 Quadratmeter Platz für die Bücherregale verlieren.

„Wir Grünen wollen weder das Heimatmuseum noch die Bibliothek benachteiligen“, begründete Gerold Rahmann, Fraktionschef der Grünen, seinen Antrag, die im BSKA beschlossene neue Raumzuordnung wieder aufzuheben. Allerdings sehe man, welch „hohe Bedeutung die Bibliothek in der Bildungslandschaft hat und dass sie über die Oldesloer Grenzen hinaus für ihr gutes Konzept gelobt und auch gefördert wird“. Die neue Raumaufteilung gehe also zu Lasten der Bibliothek. Insofern wolle man lieber nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden, sondern abwarten, wie es mit dem Kultur- und Bildungszentrum weiter gehe, wann, ob und wie sich dort räumliche Alternativen ergäben.

BSKA-Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU) warf Rahmann Aktionismus vor. Im Gegensatz zu Rahmann habe sie den Eindruck, die Gespräche zwischen Museum und Bibliothek verliefen „bisher konstruktiv und sehr harmonisch“. „Wollen Sie wieder bei Null anfangen?“, fragte sie. Damit würden nicht nur jährliche Mehrkosten fürs Personal von 50 000 Euro entstehen, sondern auch die Zuwendung in Höhe von 90 000 Euro von der Jürgen-Wessel-Stiftung für das Museum gefährdet.

Anita Klahn von der FDP zeigte sich „persönlich empört“ darüber, dass Rahmann eine „Diskussion von der Straße“ aufnehme und so das ehrenamtliche Engagement etwa des Fördervereins-Vorsitzenden Diethelm Schark diskreditiere. Der SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach schlug sich dagegen auf Rahmanns Seite. Zumindest was die im Dezember beschlossene Raumaufteilung betreffe. „Hören Sie auf damit, die Stadt in zwei Lager zu spalten“, warf er Angela Fehrmann und der CDU vor.

Die Abstimmung über die Aufhebung aller Beschlüsse zur Raumordnung wurde mit 13 Stimmen von CDU und FDP abgelehnt. Aus der SPD enthielt sich Tamara Thiesen. Zwölf Stimmen von Grünen und SPD waren dafür.

Von Joachim Strunk

KuB: Es bleibt so wie beschlossen

Gerold Rahmann
Gerold Rahmann

Stormarner Tageblatt vom 27. Januar 2010

Antrag der Grünen, Beschlüsse zu Heimatmuseum und Bücherei zu kippen, in Oldesloer Stadtverordnetenversammlung abgelehnt

Bad Oldesloe

Nur zwei Tagesordnungspunkte für die Versammlung der Oldesloer Stadtverordneten, aber davon reichte einer aus, eine politische Generaldebatte zu entfachen. Eigentlich hätte die Sitzung ausfallen können, doch die Grünen hatten einen Antrag gestellt: Sie wollten, dass alle Beschlüsse zu Bücherei und Heimatmuseum aufgehoben werden und erst dann entschieden wird, wenn alle offenen Fragen bezüglich des Kultur- und Bildungszentrums (KuB) geklärt sind (wir berichteten).

Für Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) war es deshalb keine Frage, die Sitzung musste stattfinden, auch wenn einige Stadtvertreter das mit Murren quittierten.

Aktueller Stand in Sachen Bücherei und Heimatmuseum ist die Beschlusslage von Anfang Dezember: CDU und FDP präsentierten in der Sozialausschuss-Sitzung einen gemeinsamen Antrag. Demnach soll im ersten Stock an der Treppe eine Wand gezogen werden und die bislang von der Bücherei genutzte Fläche dem Heimatmuseum zugeschlagen werden. Für das Dachgeschoss soll ein gemeinsames Nutzungskonzept erarbeitet, Pläne im März vorgestellt werden.

„Mit dieser Tischvorlage waren wir nicht glücklich“, begründete jetzt Grünen Fraktions-Chef Gerold Rahmann seinen Antrag. Es ginge nicht darum, jemandem etwas zu geben oder zu nehmen, sondern darum, eine optimale Lösung für beide Gruppen zu finden. Das sei aber erst möglich wenn klar sei, was in welchen Räumen des Kultur- und Bildungszentrums passiere.

Klare Worte fand Rahmann zu den Reaktionen auf seinen Antrag. „Man muss Angst haben, in der Öffentlichkeit diskreditiert zu werden“, schimpfte Rahmann. Auf einen Zwischenruf von Karl-Reinhold Wurch, er möge doch Ross und Reiter nennen, wurde Rahmann konkret: „Herr Schark und das Heimatmuseum - wie hier über uns hergezogen wird. Fairplay ist nicht mehr gegeben. Es kann nicht sein, dass, wer am miesesten spielt und taktiert, am Ende die Gewinnerrolle übernimmt“, so Rahmann.

Angela Fehrmann (CDU sah das anders. Sie warf Rahmann „unnötigen Aktionismus“ sowie heute-so-morgen-so-Politik vor. Sie verteidigte den Beschluss vom Dezember: „Jetzt wissen alle, woran sie sind und was zu tun ist.“ In den jüngsten Gesprächen hätten alle konstruktiv und produktiv zusammen gearbeitet, sie seien harmonisch und zielorientiert verlaufen, so Angela Fehrmann. Im Dachgeschoss gebe es ausreichend Flächen für Büros und Veranstaltungsräume. Für sie bestehe deshalb überhaupt kein Anlass, das bestehende Raumkonzept für das KuB aufzugeben.

Im Gegenteil: Ein Umzug des Museums ins historische Rathaus würde deutlich mehr als 50 000 Euro an Personalkosten verursachen. Obendrein gingen auch die 90 000 Euro von der Wessel-Stiftung verloren.

Auch ein Wegfall des Zuschusses vom Büchereiverein – im Raum stehen 40 000 Euro – sei nicht begründet. Im Gegenteil, Angela Fehrmann geht davon aus, dass der Büchereiverein die Umstrukturierung „wohlwollend begleiten wird“.

Für die FDP argumentierte Anita Klahn, die Stadt könne es sich nicht leisten, alles immer größer und schöner zu machen. Diesen Faden nahm Hagen von Massenbach (SPD) auf: „Warum sollen wir Planungen vorantreiben, die wir uns gar nicht leisten könnten. Hören Sie auf, diese Stadt zu durchtreiben“, forderte er in Richtung FDP und CDU. Oldesloe werde sich auf das KuB konzentrieren und den Status Quo in der alten Stadtschule erhalten. Das sei die einstimmige Beschlusslage im Frühjahr gewesen. Schwarz-Gelb habe im Dezember mit einer Tischvorlage kurzerhand Fakten geschaffen. Die SPD werde deshalb für den ersten Teil des Grünen-Antrags stimmen, „aber das KuB ist für uns definitiv keine Option“.

CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller machte deutlich: „Im KuB sind keine Räume mehr offen. Erst recht nicht für ein komplettes Museum.“ Das Raumkonzept sei Grundlage für den Architektenwettbewerb und könne nicht einfach geändert werden. Er vermutete, dass die Grünen in Wahrheit mit ihrem Antrag aus der bislang gemeinsamen Linie aller Fraktionen zum des KuB ausscheren wollten.

Indirekt stimmte ihm Gerold Rahmann zu: „Ich bin mir nicht sicher, was aus dem KuB wird. Ich habe da Zweifel und will sehen, ob am Ende eins zu eins umgesetzt wird, was bislang beschlossen worden ist.“ Am Ende stimmten zwölf Abgeordnete für den Antrag der Grünen, 13 dagegen. Dr. Tamara Thiesen von der SPD enthielt sich. Sie gehört dem Vorstand des Fördervereins für das Museum an. Andreas Olbertz

Mehr Besucher im Heimatmuseum

Foto: Niemeier

Stormarner Tageblatt vom 25. Januar 2010

Mittelalter-Ausstellung beschert deutlich gestiegene Zahlen / Museumsteam von Raumdebatte genervt

Bad Oldesloe

Das Heimatmuseum war 2009 oft Stadtgespräch. Das lag auf der einen Seite daran, dass die Diskussionen um die Raumverteilung in der Stadtbibliothek oft hochkochten, andererseits aber auch an der Arbeit des Museumsteams um Dr. Klaus-Christoph Baumgarten . Die Besucherzahlen sind in die Höhe geschossen. Waren es 2008 noch 3059 Geschichtsfans, so kamen 2009 satte 4398. Dazu zählten 260 Besucher beim Internationalen Tag des Museums, 60 beim Konzert der Oldesloer Sopranistin Martina Döhring zum Thema „Stein und Zeit“ oder auch 36 Schul- und Vorschulklassen, die die Ausstellung „Mittenmang“ in ihren Unterricht einbanden.

„Wir freuen uns über das positive Feedback von Schülern, Lehrern und Eltern. Das ist eine schöne Anerkennung“, sagte Petra Maria Schark vom Föderverein. „Wir machen das hier, um Menschen die Geschichte näher zu bringen, nicht um jahrelang über Raumfragen zu diskutieren und neue Konzepte zu entwerfen“, führte ihre Mann Diethelm Schark aus.

Von der ewigen Diskussion, wo und wie das Museum in Zukunft existieren soll, sei man genervt. „Mit uns spricht man oft als letztes“, bemängelt er. Auch vom neuen Antrag der Grünen, der heute Abend ab 19.30 Uhr in der Stadtverordnetenversammlung behandelt wird, habe man nur zufällig und spät erfahren. Der größte Wunsch für 2010 sei, dass es eine endgültige Klärung gibt. In diesem Rahmen wolle er auch mit Gerüchten aufräumen, dass es zwischen dem Museumsteam und der Bücherei Streit gäbe. Der werde nur durch die Politik und von außen reingetragen.“, so Schark. Er sei von Halbwahrheiten und ständig neuen Diskussionen genervt. Es sei wichtig, dass die Planung endgültig werde. Sollte es weitere Verzögerungen geben, drohe eventuell sogar eine Situation, in der die Stadt die 90 000 Euro von der Jürgen Wessel Stiftung zurückzahlen müsse. Denn dieses Geld muss 2010 zweckgebunden eingesetzt werden. „Es reicht, wenn wir dieses Jahr anfangen. Aber anfangen müssen wir“, so Petra-Maria Schark.

Irritiert reagierten die Museumsvertreter daher, als Bürgermeister Tassilo von Bary berichtete, dass kein Geld für einen Museumsumbau im Haushalt eingeplant sei. „Auch nicht für den zugesagten Fahrstuhl?“, fragte Petra Maria Schark. „Das hatte man uns doch versprochen“. „Nein, soweit ich weiß auch das nicht“, so von Bary. Er wolle dem Museum keine Hoffnung machen, dass schon in diesem Jahr umgebaut werde. „Vermutlich wird das dann im Rahmen mit der Gebäudesanierung passieren. Das wird eher in zwei oder drei Jahren sein. Vorher hat die Stadt andere Prioritäten, wie etwa den Ausbau der Stadtschule“, so von Bary.

Wie auch immer es kommen wird, plant das Museum einige Veranstaltungen für 2010. Dazu zählen vor allem auch zwei externe Ausstellungen im Hstorischen Rathaus zum Thema Vogelschießen und zur Entwicklung der Landwirtschaft in der Region. Patrick Niemeier

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 23. Januar 2010

Frisiert, unbetreut und untrainiert

STYLING: Das nennt man wohl einen Einstand nach Maß. An der jüngsten Hauptausschusssitzung nahm erstmals der zukünftige Bauamtsleiter Frank Duwe teil. Bürgermeister Tassilo von Bary stellte ihn als „noch Schatten von Rolf Steinhoerster“ vor. Vorsitzender Hagen von Massenbach begrüßte ihn artig und stellte fest, dass er ihn anhand des Fotos nicht erkannt hätte. Das wollte Frank Duwe nun genau wissen: „Besser oder schlechter?“ Tja, da feixten sich die anderen Ausschussmitglieder einen und von Massenbach war erst mal sprachlos, druckste rum, die Haare seien so anders ... Auch darauf hatte der neue Bauamts-Chef die passende Antwort parat: „Ich war zum ersten Mal in Oldesloe beim Frisör.“

BERATUNG: „Ja, bei der ganzen Diskussion konnte man schon in Tüdel kommen“, gibt Hauptausschuss-Vorsitzender Hagen von Massenbach zu. Und auch andere Ausschussmitglieder waren sich nach der Sitzung nicht mehr so ganz sicher, was da nun beschlossen worden ist. Dummerweise hat sich in den Bericht über das Auswahlverfahren für das KuB Architektenbüro ein Fehler eingeschlichen. Die Stadtverordnetenversammlung im Februar wird nicht verschoben. Auch der Hauptausschuss wird nicht verschoben. Am 11. Februar wird das Auswahlgremium tagen und eine Entscheidung fällen. Ohne Umweg über den Hauptausschuss wird das ganze dann am 22. Februar in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Dazwischen können sich die Fraktionen mit dem Thema auseinander setzen. Schaunmer mal, was dabei raus kommt. Wenn das Auswahlgremium zu einem einstimmigen Ergebnis kommt, muss der Favorit noch lange nicht von den Fraktionsmitgliedern getragen werden. Wenn es zu einer Kampfabstimmung kommt, könnte die bei den Stadtverordneten ganz anders ausfallen, weil dort Verwaltung nicht mitstimmt und eben nicht jede Fraktion gleich viele Stimmen hat. Vielleicht gehen die Meinungen auch munter in den Fraktionen durcheinander. Aber vielleicht gibt es ja auch den überzeugenden Bewerber, der sie alle mitreißt.

TRAININGSMUFFEL: Ein großes Betriebssport-Projekt in Oldesloe und wer macht nicht mit? Die Stadtverwaltung. „Im KuB werden wir einen Trainingsraum erhalten. Ich hoffe, meine Mitarbeiter dafür motivieren zu können“, sagte Bürgermeister Tassilo von Bary gestern bei der Abschlussveranstaltung. Schau mal einer an. Es gibt noch keine Pläne, ganz zu schweigen vom Geld, aber schon Aussagen zu einer Muckibude für die Verwaltung. Wie das wohl die Vereine finden, der Raumwünsche abgelehnt worden sind?

PLÄTZCHEN: Oldesloe und die Krippenplätze. Tja, da tut sich was. Bislang gibt es eine Krippe. Das reicht bei weitem nicht aus. Also müssen weitere Plätze geschaffen werden. Aber wo? Und wer soll das alles bezahlen? Und obendrein gibt es noch die große Frage nach dem Bedarf ... Hinter den Kulissen geht schon das große Bibbern und Strippenziehen los, weil die ersten Kindergartenträger befürchten, wenn sie nicht rechtzeitig in die Puschen kommen und auch Krippenplätze anbieten, fährt der Zug künftig ohne sie davon und die Gruppen bleiben leer. Andererseits könnte aber genau das ein Vorteil sein, weil mit dem dritten Geburtstag für die Kinder in der Krippe Schluss ist – sie müssen in eine Regelgruppe wechseln. Dann schlägt vielleicht die Stunde des wohnortnahen Kindergartens. Da wird noch einiges an Problemen auf Politik und Verwaltung zukommen. Fakt ist, dass Oldesloe bislang eine enorme Vielfalt an Kindergartenanbietern hat. Es wäre schade, wenn diese Breite bei den Krippenplätzen jetzt verloren ginge.  Andreas Olbertz

Der Bürgermeister und die edlen Ritter des Heimatmuseums

Lübecker Nachrichten vom 23. Januar 2010

Bad Oldesloe – Das Oldesloer Heimatmuseum freut sich über höhere Besucherzahlen. Insgesamt stiegen diese von 3059 auf 4398, so der Jahresbericht. Allein zur Mittelalter-Ausstellung „Mittenmang“ kamen mehr als 1000 Gäste, darunter 20 Schulklassen mit 600 Kindern. In diesem Jahr steht viel Geld für die Schaffung von zeitgemäßen und funktionellen Schaukästen zur Verfügung: Die Jürgen-Wessel-Stiftung aus Lübeck stellte 90 000 Euro zur Verfügung.

Weiteres Geld kam durch eine Ausgleichszahlung des Museumsverbandes Schleswig-Holstein ins Haus, da das Oldesloer Museum sich an der landesweiten Aktion „Museumscard 2009“ beteiligte. Das Museumsteam freut sich über den Geldsegen – musste es doch bisher mit geringen Mitteln auskommen.

„Das Ziel für 2008/2009 war, die Öffentlichkeitsarbeit zu aktivieren“, so Leiter Dr. Klaus- Christoph Baumgarten und Petra-Maria Schark. Ausstellungen und Veranstaltungen sollten angeboten werden, „um wieder mehr in der Stadt wahrgenommen zu werden“. Es ging auch um die Pflege und den Ausbau der guten Kontakte im Bereich „Forschen“.

So war die Sonderausstellung über die Grabungen im Brennermoor, erarbeitet von CAU-Studenten aus Kiel, im Heimatmuseum ebenso zu Gast, wie der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte des Kreises Stormarn.

Hatte eine Mittelalter-Ausstellung 2008 noch 282 Besucher angezogen, war die Zahl der Gäste 2009 auf 1011 in die Höhe geschnellt. Beim Hafen- und Treidlerfest mit dem Verein „Balmung“, dem Bogensportverein Wesenberg und der Kirchengemeinde wurden bei mittelalterlichem Bogenschießen, Märchen, Living Historie, Schmieden für Kinder und Turm- und Kirchenführungen sowie offenem Museum 1026 Besucher gezählt.

526 Besucher (Vorjahr 326) kamen ferner zur Ausstellung „Kinder schießt den Vogel ab“ ins Oldesloer Rathaus, darunter auch eine Jugendgruppe aus Olivet. Zum Internationalen Tag des Museums waren es 260 Besucher, 60 zum Abschluss-Konzert „Stein-Zeit“ mit Martina Döhring. 36 Schul- und Vorschulklassen konnten begrüßt werden, 15 mehr als im Vorjahr.

Klage führte das Museumsteam über die weiterhin räumliche Enge. Es solle auch für die Bibliothek keine räumliche Verkleinerung geben. Das Museum wolle 90 bis 100 Quadratmeter im Dachgeschoss für eine neue Veranstaltungsraum-Lösung abgeben, dafür würde es gemäß Ausschuss-Empfehlung die Fläche im 1. Obergeschoss bis zur Treppe/Fahrstuhl erhalten. Fördervereins-Vorsitzender Diethelm Schark hofft, dass nach der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Montag (Beginn 19.30 Uhr, Festhalle) politische Klarheit über die Raumverteilung Heimatmuseum/Stadtbibliothek herrscht.

Die Planung könnte auf jeden Fall noch in diesem Jahr stehen, so Bürgermeister Tassilo von Bary. Jedoch könnte es bis zur Umsetzung noch zwei, drei Jahre dauern. Denn die Priorität läge in Bad Oldesloe bei Schulumbauten, insbesondere der Stadtschule und der Schaffung von Krippenplätzen.

Von Susanna Fofana

Stadtschule wartet weiter auf positive Nachricht aus Kiel

Lübecker Nachrichten vom 22. Januar 2010

Bad Oldesloe – „Es sieht wunderbar aus“, bewertet die Schulleiterin der Stadtschule in Bad Oldesloe, Sabine Prinz, den Stand auf Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule.

Der Antrag wurde fristgerecht Anfang Januar beim Land eingereicht, eine erste Zwischenmeldung ist erfolgt. Und die, so Prinz, „ist positiv ausgefallen. So interpretieren wir das“.

Ende März, so bestätigt auch Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos), kommt die endgültige Antwort aus Kiel. Bei einem positiven Bescheid wäre die Stadtschule die erste gebundene Ganztagsschule in Stormarn. Vorausgesetzt das Projekt – vier Millionen Euro sind veranschlagt, eine Million davon soll als Förderung aus dem Konjunkturpaket II kommen – bleibt finanzierbar. Auch wenn Prinz davon ausgeht, dass sie nach den Sommerferien vierzügig (etwa 90 Kinder) mit der gebundenen Ganztagsschule beginnen kann, unzählige Umbaumaßnahmen stehen noch an, damit es einen reibungslosen Schulbetrieb geben kann. Aber die Zeit ist knapp.

„Wir sind sehr eingeschränkt in den räumlichen Bedingungen, zum Sommer wird sich da nichts verändert haben.“ Ganz oben auf der Bau-Liste steht die Mensa. „Die Situation ist desaströs, hier gibt es einen dringenden Handlungsbedarf“, so die Schulleiterin. Zur Zeit würden 140 Kinder innerhalb einer Stunde „abgespeist“, nach der Umwandlung dürften es bis zu 200 Schülerinnen und Schüler werden. Den Handlungsbedarf sieht auch der Oldesloer Verwaltungschef, „das ist der schlimmste Brocken, die Mensa müssen wir als erstes machen. Bei einer gebundenen Ganztagsschule ist ein Mittagessen zwingend erforderlich“. Von Bary rechnet insgesamt mit einer Umbauphase für die Stadtschule von etwa 18 Monaten. Viele Räume müssten umgebaut werden.

Funktional und kindgerecht, erläutert Schulleiterin Prinz müssten diese Räume werden, damit sich die Verknüpfung von „Spielen, Lernen und Leben“ für die Schüler der Gebundenen Ganztagsschule umsetzen lasse.

Um schnell zu einer Lösung zu kommen, wird derzeit an einer Funktionsbeschreibung für die Stadtschule gearbeitet. Diese erhält das Unternehmen, das den Umbau im Rahmen eines PPP-Projekts (Public-Private-Partnership) verwirklichen soll. Wer das sein wird, ergibt eine europaweite Ausschreibung – nach dem positiven Bescheid von Seiten des Landes.

Von K. Kuhlmann-Schultz

Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum: Jetzt müssen die Architekten noch mal ran

Lübecker Nachrichten vom 20. Januar 2010

Bad Oldesloe – Die Architekten hatten ihre Entwürfe für das geplante Kultur- und Bildungszentrum abgegeben, das Preisgericht hatte sich entschieden: Die beste Idee für das künftige Leuchtturmprojekt der Kreisstadt liefert in den Augen der Jury das Büro „Sunder-Plassmann“ aus Kappeln ab, „Dinse Feest Zurl“ aus Hamburg und „nps tchoban voss“ aus Hamburg kamen auf die Plätze zwei und drei.

Das war nur der Vorgeschmack. Die Stadt entscheidet jetzt selbst, wer von den drei Bestplatzierten den Zuschlag für den Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes bekommt.

Ihre Angebote müssen die Architektenbüros jetzt noch einmal abgeben. Das wirtschaftlich günstigste – das bekommt den Zuschlag – soll anhand folgender Kriterien ermittelt werden: Qualität, Ästhetik, Preis/Honorar, Umwelteigenschaften, Fachlicher Wert und Kundendienst sowie Ausführungszeitraum. In der ersten Februarwoche müssen dien angebte im Rathaus auf dem tisch liegen, dann folgen Gespräche. In der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 22. Februar, kommt es zur letzten Vorstellung und der Entscheidung. Wie auch immer die aussieht.

Bevor der erste Spatenstich zur Umwandlung des Amtsgerichtes vollzogen wird, sollen die Räume übergangsweise genutzt werden. Am Donnerstag, 4. Februar, trifft sich Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) um 19 Uhr mit Mitgliedern des Kulturnetzwerkes Bad Oldesloe, um die Räume im Erdgeschoss noch einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Denn „wenn eh das Gebäude leer steht“, formuliert es von Bary, könne es von den Kulturschaffenden genutzt werden. Das sei ja auch später Sinn und Zweck des Kultur- und Bildungszentrums.

„Sie können Treffpunkte einrichten oder Büros.“Aber nur im Erdgeschoss stehen dafür die Räumlichkeiten zur Verfügung. „Aus Brandschutzgründen können wir nur dort bleiben.“ Sonst müssten Brandschutztüren eingebaut werden. Aber die kosten Geld und das will von Bary nicht extra in das alte Amtsgericht stecken.

Von K. Kuhlmann-Schultz

Klare Kriterien: „Geld geht vor“

Stormarner Tageblatt vom 20. Januar 2010

Hauptausschuss legt Bewertungsrichtlinien für Auswahl des KuB-Architekten fest

Bad Oldesloe

Nein, die Hauptausschussmitglieder können nicht selber entscheiden, welcher von den drei Gewinnern des Architekturwettbewerbs denn nun wirklich das Amtsgericht zum Kultur- und Bildungszentrum umbauen darf. Dafür muss erst ein formelles Vergabeverfahren her – Kostenpunkt 20 000 Euro. Soweit war es bereits beschlossen.

Jetzt musste der Hauptausschuss entscheiden, welche Kriterien bei der Auswahl des Architekten zugrunde gelegt werden. An oberster Stelle steht die Qualität. Dazu zählen die Einhaltung der Kosten während Planung und Bauphase, aber auch der Nachweis, dass Flächen und Funktionalität gemäß Vorgabe umgesetzt werden. Der Komplex wird mit 40 Prozent bewertet. 20 Prozent entfallen auf die Ästhetik: Materialität und Innenraumgestaltung anhand realisierter Beispiele. Das Honorar fließt mit 15 Prozent ein, die Umwelteigenschaften werden mit zehn Prozent berücksichtigt. Hagen von Massenbach hätte das gerne getauscht. „Das Honorar ist etwas sehr Kurzfristiges. Das KuB soll aber über viele Jahre der Leuchtturm werden – da müssen die Umwelteigenschaften länger tragen“, argumentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Aber die CDU wollte an dem Punkt nicht mitgehen. „Geld geht vor“, sagte Uwe Rädisch. Antrag abgelehnt. Der fachliche Wert sowie der Kundendienst machen zehn Prozent der Bewertung aus, der Ausführungszeitraum nur noch fünf Prozent.

Am 11. Februar finden die „Verhandlungsgespräche“ statt. „Bis es weißen Rauch gibt“, betonte Kämmerin Mandy Treetzen. An dem Abend muss es zu einem Ergebnis kommen. Jede Fraktion schickt einen Vertreter in das Auswahlgremium, dazu der Bürgermeister sowie der Bauamts-Chef. Als Beisitzer wurden eine Reihe von späteren Nutzern und Experten gewählt.

Turnusgemäß würde am 15. Februar der Hauptausschuss wieder tagen. Dann hätten die Parteien aber vorher keine Chance, nochmals in den Fraktionen zu beraten. Eine Sitzung unmittelbar vor der Stadtverordnetenversammlung am 22. Februar hätte die Diskussion unter Umständen beschränkt, das war auch nicht gewünscht. Deshalb wurde einvernehmlich der Hauptausschuss auf den 22. Februar gelegt und die Stadtverordnetenversammlung um eine Woche nach hinten verschoben.

Andreas Olbertz

Mangelware Krippenplätze

Stormarner Tageblatt vom 19. Januar 2010

Bad Oldesloe auf dem mühsamen Weg zur Erfüllung des Rechtsanspruchs

Bad Oldesloe

Vergreisung der Gesellschaft wegen Geburtenrückgängen? Nicht in Bad Oldesloe. Nach dem landesweiten Berechnungsschlüssel des statistischen Amtes ist noch bis zum Jahr 2022 davon auszugehen, dass konstant jährlich 200 Kinder geboren werden – ein Abbau von Kindergartenplätzen kann daraus nicht hergeleitet werden. So steht es in der Vorlage der Verwaltung zur jüngsten Sozialausschuss-Sitzung.

Im Kindergartenbereich ist das auch kein Problem. Bad Oldesloe hat ein vielfältiges Angebot an Trägern und Konzepten. Für die Drei- bis Sechsjährigen – diese Altersgruppe hat einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz – hat der Kreis eine Versorgungsquote von 102,2 Prozent in Oldesloe errechnet. Auftrag erfüllt, sogar ein bisschen drüber.

Aber wie sieht es mit den Krippenplätzen aus? Bis Oktober 2010 muss ein „bedarfsgerechtes Angebot“ vorgehalten werden. Wie groß ist denn der Bedarf? Allgemein wird davon ausgegangen, dass eine Versorgungsquote von 35 Prozent ausreichend sein könnte. Auf den Dörfer wird es vermutlich weniger sein, in den Städten wohl eher mehr. 35 Prozent entsprächen in Oldesloe 140 Plätzen (ein Rechtsanspruch besteht erst ab dem ersten Lebensjahr, nicht früher).

Bislang sieht es in Oldesloe noch mau mit Plätzen aus. Am Masurenweg wurden im Sommer zwei Krippengruppen eröffnet – 20 Plätze. Eine weitere Gruppe bei den Stoppelhopsern am Rümpeler Weg ist seitens der Politik bewilligt gewesen. Daraus wird aber nichts, weil ein Förderbescheid an den Abschluss eines Mietvertrags über 25 Jahre gekoppelt gewesen wäre. Das Risiko wollte aber niemand eingehen. Am Möhlenbecker Weg gibt es eine altersgemischte Gruppe für fünf unter-Dreijährige.

20 Plätze gibt es zudem in der Oase – diese Plätze dürfen aber ab 2013 nicht mehr mitgezählt werden. Im gesetzlichen Sinne muss ein Krippenplatz nämlich an fünf Tagen in der Woche jeweils mindestens vier Stunden Betreuung bieten. Weil aber viele Eltern keine Betreuung an fünf Tagen benötigen oder wollen, fährt die Oase bewusst ein anderes Konzept. Die Stoppelhopser in der Oase-Villa bieten ebenfalls zehn Plätze. Zusammen mit 51 möglichen Plätzen bei Tagesmüttern ergibt das 86 Plätze – die alle belegt sind.

Für das neue Kindergartenjahr gibt es sogar eine Warteliste mit gut 100 Kindern. Die Verwaltung spricht in der Vorlage von einer „schlagartig ... erheblichen Nachfrage“. Im Sommer wird voraussichtlich der neue Moordamm-Kindergarten eröffnet werden. Dort entstehen zwei Krippen- und eine altersgemischte Gruppe. 25 neue Plätze – so viel steht bereits fest.

Offen ist allerdings, wie es danach weiter geht. Da das VHS-Gebäude neue Nutzer bekommen soll, muss der Brummkreisel dort raus. Ein Neubau neben der Schwimmhalle ist im Gespräch. Der Luftballon an der Lübecker Straße muss dort wegen massiver Gebäude-Probleme weg. Ein Neubau im Steinfelder Redder ist im Gespräch. Das DRK hat sich mit Plänen für einen Anbau an Wichtelhausen ebenfalls ins Gespräch gebracht. Die katholische Kirche kann sich ihrerseits einen Anbau an den Vicelin-Kindergarten vorstellen – entsprechende Pläne liegen vor. Der Waldorfkindergarten hat ebenfalls eine Voranfrage für eine Krippengruppe gestellt. Die Oase würde gerne ein großes Tagespflegeprojekt starten – wenn es denn Räumlichkeiten gäbe.

Ob und was davon umgesetzt wird, ist völlig offen, weil es noch keine Aussagen zu den Kosten gibt. Bei der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 3. Februar sollen einige der Pläne auf den Tisch kommen. Vielleicht werden dann auch Prioritäten gesetzt. Die ersten Betreiber scharren bereits mit den Hufen und beargwöhnen die bisherigen Beschlüsse. Krippenplätze werden eine wichtige Rolle spielen, wenn eines Tages die Kinderzahlen zurück gehen sollten.

Andreas Olbertz

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 16. Januar 2010

SPARFUCHS: Der Mann hat die Zeichen erkannt, der weiß, wo es langgehen muss, der ist gut! Innenminister Klaus Schlie hat beim CDU Neujahrsempfang in Bad Oldesloe deutlich gemacht, dass dringend gespart werden muss. Richtig! Verwaltungsreform ... Richtig! Da fragt man sich doch, warum dieser Mann erst jetzt Minister geworden ist? Warum hat man den nicht schon längst auf einen verantwortungsvollen Posten gehoben? Es gab doch mal eine Staatssekretärsstelle. Deren Amtsinhaber sollte genau das machen – Einsparmöglichkeiten ergründen. Und was ist dann daraus geworden? Erst mal wurde eine hoch dotierte Stelle geschaffen, ziemlich viel Papier bedruckt und dann doch zwei Fünftelstellen zur Einsparung vorgeschlagen. Reife Leistung. Wer war das noch, der auf diesem Sessel saß?

GUTE STIMMUNG: Hör mal einer an – da hat die Oldesloer CDU doch einen Chor für den Neujahrsempfang verpflichtet. Nicht nur dröge Reden, sondern auch unterhaltsame Kultur – gut so, oder besser „Stimmt so“, die singenden Lehrer von der IGS. Die nehmen kein Blatt vor den Mund. Und wer trällert da mit? Das ist doch Gerd Herrmann, der seine Stimme erhebt. Seines Zeichens SPD Stadtvertreter in Reinfeld. Ach herjeh. Und dann muss er auch noch mit anhören, dass „sein“ Bürgermeister Gerhard Horn zukünftig Bad Oldesloe übernehmen will. Wenn das mal nicht für Stimmung sorgt.

DREI PROBLEME: Nichts dagegen, dass es in der nachrichtenarmen Zeit Neujahrsempfänge gibt. Das heißt aber nicht, dass die Redner sich extra bemühen müssten, nur längst Bekanntes vorzutragen, nur eben aus ihrer Sicht. Auf dem ersten Oldesloer Empfang, zufällig war es die FDP, gab es ja mit dem Bürgermeisterkandidaten wirklich wichtig Neues. Klar, dass Gerhard Horn bei der CDU noch mal ran durfte und musste. Logisch auch, dass bei der SPD ihr Kandidat Hagen von Massenbach im Mittelpunkt stand. Aber irgendwie gilt für die Tradition der Oldesloer Empfänge der Spruch aus dem ersten Otto- Film „Da waren sie wieder – meine drei Probleme“. Eigentlich sogar vier, denn die Grünen wollen ja auch noch. Das mag ja Tradition sein, aber das ist andernorts besser geregelt. Wieso gibt es ausgerechnet in der Kreisstadt keinen städtischen Empfang? Bürgermeister von Bary hat sich damit nicht befasst, Gerhard Horn ließ die Chance sausen, mit so einem Vorschlag gleich Punkte zu sammeln. Hagen von Massenbach war schlauer: Er kündigte einen Stadt-Empfang für 2011 an – wenn er denn zum Bürgermeister gewählt wird. Warum unserem Karikaturist Götz Wiedenroth beim Gerangel um den Oldesloer Bürgermeisterposten ausgerechnet eine RTL-Serie einfiel, wissen wir aber auch nicht ...

EL VITAL: Hat die Stormarner SPD heimlich bei OpenPR nachgelesen? „Revitalisierung“ nach den Wahlschlappen hat Kreisvorsitzender Martin Habersaat als Motto für den Kreisparteitag ausgegeben. „Abhängig vom Ausmaß der Positionsschwächung schafft oftmals nur eine Revitalisierung Abhilfe“, sh:z-Karikatur: Wiedenroth empfiehlt OpenPR allen, die mit ihrer Marke echte Probleme haben. Ein exzellentes Beispiel ist für die PR-Experten „Jägermeister“. Die Marke habe es geschafft, vom bürgerlichen Magenbitter zum trendigen Kultgetränk zu anavcieren. Da könnte sich Martin Habersaat gedacht haben, wenn selbst ein Schnaps, der pur kaum zu genießen ist, Kult werden kann, sollte das auch der SPD noch Hoffnung geben. Stimmt, und ist immer noch besser, als seine Sorgen in Alkohol zu ertränken. Rolf Blase Andreas Olbertz

Lesermeinung

Stormarner Tageblatt vom 16. Januar 2010

Letzter Zeitpunkt

Zum Thema „Zukunft von Heimatmuseum und Bücherei“Die anhaltende öffentliche Diskussion um die Zukunft von Museum und Bibliothek lässt nur den Schluss zu, dass der gemeinsame Verbleib am Standort in der Königstraße für die Entwicklung beider Einrichtungen nicht zu unverkrampften und damit auch kostengünstigen Lösungen führen wird. Für beide Einrichtungen bestehen ganz unterschiedliche Anforderungen an die Lage.

Eine Bibliothek wird zielgerichtet aufgesucht, ein Museum „verführt“ auch zum Besuch! Die Lage des Museums am Marktplatz würde mit zur Belebung der Innenstadt beitragen. Es rückte damit aus einer Randlage in der Königstraße in das Zentrum der Stadt, in die unmittelbare Nähe von Marktplatz (als Markt- und Veranstaltungsplatz), Fußgängerzone, Rathaus, Sparkasse, Festplatz auf dem Exer, Jugendherberge, Sport- und Schwimmhalle, Stadion. Auch die wichtige unmittelbare Nachbarschaft zu VHS und Musikschule im zukünftigen KuB bliebe erhalten. Der jetzige Standort wird sich nach deren Verlagerung weiter verschlechtern.

Bisher mussten die Existenz und der Standort des Museums erfragt werden. Im Stadtzentrum rückte es wie selbstverständlich ins Bewusstsein von Bürgern und Besuchern; auch dadurch, dass die Nutzer des Großparkplatzes auf dem Exer und des ÖPNV fast zwangsweise am historischen Rathaus vorbeigeführt würden. Selbst ein Café mit Außenbewirtschaftung ist gegenüber bereits vorhanden.

Die gegenseitige Synergie von Kultur, Einkauf, Behördengang und Freizeitgestaltung ist in der Königstraße nie zu erreichen. Das Historische Rathaus ist für unsere Stadt ein bedeutendes Baudenkmal, gebaut für die Selbstverwaltung der Bürger. Das Gebäude sollte auch in Zukunft selbstbewusst eine für die Stadt wichtige und eigenständige Nutzung beherbergen. Diese sollte das ganze Gebäude ausfüllen und nicht als Anhängsel des dahinterliegenden, viel größeren KuB dienen – mit zufälligen Restnutzungen aufgefüllt. Das Nutzungskonzept der „Museumsleute“ stellt sich hervorragend auf die Bedeutung und Möglichkeiten des Denkmals ein.

Durch den Auszug des Museums ergeben sich auch für die Bibliothek im Sinne der Denkmalpflege unverkrampfte Entwicklungsmöglichkeiten; für die Stadtschule verbleiben Optionen im Bereich des Parkplatzes. Im Zuge der konkretisierenden Gespräche mit den erstplatzierten des Architektenwettbewerbes ist jetzt der richtige und letzte Zeitpunkt gekommen, die Integration des Museums in den KuB-Rathauskomplex einzubringen!

Werner Tyrell, Oldesloe

Zur Person

Hagen von Massenbach

Stormarner Tageblatt vom 14. Januar 2010

BM-Kandidat mit Homepage

Hagen von Massenbach, SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Bad Oldesloe am 13. Juni, hat seine neue Homepage im Bella Donna-Haus der Öffentlichkeit vorgestellt. Wer möchte, kann sich unter www.hagen-von-massenbach.de schnell, aktuell und aus erster Hand informieren. Dort stehen einmal die üblichen Fakten über den Bürgermeisterkandidaten wie Lebenslauf und Motivation. „Die Homepage soll leben und sich im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter entwickeln“, sagt von Massenbach. Es sei bewusst Wert darauf gelegt worden, keinen „Personenkult“ zu betreiben. Besondere Attraktion sind die regelmäßig wechselnden interaktiven Panorama-Aufnahmen aus der Stadt und den Ortsteilen. Als kleine Herausforderung verzichtet von Massenbach dabei auf genaue Ortsangaben. Die Umsetzung und Betreuung der Homepage übernimmt die Oldesloer Firma fio--net mit Geschäftsführer Andreas Clasen.

st

Neuer Vorstoß – Grüne wollen Museum im KuB

Gerold Rahmann

Stormarner Tageblatt vom 14. Januar 2010

Stadtverordneten-Sitzung wegen nur eines Antrags – Bisherige Beschlüsse sollen aufgehoben werden

Bad Oldesloe

Die offenbar endlose Geschichte erfährt die Fortsetzung: Mit einem Antrag für die Stadtverordnetenversammlung am Montag, 25. Januar, wollen Oldesloer die Grünen das Streitthema Bücherei / Heimatmuseum neu aufrollen.

Im Dezember hatte die CDU-FDP-Mehrheit im Sozialausschuss beschlossen, dass das Museum den bisher von der Bücherei genutzten Bereich zwischen den bisherigen Räumen und dem Treppenaufgang im ersten Stock zugeschlagen bekommt. Das Dachgeschoss soll eventuell gemeinsam belegt werden, der zukünftige Fahrstuhl auf jeden Fall so konzipiert werden, dass er von Museums- wie auch Büchereibesuchern genutzt werden kann.

Die Grünen beantragen nun, den Dezember-Beschluss und auch alle anderen in diesem Zusammenhang gefassten Beschlüsse, aufzuheben. Eine Entscheidung soll erst fallen, wenn endgültig über die Raumvergabe im geplante Kultur- und Bildungszentrum entschieden ist. Grünen-Fraktions-Chef Gerold Rahmann: „Beide brauchen mehr Platz und es hat in den vergangenen Jahren erhebliche Auseinandersetzungen gegeben, wie dieses Problem zu lösen ist.“ Weder Politik noch Verwaltung seien in der Lage gewesen, die vertrackte Situation so zu bereinigen, dass sowohl Museum als auch Bücherei zufrieden seien. Der Dezember-Beschluss sei zum Nachteil der Bücherei ausgefallen. „Das ist so nicht hinnehmbar und birgt Streitpotenzial und Unfrieden“, meint Rahmann. Die Bücherei habe in der Bildungslandschaft eine hohe Bedeutung und werde über die Oldesloer Grenzen hinaus für ihr Konzept gelobt und gefördert. Natürlich soll auch das Heimatmuseum zu seinem Recht kommen. Rahmann: „Wir Grünen haben uns immer für eine Umsiedlung ins Historische Rathaus ausgesprochen – ein angemessener Ort.“ Da dessen Realisierung aber noch unsicher sei, stehe diese Variante momentan nicht zur Debatte. „Da ist es sinnvoller, den gegenwärtigen Aktionismus zu stoppen und noch etwas zu warten, bis Klarheit über das KuB vorliegt“, so Rahmann lapidar: „Damit werfen wir kein weiteres Geld für unsinnige Planungen und Maßnahmen aus dem Fenster.“

Wie auch immer geartete Bauarbeiten sind momentan allerdings ohnehin nicht geplant. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann: „Es gibt den Termin 31. März. Dann sollen wir dem Ausschuss eine mögliche Lösung vorlegen“ Zurzeit werde untersucht, welche Möglichkeiten es zur gemeinsamen Nutzung des Dachgeschosses gebe. Die Lage bezüglich der ersten Etage sei klar, so Schaarmann: „Irgendwann geht es nicht mehr um Einvernehmen – wenn Politik die Eckpfeiler setzt, müssen wir das umsetzen.“ Das heiße aber nicht, dass die Bauarbeiter schon Gewehr bei Fuß stünden. Schaarmann: „Es kann am 31. März alles in trockenen Tüchern sein, aber es muss nicht. Es geht ja auch um die Frage, wie das finanziert werden soll. Angesichts der Haushaltslage gilt es, Prioritäten zu setzen.“ Das könnte bedeuten, dass die Realisierung auf 2011 oder später verschoben wird.

Die Umbaupläne könnten sich massiv auf die Finanzierung der Bücherei auswirken. Ohne Zustimmung des Büchereivereins darf nichts verändert werden, andernfalls droht die Kürzung von Zuschüssen – so ist es vertraglich geregelt. Der Vorsitzende Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen hatte bereits klar gestellt, dass der Verein einer Verkleinerung der Büchereifläche nicht zustimmen werde. Dabei geht es um bis zu 40 000 Euro weniger pro Jahr. Zur Sitzung Ende März wird der Büchereiverein nur eine „erste Einschätzung“ abgeben, keine verbindliche Aussage.

Andreas Olbertz

Hagen von Massenbach gibt’s jetzt auch virtuell

Er ist drin! Hagen von Massenbach, Bürgermeisterkandidat der SPD in Bad Oldesloe, kann im Internet jetzt auch angeklickt werden: www.hagen-von-massenbach.de ist seine Anschrift. Foto: KUHLMANN-SCHULTZ
Er ist drin! Hagen von Massenbach, Bürgermeisterkandidat der SPD in Bad Oldesloe, kann im Internet jetzt auch angeklickt werden: www.hagen-von-massenbach.de ist seine Anschrift. Foto: KUHLMANN-SCHULTZ

Lübecker Nachrichten vom 13. Januar 2010

Das Logo ist rot und kräftig und erinnert an einen Moderiesen, der mit günstiger Saisonware immer wieder im Gespräch ist. Im Gespräch will er auch sein: Hagen von Massenbach, der als Bürgermeisterkandidat der Oldesloer SPD zur Wahl am 13. Juni antritt. Und nutzt die Werbewirksamkeit seiner Initialen bei seinem Internetauftritt, der seit gestern freigeschaltet ist (www.hagen-von-massenbach.de). Ansonsten verbindet ihn nichts mit H&M.

Das Bürgermeisteramt also nicht als Saisongeschäft mit modischem Schnick-Schnack, sondern als Amt mit Perspektive für die Stadt Bad Oldesloe. „Nicht für sechs Jahre denken, sondern für Jahrzehnte“, hat der Sozialdemokrat sich auf die Fahne geschrieben. „Und dabei nicht den Boden verlieren“, so von Massenbach.

Andreas Clasen von „fionet – webhosting und design“ aus Bad Oldesloe hat die Seiten für von Massenbach entwickelt. Der Bürgermeisterkandidat erklärt, dass „bewusst Wert darauf gelegt wurde, keinen Personenkult zu betreiben“.

Im Mittelpunkt stehen die Schätze der Stadt Bad Oldesloe mit ihren Menschen. Diese Menschen sind eingeladen, sich auf den Seiten auf Schatzsuche zu begeben – eine Erlebnisreise mit der Computermaus auf wechselnden Panorama-Aufnahmen, die auch Massenbachs Kalender zieren. Und wer mag, kann elektronische Postkarten versenden – kostenlos.

„Wir wollen kein Tante-Emma-Laden sein“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Deshalb hat der Internetauftritt eine klare Linie. Die verfolgt von Massenbach auch weiterhin. Mit seinem Kreativ- Team tüftelt er neue Strategien aus, um Stück für Stück aktiver in den Bürgermeisterwahlkampf zu gehen. Das unverkennbare rote Logo hat er dafür ja schon. kks

Interaktive Panorama-Aufnahmen aus Bad Oldesloe (hier Heiligengeist) laden ein zur Erlebnisreise mit der Computermaus. Der Fotograf Sönke Dwenger hat für den Internetauftritt für Hagen von Massenbach die Rundumansichten der Kreisstadt abgelichtet. Foto: SÖNKE DWENGER
Interaktive Panorama-Aufnahmen aus Bad Oldesloe (hier Heiligengeist) laden ein zur Erlebnisreise mit der Computermaus. Der Fotograf Sönke Dwenger hat für den Internetauftritt für Hagen von Massenbach die Rundumansichten der Kreisstadt abgelichtet. Foto: SÖNKE DWENGER

SPD-Kandidat für Bürgermeisterjob in Oldesloe will „Wohlfühlstadt“

Prosit Neujahr! Hagen von Massenbach, Bewerber der SPD für den Oldesloer Bürgermeisterposten, blickt optimistisch nach vorn. Foto: HFR
Prosit Neujahr! Hagen von Massenbach, Bewerber der SPD für den Oldesloer Bürgermeisterposten, blickt optimistisch nach vorn. Foto: HFR

Lübecker Nachrichten vom 12. Januar 2010

Schnittchen, Sekt und eine Rede. Das war das sparsame Programm der Bad Oldesloer Sozialdemokraten auf ihrem Neujahrsempfang im Bürgerhaus am Sonntag. Hagen von Massenbach, Fraktionschef und der Kandidat für die kommende Bürgermeisterwahl in der Stormarner Kreisstadt im Juni dieses Jahres, nutzte die Gelegenheit, um sich selbst zu positionieren.

Wie auch bei den Empfängen von FDP am Freitag und CDU am Sonnabend steht dieses beginnende Jahr ganz im Zeichen von Personen. Zwei, nein, mit Tassilo von Bary, dem amtierenden Bürgermeister, konkurrieren drei ausgewiesene Verwaltungsfachleute für den Posten. Von Massenbach behält seine Position bei, die er schon seit Anbeginn seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender steuert. Ihm ist es wichtig, mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ins Gespräch zu kommen, die Vereine mitzunehmen in die Planungen um das Kultur- und Bildungszentrum oder die Neugestaltung des Exer, die Eltern der Schüler der gebundenen Ganztagsschule an der Salinenstraße, die von Kinderarmut oder Obdachlosigkeit Betroffenen.

„Bad Oldesloe ist derzeit voll von Projekten, Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten“, stimmte von Massenbach seine Zuhörer ein. Da sei es doch passend, dass sich die Oldesloer in diesem Jahr ihren Motor, ihren Entwickler und oder Moderator als Bürgermeister selbst wählen könnten. Frieden, Stärke und Gesundheit im Innern brauche die Stadt. Die Oldesloer sollen sich geborgen, sicher und wohl fühlen. „Wir brauchen eine Wohlfühlstadt, in der alle gerne leben.“ Nach außen fordert der Sozialdemokrat wieder mehr Glanz. Schließlich sei Oldesloe die älteste Stadt Stormarns, reich an Geschichte und Tradition, an Sehenswürdigkeiten und Anziehpunkten.

Das neue Kultur- und Bildungszentrum im „alten Amtsgericht“ soll für einen weiteren Magneten sorgen, der Menschen aus nah und fern anzieht. Die Lage sei optimal, nämlich mitttendrin in der Stadt mit ausreichend viel Parkplätzen in der Nähe. Bislang habe man viel Förderung aus Kiel für das Projekt bekommen, wie es weiter gehe? „Ehrlich gesagt, wir wissen es derzeit nicht.“ Fest stehe, dass es sich um kein Luxus-Objekt oder -Bauwerk, sondern um einen Ort der Begegnung, um einen „Leuchtturm“ für die Stadtentwicklung handele.

Noch einmal bekräftigte er die SPD-Position, an der Umwandlung der Stadtschule in eine gebundene Ganztagsschule festzuhalten (während sich die CDU auf ihrem Empfang nochmals dafür aussprach, auf jeden Fall die Finanzierbarkeit im Auge behalten zu wollen). Gleichzeitig wolle man aber auch die Umwandlung der anderen Schulen nicht vernachlässigen. Die Raumnot allüberall sei nicht wegzudiskutieren.

Für die Umsetzung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts versprach er Fingerspitzengefühl bei der Umsetzung. Die Innenstadt müsse dringend aufgewertet werden, habe sie sich doch in der jüngsten Weihnachtszeit eher blass als bunt präsentiert. Von Massenbachs optimistischer Ausblick machte deutlich, dass der Bürgermeisterwahlkampf spannend werden dürfte – und interessant. Hoffentlich zum Wohl der Stadt. unk

Auf dem Weg zur „Wohlfühl-Stadt“

Zeichnete ein, wo sich etwas ändern muss: SPD-Kandidat Hagen von Massenbach. Foto: Meyer

Stormarner Tageblatt vom 11. Januar 2010

SPD-Kandidat von Massenbach präsentiert seine Vorstellungen.

Bad Oldesloe

– Wie angekündigt sprach beim Neujahrsempfang der Bad Oldesloer Sozialdemokraten nur ein Redner: Und das war der Fraktions-Chef und Bürgermeisterkandidat Hagen von Massenbach. Er stellte seine politischen Ziele vor. „Die Bürger haben am 13. Juni die Möglichkeit zu entscheiden, wer neuer Ideengeber und Moderator in der Stadt werden soll“, sagte er. Bad Oldesloe müsse sich zu einem Ort entwickeln, in dem sich alle Bürger wohlfühlen.

Die Stadt habe durch ihre Lage im Mittelpunkt zwischen zwei Metropolen gute Entwicklungsperspektiven. „Wir haben eine einmalig schöne, historische Innenstadt mit zwei Flüssen, die ihresgleichen sucht“, so von Massenbach. Doch mit diesem Pfund werde nicht ausreichend gewuchert, der große Wurf sei bisher ausgeblieben. „Die Vorweihnachtszeit war ziemlich traurig für die Geschäftsleute“, kritisierte er, „am frühen Nachmittag war die Stadt leer.“

Die Innenstadt müsse durch Attraktionen belebt werden und etwas Glanz zurückbekommen. Im nächsten Jahr sollten deshalb Buden aufgestellt werden. Dafür sollten die Vereine eingebunden und auf Standgebühren verzichtet werden. „Das kostet nicht viel und bringt Leben in die Stadt“, sagte er.

Im Armutsatlas sei Bad Oldesloe die absolute Nummer eins. 1 500 von insgesamt 5 000 Kindern lebten hier unterhalb der Armutsgrenze. Die Antragsmöglichkeiten für vergünstigte Mensaessen in den Schulen werde nicht ansatzweise ausgeschöpft. „Wir sollten uns Gedanken machen, ob diese Barriere nicht zu hoch ist“, sagte von Massenbach. Sein Ziel sei es, wirklich alle Menschen auf dem Weg zu einer „Wohlfühl-Stadt“ mitzunehmen.

Durch die Aufnahme ins Programm Stadtumbau West habe Bad Oldesloe eine Riesenchance bekommen. Das sei aber auch eine Verpflichtung, weiter daran zu arbeiten. Der Bahnhofsbereich etwa sollte besser an die Innenstadt angebunden werden und der Stadt ein neues Entree verleihen. „Wir sollten zusammen mit den Anwohnern ein Konzept dafür entwickeln“, sagte von Massenbach.

Das geplante Kultur- und Bildungszentrum solle zu dem Treffpunkt für alle Generationen in der Stadt werden. Vor allem die Bürgerbeteiligung bei der Planung sei zukunftsweisend. Ob Fördermittel fließen werden, sei allerdings noch nicht entschieden. „Wir sollten uns Zeit nehmen und das Projekt stückchenweise verwirklichen“, sagte von Massenbach. Jens-Peter Meyer

Auf dem Weg zur „Wohlfühl-Stadt“

Zeichnete ein, wo sich etwas ändern muss: SPD-Kandidat Hagen von Massenbach. Foto: Meyer

Stormarner Tageblatt vom 11. Januar 2010

SPD-Kandidat von Massenbach präsentiert seine Vorstellungen

Bad Oldesloe

– Wie angekündigt sprach beim Neujahrsempfang der Bad Oldesloer Sozialdemokraten nur ein Redner: Und das war der Fraktions-Chef und Bürgermeisterkandidat Hagen von Massenbach. Er stellte seine politischen Ziele vor. „Die Bürger haben am 13. Juni die Möglichkeit zu entscheiden, wer neuer Ideengeber und Moderator in der Stadt werden soll“, sagte er. Bad Oldesloe müsse sich zu einem Ort entwickeln, in dem sich alle Bürger wohlfühlen.

Die Stadt habe durch ihre Lage im Mittelpunkt zwischen zwei Metropolen gute Entwicklungsperspektiven. „Wir haben eine einmalig schöne, historische Innenstadt mit zwei Flüssen, die ihresgleichen sucht“, so von Massenbach. Doch mit diesem Pfund werde nicht ausreichend gewuchert, der große Wurf sei bisher ausgeblieben. „Die Vorweihnachtszeit war ziemlich traurig für die Geschäftsleute“, kritisierte er, „am frühen Nachmittag war die Stadt leer.“

Die Innenstadt müsse durch Attraktionen belebt werden und etwas Glanz zurückbekommen. Im nächsten Jahr sollten deshalb Buden aufgestellt werden. Dafür sollten die Vereine eingebunden und auf Standgebühren verzichtet werden. „Das kostet nicht viel und bringt Leben in die Stadt“, sagte er.

Im Armutsatlas sei Bad Oldesloe die absolute Nummer eins. 1 500 von insgesamt 5 000 Kindern lebten hier unterhalb der Armutsgrenze. Die Antragsmöglichkeiten für vergünstigte Mensaessen in den Schulen werde nicht ansatzweise ausgeschöpft. „Wir sollten uns Gedanken machen, ob diese Barriere nicht zu hoch ist“, sagte von Massenbach. Sein Ziel sei es, wirklich alle Menschen auf dem Weg zu einer „Wohlfühl-Stadt“ mitzunehmen.

Durch die Aufnahme ins Programm Stadtumbau West habe Bad Oldesloe eine Riesenchance bekommen. Das sei aber auch eine Verpflichtung, weiter daran zu arbeiten. Der Bahnhofsbereich etwa sollte besser an die Innenstadt angebunden werden und der Stadt ein neues Entree verleihen. „Wir sollten zusammen mit den Anwohnern ein Konzept dafür entwickeln“, sagte von Massenbach.

Das geplante Kultur- und Bildungszentrum solle zu dem Treffpunkt für alle Generationen in der Stadt werden. Vor allem die Bürgerbeteiligung bei der Planung sei zukunftsweisend. Ob Fördermittel fließen werden, sei allerdings noch nicht entschieden. „Wir sollten uns Zeit nehmen und das Projekt stückchenweise verwirklichen“, sagte von Massenbach.

 

Jens-Peter Meyer

Schock in Reinfeld: Horn will Oldesloer Bürgermeister werden

Lübecker Nachrichten vom 9. Januar 2010

Bad Oldesloe/Reinfeld - Lange hatten sich CDU und FDP geziert, ob und wen sie als Bürgermeister für Bad Oldesloe haben wollen. Mit Gerhard Horn zaubern sie nun einen aussichtsreichen Kandidaten aus dem Hut.

Mag es intern auch schon länger im Gespräch gewesen sein, für die Öffentlichkeit war es eine faustdicke Überraschung – CDU und FPD präsentierten gestern Nachmittag ihren gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Bad Oldesloe am 13. Juni. Es ist Gerhard Horn, Bürgermeister von Reinfeld.

Die Ortsvorsitzenden der CDU und FDP Bad Oldesloes, Heinz Drenkberg und Klaus Schröder, sind von seiner fachlichen Kompetenz überzeugt und begründen ihre Kandidatenkür: „Gerhard Horn hat als Bürgermeister von Reinfeld seine Qualitäten als Verwaltungschef kontinuierlich unter Beweis gestellt; er hat Bürgernähe, strategischen Weitblick, Führungsqualitäten und Überparteilichkeit bewiesen“. Durch seine leitende Tätigkeit in verschiedenen überkommunalen Gremien sei er in der Region und im Land bestens vernetzt.

Was die beiden Oldesloer Fraktionen freut, ist für die Politiker in Reinfeld dagegen ein Schock: „Das kommt überraschend. Obwohl es uns bewusst war, dass, wenn man jemanden hat, der gut ist, der auch für die große Bühne interessant ist“, reagiert der Fraktionsvorsitzende der Reinfelder SPD, Rolf-Jürgen Hanf, auf die Kandidatur Horns verhalten. „Er hat in Reinfeld jede Menge auf den Weg gebracht“, gesteht er zu. In Bad Oldesloe, so Hanf, habe Horn noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Mit einem dicken Daumendruck für den Wahlgewinn reagiert Andreas Lie, Fraktionsvorsitzender der Reinfelder CDU, auch wenn Horns Weggang ein großer Verlust für die Stadt wäre. „Die Entwicklungsmöglichkeiten für ihn in Reinfeld sind erschöpft.“ Horn sei „der Motor in vielen Bereichen gewesen. Er geht mit den besten Referenzen“. Bad Oldesloe „wird es mit Sicherheit gut tun, so einen Bürgermeister zu bekommen“.

Walter Engel, Fraktionsvorsitzender der Wählerinitiative Reinfeld (WIR), zeigte sich „überrascht“ und findet es „schade, wenn wir einen Bürgermeister verlieren, der so viele Projekte angeschoben hat“. Allerdings will Engel sich baldmöglichst mit den Kollegen der anderen Reinfelder Fraktionen zusammen setzen. „Wie sollen wir weiter verfahren? Ein Bürgermeister, der sich mit einer Kandidatur in Oldesloe inhaltlich von Reinfeld verabschiedet hat, kann hier kaum mehr operativ tätig sein“. Spätestens zum Oldesloer Wahltermin im Juni müsse auch Reinfeld klar machen, wie es personell an der Verwaltungsspitze weitergehen soll. Sprich: Dann muss die Stelle neu ausgeschrieben werden. Für Horn sieht Engel keine Zukunft in Reinfeld – auch bei einer Wahlniederlage nicht.

Für den amtierenden Bürgermeister von Bad Oldesloe, Tassilo von Bary, der erneut zur Wahl antritt, hat mit der Bekanntgabe der Kandidatur Horns die Gerüchteküche ein Ende. Dessen Entschluss will er nicht kommentieren: „Es muss jeder selbst wissen, was er macht.“ Aber je mehr Kandidaten, desto besser, findet von Bary. „Dann wird es nicht langweilig.“ Neben ihm selbst, Horn und Klaus Schädel aus Ahrensburg (allesamt parteilos) hat auch der Oldesloer SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach Bürgermeisterambitionen. Letzterer, beruflich Hauptamtsleiter im Amt Oldesloe Land, sieht den Wettkampf sportlich: „Jetzt geht’s los, das Geheimnis um den CDU- und FDP-Kandidaten ist gelüftet.“ Für Oldesloe sei es nur gut, wenn sich so viele qualifizierte Personen um das Bürgermeisteramt bewerben würden. Letztlich entschieden aber nicht die Parteien, sondern die Bürger von Bad Oldesloe.

Von K. Kuhlmann-Schultz und Joachim Strunk

Meinung

Mutige Entscheidung

VON JOACHIM STRUNK

Überraschung! Nicht schlecht, Herr Specht . . . oder Herr Horn! Nur anderthalb Jahre nach der unangefochtenen Bestätigung im Amt in Reinfeld macht sich der    alerte Verwaltungschef auf zu neuen Ufern. Na ja, so neu sind sie nicht, denn immerhin war Horn in der Kreisstadt schon etliche Jahre aktiv, kennt die Verwaltung – zuletzt als Hauptamtsleiter – wohl noch einigermaßen gut, die Stadt sowieso. In der lebt er seit zwei Jahrzehnten. Jetzt lässt er sich von CDU und FDP als Wunschkandidat für den Bürgermeisterposten aufstellen.

Was treibt den parteilosen Amts-Manager? Am und um den Herrenteich hat er sich einen Ruf erarbeitet, viele Dinge angestoßen, Projekte in die Tat umgesetzt, die Kleinstadt aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt – oder zumindestens zu wecken versucht. Denn eigentlich schlummert Reinfeld immer noch. Alte Strukturen, Denkweisen, Widerstände sind hier nach wie vor nicht überwunden. Zuletzt bezog Horn eine empfindliche Niederlage, als er einen Discounter in die City holen wollte, jedoch am Volkszorn scheiterte. Eltern und Lehrer hatten nämlich überhaupt kein Verständnis für einen Penny-Markt direkt neben der Grundschule am Markt. Und alsbald waren die politischen Parteien der gleichen Meinung . . .

Bad Oldesloe ist da schon eine andere Hausnummer: Kreisstadt, Mittelzentrum, Heimstatt einiger Weltkonzerne wie Hako, Aspen, Minimax, die schon ein paar Euro mehr an Gewerbesteuern dalassen, als man sie in Reinfeld zur Verfügung hat. Stadtumbau West, Innenstadterweiterung, Exer – in Oldesloe wird sich demnächst auch einiges tun, es gibt etliche Gestaltungsmöglichkeiten. Aber Horn sollte sich nicht täuschen (lassen). Die Arbeit im Verwaltungsgebäude am Markt wäre kaum leichter als in der Paul-von Schoenaich-Straße. Die Parteien sind auch nicht einfacher zu handhaben als in Reinfeld. Eher im Gegenteil. In Reinfeld konnte Horn mit seiner Kompetenz den örtlichen Fraktionen oft den Wind aus den Segeln nehmen, in Oldesloe pfeift der aber um einiges schärfer. Da hilft auch keine Parteilosigkeit. Wovon der aktuelle Amtsinhaber einige Liedchen singen könnte.

Und was ist, wenn Horn es überhaupt nicht ins Oldesloer Stadthaus schafft? Weitermachen in Reinfeld? Das wird spannend. Eine mutige Entscheidung, Herr Horn. Aber ohne Mut gibt es keine Veränderung.

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 9. Januar 2010

CDU und FDP stoßen ins Horn

Gutes Timing: Die Gerüchte, wen FDP und CDU als Bürgermeisterkandidaten präsentieren würden, liefen ja schon länger auf Gerhard Horn zu. Dennoch schafften es alle Beteiligten, bis kurz vor Schluss dicht zu halten. Selbst auf die direkte Frage gab Gerhard Horn bis Freitagnachmittag keine oder ausweichende Antworten. Neben einem geschickten Timing ging es dem Reinfelder Bürgermeister auch darum zu verhindern, dass seine Politiker aus der Zeitung von seinem Engagement in Bad Oldesloe erfahren. Mit Gerhard Horn tritt nicht nur ein Oldesloer in Oldesloe sondern, sondern auch jemand, der als Bürgermeister erfolgreich arbeitet. Dass er parteilos ist, dürfte dem 55-Jährigen ebenso zugute kommen, wie die Tatsache, dass er von zwei Fraktionen erkoren wurde. Der Wahlkampf in der Kreisstadt sollte also spannend und erst in der Stichwahl entschieden werden.

Schlechtes Timing: Was aus hoch gehandelten Bürgermeister-Kandidaten werden kann, zeigt das Beispiel Jörn Schade in Ahrensburg. Nach all den Querelen vor, während, und nach den Wahlen warf der CDU-Fraktionsvorsitzende das Handtuch. Eine verständliche menschliche Reaktion, über die Jörn Schade aber mit (fast) niemanden reden wollte. Nach 20 Jahren in der Kommunalpolitik blieb nur ein dürrer Einzeiler an den Bürgervorsteher. Dieser Abschied zeigt, wie sehr sich der Ex-Vorsitzende und Ex-Kandidat verletzt fühlen muss.

Aufgaben: Junge Männer sind die Verlierer in der Wirtschaftskrise. Die hat genau die Branchen getroffen, die gemeinhin als Männerdomänen bezeichnet werden: Metallverarbeitung, Maschinenbau, Kfz. Weil die Lage schlecht war, wurden die Azubis nicht übernommen. Um 14,3 Prozent ging die Zahl der Arbeitslosen unter 25 nach oben. Fast alles Männer, denn die Frauen arbeiten meistens in Dienstleistungs-, Gesundheits- oder Pflegeberufen, und die sind zum Teil auch in der Krise gewachsen. Da können die jungen Damen ja nur froh sein, dass sie nicht auf die Gleichstellungsbeauftragten gehört haben, die alljährlich für „Frauen in Männerberufen“ werben. Mittlerweile ist ja auch statistisch-wissenschaftlich belegt, dass junge Damen zielstrebiger, disziplinierter und erfolgreicher in der Schule sind als Jungen. Ein neues Betätigungsfeld?

Ideen: Auf dem kleinen Dorf ist es nicht anders als in der Stadt: Die Kassen der Kommunen sind leer. Wer sich traut, erhöht die Steuern und streicht Zuschüsse, wer sich nicht traut, diskutiert noch darüber. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich deshalb ein paar kreative Möglichkeit der öffentlicher Finanzierung einfallen lassen. Rolf Blase

„Gerhard Horn wäre ein idealer Bürgermeister für Bad Oldesloe“

Stormarner Tageblatt vom 9. Januar 2010

CDU und FDP nominieren den Reinfelder Verwaltungschef als Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl

Bad Oldesloe

Über 82 Prozent erhielt Gerhard Horn bei der Bürgermeister-Wahl im Mai 2008 in Reinfeld. Er war der einzige Kandidat und von CDU, SPD und WIR vorgeschlagen worden. Nun nähert sich seine Zeit in der Karpfenstadt dem Ende. Der parteilose 55-Jährige wird als Kandidat von CDU und FDP bei der Bürgermeister-Wahl in Bad Oldesloe antreten.

Beim Neujahrsempfang der Oldesloer Freidemokraten gestern Abend wurde der gemeinsame Kandidat erstmals öffentlich präsentiert. Bei der CDU wird sich Gerhard Horn heute um 11 Uhr im Bürgerhaus natürlich noch einmal vorstellen.

Der gebürtige Lübecker kam 1987 von der Bundesfinanzverwaltung Hamburg nach Bad Oldesloe, wo er im Hauptamt den Bereich Organisation übernahm. 1998 wurde er Leiter der Hauptverwaltung und war für die Bereiche Personal, Organisation, Projektmanagement und zwischenzeitlich auch für die Kämmerei verantwortlich. Im April 2002 wurde er auf Vorschlag von CDU- und SPD erstmals zum Bürgermeister in Reinfeld gewählt.

Gerhard Horn, der mit der Reinfelder KGS die erste Schule in Schleswig-Holstein durchsetzte, die über Public-Private-Partnership finanziert wurde, engagiert sich auch in übergeordneten Gremien. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Kleine Städte Süd“ im Städtebund Schleswig-Holstein und Vorsitzender des Ausschusses „Allgemeine Verwaltung“ des Kommunalen Arbeitgeberverbandes sowie als Vertreter im Bundesausschuss der Kommunalen Arbeitgeber verfügt er über Kontakte in Land und Bund.

„Gerhard Horn hat als Bürgermeister von Reinfeld seine Qualitäten als Verwaltungschef kontinuierlich unter Beweis gestellt. Er hat Bürgernähe, strategischen Weitblick, Führungsqualitäten und Überparteilichkeit bewiesen. Und durch seine leitende Tätigkeit in überkommunalen Gremien ist er bestens vernetzt“, so die Ortsvorsitzenden von FDP und CDU, Klaus Schröder und Heinz Drenkberg.

Seiner Heimatstadt Bad Oldesloe blieb der in zweiter Ehe verheiratete Vater von vier Kindern auch während seiner Arbeit in Reinfeld treu. „Er ist seit über 20 Jahren Bürger unserer Stadt und kennt das Oldesloer Rathaus gut. Gerhard Horn ist ein idealer Bürgermeister“, sind die Parteienvertreter überzeugt. „Uns war es zudem wichtig, dass es jemand aus dem Oldesloer Bereich war, der sich hier auskennt“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Karl-Reinhold Wurch.

Für Horn zeugt die Berufung durch zwei Fraktionen von der „Wertschätzung“ seiner Arbeit in Reinfeld. „Bad Oldesloe hat Potenziale. Es ist eine Herausforderung, der ich mich gern stelle und eine Ausgangslage, wie ich sie mir gewünscht habe. Die Dinge passen optimal zusammen“.

Rolf Blase

Nachrichten

Stormarner Tageblatt vom 5. Januar 2010

Empfang mal mit nur einer Rede

Bad Oldesloe

Da sieht man, wo die Prioritäten liegen: Sekt, Schnittchen und höchstens eine Rede verspricht die Oldesloer SPD für ihren Neujahrsempfang am Sonntag, 10. Januar, ab 11 Uhr im Bürgerhaus. Stattdessen wollen die Genossen mit den Besuchern ins Gespräch kommen. ol

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 2. Januar 2010

Tortenvielfalt und Glockenklang

Getroffene Entscheidungen, die aber nicht allen gefallen, sorgen für Gesprächsstoff

Aber bitte mit Sahne: Das war's dann wohl mit dem Café am Markt in Oldesloe. Der Vertrag mit dem Päch-terpaar ist gekündigt, Ende Januar ist Schluss. Ein Gespräch mit Verwaltungsvertretern steht noch an, aber die Aussichten sind nicht gut, denn in seltener Einmütigkeit aller Fraktionen und Verwaltung war der Rausschmiss von Monika Dumke und Manfred Stahmer gebilligt worden. Alle lobten die in der Kreisstadt wohl einzigartige Tortenvielfalt. Sogar 600 Menschen haben für den Erhalt des Cafés unterschrieben. Vielleicht hätten die aber dort lieber mal öfter einkehren sollen, dann wäre eine solche Rettungsaktion gewiss gar nicht nötig gewesen. Von Gästen, die bedient werden und dann zwei Stunden mit einem Tässchen Kaffee verweilen, kann auf Dauer kein Cafébetreiber überleben. An der vom Pächterpaar vorgebrachten Kritik ist sicherlich einiges richtig. Fest steht nämlich, dass das Objekt verbaut und das Obergeschoss für den Geschäftsbetrieb nahezu unbrauchbar bar. Vielleicht sind auch die Mietforderungen der Stadt etwas zu hoch. Aber die Vertragsbedingungen waren den Pächtern bei Unterschrift ja bekannt. Und wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern, dann muss man über die Konditionen reden. Da haben sich Politik und Verwaltung in der Vergangenheit entgegenkommend gezeigt. Wer immer wieder mit Zahlungen in Verzug gerät und vom Vermieter die „gelbe Karte“ gezeigt bekommt, darf sich nicht wundern, wenn beim nächsten Regelverstoß schlichtweg die „rote Karte“ folgt ...

Glockenklang: Süßer die Glocken nie klingen – wann wird das auch in Neritz der Fall sein? Vielleicht schon am morgigen Sonntag, wenn Bürgermeister Dieter Dabelstein beim Neujahrsempfang der Gemeinde ab 11 Uhr das Wort ergreift und – wie angekündigt – Klartext reden will. Es geht wieder einmal um die Kirchenglocke, die seit Jahren ewige Ruhe in einer Scheune hält, und den Glockenturm, der natürlich benötigt wird, um das 380-Kilogramm-Teil zum Klingen zu bringen. Wo aber soll das Bauwerk seinen Platz finden – im Unterdorf, im Oberdorf? Solch profane Frage, kann offenbar nur in einem Gemeinwesen aufregen, das in den Jahrhunderten seines Bestehens keinen Sakralbau auf seinem Fleckchen Erde zu errichten vermochte. Der nicht endenwollende Streit jedenfalls wird auch ohne Glocke weit über die Dorfgrenzen von Neritz hinaus hallen.

Spurenwechsel: Nur noch „Tempo 80“ auf der A1 zwischen Reinfeld und Oldesloe – diese Nachricht rief zunächst Kopfschütteln hervor. Warum? Weil die rechte der drei Fahrspuren seit Jahr und Tag dem Autofahrer das Gefühl vermittelte, man reite nach Laramy. Spurenwechsel nach links war längst kein Geheimtipp. Und dann also Tempo 80 auf allen Spuren? Wie schön ist es jetzt festzustellen, dass der Unfug der letzten Dezemberwoche nicht auch der Blödsinn der erste Januarwoche sein muss. Neue große Schilder zeigen nämlich, was ab sofort Sache ist: Tempo 120 links und in der Mitte, Tempo 80 auf der Polterspur. Das lässt sich in der Tat als einen gelungenen Jahresanfang bezeichnen. So kann's 2010 gern weiter gehen.

Andreas Olbertz, Rüdiger Klaus Schwarz